[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Spaltlüftungsvorrichtung gemäß Oberbegriff Patentanspruch
1.
[0002] Bekannt sind Austellscheren für kippbare, insbesondere auch für schwenk- und kippbare
Flügel (auch Kipp- oder Kipp-Dreh-Flügel) von Gebäudefenstern und Gebäudetüren. Bekannt
sind insbesondere auch Kipp- oder Dreh-Kipp-Beschläge, die für derartige Flügel bestimmt
sind und jeweils eine Ausstellschere aufweisen, mit der die maximale Kippbewegung
oder Kippöffnungsbewegung begrenzt und damit die maximale Kippstellung festgelegt
wird.
[0003] Vielfach ist es bei Kipp- oder Dreh-Kipp-Flügeln erwünscht, für den Flügel eine gesicherte
Kipp- oder Zwischenstellung zwischen der maximalen Kippstellung und der Schließstellung
zu ermöglichen, und zwar für einen reduzierten Lüftungsspalt, in der der Flügel festgestellt
oder zumindest soweit gesichert ist, daß er erst durch Überwinden einer gewissen Kraft
aus dieser Zwischenstellung bewegt werden kann.
[0004] Eine Vorrichtung, die eine derartige gesicherte Zwischenstellung des Flügels ermöglicht,
wird im Sinne der Erfindung als "Spaltlüftungsvorrichtung" bezeichnet.
[0005] Bekannt ist ein Flügelfeststeller (DE 91 00 374.1), der im Wesentlichen aus einem
an einem Blendrahmen schwenkbar vorgesehenen Hebel besteht, welcher in Hebellängsrichtung
aufeinanderfolgend eine Vielzahl von Sperrzähnen aufweist. Die Sperrzähne wirken mit
einem bolzenartigen, am Flügelrahmen vorgesehenen Feststellelement zusammenwirken,
und zwar derart, daß in der jeweiligen, durch den Flügelfeststeller gesicherten Kippstellung
das Feststellelement in einem Sperrzahn des schwenkbaren Hebels eingerastet ist. Der
Flügelfeststeller ist zusätzlich zu der Ausstellschere des Dreh- und Kippfensters
vorgesehen. Nachteilig ist unter anderem, daß der Flügelfeststeller sichtbar und damit
optisch störend am Blendrahmen montiert ist und ein zusätzliches konstruktiv aufwendiges
Funktionselement darstellt. Der Flügelfeststeller stört somit nicht nur das optische
Erscheinungsbild des Fensters, sondern bedingt auch einen zusätzlichen Fertigungs-
und Montageaufwand.
[0006] Bekannt ist weiterhin eine Feststellvorrichtung zur Öffnungsbegrenzung von Kipp-
und Klappflügeln (DE 24 51 556 A 1). Bei dieser bekannten Vorrichtung sind die Funktionselemente
für die Öffnungsbegrenzung, d. h. für die Spaltöffnung in die Ausstellschere integriert,
und zwar als ein mit einer Verzahnung zusammenwirkendes Rastglied. Das Rastglied ist
am Ende eines Zapfens gebildet, über den der Ausstellarm der Ausstellschere in einer
Gleitführung einer Stulpschiene des Dreh-Kipp-Beschlages verschiebbar sowie auch schwenkbar
geführt ist. Das Rastglied wirkt mit einer Kerbverzahnung zusammen, die an einer Treibstange
des Beschlages vorgesehen ist und durch Betätigen der Treibstange aus einer nicht
wirksamen Stellung in eine wirksame und damit das Rastglied verriegelnde Stellung
bewegbar ist. Nachteilig bei dieser bekannten Ausbildung sind u.a. die relativ aufwendige
Konstruktion und der Umstand, daß ein zuverlässiger Dauergebrauch dieser bekannten
Ausstellschere nicht gewährleistet ist, da das Spiel in einer solchen Schere relativ
groß ist bzw. sich bei Gebrauch durch Abnutzungserscheinungen noch vergrößert. Außerdem
ist es notwendig, zur Verriegelung der jeweiligen Zwischenstellung (Spaltlüftungsstellung)
den Betätigungs- oder Verschlußhebel des Beschlages entsprechend zu betätigen, was
umständlich ist und eine vom Herkömmlichen abweichende gewöhnungsbedürftige Bedienung
erfordert.
