[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein neues Verfahren zum Überlackieren farb- und/oder
effektgebender Mehrschichtlackierungen, enthaltend mindestens eine farb- und/oder
effektgebende Basislackierung (A), hergestellt aus mindestens einem Wasserbasislack
(A), und mindestens eine Klariackierung (B), hergestellt aus mindesten einem flüssigen
Klarlack (B). Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung ein neues Verfahren
zum Überlackieren mittels elektrostatischer Spritzapplikation (ESTA) hergestellter,
beschädigter oder unbeschädigter, farb-und/oder effektgebender Mehrschichtlackierungen
beim Automobilhersteller in der Linie.
[0002] Bei dem Überlackieren farb- und/oder effektgebender Mehrschichtlackierungen von Kraftfahrzeugen,
insbesondere von PKW, mit Reparaturlackierungen kommt es häufig zu Farbtonverschiebungen
und/oder Änderungen des optischen Effekts, insbesondere des Metalliceffekts. In vielen
Fällen werden diese unerwünschten Änderungen dadurch hervorgerufen, dass die Mehrschichtlackierungen,
von der Fachwelt auch Originallackierungen oder Serienlackierungen (OEM) genannt,
mit Hilfe der elektrostatischen Spritzapplikation (ESTA) aufgetragen werden, wogegen
die Reparaturlackierungen pneumatisch appliziert werden. Die unterschiedlichen Applikationsverfahren
führen nämlich zu einer unterschiedlichen Orientierung der farb- und/oder effektgebenden
Pigmente in den resultierenden Basislackierungen.
[0003] Grundsätzlich geht die Fachwelt davon aus, dass ein durch ESTA-Applikation erzeugter
Farbton und/oder optischer Effekt pneumatisch nicht nachgestellt werden kann oder
können.
[0004] Um die Farbtonverschiebung und die Änderung des optischen Effekts zumindest teilweise
zu verhindern, werden bei der Reparatur der Serienlackierungen (OEM) in der Linie
beim Automobilhersteller konventionelle, d. h., organische Lösemittel enthaltende,
Basislacke eingesetzt, die im Farbton und/oder dem optischen Effekt an die zu reparierenden
Basislackierungen angepasst sind. Dieses Vorgehen ist aber sehr aufwändig, da für
alle Serienfarbtöne und/oder -effekte separat ein konventioneller Basislack hergestellt
und beim Automobilhersteller bevorratet werden muss.
[0005] Aus dem europäischen Patent
EP 0 521 040 B2 ist ein Verfahren zur Herstellung einer mehrschichtigen Reparaturlackierung im üblichen
Sinne bekannt, bei der man im Bereich der Schadstelle in der Serienlackierung zunächst
ein pigmentfreies, wässriges, filmbildendes Überzugsmittel aufträgt, bevor der Reparatur-Wasserbasislack
appliziert wird. Das Überzugsmittel kann ein pigmentfreier Auszug des Reparatur-Wasserbasislacks
sein. Auf die Wasserbasislackschicht wird anschließend nass-in-nass ein Klarlack aufgetragen,
wonach die vorhandenen Schichten gemeinsam gehärtet werden. Dieses Verfahren stellt
einen wesentlichen Fortschritt bei der Reparaturlackierung im üblichen Sinne dar.
[0006] Das bekannte Reparaturlackierverfahren vermag indes nicht die angesprochenen Probleme,
die beim Überlackieren farb- und/oder effektgebender Mehrschichtlackierungen in der
Linie beim Automobilhersteller auftreten, zu lösen, denn es sind hierfür ganz andere
Mengen an Beschichtungsstoffen und eine ganz andere Logistik erforderlich, als für
die Reparaturlackierung im üblichen Sinne, die ja vor allem in Autorlackierwerkstätten
durchgeführt wird.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein neues Verfahren zum Überlackieren
farb- und/oder effektgebender Mehrschichtlackierungen, insbesondere mittels elektrostatischer
Spritzapplikation (ESTA) und Härtung hergestellter Mehrschichtlackierungen, enthaltend
mindestens eine farb- und/oder effektgebende Basislackierung (A), hergestellt aus
mindestens einem Wasserbasislack (A), und mindestens eine Klarlackierung (B), hergestellt
aus mindesten einem flüssigen Klarlack (B), bereitzustellen, das die Nachteile des
Standes der Technik nicht mehr länger aufweist und das pneumatisch nass-in-nass applizierte
und gehärtete, farb- und/oder effektgebende Mehrschichtlackierungen liefert, die gegenüber
den Originallackierungen oder Serienlackierungen (OEM) keine nachteilige Farbtonverschiebung
und/oder keine nachteilige Änderung des optischen Effekts, insbesondere des Metalliceffekts,
erleiden. Außerdem sollen die mit Hilfe des neuen Verfahrens hergestellten Mehrschichtlackierungen
sehr gut auf den Serienlackierungen (OEM) haften. Nicht zuletzt soll sich das neue
Verfahren vor allem für das Überlackieren der Serienlackierungen (OEM) beim Automobilhersteller
in der Linie eignen, wo ganz andere Probleme als bei der Autoreparaturlackierung im
üblichen Sinne auftreten.
[0008] Demgemäß wurde das neue Verfahren zum Überlackieren farb- und/oder effektgebender
Mehrschichtlackierungen, enthaltend mindestens eine farb- und/oder effektgebende Basislackierung
(A), hergestellt aus mindestens einem Wasserbasislack (A), und mindestens eine Klariackierung
(B), hergestellt aus mindesten einem flüssigen Klarlack (B), gefunden, wobei man
- (1) auf die äußere Oberfläche der Mehrschichtlackierungen den von deckenden Pigmenten
im wesentlichen oder völlig freien Auszug eines Wasserbasislacks, der dem Wasserbasislack
(A) oder eine der Wasserbasislacke (A), aus dem oder aus denen die Basislacklerung
(A) hergestellt worden ist, im wesentilchen entspricht oder mit diesem identisch ist,
durch pneumatische Spritzapplikation mit einem Spritedruck von 2,5 bis 5 bar aufträgt,
- (2) die resultierende Schicht (1), ohne sie vollständig zu härten, ablüftet und/oder
trocknet.
