[0001] Die Erfindung betrifft Alkoxylatgemische und diese enthaltende Waschmittel wie auch
Verfahren zur Herstellung der Alkoxylatgemische und die Verwendung des Waschmittels
zum Waschen oder Reinigen von Textilien.
[0002] Waschmittel im Sinne dieser Erfindung dienen in der Regel zum Waschen von mehr oder
weniger flexiblen Materialien, vorzugsweise solchen, die natürliche, synthetische
oder halbsynthetische Fasermaterialien enthalten oder daraus bestehen und die demzufolge
zumindest teilweise einen textilen Charakter aufweisen.
[0003] Waschmittel dieser Art sind im Stand der Technik vielfach beschrieben worden. Einen
sehr guten Überblick über die Wirkungsweise und die Zusammensetzung von Waschmitteln
findet man beispielsweise in
Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry, 5. Auflage, Bd. A8, (1986), Seiten
315 ff, Stichwort "Detergents" sowie in
Tai, Formulating Detergents and Personal Care Products, AOCS Press, 2000. Die Waschmittel enthalten ein Tensid oder mehrere Tenside aus gleichen oder unterschiedlichen
Tensidgruppen und in der Regel weitere Hilfs- und Zusatzstoffe, die entweder zur Konfektionierung
erforderlich sind und/oder die einer Anpassung der Waschmittel an den geplanten speziellen
Verwendungszweck oder die Art der Anwendung (Waschen von Hand oder in Maschinen) dienen.
Bestandteile, die neben den verschiedenen Tensiden in wechselnden Kombinationen und
Anteilen in vielen Waschmitteln eingesetzt werden können, sind zum Beispiel Builder
(Sequestrierungsmittel) und Co-Builder, pH-Regulatoren, wie anorganische oder organische
Säuren, anorganische oder organische Basen und Puffersysteme, Ionenaustauscher, Dispergiermittel,
Schmutztragemittel, Verdickungsmittel, Enzyme, Bleichsysteme, hydrotrope Verbindungen
als Lösungsvermittler bzw. Solubilisatoren, wie Harnstoff oder Alkohole, Schaumregulatoren
zur Stabilisierung oder Dämpfung des Schaums, Haut- und Korrosionsschutzmittel, desinfizierende
Verbindungen oder Systeme, beispielsweise solche, die Iod enthalten oder die Chlor
oder unterchlorige Säure freisetzen, wie Dichlorisocyanurat, Parfüm, Farbstoffe, optische
(fluoreszierende) Aufheller, Vergrauungsinhibitoren, Stell- und Konfektionierungsmittel
und desinfizierende Verbindungen. Wesentlichen Anteil an der Reinigungswirkung der
im Stand der Technik beschriebenen Waschmittel haben die darin enthaltenen Tenside.
Verwendung finden ionische Tenside und zwar sowohl anionische Tenside wie beispielsweise
Alkoholsulfate, Alkoholethersulfate, Alkylbenzolsulfonate, α-Olefinsulfonate, Sulfosuccinate
als auch kationische Tenside, wie beispielsweise C
8 bis C
16-Dialkyldimethylammoniumsalze, Dialkoxydimethylammoniumsalze oder Imidazoliniumsalze
mit langkettigem Alkylrest.
[0004] Auch der Einsatz von amphoteren Tensiden, beispielsweise von Derivaten von sekundären
oder tertiären Aminen wie C
6-C
18-Alkylbetainen oder C
6-C
15-Alkylsulfobetainen oder Aminoxiden wie Alkyldimethylaminoxiden ist bereits beschrieben
worden.
[0005] Auch nichtionische Tenside, insbesondere auch Alkoxylate und Polyglycoside von Alkanolen
mit insbesondere 8 bis 20 C-Atomen sowie Alkoxylaten von Alkylaminen und Alkylamiden
werden in Waschmitteln eingesetzt. Es ist insbesondere auch bekannt, Alkoxylate von
Oxoalkoholen mit 10 bis 13 C-Atomen als Tenside in Waschmitteln einzusetzen. In der
DE-A-100 29 692 sind derartige Alkoxylate beschrieben.
[0006] DE 24 48 532 A offenbart Gemische von Tensiden bestehend aus primären und sekundären C
8-15-Alkoholen mit verschiedenen Anteilen an Ethylenoxid. Eine Mischung enthaltend 2-Propyl-heptanol
als Basisalkohol wird in diesem Dokument nicht genannt.
[0007] Im Interesse eines möglichst sparsamen Stoffeinsatzes, hoher Wirtschaftlichkeit und
geringer Umweltbelastung streben die Waschmittelhersteller nach einer stetigen Verbesserung
der Wirksamkeit ihrer Produkte und insbesondere der darin enthaltenen Tenside.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung von Alkoholalkoxylat-Tensidsystemen,
die in Wasch- und Reinigungsmitteln zu einer verbesserten Schmutzentfernung führten
und das Leistungsspektrum der Wasch- und Reinigungsmittel verbessern.
[0009] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Alkoxylatgemisch, enthaltend
10 bis 90 Gew.% mindestens eines Alkoxylats der allgemeinen Formel (I)
C
5H
11CH(C
3H
7)CH
2O(A)
xH (I)
mit der Bedeutung
- A
- Ethylenoxy
- x
- Zahl von 3 bis 12, und
10 bis 90 Gew.-% mindestens eines Alkoxylats der allgemeinen Formel (II)
C
mH
2m+1O(A)
v(B)
wH (II)
mit der Bedeutung
- A
- Ethylenoxy
- B
- C3-C10-Akylenoxy, vorzugsweise Propylenoxy, Butylenoxy, Pentylenoxy oder Gemische davon,
wobei Gruppen A und B statistisch verteilt, alternierend oder in Form zweier oder
mehrerer Blöcke in beliebiger Reihenfolge vorliegen können,
- m
- ganze Zahl im Bereich von 12 bis 24,
- v
- Zahl im Bereich von 3 bis 15,
- w
- 0, wobei im Alkoxylat der allgemeinen Formel (I)
| 85 bis 96 Gew.% |
Alkoxylate A1, in denen C5H11 die Bedeutung n-C5H11 hat, und |
| 4 bis 15 Gew.-% |
Alkoxylate A2, in denen C5H11 die Bedeutung C2H5CH(CH3)CH2 und/oder CH3CH(CH3)CH2CH2 hat, |
im Gemisch vorliegen.
[0010] Es wurde erfindungsgemäß gefunden, dass die Alkoxylatgemische, die sich von kürzerkettigen
und längerkettigen Alkanolen ableiten, ein gegenüber bekannten Systemen deutlich verbessertes
Waschverhalten zeigen. Die Verbesserung ist insbesondere im Vergleich zum Einsatz
von ausschließlich kurzkettigen Alkanolethoxylaten deutlich. Die Verwendung derartiger
kurzkettiger Alkanolalkoxylate in Detergenzzusammensetzungen ist an sich bekannt.
[0011] WO 94/11331 betrifft die Verwendung von Alkoxylaten von 2-Propylheptanol in Detergenzzusammensetzungen
zur Entfettung harter Oberflächen. Die Alkoxylate weisen 2 bis 16 Alkylenoxid-Gruppen
auf. Vorzugsweise liegt der überwiegende Teil der Alkylenoxid-Gruppen in Form von
Ethylenoxid vor. Gemäß der Beispiele werden ausschließlich ethoxylierte Alkohole eingesetzt.
Es ist ferner beschrieben, dass die Alkohole zunächst mit Ethylenoxid und sodann mit
Propylenoxid umgesetzt werden können. Für derartige Alkoxylate sind jedoch keine Beispiele
oder Eigenschaften angegeben. Es wird ausgeführt, dass die beschriebenen Alkoxylate
eine gute Detergenzund Benetzungswirkung zeigen, verbunden mit einem geringen Schäumen.
Zudem wird angegeben, dass die Alkoxylate einen erwünschten Verdickungseffekt in Formulierungen
haben.
[0012] WO 94/11330 betrifft Alkoxylate von 2-Propylheptanol und deren Verwendung. In den Alkoxylaten
liegt 2-Propylheptanol, zunächst mit 1 bis 6 mol Propylenoxid und sodann mit 1 bis
10 mol Ethylenoxid umgesetzt, vor. Gemäß den Beispielen wird ein zunächst mit 4 mol
Propylenoxid und sodann mit 6 mol Ethylenoxid umgesetztes 2-Propylheptanol eingesetzt.
Es wird angegeben, dass die Alkylenoxidaddukte ein verbessertes Verhältnis von Schaumverhalten
zu Detergenzwirkung zeigen. Ferner ist angegeben, dass die Alkoxylate ein gutes Benetzungsverhalten
zeigen. Sie werden in Detergenzzusammensetzungen zur Reinigung von Textilmaterialien
eingesetzt.
[0013] In der
US 2,508,036 sind Ethoxylate von 2-n-Propylheptanol mit 5 bis 15 mol Ethylenoxid beschrieben.
Es ist angegeben, dass die Alkoxylate ein verbessertes Benetzungsverhalten in wässrigen
Lösungen zeigen und daher in Waschmitteln in Kombination mit Buildern eingesetzt werden
können.
[0014] Im folgenden werden die kurzkettige und die langkettige Alkanolalkoxylatkomponente
der erfindungsgemäßen Alkoxylatgemische näher erläutert.
[0015] Die erfindungsgemäßen Gemische enthalten 10 bis 90 Gew.-%, insbesondere 20 bis 70
Gew.-% mindestens eines Alkoxylats der allgemeinen Formel (I). Entsprechend enthalten
sie 10 bis 90 Gew.-%, insbesondere 30 bis 80 Gew.-% mindestens eines Alkoxylats der
allgemeinen Formel (II).
[0016] Im Alkoxylat der allgemeinen Formel (I) hat A die Bedeutung Ethylenoxy.
[0017] Dabei hat C
3H
7 im Alkoxylat der allgemeinen Formel (I) vorzugsweise die Bedeutung n-C
3H
7.
[0018] Die Herstellung von 2-Propylheptanol(en) kann ausgehend von Valeraldehyd durch Aldolkondensation
und nachfolgende Hydrierung erfolgen. Die Herstellung von Valeraldehyd und den entsprechenden
Isomeren erfolgt durch Hydroformylierung von Buten, wie beispielsweise in
US 4,287,370; Beilstein E IV 1, 3268,
Ullmanns Encyclopedia of Industrial Chemistry, 5. Auflage, Band A1, Seiten 323 und
328f beschrieben. Die nachfolgende Aldolkondensation ist beispielsweise beschrieben in
US 5,434,313. Die Hydrierung des Aldolkondensationsprodukt folgt allgemeinen Hydrierbedingungen.
[0019] Des weiteren kann 2-Propylheptanol durch Kondensation von 1-Pentanol (als Mischung
der entsprechenden Methylbutanole-1) in Gegenwart von KOH bei erhöhten Temperaturen
hergestellt werden, siehe z. B.