[0007] Bekannt ist weiterhin eine Ausstellschere (EP 0 960 999 A 1), die Zwischenstellungen
bzw. Spaltlüftungsstellungen dadurch ermöglicht, daß Federmittel vorgesehen sind,
die eine der Kippöffnungsbewegung entgegengesetzte Federkraft erzeugen. Diese Federmittel
wirken auf das am flügelseitigen Beschlag in einer Gleitführung gleitbar und schwenkbar
gehaltene Ende des Ausstellarmes ein und spannen diesen in eine dem geschlossenen
Zustand des Flügels entsprechende Stellung vor. Nachteilig ist bei dieser bekannten
Ausstellschere, daß beim Kippen des Flügels aus der Schließlage in die gekippte Öffnungslage
die Kraft der Feder sowie auch eine nicht unerhebliche Reibungskraft überwunden werden
müssen. Speziell die Reibungskraft führt zu einem erhöhten Verschleiß und zu einer
nicht tolerierbaren Geräuschentwicklung. Außerdem ergibt sich insbesondere bei einem
höheren Flügelgewicht keine sichere Zwischenstellung bzw. Spaltlüftungsstellung für
den Flügel.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es, eine vereinfachte Spaltlüftungsvorrichtung aufzuzeigen,
deren Funktionselmente verdeckt, d. h. optisch nicht sichtbar am Flügel und am Blendrahmen
oder an den Funktionselementen einer Ausstellschere vorgesehen sind. Zur Lösung dieser
Aufgabe ist eine Spaltlüftungsvorrichtung entsprechend dem Patentanspruch 1 ausgebildet.
[0009] Die Spaltlüftungsvorrichtung gemäß der Erfindung kann besonders einfach und kostengünstig
realisiert werden. Hierfür ist beispielsweise an einer Ausstellschere üblicher Bauart
als zusätzliches Funktionselement lediglich eine Spaltlüftungsfeder erforderlich,
die dann z.B. am Beschlagteil oder an der Stulpschiene montiert wird und mit einer
Gegenrast zusammenwirkt, die beispielsweise am Ausstellarm vorgesehen ist. Die Gegenrast
ist dabei bevorzugt von einer an dem Ausstellarm ohnehin benötigten Schließplatte
gebildet.
[0010] Die Spaltlüftungsfeder beansprucht nur einen kleinen Bauraum und kann einfach montiert
werden, insbesondere auch als Nachrüstteil. Weiterhin kann die Spaltlüftungsfeder
als Formteil aus Kunststoff, beispielsweise als Spritzgießteil aus Kunststoff besonders
einfach und preiswert gefertigt werden.
[0011] Eine übermäßige Reibung und damit verbunden ein übermäßiger Verschleiß sind bei der
Erfindung ebenso vermieden wie eine nicht tolerierbare Geräuschentwicklung. Die übliche,
dem Benutzer vertraute Bedienung eines Flügels bzw. des an diesem Flügel vorgesehenen
Kippbeschlages oder Dreh-Kipp-Beschlages werden durch die erfindungsgemäße Ausbildung
nicht verändert, d. h. die gewohnte Bedienung wird beibehalten.