- (3) mit einem Wasserbasislack, der dem Wasserbasislack (A) oder einem der Wasserbasislacke
(A), aus dem oder aus denen die Basislackierung (A) hergestellt worden ist, im wesentlichen
entspricht oder mit diesem Identisch ist, durch pneumatische Spritzappilkation bei
einem Spritzdruck von 0,3 bis 1,8 bar beschichtet,
- (4) die resultierende Wasserbasislackschicht (3), ohne sie vollständig zu härten,
ablüftet und/oder trocknet,
- (5) die resultierende abgelüftete und/oder getrocknete Wasserbasislackschicht (4)
mit mindestens einem Klarlack beschichtet und
- (6) die resultierende(n) Klariackschicht(en) (5), die Wasserbasislackachicht (4) und
die Schicht (1) sowie weitere ggf. vorhandene ungehärtete Schichten gemeinsam härtet.
[0009] Im Folgenden wird das neue Verfahren zum Überlackieren farb- und/oder effektgebender
Mehrschichtlacklerungen, enthaltend mindestens eine farb- und/oder effektgebende Basislackierung
(A), hergestellt aus mindestens einem Wasserbasislack (A), und mindestens eine Klariackierung
(B), hergestellt aus mindesten einem flüssigen Klarlack (B), als »erfindungsgemäßes
Verfahren« bezeichnet.
[0010] Im Hinblick auf den Stand der Technik war es überraschend und für den Fachmann nicht
vorhersehbar, dass die Aufgabe, die der vorliegenden Erfindung zugrunde lag, mit Hilfe
des erfindungsgemäßen Verfahrens gelöst werden konnte. Insbesondere war es überraschend,
dass die farb- und/oder effektgebenden Mehrschichtlackierungen, mit denen die Serienlackierungen
(OEM) überlackiert wurden, sogar dann keine nachteilige Farbtonverschiebung und/oder
eine nachteilige Änderung des optischen Effekts, insbesondere des Metalliceffekts,
mehr zeigten, wenn die Serienlackierungen (OEM) mit Hilfe der elektrostatischen Spritzapplikation
(ESTA) hergestellt worden waren. Dies bedeutete, dass die mit Hilfe der ESTA-Applikation
erzeugten Farbtöne und optischen Effekte überraschenderweise entgegen der Ansicht
der Fachwelt doch pneumatisch nachgestellt werden konnten. Vor allem überraschte,
dass die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Mehrschichtlackierungen
hervorragend auf den Serienlackierungen (OEM) hafteten.
[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren dient dem Überlackieren von farb- und/oder effektgebenden,
vorzugsweise farb- und effektgebenden oder effektgebenden, Mehrschichtlackierungen.
Dies kann zu Reparaturzwecken erfolgen, beispielsweise wenn die Mehrschichtlackierungen
durch mechanische und/oder chemische Einwirkung beschädigt worden sind. Die Überlackierung
kann aber auch bei unbeschädigten Mehrschichtlackierungen durchgeführt werden, beispielsweise
wenn eine Änderung, insbesondere Anpassung, des Farbtons und/oder des optischen Effekts
erforderlich ist oder sind.
[0012] Die Mehrschichtlackierungen können dem Schutz, der Dekoration, der Erhöhung der Kratz-
und Abriebfestigkeit und der Korrosionsbeständigkeit, der Verbesserung des Reinigungsverhaltens,
der Verbesserung der Entformung und der Verringerung der Anhaftung, der Erzeugung
eines Antibeschlageffekts, der Erzeugung von Antireflexeigenschaften und/oder der
Erhöhung des Berstdruckes dienen. Sie können auf den unterschiedlichsten Substrate
eingesetzt werden. So kann es sich um Substrate aus Metall, Kunststoff, Glas, Keramik,
Porzellan, Ton, Beton, Naturstein, Kunststein, Holz, Papier, Textil, Leder und Verbunden
dieser Materialien handeln. Vorzugsweise handelt es sich um Substrate aus Metall oder
Kunststoff.
[0013] Demgemäß können die Mehrschichtlackierungen auf zahlreichen technischen Gebieten,
wie für das Lackieren von Kraftfahrzeugkarosserien und Teilen hiervon, Kraftfahrzeugen
im Innen- und Außenbereich, Bauwerken im Innen- und Außenbereich, Türen, Fenstern,
Möbeln und Glashohlkörpern sowie im Rahmen der industriellen Lackierung für das Lackieren
von Kleinteilen, Coils, Container, Emballagen, elektrotechnischen Bauteilen und weißer
Ware, verwendet werden.
[0014] Bevorzugt dienen die Mehrschichtlackierungen dem Schutz und der Dekoration von Kraftfahrzeugkarosserien,
insbesondere von PKW- oder Automobilkarosserien. Der sogenannte Automobilaufbau der
farb- und/oder effektgebenden Mehrschichtlackierungen, wie er in
Römpp Lexikon Lacke und Druckfarben, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, New York, 1998,
Seite 50, »Automobil-Lackierung«, definiert wird, besteht im allgemeinen aus Elektrotauchlackierung, Primer, Füllerlackierung
oder Steinschlagschutzgrundierung, Basislackierung und Klarlackierung.
