[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Audiowiedergabesystem mit einem Datenrückkanal
mit den oberbegrifflichen Merkmalen des Patentanspruchs 1 bzw. auf ein Verfahren zum
Wiedergeben zumindest eines Audiosignals.
[0002] Aus DE 698 07 499 T2 ist ein Audiowiedergabesystem bekannt, welches eine Audiosignalbereitstellungseinrichtung
zum Bereitstellen eines akustisch wiederzugebenden Tonsignals, eine senderseitige
Datenbereitstellungseinrichtung zum Bereitstellen von Daten für Steuer- und/oder Überwachungszwecke
und einen Lautsprecher zum Wiedergeben eines akustischen Schallsignals als Audiosignal
aufweist. Über den Lautsprecher wird dabei ein Schallsignal ausgegeben, in welchem
neben üblichen Musiksignalen Daten bzw. ein entsprechendes Datensignal derart eingemischt
sind, dass für eine die Schallwellen aufnehmende Person allenfalls ein Pseudo-Rausch-Code
wahrnehmbar ist. Dieses Audiowiedergabesystem dient dazu, von einem zentralen Computer
aus Dateninformationen zu LCD-Anzeigen an einem Supermarktregal zu übertragen, wobei
auf den LCD-Anzeigen Daten und Preise zu entsprechenden Produkten im Regal entsprechend
den übertragenen Daten angezeigt werden. Gemäß einer weiteren Ausführungsform werden
von dem Audiowiedergabesystem Alarmsignale, die von einem Sensor erzeugt werden, als
Daten kodiert und mittels der Schallwellen an eine zentrale Alarmanlage übertragen.
Die Empfängereinrichtung, welche ein solches mit Daten gemischtes Schallsignal aufnimmt,
weist eine empfängerseitige Datenverarbeitungseinrichtung zum Verarbeiten der in dem
Schallsignal enthaltenen Daten und zum Auslösen entsprechend durchzuführender Aktionen
auf.
[0003] Im Wesentlichen sind bei diesem System die senderseitigen und die empfängerseitigen
Einrichtungen baulich ähnlich aufgebaut, um eine wechselseitige Kommunikation zu ermöglichen.
[0004] Die senderseitigen Einrichtungen weisen außerdem jeweils eine interne Geräuschpegel-Überwachungseinrichtung
zum Überwachen des lokalen Geräuschpegels auf, wobei der Geräuschpegel zu Zeitpunkten
erfasst wird, wenn die entsprechende Einrichtung keine Daten zu der entfernten Einrichtung
überträgt. Abhängig von dem in solchen Zeitphasen erfassten Geräuschpegel wird eine
Leistungseinstellschaltung zum Steuern der Leistung bei nachfolgenden Datenübertragungen
angesteuert. Die Einrichtungen befinden sich somit entweder einerseits in einem empfangenden
oder einem lokalen Geräuschpegel aufnehmenden Zustand oder andererseits in einem Daten
an eine entfernte Einrichtung übertragenden Zustand.
[0005] Aus "Elektronik Wireless", Oktober 2002, Seite 70 - 72, "Schall als Datenträger"
ist der Einsatz von Schall als Datenträger bekannt. Dabei wird ein Datensignal so
umgewandelt, dass es einer atonalen Komponente ähnelt, und dann psycho-akustisch maskiert,
bevor es einem eigentlichen Audio-Signal hinzugefügt wird. Das Audio-Signal ist beispielsweise
ein Signal, wie es bei üblichen Anwendungen in einem Surround-Sound-System über einen
oder mehrere Lautsprecher übertragen wird. Insbesondere ist das Audio-Signal von einer
Audio-CD, einer DVD oder einem Rundfunkempfänger bereitstellbar.
[0006] Das derart mit einem Datensignal gemischte Audiosignal wird von einem Mikrophon mit
einem nachgeschalteten Decoder empfangen, welcher die Daten vom reinen Audio-Signal
und von Umgebungsgeräuschen trennen soll. Anwendungsbereiche sind beispielsweise Spielsachen
in Form einer Figur, welche abhängig von dem Datensignal agiert. Das Datensignal entspricht
dabei Regieanweisungen, die auf einen parallel auf einem Bildschirm dargestellten
Film abgestimmt sind. Entsprechend eines anderen Anwendungsbereiches werden Mobiltelefone
über deren Mikrophon mit Informationsdaten zur Anzeige auf dem Mobiltelefondisplay
versorgt, welche über eine Lautsprecheranlage im Umfeld übertragen werden.
[0007] Bei derartigen Ausführungsformen werden somit Datensignale als Schallwellen an eine
entfernte Einrichtung übertragen, um in der entfernten Einrichtung entsprechend durchzuführende
Aktionen auszulösen.
[0008] Audiowiedergabesysteme weisen üblicherweise eine unidirektionale Datenverbindung
von einer Datenquelle über erforderliche Zwischengeräte, wie z.B. Verstärker, zu einem
oder mehreren Lautsprechern als Endgeräte bzw. Datensenke auf, welche den Audiosignalen
entsprechende Schallwellen abstrahlen. Ggfs.laufen von vorgeordneten Geräten erforderliche
Steuerdaten für nachgeordnete Geräte in die gleiche Richtung wie Rundfunk oder Musikverteilung
(Streaming) und können insbesondere bei digitalen Verfahren zusammen mit dem Nutzdatenstrom
übertragen werden. Im Einzelfall ist jedoch bei derartigen Streaming-Verfahren auch
ein Rückkanal zur Kontrolle der Funktionalität vorgeordneter Geräte erforderlich.
Obwohl ein derartiger Rückkanal für Kontroll- und Steuerzwecke eine wesentlich geringere
Datenrate als der Hinkanal erfordert, ist der bauliche Aufwand groß, weshalb aus Kostengründen
üblicherweise darauf verzichtet wird.
[0009] Im Fall der Realisierung eines Kontrollkanals mit der Technik des Hinkanals erhöht
sich nicht nur der bauliche Aufwand sondern es verdoppeln sich auch die Kosten der
Übertragungsstrecke. Wird auf einen Kontrollkanal verzichtet, gibt es keine Möglichkeit,
mit dem Nutzdatenstrom vorgeordnete Geräte zu beeinflussen.
[0010] Beispielsweise ist es nicht möglich, vom Verstärker aus eine vorgeordnete Datenquelle
wie einen Computer, ein CD-Abspielgerät oder einen Rundfunkempfänger zu steuern. Es
ist auch nicht möglich, von einem Lautsprecher, welcher sich in unmittelbarer Nähe
des Hörers befinden kann, vorgeordnete Geräte wie Verstärker, CD-Abspielgerät oder
Rundfunkempfänger, welche sich möglicherweise weiter vom Hörer entfernt befinden,
zu steuern.
