[0001] Eine aus der EP 0 369 149 B 1 (entsprechend US 4,998,678) bekannte Rührwerksmühle
der gattungsgemäßen Art weist einen drehantreibbaren Mahlbehälter auf, zwischen dem
und der insoweit als Deckel dienenden, undrehbar am Maschinen-Ständer angeordneten
Abdeckung eine Dichtung vorgesehen ist, die als Spritzschutz dient. Mit Überdruck
können diese Rührwerksmühlen nicht betrieben werden. Die Mahlgut-Abführung arbeitet
hierbei drucklos, d. h. gegen Atmosphärendruck.
[0002] In der Praxis sind zahlreiche Lösungen bekannt und veröffentlicht worden, die Mahlhilfskörper
nach dem Mahlvorgang von dem Mahlgut zu trennen. Es ist hierbei bekannt geworden,
Siebe bzw. Siebpatronen einzusetzen; diese weisen die Gefahr auf, sich zuzusetzen;
außerdem ist die Siebfläche begrenzt. Außerdem ist es bekannt geworden, rotierende
Trenneinrichtungen vorzusehen, die verhältnismäßig aufwändig sind und insbesondere
bei abrasivem Mahlgut zum Verschleißen neigen.
[0003] Aus der EP 1 323 476 A1 (entsprechend US 10/327,206) ist eine Rührwerksmühle bekannt,
die ähnlich der vorstehend geschilderten ausgestaltet ist, wobei die Mahlgut-Mahlhilfskörper-Trenneinrichtung
in der Weise ausgestaltet ist, dass ein Tauchrohr auf eine Rührscheibe unter Freilassung
eines Spaltes aufgesetzt ist, durch die Mahlgut abgesaugt wird. Auch eine solche Ausgestaltung
neigt zu relativ hohem Verschleiß.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Rührwerksmühle der gattungsgemäßen
Art so auszugestalten, dass die Abtrennung der Mahlhilfskörper mit geringem konstruktiven
Aufwand und in sehr robuster Ausführung möglich ist.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale im Kennzeichnungsteil des Anspruches
1 gelöst. Der Kern der Erfindung liegt darin, dass das Mahlgut-Mahlhilfskörper-Gemisch
nach dem Mahlprozess aus der Rührwerksmühle über ein Tauchrohr abgesaugt wird und
die Abtrennung der Mahlhilfskörper durch Gewichts- und Trägheitskräfte innerhalb des
Tauchrohres erfolgt. Die Mahlhilfskörper bewegen sich aufgrund der Schwerkraft und
aufgrund der Mitnahme durch das unter dem Tauchrohr hindurchbewegte Mahlhilfskörper-Bett
direkt wieder in den Mahlraum zurück. Die Realisierung ist sehr einfach und kostengünstig.
Die einzusetzenden Bauteile können sehr einfach und mit geringem Aufwand gegen Verschleiß
geschützt werden. Es können auch kleine Mahlhilfskörper abgetrennt werden.
[0006] Die erfindungsgemäße Rührwerksmühle wird bevorzugt eingesetzt zum Mahlen von Materialien,
die hohen Verschleiß in der Rührwerksmühle verursachen. Hierbei handelt es sich insbesondere
um keramische Massen, die mit Wasser zu einem verhältnismäßig dünnflüssigen, also
niedrigviskosen Mahlgut aufgeschlämmt sind. Der Wert eines solchen Mahlgutes ist verhältnismäßig
gering, so dass auch die Verschleißkosten pro Gewichtseinheit des Mahlgutes niedrig
sein müssen. Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung ist die Rührwerksmühle mit geringem
Verschleiß über lange Zeit betriebssicher, was bei anderen Mahlhilfskörper-Trenneinrichtungen
nicht der Fall ist. Die erfindungsgemäße Ausgestaltung erlaubt ein Sedimentieren der
Mahlhilfskörper aus dem Mahlgut im Bereich der Mahlgut-Absaug- und Mahlhilfskörper-Trenn-Einrichtung.
