[0001] Die Erfindung betrifft ein Hitzeschildstein, insbesondere zur Auskleidung einer Brennkammerwand,
mit einer von einem heißen Medium beaufschlagbaren Heißseite und einer der Heißseite
gegenüberliegenden Wandseite und mit einem sich von der Heißseite zu der Wandseite
erstreckenden Kernbereich mit einem Kernmaterial. Die Erfindung betrifft weiterhin
eine Brennkammer mit einer inneren Brennkammerauskleidung sowie eine Gasturbine.
[0002] Ein thermisch und/oder thermomechanisch hochbelasteter Brennraum, wie beispielsweise
ein Brennofen, ein Heißgaskanal oder eine Brennkammer in einer Gasturbine, in dem
ein heißes Medium erzeugt und/oder geführt wird, ist zum Schutz vor zu hoher thermischer
Beanspruchung mit einer entsprechenden Auskleidung versehen. Die Auskleidung besteht
üblicherweise aus hitzeresistentem Material und schützt eine Wandung des Brennraums
vor dem direkten Kontakt mit dem heißen Medium und der damit verbundenen starken thermischen
Belastung.
[0003] Die US-Patentschrift 4,840,131 betrifft eine Befestigung von keramischen Auskleidungselementen
an einer Wand eines Ofens. Hierbei ist ein Schienensystem, welches an der Wand befestigt
ist. Die Auskleidungselemente weisen eine rechteckige Form mit planarer Oberfläche
auf und bestehen aus einem wärmeisolierenden, feuerfesten, keramischen Fasermaterial.
[0004] Die US-Patentschrift 4,835,831 behandelt ebenfalls das Aufbringen einer feuerfesten
Auskleidung aus einer Wand eines Ofens, insbesondere einer vertikal angeordneten Wand.
Auf die metallische Wand des Ofens wird eine aus Glas-, Keramik-, oder Mineralfasern
bestehende Schicht aufgebracht. Diese Schicht wird durch metallische Klammern oder
durch Kleber an der Wand befestigt. Auf dieser Schicht wird ein Drahtnetz mit ....förmigen
Maschen aufgebracht. Das Maschennetz dient ebenfalls der Sicherung der Schicht aus
Keramikfasern gegen ein Herabfallen. Zusätzlich befestigt wird mittels eines Bolzens
eine gleichmäßige geschlossene Oberfläche aus feuerfestem Material aufgebracht. Mit
dem beschriebenen Verfahren wird weitgehend vermieden, dass während des Aufsprühens
auftreffende feuerfeste Partikel zurückgeworfen werden, wie dies bei einem direkten
Aufsprühen der feuerfesten Partikel auf die metallische Wand der Fall wäre.
[0005] Eine keramische Auskleidung der Wandungen von thermisch hoch beanspruchten Brennräumen,
beispielsweise von Gasturbinenbrennkammern, ist in der EP 0 724 116 A2 beschrieben.
Die Auskleidung besteht aus Wandelementen aus hochtemperaturbeständiger Strukturkeramik,
wie z. B. Siliziumcarbid (SeC) oder Siliziumnitrit (Si
3N
4). Die Wandelemente sind mechanisch mittels eines zentralen Befestigungsbolzens federelastisch
an einer metallischen Tragstruktur (Wandung) der Brennkammer befestigt. Zwischen dem
Wandelement und der Wandung des Brennraums ist eine dicke thermische Isolationsschicht
vorgesehen, so dass das Wandelement von der Wandung der Brennkammer entsprechend beabstandet
ist. Die im Verhältnis zum Wandelement etwa drei mal so dicke Isolationsschicht besteht
aus keramischem Fasermaterial, das in Blöcken vorgefertigt ist. Die Abmessungen und
die äußere Form der Wandelemente sind an der Geometrie des auszukleidenden Raumes
anpassbar. Eine andere Art der Auskleidung eines thermisch hochbelasteten Brennraums
ist in der EP 0 419 787 B1 angegeben. Die Auskleidung besteht aus Hitzeschildelementen,
die mechanisch an einer metallischen Wandung des Brennraumes gehaltert sind. Die Hitzeschildelemente
berühren die metallische Wandung direkt. Um eine zu starke Erwärmung der Wand zu vermeiden,
z. B. in Folge eines direkten Wärmeübergangs vom Hitzeschildelement oder durch Eindringen
von heißem Medium in die durch die voneinander angrenzenden Hitzeschildelementen gebildeten
Spalte, wird der von der Wandung des Brennraums und dem Hitzeschildelement gebildeter
Raum mit Kühlluft, der so genannten Sperrluft beaufschlagt. Die Sperrluft verhindert
das Vordringen von heißen Medium bis zur Wandung und kühlt gleichzeitig die Wandung
und das Hitzeschildelement.
[0006] Die WO 99/47874 betrifft ein Wandsegment für einen Brennraum sowie einen Brennraum
einer Gasturbine. Hierbei wird ein Wandsegment für einen Brennraum, welcher mit einem
heißen Fluid, z. B. ein Heißgas, beaufschlagbar ist, mit einer metallischen Tragstruktur
und einem auf der metallischen Tragstruktur befestigten Hitzeschildelements angegeben.
