[0001] Die Erfindung betrifft ein Walzwerk zur Herstellung eines nahtlosen Rohres, insbesondere
eines Stahlrohres, das eine Anzahl Walzen aufweist, die den Außenumfang des Rohres
bzw. des Vorproduktes des Rohres walzen, und ein dornförmiges Innenwerkzeug, das koaxial
zum Rohr bzw. zum Vorprodukt des Rohres angeordnet ist, wobei zwischen den Walzen
und dem Innenwerkzeug ein Walzspalt definiert wird und die Walzen und das Innenwerkzeug
zum sequentiellen Lochen des Vorproduktes des Rohres und Elongieren des Rohres geeignet
sind.
[0002] Die Herstellung nahtloser Stahlrohre kann auf Schrägwalzwerken erfolgen, bei denen
der Fertigungsprozess in zwei unterschiedlichen Teilphasen stattfindet. In einem ersten
Fertigungsteilschritt wird ein Stahlblock in das Walzwerk geschoben und nach dem Greifen
durch die Walzen gelocht, indem er über ein Innenwerkzeug in Form eines frei drehbaren
Doms zum Hohlblock ausgewalzt wird. In einem zweiten Prozessteilschritt erfolgt das
Elongieren (Strecken), d. h. der Hohlblock wird zum gewünschten Rohr ausgewalzt.
[0003] Die Durchführung der Walzung erfolgt beispielsweise in einem Dreiwalzenschrägwalzwerk.
Zum diesbezüglichen Stand der Technik wird weiterhin auf die DE-PS 259 623 und DE-PS
259 625 hingewiesen. Im genannten Stand der Technik ist ein herkömmliches Schrägwalzwerk
beschrieben, das mit üblichen Kalibern von Walze und Innenwerkzeug arbeitet. Mit diesem
sind jedoch keine Dünnwandluppen herstellbar. Daher ist das vorbekannte Walzverfahren
gegenüber modernen Asselprozessen nicht konkurrenzfähig.
[0004] Wird der Herstellprozess in der genannten Weise zweistufig durchgeführt, benötigen
Asselwalzstrassen für das Elongieren von Dünnwandluppen in Mehrwalzen-Schrägwalzwerken
höhere Investitionskosten.
[0005] Daher ist es beispielsweise aus der DE 37 17 698 C2 bekannt geworden, das Lochen
und Elongieren des Rohres in einem kombinierten Walzprozess durchzuführen. Dabei wird
in einem ersten Teilprozess das Lochen vorgenommen, wobei hier die Achse der Walze
und des zu lochenden Vorprodukts des Rohres so zueinander angeordnet werden, dass
sie einen Winkel einschließen. Beim anschließenden Elongieren werden Walzenachse und
Rohrachse parallel zueinander ausgerichtet.
[0006] Bei den vorbekannten Verfahren hat es sich ferner herausgestellt, dass für einen
sicheren und kostengünstigen Herstellprozess sehr spezifische Betriebsparameter vorgesehen
werden müssen, um den kombinierten Lochungs- und Elongationsprozess eines nahtlosen
Rohres technologisch und ökonomisch effizient durchführen zu können.
[0007] Weiterhin hat sich herausgestellt, dass es nicht einfach ist, die richtigen Fertigungsbedingungen
und die richtige Ausgestaltung des Walzwerks zu finden, um einen großen Rohr-Fertigungsbereich
durch Herstellung von dünn- bis dickwandigen Luppen mit einem kombinierten Loch-Streckwalzprozess
zu realisieren.
[0008] Insbesondere gilt dies mit Blick auf die Herstellung von Nahtlosrohren mit kleinen
Losgrößen.
[0009] Spezifische Ausgestaltungen des Lochdornes und insbesondere der hier zum Einsatz
kommenden Materialien sind aus der US 2,197,098 bekannt geworden.
[0010] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Walzwerk der eingangs genannten
Art vorzuschlagen, mit dem sich das kombinierte Lochen und Elongieren eines Rohres
prozesssicher und wirtschaftlich durchführen läßt.
