[0001] Bei Offset-Druckmaschinen wird die jeweilige Druckplatte durch ein sogenanntes Feuchtwerk
mit einer wässrigen Flüssigkeit benetzt, um zu erreichen, dass in einem nachfolgenden
Prozeßschritt die Bildbereiche die Farbe annehmen, während die bildfreien Bereiche
farbabweisend sich verhalten. Die wässrige Flüssigkeit besteht neben Wasser häufig
aus einem Gemisch mit Alkohol, meist wird Isopropanol verwendet, sowie einem chemischen
Gemisch aus bis zu ca. zwanzig Substanzen, das im folgenden als Additiv bezeichnet
wird. Das Additiv wird in Konzentrationen von 1 bis 8 % -Vol., der Alkohol von 0,5
bis 20 % -Vol. zugesetzt. Die Konzentration des Wassers liegt demnach zwischen 72%
und 98,5 % - Vol. Unter Verwendung von optimierten Additiven wird zum Teil gänzlich
auf den Alkohol verzichtet. In diesem Fall wird das Additiv auch als Alkohol-Ersatzstoff
bezeichnet. Das optimierte Additiv übernimmt dann voll oder zumindest teilweise die
Funktion von Isopropanol.
[0002] Ein großes Problem des Offsetdrucks liegt in der unzureichenden Verfügbarkeit des
Prozesses, die typisch bei ca. nur 80 % liegt und daher durch hohe Stillstandszeiten
sehr investitionsintensiver Druckmaschinen gekennzeichnet ist. Beispielsweise würde
man bei einer sog. 64-Seiten Offset-Rotationsdrucklinie pro Jahr ca. 35.000,-- EUR
einsparen, wenn die reine Produktionszeit pro Tag durchschnittlich um nur zwei Minuten
verlängert werden könnte. Neue, intensive praktische Untersuchungen haben klar gezeigt,
dass die zu niedrige Verfügbarkeit von Offset-Druckmaschinen zu einem wesentlichen
Teil auf eine undefinierte, unbekannte und bisher nicht im Prozeß meßbare und daher
insbesondere nicht regelbare physikalische und chemische Zusammensetzung der Prozeßflüssigkeit
zurückzuführen ist. Im Rahmen dieser Untersuchungen wurde insbesondere und paradoxerweise
festgestellt, dass selbst bei exakter Realisierung einer vorgegebenen volumetrischen
Mischung der Komponenten Wasser und Additiv , z.B. durch eine exakte Steuerung von
zwei Dosierpumpen, welche z.B. die Volumina 97 % - Vol. Wasser und 3 % - Vol. Additiv
in die Prozeßflüssigkeit injizieren, im Kreislauf der Prozeßflüssigkeit ein viel niedrigerer
Wert, z. B. 0,8 % - Vol. an Additiv, vorhanden ist. Noch viel erstaunlicher ist die
Tatsache, dass Analysen ergaben, dass die ursprüngliche prozentuale Zusammensetzung
der Einzelkomponenten des Additives im Feuchtwasserkreislauf nicht mit der ursprünglich
beabsichtigten und von den Dosierpumpen durch eine Steuerung bei der Einspeisung realisierten
Zusammensetzung übereinstimmen. Vielmehr treten von uns als "kannibalistische Effekte"
bezeichnete Vorgänge auf, die darin bestehen, dass im Druckprozess die Bestandteile
des Additivs mehr oder weniger stark verschwinden, obwohl in den beabsichtigten Konzentrationsverhältnissen
periodisch zudosiert wird. Die derzeit standarmäßig im Offsetdruck eingeführte Technik,
das Additiv-Konzentrat als eine einzige chemische Formulation, die aus allen notwendigen
chemischen Bestandteilen mit definiert vorgegebenen Konzentrationen besteht und deren
Zusammensetzung von der Druckapplikation, d.h. Rollenoffset, Bogenoffset oder zeitungsdruck
sowie vom Maschinentyp, Papiertyp, Farbtyp, abhängt, in den Feuchtwasserkreislauf
einer Druckmaschine einzuspeisen, ist eine Notlösung, die den modernen Anforderungen
an hohe Verfügbarkeit des Offsetproesses nicht gerecht wird. Auch wenn diese Nachteile
beim Drucken mit Alkohol durch Zudosierung erhöhter Konzentrationen von Isopropanol
zu einem gewissen Teil ausgeglichen werden können, was in der Praxis derzeit so gehandhabt
wird, ist diese Vorgehensweise nicht als eine zukünftige technische Lösung zu betrachten,
da Isopropanaol als Lösemittel und leicht flüchtiger Stoff (VOC = Volatile Organic
Compound) im Offsetdruck in vielen Staaten der USA verboten, in Europa mit strengen
Gesetzen zur Emissionbegrenzung und in der Schweiz sogar mit einer für die Wirtschaftlichkeit
des Druckprozesses schädlichen Strafsteuer, der sog. "Lenkungsabgabe", belegt ist.
