[0001] Die Erfindung betrifft einen Strömungskanal für einen Wärmeaustauscher, in dem sich
turbulenzerzeugende Erhebungen befinden, die eine Mantelfläche und eine Verbindungsfläche
aufweisen, wobei wenigstens einige Erhebungen entweder in einer Wand des Strömungskanals
ausgebildet sind und sich an der gegenüberliegenden Wand desselben Strömungskanals
abstützen und damit verbunden sind oder in beiden Wänden ausgebildet sind, sich gegenseitig
abstützen und miteinander verbunden sind.
[0002] Solche Strömungskanäle sind oftmals in Plattenwärmeaustauschern anzutreffen. Ein
geeignetes Beispiel wurde im EP 0 623 798 B1 beschrieben. In diesem Dokument sind
die turbulenzerzeugenden Erhebungen in einer Wand des Strömungskanals ausgebildet.
Sie stützen sich an der glatten, gegenüberliegenden Wand des Strömungskanals ab, und
sie sind damit verlötet.
[0003] Aus dem EP 0 418 227 B1 gehen Erhebungen hervor, die an beiden Wänden des Strömungskanals
so angeordnet sind, dass sie sich beim Zusammenfügen der Platten bzw. der Wände zum
Wärmeaustauscher etwa in der Mitte des Abstandes zwischen den Wänden, der die Höhe
des Strömungskanals vorgibt, berühren und dort miteinander verlötet sind.
[0004] Turbulenzerzeugende Erhebungen in Strömungskanälen dienen, wie der Begriff bereits
sagt, der Erzeugung von Turbulenzen im den Strömungskanal durchströmenden Medium,
mit dem Ziel, die Effizienz des Wärmeaustausches mit dem im benachbarten Strömungskanal
strömenden Medium anzuheben. Darüber hinaus tragen diese Erhebungen zur Stabilität
des Wärmeaustauschers bei, da sie in der Regel metallisch mit den Wänden verbunden
sind.
[0005] In dem bereits genannten Dokument EP 0 623 798 B1 befinden sich in anderen Strömungskanälen,
sogenannte Lamellen, mit denen hinsichtlich der Effizienz des Wärmeaustausches im
allgemeinen bessere Ergebnisse zu erzielen sind, weil die Lamellen mit ganz verschiedener,
den Forderungen (Kühlleistung) angepaßter, Struktur ausgebildet werden können. Aus
fertigungstechnischer Sicht ist das Vorsehen von Lamellen jedoch oft nicht die bevorzugte
Wahl, weil es sich dabei um Einzelteile handelt, die hergestellt und in die Strömungskanäle
eingefügt werden müssen. Eine andere Restriktion, die den Einsatz von Lamellen erschwert,
besteht darin, dass in vielen Einsatzfällen von Wärmeaustauschern sehr hohe Forderungen
hinsichtlich der Reinheit in den Strömungskanälen zu stellen sind, da dort eventuell
vorhandene Rückstände zum Ausfall des gesamten Systems führen können. Die Herstellung
des geforderten Reinheitsgrades der Wärmeaustauscher ist zumindest oft mit hohem Aufwand
verbunden. Dabei muss auch an den Lötprozess gedacht werden.
[0006] Hier setzt die vorliegende Erfindung ein, die die Aufgabe zu lösen hat, Strömungskanäle
mit turbulenzerzeugenden Erhebungen zur Verfügung zu stellen, die bei Ausrüstung eines
Wärmeaustauschers mit solchen Strömungskanälen eine höhere Kühlleistung versprechen.
[0007] Die erfindungsgemäße Lösung der Aufgabe wird mit dem Kennzeichen des Anspruchs 1
erreicht. Die Vorsprünge oder feinen Strukturen an den turbulenzerzeugenden Erhebungen
führen zu erhöhten Turbulenzen im Medium und damit zu einer höheren Kühlleistung.