[0011] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Walzen in beiden axialen
Endbereichen je mindestens einen Abschnitt aufweisen, der zum Greifen und Transportieren
des Rohres bzw. des Vorproduktes des Rohres ausgebildet ist, dass zwischen den beiden
in den axialen Endbereichen vorgesehenen Abschnitten der Walzen ein zylindrisch ausgebildeter
Abschnitt angeordnet ist und dass das Innenwerkzeug in einem axialen Endbereich einen
Lochabschnitt zum Lochen des Vorproduktes des Rohres sowie einen zu dem Lochabschnitt
benachbarten Zylinderabschnitt zum Zusammenwirken mit dem zylindrisch ausgebildeten
Abschnitt zum Elongieren des Rohres aufweist, wobei die Abschnitte zum Greifen und
Transportieren und der zylindrisch ausgebildete Abschnitt so zueinander angeordnet
sind, dass sowohl das Lochen als auch das Elongieren des Rohres bzw. des Vorproduktes
des Rohres bei einer Anordnung der Achse der Walze parallel zur Achse des Rohres bzw.
des Vorproduktes des Rohres erfolgen kann.
[0012] Mit Vorteil ist zumindest einer der Abschnitte in den axialen Endbereichen der Walzen
kegelförmig ausgebildet. Der Kegelwinkel der Abschnitte liegt dabei bevorzugt zwischen
1° und 5°. Ferner kann vorgesehen sein, dass sich in einem axialen Endbereich der
Walzen im Anschluss an den kegelförmig ausgebildeten Abschnitt in Richtung zum anderen
axialen Endbereich ein weiterer kegelförmig ausgebildeter Abschnitt anschließt; der
weitere kegelförmige Abschnitt kann dabei einen größeren Kegelwinkel aufweisen als
der benachbarte kegelförmig ausgebildete Abschnitt.
[0013] Der Auslauf des Rohres aus den Walzen wird optimiert, wenn die axialen Enden der
Walzen als im Querschnitt radiale Endabschnitte ausgebildet sind.
[0014] Hinsichtlich des Innenwerkzeugs hat es sich bewährt, dass im Anschluss an den zum
Lochen vorgesehenen Lochabschnitt des Werkzeugs ein kegelförmig ausgebildeter Anschlussabschnitt
angeordnet ist. Der Kegelwinkel des Anschlussabschnitts beträgt dabei vorzugsweise
zwischen 2° und 15°. Ferner ist mit Vorteil vorgesehen, dass der kegelförmig ausgebildete
Anschlussabschnitt aus zwei Teilabschnitten besteht, die jeweils unterschiedliche
Kegelwinkel aufweisen. Besonders günstige Umformbedingungen ergeben sich, wenn der
zweite Kegelwinkel des einen Anschlussabschnitts kleiner ist als der erste Kegelwinkel
des anderen Anschlussabschnitts.
[0015] Eine optimierte Auslegung des Walzspaltes zwischen Walzen und Innenwerkzeug wird
erreicht, wenn gemäß einer Weiterbildung vorgesehen wird, dass der Kegelwinkel des
einen Anschlussabschnitts des Innenwerkzeugs größer ist als der Kegelwinkel des weiteren
Abschnitts der Walzen.
[0016] Mit der vorgeschlagenen Ausgestaltung eines Walzwerks und insbesondere der zum Einsatz
kommenden Walzen und des Innenwerkzeugs ist es möglich, den kombinierten Loch- und
Elongationsprozess in sehr effizienter Weise durchzuführen, so dass ein technisch
einwandfreier und reproduzierbarer Fertigungsprozess sichergestellt ist, der darüber
hinaus kostengünstig durchführbar ist.
[0017] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch die Position einer Walze und eines Innenwerkzeugs beim Lochen eines Vorprodukts
eines Rohres und
- Fig. 2
- das Elongieren eines Hohlblocks durch das Zusammenwirken einer Walze mit einem Innenwerkzeug.
[0018] In den Figuren ist eine von drei gleichmäßig über den Umfang eines Rohres 1 bzw.
des Vorprodukts 3 eines Rohres 1 verteilt angeordneten Schrägwalzen 2 dargestellt,
die zusammenwirkend mit einem Innenwerkzeug 4 das Vorprodukt 3 des Rohres 1 lochen
(s. Fig. 1) bzw. dann den vorgefertigten Hohlblock elongieren (strecken) (s. Fig.