Aus umweltpolitischen Gesichtspunkten und insbesondere auch zum Schutze der Gesundheit
der Drucker am Arbeitsplatz, müssen daher Isopropanol oder andere Lösemittel in der
Zukunft massiv reduziert bzw. letztendlich vollständig aus dem Druckprozess verschwinden.
Die Konzentrationen von Alkohol im Feuchtwasser liegen in der Regel derzeit zwischen
6% und 20 % und erleichtern im Falle des Rollen- und des Bogen-Offset den Einsatz
von sogenannten Filmfeuchtwerken. Gemäß dem Stand der Technik bestehen letztere aus
mehreren mit Gummimischungen und/oder Metallen beschichteten Walzen, die mit einem
gewissen Anpressdruck in Kontakt miteinander rotieren und das Feuchtwasser in Form
eines Filmes einstellbarer Schichtdicke zur Druckplatte transportieren. Dieser Transportvorgang
wird durch die Zugabe von Isopropanol infolge der dadurch bewirkten Reduktion der
Oberflächenspannung des Flüssigkeitsfilmes begünstigt. Neben Filmfeuchtwerken gemäß
dem Stand der Technik werden auch kontaktlos arbeitende Systeme, insbesondere mit
Düsen betriebene Sprühfeuchtwerke oder Feuchtwerke, die Walzen mit Bezügen aus Plüsch
aufweisen, eingesetzt. Da in diesen Fällen das Feuchtmittel ohne kontinuierlichen
Flüssigkeitsfilm transportiert wird, kann der Einsatz von Alkohol entfallen. Auch
bei diesen Ausführungen gemäß dem Stand der Technik ist das erfindungsgemäße neue
Verfahren von größter Wichtigkeit, da es eine optimale Zusammensetzung der Chemikalien
des Feuchtwassers ermöglicht.
[0003] Um den gesetzlichen Zwängen bezüglich der Vermeidung von Isopropanol nachzukommen,
wurden inbesondere in den USA andere Lösemittel auf den Markt gebracht. Dieser Weg
wurde jedoch in Europa nicht nachvollzogen, da dadurch keine Elemenierung von Lösemitteln
erzielt wurde. Ferner gelten die anderen Lösemittel zum Teil als krebserregend bzw.
als gesundheitsschädlich und stellen daher keine Alternative zum Alkohol dar.
