[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung in einer Druckmaschine
gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 1.
[0002] Es ist bekannt, zur besseren Ausnutzung von großen Bogenformaten mehrere Nutzen nebeneinander
auf Bogen zu drucken und die Bogen längs mit Schneideinrichtungen zu zerteilen. Die
dabei entstehenden Bogen kleineren Formates bleiben, insbesondere wenn die Schneideinrichtungen
ungenau eingestellt oder deren Schneidwerkzeuge verschlissen sind, über Restfasern
miteinander verbunden, was zu Störungen bei der Ablage der Bogen auf mehreren nebeneinander
angeordneten Auslegerstapeln führt.
[0003] Aus der DE 198 42 344 A1 ist bekannt, Bogen durch einen Längsschnitt entlang einer
Schnittlinie in mehrere nebeneinander liegende Teilbogen zu zerschneiden und mit einer
Transporteinrichtung zu mehreren nebeneinanderliegenden Stapeln zu fördern. Nach der
Freigabe der Teilbogen durch eine Transporteinrichtung werden die Bogen von einer
Trenneinrichtung quer zur Transportrichtung auseinanderbewegt, so dass zwischen ihnen
ein Abstand gebildet wird und sie sich frei fallend auf den Stapeln ablegen. Die Trenneinrichtung
besteht aus einer zwischen den Stapeln senkrecht verlaufenden Schiene mit parallelen
Seitenflächen, wobei die Schiene an ihrem oberen Rand symmetrisch zu ihrer Mittelebene
geneigte Flächen aufweist. Sind die Teilbogen noch durch Restfasern miteinander verbunden,
reicht die kinetische Energie der auf den Stapel absinkenden Teilbogen zumeist nicht
aus, um diese zuverlässig zu trennen. Zudem werden die fallenden Teilbogen während
des Trennens nicht mehr von dem Transportsystem geführt und können sich quer zu Förderrichtung
bewegen, so dass die Oberkante der Trenneinrichtung neben der Schnittlinie auf einen
Teilbogen auftrifft. Das führt zu Störungen der Bogenablage. Ist eine Trenneinrichtung
derart ausgeführt, dass sie sich in den Förderweg hinein erstreckt, besteht die Gefahr,
dass die Vorderkanten der Bogen beschädigt werden, wenn sie gegen die Trenneinrichtung
anlaufen, da die Greiferwagen die Teilbogen häufig so transportieren, dass die Schnittlinie
einen seitlichen Versatz zum Trennelement aufweist.
[0004] Ein exaktes Anlaufen der Greiferwagen kann systembedingt nicht sichergestellt werden,
da die Greiferwagen für den störungsfreien Umlauf unter der Berücksichtigung der Wärmedehnung
auf Grund der auftretenden Temperaturschwankungen ein axiales Spiel aufweisen müssen.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, unter Vermeidung der vorgenannten Nachteile
eine Einrichtung in einer bogenverarbeitenden Maschine, insbesondere Druckmaschine,
zum Trennen von Bogen zu schaffen, die eine zuverlässige Trennung der geschnittenen,
lediglich durch Restfasern miteinander verbundenen Bogen ermöglicht und Beschädigungen
der Bogenkante vermeidet.
[0006] Die Aufgabe wird durch die Lehre von Patentanspruch 1 gelöst, indem als Trennelement
ein Trennmesser mit einer Schneide vorgesehen ist, das zwischen einer Parkposition,
in der die Schneide außerhalb des Förderweges verläuft, und einer Trennposition, in
der sich die Schneide in Förderrichtung unmittelbar nach dem Übergabebereich in den
Förderweg hinein erstreckt, verlagerbar ist.
[0007] Der Vorteil der Erfindung besteht darin, dass die sich vom bogenführenden Zylinder
wegbewegenden Bogen genau mit ihrer Schnittlinie gegen die Schneide des Trennmessers
laufen. Nachdem sie die Bogen vom bogenführenden Zylinder übernommen haben, legen
die jeweiligen Greiferwagen bis zum Trennmesser nur einen vergleichsweise kurzen Weg
zurück. Der Bogen liegen mit ihrem mittleren und hinteren Bereich noch auf dem bogenführenden
Zylinder, während die Vorderkanten der Bogen das Trennmesser erreichen. Dadurch stabilisiert
der jeweilige Bogen die Bewegung des ihn fixierenden Greiferwagens und wirkt einer
axialen Bewegung entgegen. Von Vorteil ist weiterhin, dass bei einer Umstellung von
einer Produktion mit Längsschnitt zu einer Produktion ohne Längsschnitt das Trennmesser
aus der Park- in die Trennposition oder zurück verlagerbar ist, was die Umrüstzeit
verkürzt und Montageaufwand vermeidet.