2).
[0019] Die Walzen 2 stellen also die Walzen eines Dreiwalzen-Schrägwalzwerks dar, die im
Zusammenwirken mit dem Innenwerkzeug 4 ein kombiniertes Lochen und Elongieren des
Vorprodukts 3 bzw. des Rohres 1 vornehmen.
[0020] Das kombinierte Lochen und Elongieren mittels der Walzen 2 erfordert eine spezifische
kalibirierungstechnische Lösung, die beiden Prozessen - dem Lochen und dem Elongieren
- gleichzeitig gerecht wird. Wie nachfolgend ausgeführt wird, sind sowohl die Walzen
2 aus auch das Innenwerkzeug 4 mit einer speziellen Kalibrierung versehen, die die
Walzung eines dünnwandigen Hohlblocks sowie eine anschließende Herstellung einer dünnwandigen
Luppe in einem Reversierschritt ermöglicht.
[0021] Sowohl die Walze 2 als auch das Innenwerkzeug 4 sind somit spezifisch zur Walzung
der genannten dünnwandigen Hohlblöcke kalibriert.
[0022] In dem in Fig. 1 schematisch angedeuteten Lochprozess wird das Vorprodukt 3 (Block)
in das Walzwerk geschoben und nach dem Greifen durch die Walzen 2 über das frei drehbare
Innenwerkzeug 4 zum Hohlblock ausgewalzt.
[0023] Zum Greifen des Blocks weist die Walze 2 in ihrem in Fig. 1 dargestellten linken
axialen Endbereich 5 einen kegelförmig ausgebildeten Abschnitt 7 auf; der Kegelwinkel
α
1 beträgt etwa 5°, vorzugsweise liegt er zwischen 3° und 7°.
[0024] Das Greifen des gelochten Blocks, also des Hohlblocks, erfolgt mit dem im rechten
axialen Endbereich 6 der Walze 2 angeordneten kegelförmigen ausgebildeten Abschnitt
8 der Walze 2; der Kegelwinkel α
3 beträgt hier etwa 2°, vorzugsweise liegt er zwischen 1 ° und 3°.
[0025] Benachbart zum Abschnitt 8 der Walze 2 schließt sich - in Richtung des axialen Endbereichs
5 der Walze 2 - ein weiterer kegelförmig ausgebildeter Abschnitt 12 an. Der Kegelwinkel
α
2 ist hier größer und liegt bei etwa 7°, vorzugsweise zwischen 5° und 9°.
[0026] Zwischen dem weiteren kegelförmig ausgebildeten Abschnitt 12 und dem kegelförmig
ausgebildeten Abschnitt 7 der Walze 2 ist ein zylindrisch ausgebildeter Abschnitt
13 angeordnet.
[0027] An beiden axialen Enden 14 und 15 der Walze 2 befinden sich Endabschnitte 16 und
17, die im Querschnitt ein radial ausgeformtes Profil aufweisen (vgl. Radius R), um
ein optimales Ein- und Austreten des Rohres 1 zu gewährleisten.
[0028] Das Innenwerkzeug 4 weist in seinem axialen Endbereich 9 einen Lochabschnitt 10 auf,
mit dem in üblicher Weise der Block zum Hohlblock verarbeitet werden kann. Der Lochabschnitt
10 weist im Längsschnitt einen radialen Verlauf auf, (vgl. Radius R).
[0029] Nach dem Lochen schließt sich in einem Reversierschritt das Elongieren an, wozu das
Innenwerkzeug 4 einen langgestreckten Zylinderabschnitt 11 aufweist. In Fig. 2 ist
das Zusammenwirken der Walze 2 mit dem Zylinderabschnitt 11 dargestellt, wobei zu
erkennen ist, dass das vorgefertigte Rohr 1 (Hohlblock) zum fertigen nahtlosen Rohr
1 gewalzt wird.