[0004] Eine echte Alternative zum Alkohol sind die sog. Tenside, welche vergleichbare Vorteile
bezüglich den Benetzungseigenschaften des Feuchtwassers an den Walzen des Feuchtwerkes
bewirken. Insbesondere ist festzustellen. dass Tenside keine VOC' s sind .Diese positiven
Eigenschaften der Tenside können jedoch erfahrungsgemäß nur dann zum Tragen kommen,
wenn die erforderlichen Soll Konzentrationen exakt eingehalten werden können. Bei
den derzeit eingesetzten alkoholfreien Verfahren gemäß dem Stand der Technik, führen
daher Tenside zu unerwünschtem Schäumen sowie zu qualitätsminderndem Emulgieren von
Farbe und Feuchtwasser, so dass in vielen praktischen Fällen der alkoholfreie Druck
versagt und wieder durch das Drucken mit Alkohol abgelöst werden muss. Hinzu kommt
die Schwierigkeit, dass Tenside sich in einem chemischen Multikomponentengemisch sehr
oft schwierig zu lösen sind, so dass zusätzlich Stoffe als Lösemittelvermittler in
das Additiv - Konzentrat eingebracht werden müssen, um eine Entmischung, d.h. ein
Absetzen auf dem Boden des Additiv - Fasses des Lieferanten zu verhindern. Auch diese
Schwierigkeit wird durch das erfindungsgemäße Verfahren leicht gelöst. Es bietet nämlich
die Möglichkeit, nur diejenigen chemischen Stoffkomponenten anzuwenden, die für den
Druckprozess absolut notwendig sind. Da die Bahngeschwindigkeiten moderner Druckmaschinen
laufend gesteigert werden und letzteres eine zunehmend präzisere Messung und Dosierung
der chemischen Einzelkomponenten erfordert, ist das neue Verfahren für den Druck ohne
Alkohol unverzichtbar. Unterstützend hinzu kommt, dass bei ein und derselben Druckmaschine
, abhängig vom Druckauftrag, d.h. von dem aktuell verwendeten Papier, von den vom
spezifischen Kunden verlangten Sonderfarben, von dem speziell verwendeten Gummituch,
der Walzenbeschichtung, etc.,die Zusammen - setzung der Einzelkomponenten des Additivs
veränderbar sein muss. Auch letzteres ist nur mit dem hier beschriebenen neuen Verfahren
möglich. Dies wird insbesondere auch dadurch bewiesen, dass es bis heute kein einziges
Additiv auf der Welt gibt, welches Drucken ohne Alkohol unter allen in einer Druckmaschine
auftretenden Bedingungen ermöglicht. Letzteres erklärt, weshalb Druckereileiter immer
wieder andere Additivformulationen testen wollen, um ihre Druckaufträge durchzuführen.
Trotzdem muss festgestellt werden, dass jede chemische Formulierung einen Kompromiss
darstellt und daher nur für eine beschränkte Skala von Druckaufträgen optimal ist.
Insgesamt ist die derzeitige Vorgehensweise notgedrungen mit einem hohen finanziellen
Aufwand verbunden, der trotz der oben genannten gesetzlichen Vorschriften in Europa,
den Druck ohne Alkohol de facto unmöglich macht.
[0005] Ziel der vorliegenden Erfindung ist daher, durch kontinuierliche Messung und Regelung
der Zusammensetzung des Feuchtwassers, d.h. durch kontinuierliche Nachdosierung der
einzelnen unterschiedlich verarmenden chemischen Komponenten bzw. ausgewählter Gruppen
von Komponenten auf die jeweiligen Sollwerte nachzuregeln, um die Verfügbarkeit des
Offset-Druckprozesses auf Werte des konkurrierenden Tiefdrucks, d.h. auf etwa 90 bis
95 %, zu erhöhen. Erfindungsgemäß werden dazu ein Verfahren sowie eine Vorrichtung
erstmals in der Drucktechnik verwendet, die aufgrund von selektiver Schwächung elektromagnetischer
Strahlung die Konzentrationen der Einzelkomponenten des Additivs kontinuierlich messen
und auf vorgegebene optimale Werte regeln. Dabei wird verhindert, dass die Prozeßflüssigkeit
insbesondere eine Verarmung aber auch eine Überdosierung von Einzelkomponenten des
Additivs erleidet, so dass der Druckprozeß bei hoher Stabilität und Verfügbarkeit
im optimalen Arbeitspunkt kontinuierlich fortgesetzt werden kann. Von allergrößter
erfinderischer Wichtigkeit ist dabei die Tatsache, dass das Verfahren nicht nur beim
alkoholfreien Druck ,d.h. für Ersatzstoffe, funktioniert, sondern dass die Selektvität