Marcel Guerbet, C. R. Acad Sei Paris 128, 511, 1002 (1899). Des weiteren ist auf
Römpp, Chemie Lexikon, 9. Auflage, Georg Thieme Verlag Stuttgart, und die dort genannten Zitate sowie
Tetrahedron 1967, Vol. 23, Seiten 1723 - 1733, hinzuweisen.
[0020] Geeignete einfach verzweigte Alkylreste sind auch 2-Octyl-, 3-Octyl- usw., 2-Nonyl-,
3-Nonyl- usw., 2-Decyl-, 3-Decyl- usw., 2-Undecyl-, 3-Undecylreste usw. Entsprechende
Alkohole können durch Addition von Wasser an Olefine, z. B. alpha-Olefine, hergestellt
werden.
[0021] Geeignete mehrfach verzweigte Alkylreste enthalten einen oder zwei, vorzugsweise
einen Methyl- oder Ethylsubstituenten. Ein Beispiel ist der (6-Ethyl) - 2 - nonylrest.
Der entsprechende Alkohol ist durch Umsetzung von 2-Ethylhexanal mit Aceton und ausschießende
Hydrierung zugänglich.
[0022] In der allgemeinen Formel (I) ist x eine Zahl von 3 bis 12. Die Werte von x stellen
Mittelwerte dar, da bei der Alkoxylierung von Alkanolen in der Regel eine Verteilung
des Alkoxylierungsgrades erhalten wird. Daher kann x, wie auch die nachstehend diskutierten
v und w von ganzzahligen Werten abweichen. Die Verteilung des Alkoxylierungsgrades
kann in gewissem Umfang durch Einsatz unterschiedlicher Alkoxylierungskatalysatoren
eingestellt werden. Der Mittelwert der Homologenverteilung wird durch die angegebene
Zahl x dargestellt.
[0023] Im längerkettigen Alkoxylat der allgemeinen Formal (II) haben A und B vorzugsweise
die vorstehende Bedeutung. m ist eine ganze Zahl im Bereich von 12 bis 24, vorzugsweise
von 12 bis 18, besonders bevorzugt von 12 bis 15. Der Alkyrest C
mH
2m+1 kann dabei linear oder einfach oder mehrfach verzweigt sein. Es können auch Gemische
von linearen und verzweigten Alkylresten vorliegen. Sie können aus beliebigen geeigneten
Quellen stammen. Die linearen Alkohole sind nativen oder synthetischen Ursprungs.
Unter den verzweigten Alkoholen sind beispielsweise zu nennen:
- Oxoalkohole auf Basis von linearen oder verzweigten Olefinen,
- sekundäre Alkohole, beispielsweise gewonnen durch Paraffinoxidation,
- Alkohole, gewonnen durch den SHOP-Prozess,
- Alkohole, erhältlich über die GTL-Technologie,
- Alkohole, erhältlich über die Fischer-Tropsch-Technologie,
- Alkohole, erhältlich über Gerüstisomerisierung der zur Oxierung eingesetzten Olefine
entsprechend WO 98/23566.
[0024] Geeignete Alkohole, die verzweigt sind, weisen die Hydroxylgruppe z. B. in 2-, 3-,
4-Position usw. auf. Der Alkylrest kann linear oder nochmals verzweigt sein und z.
B. Methyl- oder Ethylsubstituenten tragen.
[0025] Beispiele geeigneter Alkohole sind 2-Dodecanol, 2-Tetradecanol, 2-Hexadecanol, jeweils
zugänglich durch Addition von Wasser an α-Olefine, (7-Ethyl)- 3-decanol bzw. (3-Methyl
- 6 - ethyl)- 2-nonanol, erhältlich durch Umsetzung von 2-Ethyl-hexanal mit Methylethylketon
und anschließende Hydrierung, 2-Hexadecanol bzw. 2-Octadecanol, erhältlich durch Umsetzung
von C
13/C
15- Aldehyd mit Aceton, 3- Nonadecanol bzw. (3-Methyl) - 2- octadecanol, (3-Methyl)
- 2 - hexadecanol, 3- Heptadecanol, erhältlich durch Umsetzung von C
13/C
15- Aldhyd mit Methylethylketon. Die Umsetzungsprodukte auf Basis von C
13/C
15- Aldehyd sind in technischen Gemisch zu etwa 40 - 50 % in alpha-Position verzweigt.
[0026] Beispiele weiterer geeigneter Alkohole sind lineare C
12-14 - Alkane mit einer Hydroxylgruppe in einer nicht endständigen Position entlang der
Kette bzw. Gemische davon (z. B. Softanol® - Alkohole von Nippon Shokubai oder Tergitol®-
Akohole von Dow).
[0027] v ist eine Zahl im Bereich von 3 bis 15. w hat den Wert 0. Es kann auf die vorstehenden
Ausführungen zu x bei den kürzerkettigen Alkoholalkoxylaten verwiesen werden.
[0028] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung von Alkoxylatgemischen,
wie sie vorstehend beschrieben sind, bei dem Alkanole der allgemeinen Formel C
mH
2m+1OH und 2-Propylheptanol mit der angegebenen Bedeutung für m mit Ethylenoxid unter
Alkoxylierungsbedingungen umgesetzt werden und vor oder nach dem Alkoxylieren oder
nach einem teilweisen Alkoxylieren miteinander gemischt werden.
[0029] Die Alkoxylierung kann beispielsweise unter Verwendung von alkalischen Katalysatoren
wie Alkalihydroxiden, Alkalialkoholaten durchgeführt werden. Durch den Einsatz dieser
Katalysatoren resultieren spezielle Eigenschaften, insbesondere der Verteilung des
Alkoxylierungsgrades.
[0030] Die Alkoxylierung kann zudem unter Verwendung von Lewis-saurer Katalyse mit den daraus
resultierenden speziellen Eigenschaften durchgeführt werden, insbesondere in Gegenwart
von BF
3 x H
3PO
4, BF
3 Dietherat, BF
3, SbCl
5, SnCl
4 x 2 H
2O, Hydrotalcit. Geeignet als Katalysator sind auch Doppelmetallcyanid (DMC) Verbindungen.
[0031] Dabei kann der überschüssige Alkohol abdestilliert werden, oder das Alkoxylat kann
durch einen Zwei-Stufen-Prozess gewonnen werden.
[0032] Vorzugsweise wird die Alkoxylierung durch starke Basen katalysiert, die zweckmäßigerweise
in Form eines Alkalihydroxids oder Erdalkalihydroxids, in der Regel in einer Menge
von 0,1 bis 1 Gew.-%, bezogen auf die Menge des Alkanols R
2-OH, zugesetzt werden, (Vergl.
G.Gee et al., J. Chem. Soc. (1961), S. 1345;
B. Wojtech, Makromol. Chem. 66, (1966), S.180).
[0034] Als DMC-Verbindung können prinzipiell alle dem Fachmann bekannten geeigneten Verbindungen
verwendet werden.
[0035] Als Katalysator geeignete DMC-Verbindungen sind beispielsweise in der
WO 99/16775 und der
DE-A-10117273 beschrieben. Insbesondere sind für die Alkoxylierung Doppelmetallcyanid-Verbindung
der allgemeinen Formel I als Katalysator geeignet:
M
1a[M
2(CN)
b(A)
c]
d · fM
1gX
n · h(H
2O) · eL · kP (I),
in der
- M1 mindestens ein Metallion, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Zn2+, Fe2+, Fe3+, Co3+, Ni2+, Mn2+, Co2+, Sn2+, Pb2+, Mo4+, Mo6+, Al3+, V4+, V5+, Sr2+, W4+, W6+, Cr2+, Cr3+, Cd2+ Hg2+, Pd2+, Pt2+, V2+, Mg2+, Ca2+, Ba2+, Cu2+, La3+, Ce3+, Ce4+, Eu3+, Ti3+, Ti4+, Ag+, Rh2+, Rh3+, Ru2+, Ru3+ ist,
- M2 mindestens ein Metallion, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Fe2+ Fe3+, Co2+, Co3+, Mn2+, Mn3+, V4+, V5+, Cr2+, Cr3+, Rh3+, Ru2+, Ir3+ ist,
- A und X unabhängig voneinander ein Anion, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus
Halogenid, Hydroxid, Sulfat, Carbonat, Cyanid, Thiocyanat, Isocyanat, Cyanat, Carboxylat,
Oxalat, Nitrat, Nitrosyl, Hydrogensulfat, Phosphat, Dihydrogenphosphat, Hydrogenphosphat
oder Hydrogencarbonat sind,
- L ein mit Wasser mischbarer Ligand ist, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus Alkoholen,
Aldehyden, Ketonen, Ethern, Polyethern, Estern, Polyestern, Polycarbonat, Harnstoffen,
Amiden, primären, sekundären und tertiären Aminen, Liganden mit Pyridin-Stickstoff,
Nitrilen, Sulfiden, Phosphiden, Phosphiten, Phosphanen, Phosphonaten und Phosphaten,
- k eine gebrochene oder ganze Zahl größer oder gleich Null ist, und
- P ein organischer Zusatzstoff ist,
- a, b, c, d, g und n so ausgewählt sind, dass die Elektroneutralität der Verbindung
(I) gewährleistet ist, wobei c = 0 sein kann,
- e die Anzahl der Ligandenmoleküle eine gebrochenen oder ganze Zahl größer 0 oder 0
ist,
- f, h und m unabhängig voneinander eine gebrochene oder ganze Zahl größer 0 oder 0
sind.
[0036] Als organische Zusatzstoffe P sind zu nennen: Polyether, Polyester, Polycarbonate,
Polyalkylenglykolsorbitanester, Polyakylenglykolglycidylether, Polyacrylamid, Poly(acrylamid-co-acrylsäure),
Polyacrylsäure, Poly(acrylamid-co-maleinsäure), Polyacrylnitril, Polyalkylacrylate,
Polyalkylmethacrylate, Polyvinylmethylether, Polyvinylethylether, Polyvinylacetat,
Polyvinylalkohol, Poly-N-vinylpyrrolidon, Poly(N-vinylpyrrolidon-co-acrylsäure), Polyvinylmethylketon,
Poly(4-vinylphenol), Poly(acrylsäure-co-styrol), Oxazolinpolymere, Polyalkylenimine,
Maleinsäure- und Maleinsäureanhydridcopolymere, Hydroxyethylcellulose, Polyacetate,
ionische oberflächen- und grenzflächenaktive Verbindungen, Gallensäure oder deren
Salze, Ester oder Amide, Carbonsäureester mehrwertiger Alkohole und Glycoside.
[0037] Diese Katalysatoren können kristallin oder amorph sein. Für den Fall, dass k gleich
null ist, sind kristalline Doppelmetallcyanid-Verbindungen bevorzugt. Im Fall, dass
k größer null ist, sind sowohl kristalline, teilkristalline, als auch substantiell
amorphe Katalysatoren bevorzugt.
[0038] Von den modifizierten Katalysatoren gibt es verschiedene bevorzugte Ausführungsformen.