[0015] Die Verwendung der farb- und/oder effektgebenden Mehrschichtlackierungen als Automobilaufbau
setzt die so genannte Automobilqualität voraus. Gemäß dem europäischen Patent
EP 0 352 298 B1, Seite 15, Zeile 42, bis Seite 17, Zeile 14, bedeutet dies, dass die betreffenden
farb- und/oder effektgebenden Mehrschichtlackierungen
- (1) einen hohen Glanz,
- (2) eine hohe Abbildungsunterscheidbarkeit,
- (3) ein hohes und gleichmäßiges Deckvermögen,
- (4) eine einheitliche Trockenschichtdicke,
- (5) eine hohe Benzinbeständigkeit,
- (6) eine hohe Lösemittelbeständigkeit,
- (7) eine hohe Säurebeständigkeit,
- (8) eine hohe Härte,
- (9) eine hohe Abriebfestigkeit,
- (10) eine hohe Kratzfestigkeit,
- (11) eine hohe Schlagfestigkeit,
- (12) eine hohe Zwischenschichthaftung und Haftung auf dem Substrat und
- (13) eine hohe Witterungsstabilität und UV-Beständigkeit
aufweisen. Diese Voraussetzungen müssen nicht nur die farb- und/oder effektgebenden
Mehrschichtlackierungen erfüllen, die sich auf den Kraftfahrzeugkarosserien befinden,
sondern auch diejenigen, die sich auf Anbauteilen, wie Schutzbleche, Kotflügel, Türen,
Kofferraumdeckel, Spoiler oder Reflektoren von Lampen, die nicht aus Metall, sondern
aus Kunststoffen, insbesondere faserverstärkten Kunststoffen, SMC, (Sheet Molded Compounds)
BMC (Bulk Moulded Compounds), IMC (Injection Moulded Compounds) und RIMC (Reaction
Injection Moulded Compounds), hergestellt werden.
[0016] Bekanntermaßen werden die farb- und/oder effektgebenden Mehrschichtlackierungen hergestellt,
indem man auf die elektrotauchlackierten Kraftfahrzeugkarosserien oder die Anbauteile
einen Primer oder Füller appliziert, der in den allermeisten Fällen für sich selbst
thermisch gehärtet wird. Auf die resultierende Füllerlackierung oder Steinschlagschutzgrundierung
werden dann nach dem sogenannten Nass-in-nass-Verfahren mindestens ein, insbesondere
ein, Wasserbasislack (A) und mindestens ein, insbesondere ein, flüssiger Klarlack
(B) vorzugsweise durch elektrostatische Spritzapplikation (ESTA; vgl.
Römpp Lexikon Lacke und Druckfarben, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, New York, 1998,
Seite 186, »Elektrostatische Lackierung«, und
Seite 187, »Elektrostatisches Sprühen«) aufgetragen, wonach man die resultierenden Schichten in üblicher und bekannter Weise
gemeinsam thermisch oder thermisch und mit aktinischer Strahlung härtet. Als aktinische
Strahlung kann elektromagnetische Strahlung, wie nahes Infrarot (NIR), sichtbares
Licht, UV-Strahlung oder Röntgenstrahlung, insbesondere UV-Strahlung, und/oder Korpuskularstrahlung,
wie Elektronenstrahlung, eingesetzt werden.
[0017] Als Wasserbasislacke (A) können alle üblichen und bekannten Wasserbasislacke verwendet
werden, wie sie üblicherweise für die Herstellung farb- und/oder effektgebender Mehrschichtlackierungen
für die Serienlackierung (OEM) von Automobilen insbesondere nach dem Nass-in-nass-Verfahren
eingesetzt werden.
[0018] Gut geeignete Wasserbasislacke (A) sind beispielsweise aus den Patentanmeldungen
EP 0 089 497 A1,
EP 0 256 540 A1,
EP 0 260 447 A1,
EP 0 297 576 A1,
WO 96/12747,
EP 0 523 610 A1,
EP 0 228 003 A1,
EP0397806A1,
EP0574417A1,
EP0531510A1,
EP0581211A1,
EP 0 708 788 A1,
EP 0 593 454 A1,
DE-A-43 28 092 A1,
EP 0 299 148 A1,
EP 0 394 737 A1,
EP 0 590 484 A1,
EP 0 234 362 A1,
EP 0 234 361 A1,
EP 0 543 817 A1,
WO 95/14721,
EP 0 521 928 A1,
EP 0 522 420 A1,
EP 0 522 419 A1,
EP 0 649 865 A1,
EP 0 536 712 A1,
EP 0 596 460 A1,
EP 0 596 461 A1,
EP 0 584 818 A1,
EP 0 669 356 A1,
EP 0 634 431 A1,
EP 0 678 536 A1,
EP 0 354 261 A1,
EP 0 424 705 A1,
WO 97/49745,
WO 97/49747,
EP 0 401 565 A1,
EP 0 496 205 A1,
EP 0 358 979 A1,
EP 469 389 A1,
DE 24 46 442 A1,
DE 34 09 080 A1,
DE 195 47 944 A1,
DE 197 41 554.7 A1 oder
EP 0 817 684, Spalte 5, Zeilen 31 bis 45, bekannt. Vorzugsweise enthalten sie mindestens ein gesättigtes,
ungesättigtes und/oder mit olefinisch ungesättigten Verbindungen gepfropftes, ionisch
und/oder nichtionisch stabilisiertes Polyurethan als Bindemittel. Darüber hinaus können
sie mindestens ein Vernetzungsmittel enthalten. Vorzugsweise wird das Vernetzungsmittel
aus der Gruppe, bestehend aus Aminoplastharzen, blockierten Polyisocyanaten und Tris(alkoxycarbonylamino)triazinen,
ausgewählt.
[0019] Als flüssige Klarlacke (B) zur Herstellung der Klarlackierungen kommen alle üblichen
und bekannten Einkomponenten(1 K)-, Zweikomponenten(2K)- oder Mehrkomponenten(3K,
4K)-Klarlacke, Pulverslurry-Klarlacke, UV-härtbaren Klarlacke und Sealer in Betracht.
[0020] Thermisch härtbare Einkomponenten(1K)-, Zweikomponenten(2K)- oder Mehrkomponenten(3K,
4K)-Klarlacke (B) sind aus den Patentanmeldungen
DE 42 04 518 A1,
EP 0 594 068 A1,
EP 0 594 071 A1,
EP 0 594 142 A1,
EP 0 604 992 A1 oder
EP 0 596 460 A1 den internationalen Patentanmeldungen
WO 94/10211,
WO 94/10212,
WO 94/10213,
WO 94/22969 oder
WO 92/22615 oder den amerikanischen Patentschriften
US 5,474,811 A1,
US 5,356,669 A1 oder
US 5,605,965 A1 bekannt.