der Messung und Regelung des Additivs auch beim Drucken mit zusätzlicher Beimischung
von Alkohol aufrechterhalten werden kann, d.h. dass der Alkohol keine Verfälschung
der Messung der Konzentrationen der Einzelkomponenten des Additivs verursacht. Erfindungsgemäß
wird die selektive Messung der Konzentrationen der Einzelkomponenten bzw. von Gruppen
verschiedener chemischer Verbindungen gekoppelt mit einem Dosiersystem, das die verschiedenen
Komponenten aus verschiedenen Behältern über ein aus getakteten Ventilen und Pumpen
bestehendes System entnimmt und dem Feuchtwasser geregelt zuführt. Mit diesem neuen
Verfahren wird der Offsetdruck mit Alkohol entscheidend optimiert. Der Druck ohne
Alkohol wird dadurch erstmals auf eine Basis gestellt, die einen Langzeitprozess unter
Erfüllung der Randbedingungen der Wirtschaftlichkeit, ermöglicht. Die Tatsache, dass
das neue Vefahren eine individuelle on-line Anpassung des Feuchtwassers an den jeweiligen
Druckauftrag, d. h. Papiertyp, Farbtyp, Bahngeschwindigkeit, prinzipbedingte Wechselwirkung
zwischen Farbe und Feuchtwasser als Haupteigenschaft des Offsetprozesses, ermöglicht,
vermeidet das Entstehen von allgemein bekannten Problemen, wie z. B. unerlaubte Ablagerungen
auf dem Gummituch, unerwünschte Farbrückspaltungen in das Feuchtwasser, schädliche
chemische Angriffe der Druckplatten, etc. Insbesondere wird das zu schmale Fenster
der Variationsmöglichkeiten der Konzentrationen der chemischen Einzelkomponenten von
gebrauchsfertig gelieferten Additiven durch das neue Verfahren beliebig erweitert,
so dass ständige Feuchtwasserwechsel, insbesondere durch das schon genannte Suchen
nach besseren Feuchtwasser - Additiven bei mehrstündigen Stillegungen des Druckprozesses
und entsprechend negativen Folgen für die Entsorgung des zuvor betriebenen Feuchtwassers
und damit auch für die Wirtschaftlichkeit des Druckprozesses, durch das neue Verfahren
entfallen.
[0006] Gemäß dem derzeitigen Stand der Technik werden zur Herstellung der Prozeßflüssigkeit
Dosiereinrichtungen verwendet, die volumetrisch im Rahmen einer Steuerung die zwei
bzw. drei Komponenten unter fest vorgegebenen Verhältnissen mischen und in den Flüssigkeitskreislauf
der Druckmaschine entsprechend dem jeweiligen Verbrauch, d.h. gemäß dem Abtransport
der Flüssigkeit durch das zu bedruckende Papier, einspeisen. Neben Mischstationen,
die von Hand bedient werden, sind derzeit insbesondere Systeme mit herkömmlichen Dosierpumpen
im Einsatz. Ein großer Nachteil dieser Systeme besteht darin, dass weder Fehlfunk-tionen
der Mischeinrichtungen noch Änderungen der physikalischen und / oder der chemischen
Zusammensetzung , z.B. infolge von chemischen Reaktionen oder von Absorptions- oder
Desorptionsprozessen durch die Druckfarbe, das Papier, durch die Rohrleitungsoder
die Maschinenmodule, festgestellt werden können. Insbesondere führen Verdunstungsprozesse
bei diesen klassischen Dosierungsverfahren zu erheblichen Konzentrationsfehlern. Die
im Moment als einzige Kontrollinstrumente bereits im Einsatz befindlichen Sensoren
zur Erfassung der elektrischen Leitfähigkeit sind wegen der starken und schwankenden
Verschmutzung der Prozeßflüssigkeit für eine quantitative Messung der Konzentration
des jeweiligen Additivs bzw. des Ersatzstoffes nicht geeignet. Ferner sind die wichtigen
chemischen Leitkomponenten der Additive, welche den Druckprozeß ermöglichen, durch
eine Leitfähigkeitsmessung nicht erfassbar, da diese Substanzen im Wasser nicht disssoziierbar
sind. Auch die mehr oder weniger als Standard im Offsetdruck bereits eingeführte pH
- Sonde kann allenfalls als Indikator kurz vor dem Zusammenbruch der Funktion des
Druckprozesses herangezogen werden, da die erforderliche starke chemische Pufferung
der Prozeßflüssigkeit, z.B. durch Zitronensäure, eine Veränderung des pH-Wertes auch
bei starker Veränderung der chemischen Zusammensetzung, verhindert.