Zwischen die metallische Tragstruktur und das Hitzeschildelement wird eine verformbare
Trennlage eingefügt, die mögliche Relativbewegungen des Hitzeschildelements und der
Tragstruktur aufnehmen und ausgleichen soll. Solche Relativbewegungen können beispielsweise
in der Brennkammer einer Gasturbine, insbesondere einer Ringbrennkammer, durch unterschiedliches
Wärmedehnverhalten der verwendeten Materialien und durch Pulsationen im Brennraum,
die bei einer unregelmäßigen Verbrennung zur Erzeugung des heißen Arbeitsmediums unter
die Resonanzeffekte entstehen können, hervorgerufen werden. Zugleich bewirkt die Trennschicht,
dass das relativ unelastische Hitzeschildelement insgesamt flächiger auf der Trennschicht
und der metallischen Tragstruktur aufliegt, da das Hitzeschildelement teilweise in
die Trennschicht eindringt. Die Trennschicht kann so fertigungsbedingte Unebenheiten
an der Tragstruktur und/oder dem Hitzeschildelement, die lokal zu einem ungünstigen
punktuellen Krafteintrag führen können, ausgleichen.
[0007] Insbesondere bei Wänden von Hochtemperaturgasreaktoren, wie z. B. von unter Druck
betriebenen Gasturbinenbrennkammern, müssen mit geeigneten Brennkammerauskleidungen
ihre tragenden Strukturen gegen einen Heißgasangriff geschützt werden. Keramische
Materialien bieten sich hierfür im Vergleich zu metallischen Werkstoffen aufgrund
ihrer hohen Temperaturbeständigkeit, Korosionsbeständigkeit und niedrigen Wärmeleitfähigkeit
idealerweise an. Wegen Materialtypischer Wärmedehnungseigenschaften unter im Rahmen
des Betriebs typischerweise auftretenden Temperaturunterschiede (Umgebungstemperatur
bei Stillstand, maximale Temperatur bei Volllast) muss die Wärmebeweglichkeit keramischer
Hitzeschilde in Folge temperaturabhängiger Dehnung gewährleistet sein, damit keine
bauteilzerstörenden Wärmespannungen durch Dehnungsbehinderung auftreten. Dies kann
erreicht werden, indem die vor Heißgasangriff zu schützende Wand durch eine Vielzahl
von in ihrer Größe begrenzten, einzelnen keramischen Hitzeschildern, z. B. Hitzeschildsteine
aus einer Feuerfestkeramik, ausgekleidet wird. Wie bereits oben im Zusammenhang mit
der EP 0 419 487 B1 diskutiert, müssen zwischen den einzelnen keramischen Hitzeschildelementen
entsprechende Dehnspalten vorgesehen werden, die aus Sicherheitsgründen auch im Heißzustand
auslegungsgemäß nie völlig geschlossen sein dürfen. Es muss dabei sichergestellt werden,
dass das Heißgas nicht über die Dehnspalte die tragende Wandstruktur übermäßig erwärmt.
Der einfachste und sicherste Weg, um dies in einer Gasturbinenbrennkammer zu vermeiden,
ist dabei die Spülung der Dehnspalte mit Luft, so genannte Sperrluftkühlung. Hierzu
kann die Luft verwendet werden, die ohnehin zur Kühlung von Halterungselementen für
die keramischen Hitzeschilde erforderlich ist.
[0008] In der WO 02/25173 A1 ist ein Hitzeschildstein, insbesondere zur Auskleidung einer
Brennkammerwand, mit einer einem heißen Medium aussetzbaren Heißseite, einer der Heißseite
gegenüberliegenden Wandseite und einer an die Heißseite und die Wandseite angrenzende
Umfangsseite, die eine Umfangsseitenfläche aufweist, offenbart. An der Umfangsseite
ist ein in Umfangsrichtung vorgesehenes Zugelement vorgesehen, wobei eine Druckspannung
normal zur Umfangsseitenfläche erzeugt wird. Hierdurch wird eine äußerst effiziente
und langzeitstabile Sicherung für einen Hitzeschildstein angegeben. Das Zugelement
ist in Umfangsrichtung vorgespannt, wobei eine gewisse Druckspannung normal zur Umfangsseitenfläche
erzeugt wird. Durch diese Normalkraft, die in Richtung des inneren des Hitzeschildsteins
in dessen Zentrum gerichtet ist, wird der Hitzeschildstein bereits bei sehr geringen
Normalkräften gesichert. Hierdurch wird einem Materialanriss, beispielsweise in Folge
einer Stoßbelastung, wirkungsvoll entgegengetreten. Vorhandene Materialanrisse können
sich bei entsprechender Anordnung und Ausgestaltung des Zugelements nicht oder nur
eingeschränkt weiterbilden oder ausdehnen. Das Zugelement hält den Hitzeschildstein
sozusagen zusammen und sichert ihn einerseits gegenüber Materialanrissen und andererseits
vor allem gegenüber einem vollständigen Materialdurchriss. Zusätzlich wird der Gefahr
eines Herauslösens oder Herausfallens von kleineren oder größeren Bruchstücken im
Falle eines möglichen Materialdurchrisses wirkungsvoll entgegengetreten.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Hitzeschildstein anzugeben, welcher sowohl hinsichtlich
unbeschränkter thermischer Ausdehnung als auch hinsichtlich seiner Beständigkeit gegenüber
einem Heißgasangriff eine hohe Betriebssicherheit und lange Standzeit gewährleistet.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist die Angabe einer Brennkammer mit einer inneren
Brennkammerauskleidung sowie die Angabe einer Gasturbine mit einer Brennkammer.