[0021] Einkomponenten(1K)-Klarlacke (B), insbesondere lösemittelhaltige, enthalten bekanntermaßen
hydroxylgruppenhaltige Bindemittel und Vernetzungsmittel, wie blockierte Polyisocyanate,
Tris(alkoxycarbonylamino)triazine und/oder Aminoplastharze. In einer weiteren Variante
enthalten sie als Bindemittel Polymere mit seitenständigen Carbamat- und/oder Allophanatgruppen
und gegebenenfalls carbamat- und/oder allophanatmodifizerte Aminoplastharze als Vernetzungsmittel
(vgl. die amerikanischen Patentschriften
US 5,474,811 A1,
US 5,356,669 A1 oder
US 5,605,965 A1, die internationalen Patentanmeldungen
WO 94/10211,
WO 94/10212 oder
WO 94/10213 oder die europäischen Patentanmeldungen
EP 0 594 068 A1,
EP 0 594 071 A1 oder
EP 0 594 142 A1).
[0022] Zweikomponenten(2K)- oder Mehrkomponenten(3K, 4K)-Klarlacke (B), insbesondere lösemittelhaltige,
enthalten als wesentliche Bestandteile bekanntermaßen hydroxylgruppenhaltige Bindemittel
und Polyisocyanate als Vernetzungsmittel, welche bis zu ihrer Verwendung getrennt
gelagert werden.
[0024] Pulverslurry-Klarlacke (B) enthalten bekanntermaßen Pulverklarlacke in einem wäßrigen
Medium dispergiert.
[0025] UV-härtbare Klarlacke (B) gehen beispielsweise aus den europäischen Patentanmeldungen
EP 0 928 800 A1,
EP 0 636 669 A1,
EP 0 410 242 A1,
0 783 534 A1,
EP 0 650 978 A1,
EP 0 650 979 A1,
EP 0 650 985 A1,
EP 0 540 884 A1,
EP 0 568 967 A1,
EP 0 054 505 A1 oder
EP 0 002 866 A1, den deutschen Patentanmeldungen
DE 197 09 467 A1,
DE 42 03 278 A1,
DE 33 16 593 A1,
DE 38 36 370 A1,
DE 24 36 186 A1 oder
DE 20 03 579B1, den internationalen Patentanmeldungen
WO 97/46549 oder
WO 99/14254 oder den amerikanischen Patentschriften
US 5,824,373 A1,
US 4,675,234 A1,
US 4,634,602 A1,
US 4,424,252 A1,
US 4,208,313 A1,
US 4,163,810 A1,
US 4,129,488 A1,
US 4,064,161 A1 oder
US 3,974,303 A1 hervor.
[0026] Des weiteren sind Klarlacke (B) bekannt, die thermisch und mit aktinischer Strahlung
vernetzt werden können (vgl. die Patentanmeldungen
EP 0 982 800 A1,
EP 0 844 286 A1,
WO 98/40170 und
DE 199 14 896 A1), was von der Fachwelt auch als Dual Cure bezeichnet wird. Beispiele geeigneter Dual-Cure-Klarlacke
(B) sind Einkomponentenklarlacke oder Zweikomponentenklarlacke, die zusätzlich mit
aktinischer Strahlung aktivierbare funktionelle Gruppen und/oder zusätzliche Bestandteile
mit solchen funktionellen Gruppen enthalten. Besonders bevorzugt werden Acrylatgruppen
als mit aktinischer Strahlung aktivierbare funktionelle Gruppen eingesetzt. Beispiele
geeigneter zusätzlicher Bestandteile sind lsocyanatoacrylate, Urethanacrylate oder
multifunktionelle Acrylate, wie Dipentaerythritpentaacrylat.
[0028] Besonders bevorzugt werden konventionelle Einkomponentenklarlacke (B), Zweikomponentenklarlacke
(B) und Dual-Cure-Klarlacke (B) verwendet.
[0029] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird im ersten Verfahrensschritt, gegebenenfalls
nach einer Vorbereitung der vorhandenen Schadstelle oder Schadstellen durch Reinigen
und/oder Schleifen, die äußere Oberfläche einer Serienlackierung (OEM) durch pneumatische
Spritzapplikation (vgl.
Römpp Lexikon Lacke und Druckfarben, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, New York, 1998,
Seite 537, »Spritzpistole«) mit mindestens einem von deckenden Pigmenten im wesentlichen oder völlig freien,
insbesondere einem völlig pigmentfreien, Auszug aus einem Wasserbasislack, der dem
Wasserbasislack (A) oder einem der Wasserbasislacke (A), aus dem oder aus denen die
Basislackierungen (A) hergestellt worden sind, im wesentlichen entspricht oder mit
diesem identisch ist, beschichtet.
[0030] Der Wasserbasislack wird dann als dem Wasserbasislack (A) »im wesentlichen entsprechend«
angesehen, wenn sie beide in den wesentlichen Bestandteilen, die die technologischen
Eigenschaften prägen, im wesentlichen oder völlig übereinstimmen.
[0031] Ein Auszug i. S. der Erfindung ist somit ein Beschichtungsstoff, der dasselbe oder
dieselben Bindemittel sowie gegebenenfalls dasselbe oder dieselben Vernetzungsmittel,
wie der betreffende Wasserbasislack (A) enthält. Die Konzentration der Bindemittel
sowie gegebenenfalls der Vernetzungsmittel im Auszug kann sich von der Konzentration
im zu Grunde liegenden Wasserbasislack (A) unterscheiden oder gleich sein. Vorzugsweise
werden in den Auszügen geringere Konzentrationen als im entsprechenden Wasserbasislack
(A) angewandt. Außerdem kann der Auszug dieselben Additive in denselben oder in unterschiedlichen
Mengen wie der betreffende Wasserbasislack (A) enthalten, wobei auf die Verwendung
von Reibharzen verzichtet werden kann. Es können auch andere Additive als die im Wasserbasislack
(A) eingesetzten verwendet werden.