[0007] Ziel der vorliegenden Erfindung sind daher ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur
Realisierung des Verfahrens, welche eine quantitative, kontinuierliche Messung und
Regelung der Konzentrationen der Einzelkomponenten des jeweiligen Additivs bzw. des
Ersatzstoffes in einer Matrix von bis zu 20 chemischen Komponenten ohne fehlerhafte
Beeinflussung durch andere Stoffe, wie z.B. insbesondere durch Alkohole, Schmutz-,
Farb- und Papier- Partikel, Gasblasen, Salze aus dem Papierstrich und andere für den
Offsetdruck typische Verunreinigungen, ermöglichen. Darüber hinaus müssen die Einzelkomponenten
mit einer stoffabhängigen Genauigkeit zwischen 10 ppm und 3.0 % gemessen und geregelt
werden.Dieses Problem wurde bisher in keinem aller praktischen Fälle gelöst Da unsere
wissenschaftlichen Untersuchungen vor allem gezeigt haben, dass die verschiedenen
chemischen Inhaltsstoffe einer statisch vorgegebenen Additiv-Mischung nicht konzentrationsproportional
verbraucht werden, sich die Mischung im Laufe des Druckprosesses also verändert, da
sowohl die Farben, als auch das Papier, als auch andere Effekte eine mehr oder weniger
selektive Abreicherung der Einzelkomponenten hervorrufen.Diese besondere Situation
im Offsetdruck macht die vorliegende Erfindung in höchstem Maße wertvoll, da Abreicherungseffekte
vollständig ausgeglichen werden, unabhängig von dem jeweils in der Druckmaschine befindlichen
Kundenauftrag. Die vorliegende Erfindung löst die gestellten Aufgaben unter anderem
dadurch, dass die chemischen Einzelkomponenten kontinuierlich gemessen und dem Feuchtmittelkreislauf
geregelt als reine Rohstoffe oder / und als Teilmischungen aus mehreren Komponenten
in der Regel in Mischungen mit Wasser, so zugeführt werden, dass sie sich einfach
im Feuchtwasser lösen und insbesondere keine getrennten Phasen bilden. Auf diese Weise
können insbesondere auch chemische Formulierungen realisiert werden, die in einem
vorgefertigten Additiv - Konzentrat sich abtrennen und daher nicht zu einer homogenen
Lösung führen würden. Für die Konzentrationsbestimmungen wird erfindungsgemäß die
Schwächung elektromagnetischer Strahlung beim Durchgang durch das Feuchtwasser ausgenutzt.
[0008] Die Erfindung wird im folgenden detailliert mittels Figuren beschrieben. Dabei zeigen
im einzelnen:
- Fig.1:
- Das Gesamtsystem bestehend aus Meß- und Regelsystemen, Druckmaschine und Prozeßflüssigkeitskreislauf,
wobei die Dosierung der verschiedenen chemischen Komponenten / Komponentengruppen
direkt durch das Mess- und Regelgerät erfolgt.
