[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Mineralöle und Mineralöldestillate mit verbesserten
Kälteeigenschaften und ein polymeres Additiv zur Verbesserung der Kälteeigenschaften.
[0002] Rohöle und durch Destillation von Rohölen gewonnene Mitteldestillate wie Gasöl, Dieselöl
oder Heizöl enthalten je nach Herkunft der Rohöle unterschiedliche Mengen an n-Paraffinen,
die bei Erniedrigung der Temperatur als plättchenförmige Kristalle auskristallisieren
und teilweise unter Einschluss von Öl agglomerieren. Dadurch kommt es zu einer Verschlechterung
der Fließeigenschaften dieser Öle bzw. Destillate, wodurch beispielsweise bei Gewinnung,
Transport, Lagerung und/oder Einsatz der Mineralöle und Mineralöldestillate Störungen
auftreten können. Bei Mineralölen kann dieses Kristallisationsphänomen beim Transport
durch Rohrleitungen vor allem im Winter zu Ablagerungen an den Rohrwänden, in Einzelfällen,
z.B. bei Stillstand einer Pipeline, sogar zu deren völliger Verstopfung führen. Auch
bei der Lagerung und Weiterverarbeitung der Mineralöle kann die Ausfällung von Paraffinen
Schwierigkeiten verursachen. So kann es im Winter unter Umständen erforderlich sein,
die Mineralöle in beheizten Tanks zu lagern. Bei Mineralöldestillaten können als Folge
der Kristallisation Verstopfung der Filter in Dieselmotoren und Feuerungsanlagen auftreten,
wodurch eine sichere Dosierung der Brennstoffe verhindert wird und gegebenenfalls
eine völlige Unterbrechung der Kraftstoff- bzw. Heizmittelzufuhr eintritt.
[0003] Neben den klassischen Methoden zur Beseitigung der auskristallisierten Paraffine
(thermisch, mechanisch oder mit Lösungsmitteln), die sich lediglich auf die Entfernung
der bereits gebildeten Ausfällungen beziehen, wurden in den letzten Jahren chemische
Additive (sogenannte Fließverbesserer oder Paraffininhibitoren) entwickelt, die durch
physikalisches Zusammenwirken mit den ausfallenden Paraffinkristallen dazu führen,
dass deren Form, Größe und Adhäsionseigenschaften modifiziert werden. Die Additive
wirken dabei als zusätzliche Kristallkeime und kristallisieren teilweise mit den Paraffinen
aus, wodurch eine größere Anzahl von kleineren Paraffinkristallen mit veränderter
Kristallform resultiert. Ein Teil der Wirkung der Additive wird auch durch eine Dispergierung
der Paraffinkristalle erklärt. Die modifizierten Paraffinkristalle neigen weniger
zur Agglomeration, so dass sich die mit diesen Additiven versetzten Öle noch bei Temperaturen
pumpen bzw. verarbeiten lassen, die oft mehr als 20 K tiefer liegen als bei nichtadditivierten
Ölen.
[0004] Das Fließ- und Kälteverhalten von Mineralölen und Mineralöldestillaten wird durch
Angabe des Cloud Points (bestimmt nach ISO 3015), des Pour-Points (bestimmt nach ISO
3016) und des Cold-Filter-Plugging-Points (CFPP; bestimmt nach EN 116) beschrieben.
Diese Kenngrößen werden in °C gemessen.
[0005] Typische Fließverbesserer für Rohöle und Mitteldestillate sind Copolymerisate des
Ethylens mit einem oder mehreren Carbonsäureestern des Vinylalkohols, wie beispielsweise
EVA-Copolymere. Auch Copolymerisate des Ethylens mit Olefinen wie beispielsweise Propen
sowie Blockcopolymere sind als Kaltfließverbesserer bekannt.
[0006] Aus wissenschaftlichen Publikationen ist bekannt, dass bestimmte Blockcopolymere
zur Mikrophasenseparation neigen, das heißt es bilden sich Domänen, die ausschließlich
aus einem der Blöcke bestehen. In bestimmten Lösemitteln bildet ein schlechter löslicher
Block A des Copolymeren eine Art Mizellkern, während ein besser löslicher Block B
solvatisiert ist und eine gequollene Hülle bildet. Bei Triblockcopolymeren der Struktur
A-B-A können die schwerer löslichen A-Blöcke verschiedenen Mizellen angehören. Durch
Verbrückung dieser Mizellen durch den B-Block wird eine Art Netzwerk gebildet. Sie
bilden in Lösemitteln Gele.
[0007] Blockcopolymere sind insbesondere als Werkstoffe bzw. als Komponente für Werkstoffe
bekannt, wo sie wegen ihrer Eigenschaften als thermoplastisches Elastomer geschätzt
werden. Darüber hinaus sind auch Anwendungen in Ölen bekannt.
[0008] JP-A-11 106 764 und JP-A-11 148 085 offenbaren Blockcopolymere des Typs Styrol-Butadien/Isopren-Styrol
zur Absenkung des CFPP und des Pour Points von schwefelarmen bzw. schweren Mitteldestillaten.
Es handelt sich um Alternativen zu EVA-Copolymeren und anderen bekannten Pour Point-Depressanten
für Mitteldestillate. Die Blockcopolymere werden gegebenenfalls zusammen mit Polyoxyalkylenderivaten
eingesetzt.
[0009] JP-A-2000-256684 offenbart die gleichen Blockcopolymere wie JP-A-111 06 764 / JP-A-11
148 085 zur Absenkung des CFPP und des Pour Points von Mitteldestillaten, die auch
hier zusammen mit Polyoxyalkylenderivaten eingesetzt werden können. Die Blockcopolymere
haben eine mittels DSC bestimmte Glasübergangstemperatur von -10 bis 80°C.
[0010] US-3 807 975 offenbart Mitteldestillate wie Diesel, Jet fuel und Gasöl mit verbesserter
Pumpbarkeit in der Kälte, die zur Einstellung eines Pour Points von unter -18°C Additive
auf Basis von Copolymeren des Ethylens mit Propylen, Vinylacetat, Aminoalkylestern
oder Acrylsäureestern und zusätzlich zur Verbesserung der Filtrierbarkeit in der Kälte
50 - 1.000 ppm bestimmter Copolymere aus Styrol und Butadien enthalten. Die Styrol-Butadien-Copolymere
haben Molekulargewicht von bis zu 5000 und enthalten 10 bis 30 Gew.-% Styrol. Es wird
keine Struktur der Copolymere spezifiziert.
[0011] DE-A-2 711 218 offenbart Brennstofföle, die neben Hydroxycarbonsäurealkylestern u.a.
ein hydriertes Styrol-Butadien-Mischpolymerisat (Mw 96.000, 27 % Styrol, 63 % Butadien)
als Pour Point Depressanten enthalten.
[0012] EP-A-0 815 184 und EP-A-1 302 526 offenbaren hydrierte Blockcopolymere aus Dienen
als Kaltfließverbesserer für Mitteldestillate. Die Blöcke bestehen aus kristallinen
Blöcken aus 1,4-verknüpften Dienen einerseits und nicht kristallinen Blöcken aus 1,2-verknüpften
linearen Dienen und/oder verzweigten Dienen andererseits. Die Blockcopolymere werden
in Kombination mit bekannten Fließverbesserern eingesetzt.
[0013] DD-254 955 offenbart Blockcopolymere EVA-Polystyrol-EVA mit 0,4 - 12 Gew.-% Polystyrol
als Fließverbesserer für Mitteldestillate. Der in Mineralöl weniger lösliche Polystyrolblock
bildet hier aber den mittleren Block, so dass eine für Triblockcopolymere typische
Gelbildung über Mikrophasenseparation hier nicht auftreten kann.