Eine bevorzugte Ausführungsform sind Katalysatoren der Formel (I), bei denen k größer
null ist. Der bevorzugte Katalysator enthält dann mindestens eine Doppelmetallcyanid-Verbindung,
mindestens einen organischen Liganden und mindestens einen organischen Zusatzstoff
P.
[0039] Bei einer anderen bevorzugten Ausführungsform ist k gleich null, optional ist e auch
gleich null und X ist ausschließlich ein Carboxylat, bevorzugt Formiat, Acetat und
Propionat. Derartige Katalysatoren sind in der
WO 99/16775 beschrieben. Bei dieser Ausführungsform sind kristalline Doppelmetallcyanid-Katalysatoren
bevorzugt. Ferner bevorzugt sind Doppelmetallcyanid-Katalysatoren, wie in der
WO 00/74845 beschrieben, die kristallin und plättchenförmig sind.
[0040] Die Herstellung der modifizierten Katalysatoren erfolgt durch Vereinigung einer Metallsalz-Lösung
mit einer Cyanometallat-Lösung, die optional sowohl einen organischen Liganden L als
auch einen organischen Zusatzstoff P enthalten können. Anschließend werden der organische
Ligand und optional der organische Zusatzstoff zugegeben. Bei einer bevorzugten Ausführungsform
der Katalysatorherstellung wird zunächst eine inaktive Doppelmetallcyanid-Phase hergestellt
und diese anschließend durch Umkristallisation in eine aktive Doppelmetallcyanidphase
überführt, wie in der
PCT/EP01/01893 beschrieben.
[0041] Bei einer anderen bevorzugten Ausführungsform der Katalysatoren sind f, e und k ungleich
Null. Dabei handelt es sich um Doppelmetallcyanid-Katalysatoren, die einen mit Wasser
mischbaren organischen Ligand (im allgemeinen in Mengen von 0,5 bis 30 Gew.%) und
einen organischen Zusatzstoff (im allgemeinen in Mengen von 5 bis 80 Gew.%) enthalten
wie in der
WO 98/06312 beschrieben. Die Katalysatoren können entweder unter starkem Rühren (24000U/Min mit
Turrax) oder unter Rühren hergestellt werden wie in der
US 5,158,922 beschrieben.
[0042] Insbesondere als Katalysator geeignet sind für die Alkoxylierung Doppelmetallcyanid-Verbindungen,
die Zink, Kobalt oder Eisen oder zwei davon enthalten. Besonders geeignet ist beispielsweise
Berliner Blau.
[0043] Bevorzugt werden kristalline DMC-Verbindungen eingesetzt. In einer bevorzugten Ausführungsform
wird eine kristalline DMC-Verbindung vom Zn-Co-Typ als Katalysator verwendet, der
als weitere Metallsalzkomponente Zinkacetat enthält. Derartige Verbindungen kristallisieren
in monokliner Struktur und weisen einen plättchenförmigen Habitus auf. Derartige Verbindungen
werden beispielsweise in der
WO 00/74845 oder der
PCT/EP01/01893 beschrieben.
[0044] Als Katalysator geeignete DMC-Verbindungen können prinzipiell auf alle dem Fachmann
bekannten Arten hergestellt werden. Beispielsweise können die DMC-Verbindungen durch
direkt Fällung, "incipient wetness"-Methode, durch Herstellung einer Precursor-Phase
und anschließende Umkristallisation hergestellt werden.
[0045] Die DMC-Verbindungen können als Pulver, Paste oder Suspension eingesetzt werden oder
zu einem Formkörper verformt werden, in Formkörpern, Schäume oder ähnliches eingebracht
werden oder auf Formkörper, Schäume oder ähnliches aufgebracht werden.
[0046] Die zur Alkoxylierung eingesetzte Katalysator-Konzentration bezogen auf das Endmengengerüst
ist typischerweise kleiner als 2000 ppm, bevorzugt kleiner als 1000 ppm, insbesondere
kleiner als 500 ppm, besonders bevorzugt kleiner als 100 ppm, beispielsweise kleiner
als 50 ppm.
[0047] Die Additionsreaktion wird bei Temperaturen von etwa 90 bis etwa 240°C, vorzugsweise
von 120 bis 180°C, im geschlossenen Gefäß ausgeführt. Das Alkylenoxid oder die Mischung
verschiedener Alkylenoxide wird der Mischung aus erfindungsgemäßem Alkanolgemisch
und Alkali unter dem bei der gewählten Reaktionstemperatur herrschenden Dampfdruck
des Alkylenoxidgemisches zugeführt. Gewünschtenfalls kann das Alkylenoxid mit bis
zu etwa 30 bis 60 % mit einem Inertgas verdünnt werden. Dadurch wird eine zusätzliche
Sicherheit gegen explosionsartige Polyaddition des Alkylenoxids gegeben.
[0048] Wird ein Alkylenoxidgemisch eingesetzt, so werden Polyetherketten gebildet in denen
die verschiedenen Alkylenoxidbausteine praktisch statistisch verteilt sind. Variationen
in der Verteilung der Bausteine längs der Polyetherkette ergeben sich aufgrund unterschiedlicher
Reaktionsgeschwindigkeiten der Komponenten und können auch willkürlich durch kontinuierliche
Zufuhr einer Alkylenoxidmischung programmgesteuerter Zusammensetzung erreicht werden.
Werden die verschiedenen Alkylenoxide nacheinander zur Reaktion gebracht so erhält
man Polyetherketten, mit blockartiger Verteilung der Alkylenoxid-Bausteine.
[0049] Die Länge der Polyetherketten schwankt innerhalb des Reaktionsprodukts statistisch
um einen Mittelwert, der im wesentlichen dem sich aus der Zusatzmenge ergebenden stöchiometrischen
Wert entspricht.
[0050] Die erfindungsgemäßen Alkoxylatgemische werden vorzugsweise in Wasch- oder Reinigungsmitteln
eingesetzt, in denen sie zu einer Verbesserung der Wascheigenschaften führen. Die
Erfindung betrifft auch ein Wasch- oder Reinigungsmittel, enthaltend ein wie vorstehend
beschriebenes Alkoxylatgemisch. Das Alkoxylatgemisch wird dabei üblicherweise in einer
Menge von 0,01 bis 80 Gew.%, vorzugsweise in einer Menge von 0,01 bis 50 Gew.-%, bezogen
auf das Wasch- oder Reinigungsmittel, eingesetzt. Das Wasch- oder Reinigungsmittel
wird vorzugsweise zum Waschen oder Reinigen von Textilien verwendet.
[0051] Der Mindestanteil der erfindungsgemäßen Alkoxylatgemische am Gesamtgewicht der erfindungsgemäßen
Waschmittel wird so bemessen, dass sich eine signifikante Wirkung dieses Zusatzes
zeigt. In der Regel wird eine gute Waschwirkung, insbesondere eine sehr gute Primärwaschwirkung
der erfindungsgemäßen Waschmittel erreicht, wenn der Anteil der Gemische in dem erfindungsgemäßen
Waschmittel, bezogen auf das Gesamtgewicht des Mittels, 0,01 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise
0,1 bis 40 Gew.-%, insbesondere 0,5 bis 30 Gew.-% beträgt.
[0052] Waschmittel im Sinne dieser Erfindung dienen in der Regel zum Waschen von mehr oder
weniger flexiblen Materialien,vorzugsweise solchen, die natürliche, synthetische oder
halbsynthetische Fasermaterialien enthalten oder daraus bestehen und die demzufolge
in der Regel zumindest teilweise einen textilen Charakter aufweisen. Die faserhaltigen
oder aus Fasern bestehenden Materialien können prinzipiell in jeder im Gebrauch oder
der Herstellung und Verarbeitung vorkommenden Form vorliegen. Beispielsweise können
Fasern ungeordnet in Form von Flocke oder Haufwerk, geordnet in Form von Fäden, Garnen,
Zwirnen, oder in Form von Flächengebilden wie Vliesen, Lodenstoffen oder Filz, Geweben,
Gewirken in allen denkbaren Bindungsarten vorliegen.
[0053] Es kann sich um Rohfasern oder um Fasern in beliebigen Verarbeitungsstadien handeln
und es können natürliche Eiweiß- oder Zellulosefasern wie Wolle, Seide, Baumwolle,
Sisal, Hanf, Kokosfasern oder Synthesefasern wie beispielsweise Polyester-, Polyamid-
oder Polyacrylnitrilfasern sein.
[0054] Die erfindungsgemäßen Waschmittel können auch zur Reinigung von faserhaltigen Materialien,
wie z. B. rückenbeschichteten Teppichen mit geschnittenem oder ungeschnittenem Flor
dienen.
[0055] Die Zusammensetzungen der Waschmittel werden vorzugsweise den verschiedenen Zwecken
angepasst, wie es dem Fachmann aus dem Stand der Technik geläufig ist. Hierzu können
den erfindungsgemäßen Waschmitteln alle zweckentsprechenden aus dem Stand der Technik
bekannten Hilfs- und Zusatzstoffe zugefügt werden.
[0056] In Waschmitteln können neben den erfindungsgemäßen Gemischen beispielsweise vorliegen:
- Builder und Cobuilder, wie Polyphosphate, Zeolithe, Polycarboxylate, Phosphonate oder
Komplexbildner
- ionische Tenside, wie Alkoholsulfate/-ethersulfate, Alkylbenzolsulfonate, α-Olefinsulfonate
und andere Alkoholsulfate/-ethersulfate
- andere nichtionische Tenside, wie Alkylaminalkoxylate, Alkylpolyglucoside
- optische Aufheller,
- Farbübertragungsinhibitoren, wie Polyvinylpyrrolidon der Molmassen 8.000 bis 70.000,
Vinylimidazol/Vinylpyrrolidon-Copolymere mit einem Molverhältnis der Monomeren von
1:10 bis 2:1 und Molmassen von 8.000 bis 70.000 sowie Poly-4-vinylpyridin-N-oxide
mit Molmassen von 8.000 bis 70.000.
- Stellmittel, wie Natriumsulfat oder Magnesiumsulfat
- Soil Release-Mittel
- Inkrustationsinhibitoren
- Bleichsysteme, enthaltend Bleichmittel, wie Perborat, Percarbonat und Bleichakitvatoren,
wie Tetraacetylethylendiamin sowie Bleichstabilisatoren
- Parfum/-öle
- Schaumdämpfer, wie Silikonöle
- Enzyme, wie Amylasen, Lipasen, Cellulasen, Proteasen
- Alkalispender, wie lösliche Alkalisilikate, z. B. Pentanatriummethasilikat, Nariumcarbonat.
[0057] In flüssigen Waschmitteln können beispielsweise zusätzlich Lösungsmittel, wie Ethanol,
Isopropanol, 1,2-Propylenglycol, Butylglycol usw. eingesetzt werden.
