[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Hörgerät mit einer Speichereinrichtung zum
Speichern von Einstelldaten des Hörgeräts und einer Schnittstelleneinrichtung zur
Datenkommunikation mit der Speichereinrichtung. Darüber hinaus betrifft die vorliegende
Erfindung ein Verfahren zum Anpassen eines derartigen Hörgeräts.
[0002] Hörgeräte werden weiterentwickelt, indem neue Erkenntnisse in der Signalverarbeitung
in Schaltungen implementiert werden, die auf einer integrierten Schaltung (IC) im
Hörgerät untergebracht sind. Die Zeitspanne zwischen der Entwicklung einer Schaltung
und ihrer Nachfolgegeneration beträgt im Allgemeinen wenige Jahre. Folglich befinden
sich ständig mehrere Hörgerätefamilien und -generationen auf dem Markt.
[0003] Zur patientenspezifischen Anpassung von Hörgeräten nimmt ein Fachmann (Akustiker)
Einstellungen am Hörgerät vor, indem er Signalverarbeitungskonzepte versteht und anwendet.
Er denkt dabei in den durch die Signalverarbeitungslehre geprägten Begrifflichkeiten
wie z. B. Verstärkung, Kompressionskonzept, Kniepunkt, Kompressionsverhältnis usw.
Es zeigt sich, dass diese Signalverarbeitungsbegriffe langlebiger sind als die Zeitspanne
zwischen der Entwicklung aufeinander folgender Hörgerätegenerationen. Beispielsweise
werden Hörgerätesteller, die solche Signalverarbeitungsbegriffe abbilden, in mehreren
aufeinander folgenden Hörgerätegenerationen implementiert.
[0004] Ferner führt eine Weiterentwicklung der Signalverarbeitungstechnik erfahrungsgemäß
dazu, dass neue Begriffe geprägt werden (z. B. voice activity detection VAD oder fast
attack noise cancellation FANCY), die zuerst als Neuentwicklung in einer Hörgerätegeneration
implementiert werden, sich etablieren und in gleicher Form ebenfalls in den Nachfolgegenerationen
implementiert werden. Zudem zeigt sich, dass viele Signalverarbeitungsbegriffe branchenweit
etabliert sind und damit von einem größeren Umfeld gebraucht werden, als es dem Kundenkreis
eines einzelnen Hörgeräteherstellers entspricht.
[0005] High-End-Hörgeräteplattformen werden entwickelt, indem auf einem IC alle Möglichkeiten
der im Allgemeinen dem neuesten Stand der Forschung entsprechenden Signalverarbeitung
implementiert werden. Der IC ist mit einer Schnittstelle versehen, die den Zugriff
auf die auf dem IC untergebrachten Signalverarbeitungseinheiten, d. h. ein Auslesen
und auch ein Einstellen derselben, ermöglichen. Die Schnittstelle ist so konzipiert,
dass zusammenhängende Ausschnitte als Hörgerätesteller gehandhabt werden, die bereits
obengenannte Begrifflichkeiten der Signalverarbeitung abbilden.
[0006] Entsprechend dem Konzept einer universellen Hörgeräteplattform sind diese Hörgerätesteller
nicht nur nach ihrer Anzahl im großen Umfang vorhanden, auch jeder einzelne der Hörgerätesteller
hat einen weit ausgelegten, umfangreichen Stellbereich. Um nun unter Verwendung einer
Hörgeräteplattform verschiedene Hörgeräte auf den Markt zu bringen, wird ein universeller
Softwarecontainer erstellt, der nicht nur in der Lage ist, alle Hörgerätesteller in
jeweils ihrem vollen Umfang abzubilden, sondern der ebenfalls dahingehend konfiguriert
werden kann, dass er infolge der Konfiguration nur noch von einer eingeschränkten
Auswahl von Hörgerätestellern und gegebenenfalls unter diesen nur von einem eingeschränkten
Stellbereich Gebrauch macht. Durch diesen Konfigurationsvorgang wird daher eine universelle
Plattform zu einem konkreten Hörgerät spezialisiert, auf dem die Software alle Aktionen,
die durch den Endanwender veranlasst werden, vornimmt.