[0032] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung bedeutet »von deckenden Pigmenten im wesentlichen
frei«, dass der betreffende Auszug, bezogen auf seine Gesamtmenge, bis zu 20, vorzugsweise
bis zu 10 und insbesondere bis zu 5 Gew.-% an deckenden farbgebenden Pigmente enthalten
kann, weil dies bei der großflächigen Überlackierung von Mehrschichtlackierungen,
insbesondere Serienlackierungen, die Farbtonangleichung erleichtern kann. Bevorzugt
ist aber der Auszug ein von deckenden Pigmenten völlig freier Klariack, der nicht
deckende, lasierende Pigmente enthalten kann. Insbesondere ist der Auszug ein pigmentfreier
Klariack.
[0033] Für die vorliegende Erfindung ist es wesentlich, dass der Auszug im vorstehend genannten
Sinn dem Wasserbasislack (A) oder einem der Wasserbasislacke (A) entspricht, aus dem
oder aus denen die Basislacklerung (A) der Mehrschichtlackierung hergestellt worden
ist.
[0034] Der Auszug wird im ersten Verfahrenschritt mit einem Spritzdruck von 2,5 bis 5 bar
pneumatisch appliziert. Bevorzugt wird der Auszug in einer Gesamtschichtdicke aufgetragen,
dass nach der Härtung im letzten Verfahrenschritt eine Trockenschichtdicke von 2 bis
50, besonders bevorzugt 5 bis 45 und Insbesondere 5 bis 40 µm resultiert.
[0035] Die resultierende Schicht aus dem Auszug wird im zweiten Verfahrermehrift abgelüftet
und/oder getrocknet, ohne sie dabei vollständig zu härten.
[0036] Erfindungsgemäß wird die abgelüftete und/oder getrocknete Schicht im weiteren Verlauf
des arfindungsgomäßen Verfahrens mit einem Wasserbasislack, der dem Wasserbasislack
oder einem der Wasserbasislacke (A), aus dem oder aus denen die Basislacklerung (A)
hergestellt worden ist, im wesentilchen entspricht oder mit diesem identisch ist,
durch pneumatische Spritzapplikation bai einem reduzierten Sptrizdruck beschichtet.
Der Wasserbasislack wird dann als dem Wasserbasistack (A) »im wesentlichen entsprechend«
angesehen, wenn sie beide in den wesentlichen Bestandteilen, die die technologischen
Eigenschaften prägen, im wesentlichen oder völlig übereinstimmen.
[0037] Vorzugsweise wird ein Spritzdruck von 0,5 bis 0,9 bar angewandt.
[0038] Vorzugsweise wird der Wasserbasislack in einer Gesamtnassschichtdicke appliziert,
dass nach der Aushärtung im letzten Verfahrenschritt eine Trockenschichtdicke von
insgesamt 5 bis 50, bevorzugt 7,5 bis 40 und Insbesondere 10 bis 30 µm resultiert.
[0039] Die resultierende Wasserbasislackschicht wird im nächsten Verfahrenschritt abgelüftet
und/oder getrocknet, ohne sie dabei vollständig zu härtern.
[0040] Die Ablüftung und/oder Trocknung der vorstehend beschriebenen Schichten aus dem Auszug
und dem Wasserbasislack können in üblicher und bekannter Welse durch eine Erhöhung
der Temperatur der Schichten, das Überielten laminarer Luftströmungen über die Schichten
und/oder durch die Reduzierung der Luftfsuchtigkeit der umgebenden Atmosphäre beschlsunigt
werden.
[0041] Erfindungsgemäß wird die abgelüftete und/oder getrocknete Wasserbasislackschicht
in einem weiteren Verfahrenschritt mit mindestens einem, insbesondere einem, flüssigen
Klariack beschichtet.
[0042] Vorzugsweise wird ein flüssiger Klariack verwendet, der thermisch und/oder mit aktinischer
Strahlung, Vorzugsweise thermisch oder thermisch und mit aktinischer Strahlung härtbar
ist. Besonders bevorzugt werden Klariacke eingesetzt, die den vorstehend beschriebenen,
wässrigen oder konventionellen, insbesondere konventionellen, Einkomponentenkialacken
(B), den Zwelkomponentenkiarlacken (B) oder den Dual-Cure-Klarlacken (B) im wesentliche
entsprechen oder mit diesen identisch sind, Die Klariacke und die Klariacke (B) werden
dann als einander »im wesentlichen entsprechend« angesehen, wenn sie in ihren wesentlichen
Bestandtellen, die die technologischen Eigenschaften prägen, im wesentlichen oder
völlig übereinstimmen. Ganz besonders bevorzugt sind die Klarlacke identisch mit den
Klariacken (B), aus denen die Klariacklerungen (B) der Mehrschichtlackierungen hergestellten
worden sind.
[0043] Vorzugsweise wird oder werden die resultierende(n) Klariackschicht(en) in einer Gessamtnassschichtdicke
aufgetragen, dass nach der Härtung im letzten Verfahrenschritt eine Gesamttrockenschichtdicke
von 10 bis 100, besonders bevorzugt 15 bis 80, besonders bevorzugt 20 bis 70 und Insbesondere
25 bis 60 µm resultiert. Vorzugsweise wird oder werden die Klarlackschicht(en) vor
der Härtung im letzten Verfahrenschritt in üblicher und bekannter Weise abgelüftet
und/oder getrocknet, wobei die vorstehend beschriebenen Maßnahmen zur Beschleunigung
der Ablüftung und/oder Trocknung angewandt werden können.
[0044] Erfindungsgemäß worden im letzten Verfahrenschritt die resultierende(n) Klariackschicht(en),
die Wasserbasislackschicht und die Schicht aus dem Auszug sowie weitere ggf. vorhandene
ungehärtete Schichten gemeinsam gehärtet. Vorzugsweise werden die Schichten thermisch
oder thermisch und mit aktinischer Strahlung gehärtet, wobei die übliche und bekannten
Verfahren und Vorrichtungen angewandt werden können.