[0010] Die auf einen Hitzeschildstein gerichtete Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch
einen Hitzeschildstein, insbesondere zur Auskleidung einer Brennkammerwand, mit einer
von einem heißen Medium beaufschlagbaren Heißseite und einer der Heißseite gegenüberliegenden
Wandseite, und mit einem sich von der Heißseite zu der Wandseite streckenden Kernbereich
mit einem Kernmaterial, wobei der Kernbereich von einem Randbereich mit einem Randmaterial
umgeben ist, dessen Wärmeleitfähigkeit niedriger ist als die des Kernmaterials.
[0011] Die Erfindung geht hierbei bereits von der Erkenntnis aus, dass im Einsatzfall in
Folge der die Kanten des Hitzeschildsteines kühlenden Luftdurchströmung der Spalte
zwischen den Hitzeschildsteinen und dem Wärmeeintrag auf die Heißseite des Hitzeschildsteins
in Folge der Beaufschlagung mit Heißgas, sich eine dreidimensionale Temperaturverteilung
innerhalb des Hitzeschildsteins einstellt. Diese ist geprägt durch einen Temperaturabfall
von der Heißseite zur Wandseite sowie in Folge der Sperrluftkühlung der Kanten ("Kantekühlung")
von zentralen Punkten im keramischen Hitzeschildstein hin zu den gekühlten Kanten.
Bei typischerweise parallel zur Heißseite bzw. zur Wandseite flachen Hitzeschildsteinen
führt der Temperaturgradient senkrecht zur Wandseitenoberfläche zur vergleichsweise
nur geringen thermischen Spannungen, so lange für den Hitzeschildstein im Einbauzustand
keine Behinderung der thermisch-induzierten Aufwölbung vorliegt. Hingegen führt ein
zur Wandseite paralleler Temperaturgradient - ausgehend von einer Kante zu einem inneren
Bereich des Hitzeschildsteins - in Folge der mechanischen Steifigkeit von plattenähnlichen
Geometrien bezüglich Verformungen parallel zu ihrer Größenprojektionsflächen besonders
leicht zu erhöhten Thermospannungen. Kalte Kanten werden dabei in Folge ihrer vergleichsweise
geringen thermischen Dehnung von heißeren Zentralbereichen, die einer größeren thermischen
Dehnung unterworfen sind, unter Zug gesetzt und können bei Überschreiten der Materialfestigkeit
zur Rissbildung, ausgehend von den Kanten des Hitzeschildsteins, führen.
[0012] Mit der Erfindung wird nunmehr ein völlig neues Konzept aufgezeigt, insbesondere
ein Versagen des Hitzeschildsteins in Folge des Rissbildungsproblems, ausgehend von
den Kanten des Hitzeschildsteins, zu vermeiden. Die Erfindung macht sich dabei die
Erkenntnis zunutze, dass thermisch bedingte Zugspannungen in der Regel nur dort auftreten,
wo Temperaturgradienten vorhanden sind. Wird nunmehr verhindert, dass von den Kanten
des Hitzeschildsteins ausgehende Temperaturgradienten tief in das innere des Hitzeschildsteins
eindringen, so können hierdurch bedingte Risse nur begrenzt eindringen bzw. bilden
sich erst garnicht. Dabei können kurze, von den Kanten ausgehende Risse, die nur geringfügig
in Richtung des inneren des Hitzeschildsteins eindringen, toleriert werden, da diese
die Funktionsfähigkeit des Hitzeschildsteins theoretisch sowie auch in der praktischen
Erfahrung nicht beeinträchtigen.
[0013] Mit der Erfindung wird ein Hitzeschildstein bereitgestellt, dessen Wärmeleitfähigkeit
lokal gezielt eingestellt ist, um Rissbildung und Risswachstum zu vermeiden. Hierzu
ist der Kernbereich von einem Randbereich mit einem Randmaterial umgeben, dessen Wärmeleitfähigkeit
niedriger ist als die des Kernmaterials. Es wird also ein Zweistoff-Hitzeschildstein
angegeben mit einer thermischen Isolierung im Randbereich, aufgrund der gezielten
Materialwahl für das Randmaterial, mit gegenüber dem Kernmaterial verringerter Wärmeleitfähigkeit.
Der Kernbereich und der Randbereich sind dabei integrale Bestandteile des Hitzeschildsteins,
so dass ein Hitzeschildstein mit über dessen Volumen variabler Wärmeleitfähigkeit
bereitgestellt ist. Durch die größere Wärmeleitfähigkeit im Kernbereich wird erreicht,
dass sich im Kernbereich ein parallel zur Heißseite näherungsweise ausgeglichenes
Temperaturprofil einstellt. Der Kernbereich bleibt somit weitgehend wärmespannungsfrei.
Temperaturgradienten und hiermit verknüpfte Wärmespannungen treten nur im Randbereich
auf.