[0008] Nach einer anderen Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, das Trennmesser in
Förderrichtung auslenkbar zu lagern. Damit kann das Trennmesser, wenn die Schneidkräfte
an der Schneide des Trennmessers durch Verschleiß der Schneide des Trennmessers oder
des Schneidwerkzeug der Schneideinrichtung einen kritische Wert überschreiten, ausweichen
und Beschädigungen durch Kollision der Greifer mit zusammengeknüllten Bogen werden
vermieden.
Nach einer bevorzugten Ausführung ist die Trennposition des Trennmessers in Förderrichtung
durch einen Anschlag und eine das Trennmesser gegen den Anschlag verspannende Feder
vorgegeben. Ein Verlagern des Messers wird bewirkt, wenn die Schneidkräfte an der
Schneide des Trennmessers größer als die Federkräfte sind. Eine weitere Weiterbildung
sieht einen Antrieb zur Verlagerung des Trennmessers zwischen der Trennposition und
der Parkposition vor, um den manuellen Umrüstaufwand weiter zu verringern. Der Antrieb
ist bevorzugt als Pneumatikzylinder ausgebildet.
Dem Trennmessers kann ein Schalter zugeordnet sein, der durch Verschwenken des Trennmessers
in Förderrichtung betätigbar ist und mit dem Antrieb derart zusammenwirkt, dass bei
Betätigung des Schalters das Trennmesser in die Parkposition verlagert wird. Diese
Ausgestaltung der Erfindung bewirkt eine automatische Verlagerung des Trennmesser
in die Parkposition, wenn dessen Schneide die Verschleißgrenze erreicht. Der Schalter
kann bei Betätigung auch den Druckmaschinenantrieb stillsetzen.
Die Bogenführung kann in vorteilhafter Weise durch einen von einer Blaseinrichtung
erzeugten, auf die dem bogenführenden Zylinder abgewandten Seiten der Bogen gerichteten
Blasluftstrom unterstützt werden. Zur Unterstützung der Bogenführung kann im Bereich
des Trennmessers auch ein Bogenleitblech vorgesehen sein.
Für die Anwendung der Erfindung kommt es nicht darauf an, an welche Stelle der Druckmaschine
die Schneideinrichtung angeordnet ist. Bevorzugt ist diese dem als Schneidtrommel
ausgebildeten, in Förderrichtung letzten bogenführenden Zylinder der Druckmaschine
zugeordnet.
[0009] Nachfolgend soll die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels beschrieben werden.
[0010] In den dazugehörigen Zeichnungen zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Einrichtung mit dem Trennmesser
in der Trennposition,
- Fig. 2
- die Einrichtung nach Fig. 1 mit dem in Förderrichtung ausgelenkten Trennmesser in
Trennposition und
- Fig. 3
- die Einrichtung nach Fig. 1 mit dem Trennmesser in der Parkposition.
[0011] Fig. 1 zeigt den in Förderrichtung letzten bogenführenden Zylinder 4 einer Druckmaschine,
der als Schneidtrommel ausgebildet ist. Dem bogenführenden Zylinder 4 ist eine nicht
dargestellte Schneideinrichtung zugeordnet, die die Bogen 18 auf der Mantelfläche
des bogenführenden Zylinders 4 entlang einer Schnittlinie längs schneidet, während
diese an ihren Vorderkanten 18.1 von den Greifern des bogenführenden Zylinders 4 gehalten
werden. Im Übergabebereich 2 werden die Vorderkanten 18.1 der Bogen 18 an das Greifersystem
3 übergeben, das Bestandteil eines als Kettenförderer ausgebildeten endlos umlaufenden
Fördersystems ist, welches die Bogen 18 in einer Förderrichtung entlang eines Förderweges
zum Zweck der Ablage bis zu einem Auslegerstapel transportiert. Unterhalb des bogenführenden
Zylinders 4 ist ein Trennmesser 1 in einer Trennmesseraufnahme 5 angeordnet, das eine
Schneide aufweist und mit der Trennmesseraufnahme 5 zwischen einer Parkposition, in
der die Schneide außerhalb des Förderweges verläuft, und einer Trennposition, in der
sich die Schneide in Förderrichtung unmittelbar nach dem Übergabebereich 2 in den
Förderweg hinein erstreckt, verlagerbar ist. Die Trennmesseraufnahme 5 ist mit einer
Nut 6 versehen, die in Gleitsteinen 8 geführt wird, welche an einem mit dem Maschinengestell
verbundenen Träger 7 angeordnet sind. Die Trennmesseraufnahme 5 ist über ein Drehgelenk
mit einem als Pneumatikzylinder ausgebildeten Antrieb 9 verbunden, mit dem die Trennmesseraufnahme
5 und damit auch das Trennmesser 1 annähernd senkrecht zum Förderweg verschiebbar
sind.