[0011] Im Fall eines Audiowiedergabesystems mit drahtloser Übertragung beispielsweise durch
Funk oder Infrarot, zu einem entfernten Lautsprecher, entfällt die Möglichkeit einer
Rückmeldung im Fall einer gestörten Übertragung.
[0012] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein verbessertes Audiowiedergabesystem vorzuschlagen,
welches mit geringem baulichen Aufwand einen Datenrückkanal bereitstellt.
[0013] Diese Aufgabe wird durch ein Audiowiedergabesystem mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 bzw. durch ein Verfahren zum Wiedergeben eines Audiosignals mit den Merkmalen des
Patentanspruchs 8 gelöst.
[0014] Ein solches Audiowiedergabesystem weist eine Audiosignal-Bereitstellungseinrichtung
zum Bereitstellen eines Audiosignals als Nutz-Audiosignals, beispielsweise eines Tonsignals
von einem Videofilm oder einer Kompaktdisc (CD), eine Datenbereitstellungseinrichtung
zum Bereitstellen von Daten für Steuer- und/oder Überprüfungszwecke, eine Mischeinrichtung
zum Zusammenmischen des Nutz-Audiosignals und der Daten zu einem gemeinsamen Audiosignal
und zumindest einen Lautsprecher zum Wiedergeben des aus dem gemeinsamen Audiosignal
erzeugten akustischen Schallsignals auf. Audiosignal ist weit auszulegen und umfasst
Signalkomponenten, deren zugeordnete Schallwellen im für Menschen und Tiere wahrnehmbaren
und im nicht wahrnehmbaren Bereich liegen. Als Empfängereinrichtung dient ein Mikrophon
zum Empfangen des gemischten bzw. gemeinsamen Schallsignals. Ausreichend ist dabei
im Extremfall ein Mikrophon, welches nur Schallwellen im Frequenzbereich der Datensignalanteile
aufnimmt. Das vom Mikrophon empfangene Signal wird in üblicher Art und Weise umgesetzt
und einer empfängerseitigen Datenverarbeitungseinrichtung zum Verarbeiten der in dem
gemeinsamen Schallsignal enthaltenden Daten und zum Auslösen entsprechend durchzuführender
Aktionen zugeführt. Um eine Überprüfung der Funktionalität nachgeordneter Geräte,
des Lautsprechers und/oder der Signalübertragung in Richtung des Lautsprechers von
einer vorgeordneten Einrichtung des Audiowiedergabesystems zu ermöglichen, ist die
Datenverarbeitungseinrichtung zum Überwachen der Wiedergabebedingungen in Art eines
Rückkanals ausgebildet. Neben zusätzlichen Daten für Überprüfungszwecke können auch
direkt Steuerdaten in die Nutz-Audiosignale eingemischt werden. Bei einer derartigen
Anordnung werden somit senderseitig Überwachungs- oder Steuerdaten als Daten in das
Audiosignal eingemischt und anschließend vom Lautsprecher als Schallwellen übertragen.
Die von der Empfängereinrichtung empfangenen Schallwellen werden dann analysiert und
den weiteren senderseitigen Komponenten zugeführt, so dass senderseitig z.B. eine
Überprüfung vorgenommen werden kann, ob die ursprünglichen Daten korrekt weitergeleitet
und übertragen wurden.
[0015] Sollten die Daten nicht korrekt übertragen werden, beispielsweise weil die Übertragungsstrecke
zwischen Audiosignal-Bereitstellungseinrichtung und Mischeinrichtung oder zwischen
Mischeinrichtung und Lautsprecher oder zwischen Lautsprecher und Schall-Empfängereinrichtung
gestört ist, können Maßnahmen zur Fehlerbeseitigung als durchzuführende Aktionen ausgelöst
werden. Dies ist in weitem Sinne zu verstehen, so dass unter gestörter oder fehlerhafter
Übertragung auch eine ungeeignete Anordnung der Lautsprecher innerhalb des Raumes
zu verstehen ist. Durch eine derartige Anordnung kann die Übertragung der Signale
zum Lautsprecher gestört sein. Möglich ist beim Einsatz mehrerer Lautsprecher aber
auch eine ungeeignete Positionierung relativ zu einem üblichen Standort einer die
Schallsignale hörenden Person, wobei ggfs. lediglich eine Dynamikkorrektur bei einem
oder mehreren der Lautsprecher vorzunehmen ist. Ggfs reicht auch ein einfaches räumliches
Versetzen eines Lautsprechers.
[0016] Bei einem entsprechenden Verfahren zum Wiedergeben zumindest eines Audiosignals wird
entsprechend das zumindest eine Audiosignal zur Wiedergabe bereitgestellt, zumindest
ein Datenwert als Daten bereitgestellt, das Tonsignal und der Datenwert werden gemischt,
das gemischte Signal wird über zumindest einen Lautsprecher als akustisches Signal
ausgegeben und das akustische Signal wird von einer Empfängereinrichtung empfangen,
woraufhin empfängerseitig die im empfangenen gemischten Signal enthaltenen Daten zum
Auslösen dementsprechend durchzuführender Aktionen analysiert verarbeitet werden.
Zum Erzielen eines Rückkanals für Steuerund Überprüfungszwecke des entsprechenden
Audiowiedergabesystems selber werden die empfängerseitig in den empfangenen Schallwellen
enthaltenen Daten zum Überwachen oder Steuern der Wiedergabebedingungen bei den senderseitigen
Einrichtungen und Verfahrensschritten berücksichtigt.
[0017] Eine Umsetzung des Audiowiedergabesystems bzw. des Verfahrens ist insbesondere bei
einem Surround-Sound-System zum Einsatz mit oder in einem Computer oder Video-/DVD-Abspielgerät
zur Wiedergabe mehrdimensionaler bzw. mehrkanaliger Audiosignale vorteilhaft. Derartige
Surround-Sound-Systeme werden üblicherweise zur Wiedergabe des Tons von Filmen (Videos)
eingesetzt.
[0018] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand abhängiger Ansprüche.
[0019] Vorteilhafterweise können die Datenbereitstellungseinrichtung zum senderseitigen
Bereitstellen und ggfs. auch Zusammenmischen der Daten und die Datenverarbeitungseinrichtung
zur empfängerseitigen Verarbeitung der über die Schallwellen empfangenen Daten durch
eine integrale Einrichtung ausgebildet sein.