[0014] Der Randbereich umfasst dabei vorteilhafterweise auch die äußeren Kanten des Hitzeschildsteins,
so dass diese aufgrund der gegenüber dem Kernbereich geringeren Wärmeleitfähigkeit
als thermische Isolierung bzw. als Isolationsbereich wirken. Von besonderem Vorteil
ist hierbei, dass die Länge von thermospannungsbedingten Rissen verkürzt wird, weil
diese auf den Randbereich beschränkt sind, wodurch der Hitzeschildstein bezüglich
einer Rissbildung stabilisiert ist.
[0015] In bevorzugter Ausgestaltung des Hitzeschildsteins beträgt die Wärmeleitfähigkeit
des Randmaterials weniger als 60%, insbesondere weniger als 50% der Wärmeleitfähigkeit
des Kernmaterials. Der Hitzeschildstein wird demnach so ausgelegt, dass eine deutliche
Absenkung der Wärmeleitfähigkeit am Übergang vom Kernbereich in den Randbereich zu
verzeichnen ist.
[0016] Der Randbereich wirkt dabei als thermische Isolierung, die den Kernbereich umgibt.
Vorteilhaft umschließt dabei der Randbereich den Kernbereich unmittelbar, wobei ein
stoffschlüssiger Verbund aus dem Kernmaterial und dem Randmaterial realisiert ist.
[0017] Vorzugsweise ist das Randmaterial dabei porös, wobei die Porosität des Randmaterials
gezielt so eingestellt ist, dass hierdurch die Wärmeleitfähigkeit des Randmaterials
gegenüber der Wärmeleitfähigkeit des Kernmaterials abgesenkt ist. Über die Dichteverteilung
und Größeverteilung der Porenstruktur des Randmaterials kann in dem Randbereich die
Wärmeleitfähigkeit je nach Anforderung im Belastungsfall gezielt eingestellt werden.
Dabei kann gegebenenfalls auch innerhalb des Randbereichs eine Variation der lokalen
Wärmeleitfähigkeit über eine entsprechende Variation der Porengröße- und Porendurchmesserverteilung
erreicht werden.
[0018] In besonders bevorzugter Ausgestaltung ist das Kernmaterial und das Randmaterial
aus demselben keramischen Grundmaterial, insbesondere einer Feuerfestkeramik, gebildet.
Durch diese Materialidentität des Grundmaterials ist ein besonderes guter Stoffschluss
zwischen dem Kernmaterial und dem Randmaterial erzielbar. Zur Erzielung der gewünschten
porösen Struktur innerhalb des Randbereichs kann beispielsweise bei der Herstellung
des Hitzeschildsteins das Einmischen von so genannten Porenbildnern in das Grundmaterial
vorgesehen sein. Der Porenbildner wird dabei vorteilhafterweise im kantennahen Bereich,
das heißt im Randbereich des Dröhnlings eingepresst oder eingegossen. Während dem
Sinther-Prozess verflüchtigt sich der Porenbildner und hinterlässt die Poren, die
die effektive Wärmeleitfähigkeit des Grundmaterials entsprechend absenken. Im Kernbereich
wird dieser Porenbildner vorzugsweise nicht angewandt, so dass die gewünschte Absenkung
der Wärmeleitfähigkeit beim Übergang von Kernbereich in den Randbereich resultiert.
[0019] In vorteilhafter Ausgestaltung ist entlang der Heißseite des Hitzeschildsteins die
axiale Erstreckung des Randbereichs kleiner als 20%, insbesondere zwischen etwa 5
und 10%, der axialen Gesamterstreckung des Hitzeschildsteins. Insbesondere wird der
Hitzeschildstein an allen vom Randbereich umfassten Kanten mit vom Kernmaterial abweichender
niedriger Wärmeleitfähigkeit im Abstand von etwa kleiner als 10% der jeweiligen Gesamterstreckung
(Traglänge) mit einer Absenkung der Wärmeleitfähigkeit gegenüber der Wärmeleitfähigkeit
des Kernbereichs auf kleiner als 50% des Kernmaterials versehen.
[0020] Bevorzugt erstreckt sich der Randbereich von der Heißseite zu der Wandseite. In dieser
Ausgestaltung ist der Kernbereich umfangsseitig vollständig von dem Randbereich umschlossen,
so dass eine voll umfängliche thermische Isolierung des Kernbereichs unter Realisierung
eines Stoffschlusses zwischen Kernmaterial und Randmaterial erreicht ist.
[0021] Bevorzugt weist der Hitzeschildstein eine an die Heißseite und die Wandseite angrenzende
Umfangsseite mit einer Umfangsseitenfläche auf, die zumindest teilweise von dem Randmaterial
gebildet ist. Bei einer zur Auswertung einer Brennkammerwand erforderlichen Anordnung
einer Vielzahl von Hitzeschildsteinen sind die Spalte zwischen den Hitzeschildsteinen
dabei zumindest teilweise von dem Randmaterial auf der Umfangsseitenfläche begrenzt.
Vorteilhafterweise ist die Umfangsseitenfläche vollständig durch das Kernmaterial
gebildet, so dass eine möglichst gute thermische Isolierung des Kernmaterials gegeben
ist.