[0007] Die beschriebene Software ist in Schichten aufgebaut, so dass in einer ersten Schicht
die Reduktion des plattformeigenen Hörgerätestellerraums auf den geräteeigenen Hörgerätestellerraum
vorgenommen wird. Der geräteeigene Stellerraum wird an einem Interface einer weiteren
Softwareschicht zur Verfügung gestellt. In einer zweiten Softwareschicht ist ein Interpreter
untergebracht, der Sequenzen von Programmbefehlen abarbeitet, indem er entsprechend
diesen Programmbefehlen die aktuellen Hörgerätestellerpositionen abändert. Hierzu
wird ausdrücklich auf die Druckschrift (
EP 109 16 20 A1) der Anmelderin verwiesen. Der zweiten Softwareschicht ist eine dritte Softwareschicht
übergeordnet, die für den Endanwender ein User Interface abbildet und von ihm Eingabekommandos
entgegennimmt. Ein solches Eingabekommando kann beispielsweise ein Laden einer Programmbefehlssequenz
bewirken, die in der zweiten Schicht vom Interpreter abgearbeitet wird. Ein konkretes
Beispiel hierzu wäre die in einer Anpasssoftware implementierte Dialogeinheit, die
als Menüauswahl eine Reihe typischer Hörsituationen und diesen entsprechenden, häufig
benannten Hörproblemen auflistet. Jeder der Auswahlpunkte bewirkt, dass der Interpreter
eine Programmbefehlssequenz abarbeitet, die das Hörgerät entsprechend dem benannten
Problem nachstellt, um eine Verbesserung im Hörempfinden zu erreichen. Ein derartiges
Verfahren ist in der Druckschrift
US 6,574,340 B1 beschrieben.
[0008] Ferner ist festzustellen, dass im Allgemeinen jedes Hörgerät ein eigenes Kommunikationsprotokoll
aufweist. Weiterhin hat jedes Hörgerät ein eigenes, individuelles Registermodell.
Ansätze zur Standardisierung der Kommunikationsprotokolle und Registermodelle sind
bislang nicht bekannt. Allein frei programmierbare Hörgeräte würden einen solchen
Ansatz auf Kosten eines sehr hohen Flächen- und Stromsverbrauchs bei hoher Komplexität
bieten. Auch in dem bereits genannten Dokument
US 6,574,340 B1 wird lediglich eine externe Software dargestellt, die eine generalisierte Schnittstelle
in Form von Makros bereitstellt und diese in IC-spezifische Registermodifikationen
und Kommunikationssignale umwandelt.
[0009] Aus der Druckschrift
US 5 553 152 A ist ein Gerät und ein Verfahren zur magnetischen Steuerung eines Hörgeräts bekannt.
Das Hörgerät besitzt einen Speicher, welcher über eine Schnittstelle von einer Steuerlogik
programmiert werden kann. Die Steuerlogik kann durch einen Magnetschalter manuell
betätigt werden. Die Steuerlogik selbst ist von außen programmierbar, um ihre Funktionalität
zu verändern.
[0010] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, einen für Hörgerätefamilien
und -generationen übergreifend vereinheitlichten Befehlssatz zum Anpassen von Hörgeräten
verwenden zu können, wodurch eine Voraussetzung für kleine und spezialisierte Softwaremodule
zur Hörgerätesteuerung beispielsweise mittels Smartphone geschaffen werden kann.
[0011] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch ein Hörgerät mit einer ersten Speichereinrichtung
zum Speichern von Einstelldaten des Hörgeräts und einer Schnittstelleneinrichtung
zur Datenkommunikation eines externen Geräts mit der ersten Speichereinrichtung, wobei
die Schnittstelleneinrichtung in dem Hörgerät als Hardware implementiert ist und die
Schnittstelleneinrichtung individuell konfigurierbar ist. Die Schnittstelleneinrichtung
besitzt eine Maskierungseinheit, mit der ein vorbestimmter Teil der über die Schnittstelleneinrichtung
übertragbaren Daten maskierbar ist. Damit können einheitliche Programmbefehle für
High-End-Geräte und Low-End-Geräte beispielsweise in ihrer Länge abhängig vom Hörgerätetyp
unterschiedlich maskiert werden.
