[0001] Die Erfindung betrifft eine Räumkette zum Transport von Schotter einer Gleisbettung
gemäß den im Oberbegriff von Anspruch 1 angeführten Merkmalen.
[0002] Durch US 4 614 238, US 4 014 389, DE 3 151 652, sind bereits derartige endlos ausgebildete,
um das Gleis herum rotierende Räumketten bekannt. Diese setzen sich im wesentlichen
aus einer mit der Gleisbettung in Kontakt stehenden Querführung und zwei mit dieser
gelenkig verbundenen Längsführungen zusammen. Koaxial zur Gelenkachse ist jeweils
eine Umlenkrolle positioniert, durch die die Räumkette um wenigstens 90° umgelenkt
wird. Die gelenkige Verbindung von Quer- und Längsführung ist insofern notwendig,
als damit die Möglichkeit einer geringfügigen Verschiebung der Räumkette relativ zum
Gleis besteht. Damit kann in räumlich z.B. durch einen Bahnsteig eingeschränkten Abschnitten
besser gearbeitet werden. Außerdem ermöglicht die Gelenkverbindung eine Verlängerung
der Querführung zum Reinigen eines Weichenabschnittes. Da bei leistungsfähigen Reinigungsmaschinen
auf die Räumkette eine Zugkraft von etwa 100 Kilonewton einwirkt, sind die mit einer
ausreichenden Schmierung zu versorgenden Umlenkrollen höchsten Belastungen ausgesetzt
und häufig zu erneuern.
[0003] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt nun in der Schaffung einer Räumkette
der gattungsgemäßen Art, mit der ohne Beeinträchtigung der gelenkigen Verbindung eine
verbesserte Funktionsfähigkeit der Räumkette ermöglicht wird.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit einer Räumkette der eingangs genannten Art
durch die im Kennzeichen von Anspruch 1 angeführten Merkmale gelöst.
[0005] Durch diese Merkmalskombination ist es möglich, unter Verzicht auf Umlenkrollen die
Führungsgelenke in bezug auf die Räumkette tiefer zu positionieren. Damit ist der
besondere Vorteil erzielbar, dass das Gleis zur Durchführung der Räumkette weniger
hoch von der Gleisbettung abgehoben werden muss. Dies führt einerseits zu einer Schonung
des Gleises und andererseits kann durch die geringere Gleisanhebung der Fahrwerksabstand
der Maschine reduziert werden. Als weiterer besonderer Vorteil können die teuren Umlenkrollen
eingespart werden. Durch den Wegfall der Umlenkrollen ist die Umlenkung auch in einem
größeren Radius durchführbar, so dass damit die auf die Räumkette einwirkenden Belastungen
deutlich reduzierbar sind.
[0006] Weitere Vorteile und Ausbildungen der Erfindung ergeben sich aus den weiteren Ansprüchen
und der Zeichnung.
[0007] Im folgenden wird die Erfindung anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
näher beschrieben.
[0008] Es zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht einer Reinigungsmaschine mit einer Räumkette,
Fig. 2 eine vereinfachte Draufsicht auf die Räumkette,
Fig. 3, 4 je eine vergrößerte Draufsicht auf eine Umlenkung der Räumkette,
Fig. 5 und 6 eine bekannte Umlenkung mit einer Umlenkrolle, und
Fig. 7 eine Ansicht eines Führungsgelenkes mit einem Schnitt durch einen Führungskanal.
[0009] Eine in Fig. 1 ersichtliche Räumkette 1 ist an einer Maschine 2 zur Reinigung einer
Gleisbettung 3 angeordnet. Die Räumkette 1 ist während des Arbeitseinsatzes unterhalb
eines angehobenen Gleises 4 als Endloskette um dieses herumgeführt angeordnet. Dabei
wird verunreinigter Schotter 5 zu einer Siebanlage 6 gefördert. Der darin gereinigte
Schotter 5 wird dann auf bereits bekannte Art und Weise wieder in das Gleis 4 eingebracht.
Die Rotation der Räumkette 1 erfolgt in einer Rotationsebene 7, die zu einer Bettungsebene
8 geneigt angeordnet ist. Im Arbeitseinsatz der Räumkette 1 ist in einer Schnittlinie
der beiden Ebenen 7,8 eine Querführung 9 positioniert, die sich quer über die Gleisbettung
3 erstreckt.
[0010] Wie in Fig. 2 ersichtlich, ist die Querführung 9 durch Führungsgelenke 10 jeweils
an einem gekrümmten Ende 11 mit einer Längsführung 12 gelenkig verbunden. Die beiden
Längsführungen 12 bilden mit der Querführung 9 einen Führungskanal 13 (Fig. 5) zur
Lagerung und Führung der Räumkette 1. Wie in strichpunktierten Linien angedeutet,
kann die Querführung 9 für eine Schotteraufnahme in einem Weichenabschnitt verlängert
werden.
[0011] Wie insbesondere in Fig. 3 und 7 ersichtlich, setzt sich die Räumkette 1 aus einer
Vielzahl von durch Kettenbolzen 14 miteinander verbundenen Kettengliedern 15 zusammen.
Zur Führung der Räumkette 1 dient der Führungskanal 13, der sich aus einer unteren
und oberen Gleitbahn 17 sowie einer diese miteinander verbindenden Stirngleitbahn
18 zusammensetzt. Diese verläuft normal zur Rotationsebene 7. Die Gleitbahnen 17,18
sind aus hochverschleißfestem Material und lösbar mit dem Führungskanal 13 verbunden.