[0045] Das erfindungsgemäße Verfahren kann zur volflächigen Überlackierung von unbeschädigten
und beschädigten Mehrschichtlackierungen, insbesondere von Serlenlackierungen (OEM),
verwendet werden. Bei den beschädigten Mehrschichtlackierungen werden die Schadstellen
sowie der gesamte angrenzende Bereich bis zu einer Begrenzung, wie eine Kante oder
ein Zierstreifen, überlackiert.
[0046] Die resultierenden Zweitlackierungen haften hervorragend auf den Mehrschichtlackierungen
und weisen keine unerwünschten Farbtonverschiebungen und/oder Änderungen der optischen
Effekte, insbesondere der Metalliceffekte, auf. Darüber hinaus ist das erfindungsgemäße
Verfahren besonders wirtschaftlich, weil für die Herstellung der Auszüge der Wasserbasislacke
(A) dieselben Ausgangsstoffe wie für die Wasserbasislacke (A) selbst und für die Herstellung
der Zweitlackierungen dieselben Wasserbasislacke (A) wie für die Herstellung der Mehrschichtlackierungen
eingesetzt werden. Die Wirtschaftlichkeit kann noch weiter gesteigert werden, wenn
für die Herstellung der Zweitlackierungen dieselben Klarlacke wie für die Herstellung
der Klarlackierungen (B) der Mehrschichtlackierungen (OEM) verwendet werden. Insgesamt
kann dadurch die Lagerhaltung in den Lackierbetrieben signifikant vereinfacht werden.
1. Verfahren zum Überlackieren farb- und/oder effektgebender Mehrschichtlacklerungen,
enthaltend mindestens eine farb- und/oder effektgebende Basislackierung (A), hergestellt
aus mindestens einem Wasserbasislack (A), und mindestens eine Klariacklerung (B),
hergestellt aus mindestens einem flüssigen Klariack (B), wobei man
(1) auf die äußere Oberfläche der Mehrschichtlackierungen den von deckenden Pigmenten
im wesentlichen oder völlig freien Auszug eines Wasserbasislacks, der dem Wasserbasislack
(A) oder einem der Wasserbasislecke (A), aus dem oder aus denen die Basislackierung
(A) hergestellt worden ist, im wesentlichen entspricht oder mit diesem identisch ist,
durch pneumatische Sprltzapplikation mit einem Spritzdruck von 2,5 bis 5 bar aufträgt,
(2) die resultierende Schicht (1), ohne sie vollständig zu härten, ablüftet und/oder
trocknet,
(3) die resultierende abgelüftete und/oder getrocknete Schicht (2) mit einem Wasserbasislack,
der dem Wasserbasislack (A) oder einem der Wasserbasislacke (A), aus dem oder aus
denen die Basislackierung (A) hergestellt worden ist, im wesentlichen entspricht oder
mit diesem identisch ist, durch pneumatische Spritzapplikation bei einem Spritzdruck
von 0,3 bis 1,8 bar beschichtet,
(4) die resultierende Wasserbasislackschicht (3), ohne sie vollständig zu härten,
ablüftet und/oder trocknet,
(5) die resultierende abgelüftete und/oder getrocknete Wasserbasislackschlcht (4)
mit mindestens einem flüssigen Klarlack beschichtet und
(6) die resultierende(n) Klarlackschichte(n) (5), die Wasserbasislackschicht (4) und
die Schicht (1) sowie weitere ggf. vorhandene ungehärtete Schichten gemeinsam härtet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mehrschichtlackierungen mit Hilfe von Nass-in-nass-Verfahren hergestellt worden
sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mehrschichtlackierungen mit Hilfe der elektrostatischen Spritzapplikation (ESTA)
hergestellt worden ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Mehrschichtlackierungen vollflächig überlackiert werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Mehrschichtlackierungen auf der oder den Schadstelle(n) sowie dem gesamten angrenzenden
Bereich bis zum Erreichen einer Begrenzung überlackiert werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schadstelle(n) vor dem Verfahrensschritt (1) durch Reinigen und/oder Schleifen
vorbereitet wird oder werden.
7. Verfahren nach einem der Anspräche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Wasserbasislack (A) und sein Auszug oder ein ihm im wesentlichen entsprechender
Auszug mindestens ein gesättigtes, ungesättigtes und/oder mit olefinisch ungesättigten
Verbindungen gepfropftes, ionisch und/oder nichtionisch stabilisiertes Polyurethan
als Bindemittel enthalten.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Wasserbasislack (A) und sein Auszug oder ein ihm im wesentlichen entsprechender
Auszug mindestens ein Vernetzungsmittel enthalten.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Vernetzungsmittel aus der Gruppe, bestehend aus Aminoplastharzen, blockierten
Polyisocyanaten und Tris(alkoxycarbonylamino)triazinen, ausgewählt werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Auszug völlig frei von Pigmenten ist.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass im Verfahrensschritt (1) die Schicht (1) in einer Gesamtnassschichtdicke aufgebracht
wird, dass nach der Härtung im Verfahrensschritt (6) eine Trockenschichtdicke von
2 bis 50 µm resultiert.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablüftung und/oder Trocknung der Schicht (1) im Verfahrensschritt (2) und/oder
der Schicht (3) im Verfahrensschritt (4) und eine Erhöhung der Temperatur der Schichten
(1) und/oder (3), das Überleiten laminarer Luftströmung über die Schichten (1) und/oder
(3) und/oder durch die Reduzierung der Luftfeuchtigkeit in der umgebenden Atmosphäre
beschleunigt wird oder werden.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Klarlack oder die Klarlacke im Verfahrensschritt (5) mit einem Spritzdruck von
2,5 bis 5 bar appliziert wird oder werden.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die im Verfahrensschritt (5) appüzierte(n) Klarlackschicht(en) vor der Härtung im
Verfahrensschritt (6) abgelüftet wird oder werden.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass als Klarlacke konventionelle Einkomponentenlacke, Zweikomponentenlacke oder Dual-Cure-Klarlacke
verwendet werden.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Klarlacke den Klarlacken (B), aus denen die Klarlackierungen (B) der Mehrschichtlackierungen
hergestellt worden sind, im wesentlichen entsprechen oder mit diesen identisch sind.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Einkomponentenklarlacke hydroxylgruppenhaltige Bindemittel und als Vernetzungsmittel
blockierte Polyisocyanate. Tris(alkoxycarbonylamino)triazine und/oder Aminoplastharze
oder als Bindemittel Polymere mit seitenständigen Carbamat- und/oder Allophanatgruppen
und als Vernetzungsmittel Aminoplastharze enthalten, die ZweikomponentenklarlaGke
hydroxylgruppenhaltige Bindemittel und Polyisocyanate enthalten und die Dual-Cure-Klarlacke
Einkomponentenklarlacke oder Zweikomponentenklarlacke sind, die zusätzlich mit aktinischer
Strahlung aktivierbare funktionelle Gruppen und/oder zusätzliche Bestandteile mit
solchen funktionellen Gruppen enthalten.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den Mehrschichtlackierungen um die Serienlackierungen von Kraftfahrzeugen
(OEM) handelt.
