Beschreibung:
[0001] Die Erfindung betrifft ein korrosionsgeschütztes Zugglied, insbesondere ein Spannglied
für Spannbeton, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Bei der Konstruktion von Bauwerken aus Spannbeton kennt man die Vorspannung mit und
ohne Verbund. Bei Vorspannung mit Verbund liegen die Spannglieder längsbeweglich innerhalb
des Betonquerschnitts und werden nach dem Spannen gegen den erhärteten Beton durch
Injizieren von Zementleim in Verbund mit dem sie umgebenden Beton gebracht. Bei Vorspannung
ohne Verbund liegen die Spannglieder meist außerhalb des Betonquerschnitts, sind jedoch
gegenüber dem Bauwerk abgestützt; sie können so jederzeit besichtigt, nachgespannt
und gegebenenfalls auch ausgewechselt werden.
[0003] Bei Zuggliedern dieser Art werden als Zugelemente vielfach sogenannte "Monolitzen"
verwendet, das heißt Litzen aus sieben Stahldrähten, die zum Schutz gegen Korrosion
jeweils von einem durch Extrudieren aufgebrachten Mantel aus Kunststoff, zum Beispiel
Polyäthylen, umhüllt und von einer die Zwickel zwischen den Stahldrähten und den Ringraum
zwischen Litze und Umhüllung ausfüllenden Korrosionsschutzmasse, zum Beispiel Fett,
umgeben sind; es sind auch Litzen bekannt, die zum verstärkten Schutz gegen Korrosion
von zwei derartigen Mänteln umgeben sind.
[0004] Die Verankerungen der Litzen an den Enden der Spannglieder bestehen in der Regel
aus Ankerscheiben aus Stahl mit konischen, anschließend zylindrischen Bohrungen in
der Anzahl der Litzen, durch welche diese hindurchgesteckt und in denen sie mittels
mehrteiliger Ringkeile verankert werden. Zur Verankerung der Litzen ist es in jedem
Fall erforderlich, die Mäntel der Litzen im Bereich der Verankerungen zu entfernen,
damit die Verankerungskeile unmittelbar an den blanken Litzen angreifen können.
[0005] Aus Gründen des Korrosionsschutzes müssen die Hohlräume in den Verankerungsbereichen,
in denen die Mäntel der Litzen entfernt wurden, mit einem Material, zum Beispiel Fett,
ausgefüllt werden, das dort den Schutz gegen Korrosion gewährleistet. Wenn die Hohlräume
zwischen den einzelnen Litzen in den Bereichen der Spannglieder zwischen den Verankerungen
an den Enden zum Korrosionsschutz mit einem erhärtenden Material, wie zum Beispiel
Zementmörtel, ausgefüllt werden, ist es notwendig, die mit Korrosionsschutzmaterial
auszufüllenden Verankerungsbereiche dicht gegenüber diesen Bereichen abzugrenzen.
[0006] Zur Abgrenzung der von Korrosionsschutzmaterial auszufüllenden Verankerungsbereiche
eines Zugglieds gegenüber den freien Bereichen ist es bekannt, von den einzelnen Litzen
mit ihren Mänteln durchsetzte Dichtelemente aus elastischem Material zu verwenden,
die durch in axialer Richtung des Spannglieds ausgeübten Flächendruck zu einer Querausdehnung
gebracht werden, um dicht gegen die einzelnen Litzen und gegen die Innenwand der äußeren
Umhüllung abzuschließen. Derartige, nach Art einer Stopfbüchse ausgebildete Dichtungen
sind zum Beispiel aus EP 0 323 285 B2 und WO 01/20098 A1 bekannt. Dort wird zur Aktivierung
der Dichtung durch von der Luftseite der Ankerscheibe aus zu betätigende Schrauben
ein Druck auf die zwischen Andruckplatten eingeschlossenen Dichtelemente ausgeübt.
Diese Art der Aktivierung der Dichtung erfordert einen großen Aufwand.