[0030] Der Übergang vom Lochabschnitt 10 des Innenwerkzeugs 4 zum Zylinderabschnitt 11 wird
durch einen Anschlussabschnitt 18, 19 gebildet. Dieser ist - wie in Fig. 1 gesehen
werden kann - aus zwei Teilabschnitten 18 und 19 zusammengesetzt, wobei beide Anschlussabschnitte
18, 19 jeweils kegelförmig ausgebildet sind. Die Kegelwinkel β
1 bzw. β
2 sind in Fig. 1 eingetragen, wobei zu sehen ist, dass der Kegelwinkel β
1 des dem Lochabschnitt 10 benachbarten Anschlussabschnitts 18 größer ist als der Kegelwinkel
β
2 des dem Zylinderabschnitt 11 benachbarten Anschlussabschnitts 19. Die Werte liegen
für β
1 bei ca. 13°, vorzugsweise zwischen 11° und 15°, und für β
2 bei ca. 4°, vorzugsweise zwischen 2° und 6°.
[0031] Wie erwähnt, wird bei der Herstellung des nahtlosen Rohres 1 zunächst im ersten Teilprozess,
d. h. beim Lochen, der Block (Vorprodukt 3) von den Walzen 2 gegriffen und über das
frei drehbare Innenwerkzeug 4 zum Hohlblock ausgewalzt. Im Einlauf hat das Walzgut
mit dem Endabschnitt 16 keinen Kontakt. Der Abschnitt 7 ist mit seinem Kegelwinkel
α
1 so ausgestaltet, dass einerseits das Greifen des Walzguts und andererseits das Überwinden
des axialen Domwiderstandes gewährleistet ist.
[0032] Außerdem soll im zweiten Fertigungsschritt, d. h. beim Elongieren, eine unnötige
Belastung bzw. Verdrallung des Walzgutes durch Aufweitung bzw. Triangulation im Walzwerksauslauf
vermieden.
[0033] Der zylindrisch ausgebildete Abschnitt 13 verläuft parallel zur Walzachse. Der weitere
Abschnitt 12 und sein Kegelwinkel α
2 sind so bemessen, dass beim ersten Schritt (Lochen) eine Durchmesserzunahme bei gleichzeitiger
Wanddickenreduktion des Walzgutes erfolgen kann, wodurch die prozessbedingte Endentriangulation
dünnwandiger Hohlblöcke deutlich unterdrückt bzw. reduziert wird.
[0034] Der Abschnitt 8 der Walze 2 ist konisch gestaltet. Im ersten Schritt (Lochen) dient
dieser Abschnitt in Verbindung mit dem Innenwerkzeug 4 zur Vergleichmäßigung der Hohlblockwanddicke,
im zweiten Schritt (Elongieren) wird hier das Walzgut gegriffen. Der Kegelwinkel α
3 wird so gewählt, dass beide Bedingungen erfüllt werden.
[0035] Das Innenwerkzeug 4 besteht aus den genannten drei Abschnitten: Der Lochabschnitt
10 dient zum Lochen des Blocks und zur Bewältigung des größten Teils der Wanddickenreduktion.
Er ist radial bzw. kurvenförmig gestaltet. Die Anschlussabschnitte 18 und 19 sind
konisch ausgestaltet, wobei im Anschlussabschnitt 18 die Restwanddickenreduktion zur
Erzielung der Nominalwand stattfindet sowie eine gezielte Durchmesserzunahme des Hohlblocks.
Der Winkel β
1 ist entsprechend größer als der Winkel α
2 ausgebildet. Im Anschlussabschnitt 19 wird die Wanddicke des Rohres 1 vergleichmäßigt.
[0036] Das Elongieren erfolgt in einer dem Lochen entgegengesetzten Walzrichtung.
[0037] Nach dem ersten Schritt (Lochen) werden die Walzen 2 in die Arbeitsstellung für den
zweiten Schritt (Elongieren) verfahren. Gleichzeitig wird das Innenwerkzeug 4 in die
benötigte Axialposition gefahren und geschmiert. Während der Walzung wird das Innenwerkzeug
4 dann kontrolliert in die bzw. gegen die Walzrichtung verfahren.