[0012] Ferner ist erfindungsgemäß vorgesehen ein Verfahren zum Anpassen eines derartigen
Hörgeräts durch Bereitstellen des Hörgeräts, Bereitstellen eines universellen Befehlssatzes,
Interpretieren eines Befehls des universellen Befehlssatzes, Maskieren des interpretierten
Befehls entsprechend dem Typ des Hörgeräts und Zugreifen auf die erste Speichereinrichtung
gemäß dem maskierten, interpretierten Befehl.
[0013] Erfindungsgemäß werden somit Aufgaben, die bisher von dem Softwarecontainer vorgenommen
wurden, im konkreten Fall in den IC des Hörgeräts verlagert. Somit lässt sich die
Konfiguration einer universellen Plattform für ein einzelnes Hörgerät und der Interpreter
in dem IC implementieren. Die Aufgaben, die dann noch von der Software zu bewältigen
sind, sind vergleichsweise klein, so dass beispielsweise ein Fittingassistent (Dialogeinheit
der Anpasssoftware) auf einer mobilen Hardware (Smartphone / Handy) implementiert
werden kann.
[0014] Die in dem erfindungsgemäßen Hörgerät vorgesehene Schnittstelleneinrichtung kann
eine Zuordnungseinheit, mit der Datenpakete von der oder für die erste Speichereinrichtung
semantisch zuordenbar sind, aufweisen. Dadurch kann der Zugriff auf das Register bzw.
die erste Speichereinrichtung mittels Hardware durch eine einheitliche Registersprache
erfolgen.
[0015] Darüber hinaus kann in ein erfindungsgemäßes Hörgerät eine Recheneinrichtung, welche an die
Schnittstelleneinrichtung angeschlossen ist, zur Ausführung von Programmbefehlen integriert
sein. Damit können beispielsweise die zur Anpassung durchzuführenden Programmbefehle
direkt im Hörgerät ausgeführt werden, und es kann auf einen externen PC hierfür verzichtet
werden.
[0016] Bei im Hörgerät integrierter Recheneinrichtung ist günstigerweise auch eine zweite
Speichereinrichtung zum Speichern von Programmbefehlen in das Hörgerät integriert.
In dieser zweiten Speichereinrichtung lassen sich Makrobefehle in einer domänenspezifischen
Sprache abspeichern. Die Recheneinrichtung sollte dann Interpreterfunktionalität besitzen.
[0017] Für die Entwicklung von hörgerätegenerationsübergreifenden Befehlssätzen sollten
langlebige Signalverarbeitungsbegriffe (vergleiche Einleitung) verwendet werden. Daher
ist erfindungsgemäß ein Hörgerätebefehlssatz vorgesehen, zu dessen zentralen Bestandteil
eine Einstellung von Signalverarbeitungsstellgrößen, wie beispielsweise Verstärkung,
Kompressionskonzept, Kniepunkt, Kompressionsverhältnis etc., gehört. Dabei ist dieser
Hörgerätebefehlssatz von Beginn an auf Erweiterbarkeit ausgelegt, so dass Signalverarbeitungsstellgrößen,
die erst in Zukunft definiert werden, durch eine einfache Ergänzung des Vokabulars,
aber in der Regel ohne Neudefi-oder Erweiterung der Syntax, in den Befehlssatz mit
aufgenommen werden können.
[0018] Wie bereits erwähnt, lassen sich die Signalverarbeitungsstellgrößen den Stellern
eines Hörgeräts zuordnen. Diese Zuordenbarkeit ist über alle Softwareschichten gewährleistet.
Im Gegensatz dazu werden gegenwärtig mit der Entwicklung einer neuen Hörgerätegeneration
Hörgerätesteller, die die gleiche Funktion wie in der Vorläufergeneration übernehmen,
anders adressiert. Gegebenenfalls ist auch das Format eines solchen Hörgerätestellers
ein anderes als das seiner Vorgängergeneration. Beispielsweise wird in dem entsprechenden
Hardwareregister eine größere Anzahl von Bits verwendet. Die Erfindung sieht daher
ferner vor, ein einheitliches, aber erweiterbares System von Adressen und Formaten
für Hörgerätesteller zu definieren und dieses auf dem IC zu implementieren. Dieses
System könnte dann ab einer ersten Hörgerätegeneration für jede nachfolgende Generation
beibehalten werden. Außerdem sieht die Erfindung vor, dass nun auch der Interpreter
derart implementiert ist, dass er, veranlasst durch entsprechende Programmbefehle,
die Hörgerätesteller in diesem vereinheitlichten System abändert beziehungsweise ausliest.