[0007] Wenn es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einmal zu Korrosionserscheinungen an einzelnen
Litzen kommen sollte, muss, um diese auszutauschen, deren Spannkraft nachgelassen
werden. Hierzu müssen vor dem Lösen der Ringkeile der Litzen die Schrauben gelöst
werden, welche die zwischen den Andruckplatten eingeschlossenen Dichtungsscheiben
zusammenpressen. Aufgrund der eingetretenen Verformungen können die die Dichtung bewirkenden
Teile aber oft nicht ohne zusätzlichen Kraftaufwand in ihre ursprüngliche Lage zurückkehren.
Zum Austausch einzelner Litzen muss daher regelmäßig die gesamte Ankerscheibe gelöst
werden, da ansonsten die Gefahr besteht, dass beim Ziehen der Litzen die verformten
Dichtungsscheiben und/oder die Mäntel der Litzen beschädigt werden.
[0008] Spannglieder ohne Verbund, die bislang im wesentlichen als externe, das heißt außerhalb
des Betonquerschnitts geführte Spannglieder verwendet wurden, erfahren zunehmend auch
Verwendung als interne Spannglieder, das heißt innerhalb des Betonquerschnitts liegende
Spannglieder. Als innerhalb des Betonquerschnitts angeordnete Spannglieder haben sie
Vorteile in statischer Hinsicht, nämlich hinsichtlich des ausnutzbaren Hebelarms der
inneren Kräfte; außerdem kann die Spannkraft durch Nachspannen kontrolliert werden,
was bei Vorspannung mit Verbund nicht möglich ist. Schließlich besteht bei dieser
Art von Spanngliedern die Möglichkeit, einzelne Zugelemente oder auch das gesamte
Bündel austauschen zu können.
[0009] Ein besonderer Vorteil gegenüber externen Spanngliedern besteht darin, dass die Spannglieder
im Beton eingebettet sind, so dass die an Umlenkstellen entstehenden Umlenkkräfte
ohne besondere Maßnahmen aufgenommen werden können. In diesem Zusammenhang werden
oft auch Litzen mit verstärktem Mantel oder doppelt extrudierte Litzen eingesetzt.
[0010] Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine einfachere
und wirtschaftlichere Möglichkeit für eine Abdichtung des Verankerungsbereichs eines
gattungsgemäßen Zugglieds, insbesondere zur Verwendung als Spannglied ohne Verbund,
zu schaffen, die nicht nur eine einfache Montage, sondern auch einen einfacheren Austausch
einzelner Litzen sowie die Möglichkeit der Verwendung doppelt extrudierter Litzen
erschließt.
[0011] Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe durch die im Patentanspruch 1 angegebenen
Merkmale gelöst.
[0012] Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0013] Der wesentliche Vorteil der Erfindung besteht darin, die Aktivierung der stopfbüchsenartigen
Abdichtung des Verankerungsbereichs durch zusätzliche Arbeitsschritte wie von der
Luftseite der Verankerung her zu betätigende Schraubenbolzen oder dergleichen zu vermeiden.
Gemäß der Erfindung wird die Dichtung vielmehr auf einfache Weise dadurch aktiviert,
dass die Ankerscheibe bei der Montage des Zugglieds durch druckübertragende Mittel
in einem vorbestimmten Abstand von dem Ankerkörper gehalten wird und dass bei der
beim Spannen des Zugglieds erfolgenden Längsverschiebung der Ankerscheibe in Richtung
auf den Ankerkörper hin durch die druckübertragenden Mittel der erforderliche Flächendruck
auf die ihrerseits gegen Längsverschiebung fixierten Dichtelemente ausgeübt wird.