[0014] EP-A-0 082 399 offenbart, dass nach üblichen radikalischen Polymerisationsprozessen
hergestellte Ethylencopolymere mit lebenden, durch anionische Polymerisation hergestellten
Polymeren zu Blockcopolymeren umgesetzt werden können. Die Ethylenblöcke enthalten
polare Comonomere wie Acrylate; die lebenden Radikale basieren auf Homopolymeren des
Styrols oder Dienen bzw. deren mehr oder weniger statistisch aufgebauten Copolymeren.
Diese Blockcopolymere können u.a. Mineralölen zugesetzt werden.
[0015] Im Zuge der abnehmenden Erdölreserven bei ständig steigendem Energiebedarf werden
immer problematischere Rohöle gefördert und verarbeitet. Darüber hinaus werden die
Anforderungen an die daraus hergestellten Brennstofföle wie Diesel und Heizöl nicht
zuletzt durch legislative Vorgaben immer anspruchsvoller. Beispiele dafür sind die
Absenkung des Schwefelgehaltes, die Begrenzung des Siedeendes sowie des Aromatengehaltes
von Mitteldestillaten, die die Raffinerien zu ständiger Anpassung der Verarbeitungstechnologie
zwingen. Es ist daher wünschenswert, Kaltfließverbesserer mit einer gegenüber dem
Stand der Technik verbesserten Effizienz sowie mit einem verbreiterten Wirkungsspektrum
in diesen Ölen zu haben.
[0016] Durch die Additivierung mit klassischen Fließverbesserern auf Basis von Ethylen und
ungesättigten Estern wie Vinyl- und Acrylestern wird die Größe der aus Mitteldestillaten
bei Abkühlung ausfallenden Paraffinkristalle reduziert und somit die Filtrierbarkeit
der Öle unterhalb des Cloud Points verbessert. Durch die nun abgesenkte Viskosität
des Öls tendieren die Paraffinkristalle aber auf Grund ihrer gegenüber dem Mitteldestillat
höheren spezifischen Dichte zur Sedimentation und führen zu einer erhöhten Paraffinkonzentration
und damit zu einem erhöhten Cloud Point am Boden des Lagerbehälters. Zur Verbesserung
der Paraffindispergierung werden diesen Ölen zusätzlich polare stickstoffhaltige Verbindungen
zugesetzt.
[0017] Die Paraffindispergierung in Mitteldestillaten ist mit den Additiven des Standes
der Technik in vielen Fällen aber unbefriedigend. Bei Ölen mit niedrigem Paraffingehalt
insbesondere im kältekritischen Kettenlängenbereich von C
16-C
22 ist die Paraffindispergierung oftmals schwierig, da die Partikel nicht durch gegenseitige
Abstoßung in Schwebe gehalten werden können. Andererseits sind auch hohe Paraffingehalte,
wie sie unter anderem auch bei Temperaturen weit unterhalb des Cloud Points auftreten,
schwierig zu dispergieren. Besonders problematisch sind dabei Öle mit niedrigem Gehalt
an Aromaten, da die Löslichkeit der Paraffine hier unterhalb des Cloud Points besonders
stark abnimmt. Daher werden Additive gesucht, die insbesondere in kritischen Ölen
und bei niedrigen Lagertemperaturen zu einer verbesserten Paraffindispergierung führen.
Bei den bereits als Kälteadditive beschriebenen Olefincopolymeren handelt es sich
um statistische Copolymere aus Ethylen und längerkettigen Olefinen, die über Cokristallisation
mit den in der Kälte aus Mitteldestillaten ausfallenden Paraffinen deren Kristallgröße
verringern und somit zu einer verbesserten Filtrierbarkeit der Öle in der Kälte führen.
Sie leisten aber keinen Beitrag zur Dispergierung der Paraffinkristalle.
[0018] Es wurde gefunden, dass eine verbesserte Paraffindispergierung in Mitteldestillaten
erzielt wird, wenn diesen ein Additiv aus einem Blockcopolymer und einem Derivat eines
Fettamins zugesetzt wird.
[0019] Gegenstand der Erfindung ist daher ein Additiv zur Verbesserung des Kaltfließverhaltens
von Mitteldestillaten, enthaltend
I) mindestens einen Paraffindispergator, welcher ein Derivat eines Fettamins ist,
II) mindestens ein Blockcopolymer der Struktur (AB)nA oder (AB)m, worin A für Blöcke steht, die aus olefinisch ungesättigten, aromatischen Monomeren
aufgebaut sind,
und
B für Blöcke steht, die aus Strukturelementen auf Basis von Polyolefinen aufgebaut
und zur Kokristallisation mit den aus dem Mitteldestillat bei Abkühlung ausfallenden
Paraffinen befähigten sind, und
n eine Zahl zwischen 1 und 10 und m eine Zahl zwischen 2 und 10 ist.
[0020] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Mitteldestillat, welches ein oben definiertes
Additiv enthält.
[0021] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung eines Additivs wie oben
definiert zur Verbesserung des Kaltfließverhaltens von Mitteldestillaten.
[0022] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Verbesserung des Kaltfließverhaltens
und/oder der Paraffindispergierung von Mitteldestillaten, indem man ihm ein Additiv
wie oben definiert zusetzt.
[0023] Bei den erfindungsgemäß geeigneten Paraffindispergatoren handelt es sich vorzugsweise
um Umsetzungsprodukte von Fettaminen mit Verbindungen, die eine Acylgruppe enthalten.
Bei den bevorzugten Aminen handelt es sich um Verbindungen der Formel NR
6R
7R
8, worin R
6, R
7und R
8 gleich oder verschieden sein können, und wenigstens eine dieser Gruppen für C
8-C
36-Alkyl, C
6-C
36-Cycloalkyl, C
8-C
36-Alkenyl, insbesondere C
12-C
24-Alkyl, C
12-C
24-Alkenyl oder Cyclohexyl steht, und die übrigen Gruppen entweder Wasserstoff, C
1-C
36-Alkyl, C
2-C
36-Alkenyl, Cyclohexyl, oder eine Gruppe der Formeln -(A-O)
x-E oder - (CH
2)
n-NYZ bedeuten, worin A für eine Ethyl- oder Propylgruppe steht, x eine Zahl von 1
bis 50, E = H, C
1-C
30-Alkyl, C
5-C
12-Cycloalkyl oder C
6-C
30-Aryl, und n = 2, 3 oder 4 bedeuten, und Y und Z unabhängig voneinander H, C
1-C
30-Alkyl oder -(A-O)
x bedeuten. Die Alkyl- und Alkenylreste können linear oder verzweigt sein und bis zu
zwei Doppelbindungen enthalten. Bevorzugt sind sie linear und weitgehend gesättigt,
das heißt sie haben Jodzahlen von weniger als 75 gl
2/g, bevorzugt weniger als 60 gl
2/g und insbesondere zwischen 1 und 10 gl
2/g. Besonders bevorzugt sind sekundäre Fettamine, in denen zwei der Gruppen R
6, R
7und R
8 für C
8-C
36-Alkyl, C
6-C
36-Cycloalkyl, C
8-C
36-Alkenyl, insbesondere für C
12-C
24-Alkyl, C
12-C
24-Alkenyl oder Cyclohexyl stehen. Geeignete Fettamine sind beispielsweise Octylamin,
Decylamin, Dodecylamin, Tetradecylamin, Hexadecylamin, Octadecylamin, Eicosylamin,
Behenylamin, Didecylamin, Didodecylamin, Ditetradecylamin, Dihexadecylamin, Dioctadecylamin,
Dieicosylamin, Dibehenylamin sowie deren Mischungen. Speziell enthalten die Amine
Kettenschnitte auf Basis natürlicher Rohstoffe wie z.B. Cocosfettamin, Talgfettamin,
hydriertes Talgfettamin, Dicocosfettamin, Ditalgfettamin und Di(hydriertes Talgfettamin).