[0022] Bevorzugt besteht der Hitzeschildstein aus einem keramischen Grundmaterial, insbesondere
aus einer Feuerfestkeramik. Durch die Wahl einer Keramik als Grundmaterial für den
Hitzeschildstein ist der Einsatz des Hitzeschildsteins bis zu sehr hohen Temperaturen
sicher gewährleistet, wobei zugleich oxidative und/oder korrosive Angriffe, wie sie
bei einer Beaufschlagung der Heißseite des Hitzeschildsteins mit einem heißen Medium,
z. B. einem Heißgas auftreten, weitestgehend unschädlich für den Hitzeschildstein
sind. Dies ist von besonders großem Vorteil beim Einsatz des Hitzeschildsteins in
einer Brennkammer, weil selbst nach einem Anriss des Materials im Randbereich die
Hitzeschildfunktion des Hitzeschildsteins weiterhin gewährleistet ist, insbesondere
ist ein Versagen des Hitzeschildsteins, beispielsweise ein vollständiger Bruch, sicher
vermieden, so dass auch keine Bruchstücke in den Brennraum gelangen können.
[0023] Wirtschaftlich ergibt sich hieraus einerseits der Vorteil, dass im normalen Betriebsfall
keine außerordentliche Wartung und/oder Revision einer den Hitzeschildstein aufweisenden
Brennkammer erforderlich ist. Andererseits verfügt der Hitzeschildstein im Fall besonderer
Vorkommnisse über Notlaufeigenschaften, so dass Folgeschäden für eine Turbine, beispielsweise
für die Beschaufelung vermieden werden können, da durch die gezielte Einstellung der
Wärmeleitfähigkeit in unterschiedlichen Bereichen des Hitzeschildsteins eine Rissausbreitung
weitgehend vermieden ist.
[0024] Die Brennkammer kann zumindest mit den üblichen Wartungszyklen betrieben werden,
wobei aber zudem eine Verlängerung der Standzeiten aufgrund der geringeren Rissausbreitungsneigung
erzielbar ist.
[0025] Die auf eine Brennkammer gerichtete Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine
Brennkammer mit einer inneren Brennkammerauskleidung, die Hitzeschildsteine gemäß
den obigen Ausführungen aufweist.
[0026] Die auf eine Gasturbine gerichtete Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine
Gasturbine mit einer solchen Brennkammer.
[0027] Die Vorteile einer solchen Brennkammer oder einer solchen Gasturbine ergeben sich
entsprechend den Ausführungen zu dem Hitzeschildstein.
[0028] Die Erfindung wird beispielhaft anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen
hierbei schematisch und teilweise vereinfacht:
- Figur 1
- einen Halbschnitt durch eine Gasturbine,
- Figur 2
- in einer perspektivischen Darstellung ein Hitzeschildstein,
- Figur 3
- eine Schnittansicht des in der Figur 2 gezeigten Hitzeschildsteins entlang der Schnittlinie
III-III.
- Figuren 4 bis Figur 7
- verschiedene Ausgestaltungen eines Hitzeschildsteins mit einem Kernbereich und mit
einem Randbereich.
[0029] Gleiche Teile sind in allen Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen.
[0030] Die Gasturbine 1 gemäß Figur 1 weist einen Verdichter 2 für Verbrennungsluft, eine
Brennkammer 4 sowie eine Turbine 6 zum Antrieb des Verdichters 2 und eines nicht dargestellten
Generators oder eine Arbeitsmaschine auf. Dazu sind die Turbine 6 und der Verdichter
2 auf einer gemeinsamen, auch als Turbinenläufer bezeichneten Turbinenwelle 8 angeordnet,
mit der auch der Generator bzw. die Arbeitsmaschine verbunden ist, und die um ihre
Mittelachse 9 drehbar gelagert ist. Die in der Art einer Ringbrennkammer ausgeführte
Brennkammer 4 ist mit einer Anzahl von Brennern 10 zur Verbrennung eines flüssigen
oder gasförmigen Brennstoffs bestückt.
[0031] Die Turbine 6 weist eine Anzahl von mit der Turbinenwelle 8 verbundenen rotierbaren
Laufschaufeln 12 auf. Die Laufschaufeln 12 sind kranzförmig an der Turbinenwelle 8
angeordnet und bilden somit eine Anzahl von Laufschaufelreihen. Weiterhin umfasst
die Turbine 6 eine Anzahl von feststehenden Leitschaufeln 14, die ebenfalls kranzförmig
unter der Bildung von Leitschaufelreihen an einem Innengehäuse 16 der Turbine 6 befestigt
sind. Die Laufschaufeln 12 dienen dabei zum Antrieb der Turbinenwelle 8 durch Impulsübertrag
vom die Turbine 6 durchströmenden heißen Medium, dem Arbeitsmedium M. Die Leitschaufeln
14 dienen hingegen zur Strömungsführung des Arbeitsmediums M zwischen jeweils zwei
in Strömungsrichtung des Arbeitsmediums M gesehenen, aufeinander folgenden Laufschaufelreihen
oder Laufschaufelkränzen. Ein aufeinanderfolgendes Paar aus einem Kranz von Leitschaufeln
14 oder einer Leitschaufelreihe und aus einem Kranz von Laufschaufeln 12 oder einer
Laufschaufelreihe wird dabei auch als Turbinenstufe bezeichnet.