[0014] Zweckmäßigerweise dient dabei die als Abstandhalter für die einzelnen Zugelemente
vorgesehene Lochscheibe als Widerlager für die Dichtungsscheibe, die zum Beispiel
aus weichem Gummi oder Schaumstoff bestehen kann. Hierzu muss allerdings die Lochscheibe
durch ein Widerlager an dem rohrförmigen Teil des Ankerkörpers an einer Längsverschiebung
gehindert werden; dies kann durch entsprechende Arten von Anschlägen an der Innenwand
des Ankerkörpers geschehen. Gegebenenfalls kann auch noch eine Stahlplatte zur Erzeugung
eines dreidimensionalen Spannzustandes in der Lochscheibe zwischengeschaltet werden.
Durch die dadurch aktivierte Querverformung der Dichtscheibe wird der Hohlraum sowohl
gegen die PE-Mäntel der Litzen als auch gegen die Innenwandung des Ankerkörpers als
äußere Umhüllung zuverlässig abgedichtet.
[0015] Weitere Merkmale der Erfindung und dadurch erzielte Vorteile ergeben sich aus der
nachstehenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels. Es zeigt
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch den Verankerungsbereich eines erfindungsgemäß ausgebildeten
Zugglieds,
- Fig. 1a
- ein den Verankerungsbereich umfassendes Detail aus Fig. 1 in größerem Maßstab,
- Fig. 2
- einen Querschnitt entlang der Linie II-II in Fig. 1 und
- Fig. 3
- eine Explosionsdarstellung der einzelnen Teile der Verankerung.
[0016] In Fig. 1 ist der Verankerungsbereich 1 eines erfindungsgemäß ausgebildeten Zugglieds
2 in einem Längsschnitt dargestellt. Das Zugglied 2 ist im dargestellten Fall ein
Spannglied, das, wie Fig. 2 erkennen lässt, aus fünfzehn einzelnen Zugelementen 3
besteht. Die Zugelemente 3 bestehen ihrerseits aus sogenannten "Monolitzen", das heißt
Stahldrahtlitzen 4, die zum Korrosionsschutz von Umhüllungen 5 aus Kunststoff, insbesondere
PE, umgeben sind. Die Zwischenräume zwischen den - nicht dargestellten - Einzeldrähten
der Litzen 4 und dem PE-Mantel 5 sind mit einem Korrosionsschutzmaterial, zum Beispiel
Fett, ausgefüllt.
[0017] Die Litzen 4 sind in einer Ankerscheibe 6 aus Stahl mittels mehrteiliger Ringkeile
7 verankert. Zu diesem Zweck ist die Ankerscheibe 6 mit Bohrungen versehen, die einen
inneren zylindrischen Bereich aufweisen, der zur Luftseite hin in einen konischen
Bereich übergeht (Fig. 1a).
[0018] Die Ankerscheibe 6 stützt sich in der Außenfläche 8 eines Bauwerks über einen Zwischenring
22 gegen einen flanschartigen Widerlagerring 9 eines rohrförmigen Ankerkörpers 10
ab, der in das Bauwerk einbetoniert ist. Der Ankerkörper 10 bildet im Verankerungsbereich
1 die rohrförmige Umhüllung des Bündels von Zugelementen 3, die dann, gegebenenfalls
mittels eines Übergangsstücks 11, in eine weitere Verrohrung 18 übergehen kann. Für
die Verrohrung 18 können glatte oder profilierte PE-Rohre, Blechrohre oder dergleichen
verwendet werden. Das Übergangsstück 11 besteht aus Kunststoff, meist aus PE; es dient
so gleichzeitig als weiche Umlenkung für die Zugelemente 3.
[0019] Während der vorstehend beschriebene Aufbau eines derartigen Zugglieds im wesentlichen
bekannt ist, erstreckt sich die Erfindung vor allem auf den Anschluss des bereits
bei der Herstellung aufgebrachten Korrosionsschutzes der Zugelemente 3 an die Verankerung,
da im eigentlichen Verankerungsbereich die PE-Mäntel 5 der Zugelemente 3 entfernt
werden müssen, damit die Keile 7 unmittelbar an den blanken Litzen 4 angreifen können.