Besonders bevorzugte Aminderivate sind Aminsalze, Imide und/oder Amide wie beispielsweise
Amid-Ammoniumsalze sekundärer Fettamine, insbesondere von Dicocosfettamin, Ditalgfettamin
und Distearylamin.
[0024] Unter Acylgruppe wird hier eine funktionelle Gruppe folgender Formel verstanden:
> C = O
[0025] Für die Umsetzung mit Aminen geeignete Carbonylverbindungen sind sowohl niedermolekulare
wie auch polymere Verbindungen mit einer oder mehreren Carboxylgruppen. Bei den niedermolekularen
Carbonylverbindungen werden solche mit 1, 2, 3 oder 4 Carbonylgruppen bevorzugt. Sie
können auch Heteroatome wie Sauerstoff, Schwefel und Stickstoff enthalten. Geeignete
Carbonsäuren sind beispielsweise Malein-, Fumar-, Croton-, Itacon-, Bernsteinsäure,
C
1-C
40-Alkenylbernsteinsäure, Adipin-, Glutar-, Sebacin-, und Malonsäure sowie Benzoe-,
Phthal-, Trimellit- und Pyromellitsäure, Nitrilotriessigsäure, Ethylendiamintetraessigsäure
und deren reaktive Derivate wie beispielsweise Ester, Anhydride und Säurehalogenide.
Als polymere Carbonylverbindungen haben sich insbesondere Copolymere ethylenisch ungesättigter
Säuren wie beispielsweise Acrylsäure, Methacrylsäure, Maleinsäure, Fumarsäure und
Itaconsäure erwiesen, besonders bevorzugt sind Copolymere des Maleinsäureanhydrids.
Als Comonomere sind solche geeignet, die dem Copolymer Öllöslichkeit verleihen. Unter
öllöslich wird hier verstanden, daß sich das Copolymer nach Umsetzung mit dem Fettamin
in praxisrelevanten Dosierraten rückstandsfrei im zu additivierenden Mitteldestillat
löst. Geeignete Comonomere sind beispielsweise Olefine, Alkylester der Acrylsäure
und Methacrylsäure, Alkylvinylester, Alkylvinylether mit 2 bis 75, bevorzugt 4 bis
40 und insbesondere 8 bis 20 Kohlenstoffatomen im Alkylrest. Bei Olefinen ist hier
der an die Doppelbindung gebundene Alkylrest equivalent. Die Molekulargewichte der
polymeren Carbonylverbindungen liegen bevorzugt zwischen 400 und 20.000, besonders
bevorzugt zwischen 500 und 10.000 wie beispielsweise zwischen 1.000 und 5.000.
[0026] Besonders bewährt haben sich Paraffindispergatoren, die durch Reaktion aliphatischer
oder aromatischer Amine, vorzugsweise langkettiger aliphatischer Amine, mit aliphatischen
oder aromatischen Mono-, Di-, Tri- oder Tetracarbonsäuren oder deren Anhydriden erhalten
werden (vgl. US 4 211 534). Des gleichen sind Amide und Ammoniumsalze von Aminoalkylenpolycarbonsäuren
wie Nitrilotriessigsäure oder Ethylendiamintetraessigsäure mit sekundären Aminen als
Paraffindispergatoren geeignet (vgl. EP 0 398 101). Andere Paraffindispergatoren sind
Copolymere des Maleinsäureanhydrids und α,β-ungesättigter Verbindungen, die gegebenenfalls
mit primären Monoalkylaminen und/oder aliphatischen Alkoholen umgesetzt werden können
(vgl. EP-A-0 154 177, EP 0 777 712), die Umsetzungsprodukte von Alkenylspirobislactonen
mit Aminen (vgl. EP-A-0 413 279 B1) und nach EP-A-0 606 055 A2 Umsetzungsprodukte
von Terpolymeren auf Basis α,β-ungesättigter Dicarbonsäureanhydride, α,β-ungesättigter
Verbindungen und Polyoxyalkylenethern niederer ungesättigter Alkohole.
[0027] Im Blockcopolymer haben die Blöcke des Typs A eine geringe Löslichkeit in Mitteldestillaten
und aggregieren durch Mikrophasenseparation unter Bildung micellähnlicher Strukturen,
während die B-Blöcke öllösliche Strukturen aufweisen und zumindest teilweise mit den
Paraffinen cokristallisieren können. Voraussetzung ist, dass sie sich in der anwendungsrelevanten
Konzentration zumindest bei erhöhten Temperaturen (z.B. 50°C) klar im Mitteldestillat
lösen.
[0028] Geeignete Blockcopolymere sind an sich bekannt und zum Teil kommerziell verfügbar,
z.B. unter der Markenbezeichnung Kraton™.
[0029] Die Blöcke A und B können Homopolymere, statistische oder tapered Copolymere sein,
so lange die Lösungseigenschaften für die jeweiligen Blöcke charakteristisch bleiben.
So können die A-Blöcke zum Beispiel Copolymerblöcke aus Styrol-co-Methylstyrol oder
Styrol-co-Butadien enthalten, solange die individuellen Blöcke die Eigenschaften eines
Poly(vinylaromaten) zeigen. Bevorzugt bestehen die A-Blöcke zu mehr als 80%, insbesondere
zu 90 bis 100 % aus Monoalkenylaryleinheiten.
[0030] Als A-Blöcke geeignet sind Monoalkenylarylpolymere, die sich von Styrol und seinen
Homologen wie o-Methylstyrol, p-Methylstyrol, p-Propylstyrol, p-tert-Butylstyrol,
1,3-Dimethylstyrol, alpha-Methylstyrol, Vinylnaphthalin, Vinylanthracen und ähnlichen
Verbindungen ableiten. Bevorzugte Monomere sind monocyclische Monovinylaromaten wie
zum Beispiel Styrol und alpha-Methylstryol. Besonders bevorzugt ist Styrol. Die Blöcke
haben bevorzugt ein Molekulargewicht von 1.000 bis 50.000, bevorzugt 2.000 bis 20.000.
Die A-Blöcke sind bevorzugt Monoalkenylaryl-Homopolymere, insbesondere Poly(styrol).
[0031] Unter Molekulargewicht werden hier mittels Gelpermeationschromatographie (GPC) gegen
Poly(styrol) gemessene Vergleichswerte der Polymerblöcke oder Polymere verstanden.
[0032] Als B-Blöcke geeignet sind zum Beispiel Poly(olefine), die sich von Dienen wie beispielsweise
1,3-Butadien, 2-Methyl-1,3-butadien (Isopren), 1,3-Pentadien, 2,3-Dimethyl-1,3-butadien,
3-Butyl-1,3-octadien, 1,3-Pentadien (Piperylen), 2-Methyl-1,3-pentadien, 1,3-Hexadien,
4-Ethyl-1,3-hexadien und ähnlichen Verbindungen ableiten. 1,3-Butadien und Isopren
sind die bevorzugten Monomereinheiten der Blöcke B. Es können dabei Homopolymere wie
auch Copolymere verschiedener Olefine sein. Im Falle von Butadien-Homopolymeren können
die Löslichkeit der Additive und ihre Fähigkeit zur Kokristallisation mit Paraffinen
über den Anteil an 1,4- und 1,2-Polymerisaten beeinflußt werden. In Abhängigkeit von
dem zu behandelnden Öl besitzen die Poly(butadien)-Einheiten bevorzugt zwischen 10
und 60 %, insbesondere 20 bis 50 % 1,2-Konfiguration; Butadien-Copolymere enthalten
bevorzugt 20 bis 45 mol-% verzweigte Monomereinheiten wie z. B. Poly(isopren)-Einheiten.
In Copolymeren besitzen vorzugsweise mehr als 85 % der Monomere 1,4-Konfiguration.
