(19)
(11) EP 1 498 547 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
19.01.2005  Patentblatt  2005/03

(21) Anmeldenummer: 04102878.8

(22) Anmeldetag:  22.06.2004
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7E01B 27/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL HR LT LV MK

(30) Priorität: 18.07.2003 AT 5142003 U

(71) Anmelder: Franz Plasser Bahnbaumaschinen- Industriegesellschaft m.b.H.
1010 Wien (AT)

(72) Erfinder:
  • Theurer, Josef
    1010 Wien (AT)
  • Schauer, Adolf
    4072 Alkoven (AT)

   


(54) Räumkette


(57) Eine endlose Räumkette (1) zum Transport von Schotter (5) einer Gleisbettung (3) ist in einem Führungskanal (13) geführt, der sich aus zwei Längsund einer Querführung (12,9) zusammensetzt. Diese sind jeweils durch ein Führungsgelenk (10) gelenkig miteinander verbunden. Die Führungsgelenke (10) sind in Richtung zu einer unteren Gleitbahn (17) des Führungskanals (13) versetzt angeordnet, wobei die Umlenkung der Räumkette (1) im Bereich der Führungsgelenke (10) ausschließlich durch Gleitreibung erfolgt.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Räumkette zum Transport von Schotter einer Gleisbettung gemäß den im Oberbegriff von Anspruch 1 angeführten Merkmalen.

[0002] Durch US 4 614 238, US 4 014 389, DE 3 151 652, sind bereits derartige endlos ausgebildete, um das Gleis herum rotierende Räumketten bekannt. Diese setzen sich im wesentlichen aus einer mit der Gleisbettung in Kontakt stehenden Querführung und zwei mit dieser gelenkig verbundenen Längsführungen zusammen. Koaxial zur Gelenkachse ist jeweils eine Umlenkrolle positioniert, durch die die Räumkette um wenigstens 90° umgelenkt wird. Die gelenkige Verbindung von Quer- und Längsführung ist insofern notwendig, als damit die Möglichkeit einer geringfügigen Verschiebung der Räumkette relativ zum Gleis besteht. Damit kann in räumlich z.B. durch einen Bahnsteig eingeschränkten Abschnitten besser gearbeitet werden. Außerdem ermöglicht die Gelenkverbindung eine Verlängerung der Querführung zum Reinigen eines Weichenabschnittes. Da bei leistungsfähigen Reinigungsmaschinen auf die Räumkette eine Zugkraft von etwa 100 Kilonewton einwirkt, sind die mit einer ausreichenden Schmierung zu versorgenden Umlenkrollen höchsten Belastungen ausgesetzt und häufig zu erneuern.

[0003] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt nun in der Schaffung einer Räumkette der gattungsgemäßen Art, mit der ohne Beeinträchtigung der gelenkigen Verbindung eine verbesserte Funktionsfähigkeit der Räumkette ermöglicht wird.

[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit einer Räumkette der eingangs genannten Art durch die im Kennzeichen von Anspruch 1 angeführten Merkmale gelöst.

[0005] Durch diese Merkmalskombination ist es möglich, unter Verzicht auf Umlenkrollen die Führungsgelenke in bezug auf die Räumkette tiefer zu positionieren. Damit ist der besondere Vorteil erzielbar, dass das Gleis zur Durchführung der Räumkette weniger hoch von der Gleisbettung abgehoben werden muss. Dies führt einerseits zu einer Schonung des Gleises und andererseits kann durch die geringere Gleisanhebung der Fahrwerksabstand der Maschine reduziert werden. Als weiterer besonderer Vorteil können die teuren Umlenkrollen eingespart werden. Durch den Wegfall der Umlenkrollen ist die Umlenkung auch in einem größeren Radius durchführbar, so dass damit die auf die Räumkette einwirkenden Belastungen deutlich reduzierbar sind.

[0006] Weitere Vorteile und Ausbildungen der Erfindung ergeben sich aus den weiteren Ansprüchen und der Zeichnung.

[0007] Im folgenden wird die Erfindung anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher beschrieben.