[0020] Besonders vorteilhaft ist der Einsatz in Verbindung mit Lautsprechern, welche mit
der Audiosignal-Bereitstellungseinrichtung und/oder der Mischeinrichtung zum Übertragen
des Audiosignals und der Daten zum Lautsprecher über eine Funkschnittstelle gekoppelt
sind. Bei einer Störung der Funkschnittstelle werden mittels des Mikrophons Schallwellen
mit gestörten oder ganz fehlenden Daten empfangen, so dass über die Rückkopplung zu
den senderseitigen Einrichtungen Fehlerbehebungsmaßnahmen ausgeführt oder veranlasst
werden können. Beispielsweise kann ein anderer Funkkanal gewählt werden oder über
eine Anzeigeeinrichtung an den Bediener des Audiowiedergabesystems eine Anweisung
erteilt werden.
[0021] Die Mischeinrichtung wird zweckmäßigerweise zum psychoakustischen Kodieren und Einmischen
der Daten derart ausgebildet, dass die Daten von einem menschlichen oder tierischen
Hörer nicht bewusst wahrgenommen werden, um einen ungestörten Hörgenuss zu ermöglichen.
[0022] Bei Audiowiedergabesystemen mit einer Vielzahl von Lautsprechern, insbesondere einer
Vielzahl von Lautsprechern, welche jeweils ein eigenes und von den anderen Audiosignalen
unabhängiges Audiosignal wiedergeben, ermöglicht eine Rückkopplung bzw. Rückführung
der in die Audiosignale eingemischten Daten nach der Übertragung als Schallwellen
zu einem Hörer einen automatisch regelnden Ausgleich der Audiosignalintensitäten.
Zur Steuerung wird dabei die Empfängereinrichtung die Schallwellen, d.h. ein entsprechendes
Mikrophon, an einem zentralen Ort oder vorzugsweise an dem Ort angeordnet, an dem
sich die Person befindet, welche die von den Lautsprechern abgestrahlten Schallwellen
hört. Dadurch kann eine Anpassung der einzelnen Audiosignale für die verschiedenen
Lautsprecher derart vorgenommen werden, dass am Ort der hörenden Person ein ausbalanciertes
und von allen Seiten mit Blick auf eine Einheitslautstärke gleichmäßiges Audiosignal
gehört wird.
[0023] Insbesondere funkgestützte Lautsprecherboxen, die räumlich und baulich getrennt von
der Audiosignal-Bereitstellungseinrichtung angeordnet werden, weisen eine Signalverarbeitungseinrichtung
für insbesondere Nutz-Audiosignale und zweckmäßigerweise die Mischeinrichtung zum
Bereitstellen des gemischten Audiosignals bei dem Lautsprecher auf.
[0024] Verfahrensgemäß ist mit einem solchen Audiowiedergabesystem insbesondere bei Verwendung
einer Vielzahl von Lautsprechern eine Audiosignalvorverarbeitung möglich, welche Anordnungsfehler
der einzelnen Lautsprecher relativ zueinander oder eine spezielle Position einer hörenden
Person ausgleichen lässt. Neben dynamischen Änderungen der einzelnen Audiosignale
sind auch störende Interferenzbildungen durch eine solche Audiosignalvorverarbeitung
ausgleichbar.
[0025] Im Fall von Fehlermeldungen, welche einer das Audiowiedergabesystem bedienenden Person
übermittelt werden sollen, ist neben der Verwendung einer Anzeigeeinrichtung, insbesondere
einer Anzeigeeinrichtung des Audiowiedergabesystems oder einer Einblendung von Anweisungen
in das Bildsignal eines Fernsehgerätes, auch eine akustische Übertragung der Fehlermeldungen
über zumindest einen der Lautsprecher möglich. Zweckmäßigerweise wird dazu bei einer
Vielzahl verfügbarer Lautsprecher ermittelt, welcher der Lautsprecher aufgrund der
rückgeführten Daten ein optimales oder möglichst gut geeignetes Schallsignal ausgeben
kann, um über zumindest diesen Lautsprecher auch akustische Fehlermeldungen auszugeben.
[0026] Bei einem derartigen Audiowiedergabesystem in lokalen Audioanwendungen mit insbesondere
drahtlosen Lautsprechern und einer Audioübertragung zwischen den verschiedenen Audiokomponenten
bietet es sich an, für einen beschränkten Datenrückkanal die sowieso vorhandenen Audiokomponenten
zu verwenden und den Datenrückkanal als Audiostrecke auszuführen. Auf Seite der Nutz-Audiodatenquelle
ist lediglich ein zusätzliches Mikrophon, soweit nicht schon. vorhanden, und eine
Datencodier- und eine Datendecodiereinrichtung als Datenbereitstellungseinrichtung
bzw. eine allgemeine Datenverarbeitungseinrichtung vorzusehen.
[0027] Bei einer Heim-Audioanlage liefert die Datenquelle, beispielsweise ein Computer (PC),
CD-Spieler (CD: Compact Disk) oder Radio als Musikquelle die Audiodaten in analoger
oder digitaler Form. Ist es erforderlich, den Status der Datensenke, einem drahtlosen
Lautsprecher oder einem aktiven Lautsprecher, zu erfahren, um zu bestimmen, ob diese
vorhanden, bereit, eingeschaltet und problemfrei sind, bietet es sich an, solche Informationen
in dem vom Lautsprecher ausgegebenen Audiosignal als Daten mit zu übertragen. Da die
Datenrate sehr klein ist, können die Rückdaten so aufbereitet werden, dass sie durch
eine Signalverarbeitungseinrichtung im normalen Audiosignal innerhalb oder außerhalb
des Hörbereiches versteckt werden können. Im Gerät der Datenquelle sind ein Mikrophon,
welches die Audiosignale aufnimmt, sowie eine Signalverarbeitungseinrichtung, welche
die Daten aus dem Audiosignal zurückgewinnt, ausgebildet.
[0028] Vorteilhafterweise ist es auch möglich, in Geräten und Einrichtungen zwischen der
Audiosignal- bzw. Musikquelle und den Lautsprechern bzw. innerhalb dieser einen Eingang
für Interaktionen des Benutzers zu integrieren, also beispielsweise Schalter oder
IR-Empfänger (IR: Infrarot-Signal) zu integrieren. Diese Daten werden dann ebenfalls
als Datensignal über die akustische Strecke vom Lautsprecher zum Mikrophon übertragen,
welches mit dem entsprechenden Gerät der Audiosignalquelle gekoppelt ist.
[0029] Ein Ausführungsbeispiel und Modifikationen werden nachfolgend anhand der Zeichnung
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch eine Anordnung mit einem Computer als Audiosignalquelle und einer Benutzereingabeeinrichtung
im Bereich der Audiosignal-Empfangseinrichtung bei den Lautsprechern zur Wiedergabe
eines entsprechenden Audiosignals;
- Fig. 2
- eine Musikquelle mit Funkschnittstellen zu Lautsprechern;
- Fig. 3
- eine Anordnung eines Audiowiedergabesystems in Verbindung mit einem Surround-Sound-System
und
- Fig. 4 - 7
- verschiedene Modifikationen solcher Anordnungen.