Der Einsatz von Lamellen, die, wie erwähnt, oft zu Problemen bezüglich der Herstellung
des geforderten Reinheitsgrades führen, kann in vielen Fällen durch die Erfindung
vermieden werden.
[0008] Obwohl es in vielfältigen Ausführungen zum Stand der Technik gehört, wärmetauschende
Oberflächen mit feinen Strukturen zu versehen oder mit einer bestimmten Rauhigkeit
auszubilden, um die Effizienz des Wärmetausches zu beeinflussen, handelt es sich vorliegend
um eine Erfindung, weil der Gedanke, die feinen Strukturen nur an den turbulenzerzeugenden
Erhebungen vorzusehen, durch diesen Stand der Technik nicht nahegelegt sein kann,
zumal die Art und Weise der Herstellung der Vorsprünge bzw. der feinen Strukturen
an den turbulenzerzeugenden Erhebungen bei der Erfindung anders erfolgt als im Stand
der Technik. Im Stand der Technik wird gewöhnlich das gesamte Blechband mit einer
Rauhigkeit versehen bevor die Herstellung der Wärmetauscherplatten selbst durchgeführt
wird.
[0009] Die erfindungsgemäßen feinen Strukturen an den turbulenzerzeugenden Erhebungen werden
in das Präge - bzw. Umformwerkzeug eingearbeitet, so dass sie gleichzeitig mit der
Herstellung der Wärmetauscherplatten bzw. der Wände des Strömungskanals entstehen.
Die Wärmetauscherplatten werden vorzugsweise aus relativ dünnen Aluminiumblechen hergestellt.
Die Form der Vorsprünge bzw. der feinen Strukturen, ihre Anordnung und Anzahl kann
äußerst vielfältig sein und hängt vom vorgesehenen Anwendungsfall ab. Ferner selbstverständlich
auch von der Anordnung und Form der turbulenzerzeugenden Erhebungen selbst. Diese
können eine langgestreckte Form aufweisen, sie können kreisrund sein, letztlich können
sie beliebige, zweckmäßige Formen besitzen.
[0010] Weitere Merkmale wurden in den Ansprüchen niedergelegt, auf die hiermit verwiesen
wird, wobei der Verweis deren Wiederholung an dieser Stelle ersetzen soll.
[0011] In der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand der beiliegenden
Zeichnungen sind die erwähnten Merkmale und die Vorteile der Erfindung ebenfalls vorhanden.
Die Fig. 1 und 2 zeigen Details an einer turbulenzerzeugenden Erhebung.
Die Fig. 3 und 4 zeigen Beispiele der Ausbildung einer turbulenzerzeugenden Erhebung.
Die Fig. 5 zeigt einen Strömungskanal eines Wärmetauschers in einem ersten Beispiel.
Die Fig. 6 zeigt ein anderes Beispiel, und die Fig. 7 zeigt eine Teilansicht auf eine
Wärmetauscherplatte.