[0058] In tablettenförmigen Waschmitteln können zusätzlich Tablettierhilfsmittel, wie Polyethylenglycole
mit Molmassen von mehr als 1000 g/mol, Polymerdispersionen sowie Tablettensprengmittel,
wie Cellulosederivate, vernetztes Polyvinylpyrrolidon, vernetzte Polyacrylate oder
Kombinationen aus Säuren, wie Zitronensäure und Natriumbicarbonat eingesetzt werden.
Eine detailliertere Ausführung möglicher Inhaltsstoffe wird nachfolgend gegeben.
[0059] In manchen Fällen kann es zweckmäßig sein, die erfindungsgemäß eingesetzten Gemische
mit anderen nichtionischen Tensiden, wie Alkylaminalkoxilaten, Alkylamidalkoxilaten,
Alkylpolyglucosiden, oder mit ionischen, vorzugsweise anionischen, Tensiden, wie z.
B. Alkoholsulfat/-ethersulfaten, Alkylbenzolsulfonaten, α-Olefinsulfonaten, Sulfosuccinaten,
oder mit amphoteren Tensiden, wie z. B. Alkylaminoxiden, oder Betainen zu kombinieren.
[0060] Im Folgenden werden Beispiele für zur Kombination geeignete Tenside unterschiedlicher
Natur genannt:
Eine Klasse geeigneter nichtionischer Tenside sind Alkylphenolalkoxylate wie Alkylphenolethoxylate
mit C6 bis C14-Alkylketten und 5 bis 30 Mol Alkylenoxideinheiten.
Eine andere Klasse nichtionischer Tenside sind Alkylpolyglucoside mit 6 bis 22, vorzugsweise
10 bis 18 Kohlenstoffatomen in der Alkylkette. Diese Verbindungen enthalten meist
1 bis 20, vorzugsweise 1,1 bis 5 Glucosideinheiten.
Eine andere Klasse nichtionischer Tenside sind N-Alkylglucamide der allgemeinen Strukturen

wobei B1 ein C6- bis C22-Alkyl, B2 Wasserstoff oder C1- bis C4-Alkyl und D ein Polyhydroxyalkyl-Rest mit 5 bis 12 C-Atomen und mindestens 3 Hydroxygruppen
ist. Vorzugsweise steht B1 für C10- bis C18-Alkyl, B2 für CH3 und D für einen C5- oder C6-Rest. Beispielsweise erhält man derartige Verbindungen durch die Acylierung von reduzierend
aminierten Zuckern mit Säurechloriden von C10- bis C18-Carbonsäuren.
[0061] Weitere in Betracht kommende nichtionische Tenside sind die aus der
WO-A 95/11225 bekannten endgruppenverschlossenen Fettsäureamidalkoxylate der allgemeinen Formel
R
1-CO-NH- (CH
2)
y-O- (A
1O)
x-R
2
in der
- R1
- einen C5- bis C21-Alkyl- oder Alkenylrest bezeichnet,
- R2
- eine C1- bis C4-Alkylgruppe bedeutet,
- A1
- für C2- bis C4-Alkylen steht,
- y
- die Zahl 2 oder 3 bezeichnet und
- x
- einen Wert von 1 bis 6 hat.
[0062] Beispiele für solche Verbindungen sind die Umsetzungsprodukte von n-Butyltriglykolamin
der Formel H
2N-(CH
2-CH
2-O)
3-C
4H
9 mit Dodecansäuremethylester oder die Reaktionsprodukte von Ethyltetraglykolamin der
Formel H
2N-(CH
2-CH
2-O)
4-C
2H
5 mit einem handelsüblichen Gemisch von gesättigten C
8- bis C
18-Fettsäuremethylestern.
[0063] Weiterhin eignen sich als nichtionische Tenside noch Blockcopolymere aus Ethylenoxid,
Propylenoxid und/oder Butylenoxid (Pluronic®- und Tetronic®-Marken der BASF), Polyhydroxy-
oder Polyalkoxyfettsäurederivate wie Polyhydroxyfettsäureamide, N-Alkoxy- oder N-Aryloxypolyhydroxyfettsäureamide,
Fettsäureamidethoxylate, insbesondere endgruppenverschlossene, sowie Fettsäurealkanolamidalkoxylate.
[0064] Die zusätzlichen nichtionischen Tenside("Niotenside") liegen in den erfindungsgemäßen
Waschmitteln vorzugsweise in einer Menge von 0,01 bis 30 Gew.-%, insbesondere 0,1
bis 25 Gew.-%, vor allem 0,5 bis 20 Gew.-%, vor.
[0065] Man kann zusätzlich einzelne nichtionische Tenside oder eine Kombination unterschiedlicher
Niotenside einsetzen. Es können nichtionische Tenside aus nur einer Klasse zum Einsatz
gelangen, insbesondere nur alkoxylierte C
8- bis C
22-Alkohole, man kann aber auch Tensidmischungen aus verschiedenen Klassen verwenden.
[0066] Geeignete anionische Tenside sind beispielsweise Fettalkoholsulfate von Fettalkoholen
mit 8 bis 22, vorzugsweise 10 bis 18 Kohlenstoffatomen, C
12-C
18-Alkoholsulfate, Laurylsulfat, Cetylsulfat, Myristylsulfat, Palmitylsulfat, Stearylsulfat
und Talgfettalkoholsulfat.
[0067] Weitere geeignete anionische Tenside sind sulfatierte ethoxylierte C
8- bis C
22-Alkohole (Alkylethersulfate) bzw. deren lösliche Salze. Verbindungen dieser Art werden
beispielsweise dadurch hergestellt, dass man zunächst einen C
8- bis C
22-, vorzugsweise einen C
10- bis C
18-Alkohol z. B. einen Fettalkohol, alkoxyliert und das Alkoxylierungsprodukt anschließend
sulfatiert. Für die Alkoxylierung verwendet man vorzugsweise Ethylenoxid, wobei man
pro Mol Alkohol 1 bis 50, vorzugsweise 1 bis 20 Mol Ethylenoxid einsetzt. Die Alkoxylierung
der Alkohole kann jedoch auch mit Propylenoxid allein und gegebenenfalls Butylenoxid
durchgeführt werden. Geeignet sind außerdem solche alkoxylierte C
8- bis C
22-Alkohole, die Ethylenoxid und Propylenoxid oder Ethylenoxid und Butylenoxid oder
Ethylenoxid und Propylenoxid und Butylenoxid enthalten. Die alkoxylierten C
8- bis C
22-Alkohole können die Ethylenoxid-, Propylenoxidund Butylenoxideinheiten in Form von
Blöcken oder in statistischer Verteilung enthalten. Je nach Art des Alkoxylierungskatalysators
kann man Alkylethersulfate mit breiter oder enger Alkylenoxid-Homologen-Verteilung
erhalten.
[0068] Weitere geeignete anionische Tenside sind Alkansulfonate wie C
8- bis C
24-, vorzugsweise C
10- bis C
18-Alkansulfonate sowie Seifen wie beispielsweise die Na- und K-Salze von gesättigten
und/oder ungesättigten C
8- bis C
24-Carbonsäuren.
[0069] Weitere geeignete anionische Tenside sind lineare C
8- bis C
20-Alkylbenzolsulfonate ("LAS"), vorzugsweise lineare C
9- bis C
13-Alkylbenzolsulfonate und -Alkyltoluolsulfonate.
[0070] Weiterhin eignen sich als anionische Tenside noch C
8- bis C
24-Olefinsulfonate und -disulfonate, welche auch Gemische aus Alken- und Hydroxyalkansulfonaten
bzw. -disulfonate darstellen können, Alkylestersulfonate, sulfonierte Polycarbonsäuren,
Alkylglycerinsulfonate, Fettsäureglycerinestersulfonate, Alkylphenolpolyglykolethersulfate,
Paraffinsulfonate mit ca. 20 bis ca. 50 C-Atomen (basierend auf aus natürlichen Quellen
gewonnenem Paraffin oder Paraffingemischen), Alkylphosphate, Acylisethionate, Acyltaurate,
Acylmethyltaurate, Alkylbernsteinsäuren, Alkenylbernsteinsäuren oder deren Halbester
oder Halbamide, Alkylsulfobernsteinsäuren oder deren Amide, Mono- und Diester von
Sulfobernsteinsäuren, Acylsarkosinate, sulfatierte Alkylpolyglucoside, Alkylpolyglykolcarboxylate
sowie Hydroxyalkylsarkosinate.
[0071] Die anionischen Tenside werden dem Waschmittel vorzugsweise in Form von Salzen zugegeben.
Geeignete Kationen in diesen Salzen sind Alkalimetallionen wie Natrium, Kalium und
Lithium und Ammoniumsalze wie z. B. Hydroxyethylammonium-, Di(hydroxyethyl)ammonium-
und Tri(hydroxyethyl)ammoniumsalze.
[0072] Die anionischen Tenside liegen in den erfindungsgemäßen Waschmitteln vorzugsweise
in einer Menge von bis zu 30 Gew.-%, beispielsweise von 0,1 bis 30 Gew.-%, vor allem
1 bis 25 Gew.%, insbesondere 3 bis 20 Gew.-% vor. Werden C
9- bis C
20-linear-Alkylbenzolsulfonate (LAS) mitverwendet, kommen diese üblicherweise in einer
Menge bis zu 15 Gew.-%, insbesondere bis zu 10 Gew.-%, zum Einsatz.
[0073] Man kann einzelne anionische Tenside oder eine Kombination unterschiedlicher Aniontenside
einsetzen. Es können anionische Tenside aus nur einer Klasse zum Einsatz gelangen,
beispielsweise nur Fettalkoholsulfate oder nur Alkylbenzolsulfonate, man kann aber
auch Tensidmischungen aus verschiedenen Klassen verwenden, z. B. eine Mischung aus
Fettalkoholsulfaten und Alkylbenzolsulfonaten.
[0074] Ferner können die erfindungsgemäß einzusetzenden Tensidgemische mit kationischen
Tensiden, üblicherweise in einer Menge bis 25 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 15 Gew.-%,
beispielsweise C
8-bis C
16-Dialkyldimethylammoniumsalzen, Dialkoxydimethylammoniumsalzen oder Imidazoliniumsalzen
mit langkettigem Alkylrest; und/oder mit amphoteren Tensiden, üblicherweise in einer
Menge bis 15 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 10 Gew.-%, beispielsweise Derivaten von sekundären
oder tertiären Aminen wie z. B. C
6-C
18-Alkylbetainen oder C
6-C
15-Alkylsulfobetainen oder Alkylamidobetainen oder Aminoxiden wie Alkyldimethylaminoxiden
kombiniert werden.
[0075] Ferner können kationische Tenside eingesetzt werden, wie sie in der
WO 99/19435 beschrieben sind.
[0076] In der Regel werden die erfindungsgemäß einzusetzenden Gemische mit Buildern (Sequestrierungsmitteln)
wie z. B. Polyphosphaten, Polycarboxilaten, Phosphonaten, Komplexbildnern, z. B. Methylglycindiessigsäure
und deren Salze, Nitrilotriessigsäure und deren Salze, Ethylendiamintetraessigsäure
und deren Salze sowie gegebenenfalls mit Co-Buildern kombiniert.