- Fig. 2:
- Eine alternative Ausbildung der Erfindung, wobei die Dosierung über eine Venturi -
Düse stattfindet.
- Fig. 3:
- Eine alternative Ausbildung der Erfindung , die dadurch gekennzeichnet ist, dass die
chemischen Einzelkomponenten über einen statischen Mischer geführt werden.
- Fig. 4:
- Eine weitere Systemvariante, bei welcher eine Voranmischung in einem separaten Behälter
stattfindet, welcher mit dem Gesamtsystem verbunden ist, wobei die Zusammensetzung
dem optimalen Mischungsverhältnis entspricht.
- Fig. 5:
- System , bei welchem die optimale Zusammensetzung über kalibrierte Dosierpumpen erfolgt.
[0009] Die gemäß Fig. 1 in einem Tank (1) befindliche Prozeßflüssigkeit (2) wird durch Umwälzpumpen
(3) zur Druckmaschine (4) und zurück zum Tank (1) über Rohrleitungen (5) im Kreislauf
geführt. Die jeweiligen Konzentrationen der chemischen Einzelkomponenten des Additivs
werden von einem Messsystem (6) kontinuierlich gemessen . Die vorgegebenen chemischen
Komponenten K1, K2, K3,.... bis Kn werden über Pumpen (7) sowie über Ventile (8) in
die Prozessflüssigkeit (2) eingespeist.Die jeweils erforderlichen verschiedenen Soll
- Konzentrationen der chemischen Komponenten K1 bis Kn werden dadurch garantiert,
dass das Messsystem (6) die Ist - Konzentrationen kontinuierlich mißt und im Rahmen
einer Regelung von der jeweiligen Komponente so viel nachdosiert, dass der Ist-Wert
gleich dem vorgegebenen Soll - Wert ist. Dadurch ist gewährleistet, dass die durch
den Druckprozeß ständig verbrauchten oder durch chemische Reaktionen oder physikalische
Absorptionsprozesse an den Wänden der Drucklinie entzogenen Additiv - Komponenten
in die Prozeßflüssigkeit (2) nachgespeist werden, so dass unabhängig von der Stärke
der jeweiligen Verlustprozesse die Istwerte der Konzentration des Additivs gleich
den vom Drucker vorgegebenen Soll-Werten sind. Der Wasserverlust in der Prozeßflüssigkeit
(2) wird über eine Rohrleitung (9) ausgeglichen, wobei die Füllhöhe (10) über ein
Niveau - Mess- und Regel - System (11) nach dem Ultraschall - Echolot - Prinzip oder
einem Verfahren gemäß dem Stand der Technik konstant gehalten wird. Mit einer weiteren
Meß- und Regeleinrichtung (12), die in einer anderen Ausbildung der Erfindung auch
im Meßsystem (6) integriert sein kann, wird kontinuierlich die Konzentration des Alkohols,
sofern nicht alkoholfrei gedruckt wird, in der Prozeßflüssigkeit (2) gemessen und
der im wesentlichen durch Verdunstung verlorene Alkohol aus einem Vorratsbehälter
(13) über eine Einheit bestehend aus Ventil und Dosierpumpe (14) eingespeist, so dass
auch im Falle des Druckens mit Alkohol Soll- und Ist-Wert ständig übereinstimmen und
die Verfügbarkeit und Qualität des Druckprozesses gewährleistet sind. Zur Homogenisierung
der Prozessflüssigkeit wird ein Rührwerk (15) eingesetzt.