Im Tauchrohr bildet sich gleichermaßen eine Tasche im Mahlhilfskörper-Bett, in der
sich nur wenige oder gar keine Mahlhilfskörper befinden, die mit dem Mahlgut im Tauchrohr
aufsteigen könnten.
[0007] Die Erfindung ist besonders vorteilhaft einsetzbar, wenn gemäß Anspruch 2 auch der
Mahlbehälter drehantreibbar ist, so dass eine Mahlhilfskörperströmung im Mahlraum
erzwungen wird. Die exzentrische Anordnung des Tauchrohres nach Anspruch 3 führt dazu,
dass die im Tauchrohr nach unten sinkenden Mahlhilfskörper von dem sich drehenden
Mahlgut-Mahlhilfskörper-Bett mitgenommen werden, da das Tauchrohr in dem Bereich in
den Mahlraum einmündet, wo das Mahlgut-Mahlhilfskörper-Bett eine besonders intensive
Bewegung ausführt. Die exzentrische Anordnung des mindestens einen Rührwerks nach
Anspruch 4 und insbesondere die Anordnung des Tauchrohres nach den Ansprüchen 5 und
6 unterstützt dies.
[0008] Die weiteren Unteransprüche enthalten zahlreiche zum Teil erfinderische Weiterbildungen
der Erfindung.
[0009] Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung. Es zeigt
- Fig. 1
- einen vertikalen Mittel-Längs-Schnitt durch eine Rührwerksmühle und
- Fig. 2
- einen horizontalen Querschnitt durch die Rührwerksmühle nach Fig. 1.
[0010] Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Rührwerksmühle weist einen im Wesentlichen kreiszylindrischen
Mahlbehälter 1 auf, dessen Mittel-Längs-Achse 2 vertikal verläuft, d. h. der Mahlbehälter
1 steht vertikal. Er ist unten durch einen quer zur Achse 2 verlaufenden Boden 3 verschlossen.
Er stützt sich über ein konzentrisch zur Achse 2 angeordnetes Drehlager 4 gegenüber
einem nur angedeuteten Maschinen-Ständer 5 ab, d. h. der Mahlbehälter 1 ist um seine
Mittel-Längs-Achse 2 drehbar. Als Drehantrieb für den Mahlbehälter 1 ist ein gegenüber
dem Maschinen-Ständer 5 abgestützter Mahlbehälter-Antriebsmotor 6 vorgesehen, dessen
Welle 7 parallel zur Achse 2 verläuft und über einen Zahntrieb 8 und einen am unteren
äußeren Umfang des Mahlbehälters 1 angebrachten Zahnkranz 9 den Mahlbehälter 1 in
Drehrichtung 10 antreibt. Aufgrund eines entsprechenden Untersetzungsverhältnisses
des Zahntriebes 8 relativ zum Zahnkranz 9 kann der Antrieb des Mahlbehälters 1 mit
einer relativ niedrigen Drehzahl erfolgen. Anstelle eines Zahntriebes 8 kann naturgemäß
auch ein ReibradAntrieb eingesetzt werden.
[0011] Im Mahlbehälter 1 ist ein Rührwerk 11 angeordnet, das im Wesentlichen und insoweit
in üblicher Weise aus einer Rührwerkswelle 12 und an dieser angeordneten und von ihr
radial abstehenden Rührwerkzeugen 13 besteht. Bei den Rührwerkzeugen 13 handelt es
sich im vorliegenden Fall um Rührscheiben mit Durchtrittsöffnungen 14. Die Rührwerkswelle
12 ist in ihrem dem Boden 3 entgegengesetzten oberen Bereich in einem Rührwellen-Lager
15 liegend gelagert. Dieses Lager 15 ist an einer nicht drehbaren in nicht dargestellter
Weise gegenüber dem Maschinen-Ständer 5 abgestützten, stirnseitigen Abdeckung 16 gehalten.