[0032] Jede Leitschaufel 14 weist eine auch als Schaufelfuß bezeichnete Plattform 18 auf,
die zur Fixierung der jeweiligen Leitschaufel 14 am Innengehäuse 16 der Turbine 6
als Wandelement angeordnet ist. Die Plattform 18 ist dabei ein thermisch vergleichsweise
stark belastetes Bauteil, das die äußere Begrenzung eines Heißgaskanals für das die
Turbine 6 durchströmende Arbeitsmedium M bildet. Jede Laufschaufel 12 ist in analogerweise
über eine auch als Schaufelfuß bezeichnete Plattform 20 an der Turbinenwelle 8 befestigt.
[0033] Zwischen den beabstandet voneinander angeordneten Plattformen 18 der Leitschaufeln
14 zweier benachbarter Leitschaufelreihen ist jeweils ein Führungsring 21 angeordnet.
Die äußere Oberfläche jedes Führungsrings 21 ist dabei ebenfalls dem heißen, die Turbine
6 durchströmenden Arbeitsmedium M ausgesetzt und in radialer Richtung vom äußeren
Ende 22 der ihm gegenüberliegenden Laufschaufel 12 durch einen Spalt beabstandet.
Die zwischen benachbarten Leitschaufelreihen angeordneten Führungsringe 21 dienen
dabei insbesondere als Abdeckelemente, die die Innenwand 16 oder andere Gehäuse-Einbauteile
vor einer thermischen Überbeanspruchung durch das die Turbine 6 durchströmende heiße
Arbeitsmedium M schützt. Die Brennkammer 4 ist von einem Brennkammergehäuse 29 begrenzt,
wobei brennkammerseitig eine Brennkammerwand 24 gebildet ist. Im Ausführungsbeispiel
ist die Brennkammer 4 als so genannte Ringbrennkammer ausgestaltet, bei der eine Vielzahl
von im Umfangsrichtung um die Turbinenwelle 8 herum angeordneten Brennern in einem
gemeinsamen Brennkammerraum münden. Dazu ist die Brennkammer 4 in ihrer Gesamtheit
als ringförmige Struktur ausgestaltet, die um die Turbinenwelle 8 herum positioniert
ist.
[0034] Zur Erzielung eines vergleichweise hohen Wirkungsgrades ist die Brennkammer 4 für
eine vergleichsweise hohe Temperatur des Arbeitsmediums M von etwa 1200 °C bis 1500
°C ausgelegt. Um auch bei diesen, für die Materialien ungünstigen Betriebsparametern
eine vergleichsweise lange Betriebsdauer zu ermöglichen, ist die Brennkammerwand 24
auf ihrer dem Arbeitsmedium M zugewandten Seite mit einer aus Hitzeschildsteinen 26
gebildeten Brennkammerauskleidung versehen. Für einen heißgasbeständigen Aufbau der
als Ringbrennkammer ausgestalteten Brennkammer 4 ist die Brennkammerauskleidung mit
einer Vielzahl von hochtemperaturfesten Hitzeschildsteinen 26 versehen, so dass auf
diese Weise eine vollflächige, weitgehend leckagefreie Brennkammerauskleidung in dem
Ringraum gebildet ist.
[0035] Figur 2 zeigt ein Hitzeschildstein 26 in perspektivischer Ansicht, wie er insbesondere
zur Auskleidung einer Brennkammerwand 24 gemäß der Erfindung ausgestaltet ist. Der
Brennkammerstein 26 weist eine quaderförmige oder quaderähnliche Geometrie auf und
erstreckt sich entlang einer Längsachse 43 und einer im Wesentlichen senkrecht zur
Längsachse 43 verlaufenden Querachse 45. Der Hitzeschildstein 26 weist eine von dem
heißen Medium M beaufschlagbare Heißseite 35 und eine der Heißseite 35 gegenüberliegende
Wandseite 33 auf. Von der Heißseite 35 zu der Wandseite 33 erstreckt sich durch das
Innere des Hitzeschildsteins 26 ein Kernbereich 31 mit einem Kernmaterial 39. Der
Kernbereich 31 ist von einem Randbereich 37 mit einem Randmaterial 41 umgeben, wobei
die Wärmeleitfähigkeit des Randmaterials 41 niedriger ist als die Wärmeleitfähigkeit
des Kernmaterials 39. Der Randbereich 37 umschließt den Kernbereich 31 vollumfänglich
entlang den Kanten des quaderförmigen oder quaderähnlichen Hitzeschildelements 26.
Der Materialübergang von dem Kernmaterial 39 im Kernbereich 31 zu dem Randmaterial
41 in dem Randbereich 37 erfolgt durch einen Stoffschluss. Die Wärmeleitfähigkeit
des Randmaterials 41 beträgt weniger als 50% der Wärmeleitfähigkeit des Kernmaterials
39. Hierdurch wird erreicht, dass beim Einsatz des Hitzeschildsteins 26 in der Brennkammer
4 einer Gasturbine 1 (vgl. Figur 1) sich im Kernbereich ein parallel zur Heißseite
35 näherungsweise ausgeglichenes Temperaturprofil einstellt. Der Kernbereich 31 bleibt
in Folge der thermischen Isolationswirkung des Randbereichs 37 mit der abgesenkten
Wärmeleitfähigkeit weitgehend wärmespannungsfrei. Temperaturgradienten und hiermit
verknüpfte Wärmespannungen treten folglich nur oder nahezu ausschließlich im Randbereich
37, das heißt nahe der Kanten des Hitzeschildsteins 26 auf. Somit wird die Länge von
thermospannungsbedingten Rissen verkürzt, auf den Randbereich 31 beschränkt und der
Hitzeschildstein 26 insgesamt bezüglich Rissbildung und Rissausbreitung gegenüber
herkömmlichen Ausgestaltungen stabilisiert.