[0012] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Figuren an einem Ausführungsbeispiel näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- in vereinfachter Darstellung ein Dreh-Kipp-Fenster;
- Fig. 2 und 3
- jeweils in Teildarstellung und in Draufsicht (Figur 2) und in Seitenansicht (Figur
3) eine Ausstellschere mit integrierter Spaltlüftungsvorrichtung gemäß der Erfindung;
- Fig. 4 - 7
- in perspektivischer Darstellung (Figur 4), in Draufsicht (Figur 5), in Seitenansicht
(Figur 6) sowie in einem Teilschnitt (Figur 7) eine Spaltlüftungsfeder zur Verwendung
bei der Vorrichtung der Figuren 2 und 3;
- Fig. 8
- in einer Darstellung ähnlich Figur 5 eine weitere Ausführungsform der Spaltlüftungsfeder
zur Verwendung bei der Vorrichtung der Figuren 2 und 3;
- Fig. 9 - 12
- eine mit der Spaltlüftungsfeder zusammenwirkende Schließplatte zur Verwendung bei
der Vorrichtung der Figuren 2 und 3 in perspektivischer Darstellung (Figur 9), in
Draufsicht (Figur 10), in Stirnansicht (Figur 11) sowie im Längsschnitt (Figur 12).
[0013] In den Figuren ist 1 der Flügel eines Dreh-Kipp-Fensters, der mit Hilfe eines geeigneten
Beschlages (Dreh-Kipp-Beschlag) in einem Stock- oder Blendrahmen 2 um eine vertikale
Achse VA schwenkbar sowie um eine horizontale Achse HA kippbar vorgesehen ist.
[0014] Teil des in bekannter Weise über einen Griff 3 betätigbaren Beschlages ist u.a. eine
Kipp- oder Ausstellschere 4, die im oberen horizontalen Falzbereich des Flügels 1
sowie des Blendrahmens 2 vorgesehen ist: Die Ausstellschere 4 besteht in an sich bekannter
Weise aus einem Ausstellarm 5, der an einem Ende mittels eines Lagers 6 am Blendrahmen
3 angelenkt ist, und zwar u.a. für ein Schwenken um die Achse VA. Das andere Ende
des Ausstellarmes 4 ist etwa in der Mitte des Flügels 1 an einer im Falz des Flügels
montierten Stulpschiene 7 des Dreh- und Kippbeschlages gleitend und schwenkbar geführt,
und zwar mit Hilfe eines an diesem Ende des Ausstellarmes 5 vorgesehenen Gelenk- oder
Kopfbolzens 8, der in einem eine Führung bildenden und sich in Längsrichtung,der Stuplschiene
erstreckenden Langloch 9 für ein Schwenken sowie axiales Verschieben in Richtung der
Längsachse der Stulpschiene 7 geführt ist. Die Ausstellschere 4 weist weiterhin in
ebenfalls bekannter Weise einen Zusatzarm oder -hebel 10 auf, der mit einem Ende mittels
eines Gelenkbolzens 11 am Ausstellarm und am anderen Ende mittels eines Gelenkbolzens
12 an der Stulpschiene 7 angelenkt ist und sich bei der für die Figur 2 gewählten
Darstellung in einer Ebene Unterhalb des Ausstellarmes 5, aber oberhalb der Oberseite
7.1 der Stulpschiene 7 befindet.
[0015] Der Dreh-Kipp-Beschlag ist als Treibstangenbeschlag ausgeführt, d.h. an der Stulpschiene
7 ist eine Treibstange 13 axial und in Stulpschienenlängsrichtung für einen Hub vorgegebener
Länge verschiebbar geführt. Die Treibstange 13 befindet sich dabei an der dem Ausstellarm
5 und dem Zusatzarm 10 abgewandten Unterseite 7.2 der Stulpschine und ist mit mehreren,
von Zapfen gebildeten Riegeln 14 versehen, die jeweils durch ein Langloch 15 über
die Oberseite 7.1 der Stulpschiene 7 vorstehen. Jedem Riegel 14 ist an der der Stulpschiene
7 zugewandten Unterseite des Ausstellarmes 5 eine an dieser Unterseite befestigte
Schließplatte 16 zugeordnet.
[0016] Jede Schließplatte 16 ist bei der dargestellten Ausführungsform ein Formteil aus
einem geeigneten Material, beispielsweise aus Metall- oder Zinkspritzguß und ist im
wesentlichen als rechteckförmige Platte ausgebildet, die an einem Ende oder an einer
Plattenschmalseite bei 17 abgerundet ist. An der Unterseite 16.1 weist die Schließplatte
16 vorstehende, angeformte Zapfen 18 auf, die ein Befestigen am Ausstellarm 5 durch
Vernieten ermöglichen.