Zwischen der Abdeckung 16 und dem oberen Rand 17 des Mahlbehälters 1 befindet sich
ein Spritzschutz 18, der konzentrisch zur Mittel-Längs-Achse 2 des Mahlbehälters 1
angeordnet ist. Der Spritzschutz 18 ist mit dem Rand 17 des Mahlbehälters 1 nicht
verbunden, da letzterer drehbar ist und da die als Deckel dienende Abdeckung 16 ortsfest,
wenn auch abnehmbar am Maschinen-Ständer 5 angeordnet ist. Da die Abdeckung 16 mit
dem Spritzschutz 18 den Mahlbehälter 1 nicht druckfest verschließt, herrscht im Mahlbehälter
1 Atmosphärendruck; es kann Luft in den Mahlbehälter 1 eintreten.
[0012] Das Rührwerk 11 wird mittels eines mit dem Maschinen-Ständer 5 verbundenen Rührwerk-Antriebsmotors
19 angetrieben, dessen Welle 20 parallel zur Rührwerks-Achse 21 verläuft, gegenüber
letzterer aber um eine Exzentrizität e versetzt ist. Der Antrieb wird mittels eines
Riementriebes 22 auf die Rührwerkswelle 12 übertragen. Der Antriebsmotor 19 treibt
das Rührwerk 11 in Drehrichtung 23 an, die mit der Drehrichtung 10 gleichgerichtet
sein kann; die Drehrichtungen 10 und 23 können aber auch gegeneinander gerichtet sein.
[0013] Durch die nicht drehbare Abdeckung 16 ist eine Mahlgut-Zuführ-Leitung 24 hindurchgeführt
und gehalten, deren Austrittsöffnung 25 sich in der Nähe des Bodens 3 des Mahlbehälters
1 befindet. Diese Leitung 24 ist im dargestellten Ausführungsbeispiel als Strömungs-Umlenker
26 ausgebildet. Dieser Umlenker 26 kann eine Umlenkfläche 27 aufweisen, was zur Folge
hat, dass eine auftreffende - nur in Fig. 2 dargestellte - Mahlgut-Mahlhilfskörper-Strömung
29 radial nach innen umgelenkt wird. Die Leitung 24 ist in der Nähe der Mahlraumwand
28 angeordnet. Der Mahlgut-Zuführ-Leitung 24 wird Mahlgut mittels einer Mahlgut-Zuführ-Pumpe
31 zugeführt, das durch die Austrittsöffnung 25 im unteren Bereich des Mahlbehälters
1, also in der Nähe des Bodens 3, in diesen eintritt.
[0014] Durch die Abdeckung 16 ist weiterhin eine druckdicht ausgebildete Mahlgut-Absaug-
und Mahlhilfskörper-Trenn-Einrichtung 32 von außen hindurchgeführt. Diese ist als
kreiszylindrisches Tauchrohr 33 ausgebildet, das in den im Mahlbehälter 1 ausgebildeten
Mahlraum 34 hineinragt. An seinem unteren im Mahlraum 34 befindlichen Ende weist es
eine Eintrittsöffnung 35 auf. Diese Eintrittsöffnung 35 taucht in den Spiegel 36 ein,
der durch die Füllung des Mahlraums 34 mit Mahlgut und Mahlhilfskörpem 37 gebildet
wird. Das Tauchrohr 33 ragt also in das durch den Spiegel 36 nach oben begrenzte Mahlgut-Mahlhilfskörper-Bett
hinein. Am oberen außerhalb des Mahlraums 34 befindlichen Ende weist die Einrichtung
32 einen sich trichterförmig nach oben verjüngenden Abschnitt 38 auf, der rundum geschlossen
ist. Aus ihm mündet nach oben eine Absaug-Leitung 39 aus, in der sich eine Mahlgut-Saug-Pumpe
40 befindet. Am sich verjüngenden Abschnitt 38 ist weiterhin ein Schwingungs-Erreger
41 angebracht, der die Einrichtung 32 in Vibration versetzen kann.