[0020] Während die im normalen Bereich des Zugglieds 2 zwischen den Verankerungsbereichen
1 eng gepackten Zugelemente 3 im Bereich des Übergangsstücks 11 nach außen gespreizt
werden, um sie auf den im Bereich der Ankerscheibe 6 zur Verankerung durch die Ringkeile
7 benötigten Abstand zu bringen, werden sie beim Eintritt in den eigentlichen Verankerungsbereich
durch eine als Abstandhalter wirkende Lochscheibe 12 wieder zur Längsachse des Zugglieds
hin umgelenkt. Die Lochscheibe 12, die aus Kunststoff besteht und mit entsprechenden
Bohrungen versehen ist, ist so dimensioniert, dass die Zugelemente 3 parallel zu den
Achsen der Keile 7 geführt werden und dass sie die dabei entstehenden, radial zur
Längsachse hin gerichteten Umlenkkräfte aufnehmen kann.
[0021] Die Lochscheibe 12 dient ihrerseits als Widerlager für eine Dichtungsscheibe 13 aus
weichem Gummi oder aus Schaumstoff, die mit Hilfe einer Andruckplatte 14a aus Stahl
unter Flächendruck gebracht werden kann. Um einen solchen Druck aufbringen zu können,
muss die Lochscheibe 12 gegen Längsverschiebung gesichert sein. Dies geschieht im
dargestellten Beispiel durch ein Anschlagrohr 15, das an der Innenwand des Ankerkörpers
10 anliegt und an diesem zum Beispiel durch Schrauben befestigt ist. Die Sicherung
gegen Längsverschiebung kann aber auch dadurch geschehen, dass in den aus Stahlguss
bestehenden Ankerkörper 10 an seiner Innenwand ein entsprechender Anschlag angeformt
wird.
[0022] Um eine Einspannung der Lochscheibe 12 und einen dreiachsigen Spannungszustand zu
erreichen, kann auf der der Ankerscheibe 6 abgewandten Seite der Lochscheibe 12, analog
der Andruckplatte 14a, eine weitere Stahlplatte 14b angeordnet sein. Diese Stahlplatte
14b unterstützt zugleich die Lochscheibe 12 bei der Aufnahme der Umlenkkräfte.
[0023] Zum Aufbringen eines axialen Drucks auf die Dichtungsscheibe 13 mittels der Andruckplatte
14a dient ein Andruckrohr 16, welches das gesamte Bündel aus Zugelementen 3 innerhalb
des Ankerkörpers 10 umgibt und gegenüber diesem längsverschiebbar ist. Die Länge dieses
Andruckrohrs 16 ist so bemessen, dass es bei der Montage der Verankerung um das Maß
der Zusammendrückung der Dichtungsscheibe 13 über die Außenfläche des Widerlagerrings
9 hinausragt. Infolge der beim Spannen erfolgenden Positionierung der Ankerscheibe
6 wird es gegen die Dichtungsscheibe 13 gedrückt, wodurch diese um das entsprechende
Maß zusammengepresst wird. Infolge der dadurch aktivierten Querverformung der Dichtungsscheibe
13 wird der Hohlraum innerhalb des Ankerkörpers 10 sowohl gegen die PE-Mäntel 5 der
Litzen 4 als auch gegen die Innenwand des Ankerkörpers 10 abgedichtet.
[0024] Durch die gewählte Anordnung Andruckplatte 14a - Dichtungsscheibe 13 - Lochscheibe
12 und gegebenenfalls Stahlplatte 14b sowie durch die Dimensionierung der Lochscheibe
12 wird außerdem der bei bekannten Verankerungen oft auftretende Nachteil vermieden,
dass sich die Zugelemente 3 vor allem bei nicht geordnetem Einbau beim Spannen in
der Dichtung in Querrichtung verschieben können und dadurch Undichtigkeiten entstehen.