[0036] Figur 3 zeigt eine Schnittansicht entlang der Schnittlinie III-III des in Figur 2
dargestellten Hitzeschildsteins 26. Hierbei ist eine Ansicht des Hitzeschildsteins
26 in Richtung der Querachse 45 auf die Schnittfläche dargestellt. Der Kernbereich
31 ist quaderförmig oder quaderähnlich. Der Randbereich 37 umgibt den Kernbereich
31 vollumfänglich wobei sich der Randbereich 31 von der Heißseite 35 bis zu der Wandseite
33 erstreckt. Der Randbereich 37 besteht aus einem Randmaterial 41, wobei die Umfangsseitenfläche
49 das Randmaterial 41 aufweist. Die Umfangsseitenfläche 49 ist dabei die äußerste
Begrenzungsfläche der Umfangsseite 47, welche an die Heißseite 35 und an die Wandseite
33 angrenzt. Zur Einstellung einer reduzierten Wärmeleitfähigkeit im Randbereich 41
gegenüber dem Kernbereich 31 ist das Randmaterial 41 als poröses Material mit einer
Vielzahl von Poren ausgestaltet, wobei die Porosität des Randmaterials 41 gezielt
so eingestellt ist, dass hierdurch die Wärmeleitfähigkeit des Randmaterials 41 gegenüber
der Wärmeleitfähigkeit des Kernmaterials 39 auf ein gewünschtes Maß abgesenkt ist.
Die Wärmeleitfähigkeit des Randmaterials 41 beträgt beispielsweise weniger als 60%,
insbesondere weniger als 50% der Wärmeleitfähigkeit des Kernmaterials 39. Dabei kann
das Kernmaterial 39 und das Randmaterial 41 beispielsweise aus demselben keramischen
Grundmaterial, insbesondere einer Feuerfestkeramik, gebildet sein. Durch diese Stoffidentität
des Grundmaterials für das Kernmaterial 39 und das Randmaterial 41 ist ein besonders
fester und dauerhaltbarer Materialverbund realisiert.
[0037] Die Einstellung einer gewünschten Porosität zur Absenkung der Wärmeleitfähigkeit
in dem Randbereich 37 erfolgt beispielsweise durch Einmischen von geeigneten Porenbildnern
in die keramische Masse, wobei die Porenbildner in den durch den Randbereich 37 definierten
kantennahen Bereich des Dröhnlings eingepresst oder eingegossen werden. Während dem
Sinter-Prozess verflüchtigt sich der Porenbildner und hinterlässt Poren mit vorbestimmter
Porendurchmesserverteilung und Porendichteverteilung innerhalb des Randbereichs 37.
Der Hitzeschildstein 26 wird somit in Randbereich 37 mit vom Kernmaterial 39 abweichender
niedrigerer Wärmeleitfähigkeit, beispielsweise mit einer Absenkung der Wärmeleitfähigkeit
auf kleiner 50% des Kernmaterials 39 versehen. Dabei ist entlang der Heißseite 35
die axiale Erstreckung d
R des Randbereichs 37 kleiner als 20%, insbesondere zwischen etwas 5% und 10% der axialen
Gesamterstreckung L des Hitzeschildsteins 26. Folglich ist in dieser Ausgestaltung
die axiale Erstreckung d
K des Kernbereichs 31 mit dem Kernmaterial 39 deutlich größer als die axiale Erstreckung
d
R des Randbereichs 37. Die Vorteile des Kernmaterials 39 in den Kernbereich 31 im Hinblick
auf die Resistenz gegenüber Hochtemperaturbelastung und Beaufschlagung mit einem heißen
Medium M, beispielsweise einem Heißgas, bleiben somit weitgehend erhalten, wobei eine
Rissbildung insbesondere auf der Heißseite 35 im Kernbereich 31 durch die thermische
Isolationswirkung des porösen Randmaterials 41 auch bei hoher Temperaturbelastung
oder Temperaturwechselbelastung weitgehend unterdrückt ist. Eine eventuelle Rissbildung
oder Rissausbreitung kann allenfalls in Randbereich 37 auftreten, wo dies tolerierbar
ist.