[0015] Das Tauchrohr 33 ist - wie aus Fig. 2 hervorgeht - zwischen dem Umlenker 26 und dem
Rührwerk 11 angeordnet, wo eine starke Verdichtung der Strömung in Strömungsrichtung
29 stattfindet. Das im Wesentlichen zylindrische Tauchrohr 33 weist einen verhältnismäßig
großen Innendurchmesser d auf, der so groß ist, wie es die Anordnung des Tauchrohres
33 an der geschilderten Stelle erlaubt. Im Verhältnis zum Innendurchmesser D des zylindrischen
Mahlbehälters 1, also im Verhältnis zum Innendurchmesser D des Mahlraums 34 gilt:
10d ≥ D ≥ 4d. Insbesondere gilt: 8d ≥ D ≥ 5d. Der Durchmesser d des Tauchrohres 33
ist - wie Fig. 1 erkennen lässt - deutlich größer als der Durchmesser a der Absaug-Leitung
39. Der Durchmesser d des Tauchrohres 33 und damit der Durchmesser d der Eintrittsöffnung
35 ist erheblich größer als der Durchmesser b der größten verwendeten Mahlhilfskörper
37. Es gilt: 10b ≤ d und bevorzugt 20b ≤ d. Für den Durchmesser b der Mahlhilfskörper
37 gilt: b ≥ 2,0 mm. Der Durchmesser b der unverbrauchten, also nicht abgenutzten
neuen Mahlhilfskörper 37 liegt im Bereich von 2 bis 10 mm, bevorzugt im Bereich von
4 bis 7 mm. Sie bestehen in der Regel aus Stahl oder - bevorzugt - aus Keramik wie
beispielsweise Al
2O
3 oder ZrO
2 oder anderen geeigneten Materialien.
[0016] An seinem unteren, der Eintrittsöffnung 35 des Tauchrohres 33 zugeordneten Ende weist
letzteres eine Ausnehmung 42 auf, die sich im Strömungsweg der Mahlhilfskörper-Strömung
29 befindet, die lediglich in Fig. 2 dargestellt ist. Dort ist auch die Ausnehmung
42 in ihrer zur Strömung 29 richtigen Lage dargestellt, während in Fig. 1 das Tauchrohr
33 mitsamt seiner Ausnehmung 42 aus Gründen der Anschaulichkeit in einer um 90° um
seine Längsachse gedrehten Position dargestellt ist. Die Ausnehmung 42 befindet sich
- bezogen auf die Richtung der Strömung 29 - auf der stromabwärtigen Seite des Tauchrohres
33, so dass die Ausnehmung 42 von dem bis zur unteren hinteren Kante 43 ragenden unteren
hinteren Bereich 44 des Tauchrohrs 33 bezogen auf die Strömung 29 abgedeckt beziehungsweise
abgeschirmt wird. In die Ausnehmung 42 gelangen also keine oder nur wenige Mahlhilfskörper
37. Im Bereich der Ausnehmung 42 wird also im Tauchrohr 33 unterhalb des Spiegels
36 eine gewisse Freizone oder Entlastungszone geschaffen, in der sich keine oder nur
sehr wenige Mahlhilfskörper 37 befinden.
[0017] Wie aus Fig. 1 und 2 hervorgeht, ist das Tauchrohr 33 entgegen der Richtung der Strömung
29 des Mahlguts und der Mahlhilfskörper 37 geneigt, und zwar in der Weise, dass von
oben nach unten gesehen die Eintrittsöffnung 35 gegenüber dem oberen Ende mit im verjüngten
Abschnitt 38 und der Absaug-Leitung 39 in Richtung der Strömung 29 voreilt. Die untere
Kante 43 mit dem unteren hinteren Bereich 44 des Tauchrohres 33 dringt dadurch noch
tiefer in das Mahlgut-Mahlhilfskörper-Bett unterhalb des Spiegels 36 ein. Der obere
Bereich 45 der Ausnehmung 42 liegt auf Höhe des Spiegels 36, so dass gemäß dem Strömungs-Richtungspfeil
46 in den Mahlbehälter 1 einströmende Luft mit in das Tauchrohr 33 eingesaugt werden
kann, wenn der Spiegel 36 unter die obere Kante der Ausnehmung 42 absinkt.