[0017] An der Oberseite 16.2 ist jede Schließplatte 16 mit einer sich in Längsrichtung dieser
Platte erstreckenden Nut 19 ausgebildet, die an der anderen Plattenschmalseite offen
und an der die Abrundung 17 aufweisenden Schmalseite verschlossen ist. In diese Nut
17 greift der zugehörige Riegel 14 bei an der Stulpschiene 7 verriegeltem Ausstellarm
5 ein. Über das offene Ende ist der Riegel 14 beim Verriegeln und Entriegeln in die
Nut 19 einführbar bzw. aus dieser herausbewegbar. An der Außenfläche des abgerundeten
Endes 17 ist jede Schließplatte 16 mit einer Ausnehmung 20 versehen, die bei der dargestellten
Ausführungsform teilkreisförmig ausgebildet ist, und zwar um eine Krümmungsachse senkrecht
zur Ebene der Unterseite der Schließplatte 16. Die Schließplatte 16 kann an dem Ende
17 auch zwei oder mehr als zwei Ausnehmungen 20 aufweisen, die in Querrichtung der
Schließplatte gegeneinander versetzt sind.
[0018] Jede Schließplatte 16 ist weiterhin spiegelsymmetrisch zu einer die Längsachse der
rechteckförmigen Schließplatte einschließenden und senkrecht zur Ebene der Unterseite
orientierten Mittelebene M1 ausgeführt.
[0019] Bei geschlossenem und verriegeltem Flügel 1 liegen Ausstellarm 5, Zusatzarm 10 und
Stulpschiene 7 deckungsgleich übereinander und jeder Riegel 14 greift in seine Schließplatte
16 ein, wodurch der Ausstellarm 5 an der Stulpschiene verriegelt ist, um so den Flügel
1 im geschlossenen Zustand zu halten bzw. um die Achse VA schwenken zu können. Durch
entsprechendes Bewegen der Treibstange 13 werden bei in der Schließlage befindlichem
Flügel 1 die Schließplatten 16 von den Riegeln 14 freigegeben, so daß der Flügel 1
unter Schwenken des Ausstellarmes 5 relativ zur Stulpschiene 7 sowie unter Gleiten
des Kopfbolzens 8 im Langloch 9 zum Öffnen gekippt werden kann. Die maximale Kippstellung
ist dann erreicht, wenn der Kopfbolzen 8 gegen das dem Zusatzarm 10 zugewandte Ende
des Langloches 9 anliegt.
[0020] Vielfach ist es nun erwünscht, den Flügel 1 nicht vollständig, d.h. in seine maximale
Öffnungs- oder Kippstellung zu kippen, sondern in eine Zwischenstellung, die zwischen
der Schließlage und der maximalen Kippstellung liegt und in der ein nur schmaler Lüftungsspalt
zwischen Blendrahmen und Flügel besteht. Um dies zu ermöglichen ist an der Oberseite
7.1 der Stulpschiene 7 eine Spaltlüftungsfeder 21 befestigt.
[0021] Die Ausbildung dieser Feder ist in den Figuren 4 - 5 im Detail wiedergegeben. Bei
der dargestellten Ausführungsform ist die Spaltlüftungsfeder 21 ein Formteil aus einem
geeigneten zähen und dauerelastischen Kunststoff. Sie besteht aus einem Federkörper
22 mit Oberseite 23 und Unterseite 24 sowie aus einer an diesem Federkörper 22 angeformten
seitlichen Rastnase 25. Der Federkörper 22 ist bei der dargestellten Ausführungsform
als in etwa rechteckförmige Platte ausgeführt, und zwar bei der Darstellung der Figur
5 mit einer unteren Umfangsseite 22.1, einer oberen Umfangsseite 22.2 und zwei Längsseiten
22.3 und 22.4. An der Längsseite 22.4 ist die Rastnase 25 angeformt, die sich entlang
dieser Längsseite von der Umfangsseite 22.1 bis in den Bereich der Umfangsseite 22.2
erstreckt, innerhalb der Ebenen der Oberseite 23 und Unterseite 24 liegt und von der
Längsseite 22.4 beabstandet ist, wobei dieser Abstand mit zunehmendem Abstand von
der Umfangsseite 22.1 zunimmt.