Auf der dem Drehgelenk abgewandten Seite weist die Trennmesseraufnahme 5 eine Stützkurve
10 auf, die sich an der drehbar auf dem Träger 7 gelagerten Rolle 11 abstützt.
Der Träger 7 ist über eine von gestellfesten Führungen 13 aufgenommene Führungsstange
12 in Förderrichtung verschiebbar zum Maschinengestell gelagert. Die Führungsstange
12 trägt einen, eine Endlage vorgebenden Anschlag 15 und wird von einer Feder 14 gegen
das Maschinengestell verspannt. Entlang des Verschiebeweges der Führungsstange 12
ist ein Schalter 16 angeordnet, der beim Verschieben der Führungsstange 12, das mit
einem Auslenken des Trennmessers 1 einhergeht, von dem zu einer Schaltfahne verlängerten
Anschlag 15 betätigt wird. Der Schalter 16 wirkt auf den Antrieb 9 des Trennmessers
1 derart, dass das Trennmesser 1 in die Parkposition verlagert wird, und/oder den
Antrieb 9 der Druckmaschine derart, dass die Druckmaschine stillgesetzt wird.
Entlang des Förderweges ist ein Bogenleitblech 19 angeordnet, dass im Bereich des
Trennmessers 1 ausgespart ist und die Bogen 18 im Bereich des Trennmessers 1 führt.
Der Bogen 18 läuft an der Mantelfläche des bogenführenden Zylinders 4 mit, bis er
das Bogenleitblech 19 erreicht. Mit der als Blasrohr ausgebildeten Blaseinrichtung
17 ist ein Blasluftstrom erzeugbar, der auf die dem bogenführenden Zylinder 4 abgewandte
Seite der Bogen 18 gerichtet ist und die Bogen 18 führt bzw. auf dem Bogenleitblech
19 hält.
[0012] Die Wirkungsweise der Erfindung ist folgende.
[0013] Das Trennmesser 1 wird mit der Anstellung der Schneideinrichtung an den bogenführenden
Zylinder 4 mit dem als Pneumatikzylinder ausgebildeten Antrieb 9 in die Trennposition
gesteuert. Alternativ dazu kann das Trennmesser 1 auch manuell nach Beurteilung des
Bogenschnitts eingesteuert werden.
Die Bogen 18 werden von den Greifersystemen 3 des Fördersystems über das Trennmesser
1 geführt. Dabei werden von dem Trennmesser 1 die quer zur Schnittlinie die geschnittenen
Bogen 18 miteinander verbindendenden Restfasern, die die Schneideinrichtung nicht
vollständig getrennt hat, beginnend von der Vorderkante 18.1 der Bogen 18 zerschnitten.
Der Bogen 18 läuft weiter am Mantel des bogenführenden Zylinders 4 mit, maximal bis
zum Auflaufen auf das Bogenleitblech 19. Die Schnittlinie läuft dabei am Trennmesser
1 entlang. Die Restfasern im mittleren und hinteren Bereich der Bogen 18 werden getrennt.
[0014] Erhöht sich die auf das Trennmesser 1 wirkende Kraft aufgrund unzureichend geschnittener
Bogen 18 oder unzureichender Schärfe des Trennmessers 1, wird die Trennmesseraufnahme
5 in Förderrichtung mit der Stützkurve 10 gegen die Rolle 11 und somit die Feder 14
gedrückt, bis über den Anschlag 15 das Verlagern des Trennmessers 1 in die Parkposition
mittels Pneumatikzylinder bewirkt und die Druckmaschine gestoppt wird. Mit der Blasluft
aus der Blaseinrichtung 17 werden die Bogen 18 in den Bereich des Trennmessers 1 gedrückt,
wenn diese nicht dem Mantel des bogenführenden Zylinders 4 folgen.