[0019] Die kongruente Konzeption des Adress/Formatsystems für Hörgerätesteller mit dem Vokabular
der Hörgeräteprogrammiersprache bietet folgende Vorteile:
- 1. Vorwärtskompatibilität:
Das System schafft einen Standard für Hörgerätesteller etablierter Signalverarbeitungsstellgrößen,
der beginnend ab der ersten Implementierung auf dem Hörgeräte-IC in gleicher Form
in jeder Hörgerätegeneration wieder verwendet werden kann.
- 2. Erweiterbarkeit:
Das System ist auf Erweiterbarkeit um neue Hörgerätesteller angelegt, ohne den Vorteil
der Vorwärtskompatibilität aufzugeben.
- 3. Attraktivität zur Schaffung von herstellerübergreifenden Standards:
Da das System Hörgerätesteller vereinheitlicht, die zum Teil Signalverarbeitungsstellgrößen
abbilden, die branchenweit etabliert sind, besteht die Voraussetzung, einen herstellerübergreifenden
Standard zu schaffen.
[0020] Da die Erfindung ferner vorsieht, dass der auf dem IC implementierte Interpreter
mit einer nach außen führenden Schnittstelle versehen ist, über den Hörgeräteprogramme
oder einzelne Hörgeräteprogrammbefehle übergeben werden können, steht an dieser Stelle
eine Schnittstelle für einen domänenspezifischen (d. h. eine Sprache, die mit Begrifflichkeiten
des Anwendungsgebiets arbeitet) Programmierbefehlssatz zur Verfügung. Diese Schnittstelle
macht die Entwicklung kleiner, gegebenenfalls auf verschiedene Plattformen verfügbarer,
generationsübergreifender und eventuell herstellerübergreifender Softwaremodule wirtschaftlich
interessant.
[0021] Die vorliegende Erfindung wird nun anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert,
die ein prinzipielles Blockschaltbild der funktionellen Einheiten für die Anpassung
eines Hörgeräts gemäß der vorliegenden Erfindung zeigt.
[0022] Die nachfolgend näher aufgeführten Ausführungsbeispiele stellen bevorzugte Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung dar.
[0023] Wenn ein Hörgerät an einen Hörgeräteträger anzupassen ist, wird ein Register 1, in
dem die Einstellwerte der verschiedenen Hörgerätesteller abgespeichert sind, mittels
eines User Interface 2, das auf einem PC installiert ist, manipuliert. Gemäß dem hier
standardisierten Registermodell des Hörgeräts steht jedes Bit für eine Konfiguration
eines Signalverarbeitungsbausteins.
[0024] Gemäß dem Stand der Technik ist das Register 1 auf dem IC des Hörgeräts angeordnet.
Eine bei Hörgeräten übliche HIPRO-Schnittstelle 3 gewährleistet den Zugriff einer
externen Software, gesteuert durch das User Interface 2, auf das Register 1. Sämtliche
Komponenten zwischen der HIPRO-Schnittstelle 3 und dem User Interface 2 sind gemäß
dem Stand der Technik als PC-Software ausgeführt.
[0025] Erfindungsgemäß wird nun, um die Softwaregröße zu reduzieren und eine Standardisierung
des Registermodells und des Kommunikationsprotokolls zu erreichen, ein Großteil der
Datenverarbeitungskomponenten zwischen dem Register 1 und dem User Interface 2 als
Hardware ausgeführt. Bei einer ersten Ausführungsform ist lediglich eine Abstraktionseinheit
4, die dem User Interface 2 nachgeschaltet ist, noch als Software implementiert. Diese
Abstraktionseinheit kommuniziert dann direkt mit einer HIPRO-Schnittstelle 3' oder
gegebenenfalls mit einer drahtlosen Schnittstelle. Diese Schnittstelle 3' stellt eine
Verbindung zu einer Recheneinheit 5 und einer damit verbundenen Speichereinheit 6,
die beide auf dem Hörgeräte-IC installiert sind, her. In der Recheneinheit 5 werden
Programmbefehle bzw. Makros aus der Speichereinheit 6 abgearbeitet. Diese Makros bzw.