[0025] Um zu vermeiden, dass die PE-Mäntel 5 der Litzen 4 bei der Montage oder beim Spannen
in die Bohrungen der Ankerscheibe 6 vor den Keilen 7 eindringen können und dort möglicherweise
die nachträgliche Verfüllung mit Korrosionsschutzmaterial behindern, wird an der Innenseite
der Ankerscheibe 6 eine Rückhalteplatte 17 aus Stahl angeordnet. Diese Rückhalteplatte
17 weist Bohrungen auf, die gerade den Durchtritt der blanken Litzen 4 erlauben, während
die die Litzen umgebenden PE-Mäntel 5 an der Rückhalteplatte 17 einen Anschlag finden
(Fig. 1a).
[0026] Um die nachträgliche Verfüllung der Hohlräume mit Korrosionsschutzmaterial nicht
zu behindern, muss die Rückhalteplatte 17 durch Abstandhalter in einem gewissen, wenn
auch geringen Abstand von der Innenseite der Ankerscheibe 6 gehalten werden. Zweckmäßigerweise
ist die Rückhalteplatte 17 mit zusätzlichen Bohrungen versehen, so dass die Korrosionsschutzmasse
in die Bohrungen der Ankerscheibe 6 und in die Schlitze zwischen den Teilen der Ringkeile
eindringen kann und dort für einen einwandfreien Korrosionsschutz der Litzen 4 sorgt.
[0027] Die Montage der erfindungsgemäßen Verankerungsausbildung kann anhand Fig. 3 erläutert
werden. Bei bauseitiger Montage des Zugglieds 2 wird der Ankerkörper 10 mit der in
der erforderlichen Länge hergestellten Verrohrung 18 verbunden und in die Schalung
des betreffenden Betonbauwerks eingebaut. Die Zugelemente 3, das heißt die von PE-Mänteln
5 umgebenen Litzen 4, werden vor oder nach dem Einbringen des Betons in an sich bekannter
Weise eingezogen oder eingeschoben.
[0028] Um die gewünschte Auswechselbarkeit der Litzen im Bereich der Dichtung gewährleisten
zu können, müssen die einzelnen Litzen 4 im Bereich der Dichtungsscheibe 13 von Rohren
23 umgeben sein, die zwar nach außen hin die Dichtung gewährleisten, durch welche
die Litzen aber hindurchgezogen werden können. Bei einfach extrudierten Litzen können
nach dem Einschieben der Litzen Teleskoprohre von der Luftseite her auf die Litzenenden
aufgeschoben werden, welche die Dichtungsscheibe 13 durchdringen. In jedem Fall finden
die Rohre 23 an der Rückhalteplatte 17 ein Widerlager (Fig. 1a).
[0029] Bei Verwendung von doppelt extrudierten Litzen, das heißt von Litzen, die zwei PE-Mäntel
aufweisen, ist zuvor der äußere PE-Mantel in einem bestimmten Abstand vom spannseitigen
Litzenende zu trennen und abzuziehen. Sodann wird der innere PE-Mantel so weit entfernt,
dass er nach dem Spannen in dem mit Korrosionsschutzmasse zu verfüllenden Bereich
19 der Verankerung endet. Der zuvor abgezogene äußere PE-Mantel wird dann wieder aufgeschoben,
mit dem noch vorhandenen äußeren Mantel verbunden und so weit abgelängt, dass er bereits
bei der Montage in den mit Korrosionsschutzmasse zu verfüllenden Bereich 19 einbindet.
[0030] Nach dem Einbau aller Litzen werden zunächst die Lochscheibe 12, gegebenenfalls zuvor
die Stahlplatte 14b, die Dichtungsscheibe 13, die Andruckplatte 14a und das Andruckrohr
16 sowie die Rückhalteplatte 17 eingebaut. Dadurch, dass alle diese Teile nur auf
die Zugelemente 3 auf- und in den Ankerkörper 10 eingeschoben werden müssen, also
keinerlei Schraubvorgänge erforderlich sind, ist eine einfache und zeitsparende Montage
möglich. Die Montage kann noch dadurch vereinfacht werden, dass die Andruckplatte
14a und das Andruckrohr 16 zu einem topfförmigen Einbauteil vereinigt werden. Zuletzt
wird die Ankerscheibe 6 auf die herausstehenden Litzenenden aufgefädelt.