Die Arbeitsweise ist wie folgt:
[0018] Durch die Mahlgut-Zuführ-Leitung 24 wird mittels der Mahlgut-Zuführ-Pumpe 31 Mahlgut
in pumpfähigem Zustand, in der Regel also als Suspension, zugeführt. Es findet also
eine sogenannte Nassmahlung statt. Im Mahlraum 34 befindet sich ein Bett von Mahlhilfskörpern
37 in Form einer Teil-Füllung des Mahlraums 34 mit Mahlhilfskörpern 37, das nach oben
durch den Spiegel 36 begrenzt wird. Das Rührwerk 11 wird in Drehrichtung 23 angetrieben;
der Mahlbehälter 1 wird in Drehrichtung 10 angetrieben. Die Drehzahlen werden so gewählt,
dass das Bett aus Mahlhilfskörpern 37 als kompaktes Bett erhalten wird; die Mahlhilfskörper
werden also nicht im Mahlgut fluidisiert. Es stellt sich im Mahlraum 34 eine Mahlhilfskörper-Bewegung
in Richtung der Strömung 29 ein, die zu einer intensiven Beanspruchung des Mahlgutes
unter gleichzeitiger Zerkleinerung und Dispergierung des Mahlguts führt. In stationärem
Zustand der Rührwerksmühle wird über die Mahlgut-Absaug- und Mahlhilfskörper-Trenn-Einrichtung
32 Mahlgut abgesaugt, d. h. in der Einrichtung 32 wird durch die Saug-Pumpe 40 Mahlgut
abgesaugt, wobei die Pumpe 40 stets mit ihrer Nennlast gefahren wird. Ist die Saugleistung
der Saug-Pumpe 40 größer als die Zuführleistung der Mahlgut-Zuführpumpe 31, so stellt
sich der Spiegel 36 automatisch an der oberen Kante der Ausnehmung 42 ein. Fällt der
Spiegel 36 unter die obere Kante der Ausnehmung 42 wird Luft mit angesaugt und somit
die Flüssigkeitssaugleistung der Saug-Pumpe 40 vermindert. Bei verminderter Saugleistung
der Saug-Pumpe 40 steigt der Spiegel 36 wieder über die obere Kante der Ausnehmung
42 und verschließt diese luftdicht. Da keine Luft mehr in die Saug-Pumpe 40 eindringt,
arbeitet diese wieder mit Nennleistung bis der Spiegel 36 wieder unter die obere Kante
der Ausnehmung 42 fällt. Hierdurch erfolgt somit eine Füllstandsregelung im Mahlraum
34. Da in den im Bett aus Mahlgut und Mahlhilfskörpern 37 befindlichen Bereich des
Tauchrohres 33 höchstens wenige Mahlhilfskörper 37 eindringen, steigen diese wenigen
Mahlhilfskörper 37 nicht mit dem abgepumpten Strom von Mahlgut im Tauchrohr 33 nach
oben, sondern sedimentieren wieder nach unten. Dies wird dadurch unterstützt, dass
die Strömungsgeschwindigkeit des abgepumpten Mahlgutes im Tauchrohr 33 wegen dessen
großen Durchmessers d sehr gering ist und da die Dichte der Mahlhilfskörper 37 im
Vergleich zur Dichte des Mahlgutes relativ groß ist. Hinzu kommt, dass das Mahlgut
eine sehr niedrige Viskosität hat, die ähnlich der von Wasser ist. Bevorzugt werden
als Mahlgut keramische Massen gemahlen, die in Wasser aufgeschlämmt sind und demzufolge
verhältnismäßig dünnflüssig sind. Es werden also keine pastösen oder hochviskosen
Flüssigkeiten gemahlen.