Befehle sind in einer domänenspezifischen Sprache zur Manipulation einer Hörgerätesteuerung
oder Global-Access-Steuerung formuliert. Die gewünschten Befehle werden durch die
Abstraktionseinheit 4 angestoßen.
[0026] Zur Abarbeitung der Befehle in der Recheneinheit 5 sind die hörgerätespezifischen
Befehle dem standardisierten Befehlssatz zuzuordnen. Beispielsweise besteht der Befehl
zur Einstellung der Verstärkung in einem bestimmten Frequenzband für ein High-End-Gerät
mit vielen Einstellmöglichkeiten aus fünf Dateneinheiten (vgl. FIG). Der gleiche Befehl
kann für ein Low-End-Hörgerät aus wenigeren Dateneinheiten 7 bestehen, da dieses Gerät
weniger Einstellmöglichkeiten besitzt. Die nicht genutzten Dateneinheiten 8 sind daher
beim Auslesen aus dem Register 1 durch eine Maskiereinheit 9 maskiert. Daher müssen
die nicht genutzten Dateneinheiten 8 beim Zugriff auf das Register 1 zur Nutzung der
standardisierten Befehlssyntax bei dem Low-End-Gerät in Umkehrung des Maskierungsprozesses
wieder ergänzt werden. Der so erhaltene standardisierte Befehl 10 wird in einer Zuordnungseinheit
11 den Registereinheiten semantisch zugeordnet.
[0027] Mit dieser ersten Ausführungsform, bei der die Recheneinheit 5 und die Speichereinheit
6 auf dem Hörgeräte-IC angeordnet ist, ist es möglich, komplexe Optimierungsaufgaben
mit dem Hörgerät selbst ohne Zuhilfenahme eines externen PC zu bewerkstelligen. Beispielsweise
kann, wenn ein Hörgeräteträger Geschirrklappern oder Zeitungsrascheln durch sein Hörgerät
als zu laut empfindet, die für diese Situationen maßgebliche Gruppe von Verstärkungen
mit dem Hörgerät selbst reduziert werden.
[0028] Falls jedoch der Bedarf besteht, lediglich einfache Verstellmöglichkeiten am Hörgerät
bereitzustellen, wie z. B. laut, leise oder das An- und Abschalten von Signaltönen,
so reicht es gemäß einer zweiten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, wenn
lediglich die Zuordnungseinheit 11 und die Maskierungseinheit 9 zusätzlich zum Register
1 auf dem Hörgeräte-IC hardwaremäßig realisiert sind. Entsprechend ist dann die HIPRO-Schnittstelle
oder drahtlose Schnittstelle 3" unmittelbar nach der Maskierungseinheit 9 angeordnet.
[0029] In dem in der unteren Hälfte der Figur wiedergegebenen konkreten Syntaxbeispiel ist
ein Befehl zum Ändern einer Verstärkung in der Syntax der jeweiligen Datenverarbeitungseinheit
wiedergegeben. Der Maskierungs- bzw. Demaskierungsschritt lässt sich in diesem Beispiel
jedoch nicht erkennen, da durch ihn lediglich eine Auswahl aus einer Vielzahl von
Befehlen bzw. eine Rückzuordnung zu einer Vielzahl von Befehlen erfolgt.