19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraftfahrzeuge PKW sind.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass es beim Automobilhersteller in der Linie durchgeführt wird.
1. Process for overcoating multicoat color and/or effect paint systems comprising at
least one color and/or effect basecoat (A) produced from at least one aqueous basecoat
material (A) and at least one clearcoat (B) produced from at least one liquid clearcoat
material (B), which comprises
(1) applying to the outer surface of the multicoat paint systems by pneumatic spray
application with a spraying pressure of from 2.5 to 5 bar the extract of an aqueous
basecoat material, substantially or entirely free from opaque pigments, which substantially
corresponds or is identical to the aqueous basecoat material (A) or one of the aqueous
basecoat materials (A) from which the basecoat (A) was produced,
(2) flashing off and/or drying the resulting film (1) without curing it completely,
(3) coating the resulting flashed off and/or dried film (2) by pneumatic spray application
at a spraying pressure of from 0.3 to 1.8 bar with an aqueous basecoat material which
substantially corresponds or is identical to the aqueous basecoat material (A) or
one of the aqueous basecoat materials (A) from which the basecoat (A) was produced,
(4) flashing off and/or drying the resulting aqueous basecoat film (3) without curing
it completely,
(5) coating the resulting flashed off and/or dried aqueous basecoat film (4) with
at least one liquid clearcoat material, and
(6) jointly curing the resulting clearcoat film(s) (5), the aqueous basecoat film
(4) and the film (1), and, where appropriate, any further uncured films that are present.
2. Process according to Claim 1, characterized in that the multicoat paint systems were produced by means of wet on wet techniques.
3. Process according to Claim 1 or 2, characterized in that the multicoat paint systems were produced by means of electrostatic spray application
(ESTA).
4. Process according to any of Claims 1 to 3, characterized in that the whole area of the multicoat paint systems is overcoated.
5. Process according to any of Claims 1 to 4, characterized in that the multicoat paint systems are overcoated at the defect(s) and also in the entire
adjacent area up to a boundary.
6. Process according to any of Claims 1 to 5, characterized in that prior to step (1) the defect(s) is (are) prepared by cleaning and/or abrading.
7. Process according to any of Claims 1 to 6, characterized in that the aqueous basecoat material (A) and its extract or an extract substantially corresponding
to it comprise at least one ionically and/or nonionically stabilized polyurethane
binder which is saturated, unsaturated and/or grafted with olefinically unsaturated
compounds.
8. Process according to Claim 7, characterized in that the aqueous basecoat material (A) and its extract or an extract substantially corresponding
to it comprise at least one crosslinking agent.
9. Process according to Claim 8, characterized in that the crosslinking agent(s) is (are) selected from the group consisting of amino resins,
blocked polyisocyanates, and tris(alkoxycarbonylamino)-triazines.
10. Process according to any of Claims 1 to 9, characterized in that the extract is completely free from pigments.
11. Process according to any of Claims 1 to 10, characterized in that the film (1) in step (1) is applied in a total wet film thickness such that curing
thereof in step (6) results in a dry film thickness of from 2 to 50 µm.
12. Process according to any of Claims 1 to 11, characterized in that the flashing off and/or drying of the film (1) in step (2) and/or of the film (3)
in step (4) is/are accelerated by raising the temperature of the films (1) and/or
(3), passing a laminar air flow over the films (1) and/or (3) and/or reducing the
humidity in the ambient atmosphere.
13. Process according to any of Claims 1 to 12, characterized in that the clearcoat material or materials in step (5) is or are applied with a spraying
pressure of from 2.5 to 5 bar.
14. Process according to any of Claims 1 to 13, characterized in that the clearcoat film(s) applied in step (5) is (are) flashed off prior to curing in
step (6).
15. Process according to any of Claims 1 to 14, characterized in that the clearcoat materials used comprise conventional one-component clearcoat materials,
two-component clearcoat materials or dual-cure clearcoat materials.
16. Process according to any of Claims 1 to 15, characterized in that the clearcoat materials correspond substantially or are identical to the clearcoat
materials (B) from which the clearcoats (B) of the multicoat paint systems were produced.
17. Process according to any of Claims 1 to 16, characterized in that the one-component clearcoat materials comprise hydroxyl-containing binders and blocked
polyisocyanate, tris(alkoxycarbonylamino)-triazine and/or amino resin crosslinking
agents or comprise as binders polymers containing pendant carbamate and/or allophanate
groups and amino resin crosslinking agents, the two-component clearcoat materials
comprise hydroxyl-containing binders and polyisocyanates, and the dual-cure clearcoat
materials are one-component clearcoat materials or two-component clearcoat materials
which additionally contain functional groups which can be activated with actinic radiation
and/or additional constituents containing such functional groups.