[0038] Für das Elongieren wird das Walzgut im Bereich des Abschnitts 8 der Walze 2 gegriffen.
Der Winkel α
3 ist hier so gewählt, dass die Greifbedingung erfüllt wird. Der weitere Abschnitt
12 der Walze 2 hat die Aufgabe, im Zusammenwirken mit dem Innenwerkzeug 4 die Wanddicke
des Walzguts auf die Nominalwanddicke zu reduzieren. Dieser Abschnitt wird so kurz
wie möglich gestaltet, um eine zu starke Durchmesserzunahme des Walzgutes zu unterbinden.
[0039] Der zylindrisch ausgebildete Abschnitt 13 der Walze 2 verläuft parallel zur Walzstange,
um eine Vergleichmäßigung der Wanddicke zu erzielen. Der angrenzende Abschnitt 7 der
Walze 2 weist den Kegelwinkel α
1 auf. Der Walzspalt soll in diesem Bereich in Walzgutauslaufrichtung schnell größer
werden, um ein Runden des Walzgutes zu ermöglichen und eine Verdrallung zu vermeiden.
[0040] Da in diesem Abschnitt beim ersten Schritt (Lochen) das Greifen erfolgt, darf der
Kegelwinkel α
1 aber nicht zu groß gewählt werden. Aus diesem Grunde schließt sich der Endabschnitt
16 der Walze 2 an, der radial gestaltet ist und das Walzgut schnell freigibt.
[0041] Bei der Walzung dünnwandiger Luppen muss im Bereich der Luppenenden eine dickere
Wand als im Mittelstück erzeugt werden, um die prozessbedingte Endentriangulation
zu minimieren. Dazu wird im Endenbereich des Walzgutes der Walzspalt nach Walzbeginn
auf den Nominalspalt zugefahren und gegen Walzende vom Nominalspalt ausgehend aufgefahren
(sog. "Quick Closing - Quick Lifting"; vgl. DE 197 24 233 A 1).
[0042] Zur Optimierung des Walzprozesses ist vorgesehen, dass eine Schnellverstellung des
Spreizwinkels (Winkel zwischen Walzenachse und Walzachse) zwischen dem ersten Arbeitsschritt
(Lochen) und dem zweiten Arbeitsschritt (Elongieren) zwecks Erweiterung des Arbeitsbereichs
erfolgt. Hierdurch sind noch dünnwandigere Luppen herstellbar.
[0043] Mit Hilfe der vorgeschlagenen Ausgestaltung ist das kombinierte Loch-Schrägwalzwerk
in der Lage, nicht nur relativ dickwandige Rohre herzustellen, sondern den gleichen
Fertigungsbereich wie moderne Asselwalzwerke zu realisieren. Der damit erzielte Vorteil
besteht darin, dass reduzierte Investitionskosten möglich sind - im Vergleich zu modernen
Asselstrassen. Weiterhin ist es möglich, bei kleineren Jahrestonnagen geringere Produkt-Herstellkosten
zu erzielen.