[0030] Das im DSP/ASIC des Hörgeräts vorhandene Registermodell besitzt somit ein standardisiertes
Interface. Das Hörgerät erhält an der Kommunikationsschnittstelle dann nicht mehr
wie bisher Befehle wie "Schreibe in Register Nr. 99 die Inhalte 10111000101001010...",
sondern den standardisierten Befehl "G1, Steps up, 1" und setzt dies in interne Registerinhalte
um. Damit ist ein anwendungsspezifischer, universeller, generischer Befehlssatz definiert,
der über die Kommunikationsschnittstelle übertragen wird. Dieser Befehlssatz kann
über Hörgerätefamilien, IC-Generationen und herstellerübergreifend vereinheitlicht
werden, so dass eine universelle Software zur Anpassung von Hörgeräten geschaffen
werden kann. Die genannten Befehlssatzeigenschaften sind dabei wie folgt definiert:
- anwendungsspezifisch: An der Schnittstelle für den audiologischen Bereich werden spezialisierte
Befehle empfangen und interpretiert.
- universell: Für jede Funktionalität der Anpasssoftware und für jede kommende Hörgerätefamilie
und -generation kann der Befehlssatz verwendet werden.
- generisch: Der Befehlssatz ist so gestaltet, dass er über Generationen von Hörgeräten
gleiche Funktionen gleich abbildet, Funktionserweiterungen aber zulässt.
[0031] Ist dieser Befehlssatz über Hörgerätefamilien und - generationen übergreifend vereinheitlicht,
wird die Komplexität der Anpasssoftware deutlich verringert. Dies schafft eine Voraussetzung,
kleine und spezialisierte Softwaremodule zur Hörgerätesteuerung (beispielsweise Anpass-Assistent
auf Smartphone) bereitzustellen. Das Hörgerät vereinigt Vorteile eines frei programmierbaren
Geräts mit denen eines strom- und flächensparenden Geräts. Bei der möglichen Durchsetzung
kann sogar der Kundenwunsch nach einheitlicher Software erfüllt werden. Darüber hinaus
werden Forschungsarbeiten erleichtert.
1. Hörgerät mit
- einer ersten Speichereinrichtung (1) zum Speichern von Einstelldaten des Hörgeräts
und
- einer Schnittstelleneinrichtung zur Datenkommunikation eines externen Geräts mit
der ersten Speichereinrichtung, wobei
- die Schnittstelleneinrichtung in dem Hörgerät als Hardware implementiert ist und
- die Schnittstelleneinrichtung individuell konfigurierbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Schnittstelleneinrichtung eine Maskierungseinheit (9), mit der ein vorbestimmter
Teil der über die Schnittstelleneinrichtung übertragbaren Daten maskierbar ist, aufweist.
2. Hörgerät nach Anspruch 1, wobei die Schnittstelleneinrichtung eine Zuordnungseinheit
(11), mit der Datenpakete von der oder für die erste Speichereinrichtung (1) semantisch
zuordenbar sind, aufweist.
3. Hörgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, das eine Recheneinrichtung (5),
welche an die Schnittstelleneinrichtung angeschlossen ist, zur Ausführung von Programmbefehlen
aufweist.
4. Hörgerät nach Anspruch 3, das eine zweite Speichereinrichtung (6) zum Speichern von Programmbefehlen für die
Recheneinrichtung (5) aufweist.
5. Hörgerät nach Anspruch 3 oder 4, wobei die Recheneinrichtung (5) Interpreterfunktionalität besitzt.
6. Hörgerät nach einem der Ansprüche 3 bis 5, wobei die Programmbefehle bei unveränderter Syntax erweiterbar sind.
7. Hörgerät nach Anspruch 6, wobei die Programmbefehle anwendungsspezifisch, universell und generisch sind.
8. Hörgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die über die Maskierungseinheit (9) übertragbaren Daten Hörgerätestellerdaten umfassen,
die für mehrere Geräte unterschiedlichen Typs einheitliche Adressen und Formate besitzen
und die abhängig vom Hörgerätetyp maskierbar sind.
9. Verfahren zum Anpassen eines Hörgeräts nach Anspruch 1 durch
- Bereitstellen des Hörgeräts,
- Bereitstellen eines universellen Befehlssatzes,
- Interpretieren eines Befehls des universellen Befehlssatzes,
- Maskieren des interpretierten Befehls entsprechend dem Typ des Hörgeräts und
- Zugreifen auf die erste Speichereinrichtung (1) gemäß dem maskierten, interpretierten
Befehl.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei der universelle Befehlssatz anwendungsspezifisch und generisch ist.