[0030] Wie dies aus Fig. 1 ersichtlich ist, besteht eine einfache Anordnung eines Audio-
bzw. Tonwiedergabesystems aus einer Audiobereitstellungseinrichtung in Form eines
Computers PC, einer Datenaufbereitungseinrichtung, die auch als Mischereinrichtung
M dient, einer Eingabeeinrichtung IN als Benutzereingabeeinheit und an die Datenaufbereitungseinrichtung
M angeschlossenen Lautsprechern L4 sowie aus einer Empfängereinrichtung in Form eines
an den Computer PC direkt angeschlossenen Mikrophons MIC.
[0031] Der Computer PC dient dabei als Audiosignalquelle und liefert beispielsweise Audiosignale
in Form von Musik. Das Audiosignal wird in Art eines Datenstreamings über eine Schnittstelle
zu der Daten- und Audiosignal-Aufbereitungseinrichtung mit dem Mischer M übertragen.
Diese Übertragung erfolgt unidirektional, wobei im Einzelnen Audiosignale, Antwortsignale
und Daten übertragen werden. Die Übertragung kann in üblicher Art und Weise erfolgen,
insbesondere elektromagnetisch elektrisch oder optisch. Dabei kann die Schnittstelle
entsprechend insbesondere als Funkschnittstelle, kabelgestützte Schnittstelle oder
optische Schnittstelle ausgebildet sein. Die Daten- und Audiosignal-Aufbereitungseinrichtung
mit der Mischereinrichtung M empfängt diesen Datenstrom mit insbesondere dem Audiosignal
r als Nutz-Audiosignal und bereitet das Audiosignal als gesamtes bzw. gemischtes Audiosignal
zur Wiedergabe über die angeschlossenen Lautsprecher L4 auf. Außerdem empfängt die
Daten- und Audiosignal-Aufbereitungseinrichtung mit der Mischereinrichtung M Daten
d von der Benutzereingabeeinrichtung IN. Die Benutzereingabeeinrichtung IN kann beispielsweise
eine für sich bekannte Fernbedienung sein, wie sie zur Bedienung von Fernsehgeräten,
Musikanlagen und eigenständigen Surround-Sound-Systemen bekannt ist.
[0032] In der Mischereinrichtung M werden diese Daten d bzw. ein entsprechendes Datensignal
in das Audiosignal r eingemischt. Die Einmischung erfolgt dabei zweckmäßigerweise
nach psychoakustischen Kriterien derart, dass ein Hörer zwar die akustisch wiedergegebenen
Audiosignale sw, nicht aber die akustisch wiedergegebenen Datensignale sd bewusst
wahrnimmt.
[0033] Über die Empfängereinrichtung MIC werden die Schallwellen sw + sd mit dem Audiosignalanteil
sw und dem Datensignalanteil sd empfangen und dem als allgemeine Datenverarbeitungseinrichtung
dienenden Computer PC als empfangenes Tonsignal zugeführt. In der Datenverarbeitungseinrichtung
PC werden die Daten d, die in der Mischereinrichtung M in das Tonsignal r eingemischt
bzw. encodiert wurden, aus dem empfangenen Schallsignal sw + sd herausgezogen und
decodiert. Nachfolgend findet eine Auswertung der empfangenen Daten d statt, um ggfs.
durchzuführende Aktionen auszuführen.
[0034] Das Decodieren kann insbesondere durch Verwendung für sich bekannter Korrelationsverfahren
unterstützt werden. Die Auswertung kann verschiedenen Zwecken unterliegen. Beispielsweise
kann mit Hilfe der Auswertung ermittelt werden, ob die Lautsprecher L4 überhaupt oder
richtig funktionieren. Auch können falsche Positionierungen der Lautsprecher berücksichtigt
werden. Bei den falschen Positionierungen und Verwendung eines Stereomikrophons kann
es sich z.B. um Vertauschen eines rechts und eines links anzuordnenden Lautsprechers
handeln, die daraufhin als Korrekturmaßnahme das jeweils andere Tonsignal übermittelt
bekommen. Möglich ist auch eine Korrektur von Interferenzen, welche sich aufgrund
falscher Positionierungen oder baulich verschiedener Lautsprecher ergeben. Eine weitere
beispielhafte Korrekturmöglichkeit besteht in der Ansteuerung verschiedener Lautsprecher
mit jeweils individueller Signalintensität, um einen Lautsprecher, der weiter von
einem zentralen Standort entfernt ist als ein anderer Lautsprecher, mit einer höheren
Signalintensität anzusteuern. Derartige Korrekturmaßnahmen können vorzugsweise automatisch
durch das Audiowiedergabesystem, insbesondere automatisch durch die Datenverarbeitungseinrichtung
bzw. Datenbereitstellungseinrichtung PC vorgenommen werden.
[0035] Zusätzlich oder alternativ ist auch eine manuelle Korrektur möglich, nachdem dem
Bediener ein entsprechender Hinweis auf eine Fehlfunktion oder auf eine sinnvolle
Korrektur mitgeteilt wurde. Derartige Mitteilungen können beispielsweise über die
Anzeige des Computers PC, über einen Bildschirm eines angeschlossenen Fernsehgerätes,
spezielle Anzeigeelemente an der Daten- und Tonsignal-Aufbereitungseinrichtung oder
akustisch über die Lautsprecher bereitgestellt werden.
[0036] Fig. 2 zeigt eine Ausführungsform, bei der als Tonsignal-Bereitstellungseinrichtung
S eine Musikanlage mit einer Musikquelle, beispielsweise einem CD-Wiedergabegerät
verwendet wird. Die Tonsignal-Bereitstellungseinrichtung S weist einen Funkschnittstellensender
TX auf, der zur Übertragung von Tonsignalen r und einem Datensignal d über eine Funkschnittstelle
zu Funkschnittstellen-Empfängern RX4 dient. Die Funkschnittstellen-Empfänger RX4 empfangen
das Tonsignal r und leiten dieses an einen Lautsprecher L4 weiter, welcher mit einer
vorgeschalteten Vorverarbeitungseinrichtung das entsprechend empfangene Tonsignal
r als Nutz-Tonsignal mit dem Datensignal d mischt bzw. encodiert und ein Schallsignal
sw + sd ausgibt, welches Tonsignalanteile sw als Nutz-Tonsignalanteile und Datensignalanteile
sd enthält. Zur Rückkopplung dient wiederum ein Mikrophon MIC als Empfängereinrichtung,
welches mit einer Datenverarbeitungseinrichtung verbunden ist, die eine Decodierung,
Korrelation, Auswertung und Aktionseinleitung vornimmt. Diese Datenverarbeitungseinrichtung
C ist zweckmäßigerweise Bestandteil der Tonsignal-Bereitstellungseinrichtung oder
mit dieser gekoppelt, um nachfolgend auszugebende bzw. bereitzustellende Tonsignale
r bedarfsweise vorab zu modifizieren.