[0010] Fig 2 skizziert die erfindungsgemäße Anordnung bestehend aus Druckmaschine (16),
Feuchtwassertank (17), Feuchtwasser (18) mit Zirkulation (19) sowie den chemischen
Komponenten K1 bis Kn (20), welche über eine Venturi - Düse (21), und über eine Pumpe
(22) betrieben wird, die chemischen Komponenten K1 bis Kn über Ventile (23) ansaugt
und in das Feuchtwasser (18) einspeist, wobei die Messung der Konzentrationen der
chemischen Komponenten über das Mess- und Regelsystem (24) erfolgt. Die Nachspeisung
(25) von Wasser mit automatischer Niveauregulierung sowie das Rührwerk (26) entsprechen
den Anordnungen von Fig. 1.
[0011] In Fig. 3 ist in der Gesamtanordnung bestehend aus Druckmaschine (27), Feuchtwassertank
(28), Feuchtwasser (29), Mess- und Regelsystem (30), Rührwerk (31), Wassereinspeisung
(32) mit Füllhöhenkontrolle (33) und Feuchtwasserzirkulation (34), als zusätzliche
Komponente ein statischer Mischer (35) realisiert. Das über die Pumpe (36) im Kreislauf
geführte Feuchtwasser (29) wird mit den chemischen Komponenten K1 bis Kn (37), die
über die Ventile (38) in den Kreislauf (39) eingespeist werden im statischen Mischer
(35) durchmischt, so dass sowohl das Messsystem (30) als auch der Kreislauf (34) homogene
Flüssigkeitsgemische aufweisen mit dem Ziel, dass das Gesamtsystem in Fig.3 optimal
funktioniert.
[0012] Fig. 4 stellt eine gegenüber den vorausgehenden Figuren veränderte Version der Erfindung
dar, die durch eine Voranmischung der chemischen Komponenten K1 bis Kn (42) über Pumpen
(50a) mit einer Wasserzufuhr (41) in einem Mischbehälter (40) gekennzeichnet ist.
Durch diese Anordnung wird erreicht , dass der Regelprozeß des Messsystems (43) zur
jeweiligen Erreichung der Sollkonzentrationen der chemischen Komponenten K1 bis Kn
(42) entscheidend verkürzt wird, so dass die Zusammensetzung des Feuchtwassers (44)
im Feuchtwassertank (45) auch über kürzere Zeitintervalle immer die vorgegebenen Sollwerte
aufweist. Ferner wird analog zu dem Rührwerk (46) im Feuchtwassertank auch im Vormischbehälter
(40) eine Homogenisierungs-einrichtung (39) verwendet. Letztere kann auch gemäß Fig.
3 ein statischer Mischer sein. Um bei der Einspeisung der vorgemischten Flüssigkeit
(47) in den Feuchtwassertank (45) eventuelle Füllstandsprobleme zu vermeiden, ist
der Einsatz eines Sensors (48), vorzugsweise nach dem Ultraschall - Echolot - Prinzip,
von großer Bedeutung. Die Umwälzung (49) des Feuchtwassers (44) über die Pumpe (49)
zur Druckmaschine (50) erfolgt analog zu der in den Figuren 1 bis 3.
[0013] Fig. 5 zeigt die einfachste Variante gemäß der Erfindung, in welcher die chemischen
Komponenten K1 bis Kn (51) über vom Messsystem (52) geregelte, kalibrierte Dosierpumpen
(53) gemäß dem jeweiligen Sollwert der Einzelkomponente über ein Ventil (54) zudosiert
werden. Die Füllstandsmessung (55) und das Rührwerk (56) ermöglichen in Kombination
mit der Wasserzufuhr (57) eine homogene Mischung des Feucht - wassers (58), welches
über die Umwälzpumpe (59) im Kreislauf (60) zwischen Druckmaschine (61) und Feuchtwasserkühlgerät
(62) zirkuliert.