[0033] Besonders geeignete Blockcopolymere sind beispielsweise Poly(styrol-b-butadien-bstyrol),
Poly(styrol-b-isopren-b-styrol) und Poly(styrol-b-isopren-co-butadien-b-styrol).
[0034] Die von Dienen abgeleiteten Olefinblöcke können zur Erniedrigung ihrer olefinischen
Ungesättigtheit nach bekannten Hydrierverfahren hydriert werden. Der Gehalt an olefinischen
Doppelbindungen wird dabei insbesondere um 50 %, bevorzugt um mindestens 80% und speziell
um mindestens 90% wie beispielsweise mindestens 95 % der ursprünglich vorhandenen
Doppelbindungen reduziert. Bevorzugte Blöcke B haben folglich eine Poly(ethylen),
Poly(ethylen-co-propylen) bzw. Poly(ethylen-cobutylen), vergleichbare Struktur.
[0035] Verzweigungen des Mittelblocks B können durch verzweigte Monomere wie z.B. Isopren
erzeugt werden oder auch durch 1,2-Polymerisation von Butadien. Der Anteil an 1,2-Polymerisation
des Butadiens wird dabei durch Zusatz polarer Verbindungen wie Ether, Amine und andere
Lewis-Basen und speziell von Glykoldialkylethern eingestellt. Es entstehen dabei statistische
Polymere aus 1,4- und 1,2-Polymerisaten.
[0036] Die Polyolefinblöcke B haben bevorzugt ein Molekulargewicht von 1.000 bis 100.000,
bevorzugt von 2.000 bis 50.000 und speziell 5.000 bis 20.000. Über den Anteil der
B-Blöcke im Polymer und ihren Verzweigungsgrad lassen sich die Kristallinität des
B-Blocks und damit seine Löslichkeit im Mitteldestillat sowie seine Fähigkeit zur
Kokristallisation mit den Paraffinen des zu additivierenden Diesels einstellen.
[0037] Die Blockcopolymeren haben mindestens zwei A-Blöcke, die durch einen B-Block getrennt
sind. Es handelt sich folglich um Tri-, Tetra- und höhere Blockcopolymere. Besonders
bevorzugt sind Triblockcopolymere, die zwei Monoalkenylaryl-Blöcke und speziell zwei
Polystyrolblöcke enthalten. Die bevorzugten Blockcopolymere haben eine lineare Struktur,
obwohl auch verzweigte und sternförmige Polymere geeignet sind. Die A-Blöcke können
hinsichtlich der zugrunde liegenden Monomere, der Molekulargewichte und der Polydispersität
gleich oder verschieden sein; bevorzugt leiten sie sich von Styrol ab.
[0038] Bevorzugte Blockcopolymere enthalten 5 bis 50 Gew.-% an A-Blöcken, bevorzugt 10 bis
45, insbesondere 20 bis 40 Gew.-%. Der Gehalt an B-Blöcken liegt dementsprechend zwischen
50 und 95 Gew.-%, bevorzugt zwischen 55 und 90 Gew.-% und insbesondere zwischen 60
und 80 Gew.-%. Es können auch weitere Blöcke anwesend sein, sofern diese den Charakter
der Polymere nicht grundsätzlich verändern. Das Molekulargewicht der erfindungsgemäßen
Blockcopolymere liegt bevorzugt zwischen 3.000 und 200.000, speziell zwischen 6.000
und 150.000 und insbesondere zwischen 10.000 und 110.000 wie beispielsweise zwischen
10.000 und 50.000.
[0039] Bevorzugt ist n eine Zahl zwischen 1 und 5 wie beispielsweise 2 oder 3 und m eine
Zahl zwischen 2 und 5. Besonders bevorzugt sind Triblockcopolymere mit n = 1.
[0040] Die Herstellung der Blockcopolymere kann nach üblichen Polymerisationsverfahren durch
Initiierung mit freien Radikalen, kationischen oder anionischen Polymerisationsinitiatoren
oder auch durch Pfropfung von A-Blöcken auf das fertige Polymer B erfolgen. Es sind
sowohl Verfahren der Masse-, der Lösungs- wie auch der Emulsionspolymerisation geeignet.
[0041] Im bevorzugten Verfahren der anionischen Polymerisation zur Herstellung der Copolymeren
aus Monoalkenylaromaten und Olefinen werden das zu polymerisierende Monomer bzw. die
zu polymerisierende Monomermischung gleichzeitig oder nacheinander in einer inerten
Atmosphäre mit einer Organometallverbindung in einem geeigneten Lösemittel bei einer
Temperatur von -150 bis 300°C, bevorzugt einer Temperatur im Bereich von 0 bis 100°C
in Kontakt gebracht.
[0042] Bevorzugte Initiatoren für die anionische Polymerisation sind Organometallverbindungen
und insbesondere Organolithiumverbindungen der allgemeinen Formel RLi
n, worin R ein aliphatischer, cycloaliphatischer, aromatischer oder alkylsubstituierter
aromatischer Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 20 C-Atomen und n eine Zahl von 1 bis
4 ist. Dazu gehören beispielsweise Methyllithium, Ethyllithium, n-Propyllithium, Isopropyllithium,
n-Butyllithium, sec.-Butyllithium, tert.-Butyllithium, n-Pentyllithium, Hexyllithium,
2-Ethylhexyllithium, Lithiumtoluol, Benzyllithium, Phenyllithium, Tolyllithium, Naphthyllithium,
1,4 Dilithium-n-butan, 1-,2-Dilithium-1,2-diphenylethan, Trimethylendilithium, Oligoisoprenyldilithium
und dergleichen. Besonders bevorzugt sind n-Butyllithium, sec.-Butyllithium und Naphthyllithium.
Erforderlichenfalls können auch zwei oder mehrere dieser Verbindungen in Form eines
Gemisches verwendet werden.
Geeignete Lösemittel für die Polymerisation umfassen Paraffine, Cycloparaffine, Aromaten
und Alkylaromaten mit 1 bis 19 C-Atomen wie beispielsweise Benzol, Toluol, Cyclohexan,
Methylcyclohexan, n-Buten, n-Hexan, n-Heptan und ähnliche.
[0043] Zur Beeinflussung der Mikrostruktur können auch polare Lösemittel wie Tetrahydrofuran
zugesetzt werden.
[0044] Neben der sequentiellen Methode zur Herstellung von Triblock, Tetrablock und höheren
Wiederholeinheiten können über anionische Polymerisation auch reaktive Blockcopolymere
über niedermolekulare Vernetzungsreagenzien wie z.B. organische Halogenverbindungen
(Dibromethan), halogenierte Alkylsilane, Alkyoxysilane, difunktionelle Ester wie Dialkyladipate
und Dimethacrylate, Polyepoxide wie epoxidiertes Leinöl, Polyanhydride oder polyfunktionelle
Reagenzien wie beispielsweise Divinylbenzol, Polyvinylbenzol, Polyvinyltoluol und
Oligomere des Divinylbenzols verknüpft werden. So werden bevorzugt gleiche oder verschiedene
Diblockcopolymere A-B zu symmetrischen oder unsymmetrischen Triblockcopolymeren verknüpft.
In Abhängigkeit vom verwendeten Kupplungsreagenz kann das entstandene Polymer ein
lineares Triblockcopolymer sein oder auch eine verzweigte, kreisförmige oder sternförmige
Struktur haben. Bevorzugte Triblockcopolymere sind linear. Der bei der Verknüpfung
zurückbleibende Anteil an Diblockcopolymer trägt nicht zur Paraffindispergierung bei
und sollte daher so niedrig wie möglich sein, das heißt unter 25 Gew.-%, bevorzugt
zwischen 5 und 20 Gew.-% liegen.