[0022] Der Federkörper 22 ist in einem Teilbereich 22', der auch die Umfangsseite 22.1 aufweist
so ausgebildet, daß dort die Oberseite 23 und die Unterseite 24 parallel zueinander
liegen und entsprechend der Dicke des plattenförmigen Federkörpers voneinander beabstandet
sind. In einem zur Umfangsseite 22.2 hin anschließenden und diese Umfangsseite aufweisenden
weiteren Teilabschnitt 22" ist der Federkörper 22 an der Oberseite 23 und Unterseite
24 leicht abgeschrägt, und zwar derart, daß der Abstand zwischen Oberseite und Unterseite
in diesem Teilabschnitt 22" ausgehend zur Umfangsseite 22.2 hin geringfügig abnimmt.
Entsprechend ist auch die Rastnase 25 an der Oberseite und Unterseite geformt.
[0023] Am Teilabschnitt 22' ist eine Öffnung 26 vorgesehen, die zum Befestigen der Spaltlüftungsfeder
21 an der Stulpschiene 7 beispielsweise durch Nieten oder Schrauben dient. Weiterhin
sind am Teilabschnitt 22' in der Oberseite 23 und in der Unterseite 24 gegenüber der
Öffnung 26 versetzt zwei Sacklöcher 27 eingeformt, die zur verdrehungssicheren Befestigung
der Spaltlüftungsfeder 21 an der Stulpschiene 7 entsprechende an der Oberseite 7.1
vorgesehene Zapfen aufnehmen.
[0024] Im Bereich ihres freien Endes ist die Rastnase 25 mit zwei wulstartigen Rasten 28
und 29 versehen, die in Längsrichtung der Rastnase 25 gegeneinander versetzt sind.
[0025] Wie die Figuren 4 - 7 weiterhin zeigen, ist die Spaltlüftungsfeder 21 spiegelsymmetrisch
zu einer Mittelebene M2 ausgebildet, die in der Mitte zwischen der Oberseite 23 und
Unterseite 24 verläuft, so daß die Spaltlüftungsfeder 21 wahlweise für Flügel 1, die
beim Drehen nach links geöffnet werden, oder für solche eingesetzt werden kann, die
beim Drehen nach rechts geöffnet werden.
[0026] Wie die Figur 2 zeigt, ist die Spaltlüftungsfeder 21 mit ihrem Teilabschnitt 22'
an der Oberseite 7.1 der Stulpschiene 7 derart befestigt, daß sie mit dem Teilabschnitt
22" sowie mit der das freie Ende der Rastnase 25 aufweisenden Teillänge dieser Rastnase
über diejenige Längsseite der Stulpschiene 7 wegsteht, die bei gekipptem Flügel 1
dem Ausstellarm 5 zugewandt ist und mit diesem einen spitzen Winkel einschließt. Die
Spaltlüftungsfeder 21 ist weiterhin so befestigt, daß die Rastnase 25 beim Schließen
des gekippten Flügels 1 vor Erreichen der endgültigen Schließlage zunächst die Rast
28 und dann beim weiteren Schließen der Rast 29 an der Ausnehmung 20 einer Schließplatte
16 einrastet. Hierdurch ergeben sich zwei Kipp- oder Zwischenstellungen für den Flügel
1, in denen zwischen dem Flügel 1 und dem Blendrahmen 2 nur ein reduzierter Lüftungsspalt
verbleibt, und zwar beim Einrasten der Rast 28 in die Gegenrast oder Ausnehmung 20
ein Lüftungsspalt größerer Breite als beim Einrasten der Rast 29 in die Ausnehmung
20.