[0008] Es zeigen:

Fig. 1 eine Seitenansicht einer Reinigungsmaschine mit einer Räumkette,

Fig. 2 eine vereinfachte Draufsicht auf die Räumkette,

Fig. 3, 4 je eine vergrößerte Draufsicht auf eine Umlenkung der Räumkette,

Fig. 5 und 6 eine bekannte Umlenkung mit einer Umlenkrolle, und

Fig. 7 eine Ansicht eines Führungsgelenkes mit einem Schnitt durch einen Führungskanal.



[0009] Eine in Fig. 1 ersichtliche Räumkette 1 ist an einer Maschine 2 zur Reinigung einer Gleisbettung 3 angeordnet. Die Räumkette 1 ist während des Arbeitseinsatzes unterhalb eines angehobenen Gleises 4 als Endloskette um dieses herumgeführt angeordnet. Dabei wird verunreinigter Schotter 5 zu einer Siebanlage 6 gefördert. Der darin gereinigte Schotter 5 wird dann auf bereits bekannte Art und Weise wieder in das Gleis 4 eingebracht. Die Rotation der Räumkette 1 erfolgt in einer Rotationsebene 7, die zu einer Bettungsebene 8 geneigt angeordnet ist. Im Arbeitseinsatz der Räumkette 1 ist in einer Schnittlinie der beiden Ebenen 7,8 eine Querführung 9 positioniert, die sich quer über die Gleisbettung 3 erstreckt.

[0010] Wie in Fig. 2 ersichtlich, ist die Querführung 9 durch Führungsgelenke 10 jeweils an einem gekrümmten Ende 11 mit einer Längsführung 12 gelenkig verbunden. Die beiden Längsführungen 12 bilden mit der Querführung 9 einen Führungskanal 13 (Fig. 5) zur Lagerung und Führung der Räumkette 1. Wie in strichpunktierten Linien angedeutet, kann die Querführung 9 für eine Schotteraufnahme in einem Weichenabschnitt verlängert werden.

[0011] Wie insbesondere in Fig. 3 und 7 ersichtlich, setzt sich die Räumkette 1 aus einer Vielzahl von durch Kettenbolzen 14 miteinander verbundenen Kettengliedern 15 zusammen. Zur Führung der Räumkette 1 dient der Führungskanal 13, der sich aus einer unteren und oberen Gleitbahn 17 sowie einer diese miteinander verbindenden Stirngleitbahn 18 zusammensetzt. Diese verläuft normal zur Rotationsebene 7. Die Gleitbahnen 17,18 sind aus hochverschleißfestem Material und lösbar mit dem Führungskanal 13 verbunden.

[0012] Wie insbesondere in Fig. 3 und 4 ersichtlich, ist die Stirngleitbahn 18 der Querführung 9 in Form eines Kreisbogens 19 in Richtung zum Führungsgelenk 10 gekrümmt, so dass mit einer Verlängerung der Stirngleitbahn 18 der Längsführung 12 ein spitzer Winkel α von vorzugsweise etwa 45° eingeschlossen wird. Damit entsteht ein gekrümmtes Querführungsende 20 der Stirngleitbahn 18, das erst dann mit der Räumkette 1 in Kontakt kommt, wenn zwischen Längs- und Querführung 12, 9 eine Winkelveränderung stattfindet, beispielsweise im Falle einer in Fig. 2 angedeuteten Verlängerung der Querführung 9. Der Kreisbogen 19 weist einen in einer Gelenkachse 21 des Führungsgelenkes 10 positionierten Kreismittelpunkt auf.

[0013] Ein durch die angrenzende Längsführung 12 einerseits und die Gelenkachse 21 andererseits begrenzter, normal zur Stirngleitbahn 18 der Längsführung 12 verlaufender Abstand a ist identisch mit einem Kreisbogenradius r des gekrümmten Querführungsendes 20. Der Kreisbogen 19 bildet ein Kreissegment mit einem Winkel β von 60°. Die Stirngleitbahn 18 weist zwischen einem geradlinigen Abschnitt 23 der Querführung 9 und dem kreisbogenförmigen Querführungsende 20 einen zweiten Kreisbogenabschnitt 24 auf, dessen Kreismittelpunkt auf einer zum geradlinigen Abschnitt 23 parallel verlaufenden, durch die Gelenkachse 21 führenden Geraden 26 positioniert ist.