[0077] Einzelne zur Kombination mit den erfindungsgemäß einzusetzenden Gemischen gut geeignete
Buildersubstanzen seien im Folgenden aufgezählt:
Geeignete anorganische Builder sind vor allem kristalline oder amorphe Alumosilicate
mit ionenaustauschenden Eigenschaften wie insbesondere Zeolithe. Verschiedene Typen
von Zeolithen sind geeignet, insbesondere Zeolithe A, X, B, P, MAP und HS in ihrer
Na-Form oder in Formen, in denen Na teilweise gegen andere Kationen wie Li, K, Ca,
Mg oder Ammonium ausgetauscht ist. Geeignete Zeolithe sind beispielsweise beschrieben
in der US-A-4604224.
[0078] Als Builder geeignete kristalline Silicate sind beispielsweise Disilicate oder Schichtsilicate,
z. B. δ-Na
2Si
2O
5 oder β-Na
2Si
2O
5. Die Silicate können in Form ihrer Alkalimetall-, Erdalkalimetall- oder Ammoniumsalze
eingesetzt werden, vorzugsweise als Na-, Li- und Mg-Silicate.Amorphe Silicate wie
beispielsweise Natriummetasilicat, welches eine polymere Struktur aufweist, oder amorphes
Disilicat sind ebenfalls verwendbar.
[0079] Geeignete anorganische Buildersubstanzen auf Carbonat-Basis sind Carbonate und Hydrogencarbonate.
Diese können in Form ihrer Alkalimetall-, Erdalkalimetall- oder Ammoniumsalze eingesetzt
werden. Vorzugsweise werden Na-, Li- und Mg-Carbonate bzw. - Hydrogencarbonate, insbesondere
Natriumcarbonat und/oder Natriumhydrogencarbonat, eingesetzt.
[0080] Übliche, als anorganische Builder eingesetzte Phosphate sind Alkaliorthophosphate,und/oder
-Polyphosphate wie z. B. Pentanatriumtriphosphat.
[0081] Die genannten Builder-Komponenten können einzeln oder in Mischungen untereinander
eingesetzt werden.
[0082] Ferner ist es in vielen Fällen zweckmäßig den erfindungsgemäßen Waschmitteln Co-Builder
zuzufügen. Beispiele für geeignete Substanzen sind im Folgenden aufgelistet:
In einer bevorzugten Ausführungsform enthalten die erfindungsgemäßen Waschmittel zusätzlich
zu den anorganischen Buildern 0,05 bis 20 Gew.-%, insbesondere 1 bis 10 Gew.-% organische
Cobuilder in Form von niedermolekularen, oligomeren oder polymeren Carbonsäuren, insbesondere
Polycarbonsäuren, oder Phosphonsäuren oder deren Salzen, insbesondere Na- oder K-salzen.
[0083] Als organische Cobuilder geeignete niedermolekulare Carbonsäuren oder Phosphonsäuren
sind beispielsweise:
Phosphonsäuren wie z. B. 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure, Aminotris(methylenphosphonsäure),
Ethylendiamin-tetra(methylenphosphonsäure) Hexamethylendiamin-tetra (methylenphosphonsäure)
und Diethylentriaminpenta(methylenphosphonsäure);
C4-bis C20-Di-, -Tri- und -Tetracarbonsäuren wie z. B. Bernsteinsäure, Propantricarbonsäure,
Butantetracarbonsäure, Cyclopentantetracarbonsäure und Alkyl- und Alkenylbernsteinsäuren
mit C2- bis C16-Alkyl- bzw. -Alkenyl-Resten;
C4- bis C20-Hydroxycarbonsäuren wie z. B. Äpfelsäure, Weinsäure, Gluconsäure, Glutarsäure, Citronensäure,
Lactobionsäure und Saccharosemono-, di- und tricarbonsäure;
Aminopolycarbonsäuren wie z. B. Nitrilotriessigsäure, β-Alanindiessigsäure, Ethylendiamintetraessigsäure,
Serindiessigsäure, Isoserindiessigsäure, Alkylethylendiamintriacetate, N,N-bis(Carboxymethyl)glutaminsäure,
Ethylendiamindibernsteinsäure und N-(2-Hydroxyethyl)iminodiessigsäure, Methyl- und
Ethylglycindiessigsäure.
[0084] Als organische Cobuilder geeignete oligomere oder polymere Carbonsäuren sind beispielsweise:
Oligomaleinsäuren, wie sie beispielsweise in EP-A 451508 und EP-A 396303 beschrieben sind;
Co- und Terpolymere ungesättigter C4- bis C8-Dicarbonsäuren, wobei als Comonomere monoethylenisch ungesättigte Monomere aus der
unten angegebenen Gruppe (i) in Mengen von bis zu 95 Gew.-%, aus der Gruppe (ii) in
Mengen von bis zu 60 Gew.-% und aus der Gruppe (iii) in Mengen von bis zu 20 Gew.-%
einpolymerisiert sein können.
[0085] Als ungesättigte C
4- bis C
8-Dicarbonsäuren sind hierbei beispielsweise Maleinsäure, Fumarsäure, Itaconsäure und
Citraconsäure geeignet. Bevorzugt wird Maleinsäure.
[0086] Die Gruppe (i) umfasst monoethylenisch ungesättigte C
3-C
8-Monocarbonsäuren wie z. B. Acrylsäure, Methacrylsäure, Crotonsäure und Vinylessigsäure.
Bevorzugt werden aus der Gruppe (i) Acrylsäure und Methacrylsäure eingesetzt.
[0087] Die Gruppe (ii) umfasst monoethylenisch ungesättigte C
2- bis C
22-Olefine, Vinylalkylether mit C
1- bis C
8-Alkylgruppen, Styrol, Vinylester von C
1- bis C
8-Carbonsäuren, (Meth)acrylamid und Vinylpyrrolidon. Bevorzugt werden aus der Gruppe
(ii) C
2- bis C
6-Olefine, Vinylalkylether mit C
1- bis C
4-Alkylgruppen, Vinylacetat und Vinylpropionat eingesetzt.
[0088] Falls die Polymeren der Gruppe (ii) Vinylester einpolymerisiert enthalten, können
diese auch teilweise oder vollständig zu Vinylalkohol-Struktureinheiten hydrolysiert
vorliegen. Geeignete Co- und Terpolymere sind beispielsweise aus
US-A 3887806 sowie
DE-A 4313909 bekannt.
[0089] Die Gruppe (iii) umfasst (Meth)acrylester von C
1- bis C
8-Alkoholen, (Meth)acrylnitril, (Meth)acrylamide von C
1- bis C
8-Aminen, N-Vinylformamid und N-Vinylimidazol.
[0090] Als organische Cobuilder eignen sich auch Homopolymere der monoethylenisch ungesättigten
C
3-C
8-Monocarbonsäuren wie z. B. Acrylsäure, Methacrylsäure, Crotonsäure und Vinylessigsäure,
insbesondere der Acrylsäure und Methacrylsäure,
Copolymere von Dicarbonsäuren, wie z. B. Copolymere von Maleinsäure und Acrylsäure
im Gewichtsverhältnis 10:90 bis 95:5, besonders bevorzugt solche im Gewichtsverhältnis
30:70 bis 90:10 mit Molmassen von 1000 bis 150000;
Terpolymere aus Maleinsäure, Acrylsäure und einem Vinylester einer C
1-C
3-Carbonsäure im Gewichtsverhältnis 10 (Maleinsäure) :90 (Acrylsäure + Vinylester)
bis 95 (Maleinsäure) :10 (Acrylsäure + Vinylester), wobei das Gew.-Verhältnis von
Acrylsäure zum Vinylester im Bereich von 30:70 bis 70:30 variieren kann;
Copolymere von Maleinsäure mit C
2-C
8-Olefinen im Molverhältnis 40:60 bis 80:20, wobei Copolymere von Maleinsäure mit Ethylen,
Propylen oder Isobuten im Molverhältnis 50:50 besonders bevorzugt sind.
[0091] Pfropfpolymere ungesättigter Carbonsäuren auf niedermolekulare Kohlenhydrate oder
hydrierte Kohlenhydrate, vgl.
US-A 5227446,
DE-A 4415623 und
DE-A 4313909, eignen sich ebenfalls als organische Cobuilder.
[0092] Geeignete ungesättigte Carbonsäuren sind hierbei beispielsweise Maleinsäure, Fumarsäure,
Itaconsäure, Citraconsäure, Acrylsäure, Methacrylsäure, Crotonsäure und Vinylessigsäure
sowie Mischungen aus Acrylsäure und Maleinsäure, die in Mengen von 40 bis 95 Gew.%,
bezogen auf die zu pfropfende Komponente, aufgepfropft werden.
[0093] Zur Modifizierung können zusätzlich bis zu 30 Gew.-%, bezogen auf die zu pfropfende
Komponente, weitere monoethylenisch ungesättigte Monomere einpolymerisiert vorliegen.
Geeignete modifizierende Monomere sind die oben genannten Monomere der Gruppen (ii)
und (iii).
[0094] Als Pfropfgrundlage sind abgebaute Polysaccharide wie z. B. sauer oder enzymatisch
abgebaute Stärken, Inuline oder Zellulose, Eiweißhydrolysate und reduzierte (hydrierte
oder hydrierend aminierte) abgebaute Polysaccharide wie z. B. Mannit, Sorbit, Aminosorbit
und N-Alkylglucamin geeignet sowie auch Polyalkylenglycole mit Molmassen mit bis zu
M
w = 5000 wie z. B. Polyethylenglycole, Ethylenoxid/Propylenoxid- bzw. Ethylenoxid/Butylenoxid
bzw. Ethylenoxid/Propylenoxid/Butylenoxid-Blockcopolymere und alkoxylierte ein- oder
mehrwertige C
1- bis C
22-Alkohole.(vgl.
US-A-5756456)
[0095] Als organische Cobuilder geeignete Polyglyoxylsäuren sind beispielsweise beschrieben
in
EP-B-001004,
US-A-5399286,
DE-A-4106355 und
EP-A-656914. Die Endgruppen der Polyglyoxylsäuren können unterschiedliche Strukturen aufweisen.
[0097] Als organische Cobuilder verwendet man insbesondere auch Polyasparaginsäuren oder
Cokondensate der Asparaginsäure mit weiteren Aminosäuren, C
4- bis C
25-Mono- oder - Dicarbonsäuren und/oder C
4- bis C
25-Mono- oder -Diaminen. Besonders bevorzugt werden in phosphorhaltigen Säuren hergestellte,
mit C
6- bis C
22-Mono- oder -Dicarbonsäuren bzw. mit C
6- bis C
22-Mono- oder -Diaminen modifizierte Polyasparaginsäuren eingesetzt.