[0027] Die Spaltlüftungsfeder 21 ist weiterhin so befestigt, daß die Rastnase 25 dem Zusatzhebel
10 sowie auch dem von dem Kopfbolzen 8 und dem Langloch 9 gebildeten Gelenk zugewandt
ist. Diese Orientierung der Rastnase 25 hat erhebliche Vorteile. Beim Kippen des Flügel
1 aus seiner Schließlage in die Öffnungslage bzw. Kippstellung wird nämlich der Ausstellarm
5 mit seinem einen Ende im Langloch 9 in Richtung der Spaltlüftungsfeder 21 bewegt,
so daß hierdurch beim Einrasten einer Rast 28 bzw. 29 der Eingriff dieser Rast in
die Gegenrast 20 verstärkt wird, während beim Bewegen des Flügels 1 in die Schließstellung
durch das Verschieben des Ausstellarmes 5 im Langloch das Außereingriffkommen der
Rast 28 bzw. 29 und der Gegenrast 20 unterstützt wird. Dies bedeutet, daß die Spaltlüftungsfeder
21 in der jeweiligen Zwischenstellung den Flügel 1 insbesondere gegen ein unerwünschtes
weiteres Öffnen (beispielsweise durch das Flügelgewicht) zuverlässig sichert.
[0028] Sowohl in der endgültigen Schließlage, als auch in der maximal gekippten Stellung
ist die Spaltlüftungsfeder 21 außer Eingriff mit der an der zugehörigen Schließplatte
16 gebildeten Gegenrast 20.
[0029] In der Schließstellung des Flügels 1 sind die Spaltlüftungsfeder 21 bzw. deren Federkörper
22 zwischen dem Ausstellarm 5 und der Stulpschiene 7 angeordnet.
[0030] Die wenigstens eine Rastnase 25 ist in einer Ebene parallel zu der Oberseite 23 bzw.
Unterseite 24 federnd schwenkbar und damit bei an der Stulpschiene 7 befestigten Spaltlüftungsfeder
21 in einer Ebene senkrecht zu der Achse des Kopfbolzens 8 bzw. senkrecht zur Schwenkachse
der von diesem Kopfbolzen 8 und dem Langloch 9 gebildeten Gleit-Schwenk-Führung. Hierdurch
ist auch bei in einer Achsrichtung senkrecht zur Oberseite 7.1 der Stulpschiene 7
flachen Ausbildung der Ausstellschere 4 ein ausreichend großer Federweg für die Rastnase
25 möglich.
[0031] Die Figur 8 zeigt in einer Darstellung ähnlich Figur 5 als weitere mögliche Ausführungsform
eine Spaltlüftungsfeder 21a, die sich von der Spaltlüftungsfeder 21 lediglich dadurch
unterscheidet, daß der dortige Federkörper 22a schmäler ausgebildet und die der Rastnase
25 entsprechende Rastnase 25a kürzer ausgeführt ist sowie nur eine Rast, nämlich die
Rast 28 aufweist.
[0032] Die erfindungsgemäße Ausbildung hat den Vorteil, daß als Spaltlüftungsvorrichtung
im wesentlichen nur ein einziges Bauteil erforderlich ist, nämlich die beispielsweise
aus Kunststoff hergestellte Feder 21 bzw. 21 a, und daß als Gegenrast für diese Feder
eine ohnehin vorhandene Schließplatte verwendet werden kann. Weitere Vorteile sind
u.a. eine sehr vereinfachte Montage, auch mit der Möglichkeit einer Nachrüstung der
Spaltlüftungsvorrichtung oder der Spaltlüftungsfeder. Die übliche Funktion und Bedienung
des Dreh-Kipp-Fensters bzw. des entsprechenden Beschlages bleibt erhalten, so daß
eine einfache und für den Benutzer auch verständliche Bedienung möglich ist.
[0033] Die Erfindung wurde voranstehend an Ausführungsbeispielen beschrieben. Es versteht
sich, daß zahlreiche Änderungen sowie Abwandlungen möglich sind, ohne daß dadurch
der der Erfindung zugrundeliegende Erfindungsgedanke verlassen wird.