[0045] Die erfindungsgemäßen Additive werden als solche oder als Konzentrate in organischen
Lösemitteln eingesetzt. Zur leichteren Handhabbarkeit werden sie vorteilhafterweise
in organischen Lösemitteln gelöst. Diese Konzentrate enthalten neben dem Wirkstoff
10 bis 90 Gew.-%, bevorzugt 20 bis 80 Gew.-% Lösemittel.
[0046] Geeignete Lösungs- oder Dispersionsmittel sind aliphatische und/oder aromatische
Kohlenwasserstoffe oder Kohlenwasserstoffgemische, z.B. Benzinfraktionen, Kerosin,
Decan, Pentadecan, Toluol, Xylol, Ethylbenzol oder kommerzielle Lösungsmittelgemische
wie Solvent Naphtha, ®Shellsoll AB, ®Solvesso 150, ®Solvesso 200, ®Exxsol, ®ISOPAR-
und ®Shellsol D-Typen. Die angegebenen Lösungsmittelgemische enthalten unterschiedliche
Mengen an aliphatischen und/oder aromatischen Kohlenwasserstoffen. Die Aliphaten können
geradkettig (n-Paraffine) oder verzweigt sein (iso-Paraffine). Aromatische Kohlenwasserstoffe
können mono-, di- oder polyzyklisch sein und gegebenenfalls einen oder mehrere Substituenten
tragen. Gegebenenfalls können auch polare Lösungsvermittler wie z.B. Butanol, 2-Ethylhexanol,
Decanol, iso-Decanol oder iso-Tridecanol oder höhere Ether und/oder Ester zugesetzt
werden. Neben den auf Mineralölen basierenden Lösemitteln sind auch auf nachwachsenden
Rohstoffen basierende Lösemittel, wie z.B. Biodiesel auf Basis von Pflanzenölen und
die davon abgeleiteten Methylester, insbesondere Rapsölsäuremethylester, sowie synthetische
Kohlenwasserstoffe, die beispielsweise aus dem Fischer-Tropsch-Verfahren erhältlich
sind, geeignet.
[0047] Die erfindungsgemäßen Additive können den zu additivierenden Ölen einzeln oder als
Mischung zugesetzt werden. Bevorzugt werden sie mit Lösemitteln verdünnt.
[0048] Die erfindungsgemäßen Blockcopolymere werden Ölen in Mengen von 1 bis 2.000 ppm,
bevorzugt 5 bis 1.000 ppm und insbesondere 10 bis 100 ppm (Wirkstoff) zugesetzt. Die
Dosierraten für die Komponenten und II liegen üblicherweise im Bereich zwischen 1
und 10.000 ppm und bevorzugt zwischen 10 und 1.500 ppm, insbesondere zwischen 10 und
500 ppm. Das Verhältnis der Komponenten I und II im Additiv bzw. im additivierten
Mitteldestillat liegt zwischen 1:10 und 1:0,1.
[0049] Die erfindungsgemäßen Additive für Mitteldestillate enthalten in einer bevorzugten
Ausführungsform neben den Bestandteilen I und II noch ein oder mehrere Copolymere
aus Ethylen und olefinisch ungesättigten Verbindungen als Bestandteil III. Als Ethylen-Copolymere
eignen sind insbesondere solche, die neben Ethylen 6 bis 21 mol-%, insbesondere 10
bis 18 mol-% Comonomere enthalten. Vorzugsweise haben diese Copolymere Schmelzviskositäten
bei 140°C von 20 bis 10.000 mPas, insbesondere von 30 bis 5.000 mPas, speziell von
50 bis 2.000 mPas.
[0050] Bei den olefinisch ungesättigten Verbindungen handelt es sich vorzugsweise um Vinylester,
Acrylester, Methacrylester, Alkylvinylether und/oder Alkene, wobei die genannten Verbindungen
mit Hydroxylgruppen substituiert sein können. Es können ein oder mehrere Comonomere
im Polymer enthalten sein.
[0051] Bei den Vinylestern handelt es sich vorzugsweise um solche der Formel 1
CH
2=CH-OCOR
1 (1)
worin R
1 C
1 bis C
30-Alkyl, vorzugsweise C
4 bis C
16-Alkyl, speziell C
6- bis C
12-Alkyl bedeutet. In einer weiteren Ausführungsform können die genannten Alkylgruppen
mit einer oder mehreren Hydroxylgruppen substituiert sein.
[0052] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform steht R
1 für einen verzweigten Alkylrest oder einen Neoalkylrest mit 7 bis 11 Kohlenstoffatomen,
insbesondere mit 8, 9 oder 10 Kohlenstoffatomen. Geeignete Vinylester umfassen Vinylacetat,
Vinylpropionat, Vinylbutyrat, Vinylhexanoat, Vinylheptanoat, Vinyloctanoat, Pivalinsäurevinylester,
2-Ethylhexansäurevinylester, sowie Neononansäurevinylester, Neodecansäurevinylester,
Neoundecansäurevinylester, Vinyllaurat und Vinylstearat.
[0053] Bei den Acrylestern handelt es sich vorzugsweise um solche der Formel 2
CH
2=CR
2-COOR
3 (2)
worin R
2 Wasserstoff oder Methyl und R
3 C
1- bis C
30-Alkyl, vorzugsweise C
4- bis C
16-Alkyl, speziell C
6- bis C
12-Alkyl bedeutet. Geeignete Acrylester umfassen z.B. Methyl(meth)acrylat, Ethyl(meth)acrylat,
Propyl(meth)acrylat, n- und iso-Butyl(meth)acrylat, Hexyl-, Octyl-, 2-Ethylhexyl-,
Decyl-, Dodecyl-, Tetradecyl-, Hexadecyl-, Octadecyl(meth)acrylat sowie Mischungen
dieser Comonomere. In einer weiteren Ausführungsform können die genannten Alkylgruppen
mit einer oder mehreren Hydroxylgruppen substituiert sein. Ein Beispiel für einen
solchen Acrylester ist Hydroxyethylmethacrylat.
[0054] Bei den Alkylvinylethern handelt es sich vorzugsweise um Verbindungen der Formel
3
CH
2=CH-OR
4 (3)
worin R
4 C
1- bis C
30-Alkyl, vorzugsweise C
4- bis C
16-Alkyl, speziell C
6- bis C
12-Alkyl bedeutet. Beispielsweise seien genannt Methylvinylether, Ethylvinylether, isoButylvinylether.
In einer weiteren Ausführungsform können die genannten Alkylgruppen mit einer oder
mehreren Hydroxylgruppen substituiert sein.
[0055] Bei den Alkenen handelt es sich vorzugsweise um einfache ungesättigte Kohlenwasserstoffe
mit 3 bis 30 Kohlenstoffatomen, insbesondere 4 bis 16 Kohlenstoffatomen und speziell
5 bis 12 Kohlenstoffatomen. Geeignete Alkene umfassen Propen, Buten, Isobutylen, Penten,
Hexen, 4-Methylpenten, Octen, Diisobutylen sowie Norbornen und seine Derivate wie
Methylnorbornen und Vinylnorbornen. In einer weiteren Ausführungsform können die genannten
Alkylgruppen mit einer oder mehreren Hydroxylgruppen substituiert sein.
[0056] Besonders bevorzugte Terpolymerisate enthalten außer Ethylen 0,1 bis 12 mol-%, insbesondere
0,2 bis 5 mol-% des Neononansäurevinylesters bzw. des Neodecansäurevinylesters und
3,5 bis 20 mol-%, insbesondere 8 bis 15 mol-% Vinylacetat, wobei der gesamte Comonomergehalt
zwischen 8 und 21 mol-%, bevorzugt zwischen 12 und 18 mol-% liegt. Weitere besonders
bevorzugte Copolymere enthalten neben Ethylen und 8 bis,18 mol-% Vinylestern noch
0,5 bis 10 mol-% Olefine wie Propen, Buten, Isobutylen, Hexen, 4-Methylpenten, Octen,
Diisobutylen und/oder Norbornen.