[0098] Als organische Cobuilder eignen sich weiterhin Iminodibemsteinsäure, Oxydibernsteinsäure,
Aminopolycarboxylate, Alkylpolyaminocarboxylate, Aminopolyalkylenphosphonate, Polyglutamate,
hydrophob modifizierte Citronensäure wie z. B. Agaricinsäure, Poly-α-hydroxyacrylsäure,
N-Acylethylendiamintriacetate wie Lauroylethylendiamintriacetat und Alkylamide der
Ethylendiamintetraessigsäure wie EDTA-Talgamid.
[0099] Weiterhin können auch oxidierte Stärken als organische Cobuilder verwendet werden.
[0100] Weitere geeignete (Co)builder sind in
WO 99/19435 beschrieben.
[0101] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform enthalten die erfindungsgemäßen Waschmittel
zusätzlich, insbesondere zusätzlich zu den anorganischen Buildem, den anionischen
Tensiden und/oder den nichtionischen Tensiden, 0,5 bis 20 Gew.-%, insbesondere 1 bis
10 Gew.-%, Glycin-N,N-diessigsäure-Derivate, wie sie in der
WO 97/19159 beschrieben sind.
[0102] Häufig ist es auch zweckmäßig, den erfindungsgemäßen Waschmitteln Bleichsysteme,
bestehend aus Bleichmitteln, wie z. B. Perborat, Percarbonat und gegebenenfalls Bleichaktivatoren,
wie z. B. Tetraacetylethylendiamin, + Bleichstabilisatoren sowie gegebenenfalls Bleichkatalysatoren
zuzusetzen.
[0103] In diesen Fällen enthalten die erfindungsgemäßen Waschmittel zusätzlich 0,5 bis 30
Gew.-%, insbesondere 5 bis 27 Gew.-%, vor allem 10 bis 23 Gew.-% Bleichmittel in Form
von Percarbonsäuren, z. B. Diper-oxododecandicarbonsäure, Phthalimidopercapronsäure
oder Monoperoxophthalsäure oder -terephthalsäure, Addukten von Wasserstoffperoxid
an anorganische Salze, z. B. Natriumperborat-Monohydrat, Natriumperborat-Tetrahydrat,
Natriumcarbonat-Perhydrat oder Natriumphosphat-Perhydrat, Addukten von Wasserstoffperoxid
an organische Verbindungen, z. B. Harnstoff-Perhydrat, oder von anorganischen Peroxosalzen,
z. B. Alkalimetallpersulfaten, oder -peroxodisulfaten, gegebenenfalls in Kombination
mit 0 bis 15 Gew.-%, vorzugsweise 0,1 bis 15 Gew.-%, insbesondere 0,5 bis 8 Gew.-%,
Bleichaktivatoren.
[0104] Als Bleichaktivatoren eignen sich:
- polyacylierte Zucker, z. B. Pentaacetylglucose;
- Acyloxybenzolsulfonsäuren und deren Alkali- und Erdalkaiimetallsalze, z. B. Natrium-p-nonanoyloxybenzolsulfonat
oder Natrium-p-benzoyloxybenzolsulfonat;
- N,N-diacylierte und N,N,N',N'-tetraacylierte Amine, z. B. N,N,N',N'-Tetraacetylmethylendiamin
und -ethylendiamin (TAED), N,N-Diacetylanilin, N,N-Diacetyl-p-toluidin oder 1,3-diacylierte
Hydantoine wie 1,3-Diacetyl-5,5-dimethylhydantoin;
- N-Alkyl-N-sulfonylcarbonamide, z. B. N-Methyl-N-mesylacetamid oder N-Methyl-N-mesylbenzamid;
- N-acylierte cyclische Hydrazide, acylierte Triazole oder Urazole, z. B. Monoacetylmaleinsäurehydrazid;
- O,N,N-trisubstituierte Hydroxylamine, z. B. O-Benzoyl-N,N-succinylhydroxylamin, O-Acetyl-N,N-succinylhydroxylamin
oder O,N,N-Triacetylhydroxylamin;
- N,N'-Diacylsulfurylamide, z. B. NN'-Dimethyl-NN'-diacetylsulfurylamid oder N,N'-Diethyl-N,N'-dipropionyisulfurylamid;
- acylierte Lactame wie beispielsweise Acetylcaprolactam, Octanoylcaprolactam, Benzoylcaprolactam
oder Carbonylbiscaprolactam;
- Anthranilderivate wie z. B. 2-Methylanthranil oder 2-Phenylanthranil;
- Triacylcyanurate, z. B. Triacetylcyanurat oder Tribenzoylcyanurat;
- Oximester und Bisoximester wie z. B. O-Acetylacetonoxim oder Bisisopropyliminocarbonat;
- Carbonsäureanhydride, z. B. Essigsäureanhydrid, Benzoesäureanhydrid, m-Chlorbenzoesäureanhydrid
oder Phthalsäureanhydrid;
- Enolester wie z. B. Isopropenylacetat;
- 1,3-Diacyl-4,5-diacyloxy-imidazoline, z. B. 1,3-Diacetyl-4,5-diacetoxyimidazolin;
- Tetraacetylglycoluril und Tetrapropionylglycoluril;
- diacylierte 2,5-Diketopiperazine, z. B. 1,4-Diacetyl-2,5-diketopiperazin;
- ammoniumsubstituierte Nitrile wie z. B. N-Methylmorpholiniumacetonitrilmethylsulfat;
- Acylierungsprodukte von Propylendiharnstoff und 2,2-Dimethylpropylendiharnstoff, z.
B. Tetraacetylpropylendiharnstoff;
- α-Acyloxypolyacylmalonamide, z. B. α-Acetoxy-N,N'-diacetylmalonamid;
- Diacyl-dioxohexahydro-1,3,5-triazine, z. B. 1,5-Diacetyl-2,4-dioxohexahydro-1,3,5-triazin;
- Benz-(4H)1,3-oxazin-4-one mit Alkylresten, z. B. Methyl, oder aromatischen Resten
z. B. Phenyl, in der 2-Position;
- kationische Nitrile, wie in DE-A-101 48 577 beschrieben.
[0105] Das beschriebene Bleichsystem aus Bleichmitteln und Bleichaktivatoren kann gegebenenfalls
noch Bleichkatalysatoren enthalten. Geeignete Bleichkatalysatoren sind beispielsweise
quaternierte Imine und Sulfonimine, die beispielsweise beschrieben sind in
US-A 5 360 569 und
EP-A 453 003. Besonders wirksame Bleichkatalysatoren sind Mangankomplexe, die beispielsweise in
der
WO-A 94/21777 beschrieben sind. Solche Verbindungen werden im Falle ihres Einsatzes in den Waschmitteln
höchstens in Mengen bis 1,5 Gew.-%, insbesondere bis 0,5 % Gew.-%, im Falle von sehr
aktiven Mangankomplexen in Mengen bis zu 0,1 Gew.-%, eingearbeitet. Weitere geeignete
Bleichkatalysatoren sind in
WO 99/19435 beschrieben.
Bleichstabilisator
[0107] Dabei handelt es sich um Additive, die Schwermetallspuren absorbieren, binden oder
komplexieren können. Beispiele für erfindungsgemäß verwendbare Zusätze mit bleichstabilisierender
Wirkung sind polyanionische Verbindungen wie Polyphosphate, Polycarboxylate, Polyhydroxypolycarboxylate,
lösliche Silikate als vollständig oder teilweise neutralisierte Alkali- oder Erdalkalisalze,
insbesondere als neutrale Na- oder Mg-Salze, die relativ schwache Bleichstabilisatoren
sind. Starke erfindungsgemäß verwendbare Bleichstabilisatoren sind beispielsweise
Komplexbildner, wie Ethylendiamintetraacetat (EDTA), Nitrilotriessigsäure (NTA), Methylglycindiessigsäure
(MGDA), β-Alanindiessigsäure (ADA), Ethylendiamin-N,N'-diesuccinat (EDDS) und Phosphonate
wie Ethylendiamintetramethylenphosphonat, Diethylentriaminpentamethylenphosphonat
oder Hydroxyethyliden-1,1-diphosphonsäure in Form der Säuren oder als teilweise oder
vollständig neutralisierte Alkalimetallsalze. Vorzugsweise werden die Komplexbildner
in Form ihrer Na-Salze eingesetzt.
[0108] Neben dem beschriebenen Bleichsystem aus Bleichmitteln, Bleichaktivatoren und gegebenenfalls
Bleichkatalysatoren ist für die erfindungsgemäßen Waschmittel auch die Verwendung
von Systemen mit enzymatischer Peroxidfreisetzung oder von photoaktivierten Bleichsystemen
möglich, siehe z. B.
US 4,033,718.
[0109] Für eine Reihe von Anwendungsfällen ist es zweckmäßig, wenn die erfindungsgemäßen
Waschmittel Enzyme enthalten. Vorzugsweise in Waschmitteln eingesetzte Enzyme sind
Proteasen, Amylasen, Lipasen und Cellulasen. Von den Enzymen werden vorzugsweise mengen
von 0,1 bis 1,5 Gew.-%, insbesondere vorzugsweise 0,2 bis 1,0 Gew.-%, des konfektionierten
Enzyms zugesetzt. Geeignete Proteasen sind z. B. Savinase und Esperase. Eine geeignete
Lipase ist z. B. Lipolase. Eine geeignete Cellulase ist z. B. Celluzym. Auch die Verwendung
von Peroxidasen zur Aktivierung des Bleichsystems ist möglich. Man kann einzelne Enzyme
oder eine Kombination unterschiedlicher Enzyme einsetzen. Gegebenenfalls kann das
erfindungsgemäße Waschmittel noch Enzymstabilisatoren, z. B. Calciumpropionat, Natriumformiat
oder Borsäuren oder deren Salze, und/oder Oxidationsverhinderer enthalten.
[0110] Die Bestandteile von Waschmitteln sind dem Fachmann prinzipiell bekannt. Die obigen
und die weiter unten folgenden Listen geeigneter Bestandteile geben nur einen exemplarischen
Ausschnitt der bekannten geeigneten Bestandteile wieder.
[0111] Die erfindungsgemäßen Waschmittel können neben den bisher genannten Hauptkomponenten
noch folgende weitere übliche Zusätze in den hierfür üblichen Mengen enthalten:
Bekannte Dispergiermittel, wie Naphthalinsulfonsäurekondensate oder Polycarboxilate,
Schmutztragemittel, Soil release Agentien, wie Polyetherester, Inkrustationsinhibitoren,
pH-regulierende Verbindungen wie Alkalien bzw. Alkalispender (NaOH, KOH, Pentanatriummetasilikat,
Natriumcarbonat) oder Säuren (Salzsäure, Phosphorsäure, Amidoschwefelsäure, Citronensäure)
Puffersysteme, wie Acetat oder Phosphatpuffer, Ionenaustauscher, Parfüm, Farbstoffe,
Vergrauungsinhibitoren, optische (fluoreszierende) Aufheller, Farbübertragungsinhibitoren
wie z. B. Polyvinylpyrrolidon, Biozide, wie Isothiazolinone oder 2-Bromo-2-nitro-1,3-propandiol,
hydrotrope Verbindungen als Lösungsvermittler bzw. Solubilisatoren, wie Cumolsulfonate,
Toluolsulfonate, kurzkettige Fettsäuren, Harnstoff, Alkohole oder Phosphorsäurealkyl/-arylester,
Schaumregulatoren zur Stabilisierung oder Dämpfung des Schaums, z. B. Siliconöle,
Haut- und Korrosionsschutzmittel, desinfizierende Verbindungen oder Systeme, wie z.