1. Verfahren zur direkten, selektiven Messung und Regelung der Konzentrationen der chemischen
Einzelkomponenten von chemischen Additiven bzw. von Alkohol - Ersatzstoffen in Prozeßflüssigkeiten
beim Offsetdruck, dadurch gekennzeichnet, dass die Konzentrationen der chemischen Einzelkomponenten oder Gruppen derselben kontinuierlich
gemessen werden und dass eine Nachdosierung der Einzelkomponenten / Gruppen auf die
jeweiligen Sollwerte vorgenommen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die verschiedenen chemischen Komponenten in einzelnen Behältern befinden und
die Nachdosierung über ein Messsystem erfolgt, welches die Konzentrationen der Einzelkomponenten
oder von Gruppen derselben kontinuierlich mißt und die Nachdosierung der Einzelkomponenten
über eine Regelschleife vornimmt
3. Verfahren nach Anspruch 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Nachdosierung der chemischen Einzelkomponenten / Gruppen aus den Einzelbehältern
über Pumpen erfolgt, die mit je einem Ventil in Serie geschaltet sind.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Ansaugung der Einzelkomponenten / Gruppen in den Feuchtwasserkreislauf mit einer
Bernouilli - Düse erfolgt.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchmischung von Feuchtwasser und Einzelkomponenten / Gruppen durch einen statischen
Mischer optimiert wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die chemischen Einzelkomponenten / Gruppen in einem Vormischbehälter mit Wasser vorgemischt
werden und dass der Flüssigkeitsinhalt des Vormischbehälters in den Feuchtwasserbehälter
überführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die chemischen Einzelkomponenten / Gruppen aus jedem Behälter über jeweils eine Pumpe,
denen ein gemeinsames Ventil vorgeschaltet ist, dosiert werden.
8. Vorrichtung zur Messung und Regelung der Konzentrationen von chemischen Einzel-Komponenten
in Prozessflüssigkeiten beim Offsetdruck, dadurch gekennzeichnet, dass die Prozessflüssigkei (2) von einem Messsystem (6) bezüglich der Konzentrationen
der Einzelkomponenten kontinuierlich überwacht wird, dass die chemischen Einzelkomponenten
K1 bis Kn über Pumpen (7) nachgespeist werden, so dass zu jedem Zeitpunkt die Konzentrationen
gleich den Soll - Konzentrationen sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass als Pumpe eine Bernouilli - Düse (21) verwendet wird, welche durch einen Teilstrom
des Feuchtwassers (18) betrieben und das durch eine Pumpe (22) umgewälzt wird.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, dass die chemischen Komponenten K1 bis Kn durch einen statischen Mischer (35) mit dem
Feuchtwasser (29) in einem Kreislauf (39), der durch eine Pumpe (38) angetrieben wird,
homogen miteinander vermischt werden.
11. Vorrichtung nach Anspruch 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, dass die chemischen Einzelkomponenten K1 bis Kn in einem Vormischbehälter (40) mit Wasser
aus einer Wasserleitung (41) über Pumpen (50 a) angesetzt werden und das Gemisch (47)
anschließend dem Hauptbehälter (44) zugeführt wird.
12. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die chemischen Einzel- koponenten K1 bis Kn über jeweils eine Pumpe (53), welcher
ein Ventil (54) vorgeschaltet ist, in das Feuchtwasser (58) dosiert werden.
13. Vorrichtung nach Anspruch 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass eine zweite Mess- und Regeleinheit (12), welche die Konzentration von Alkohol im
Feuchtwasser (2,18,29,44,58) kontinuierlich mißt und den verbrauchten Alkohol aus
einem Alkohol -reservoir (13) über eine Pumpe (14) mit vorgeschaltetem Ventil nachdosiert,
vorgesehen ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 8 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Füllstand (10, 27) mit einem Sensor (11, 28, 33, 48, 55) detektiert wird und
dass die Füllhöhe durch eine Regelschleife konstant gehalten wird.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass als Füllstandssensor (11,28,33,48,55) eine Ultraschalleinheit verwendet wird, die
nach dem Echolot - Prinzip arbeitet.
16. Vorrichtung nach Anspruch 8 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Feuchtwasser (2, 18, 29, 44, 58) durch Rührwerke ( 15, 26, 31, 39, 46, 58) homogenisiert
wird.