[0037] Fig. 3 stellt ein Audiowiedergabesystem als Bestandteil einer Video-Wiedergabevorrichtung
zur Wiedergabe von Filmen mit Surround-Sound-Audiosignalen und einer entsprechenden
Vielzahl von Lautsprechern L1 - L5 als weitere Ausführungsform dar. Bezüglich der
einzelnen Komponenten und Verfahrensweisen wird allgemein auch auf die beiden anhand
der Fig. 1 und 2 beschriebenen Ausführungsformen verwiesen. Die dargestellte Audiosignal-Bereitstellungseinrichtung
S stellt neben dem Audiosignal r auch ein Video-Signal dar, welches z. B. von einem
DVD-Abspielgerät (DVD: Digital Versatile Disc) oder einer Video-Abspieleinrichtung
in Art eines Video-Recorders VCR bereitgestellt wird. Zur Steuerung weist die Audiosignal-
und Bildsignal-Bereitstellungseinrichtung S, VCR eine Steuereinrichtung C auf, welche
vorteilhafterweise auch die Funktionen der Datenbereitstellungseinrichtung und optional
der Mischeinrichtung M übernimmt. Außerdem weist diese zentrale Einheit des Audiowiedergabesystems
zweckmäßigerweise eine Anzeige- und Eingabeeinrichtung A auf, über die eine die Anlage
bedienende Person P Informationen erhält und Steueranweisungen eingeben kann. Ein
an die zentrale Einrichtung S angeschlossenes Mikrophon MIC dient als Empfängereinrichtung,
um die am Standort des Mikrophons MIC eintreffenden Schallwellen sw + sd aufzunehmen
und einer empfängerseitigen Datenverarbeitungseinrichtung zuzuführen, welche wiederum
durch die Steuereinrichtung C gemäß bevorzugter Ausführungsform ausgebildet wird.
[0038] Die Audiosignal-Bereitstellungseinrichtung und die Datenbereitstellungseinrichtung
führen ein Audiosignal s bzw. ein Datensignal d zu der Mischeinrichtung M, welche
ein entsprechend gemischtes Signal ausgibt. Ein solches Signal s + d wird dann den
Lautsprechern L1 - L3, L5 zugeführt. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist
der erste Lautsprecher L1 mit einem Kabel an die zentrale Anordnung mit der Mischeinrichtung
M angeschlossen und bekommt darüber direkt das in Schallwellen umzuwandelnde zusammengemischte
Signal s + d zugeführt. Weitere Lautsprecher L2, L3, L5 bekommen das in der Mischeinrichtung
M bereits gemischte Signal r + rd mit einem Tonsignal r und einem Datensignal rd über
eine Funkschnittstelle zugeführt. Die Funkschnittstelle wird durch einen Funkschnittstellensender
TX und einen Funkschnittstellen-Empfänger RX2, RX3, RX5 ausgebildet. Die Funkschnittstellen-Empfänger
RX2, RX3, RX5 führen eine Vorverarbeitung des empfangenen gemischten Signals r + rd
mit Hilfe einer Steuereinrichtung C durch und führen dann ein geeignetes Signal dem
angesprochenen Lautsprecher L2, L3 bzw. L5 zu. Diese wandeln das entsprechend empfangene
gemischte Signal in Schallwellen sw + sd um und geben diese in die Umgebung ab. In
bereits beschriebener Art und Weise werden diese Schallwellen dann von dem Mikrophon
MIC aufgenommen und in Art einer Rückführung bzw. Rückkopplung über den Rückkanal
zu der empfängerseitigen Datenverarbeitungseinrichtung C zur Decodierung, Auswertung
und ggfs. Einleitung von Korrekturmaßnahmen weitergeleitet.
[0039] Korrekturmaßnahmen können in vielfältiger Art und Weise erforderlich werden, wie
dies bereits beschrieben ist. Dargestellt ist beispielhaft auch der Fall eines Hindernisses
X, welches die Funkstrecke zwischen dem Funkschnittstellensender TX und einem der
Funkschnittstellen-Empfänger RX5 stört. Durch die Störung des gemischten Funksignals
sendet der entsprechende Lautsprecher L5 entsprechend ein verändertes oder gestörtes
Schallwellenmuster sw + sd aus. Dieses wird von dem Mikrophon MIC erfasst und der
Steuereinrichtung in der zentralen Einheit zugeführt. Über entsprechende Anzeigen
an der Anzeige- und Eingabeeinrichtung A, akustische Warnmeldungen über einen oder
mehreren der Lautsprecher L1 - L5 oder beispielsweise auch eine entsprechende Warnmeldungseinblendung
oder Hinweismeldungseinblendung in den Bildschirm eines angeschlossenen Fernsehgeräts
TV wird es ermöglicht, dem Bediener der Musikanlage mitzuteilen, ob es sich um eine
behebbare Störung handelt, und falls ja, wie diese Störung am geeignetsten behoben
werden kann. Soweit möglich, kann auch eine Automatisierung bereitgestellt werden,
die eine automatische Einleitung von Korrekturen durchführt, wie z.B. Kanalwechsel
oder eine Erhöhung der Sendeleistung.
[0040] Das Mikrophon MIC als Empfängereinrichtung ist bei der zentralen Anordnungseinrichtung
mit der Tonbereitstellungseinrichtung und der Datenverarbeitungseinrichtung angeordnet
und an dieser angeschlossen dargestellt. Möglich ist jedoch auch eine variable Positionierung
des Mikrophons MIC, das mit der Datenverarbeitungseinrichtung mit einer langen Kabelverbindung
oder optional ebenfalls mit einer Funkschnittstellen-, Sende- und Empfangseinrichtung
verbunden ist. Ein derart mobiles Mikrophon MIC kann verwendet werden, um an einem
ausgewählten Empfangsort oder bei Mitnahme des Mikrophons durch eine Musik hörende
Person P stets an deren momentanen Empfangsort eine optimale Wiedergabe zu ermöglichen.
Dazu werden den Audiosignalen r, die üblicherweise für die verschiedenen Lautsprecher
L1 - L5 unterschiedlich sind, auch jeweils eigens zugeordnete Datensignale rd zugeordnet.
Über das Mikrophon MIC werden die entsprechenden gemischten Schallwellen sw + sd empfangen
und zur Auswertung an die Datenverarbeitungseinrichtung C weitergeleitet. Die Datenverarbeitungseinrichtung
C kann anhand von Laufzeitvariationen oder Signalintensitätsvariationen als beispielhaft
genannten Parametern die Signalintensität der Schallwellen sd der einzelnen Lautsprecher
bestimmen. Entsprechend kann daraufhin z. B. das Audiosignal r für einen nahe am Standort
des Mikrophons MIC befindlichen Lautsprecher hinsichtlich der Intensität reduziert
werden, während das Audiosignal r eines weit entfernt befindlichen Lautsprechers entsprechend
hinsichtlich der Intensität erhöht wird.