[0038] Die Figuren 4 bis 7 zeigen weitere Ausgestaltungen des Hitzeschildsteins 26 mit Modifizierung
der Geometrie des Hitzeschildsteins 26 (vgl. Figur 6 und 7) bzw. mit Variation der
Geometrie von Kernbereich 31 und Randbereich 37. In einer Schnittansicht zeigt dabei
Figur 4 ein Hitzeschildelement 26 mit einem sich von der Heißseite 35 zu der Wandseite
33 erstreckenden Randbereich 37, wobei der Querschnitt des Randbereichs 37 sich zu
der Wandseite 33 hin verhängt. Entsprechend nimmt der Querschnitt des Kernbereichs
31 von der Heißseite 35 zu der Kaltseite 33 kontinuierlich zu. Demgegenüber zeigt
Figur 5 ein Ausführungsbeispiel des Hitzeschildsteins 26, bei dem der Randbereich
37 mit dem Randmaterial 41 eine Teilfläche der Umfangsseitenfläche 49 bildet. Der
Randbereich 37 ist der Heißseite 35 zugewandt und ist zugleich ein Bestandteil der
Heißseite 35. Die Umfangsseitenfläche 49 weist sowohl das Kernmaterial 39 als auch
das Randmaterial 41 auf, wobei das Randmaterial 41 der Heißseite 35 zugewandt ist
und das Kernmaterial 39 der Wandseite 33 zugewandt ist. Je nach anwendungstypischer
Belastungsfall für den Hitzeschildstein 26 kann sowohl die Geometrie des Randbereichs
37 und des Kernbereichs 31 als auch die lokalen Wärmeleitungseigenschaften im Randbereich
37 durch Einstellen einer entsprechenden Porosität des Randmaterials 41 im Randbereich
37 modifiziert und angepasst werden.
[0039] Die Figuren 6 und 7 zeigen unterschiedliche Geometrien des Hitzeschildsteins 26 in
einer Draufsicht auf die Heißseite 35. In beiden Ausführungsbeispielen ist die Geometrie
des Kernbereichs 31 im Wesentlichen zylinderförmig und erstreckt sich von der Heißseite
35 zu der Kaltseite 33. Der äußere Begrenzungsrand des Hitzeschildelements 26 ist
in Figur 6 von quadratischer Geometrie und in Figur 7 von sechseckiger Geometrie.
Der Randbereich 37 ergibt sich im Wesentlichen als Komplementärvolumen zu dem zylinderförmigen
Kernbereich 31. Zur thermischen Isolierung weist das Randmaterial 41 eine Porosität
auf, so dass im Randbereich 37 eine gegenüber dem Kernbereich 31 deutlich erniedrigte
Wärmeleitfähigkeit erzielt ist. Das Kernmaterial 39 und das Randmaterial 41 sind aus
identischem Grundmaterial oder im Wesentlichen ähnlichem Grundmaterial aufgebaut,
so dass der Übergang von dem Kernbereich 31 zu dem Randbereich 37 in Form eines stoffschlüssigen,
weitgehend homogenen Materialverbunds erreicht ist, der zwar chemisch identisch oder
ähnlich, aber aufgrund der physikalischen Wirkung der gezielt eingestellten Porosität
des Randmaterials 41 die gewünschte Absenkung der Wärmeleitfähigkeit vom Kernbereich
31 zu dem Randbereich 37 verursacht.
1. Hitzeschildstein (26), insbesondere zur Auskleidung einer Brennkammerwand (24), mit
einer von einem heißen Medium (M) beaufschlagbaren Heißseite (35) und einer der Heißseite
(35) gegenüberliegenden Wandseite (33), und mit einem sich von der Heißseite (35)
zu der Wandseite (33) erstreckenden Kernbereich (31) mit einem Kernmaterial (39),
dadurch gekennzeichnet , dass der Kernbereich (31) von einem Randbereich (37) mit einem Randmaterial (41) umgeben
ist, dessen Wärmeleitfähigkeit niedriger ist als die des Kernmaterials (39).
2. Hitzeschildstein (26) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet , dass die Wärmeleitfähigkeit des Randmaterials (41) weniger als 60 %, insbesondere weniger
als 50%, der Wärmeleitfähigkeit des Kernmaterials (39) beträgt.
3. Hitzeschildstein (26) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet , dass das Randmaterial (41) porös ist, wobei die Porosität des Randmaterials (41) gezielt
so eingestellt ist, dass hierdurch die Wärmeleitfähigkeit des Randmaterials (41) gegenüber
der Wärmeleitfähigkeit des Kernmaterials (39) abgesenkt ist.
4. Hitzeschildstein (26) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet , dass das Kernmaterial (39) und das Randmaterial (41) aus demselben keramische Grundmaterial,
insbesondere einer Feuerfestkeramik, gebildet sind.
5. Hitzeschildstein (26) nach einem der Ansprüche 1 bis 4 ,
dadurch gekennzeichnet , dass das Kernmaterial (39) und das Randmaterial (41) einen stoffschlüssigen Materialverbund
bilden.
6. Hitzeschildstein (26) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet , dass entlang der Heißseite (35) die axiale Erstreckung (dR) des Randbereichs (37) kleiner als 20 %, insbesondere zwischen 5 % und 10 %, der
axialen Gesamterstreckung (L) ist.
7. Hitzeschildstein (26) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet , dass sich der Randbereich (37) von der Heißseite (35) zu der Wandseite (33) erstreckt.
8. Hitzeschildstein (26) nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet , eine an die Heißseite (35) und die Wandseite (33) angrenzende Umfangsseite (47),
die eine Umfangsseitenfläche (49) aufweist, die zumindest teilweise von dem Randmaterial
(41) gebildet ist.
9. Brennkammer (4) mit einer inneren Brennkammerauskleidung, die Hitzeschildsteine (26)
nach einem der vorhergehenden Ansprüche aufweist.
10. Gasturbine (1) mit einer Brennkammer (4) nach Anspruch 9.