Bezugszeichenliste:
[0044]
- 1
- Rohr
- 2
- Walze
- 3
- Vorprodukt des Rohres
- 4
- Innenwerkzeug
- 5
- axialer Endbereich der Walze
- 6
- axialer Endbereich der Walze
- 7
- Abschnitt der Walze
- 8
- Abschnitt der Walze
- 9
- axialer Endbereich des Innenwerkzeugs
- 10
- Lochabschnitt des Innenwerkzeugs
- 11
- Zylinderabschnitt
- 12
- weiterer Abschnitt der Walze
- 13
- zylindrisch ausgebildeter Abschnitt der Walze
- 14
- axiales Ende der Walze
- 15
- axiales Ende der Walze
- 16
- Endabschnitt der Walze
- 17
- Endabschnitt der Walze
- 18
- Anschlussabschnitt des Innenwerkzeugs
- 19
- Anschlussabschnitt des Innenwerkzeugs
- α1
- Kegelwinkel
- α2
- Kegelwinkel
- α3
- Kegelwinkel
- β1
- Kegelwinkel
- β2
- Kegelwinkel
- R
- Radius
1. Walzwerk zur Herstellung eines nahtlosen Rohres (1), insbesondere eines Stahlrohres,
das aufweist:
eine Anzahl Walzen (2), die den Außenumfang des Rohres (1) bzw. des Vorproduktes (3)
des Rohres (1) walzen, und
ein dornförmiges Innenwerkzeug (4), das koaxial zum Rohr (1) bzw. zum Vorprodukt (3)
des Rohres (1) angeordnet ist,
wobei zwischen den Walzen (2) und dem Innenwerkzeug (4) ein Walzspalt definiert wird
und
die Walzen (2) und das Innenwerkzeug (4) zum sequentiellen Lochen des Vorproduktes
(3) des Rohres (1) und Elongieren des Rohres (1) geeignet sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Walzen (2) in beiden axialen Endbereichen (5, 6) je mindestens einen Abschnitt
(7, 8) aufweisen, der zum Greifen und Transportieren des Rohres (1) bzw. des Vorproduktes
(3) des Rohres (1) ausgebildet ist,
dass zwischen den beiden in den axialen Endbereichen (5, 6) vorgesehenen Abschnitten (7,
8) der Walzen (2) ein zylindrisch ausgebildeter Abschnitt (13) angeordnet ist und
dass das Innenwerkzeug (4) in einem axialen Endbereich (9) einen Lochabschnitt (10) zum
Lochen des Vorproduktes (3) des Rohres (1 ) sowie einen zu dem Lochabschnitt .(10)
benachbarten Zylinderabschnitt (11) zum Zusammenwirken mit dem zylindrisch ausgebildeten
Abschnitt (13) zum Elongieren des Rohres (1 ) aufweist,
wobei die Abschnitte (7, 8) zum Greifen und Transportieren und der zylindrisch ausgebildete
Abschnitt (13) so zueinander angeordnet sind, dass sowohl das Lochen als auch das
Elongieren des Rohres (1) bzw. des Vorproduktes (3) des Rohres (1) bei einer Anordnung
der Achse der Walze (2) parallel zur Achse des Rohres (1) bzw. des Vorproduktes (3)
des Rohres (1) erfolgen kann.
2. Walzwerk nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest einer der Abschnitte (7, 8) in den axialen Endbereichen (5, 6) der Walzen
(2) kegelförmig ausgebildet ist.
3. Walzwerk nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Kegelwinkel (α1, α2) der Abschnitte (7, 8) zwischen 1 ° und 5° liegt.
4. Walzwerk nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich in einem axialen Endbereich (6) der Walzen (2) im Anschluss an den kegelförmig
ausgebildeten Abschnitt (8) in Richtung zum anderen axialen Endbereich (5) ein weiterer
kegelförmig ausgebildeter Abschnitt (12) anschließt.
5. Walzwerk nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der weitere kegelförmig ausgebildete Abschnitt (12) einen größeren Kegelwinkel (α2) aufweist als der benachbarte kegelförmig ausgebildete Abschnitt (8).
6. Walzwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die axialen Enden (14, 15) der Walzen (2) als im Querschnitt radiale Endabschnitte
(16, 17) ausgebildet sind.
7. Walzwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Anschluss an den zum Lochen vorgesehenen Lochabschnitt (10) des Innenwerkzeugs
(4) ein kegelförmig ausgebildeter Anschlussabschnitt (18, 19) angeordnet ist.
8. Walzwerk nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Kegelwinkel (β1, β2) des Anschlussabschnitts (18, 19) zwischen 2° und 15° beträgt.
9. Walzwerk nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass der kegelförmig ausgebildete Anschlussabschnitt (18, 19) aus zwei Teilabschnitten
besteht, die jeweils unterschiedliche Kegelwinkel (β1, β2) aufweisen.
10. Walzwerk nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der zweite Kegelwinkel (β2) des einen Anschlussabschnitts (19) kleiner ist als der erste Kegelwinkel (β1) des anderen Anschlussabschnitts (18).
11. Walzwerk nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Kegelwinkel (β1) des einen Anschlussabschnitts (18) des Innenwerkzeugs (4) größer ist als der Kegelwinkel
(α2) des weiteren Abschnitts (12) der Walzen (2).