18. Process according to any of Claims 1 to 17, characterized in that the multicoat paint systems are the OEM finishes on motor vehicles.
19. Process according to Claim 18, characterized in that the motor vehicles are automobiles.
20. Process according to any of Claims 1 to 19, characterized in that it is carried out on the line at the automaker's plant.
1. Procédé pour le surpeinturage de revêtements de peinture multicouches colorantes et/ou
à effet, contenant au moins un revêtement de peinture de fond (A) colorant et/ou à
effet, produit à partir d'au moins une peinture de fond à l'eau (A), et au moins un
revêtement de vernis (B) produit à partir d'au moins un vernis liquide (B), dans lequel
(1) sur la surface externe des revêtements de peinture multicouche on applique par
application au pistolet pneumatique, avec une pression de pistolage de 2,5 à 5 bars,
la passe, pratiquement ou totalement exempte de pigments couvrants, d'une peinture
de fond à l'eau qui correspond pratiquement ou est identique à la peinture de fond
à l'eau (A) ou à l'une des peintures de fond à l'eau (A) à partir de laquelle ou desquelles
a été produit le revêtement de peinture de fond (A),
(2) on évapore et/ou sèche la couche résultante (1), sans la faire durcir complètement,
(3) on revêt par application au pistolet pneumatique, sous une pression de pistolage
de 0,3 à 1,8 bar, la couche (2) évaporée et/ou séchée résultante avec une peinture
de fond à l'eau, qui correspond pratiquement ou est identique à la peinture de fond
à l'eau (A) ou à l'une des peintures de fond à l'eau (A) à partir de laquelle ou desquelles
a été produit le revêtement de peinture de fond (A),
(4) on évapore et/ou sèche la couche de peinture de fond à l'eau résultante (3), sans
la faire durcir complètement,
(5) on revêt avec au moins un vernis liquide la couche de peinture de fond à l'eau
(4) évaporée et/ou séchée résultante et
(6) on fait durcir ensemble la/les couche(s) de vernis résultante(s) (5), la couche
de peinture de fond à l'eau (4) et la couche (1) ainsi que d'autres couches non durcies
éventuellement présentes.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les revêtements de peinture multicouche ont été produits à l'aide du procédé humide-sur-humide.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les revêtements de peinture multicouches ont été produits à l'aide de l'application
par pistolage électrostatique.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les revêtements de peinture multicouches sont entièrement recouverts d'une surpeinture.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que les revêtements de peinture multicouches sont recouverts d'une surpeinture sur la
ou les zones endommagée(s) ainsi que sur toute la zone adjacente, jusqu'à ce qu'une
limite soit atteinte.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce qu'avant l'étape (1) du procédé, la/les zone(s) endommagée(s) est ou sont préparée(s)
par nettoyage et/ou ponçage.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que la peinture de fond à l'eau (A) et sa passe ou une passe correspondant pratiquement
à celle-ci contiennent en tant que liant au moins polyuréthanne saturé, insaturé et/ou
greffé avec des composés à insaturation oléfinique, stabilisé par voie ionique et/ou
non ionique.
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que la peinture de fond à l'eau (A) et sa passe ou une passe correspondant essentiellement
à celle-ci, contiennent au moins un agent de réticulation.
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce que l'agent de réticulation est choisi dans le groupe constitué par des aminoplastes,
des polyisocyanates bloqués et des tris(alcoxycarbonylamino)triazines.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que la passe est totalement exempte de pigments.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 10, caractérisé en ce que dans l'étape (1) du procédé on applique la couche (1) en une épaisseur totale de
couche humide telle qu'il en résulte après le durcissement dans l'étape (6) du procédé
une épaisseur de couche sèche de 2 à 50 µm.
12. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 11, caractérisé en ce que l'évaporation et/ou le séchage de la couche (1) dans l'étape (2) du procédé et/ou
de la couche (3) dans l'étape (4) du procédé est/sont accéléré(s) par une élévation
de la température de la couche (1) et/ou de la couche (3), par le passage d'un flux
laminaire d'air au-dessus de la couche (1) et/ou de la couche (3) et/ou par la réduction
de l'humidité de l'air dans l'atmosphère environnante.
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 12, caractérisé en ce que dans l'étape (5) du procédé le vernis ou les vernis est ou sont appliqués avec une
pression de pistolage de 2,5 à 5 bars.
14. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 13, caractérisé en ce que la/les couche(s) de vernis appliquée(s) dans l'étape (5) du procédé est ou sont évaporée(s)
avant le durcissement dans l'étape (6) du procédé.
15. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 14, caractérisé en ce qu'on utilise comme vernis des vernis monocomposants, des vernis bicomposants ou des
vernis dual-cure (à double durcissement) traditionnels.
16. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 15, caractérisé en ce que les vernis correspondent pratiquement ou sont identiques aux vernis (B) à partir
desquels ont été produits les revêtements de vernis (B) des revêtements de peinture
multicouches.
17. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 16, caractérisé en ce que les vernis monocomposants contiennent des liants comportant des groupes hydroxy et,
en tant qu'agent de réticulation, des polyisocyanates bloqués, des tris(alcoxycarbonylamino)triazines
et/ou des aminoplastes ou en tant que liant des polymères à groupes carbamate et/ou
allophanate latéraux et en tant qu'agent de réticulation des aminoplastes, les vernis
bicomposants contiennent des polyisocyanates et des liants contenant des groupes hydroxy
et les vernis dual-cure sont des vernis monocomposants ou des vernis bicomposants, qui contiennent en outre
des groupes fonctionnels activables par un rayonnement actinique et/ou des composants
supplémentaires comportant de tels groupes fonctionnels.
18. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 17, caractérisé en ce que les revêtements de peinture multicouches consistent en des revêtements de peinture
en série de véhicules automobiles (OEM).
19. Procédé selon la revendication 18, caractérisé en ce que les véhicules automobiles sont des voitures particulières.
20. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 19, caractérisé en ce qu'il est effectué en ligne chez le fabricant d'automobiles.