[0057] Bevorzugt werden Mischungen aus zwei oder mehr der oben genannten Ethylen-Copolymere
eingesetzt. Besonders bevorzugt unterscheiden sich die den Mischungen zu Grunde liegenden
Polymere in mindestens einem Charakteristikum. Beispielsweise können sie unterschiedliche
Comonomere enthalten, unterschiedliche Comonomergehalte, Molekulargewichte und/oder
Verzweigungsgrade aufweisen.
[0058] Enthalten die erfindungsgemäßen Additive Ethylencopolymere als Bestandteil III, so
werden diese in Mengen von vorzugsweise 1 bis 10.000, insbesondere 10 und 1500 ppm
verwendet. Das Mischungsverhältnis der Bestandteile I, II und III liegt vorzugsweise
zwischen 1:10:10 und 1:0,1:0,1.
[0059] Bevorzugt werden die erfindungsgemäßen Blockcopolymere mit weiteren bekannten Kälteadditiven
für Mitteldestillate eingesetzt. Solche sind
IV) Kammpolymere
V) Alkylphenolharze
VI) Olefincopolymere
VII) Polyoxyalkylenderivate.
[0060] Alkylphenol-Aldehyd-Harze sind beispielsweise im Römpp Chemie Lexikon, 9. Auflage,
Thieme Verlag 1988-92, Band 4, S. 3351 ff. beschrieben. Die Alkylreste des o- oder
p-Alkylphenols können bei den im erfindungsgemäßen Verfahren einsetzbaren Alkylphenol-Aldehyd-Harzen
gleich oder verschieden sein und besitzen 1 - 50, vorzugsweise 1 - 20, insbesondere
4 - 12 Kohlenstoffatome; bevorzugt handelt es sich um n-, iso- und tert.-Butyl, n-
und iso-Pentyl, n- und iso-Hexyl, n- und iso-Octyl, n- und iso-Nonyl, n- und iso-Decyl,
n- und iso-Dodecyl, Octadecyl und Poly(isobutenyl). Der aliphatische Aldehyd im Alkylphenol-Aldehydharz
besitzt vorzugsweise 1 - 4 Kohlenstoffatome. Besonders bevorzugte Aldehyde sind Formaldehyd,
Acetaldehyd und Butyraldehyd, insbesondere Formaldehyd. Das Molekulargewicht der Alkylphenol-Aldehyd-Harze
beträgt 400 - 10.000, bevorzugt 400 - 5000 g/mol. Voraussetzung ist hierbei, dass
die Harze öllöslich sind.
[0061] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung handelt es sich bei diesen Alkylphenol-Formaldehydharzen
um solche, die Oligo- oder Polymere mit einer repetitiven Struktureinheit der Formel

worin R
5 für C
1-C
50-Alkyl oder -Alkenyl und n für eine Zahl von 2 bis 100 steht. Bevorzugt steht R
5 für C
4-C
20-Alkyl oder -Alkenyl und insbesondere für C
6-C
16-Alkyl oder -Alkenyl. Bevorzugt steht n für eine Zahl von 4 bis 50 und speziell für
eine Zahl von 5 bis 25.
[0062] Unter Kammpolymeren versteht man Polymere, bei denen Kohlenwasserstoffreste mit mindestens
8, insbesondere mindestens 10 Kohlenstoffatomen an einem Polymerrückgrat gebunden
sind. Vorzugsweise handelt es sich um Homopolymere, deren Alkylseitenketten mindestens
8 und insbesondere mindestens 10 Kohlenstoffatome enthalten. Bei Copolymeren weisen
mindestens 20 %, bevorzugt mindestens 30 % der Monomeren Seitenketten auf (vgl. Comb-like
Polymers - Structure and Properties; N.A. Platé and V.P. Shibaev, J. Polym. Sci. Macromolecular
Revs. 1974, 8, 117 ff). Beispiele für geeignete Kammpolymere sind z.B. Fumarat/Vinylacetat-Copolymere
(vgl. EP-A-0 153 176), Copolymere aus einem C
6-C
24-Olefin und einem N-C
6- bis C
22-Alkylmaleinsäureimid (vgl. EP-A-0 320 766), ferner veresterte Olefin/Maleinsäureanhydrid-Copolymere,
Polymere und Copolymere von α-Olefinen und veresterte Copolymere von Styrol und Maleinsäureanhydrid.
[0063] Kammpolymere können beispielsweise durch die Formel

beschrieben werden. Darin bedeuten
- A
- R', COOR', OCOR', R"-COOR', OR';
- D
- H, CH3, A oder R";
- E
- H, A;
- G
- H, R", R"-COOR', einen Arylrest oder einen heterocyclischen Rest;
- M
- H, COOR", OCOR", OR", COOH;
- N
- H, R", COOR", OCOR, einen Arylrest;
- R'
- eine Kohlenwasserstoffkette mit 8 bis 50 Kohlenstoffatomen;
- R"
- eine Kohlenwasserstoffkette mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen;
- m
- eine Zahl zwischen 0,4 und 1,0; und
- n
- eine Zahl zwischen 0 und 0,6.
[0064] Das Mischungsverhältnis (in Gewichtsteilen) der erfindungsgemäßen Additive mit Kammpolymeren,
Alkylphenolharzen, Olefincopolymeren bzw. Polyoxyalkylenderivaten beträgt jeweils
1:10 bis 20:1, vorzugsweise 1:1 bis 10:1 wie beispielsweise 1:1 bis 4:1.
[0065] Als Bestandteil des erfindungsgemäßen Additivs geeignete Olefinpolymere können sich
direkt von monoethylenisch ungesättigten Monomeren ableiten oder indirekt durch Hydrierung
von Polymeren, die sich von mehrfach ungesättigten Monomeren wie Isopren oder Butadien
ableiten, hergestellt werden. Bevorzugte Copolymere enthalten neben Ethylen Struktureinheiten,
die sich von α-Olefinen mit 3 bis 24 C-Atomen ableiten und Molekulargewichte von bis
zu 120.000 aufweisen. Bevorzugte α-Olefine sind Propylen, Buten, Isobuten, n-Hexen,
Isohexen, n-Octen, Isoocten, n-Decen, Isodecen. Der Comonomergehalt an Olefinen liegt
bevorzugt zwischen 15 und 50 mol-%, besonders bevorzugt zwischen 20 und 45 mol-% und
speziell zwischen 30 und 35 mol-%. Diese Copolymeren können auch geringe Mengen, z.B.
bis zu 10 mol-% weiterer Comonomere wie z.B. nicht endständige Olefine oder nicht
konjugierte Olefine enthalten. Bevorzugt sind Ethylen-Propylen-Copolymere.
[0066] Die Olefincopolymere können nach bekannten Methoden hergestellt werden, z.B. mittels
Ziegler- oder Metallocen-Katalysatoren.
[0067] Weitere geeignete Fließverbesserer sind Polyoxyalkylenverbindungen wie beispielsweise
Ester, Ether und Ether/Ester, die mindestens einen Alkylrest mit 12 bis 30 C-Atomen
tragen. Wenn die Alkylgruppen von einer Säure stammen, stammt der Rest von einem mehrwertigen
Alkohol; kommen die Alkylreste von einem Fettalkohol, so stammt der Rest der Verbindung
von einer Polysäure.
[0068] Geeignete Polyole sind Polyethylenglykole, Polypropylenglykole, Polybutylenglykole
und deren Mischpolymerisate mit einem Molekulargewicht von ca. 100 bis ca. 5000, vorzugsweise
200 bis 2000. Weiterhin geeignet sind Alkoxylate von Polyolen, wie beispielsweise
von Glycerin, Trimethylolpropan, Pentaerythrit, Neopentylglykol, sowie die daraus
durch Kondensation zugänglichen Oligomere mit 2 bis 10 Monomereinheiten, wie z.B.