[0041] Wie anhand dieser Beispiele dargestellt ist, ist eine Vielzahl von Anwendungen mit
einem derartigen Audiowiedergabesystem bzw. entsprechendem Verfahrensablauf möglich.
Einerseits können anwendungsbedingte Aktionen durchgeführt werden wie eine Dynamikkorrektur
und andererseits Audiowiedergabesystem-Überprüfungsmaßnahmen ausgelöst und durchgeführt
werden. Möglich ist z. B. das Versetzen eines Lautsprechers L5 oder von dessen Funkschnittstellen-Empfänger
RX5 im Falle eines die Datenübertragung zwischen diesen behindernden Hindernisses
X.
[0042] Während den beschriebenen Lautsprechern L1 - L3, L5 jeweils ein bereits zentral in
einer zentralen Mischeinrichtung M aus Tonsignal und Datensignal gemischtes Signal
s + d, r + rd zugeführt wird, wird bei dem vorliegenden und bevorzugten Ausführungsbeispiel
einem weiteren Lautsprecher L4 bzw. dessen Funkschnittstellen-Empfänger RX4 das Tonsignal
r als eigenständiges Signal zugeleitet. Die Encodierung bzw. das Mischen mit einem
Datensignal rd erfolgt in der Vorverarbeitungseinrichtung RX4 mit dem angeschlossenen
Funkschnittstellen-Empfänger, bevor das dann gemischte Signal dem Lautsprecher L4
zur Umsetzung in Schallwellen sw + sd zugeführt wird. Das Datensignal bzw. die Daten
rd können parallel zu dem Tonsignal von zentralen Einrichtungskomponenten an die Lautsprecher-Vorverarbeitungseinrichtung
RX4 übertragen werden, können aber auch in dieser aus einem Speicher oder über eine
geeignete Eingabeeinrichtung zum Mischen in einer Mischeinrichtung M bereitgestellt
werden, wobei sich die Mischeinrichtung M in der Lautsprecher-Vorverarbeitungseinrichtung
RX4 befindet.
[0043] Bei den Ausführungsbeispielen gibt es somit eine Tonsignalquelle, deren Tonsignal
gemischt mit einem Datensignal von Lautsprechern ausgegeben wird. Die Schallwellen
der Lautsprecher bilden den Datenrückkanal zu einem Mikrophon, das an einer Datenverarbeitungseinrichtung
angeschlossen ist. Diese dient der Steuerung und/oder Überwachung der Tonsignalwiedergabe.
[0044] Weitere beispielhafte Anordnungen zum Umsetzen des Audiowiedergabesystems bzw. der
Verfahrensweise sind anhand der Figuren 4 - 8 veranschaulicht. Wiederum wird von der
für sich bekannten Grundlage ausgegangen, dass von einer Quelle Q ein Nutz-Audiosignal
ausgegeben wird und in einer Mischereinrichtung M eine psychoakustische Datenvorverarbeitung
und Mischung dieser Nutz-Audiodaten s mit Zusatzdaten d, dx durchgeführt wird. Über
ggfs. weitere Einrichtungen G, TX, RX werden die derart gemischten gemeinsamen Audiodaten
einem Lautsprecher L1 zugeführt und über diesen als gemischte Schallwellen sw+sd,
sw+sd+sdx ausgegeben. Diese gemischten Schallwellen werden von einem Mikrophon NIC
empfangen und als entsprechend umgesetztes Audiosignal bzw. als Audiodatenstrom als
Detektor zugeführt. Der Detektor kann vorzugsweise eine allgemeine Datenverarbeitungseinrichtung
C sein, welche z.B. durch Korrelation den Zusatzdatenstrom aus dem empfangenen Schallsignal
extrahiert. Dies ermöglicht somit die vorteilhafte Überwachung und/oder Steuerung
von nachgeordneten Geräten durch im Datenstrom mitübertragene Zusatzdaten d, dx. Prinzipiell
sind verschiedenartige Verfahren möglich, insbesondere Zeit-, Frequenz- und Codemultiplexen
einsetzbar. Bei dieser Verfahrensweise stimmt die Richtung der Steuerung bzw. Übertragung
von Steuerdaten d, dx als Zusatzdaten mit der Richtung des Audiostreamings überein.
[0045] Insbesondere wird auch durch diese Anordnungen ein Datenrückkanal bereitgestellt,
d.h. eine Steuerung vorgeordneter Geräte durch nachgeordnete bzw. nachfolgende Geräte
über eine Schleife ermöglicht, welche durch die Schallstrecke zwischen Lautsprecher
L1 und Mikrophon MIC geschlossen wird.
[0046] Insbesondere ermöglicht dies eine Kontrolle und Steuerung der Übertragungsstrecke
und der Schallaussendung. einsetzbar ist ein solcher Datenkanal insbesondere auch
als Rückkanal für Extern-Schnittstellen, beispielsweise eine Benutzerschnittstelle
auf z.B. Funk- oder Infrarotbasis, wobei das Benutzersignal d bei einem nachgeordneten
Gerät eingespeist und über die Schaltstrecke zu einem der gegenüber der Einspeisstelle
M vorgeordneten Gerät übertragen wird. Insbesondere handelt es sich vorzugsweise um
eine Steuerung vorgeordneter Geräte durch nachgeordnete Geräte mit einer Kombination
aus Schallstrecke und kombiniertem Streamingkanal.
[0047] Bei dem in Fig. 4 dargestellten Ausführungsbeispiel werden Nutz-Audiodaten als Audiosignal
s von der Datenquelle Q bereitgestellt und einer weiteren nachgeordneten Einrichtung
N zugeführt. Von der nachgeordneten Einrichtung N werden die Audiodaten s modifiziert
oder ummodifiziert an eine Mischereinrichtung M weitergeleitet. In der Mischereinrichtung
M werden externe Zusatzdaten dx in das Audiosignal bzw. die Audiodaten s eingemischt.