B. solche die Chlor oder unterchlorige Säure freisetzen wie Dichlorisocyanurat oder
die Iod enthalten, Verdickungsmittel und Stell- und Konfektionierungsmittel.
Vergrauungsinhibitoren und Soil-Release-Polymere
[0112] Geeignete Soil-Release-Polymere und/oder Vergrauungsinhibitoren für Waschmittel sind
beispielsweise:
Polyester aus Polyethylenoxiden mit Ethylenglycol und/oder Propylenglycol und aromatischen
Dicarbonsäuren oder aromatischen und aliphatischen Dicarbonsäuren;
Polyester aus einseitig endgruppenverschlossenen Polyethylenoxiden mit zwei-und/oder
mehrwertigen Alkoholen und Dicarbonsäure.
[0113] Derartige Polyester sind bekannt, beispielsweise aus
US-A 3,557,039,
GB-A 1 154 730,
EP-A-185 427,
EP-A-241 984,
EP-A-241 985,
EP-A- 272 033 und
US-A 5,142,020.
[0114] Weitere geeignete Soil-Release-Polymere sind amphiphile Pfropf- oder Copolymere von
Vinyl-und/oder Acrylestern auf Polyalkylenoxide (vgl.
US-A 4,746,456,
US-A 4,846,995,
DE-A-37 11 299,
US-A 4,904,408,
US-A 4,846,994 und
US-A 4,849,126) oder modifizierte Cellulosen wie z. B. Methylcellulose, Hydroxypropylcellulose oder
Carboxymethylcellulose.
Farbübertragungsinhibitoren
[0115] Als Farbübertragungsinhibitoren werden beispielsweise Homo- und Copolymere des Vinylpyrrolidons,
des Vinylimidazols, des Vinyloxazolidons und des 4-Vimylpyridin-N-oxids mit Molmassen
von 15.000 bis 100.000 sowie vernetzte feinteilige Polymere auf Basis dieser Monomeren
eingesetzt. Die hier genannte Verwendung solcher Polymere ist bekannt, vgl.
DE-B- 22 32 353,
DE-A-28 14 287,
DE-A-28 14 329 und
DE-A-43 16 023.
[0117] Neben der Anwendung in Wasch- und Reinigungsmitteln für die Textilwäsche im Haushalt
sind die erfindungsgemäß verwendbaren Waschmittelzusammensetzungen auch im Bereich
der gewerblichen Textilwäsche und der gewerblichen Reinigung einsetzbar. In der Regel
wird in diesem Einsatzbereich Peressigsäure als Bleichmittel eingesetzt, die als wäßrige
Lösung der Waschflotte zugesetzt wird.
Verwendung in Teztilwaschmitteln
[0118] Ein typisches erfindungsgemäßes pulver- oder granulatförmiges Vollwaschmittel kann
beispielsweise folgende Zusammensetzung aufweisen:
- 0,5 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 5 bis 30 Gew.-%, mindestens eines anionischen und/-
oder nichtionischen Tensids, einschließlich der erfindungsgemäßen Gemische,
- 0,5 bis 60 Gew.-%, vorzugsweise 15 bis 40 Gew.-%, mindestens eines anorganischen Builders,
- 0 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise 0,5 bis 8 Gew.-%, mindestens eines organischen Cobuilders,
- 2 bis 35 Gew.-%, vorzugsweise 5 bis 30 Gew.-%, eines anorganischen Bleichmittels,
- 0,1 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise 0,5 bis 10 Gew.-%, eines Bleichaktivators, gegebenenfalls
in Abmischung mit weiteren Bleichaktivatoren,
- 0 bis 1 Gew.-%, vorzugsweise bis höchstens 0,5 Gew.-%, eines Bleichkatalysators,
- 0 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0 bis 2,5%, eines polymeren Farbübertragungsinhibitors,
- 0 bis 1,5 Gew.-%, vorzugsweise 0,1 bis 1,0 Gew.-%, Protease,
- 0 bis 1,5 Gew.-%, vorzugsweise 0,1 bis 1,0 Gew.%, Lipase,
- 0 bis 1,5 Gew.-%, vorzugsweise 0,2 bis 1,0% Gew.-% eines Soil-Release-Polymers,
ad 100% übliche Hilfs- und Begleitstoffe und Wasser.
[0119] Vorzugsweise in Waschmitteln eingesetzte anorganische Builder sind Natriumcarbonat,
Natriumhydrogencarbonat, Zeolith A und P sowie amorphe und kristalline Na-Silikate
sowie Schichtsilikate.
[0120] Vorzugsweise in Waschmitteln eingesetzte organische Cobuilder sind Acrylsäure/Maleinsäure-Copolymere,
Acrylsäure/Maleinsäure/Vinylester- Terpolymere und Citronensäure.
[0121] Vorzugsweise in Waschmitteln eingesetzte anorganische Bleichmittel sind Natriumperborat
und Natriumcarbonat-Perhydrat.
[0122] Vorzugsweise in Waschmitteln eingesetzte anionische Tenside sind lineare und leicht
verzweigte Alkylbenzolsulfonate (LAS), Fettalkoholsulfate/ethersulfate und Seifen.
[0123] Vorzugsweise in Waschmitteln eingesetzte Enzyme sind Protease, Lipase, Amylase und
Cellulase. Von den handelsüblichen Enzymen werden dem Waschmittel in der Regel Mengen
von 0,05 bis 2,0 Gew.-%, vorzugsweise 0,2 bis 1,5 Gew.-%, des konfektionierten Enzyms
zugesetzt. Geeignete Proteasen sind z.B Savinase, Desazym und Esperase. Eine geeignete
Lipasen ist z. B. Lipolase. Eine geeignete Cellulase ist z. B. Celluzym.
[0124] Vorzugsweise in Waschmitteln eingesetzte Vergrauungsinhibitoren und Soil-Release-Polymere
sind Pfropfpolymere von Vinylacetat auf Polyethylenoxid der Molmasse 2.500-8.000 im
Gewichtsverhältnis 1,2:1 bis 3,0:1, Polyethylenterephthalate/Oxyethylenterephthalate
der Molmasse 3.000 bis 25.000 aus Polyethylenoxiden der Molmasse 750 bis 5.000 mit
Terephthalsäure und Ethylenoxid und einem Molverhältnis von Polyethylenterephthalat
zu Polyoxyethylenterephthalat von 8:1 bis 1:1 sowie Blockpolykondensate gemäß
DE-A-44 03 866.
[0125] Vorzugsweise in Waschmitteln eingesetzte Farbübertragungsinhibitoren sind lösliche
NVP-Homopolymere und/oder Vinylpyrrolidon- und Vinylimidazol-Copolymere mit Molmassen
über 5.000.
[0126] Die Waschmittel liegen häufig in fester, pulverförmiger Form vor, und enthalten dann
in der Regel zusätzlich übliche Stellmittel, die ihnen eine gute Rieselfähigkeit,
Dosierbarkeit und Löslichkeit verleihen und die das Zusammenbacken und Stauben verhüten,
wie Natriumsulfat oder Magnesiumsulfat.
[0127] Die erfindungsgemäßen pulver- oder granulatförmigen Waschmittel können bis zu 60
Gew.-% anorganischer Stellmittel enthalten. Vorzugsweise sind die erfindungsgemäßen
Waschmittel aber arm an Stellmitteln und enthalten nur bis zu 20 Gew.-%, besonders
bevorzugt nur bis 8 Gew.-% an Stellmitteln.
[0128] Die erfindungsgemäßen Waschmittel können unterschiedliche Schüttdichten im Bereich
von 300 bis 1.200, insbesondere 500 bis 950g/l, besitzen. Moderne Kompaktwaschmittel
besitzen in der Regel hohe Schüttdichten und zeigen einen Granulataufbau. Kompakt-
oder Ultra-Kompaktwaschmittel sowie Extrudate weisen ein Schüttgewicht > 600 g/l auf.
Diese gewinnen immer mehr an Bedeutung.
[0129] Sofern sie in flüssiger Form eingesetzt werden sollen, können sie als wäßrige Mikroemulsionen,
Emulsionen oder Lösungen vorliegen. In flüssigen Waschmitteln können zusätzlich Lösungsmittel
wie Ethanol, i-Propanol, 1,2-Propylenglykol, oder Butylglykol verwendet werden.
[0130] Bei gelförmigen erfindungsgemäßen Waschmitteln können zusätzlich Verdicker, wie z.
B. Polysaccharide und/oder schwach vernetzte Polycarboxylate (beispielsweise Carbopol®
der Fa. Goodrich) eingesetzt werden.
[0131] Bei tablettenförmigen Waschmitteln werden zusätzlich Tablettierhilfsmittel wie z.
B. Polyethylenglykole mit Molmassen > 1000 g/mol, Polymerdispersionen, und Tablettensprengmittel
wie Cellulosederivate, vernetztes Polyvinylpyrrolidon, vernetzte Polyacrylate oder
Kombinationen aus Säuren, z. B. Citronensäure + Natriumbicarbonat, um nur einige zu
nennen, benötigt.
[0132] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung der Gemische
bei der Herstellung von Waschmitteln.
[0133] Noch ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Waschverfahren unter Einsatz eines
erfindungsgemäßen Waschmittels.
[0134] Die Erfindung wird anhand der nachstehenden Beispiele näher erläutert.
Herstellungsbeispiele
[0135] Der Alkohol und KOH (fein gepulvert) wurden vermischt und bei 80°C und 40 mbar über
1 Stunde entwässert. Das Reaktionsprodukt wurde in einen Autoklaven gegeben, der Autoklav
2 mal mit Stickstoff inertisiert und dann auf 120°C erwärmt. Innerhalb von 15 Minuten
wurde Ethylenoxid bis zu einem Maximaldruck von 1 bar zudosiert. Man hielt 5 min bei
diesem Druck, steigerte den Druck dann durch Zugabe von Ethylenoxid innerhalb 60 min
auf 3 bar, hält 5 Stunden bei diesem Druck und steigerte schließlich den Druck bis
auf 6 bar. Bei der letzten Dosierung wurde nur soviel Ethylenoxid zugegeben, bis die
unten angegebene Menge Ethylenoxid erreicht war. Der Druck wurde dann durch Zudosierung
von Stickstoff bei 6 bar gehalten. Nach weiteren 10 Stunden Reaktionszeit wurde auf
Zimmertemperatur abkühlen gelassen, und der Reaktionsaustrag wurde ausgefüllt. Am
Rotationsverdampfer wurden flüchtige Anteile bei 30 mbar und 80°C entfernt.