[0012] Die Fig. 3 bildet eine etwa kreisförmige turbulenzerzeugende Erhebung
1 ab, an der sechs Vorsprünge
2, am Umfang verteilt, angeordnet sind. Die Vorsprünge
2 ragen in den Strömungskanal
3 hinein, wie es in den Fig. 5 und 6 prinzipiell gezeigt wurde. In den Fig. 3 und 4
wurden die Vorsprünge
2 schematisch als Striche dargestellt, woraus erkennbar sein soll, dass es sich in
diesem Ausführungsbeispiel um feine, längliche Sicken handelt, die bei der Herstellung
der (Wände) Platten
4, 5 umformtechnisch auf einer Presse ausgebildet werden. In den Fig. 1a, 1b ist ein Querschnitt
durch eine solche Sicke (Vorsprung
2) gezeigt worden. In der Fig. 1b wurde der Stempel
Wi gegenüber dem vorherigen Stand nicht verändert. Das Material fließt in eine in der
Matrize
Wa ausgebildeten Kerbe. In der Fig. 1a besitzt der innen angreifende Stempel eine Wölbung,
die das Material gezielt in die Kerbe der Matrize drückt, um die Sicke
2 auszubilden. In den Ausführungsbeispielen wurden nur die Mantelflächen
10 der turbulenzerzeugenden Erhebungen
1 mit Vorsprüngen
2 versehen. Die Sicken
2 (Vorsprünge) laufen etwa sternförmig von einem gedachten Zentrum der Erhebung
1 auseinander und enden etwa an der ebenen Wand
4 oder
5. Die Verbindungsflächen
11 der turbulenzerzeugenden Erhebungen
1 dienen in der Fig. 5 der Verbindung mit der Wand
4, da dort nur in einer Wand
5 turbulenzerzeugende Erhebungen
1 ausgebildet sind. Demgegenüber dienen in der Fig. 6 die Verbindungsflächen
11 der Verbindung mit ebensolchen Verbindungsflächen
11 der an der anderen Wand
5 ausgebildeten turbulenzerzeugenden Erhebungen
1, die dort demzufolge an beiden Wänden
4 und
5 ausgebildet und deshalb, bei gleicher Höhe des Strömungskanals
3, nur etwa halb so hoch sind wie diejenigen in der Fig. 5. Es gibt jedoch auch nicht
gezeigte Ausführungen, bei denen die gesamte Fläche der turbulenzerzeugenden Erhebung
1 mit feinen Strukturen
2 ausgebildet ist, weil festgestellt wurde, dass feine Strukturen
2 auch im Bereich der Verbindungsfläche
11 die Lötergebnisse weiter verbessern können. Dabei ist klar, dass beispielsweise die
Höhe der feinen Strukturen
2 in der Mantelfläche
10 bis in den Millimeter - Bereich gehen kann, während sich die Höhe derselben in der
Verbindungsfläche
11 im Bereich der Rauhigkeit der Oberfläche bewegt.
[0013] In der Fig. 4 ist eine länglich ovale turbulenzerzeugende Erhebung
1 zu sehen, nur um zu zeigen, dass deren Form im Prinzip freigestellt ist. Dort sind
insgesamt 16 Vorsprünge
2 an einer Erhebung
1 ausgebildet.
[0014] Der Wärmetauscher in den Fig. 5, 6 und 7 ist ein gehäuseloser Plattenwärmetauscher,
bzw. ein Teil davon, bei dem die Wärmetauscherplatten
4 und
5, wie es in der Fig. 5 gezeigt ist, ineinander gesetzt werden, um nach der Vormontage
des Plattenwärmetauscher in einem Lötprozess an ihren schrägen Rändern
6 und an den Verbindungsflächen
11 dicht verbunden werden. Wie an sich bekannt, hat der Strömungskanal
3 einen Zufluss und einen Abfluss, und zwar über einen vertikal durch den Stapel der
Wärmetauscherplatten
4, 5 hindurchgehenden Sammelkanal und einen Verteilerkanal, die jedoch nicht gezeigt wurden.
[0015] Es muss aber darauf aufmerksam gemacht werden, dass sich der erfindungsgemäße Strömungskanal
3 durchaus in anderen Wärmetauschern befinden kann und ausdrücklich auch dafür vorgesehen
ist, beispielsweise in solchen Wärmetauschern, die ein Gehäuse um einen Stapel von
Platten herum aufweisen. Bei diesem Typ Wärmetauscher bilden in der Regel zwei Platten
zwischen sich einen Strömungskanal
3 aus. Die Strömungskanäle
3 sind ebenfalls mittels eines Sammelkanals und eines Verteilerkanals hydraulisch verbunden.
Zwischen den Paaren von Platten befinden sich andere Strömungskanäle, die hydraulisch
durch das Gehäuse hindurch zugänglich sind. Die Beschreibung dieses weit verbreiteten
Typs Wärmetauscher ist ebenfalls nicht als Beschränkung darauf zu verstehen.