Die Einmischung erfolgt dabei nach psychoakustischen Kriterien. Das derart gemischte
Audiosignal s+dx wird einer weiteren Mischereinrichtung M zugeführt, in welcher weitere
Zusatzdaten d eingemischt werden. Bei diesen weiteren Zusatzdaten d handelt es sich
beispielsweise um interne Zusatzdaten zur Überprüfung der Übertragungsstrecke zu einer
weiteren nachgeordneten Einrichtung G oder von einer nachgeordneten Einrichtung G
über den Lautsprecher L1 zum Mikrophon MIC. Ausgegeben werden vom Lautsprecher L1
somit gemischte Schallwellen mit einem Nutz-Audiosignalanteil sw, einem ersten Zusatzdaten-Schallwellenanteil
sw und einem zweiten Zusatzdaten-Schallwellenanteil sdx. Vom Mikrophon MIC werden
diese derart gemischten Schallwellen empfangen und als Audiosignal einem Detektor,
beispielsweise einer zentralen Steuereinrichtung C einer Musikanlage oder eines Computers
zugeführt. Von der Steuereinrichtung C werden die empfangenen Daten analysiert und
entsprechend Steueranweisungen an die relativ zu den Mischereinrichtungen M, M vorgeordneten
Einrichtungen Q, N ausgegeben. Insbesondere ist es dabei möglich, verschiedene Einrichtungen
Q, N separat einzusteuern.
[0048] Fig. 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel bei welchem ein Nutz-Audiosignal s von der Signalquelle
Q als Datenbereitstellungseinrichtung direkt einer Mischereinrichtung M zugeführt
werden. In dieser werden Zusatzdaten d eingemischt. Das gemischte Signal s+d wird
dann einer Sendeeinrichtung TX zugeführt, welche eine Umsetzung des empfangenen gemischten
Signals s+d in ein Funksignal r+rd durchführt und dieses Funksignal über eine Funkstrecke
zu einer Empfängereinrichtung RX überträgt. Von der Empfängereinrichtung RX wird das
empfangene Funksignal r+rd im Idealfall wieder in das Audiosignal s+d umgesetzt. Sofern
auf der Funkstrecke eine Störung erfolgt ist, wird von der Empfängereinrichtung RX
jedoch ein modifiziertes Audiosignal bereitgestellt wird. Dieses Audiosignal wird
einer weiteren Einrichtung G, beispielsweise einem Verstärker, zugeführt, welcher
das Audiosignal aufbereitet und einem Lautsprecher L1 zuführt. Dieser erzeugt Schallwellen,
welche wiederum sowohl die Audiosignaldaten als auch die Zusatzdaten enthalten und
vom Mikrophon MIC aufgenommen werden. Das Mikrophon MIC stellt wiederum entsprechende
gemischte empfangene Audiosignaldaten für die Datenverarbeitungseinrichtung C bereit.
Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel dienen die Zusatzdaten vorzugsweise zur
Überwachung der Funkstrecke, weshalb die Steuereinrichtung C bzw. Datenverarbeitungseinrichtung
C mit der Sendereinrichtung STX verbunden ist, um diese Steueranweisungen zu übertragen.
Die Steueranweisungen können beispielsweise verwendet werden, um auf einem Hochfrequenzkanal
die Sendeleistung zu verändern.
[0049] Fig. 6 zeigt ein Ausführungsbeispiel ähnlich dem der Fig. 4, weshalb bezüglich der
einzelnen baulichen Komponenten, Signaund Datenanteile sowie Verfahrensschritte auf
die Beschreibung der Fig. 4 verwiesen wird. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
sollen die eingegebenen Zusatzdaten d einer Fernbedienung entstammen, welche einem
Benutzer die Eingabe von Steuersignalen für die relativ zur Mischereinrichtung M vorgeschalteten
Einrichtungen bzw. Geräte Q, N des Audiowiedergabesystems ermöglicht. Ein Benutzer
kann somit mit Hilfe einer Eingabeeinrichtung, beispielsweise einer Infrarot-Fernbedienung,
Funk-Fernbedienung oder mechanischen Eingabeelementen an der Mischereinrichtung vorgeschaltete
Geräte Q, N steuern.
[0050] Fig. 7 stellte in Ausführungsbeispiel dar, bei welchem die Mischereinrichtung M ein
relativ zu anderen Einrichtungen bzw. Geräten nachgeordnetes Gerät ist, welches zur
Eingabe von Steueranweisungen d als Zusatzdaten dient. Über die Schleife aus Schallweg
und den Streamingkanal werden die vorgeschalteten Einrichtungen von der Mischereinrichtung
M aus als nachgeschaltete Einrichtung gesteuert. Dabei wird beispielsweise nicht die
Datenbereitstellungseinrichtung als Datenquelle Q sondern erst einer dieser nachgeschalteten
Einrichtung N und/oder weitere vorgeschaltete Einrichtungen N2 gesteuert.
[0051] Fig. 8 stellt eine weitere Ausführungsvariante dar, bei welcher ein Benutzer eines
Audiowiedergabesystems mit Hilfe einer Fernbedienung F über eine entsprechende Fernbedienung-Gegenschnittstelle
FI das Audiowiedergabesystem steuern kann. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist ein
Lautsprecherbox über eine Schnittstelle, insbesondere Funk- oder Infrarot-Schnittstelle
von weiteren Komponenten des Audiowiedergabesystems abgesetzt. Von der Empfängereinrichtung
RX der Lautsprecherbox wird somit ein Audiosignal r empfangen, womit die Empfängereinrichtung
RX der Lautsprecherbox B im Idealfall ein korrekt rekonstruiertes Audiosignal s zu
einer Mischereinrichtung M führt. Der Mischereinrichtung M werden Daten d als zusätzliche
Daten zugeführt. Diese zusätzlichen Daten stammen von einer direkten Eingabeeinrichtung
an der Lautsprecherbox B oder der Fernbedienungsgegenstelle FI. Die Mischereinrichtung
M mischt diese zusätzlichen Daten d in das Audiosignal s ein und führt das gemischte
bzw. gemeinsame Signal einer weiteren Einrichtung G zu, welche beispielsweise eine
Verstärkung vornimmt, um das verstärkte Signal einem Lautsprecher L1 zuzuführen. Der
Lautsprecher L1 gibt in bereits beschriebener Art und Weise ein gemischtes Schallsignal
sw+sd aus, welches vom Mikrophon MIC empfangen und in ein gemischtes Signal aus den
Audiosignalanteilen s und den Datenanteilen d umgesetzt. Dieses gemischte Signal wird
wiederum der Datenverarbeitungseinrichtung zugeführt. Je nach Bedarf kann diese dann
einzelne oder alle der vorgeschalteten Einrichtungen bzw. Geräte Q, N, TX des Audiowiedergabesystems
vor der Funkschnittstelle zur Lautsprecherbox B ansteuern.