[0014] Durch diese spezielle Ausbildung des Endes 20 der Querführung 9 kann die Räumkette 1 ohne Zuhilfenahme einer Umlenkrolle lediglich durch Gleitreibung umgelenkt werden. Die Räumkette 1 wird z. B. bei einer leistungsfähigen Reinigungsmaschine mit einer Zugkraft von 110 Kilonewton in der durch einen Pfeil in Fig. 3 dargestellten Förderrichtung gezogen.

[0015] Gemäß einer in Fig. 5 und 6 dargestellten bekannten Lösung erfolgt die Umlenkung der Räumkette 1 um eine Umlenkrolle 27, die in der Gelenkachse 21 drehbar gelagert ist und durch eine Öffnung der Stirngleitbahn 18 über deren Gleitebene vorragt. Damit ist die mit einer Schmierung zu versorgende Umlenkrolle 27 - insbesondere bei einer stärkeren Abwinkelung zwischen Längsund Querführung 12, 9 - sehr hohen Belastungen ausgesetzt. Außerdem werden die Kettenbolzen 14 extremen Beanspruchungen unterworfen.

[0016] Wie in Fig. 7 ersichtlich, sind die Führungsgelenke 10 in Richtung zur unteren Gleitbahn 17 des Führungskanals 13 versetzt angeordnet, und zwar derart, dass die Führungsgelenke 10 unterhalb der - bezüglich einer Normalen zur Rotationsebene 7 - mittig durch die Stirngleitbahn 18 geführten Rotationsebene 7 positioniert sind. Durch die tiefere Lage der beiden Führungsgelenke 10 kann das Gleis 4 derart abgesenkt werden, dass eine durch eine strichpunktierte Linie 16 angedeutete Schwellenunterkante unmittelbar über dem Führungsgelenk 10 positioniert ist.

[0017] Die Gleitbahnen 17,18 sind zumindest im Übergangsbereich von Quer- zur Längsführung 9, 12 lösbar mit dem Führungskanal 13 verbunden und aus hochverschleißfestem Material gebildet. Alternativ könnte das Führungsgelenk 10 auch zur Gänze an einer Unterseite 22 des Führungskanals 13 angeordnet sein.


Ansprüche

1. Räumkette (1) zum Transport von Schotter (5) einer Gleisbettung (3), bestehend aus einer Vielzahl von gelenkig miteinander verbundenen Kettengliedern (15), wobei die zur Rotation in einer zu einer Bettungsebene (8) geneigt angeordneten Rotationsebene (7) vorgesehene Räumkette (1) eine - im Arbeitseinsatz in einer Schnittlinie von Bettungs- und Rotationsebene (8,7) positionierte und zur Lagerung der Räumkette (1) vorgesehene - Querführung (9) aufweist, die durch Führungsgelenke (10) mit Längsführungen (12) verbunden ist, wobei ein durch Längs- und Querführungen (12,9) gebildeter Führungskanal (13) eine untere und obere, parallel zur Rotationsebene (7) verlaufende Gleitbahn (17) sowie eine diese miteinander verbindende, normal zur Rotationsebene (7) verlaufende Stirngleitbahn (18) aufweist, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:

a) die Führungsgelenke (10) sind unterhalb der mittig durch die Stirngleitbahn (18) geführten Rotationsebene (7) angeordnet, und

b) die Umlenkung der Räumkette (1) im Bereich der Führungsgelenke (10) erfolgt ausschließlich durch Gleitreibung.


 
2. Räumkette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsgelenk (10) unterhalb der - mittig durch die Stirngleitbahn (18) geführten - Rotationsebene (7) positioniert ist.
 
3. Räumkette nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitbahnen (17,18) im Übergangsbereich von Quer- zur Längsführung (9,12) aus hochverschleißfestem Material gebildet und lösbar mit dem Führungskanal (13) verbunden sind.
 




Zeichnung













Recherchenbericht