Beispiel 1
2-Propylheptanol + 5 EO
[0136] Es wurden 474 g 2-Propylheptanol (3,0 mol), 661 g Ethylenoxid (15,0 mol) und 2,3
g KOH verwendet.
Beispiel 2
2-Propylheptanol + 7 EO
[0137] Es wurden 474 g 2-Propylheptanol (3,0 mol), 925 g Ethylenoxid (21,0 mol) und 2,8
g KOH verwendet.
Beispiel 3
2-Propylheptanol + 10 EO
[0138] Es wurden 474 g 2-Propylheptanol (3,0 mol), 1.322 g Ethylenoxid (30,0 mol) und 3,6
g KOH verwendet.
Beispiel 4
iso-C13-Alkohol 5 EO
[0139] Es wurden 401 g iso-C13-Alkohol (2,0 mol), 441 g Ethylenoxid (10,0 mol) und 1,7 g
KOH verwendet.
Beispiel 5
iso-C13-Alkohol 7 EO
[0140] Es wurden 401 g iso-C13-Alkohol (2,0 mol), 617 g Ethylenoxid (14,0 mol) und 2,0 g
KOH verwendet.
Beispiel 6
iso-C13-Alkohol 11 EO
[0141] Es wurden 401 g iso-C13-Alkohol (2,0 mol), 969 g Ethylenoxid (22,0 mol) und 2,7 g
KOH verwendet.
Anwendungsbeispiele
[0142]
| Waschbedingungen |
Primärwäsche |
| Gerät |
Launder-o-meter von Atlas, Chicago USA |
| Waschflotte |
250 ml |
|
| Waschdauer |
30 min. bei angegebener Temperatur (einschließlich Aufheizzeit) |
| Waschmitteldosierung |
4,5 g/l |
|
| Wasserhärte |
3 mmol/l |
Ca: Mg 4 : 1 |
| Flottenverhältnis |
1:12,5 |
|
| Prüfgewebe |
Hersteller |
| wfk 10C |
Wollfett/Pigment auf Baumwolle |
wfk |
Testgewebe GmbH, Brüggen, Deutschland |
| wfk 10D |
Hautfett/Pigment auf Baumwolle |
wfk |
Testgewebe GmbH, Brüggen, Deutschland |
| wfk 20D |
Hautfett/Pigment auf Mischgewebe |
wfk |
Testgewebe GmbH, Brüggen, Deutschland |
| wfk 10PF |
Pflanzenfett/Pigment auf Baumwolle |
wfk |
Testgewebe GmbH, Brüggen, Deutschland |
| EMPA 101 |
Olivenöl/Ruß auf Baumwolle |
EMPA |
Testmaterialien, St. Gallen, Schweiz |
[0143] Die gewaschenen Prüfgewebe werden mit einem Photometer von Datacolor (Ekepho 2000)
vermessen. Angegeben ist die Schmutzentfernung in Prozent. Das Primärwaschvermögen
ist umso besser, je höher die Schmutzentfernung ist. Waschformulierung
| Natriumcarbonat |
12 % |
| Natriumperborat-monohydrat |
14,4 % |
| Natriumsilikat |
3 % |
| Natriumsulfat |
4 % |
| Seife |
0,5 % |
| Copolymer AS/MS 7 : 3 |
5 % |
| TAED |
4 % |
| Carboxymethylcellulose |
1,2 % |
| Zeolith A |
30 % |
| erfindungsgemäße Tenside |
wie angegeben |
| Wasser |
Rest auf 100% |
| R = Remissionswert bei 460 nm |
[0144] Die Ergebnisse der Waschversuche sind in der nachstehenden Tabelle zusammengefasst.
Tabelle
| |
|
|
|
|
Gewebetyp
wfk 10C |
wfk 10D |
wtk 20 D |
wfk 10 PF |
EMPA 101 |
| Tensid 1 aus Beispiel |
Tensid 2 aus Beispiel |
Menge Tensid 1
[%] |
Menge Tensid 2
[%] |
Wasch temperatur |
Schmutz-
entf. in % |
Schmutz-
entf. in % |
Schmutz-
entf. in % |
Schmutz-
entf. in % |
Schmutz-
entf. in % |
| 1 |
- |
6 |
- |
25°C |
5,2 |
0,4 |
4,0 |
- |
- |
| 1 |
4 |
3 |
3 |
25°C |
- |
19,9 |
26,2 |
- |
- |
| 1 |
5 |
3 |
3 |
25°C |
7,7 |
20,4 |
22,5 |
- |
- |
| 1 |
- |
6 |
- |
40°C |
6,1 |
0,4 |
3,5 |
6,9 |
3,3 |
| 1 |
4 |
3 |
3 |
40°C |
23,2 |
29,5 |
32,5 |
26,3 |
7,7 |
| 1 |
5 |
3 |
3 |
40°C |
17,6 |
24,6 |
30,8 |
- |
11,1 |
| 1 |
6 |
4 |
2 |
40°C |
25,0 |
30,6 |
31,1 |
28,7 |
6,3 |
| 1 |
- |
6 |
- |
60°C |
13,1 |
0,7 |
5,9 |
15,8 |
7,5 |
| 1 |
4 |
3 |
3 |
60°C |
40,8 |
48,9 |
27,7 |
29,4 |
- |
| 1 |
5 |
3 |
3 |
60°C |
28,1 |
32,2 |
59,5 |
- |
11,3 |
| 1 |
6 |
4 |
2 |
60°C |
23,4 |
40,8 |
31,7 |
40,1 |
16,9 |
| 2 |
- |
6 |
- |
40°C |
4,9 |
26,0 |
10,3 |
5,7 |
9,2 |
| 2 |
4 |
3 |
3 |
40°C |
15,8 |
46,1 |
21,5 |
11,8 |
12,2 |
| 2 |
5 |
3 |
3 |
40°C |
19,4 |
37,9 |
36,8. |
18,6 |
15,1 |
| 2 |
- |
6 |
- |
60°C |
17,9 |
32,0 |
7,7 |
6,9 |
10,7 |
| 2 |
4 |
3 |
3 |
60°C |
29,9 |
40,8 |
18,5 |
18,8 |
11,6 |
| 2 |
5 |
3 |
3 |
60°C |
25,6 |
46,6 |
40,0 |
26,4 |
17,4 |
| 3 |
- |
6 |
- |
40°C |
7,6 |
2,1 |
1,9 |
7,5 |
7,0 |
| 3 |
4 |
3 |
3 |
40°C |
15,5 |
19,2 |
16,4 |
- |
10,8 |
| 3 |
5 |
3 |
3 |
40°C |
19,4 |
37,8 |
41,7 |
31,6 |
8,1 |
| 3 |
- |
6 |
- |
60°C |
14,7 |
0,3 |
7,2 |
13,5 |
10,8 |
| 3 |
4 |
3 |
3 |
60°C |
28,5 |
18,8 |
35,6 |
- |
21,2 |
| 3 |
5 |
3 |
3 |
60°C |
25,3 |
40,1 |
34,5 |
30,0 |
17,2 |
[0145] Wie aus den in der Tabelle zusammengefassten Ergebnissen hervorgeht, führt der Einsatz
des erfindungsgemäßen Alkoxylatgemisches zu einer deutlichen Verbesserung der Primärwaschwirkung
im Waschmittel.
Beispiel 7
Herstellbeispiel: DMC-Katalysator
[0146] In einem Rührkessel mit einem Volumen von 301, ausgestattet mit einem Propellerrührer,
Tauchrohr für die Dosierung, pH-Sonde und Streulicht-Sonde, wurden 16000 g wässrige
Hexacyanocobaltsäure (Cobalt-Gehalt: 9 g/l) vorgelegt und unter Rühren auf 50°C erwärmt.
Anschließend wurden unter Rühren mit einer Rührleistung von 0,4 W/l 9224 g wässrige
Zinkacetat-Dihydrat-Lösung (Zink-Gehalt: 2,6 Gew.-%), welche auf ebenfalls 50°C temperiert
war, innerhalb von 15 Minuten zugefahren.
[0147] Zu dieser Fällsuspension wurden 351 g Pluronic® PE 6200 (BASF AG) zugesetzt und die
Mischung weitere 10 Minuten gerührt.
[0148] Anschließend wurden weitere 3690 g wässrige Zinkacetat-Dihydrat-Lösung (Zink-Gehalt:
2,6 Gew.-%) unter Rühren mit einer Rührenergie von 1 W/l innerhalb 5 Minuten zudosiert.
[0149] Die Suspension wurde zwei Stunden nachgerührt. Der pH-Wert fiel in dieser Zeit von
4,02 auf 3,27 und blieb dann konstant. Die so erhaltene Fällsuspension wurde anschließend
abfiltriert und auf dem Filter mit dem 6-fachen Kuchenvolumen an Wasser gewaschen.
[0150] Der feuchte Filterkuchen wurde getrocknet und mittels Spalt-Rotor-Mühle in Tridecanol®
N dispergiert. Die dabei erhaltene Suspension hatte einen Multimetallcyanidgehalt
von 5 Gew.-%.
2-Propylheptanol + 5 EO, 25 ppm DMC
[0151] 474 g (3,0 Mol) 2-Propyl-Heptanol-1 (Isomerengemisch aus 87% 2-Propylheptanol-1,
11 % 2-Propyl-4-methylhexanol-1, < 1% 2-Propyl-S-methylhexanol-1) und 0,567 g einer
5%-igen Suspension von Doppelmetallcyanid in 2-Propylheptanol-Isomerengemisch (25
ppm bezogen auf das Produkt) als Katalysator wurden bei einer Temperatur von 80 °C
und ca. 1 mbar entwässert, anschließend in einem 21 Druckautoklaven vorgelegt, dreimal
mit Stickstoff gespült und danach auf 120 °C erhitzt. Nach Erreichen der Temperatur
wurden in 1,05 Stunden 660 g (15 Mol) Ethylenoxid kontinuierlich bei einem Druck von
0,1 bis 3,7 bar zudosiert (Druckrampe 6 bar/ 90 min). Nach vollständiger Oxidzugabe
wurde bis zur Druckkonstanz nachreagieren lassen (20 Minuten), danach auf 80 °C abgekühlt,
dreimal mit Stickstoff gespült und entleert. Das so erhaltene Produkt wurde bei 80
°C am Rotationsverdampfer unter Vakuum (< 30 mbar) entgast (Reaktionsprodukt nicht
filtriert).
Beispiel 8
2-Propylheptanol + 8 EO, 25 ppm DMC
[0152] Die Umsetzung wurde analog Beispiel 7 durchgeführt mit 474 g (3,0 Mol) 2-Propylheptanol-Isomerengemisch,
0,77 g Doppelmetallcyanid-Suspension und 1060 g (24,0 Mol) Ethylenoxid.
[0153] Die gemäß Beispiel 7 und 8 erhaltenen Produkte wurden analog zu den gemäß Beispiel
1 bis 6 erhaltenen Produkten getestet.