1. Hearing device having
- a first storage facility (1) for storing setting data of the hearing device and
- an interface facility for data communication between an external device and the
first storage facility, wherein
- the interface facility is implemented in the hearing device as hardware and
- the interface facility can be configured individually, characterised in that
- the interface facility has a masking unit (9), with which a predetermined part of
the data which can be transmitted by way of the interface facility can be masked.
2. Hearing device according to claim 1, wherein the interface facility has an assignment
unit (11), with which data packets from or for the first storage facility (1) can
be assigned semantically.
3. Hearing device according to one of the preceding claims, which has a computing facility
(5), which is connected to the interface facility, for executing program commands.
4. Hearing device according to claim 3, which has a second storage facility (6) for storing
program commands for the computing facility (5).
5. Hearing device according to claim 3 or 4, wherein the computing facility (5) has interpreter
functionality.
6. Hearing device according to one of claims 3 to 5, wherein the program commands can
be extended with an unchanged syntax.
7. Hearing device according to claim 6, wherein the program commands are user-specific,
universal and generic.
8. Hearing device according to one of the preceding claims, wherein the data which can
be transmitted by way of the masking unit (9) includes hearing device manufacturer
data, which has uniform addresses and formats for a number of devices of different
types and which can be masked as a function of the hearing device type.
9. Method for adjusting a hearing device according to claim 1, by
- providing the hearing device,
- providing a universal command set,
- interpreting a command of the universal command set,
- masking the interpreted command according to the type of hearing device and
- accessing the first storage facility (1) according to the masked, interpreted command.
10. Method according to claim 9, wherein the universal command set is user-specific and
generic.
1. Prothèse auditive comprenant
- un premier dispositif (1) de mémoire pour mémoriser des données de réglage de la
prothèse auditive et
- un dispositif d'interface pour la communication de données d'un appareil extérieur
avec le premier dispositif de mémoire, dans laquelle
- le dispositif d'interface est mis en oeuvre en matériel dans la prothèse auditive
et
- le dispositif d'interface peut être configuré individuellement,
caractérisée en ce que
- le dispositif d'interface a une unité (9) de masquage, par laquelle une partie déterminée
à l'avance des données pouvant être transmise par le dispositif d'interface peut être
masquée.
2. Prothèse auditive suivant la revendication 2, dans laquelle le dispositif d'interface
a une unité (11) d'affectation, par laquelle des paquets de données peuvent être affectés
sémantiquement par ou pour le premier dispositif (1) de mémoire.
3. Prothèse suivant l'une des revendications précédentes, qui a, pour l'exécution d'instructions
de programme, un dispositif (5) informatique raccordé au dispositif d'interface.
4. Prothèse auditive suivant la revendication 3, qui a un deuxième dispositif (6) de
mémoire pour la mémorisation d'instructions de programme pour le dispositif (5) informatique.
5. Prothèse auditive suivant la revendication 3 ou 4, dans laquelle le dispositif (5)
informatique a une fonctionnalité d'interprète.
6. Prothèse auditive suivant l'une des revendications 3 à 5, dans laquelle les instructions
de programme peuvent être étendues à syntaxe inchangée.
7. Prothèse auditive suivant la revendication 6, dans laquelle les instructions de programme
sont spécifiques à l'application, universelles et génériques.
8. Prothèse auditive suivant l'une des revendications précédentes, dans laquelle les
données pouvant être transmises par l'unité (9) de masquage comprennent des données
de réglage d'appareils, qui ont des adresses et des formats unitaires pour plusieurs
prothèses de type différent et qui peuvent être masquées indépendamment du type de
la prothèse auditive.
9. Procédé d'adaptation d'une prothèse auditive suivant la revendication 1, en
- se procurant la prothèse auditive,
- se procurant un jeu d'instructions universel,
- interprétant une instruction du jeu d'instructions universel,
- masquant l'instruction interprétée en fonction du type de la prothèse auditive et
- accédant au premier dispositif (1) de mémoire en fonction de l'instruction masquée
et interprétée.
10. Procédé suivant la revendication 9, dans lequel le jeu d'instructions universel est
spécifique à l'application et générique.