1. Rührwerksmühle
- mit einem Mahlbehälter (1), der
-- einen Mahlraum (34) mit einem Durchmesser (D) umschließt,
-- mittels eines Bodens (3) nach unten verschlossen ist,
-- eine obere Abdeckung (16) aufweist und
-- eine vertikale Mittel-Längs-Achse (2) aufweist,
- mit einem Rührwerk (11), das
- - eine zur Mittel-Längs-Achse (2) parallele Rührwerks-Achse (21) aufweist, und
- - im Mahlraum (34) mit Rührwerkzeugen (13) versehen ist,
- mit einem Rührwerks-Antrieb (19) zum Drehantrieb des Rührwerks (11) um seine Rührwerks-Achse
(21),
- mit einer in den Mahlraum (34) mündenden Mahlgut-Zuführung (24),
- mit einer Teil-Füllung des Mahlraums (34) mit Mahlhilfskörpern (37) mit einem Durchmesser
(b), die in einem Mahlgut-Mahlhilfskörper-Bett in Richtung einer Strömung (29) bewegbar
sind, und
- mit einer aus dem Mahlraum (34) herausgeführten Mahlgut-Absaug- und Mahlhilfskörper-Trenn-Einrichtung
(32),
-- die ein in das Mahlgut-Mahlhilfskörper-Bett mit einer unteren Eintrittsöffnung
(35) eintauchendes Tauchrohr (33) mit einem Innendurchmesser (d) aufweist, aus dem
oberhalb des Mahlbehälters (1) eine Absaug-Leitung (39) mit einer Mahlgut-Saug-Einrichtung
(40) ausmündet,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Tauchrohr (33) an seiner Eintrittsöffnung (35) eine Ausnehmung (42) aufweist,
die - bezogen auf die Richtung der Strömung (29) - auf der stromabwärtigen Seite des
Tauchrohres (33) ausgebildet ist und
dass ein - bezogen auf die Richtung der Strömung (29) - auf der stromaufwärtigen Seite
des Tauchrohres (33) befindlicher, der Eintrittsöffnung (35) unmittelbar benachbarter
Bereich (44) des Tauchrohres (33) die Ausnehmung (42) in Richtung der Strömung (29)
abdeckt.
2. Rührwerksmühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Mahlbehälter (1) mittels eines Mahlbehälter-Antriebs (6) drehantreibbar ist.
3. Rührwerksmühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Tauchrohr (33) exzentrisch zur Mittel-Längs-Achse (2) angeordnet ist.
4. Rührwerksmühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Rührwerk (11) exzentrisch zur Mittel-Längs-Achse (2) angeordnet ist.
5. Rührwerksmühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mahlgut-Zuführung als in den Mahlraum (34) ragende Mahlgut-Zuführleitung (24)
ausgebildet ist.
6. Rührwerksmühle nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Tauchrohr (33) zwischen dem Rührwerk (11) und der Mahlgut-Zuführleitung (24)
angeordnet ist.
7. Rührwerksmühle nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Mahlgut-Zuführ-Leitung (24) als Strömungs-Umlenker (26) ausgestaltet ist.
8. Rührwerksmühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Innendurchmesser (d) des Tauchrohres (33) groß ist im Verhältnis zum Durchmesser
(b) der größten Mahlhilfskörper (37).
9. Rührwerksmühle nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass für den Durchmesser (d) des Tauchrohres (33) im Verhältnis zum Durchmesser (b) der
Mahlhilfskörper (37) gilt: d ≥ 10b und bevorzugt d ≥ 20d.
10. Rührwerksmühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass für den Durchmesser (D) des Mahlraums (34) im Verhältnis zum Durchmesser (d) des
Tauchrohres (33) gilt: 10d ≥ D ≥ 4d und bevorzugt 8d ≥ D ≥ 5d.
11. Rührwerksmühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Tauchrohr (33) durchgehend zylindrisch ausgebildet ist.
12. Rührwerksmühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Tauchrohr (33) im Bereich der Eintrittsöffnung (35) eine in Richtung der Strömung
(29) nach oben hin ansteigende Kante (43) aufweist.
13. Rührwerksmühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein oberer Bereich (45) der Ausnehmung (42) sich im Bereich eines oberen Spiegels
(36) des Mahlgut-Mahlhilfskörper-Bettes des Mahlraums (34) befindet.
14. Rührwerksmühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Tauchrohr (33) gegenüber der Vertikalen geneigt angeordnet ist.
15. Rührwerksmühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mahlgut-Zuführung als bis in die Nähe des Bodens (3) des Mahlraums (34) reichende
Mahlgut-Zuführ-Leitung (24) ausgebildet ist.