[0012] Wie insbesondere in Fig. 3 und 4 ersichtlich, ist die Stirngleitbahn 18 der Querführung
9 in Form eines Kreisbogens 19 in Richtung zum Führungsgelenk 10 gekrümmt, so dass
mit einer Verlängerung der Stirngleitbahn 18 der Längsführung 12 ein spitzer Winkel
α von vorzugsweise etwa 45° eingeschlossen wird. Damit entsteht ein gekrümmtes Querführungsende
20 der Stirngleitbahn 18, das erst dann mit der Räumkette 1 in Kontakt kommt, wenn
zwischen Längs- und Querführung 12, 9 eine Winkelveränderung stattfindet, beispielsweise
im Falle einer in Fig. 2 angedeuteten Verlängerung der Querführung 9. Der Kreisbogen
19 weist einen in einer Gelenkachse 21 des Führungsgelenkes 10 positionierten Kreismittelpunkt
auf.
[0013] Ein durch die angrenzende Längsführung 12 einerseits und die Gelenkachse 21 andererseits
begrenzter, normal zur Stirngleitbahn 18 der Längsführung 12 verlaufender Abstand
a ist identisch mit einem Kreisbogenradius r des gekrümmten Querführungsendes 20.
Der Kreisbogen 19 bildet ein Kreissegment mit einem Winkel β von 60°. Die Stirngleitbahn
18 weist zwischen einem geradlinigen Abschnitt 23 der Querführung 9 und dem kreisbogenförmigen
Querführungsende 20 einen zweiten Kreisbogenabschnitt 24 auf, dessen Kreismittelpunkt
auf einer zum geradlinigen Abschnitt 23 parallel verlaufenden, durch die Gelenkachse
21 führenden Geraden 26 positioniert ist.
[0014] Durch diese spezielle Ausbildung des Endes 20 der Querführung 9 kann die Räumkette
1 ohne Zuhilfenahme einer Umlenkrolle lediglich durch Gleitreibung umgelenkt werden.
Die Räumkette 1 wird z. B. bei einer leistungsfähigen Reinigungsmaschine mit einer
Zugkraft von 110 Kilonewton in der durch einen Pfeil in Fig. 3 dargestellten Förderrichtung
gezogen.
[0015] Gemäß einer in Fig. 5 und 6 dargestellten bekannten Lösung erfolgt die Umlenkung
der Räumkette 1 um eine Umlenkrolle 27, die in der Gelenkachse 21 drehbar gelagert
ist und durch eine Öffnung der Stirngleitbahn 18 über deren Gleitebene vorragt. Damit
ist die mit einer Schmierung zu versorgende Umlenkrolle 27 - insbesondere bei einer
stärkeren Abwinkelung zwischen Längsund Querführung 12, 9 - sehr hohen Belastungen
ausgesetzt. Außerdem werden die Kettenbolzen 14 extremen Beanspruchungen unterworfen.
[0016] Wie in Fig. 7 ersichtlich, sind die Führungsgelenke 10 in Richtung zur unteren Gleitbahn
17 des Führungskanals 13 versetzt angeordnet, und zwar derart, dass die Führungsgelenke
10 unterhalb der - bezüglich einer Normalen zur Rotationsebene 7 - mittig durch die
Stirngleitbahn 18 geführten Rotationsebene 7 positioniert sind. Durch die tiefere
Lage der beiden Führungsgelenke 10 kann das Gleis 4 derart abgesenkt werden, dass
eine durch eine strichpunktierte Linie 16 angedeutete Schwellenunterkante unmittelbar
über dem Führungsgelenk 10 positioniert ist.
[0017] Die Gleitbahnen 17,18 sind zumindest im Übergangsbereich von Quer- zur Längsführung
9, 12 lösbar mit dem Führungskanal 13 verbunden und aus hochverschleißfestem Material
gebildet. Alternativ könnte das Führungsgelenk 10 auch zur Gänze an einer Unterseite
22 des Führungskanals 13 angeordnet sein.
1. Räumkette (1) zum Transport von Schotter (5) einer Gleisbettung (3), bestehend aus
einer Vielzahl von gelenkig miteinander verbundenen Kettengliedern (15), wobei die
zur Rotation in einer zu einer Bettungsebene (8) geneigt angeordneten Rotationsebene
(7) vorgesehene Räumkette (1) eine - im Arbeitseinsatz in einer Schnittlinie von Bettungs-
und Rotationsebene (8,7) positionierte und zur Lagerung der Räumkette (1) vorgesehene
- Querführung (9) aufweist, die durch Führungsgelenke (10) mit Längsführungen (12)
verbunden ist, wobei ein durch Längs- und Querführungen (12,9) gebildeter Führungskanal
(13) eine untere und obere, parallel zur Rotationsebene (7) verlaufende Gleitbahn
(17) sowie eine diese miteinander verbindende, normal zur Rotationsebene (7) verlaufende
Stirngleitbahn (18) aufweist,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) die Führungsgelenke (10) sind unterhalb der mittig durch die Stirngleitbahn (18) geführten Rotationsebene (7) angeordnet, und
b) die Umlenkung der Räumkette (1) im Bereich der Führungsgelenke (10) erfolgt ausschließlich
durch Gleitreibung.
2. Räumkette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsgelenk (10) unterhalb der - mittig durch die Stirngleitbahn (18) geführten
- Rotationsebene (7) positioniert ist.
3. Räumkette nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitbahnen (17,18) im Übergangsbereich von Quer- zur Längsführung (9,12) aus
hochverschleißfestem Material gebildet und lösbar mit dem Führungskanal (13) verbunden
sind.