1. Audiowiedergabesystem mit einem Datenrückkanal mit
- einer Audiosignal-Bereitstellungseinrichtung (PC, S, VCR) zum Bereitstellen eines
Audiosignals (s, r),
- einer Datenbereitstellungseinrichtung (S, A) zum Bereitstellen von Daten (d, rd)
für Steuer- und/oder Überprüfungszwecke,
- einer Mischeinrichtung (M) zum Zusammenmischen des Audiosignals (r) und der Daten
(rd) vor deren gemeinsamer Wiedergabe,
- zumindest einem Lautsprecher (L1 - L5) zum Wiedergeben eines aus dem Audiosignal
(r) und den Daten (rd) erzeugten akustischen Schallsignals (sw + sd),
- einer Empfängereinrichtung (MIC, C) zum Empfangen des Schallsignals (sw + sd) und
- einer empfängerseitigen Datenverarbeitungseinrichtung (PC; C) zum Verarbeiten der
in dem Schallsignal (sw + sd) enthaltenen Daten (sd) und zum Auslösen dementsprechend
durchzuführender Aktionen,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Datenverarbeitungseinrichtung (PC; C) mit der Empfängereinrichtung in Art eines
Datenrückkanals für die Daten (rd, sd) mit einer dem Lautsprecher vorgeschalteten
Einrichtung, insbesondere der Audiosignal-Bereitstellungseinrichtung (PC; S, VCR)
und/oder der Datenbereitstellungseinrichtung (S, A), zu deren Steuerung und/oder Überwachung
ausgebildet ist.
2. Audiowiedergabesystem nach Anspruch 1, bei dem die Datenbereitstellungseinrichtung
und die Datenverarbeitungseinrichtung durch eine integrale Einrichtung (C; PC) ausgebildet
sind.
3. Audiowiedergabesystem nach Anspruch 1 oder 2, bei dem der zumindest eine Lautsprecher
(L2 - L5) mit der Audiosignal-Bereitstellungseinrichtung (S, VCR) und/oder der Mischeinrichtung
(M) zum Übertragen des Tonsignals (r) und der Daten (rd) über eine Luft- oder Funkschnittstelle
gekoppelt ist.
4. Audiowiedergabesystem nach einem vorstehenden Anspruch, bei dem zumindest einem Lautsprecher
(L4) räumlich und baulich eine eigene Signalverarbeitungseinrichtung (C) und die Mischeinrichtung
(M) als Lautsprecher-Vorverarbeitungseinrichtung zugeordnet sind.
5. Audiowiedergabesystem nach einem vorstehenden Anspruch, bei dem die Mischeinrichtung
(M) zum psycho-akustischen Codieren und Einmischen der Daten (rd, sd) derart ausgebildet
ist, dass die Daten von einem menschlichen oder tierischen Hörer (P) nicht bewusst
wahrgenommen werden.
6. Audiowiedergabesystem nach einem vorstehenden Anspruch mit einer Anzeigeeinrichtung
(A; TV) zum Anzeigen von erforderlichen Maßnahmen einer Bedienungsperson (P) zur Ermöglichung
oder Verbesserung der Wiedergabebedingungen.
7. Audiowiedergabesystem nach einem vorstehenden Anspruch, bei dem die Datenverarbeitungseinrichtung
(C) und die Audiosignal-Bereitstellungseinrichtung zum automatisch regelnden Ausgleichen
der Audiosignalintensitäten für verschiedene einer Vielzahl von Audiosignalen für
verschiedene Lautsprecher (L1 - L5) relativ zueinander ausgebildet sind.
8. Verfahren zum Wiedergeben zumindest eines Audiosignals (r) mit einem Audiowiedergabesystem,
insbesondere mit einem Audiowiedergabesystem nach einem vorstehenden Anspruch, bei
dem
- das zumindest eine Audiosignal (r) zur Wiedergabe bereitgestellt wird,
- zumindest ein Datenwert oder Datensignal als Daten (rd) bereitgestellt wird,
- das Audiosignal (r ) und der Datenwert (rd) gemischt werden,
- das gemischte Signal (r + rd, s + d) über zumindest einen Lautsprecher (L1 - L5)
als akustisches Signal (sw + sd) ausgesendet wird,
- das akustische Signal (sw + sd) von einer Empfängereinrichtung (MIC) empfangen wird
und
- empfängerseitig die enthaltenen Daten (sd, rd) zum Auslösen dementsprechend durchzuführender
Aktionen verarbeitet werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die empfängerseitig enthaltenen Daten (sd, rd) in Art rückgekoppelter Daten bei
den senderseitigen Verfahrensschritten berücksichtigt werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, bei dem mittels der Überwachung Anordnungsfehler einzelner
Lautsprecher (L1 - L5) bei einer Vielzahl von in dem Audiowiedergabesystem verwendeten
Lautsprechern ermittelt und angezeigt oder durch entsprechende Audiosignalvorverarbeitung
behoben werden, insbesondere hinsichtlich Dynamik und/oder Phasenlage geregelt werden.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, bei dem mittels der Überwachung störende Interferenzbildung
einzelner Lautsprecher (L1 - L5) bei einer Vielzahl von in dem Audiowiedergabesystem
verwendeten Lautsprechern ermittelt und angezeigt oder durch entsprechende Audiosignalvorverarbeitung
behoben wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 - 10, bei dem die Empfängereinrichtung (MIC)
am gewünschten Aufenthaltsort eines Hörers (P) angeordnet und die Audiosignalwiedergabe
über einzelne Lautsprecher (L1 - L5) bei einer Vielzahl von in dem Audiowiedergabesystem
verwendeten Lautsprechern entsprechend geregelt wird, insbesondere hinsichtlich Dynamik
und/oder Phasenlage geregelt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 - 11, bei dem Fehlermeldungen optisch über eine
Anzeigeeinrichtung (A; TV) oder akustisch über zumindest einen als funktionsfähig
ermittelten Lautsprecher (L1 - L4) des Audiowiedergabesystems ausgegeben werden.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 - 11, bei dem das akustische Signal (sw + sd)
als Datenrückkanal zur Steuerung von dem Lautsprecher L1 - L5) vorgeordneten Einrichtungen
verwendet wird
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 - 13, bei dem die empfängerseitig enthaltenen
Daten (sd, rd, d) zur Kontrolle und/oder Steuerung der Übertragungsstrecke und der
Schallaussendung verwendet werden.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 - 14, bei dem das akustische Signal (sw + sd)
als Rückkanal für eine dem Lautsprecher L1 - L5) vorgeschaltete Dateneingabeeinrichtung
(F, Fi) zum Steuern vorgeordneter Einrichtungen verwendet wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 - 15, bei dem vorgeordnete Einrichtungen durch
nachgeordnete Einrichtungen (M) durch eine Kombination aus Schallstrecke und Streamingkanal
zum Ausbilden eines Datenrückkanals gesteuert werden.
17. Surround-Sound-System mit Komponenten eines Audiowiedergabesystems nach einem der
Ansprüche 1 - 7 oder zum Durchführen eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 8-15
zum Einsatz mit oder in einem Computer (PC) oder einem Video-/DVD-Abspielgerät.