Bezugszeichenaufstellung
[0015]
- 1
- Trennmesser
- 2
- Übergabebereich
- 3
- Greifersysteme
- 4
- bogenführender Zylinder (Schneidtrommelmantel)
- 5
- Trennmesseraufnahme
- 6
- Nut
- 7
- Träger
- 8
- Gleitstein
- 9
- Antrieb (Pneumatikzylinder)
- 10
- Stützkurve
- 11
- Rolle
- 12
- Führungsstange
- 13
- Führungen
- 14
- Feder
- 15
- Anschlag
- 16
- Schalter
- 17
- Blaseinrichtung (Blasdüsen)
- 18
- Bogen
- 18.1
- Vorderkante
- 19
- Bogenleitblech
1. Einrichtung in einer Druckmaschine, die von einer Schneideinrichtung längs geschnittene,
lediglich durch Restfasern miteinander verbundene Bogen (18) trennt, die in einem
Übergabebereich (2) von einem bogenführenden Zylinder (4) an ein umlaufendes Fördersystem
übergeben werden, das die Bogen (18) bis zu ihrer Freigabe über einem Auslegerstapel
in einer Förderrichtung entlang eines Förderweges transportiert, umfassend ein Trennmesser
(1) mit einer Schneide,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Trennmesser (1) zwischen einer Parkposition, in der die Schneide außerhalb des
Förderweges verläuft, und einer Trennposition, in der sich die Schneide in Förderrichtung
unmittelbar nach dem Übergabebereich (2) in den Förderweg hinein erstreckt, verlagerbar
ist.
2. Einrichtung in einer Druckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Trennmesser (1) in der Trennposition in Förderrichtung auslenkbar gelagert ist.
3. Einrichtung in einer Druckmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennposition des Trennmessers (1) in Förderrichtung durch einen Anschlag (15)
und eine das Trennmesser (1) gegen den Anschlag (15) verspannende Feder (14) vorgegeben
ist.
4. Einrichtung in einer Druckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Verlagerung des Trennmessers (1) zwischen der Trennposition und der Parkposition
ein Antrieb (9) vorgesehen ist.
5. Einrichtung in einer Druckmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (9) als Pneumatikzylinder ausgebildet ist.
6. Einrichtung in einer Druckmaschine nach Anspruch 2 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Schalter (16) vorgesehen ist, der durch Auslenken des Trennmessers (1) in Förderrichtung
betätigbar ist und mit dem auf das Trennmesser (1) wirkenden Antrieb (9) derart zusammenwirkt,
dass bei Betätigung des Schalters (16) das Trennmesser (1) in die Parkposition verlagert
wird.
7. Einrichtung in einer Druckmaschine nach Anspruch 2 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Schalter (16) vorgesehen ist, der durch Auslenken des Trennmessers (1) in Förderrichtung
betätigbar ist und mit einem Druckmaschinenantrieb derart zusammenwirkt, dass bei
Betätigung des Schalters (16) die Druckmaschine stillgesetzt wird.
8. Einrichtung in einer Druckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideinrichtung dem als Schneidtrommel ausgebildeten bogenführenden Zylinder
(4) zugeordnet ist.
9. Einrichtung in einer Druckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Trennmesser (1) annähernd senkrecht zum Förderweg verschiebbar gelagert ist.
10. Einrichtung in einer Druckmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein sich längs des Förderweges erstreckendes, die Bogen (18) im Bereich des Trennmessers
(1) führendes Bogenleitblech (19) vorgesehen ist.
11. Einrichtung in einer Druckmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Trennmesser (1) austauschbar in einer Trennmesseraufnahme (5) angeordnet ist.
12. Einrichtung in einer Druckmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mit einer Blaseinrichtung (17) ein auf die dem bogenführenden Zylinder (4) abgewandten
Seiten der Bogen (18) gerichteter Blasluftstrom, der die Bogen (18) im Bereich des
Trennmessers (1) führt, erzeugbar ist.