[0031] In diesem Montagezustand liegt die Ankerscheibe 6, die etwas in den Ankerkörper 10
hineinragt, also an dessen Innenwand eine Führung findet, in einem geringen Abstand
vor dem Widerlagerring 9, legt sich aber mit ihrer Innenfläche gegen das Andruckrohr
16, das seinerseits auf die Andruckplatte 14a drückt. Dieser Abstand entspricht der
Zusammendrückbarkeit der Dichtungsscheibe 12, die auf diese Weise dann aktiviert wird,
wenn die Ankerscheibe 6 beim Spannen der Litzen 4 um die entsprechende Strecke in
den Ankerkörper 10 eindringt, bis sie sich - unter Zwischenlage des Zwischenrings
22 - auf den Widerlagerring 9 abstützt.
[0032] Die Verfüllung des Hohlraumes 19 zwischen der Dichtung 13 und der Ankerscheibe 6
mit Korrosionsschutzmasse erfolgt dann wieder in an sich bekannter Weise nach dem
Spannen der Zugelemente 3 durch Bohrungen in der Ankerscheibe 6, durch die eine Injizierlanze
eingeführt werden kann. Schließlich wird auf den Widerlagerring 9 des Ankerkörpers
6 eine Abdeckung 20 aufgesetzt, um durch Einpressen von Korrosionsschutzmaterial 21
auch die Ankerscheibe 6 mit den Keilverankerungen der Litzen 4 gegen Korrosion zu
schützen.
[0033] Der Spannkanal, das heißt der Hohlraum zwischen den Zugelementen 3 und der Verrohrung
18, bleibt in der Regel frei, um ein eventuelles Auswechseln von Einzellitzen bzw.
des gesamten Bündels zu vereinfachen. Wenn eine Verfüllung gewünscht wird, um beispielsweise
das Eindringen von Wasser zu verhindern, kann ein nicht erhärtendes Material wie zum
Beispiel Bentonit oder ein mit geringer Festigkeit aushärtendes Material wie zum Beispiel
Zementmörtel mit Kunststoffzusatz, zum Beispiel Styropor, eingepresst werden, das
gegebenenfalls leicht wieder entfernt werden kann. Dazu sind in an sich bekannter
Weise Entlüftungs- und Injizieröffnungen an dem Ankerkörper 10 vorgesehen. Diese Öffnungen
können bei nicht verfüllten Spannkanälen zur Entwässerung verwendet werden.
[0034] Der zwischen der Ankerscheibe 6 und dem Widerlagerring 9 angeordnete Zwischenring
22 dient bei der Auswechselung einzelner Litzen, wozu ein Ablassen der Spannkraft
erforderlich ist, dazu, beim Wiederanspannen der Litzen einen doppelten Keilbiss zu
vermeiden. Der Zwischenring 22, der vor dem Wiederanspannen der Litzen ausgebaut wird,
hat eine solche Dicke, die dem Abstand entspricht, um den der "neue" Keilbiss gegenüber
dem "alten" Keilbiss versetzt sein muss. In diesem Fall ist zur erneuten Aktivierung
der Dichtung durch die Dichtscheibe 12 ein um die Dicke des Zwischenrings 22 verkürztes
Ankerrohr 16 einzubauen.