[0016] Der Strömungskanal
3 kann beispielsweise auch ein Flachrohr sein, dessen Breitseiten die Wände
4 und
5 darstellen.
[0017] Es ist ferner vollkommen unerheblich, ob in einem einzigen Strömungskanal
3 einige Erhebungen
1 an einer Wand
4 und andere Erhebungen
1 an der anderen Wand
5 ausgebildet sind, was durch die Formulierung "wenigstens einige Erhebungen 1" im
Anspruch 1 zum Ausdruck gebracht sein soll. Wenn an beiden Wänden
4 und
5 Erhebungen
1 ausgebildet sind, die gegenüberliegen und miteinander verbunden sind, muss deren
Verbindung auch nicht unbedingt auf der halben Höhe des Strömungskanals
1 vorhanden sein.
[0018] Die Fig. 7 zeigt lediglich einen Teil einer Wärmetauscherplatte
4 oder
5 eines gehäuselosen Plattenwärmetauschers als Muster, die eine Vielzahl von in Reihen
20 angeordneten Erhebungen
1 aufweist, die alle mit einer feinen Struktur
2 ausgebildet sind. Darin sind zwei Öffnungen zu erkennen, die das Bezugszeichen
7 und
8 erhalten haben. Die Öffnung
7 dient dem Zufluss des Mediums in den Strömungskanal
3. Die zugehörige Öffnung für den Abfluss befindet sich am nicht gezeigten anderen
Ende der Wärmetauscherplatte. Die Öffnung
8 dient dem Zufluss in den benachbarten nicht gezeigten Strömungskanal. Auch diesem
Strömungskanal ist ein nicht gezeigter Abfluss am anderen Ende der Wärmetauscherplatte
zugeordnet.
[0019] Wenigstens einige Strömungskanäle des Wärmeaustauschers weisen die beschriebenen
und gezeigten Merkmale auf. Ausdrücklich können das entweder alle Strömungskanäle
des Wärmeaustauschers sein oder bespielsweise nur diejenigen für ein Medium. Diejenigen
für das andere Medium können durchaus anders ausgebildet, beispielsweise mit Lamellen
belegt sein.
1. Strömungskanal für einen Wärmeaustauscher, in dem sich turbulenzerzeugende Erhebungen
(1) befinden, die eine Mantelfläche (10) und eine Verbindungsfläche (11) aufweisen,
wobei wenigstens einige Erhebungen (1) entweder in einer Wand (4) des Strömungskanals
(3) ausgebildet sind und sich an der gegenüberliegenden Wand (5) desselben Strömungskanals
(3) abstützen und damit verbunden sind oder in beiden Wänden (4, 5) ausgebildet sind
und sich gegenseitig abstützen und miteinander verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
die turbulenzerzeugenden Erhebungen (1) mit in den Strömungskanal (3) gerichteten
Vorsprüngen (2) bzw. feinen Strukturen versehen sind, die die Ausbildung von Turbulenzen
im den Strömungskanal (3) durchströmenden Medium unterstützen.
2. Strömungskanal in einem Wärmeaustauscher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Strömungskanal (3) bzw. der solche Strömungskanäle (3) aufweisende Wärmeaustauscher
vorzugsweise aus Aluminiumblechen hergestellt ist, wobei die Wände (4, 5), die die
turbulenzerzeugenden Erhebungen (1) mit Vorsprüngen (2) aufweisen in einem Umformwerkzeug
herstellbar sind.
3. Strömungskanal nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsprünge (2) oder die feinen Strukturen vorzugsweise nur an der Mantelfläche
10 der turbulenzerzeugenden Erhebungen (1) verteilt angeordnet sind.
4. Wärmeaustauscher, der aus Platten (Wänden) aufgebaute Strömungskanäle besitzt, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einige Strömungskanäle (3) des Wärmeaustauschers die Merkmale des Anspruchs
1 aufweisen.