[0034] So wurde vorstehend davon ausgegangen, daß die Spaltlüftungsfeder 21 bzw. 21a an
der Stulpschiene 7 befestigt ist. Grundsätzlich besteht aber auch die Möglichkeit,
diese Feder beispielsweise bei bereits montiertem Beschlag nachzurüsten und dann durch
entsprechende Öffnungen in der Stulpschiene 7 sowie in der Treibstange 13 hindurch
am Rahmen des Flügels 1 anzuschrauben.
Bezugszeichenliste
[0035]
- 1
- Dreh-Kipp-Flügel
- 2
- Blendrahmen
- 3
- Griff
- 4
- Ausstellschere
- 5
- Ausstellarm
- 6
- Lager
- 7
- Stulpschiene
- 7.1
- Oberseite der Stulpschiene
- 7.2
- Unterseite der Stulpschiene
- 8
- Kopfbolzen
- 9
- Langloch
- 10
- Zusatzarm
- 11, 12
- Gelenk für Zusatzarm 10
- 13
- Treibstange
- 14
- Riegel oder Bolzen
- 15
- Langloch für Riegel 14 in der Stulpschiene
- 16
- Schließplatte
- 16.1
- Schließplattenunterseite
- 16.2
- Schließplattenoberseite
- 17
- abgerundetes Ende der Schließplatte
- 18
- Befestigungszapfen
- 19
- Nut
- 20
- Ausnehmung oder Gegenrast
- 21, 21a
- Spaltlüftungsfeder
- 22, 22a
- Federkörper
- 22', 22"
- Teilbereich des Federkörpers 22
- 22.1, 22.2, 22.3, 22.4
- Umfangsseiten des Federkörpers 22
- 23
- Oberseite des Federkörpers 22
- 24
- Unterseite des Federkörpers 22
- 25, 25a
- Rastnase
- 26
- Befestigungsöffnung
- 27
- Sackbohrung
- 28, 29
- Rast
- M1, M2
- Mittelebene
1. Spaltöffnungsvorrichtung für einen in einem Blend- oder Stockrahmen (2) zumindest
kippbar vorgesehenen Flügel (1) eines Gebäudefensters oder einer Gebäudetür, mit einem
Schwenkarm (5), der an einem Ende mit einem ersten Lager (6) am Blendrahmen (2) am
anderen Ende mit einem zweiten Lager (7, 8, 9) an dem Flügel befestigbar ist, sowie
mit einem zwischen dem Schwenkarm (5) und einem Beschlagteil (7) eines der Lager wirkenden
Rastglied (21), welche durch Einrasten den Flügel (1) in wenigstens einer Kippstellung
feststellt, dadurch gekennzeichnet, daß das Rastglied wenigstens eine am Beschlagteil (7) und/oder am Schwenkarm (5) vorgesehene
Spaltlüftungsfeder (21) mit einer wenigstens eine Rast (28, 29) aufweisenden federnden
Rastnase (25, 25a) ist, und
daß am Schwenkarm (5) oder am Beschlagteil (7) wenigstens eine Gegenrast (20) vorgesehen
ist, in die die wenigstens eine Rast (28, 29) der Rastnase (25, 25a) in der Kippstellung
federnd einrastet.
2. Spaltöffnungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet
daß der Schwenkarm ein Ausstellarm (5) einer die Kippbewegung des Flügels (1) begrenzenden
Ausstellschere (4) ist, und
daß die Kippstellung, in der die Spaltlüftungsfeder (21) an der wenigstens einen Gegenrast
(20) einrastet, eine Zwischenstellung zwischen einer maximalen Kippstellung des Flügels
(1) und einer geschlossenen Stellung dieses Flügels (1) ist.
3. Spaltöffnungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Lager, beispielsweise das zweite Lager ein Schwenk-Gleitlager (8,
9) ist.
4. Spaltlüftungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Spaltlüftungsfeder (21) aus einem am Beschlagteil (7) oder am Schwenkarm (5)
vorgesehenen Federkörper (22) mit angeformter Rastnase (25, 25a) besteht.
5. Spaltlüftungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die wenigstens eine Rastnase (25, 25a) in einer Ebene federnd schwenkbar ist, die
senkrecht oder nahezu senkrecht zu einer Schwenkachse des zweiten Lagers (8, 9) angeordnet
ist.
6. Spaltlüftungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die wenigstens eine Rastnase (25, 25a) oder der diese Rastnase bildende Teil der
Spaltlüftungsfeder (21) über eine Längsseite des Beschlagteils (7) oder des Ausstellarmes
(5) vorsteht, die (Längsseite) bei einem der maximalen Kippstellung des Flügels (1)
entsprechenden Zustand der Ausstellschere (4) in einen zwischen dem Ausstellarm (5)
und dem Beschlagteil (7) gebildeten Winkelraum hinein ragt.
7. Spaltlüftungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Spaltlüftungsfeder (21) bei einem dem geschlossenen Flügel (1) entsprechenden
Zustand der Ausstellschere (4) zwischen dem Ausstellarm (5) und dem Beschlagteil (7)
angeordnet ist.
8. Spaltlüftungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Spaltöffnungsfeder (21) einstückig aus Kunststoff gefertigt ist, und zwar mit
einem am Flügel (1) oder am Beschlagteil (7) befestigbaren Federkörper (22).
9. Spaltlüftungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die wenigstens eine Rastnase (25, 25a) sich entlang einer Umfangsseite (22.4) des
Federkörpers (22) oder eines Teilabschnitts (22") des Federkörpers (22) erstreckt,
wobei beispielsweise der Teilabschnitt (22") des Federkörpers (22) gemeinsam mit der
Rastnase (25, 25a) über die Längsseite des Beschlagteils (7) oder des Ausstellarms
(5) vorsteht.
10. Spaltlüftungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenrast an einer Schließplatte (16) des Ausstellarmes (5) gebildet ist, die
mit wenigstens einem am Beschlagteil (7) vorgesehenen Riegel (14) zum Verriegeln des
Ausstellarmes (5) in einem dem geschlossenen Flügel (1) entsprechenden Zustand die
Ausstellschere (4) zusammenwirkt.
11. Spaltlüftungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an der wenigstens einen Rastnase (25) in Rastnasenlängsrichtung gegeneinander versetzt
wenigstens zwei Rasten (28, 29) vorgesehen sind.
12. Spaltlüftungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Spaltlüftungsfeder (21) einschließlich Federkörper (22) und Rastnase (25, 25a)
im Wesentlichen plattenförmig ausgebildet ist;
und/oder
daß die Spaltlüftungsfeder (21) spiegelsymmetrisch zu einer zwischen einer Oberseite
(23) und einer Unterseite (24) der Feder verlaufenden Mittelebene (M 2) ausgebildet
ist.
13. Spaltlüftungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß im Federkörper (22) wenigstens eine Befestigungsöffnung (26) und gegenüber dieser
versetzt zur Drehsicherung wenigstens eine weitere Öffnung (27) für einen am Beschlagteil
(7) oder am Ausstellarm (5) vorgesehenen Zapfen oder Bolzen vorgesehen sind.
14. Spaltlüftungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Rastnase (25) in einem Teilbereich eine sich zum freien Ende der Rastnase hin
reduzierende Dicke aufweist,
und/oder
daß der Federkörper (22) in dem Teilabschnitt eine sich zu einem freien Rand (22.2) dieses
Teilabschnittes hin reduzierende Dicke aufweist.
15. Spaltlüftungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die wenigstens eine Rast (28, 29) an einer dem zweiten Lager (8, 9) zugewandten Seite
der Rastnase (25, 25a) vorgesehen ist.
16. Spaltlüftungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das Beschlagteil (7) eine Stulpschiene (7) eines als Treibstangenbeschlag ausgebildeten
Kipp- oder Dreh-Kipp-Beschlages ist,
und/oder
daß wenigstens zwei Gegenrasten vorgesehen sind, vorzugsweise an der Schließplatte (16).