1. Korrosionsgeschütztes Zugglied, insbesondere Spannglied für Spannbeton, aus einer
Mehrzahl von innerhalb einer rohrförmigen Umhüllung angeordneten Zugelementen (3)
wie Stahlstäben, -drähten oder -litzen,
die ihrerseits von je mindestens einer Umhüllung aus Kunststoff umgeben sind, wobei
das Zugglied (2) an seinen Enden Ankervorrichtungen mit jeweils einer mit Bohrungen
für den Durchtritt der Zugelemente versehenen Ankerscheibe (6) aufweist und
wobei an der der Luftseite abgewandten Seite der Ankerscheibe (6) mindestens eine
von den Zugelementen (3) durchsetzte Dichtungsscheibe (13) angeordnet ist, auf die
ein Flächendruck aufbringbar ist und der eine als Abstandhalter dienende Lochscheibe
(12) nachgeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Dichtungsscheibe (13) auf der der Ankerscheibe (6) abgewandten Seite gegenüber
der rohrförmigen Umhüllung gegen Längsverschiebung arretiert ist, dass an der der
Ankerscheibe (6) zugewandten Seite der Dichtungsscheibe (13) eine ebenfalls von den
Zugelementen (3) durchsetzte Andruckplatte (14a) anliegt und
dass zwischen der Ankerscheibe (6) und der Andruckplatte (14a) druckübertragende Mittel
vorgesehen sind.
2. Zugglied nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge der druckübertragenden Mittel so bemessen ist, dass eine beim Spannen der
Zugelemente (3) erfolgende Längsverschiebung der Ankerscheibe (6) die Aufbringung
des Flächendrucks auf die Dichtungsscheibe (13) bewirkt.
3. Zugglied nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtungsscheibe (13) auf der der Ankerscheibe (6) abgewandten Seite an der Lochscheibe
(12) anliegt, die ihrerseits gegenüber der rohrförmigen Umhüllung (10) gegen Längsverschiebung
arretiert ist.
4. Zugglied nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass an der der Ankerscheibe (6) abgewandten Seite der Lochscheibe (12) eine Stahlplatte
(14b) anliegt, die ihrerseits gegenüber der rohrförmigen Umhüllung (10) gegen Längsverschiebung
arretiert ist und ein Widerlager für die Lochscheibe (12) und die Dichtungsscheibe
(13) bildet.
5. Zugglied nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zur Arretierung der Dichtungsscheibe (12) und/oder der Lochscheibe (13) und/oder
der Stahlplatte (14b) an der Innenseite der rohrförmigen Umhüllung (10) Anschläge,
zum Beispiel ein Anschlagrohr (15), vorgesehen sind.
6. Zugglied nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass als druckübertragende Mittel mindestens ein Andruckrohr (16) vorgesehen ist.
7. Zugglied nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Andruckrohr (16) vorgesehen ist, dessen Außendurchmesser etwas geringer ist als
der Innendurchmesser der rohrförmigen Umhüllung (10).
8. Zugglied nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Andruckrohr (16) und die Andruckplatte (14) zu einem topfförmigen Einbauteil
zusammengefasst sind.
9. Zugglied nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des Eintritts der Zugelemente (3) in den Ankerkörper (10) Anschläge zur
Rückhaltung der die Litzen (4) umgebenden Umhüllungen (5) vorgesehen sind.
10. Zugglied nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschläge durch eine Rückhalteplatte (17) gebildet sind, die Bohrungen aufweist,
deren Durchmesser im wesentlichen dem Außendurchmesser der von den Umhüllungen (5)
befreiten Litzen (4) entsprechen.
11. Zugglied nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückhalteplatte (17) gegenüber der Ankerscheibe (6) abgestützt ist.
12. Zugglied nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückhalteplatte
(17) im Abstand von der Ankerscheibe (6) gehalten ist.
13. Zugglied nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugelemente (3) im Bereich ihres Durchtritts durch die Dichtungsscheibe (13)
einzeln längsbeweglich in Rohren (23) geführt sind, gegenüber denen die Dichtung wirkt.
14. Zugglied nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohre (23) sich gegen die Rückhalteplatte (17) abstützen.