Polyglycerin. Bevorzugte Alkoxylate sind solche mit 1 bis 100, insbesondere 5 bis
50 mol Ethylenoxid, Propylenoxid und/oder Butylenoxid pro mol Polyol. Ester sind besonders
bevorzugt.
Fettsäuren mit 12 bis 26 C-Atomen sind bevorzugt zur Umsetzung mit den Polyolen zur
Bildung der Esteradditive, wobei bevorzugt C
18- bis C
24-Fettsäuren verwendet werden, speziell Stearin- und Behensäure. Die Ester können auch
durch Veresterung von polyoxyalkylierten Alkoholen hergestellt werden. Bevorzugt sind
vollständig veresterte polyoxyalkylierte Poylole mit Molekulargewichten von 150 bis
2000, bevorzugt 200 bis 600. Besonders geeignet sind PEG-600-Dibehenat und Glycerin-Ethylenglykol-Tribehenat.
[0069] Die genannten Bestandteile des erfindungsgemäßen Additivs können des weiteren mit
bekannten Additiven wie Antioxidantien, Cetanzahlverbesserern, Dehazern, Demulgatoren,
Detergenzien, Dispergatoren, Entschäumern, Entwachsungshilfsmitteln, Farbstoffen,
Korrosionsinhibitoren, Leitfähigkeitsverbesserern und/oder Lubricity-Additiven eingesetzt
werden.
[0070] Die erfindungsgemäßen Additive sind geeignet, die Kaltfließeigenschaften von tierischen,
pflanzlichen oder mineralischen Ölen zu verbessern. Insbesondere dispergieren sie
die unterhalb des Cloud Points ausfallenden Paraffine. Des weiteren senken sie den
Cloud Point der additivierten Öle. Sie sind für die Verwendung in Mitteldestillaten
besonders gut geeignet. Als Mitteldestillat bezeichnet man insbesondere solche Mineralöle,
die durch Destillation von Rohöl gewonnen werden und im Bereich von 120 bis 450°C
sieden, beispielsweise Kerosin, Jet-Fuel, Diesel und Heizöl. Vorzugsweise werden solche
Mitteldestillate verwendet, die weniger als 350 ppm Schwefel, besonders bevorzugt
weniger als 200 ppm Schwefel insbesondere weniger als 50 ppm Schwefel und in speziellen
Fällen weniger als 10 ppm Schwefel enthalten. Es handelt sich dabei im allgemeinen
um solche Mitteldestillate, die einer hydrierenden Raffination unterworfen wurden,
und die daher nur geringe Anteile an polyaromatischen und polaren Verbindungen enthalten.
Besondere Vorteile zeigen die erfindungsgemäßen Additive in Ölen mit einem niedrigen
Gehalt an aromatischen Verbindungen von weniger als 25 %, bevorzugt weniger als 20%
und insbesondere weniger als 18 %. Unter aromatischen Verbindungen wird die Summe
aus mono-, di- und polyzyklischen aromatischen Verbindungen verstanden, wie sie mittels
HPLC gemäß prEN 12916 (Ausgabe 1997) bestimmbar ist. Vorteile zeigen die erfindungsgemäßen
Additive insbesondere in Ölen mit einem geringen Anteil an n-Paraffinen im kältekritischen
Kettenlängenbereich von C
16-C
22 von weniger als 12 FI.-%, insbesondere weniger als 10 FI.-% und speziell weniger
als 8 FI.-%. Vorzugsweise handelt es sich um solche Mitteldestillate, die 95 %-Destillationspunkte
unter 370°C, insbesondere 350°C und in Spezialfällen unter 340°C aufweisen.
[0071] Die erfindungsgemäßen Additivmischungen können auch in Biodiesel eingesetzt werden.
Bei "Biodiesel" oder "Biokraftstoff" handelt es sich um Fettsäurealkylester aus Fettsäuren
mit 14 bis 24 C-Atomen und Alkoholen mit 1 bis 4 C-Atomen. Gewöhnlich enthält ein
größerer Teil der Fettsäuren ein, zwei oder drei Doppelbindungen. Besonders bevorzugt
handelt es sich z.B. um Rapsölsäuremethylester und dessen Mischungen mit weiteren
Pflanzenölsäureestern. Die erfindungsgemäßen Additive können mit gleichem Erfolg in
Mischungen aus Fettsäuremethylestern und Mineralöldiesel eingesetzt werden. Derartige
Mischungen enthalten bevorzugt bis zu 25 Gew.-%, insbesondere bis zu 10 Gew.-%, speziell
bis zu 5 Gew.-% an Brennstofföl tierischen oder pflanzlichen Ursprungs.
[0072] Durch die Additivmischungen in ihren Kälteeigenschaften verbesserten Mineralöle oder
Mineralöldestillate enthalten 0,001 bis 2 Vol.-%, vorzugsweise 0,005 bis 0,5 Vol.-%
der Mischungen, bezogen auf das Destillat.
Beispiele
Charakterisierung der Testöle:
[0073] Die Bestimmung des CFPP-Werts erfolgt gemäß EN 116 und die Bestimmung des Cloud Points
gemäß ISO 3015. Die Bestimmung der n-Paraffine erfolgt mittels Gaschromatographie
(mit FID-Detektor) und Baseline-Integration der erhaltenen Chromatogramme.
Tabelle 1:
| Charakterisierung der eingesetzten Testöle |
| Öl |
CP [°C] |
C16-C22 [%] |
Aromaten [%] |
Dichte [g/cm3] |
| Testöl 1 |
- 10,0 |
9,4 |
22,5 |
0,835 |
| Testöl 2 |
-7,1 |
7,5 |
17,5 |
0,826 |
| Testöl 3 |
- 3,0 |
10,2 |
23,9 |
0,832 |
Folgende Additive wurden eingesetzt:
[0074] Bei den eingesetzten ABA-Triblockcopolymeren handelt es sich um hydrierte Triblockcopolymere
auf Basis von Poly(styrol-b-butadien-b-styrol). Der Hydrierungsgrad beträgt mehr als
90% der ursprünglichen Doppelbindungen. Die Molekulargewichte wurden in THF durch
Kalibration mit Polystyrol bestimmt. Die Zusammensetzung des Polymers wurde durch
1H- und
13C-NMR-Spektroskopie bestimmt.
Tabelle 2:
| Charakterisierung der eingesetzten Blockcopolymere |
| |
Poly(styrol)-Gehalt |
Mw |
1,2-Polybutadien im B-Block |
| A1) |
28,5 Gew.-% |
90.300 |
34 % |
| A2) |
28,0 Gew.-% |
73.600 |
36 % |
| A3) |
22,0 Gew.-% |
24.000 |
44 % |
[0075] Als Fließverbesserer wurden folgende Additive eingesetzt:
Tabelle 3:
| Charakterisierung der eingesetzten Fließverbesserer |
| B1 |
Terpolymer aus Ethylen, 30 Gew.-% Vinylacetat und 8 Gew.-% Neodecansäurevinylester
mit einer Schmelzviskosität bei 140°C von 95 mPa·s, 65 %ig in Kerosin |
| B2 |
Mischung aus 2 Teilen eines Terpolymers aus Ethylen, 31 Gew.-% Vinylacetat und 9 Gew.-%
Neodecansäurevinylester mit einer Schmelzviskosität bei 140°C von 220 mPa·s und 1
Teil eines Copolymers aus Ethylen und 31 Gew.-% Vinylacetat mit einer Schmelzviskosität
bei 140°C von 140 mPa·s, 60 %ig in Kerosin |
| B3 |
Mischung gleicher Teile des Copolymers B1 und eines Ethylen-Vinylacetat-Copolymere
mit 33% Vinylacetat und einer Schmelzviskosität bei 140°C von 145 mPas, 65 %ig in
Kerosin |
| C1 |
Umsetzungsprodukt eines Dodecenyl-Spirobioslactons mit einer Mischung aus primärem
und sekundärem Talgfettamin, 60 %ig in Solvent Naphtha (hergestellt gemäß EP-A-0 413
279) |
| C2 |
Umsetzungsprodukt eines Terpolymers aus einem C14/C16-α-Olefin, Maleinsäureanhydrid und Allylpolyglykol mit 2 Equivalenten sekundärem Talgfettamin
pro Mol Maleinsäureanhydrid, 50 %ig in Solvent Naphtha (hergestellt gemäß EP-A-0 606
055) |
| C3 |
Umsetzungsprodukt aus Phthalsäureanhydrid und 2 Equivalenten Di(hydriertem Talgfett)amin,
50 %ig in Solvent Naphtha (hergestellt gemäß EP-0 398 101 ) |
| C4 |
Umsetzungsprodukt aus Ethylendiamintetraessigsäure und 4 Equivalenten Di(hydriertem
Talgfett)amin, 50 %ig in Solvent Naphtha (hergestellt gemäß EP-0 061 894) |
| D1 |
Nonylphenolformaldehydharz, hergestellt durch Kondensation von Nonylphenol mit Formaldehyd,
Mw 2000 g/mol; 50 %ig in Solvent Naphtha |
Wirksamkeit der Additive
Das Kaltfließverhalten wurde wie folgt bestimmt:
[0076] Die Testöle wurden bei Raumtemperatur mit den angegebenen Mengen der gegebenenfalls
vorgewärmten Additive versetzt, 15 Minuten unter gelegentlichem Schütteln auf 40°C
erwärmt und anschließend auf Raumtemperatur abgekühlt. Von dem so additivierten Mitteldestillat
wurde gemäß EN 116 der CFPP-Wert (Cold Filter Plugging Point) bestimmt.
[0077] Die Paraffindispergierung wurde wie folgt im Kurzsedimenttest nachgewiesen: 100 ml
der wie zuvor beschrieben additivierten Mitteldestillate wurden in Messzylindern in
einem Kälteschrank mit -2°C/h von -1°C auf die für die jeweiligen Öle angegebene Lagertemperatur
abgekühlt und 16 Stunden bei dieser Temperatur gelagert. Anschließend wurden visuell
Volumen und Aussehen sowohl der sedimentierten Paraffinphase wie auch der darüber
stehenden Ölphase bestimmt und beurteilt. Eine geringe Sedimentmenge und eine trübe
Ölphase zeigen eine gute Paraffindispergierung. Eine klare Ölphase ohne Sediment zeigt
eine Absenkung des Cloud Points. Zusätzlich wurden die unteren 20 Vol.-% isoliert
und der Cloud Point gemäß ISO 3015 bestimmt. Eine nur geringe Abweichung des Cloud
Points der unteren Phase (CP
KS) vom Blindwert des Öls zeigt eine gute Paraffindispergierung.

1. Additiv zur Verbesserung des Kaltfließverhaltens von Mitteldestillaten, enthaltend
I) mindestens einen Paraffindispergator, welcher ein Derivat eines Fettamins ist,
II) mindestens ein Blockcopolymer der Struktur (AB)nA oder (AB)m, worin
A für Blöcke steht, die aus olefinisch ungesättigten, aromatischen Monomeren aufgebaut
sind,
und
B für Blöcke steht, die aus Strukturelementen auf Basis von Polyolefinen aufgebaut
und zur Kokristallisation mit den aus dem Mitteldestillat bei Abkühlung ausfallenden
Paraffinen befähigten sind, und
n eine Zahl zwischen 1 und 10 und m eine Zahl zwischen 2 und 10 ist.
2. Additiv nach Anspruch 1, worin der Paraffindispergator das Umsetzungsprodukt einer
Verbindung der Formel NR6R7R8 mit einer weiteren Verbindung, welche eine Acylgruppe enthält, ist, worin R6, R7und R8 gleich oder verschieden sein können, und wenigstens eine dieser Gruppen für C8-C36-Alkyl, C6-C36-Cycloalkyl oder C8-C36-Alkenyl steht, und die übrigen Gruppen entweder Wasserstoff, C1-C36-Alkyl, C2-C36-Alkenyl, Cyclohexyl, oder eine Gruppe der Formeln -(A-O)x-E oder -(CH2)n-NYZ bedeuten, worin A für eine Ethyl- oder Propylgruppe steht, x eine Zahl von 1
bis 50, E = H, C1-C30-Alkyl, C5-C12-Cycloalkyl oder C6-C30-Aryl, und n 2, 3 oder 4 bedeuten, und Y und Z unabhängig voneinander H, C1-C30-Alkyl oder -(A-O)x bedeuten.
3. Additiv nach Anspruch 1 und/oder 2, worin die Verbindung der Formel NR6R7R8 ein sekundäres Fettamin ist, worin 2 der Reste R6, R7und R8 für C8-C36-Alkyl, C6-C36-Cycloalkyl oder C8-C36-Alkenyl stehen.
4. Additiv nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, worin die Verbindung, welche
eine Acylgruppe enthält, eine niedermolekulare Carbonylverbindung mit 1, 2, 3 oder
4 Carbonylgruppen ist, welche gegebenenfalls Heteroatome wie Sauerstoff, Schwefel
und Stickstoff enthalten kann.
5. Additiv nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, worin die Verbindung, welche
eine Acylgruppe enthält, ein Säuregruppen oder Säureanhydride enthaltendes Polymer
ist.
6. Additiv nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, worin der A-Block des Blockpolymers
ein von Styrol oder einem Styrolhomologen abgeleitetes Monoalkenylarylpolymer ist.
7. Additiv nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, worin der A-Block des Blockpolymers
ein Molekulargewicht von 1000 bis 50.000 g/mol hat.
8. Additiv nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, worin der A-Block zu mehr
als 80 mol-% aus Monoalkenylaryleinheiten besteht.
9. Additiv nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, worin der B-Block des Blockpolymers
ein Polyolefin ist, welches sich von Dienen ableiten läßt.
10. Additiv nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, worin der B-Block des Blockpolymers
ein Molekulargewicht von 1000 bis 100.000 g/mol hat.
11. Additiv nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, worin der Anteil der A-Blöcke
des Blockpolymers zwischen 5 und 50 Gew.-% und der Anteil der B-Blöcke des Blockpolymers
zwischen 50 und 95 Gew.-% liegt.
12. Additiv nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11, worin das Molekulargewicht
der Blockcopolymere zwischen 3.000 und 200.000 g/mol liegt.
13. Additiv nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 12, worin n eine Zahl zwischen
1 und 5 ist.
14. Additiv nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 13, worin m eine Zahl zwischen
2 und 5 ist.
15. Additiv nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 14, das zusätzlich ein oder mehrere
Copolymere aus Ethylen und olefinisch ungesättigten Verbindungen enthält.
16. Additiv nach Anspruch 15, in dem die ungesättigten Verbindungn Vinylester mit C1 bis C30-Alkylresten sind.
17. Additiv nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 16, das zusätzlich eines oder
mehrere Additive ausgewählt aus den Gruppen der Kammpolymere, Alkylphenolharze, Olefincopolymere
und Polyoxyalkylenderivate enthält.
18. Mitteldestillat, enthaltend 1 bis 2000 ppm eines Additivs gemäß einem oder mehreren
der Ansprüche 1 bis 17.
19. Verwendung von 1 bis 2000 ppm eines Additivs gemäß einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 17 zur Verbesserung der Kaltfließeigenschaften von Mitteldestillaten.