[0001] Die Erfindung betrifft ein Strahlenschutzmaterial für die Abschirmung von Röntgen-
und/oder Gammastrahlen aus einem folienartigen, mehrschichtigen Schichtmaterial, in
dem strahlenabsorbierende Partikel dispergiert sind.
[0002] Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, folienartige Materialien zur Herstellung
von Röntgenschutzschürzen und anderen strahlenabsorbierenden Anwendungen unter Zusätzen
von metallischem Bleipulver oder auch Bleisalzen wie Oxiden oder Sulfiden und Polymeren
wie zum Beispiel PVC-Plastisol, EVA-Copolymeren oder Kautschuk herzustellen. Dabei
ist Blei als toxische Substanz einzustufen. Sogenannte Bleischürzen haben darüber
hinaus ein Gewicht, das den Träger in seiner Tätigkeit behindert.
[0003] Zur Vermeidung dieser Nachteile sind aus dem Stand der Technik eine Reihe von Produkten
bekannt. So zeigt beispielsweise die
WO 93/11544 einen strahlungsresistenten Film aus einem thermoplastischen Elastomer, der zwischen
60 und 90 Gew.-% Bariumsulfat oder ein anderes Bariumsalz enthält.
[0004] Des Weiteren ist aus
EP 0 371 699 A1 ein energieabsorbierendes Material bekannt, umfassend eine Schicht bestehend aus
einer Polymerzusammensetzung umfassend 7 - 30 Gew.-% eines spezifischen polaren, thermoplastischen
Polymers, 0 - 15 Gew.-% Weichmacher und 70 - 93 Gew.-% einer anorganischen Komposition.
Die anorganische Komposition besteht dabei aus wenigstens zwei Elementen, wobei diese
gegen Strahlung schützen sollen in einer Weise, die besser ist als Blei.
[0005] Des Weiteren zeigt die
EP 0 372 758 A1 ein Material bestehend zu 4 - 19 Gew.-% eines polaren thermoplastischen Polymers,
0 - 10 Gew.-% eines Weichmachers und 81 - 96 Gew.-% einer anorganischen Verbindung.
[0007] DE 199 55 192 A1 offenbart ein Verfahren zur Herstellung eines Strahlenschutzmaterials, bei dem ein
thermoplastisches, vulkanisierbares Elastomer, dem ein Metallpulver zugegeben wird,
eingesetzt wird.
[0008] Weiterhin ist aus der
US 6,232,383 B1 ein einschichtiges Strahlenschutzmaterial bekannt, bei dem es sich um ein besonders
hartes Material handeln soll, das zum Einschließen von radioaktiven Abfällen zu deren
Immobilisierung dient.
[0009] Ein weiteres Strahlenschutzmaterial beschreibt die
US-PS 5,908,884, bei der ein Material mit hoher Absorptivität für Strahlung in einem vulkanisierten
Fluorkautschukmaterial eingebettet ist.
[0011] Schließlich ist aus
US-PS 6,153,666 eine Polymermatrix bekannt, in der Metall eingebettet ist zur Abschirmung von Röntgenstrahlung
und die Polymermatrix ein plastifiziertes nicht-elastomeres Polymer betrifft.
[0012] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Strahlenschutzmaterial zu schaffen,
das bei einem geringen Gewicht und hoher Flexibilität des Materials eine hohe Strahlenschutzwirkung
über einen weiten Einsatz- bzw. Energiebereich ermöglicht.
[0013] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch ein Strahlenschutzmaterial für die Abschirmung
von Röntgen- und Gammastrahlen aus einem folienartigen mehrschichtigen Schichtmaterial,
in dem strahlenabsorbierende Partikel dispergiert sind, mit den Merkmalen des Anspruchs
1 sowie durch ein Verfahren nach Anspruch 15 und eine Verwendung nach Anspruch 16.
Beim erfindungsgemäßen Strahlenschutzmaterial besteht das Schichtmaterial aus mindestens
einer Trägerschicht und mindestens einer strahlenabsorbierenden Schicht, wobei die
strahlenabsorbierende Schicht eine aushärtbare Polymerzubereitung umfasst, die im
Verarbeitungszustand fließfähig ist und wobei der wirksame Bleigehalt ≤ 15 Gew.-%
beträgt.
[0014] Auf diese Weise wird ein Material bereitgestellt, dessen strahlenabsorbierende Schicht
im aufzubringenden Zustand auf die Trägerschicht fließfähig ist, das heißt entweder
flüssig oder sirupartig viskos und insbesondere im Bereich von 20.000 - 100.000 mPa
s liegt. Die Fließfähigkeit soll dabei vorzugsweise unterhalb 80° C insbesondere bei
Raumtemperatur gegeben sein. Bei Temperaturen über 80° C kann es zu einem Aushärten
der Polymerzubereitung kommen.
[0015] Dabei ist vorgesehen, dass die härtbare Polymerzubereitung ein PVC-Plastisol umfasst.
Dieses ist bei Raumtemperatur fließfähig. Des Weiteren umfasst die Polymerzubereitung
einen flüssigen Synthesekautschuk. Eine solche Zubereitung erlaubt es, in einem Schritt
die flüssige, vernetzbare und vulkanisierbare Polymermatrix zu plastifizieren und
zu vulkanisieren und hierdurch zu erhärten. Nach Härten bildet sich ein dreidimensionales
weitmaschiges Kunststoffgebilde mit gummmielastischem Verhalten.
[0016] Bei flüssigem Synthesekautschuk handelt es sich um eine Gruppe der Spezialkautschuke.
Sie besitzt eine niedrigere Viskosität als die klassischen Kautschuke, bei denen es
sich um unvernetzte, aber vernetzbare (vulkanisierbare) Polymere mit gummielastischen
Eigenschaften bei Raumtemperatur handelt. Bei höheren Temperaturen und bei Einfluss
deformierender Kräfte zeigen zwar auch Kautschuke viskoses Fließen und können daher
bei geeigneten Bedingungen auch formgebend verarbeitet werden. Flüssige Kautschuke
erlauben dahingegen ein leichteres Einarbeiten von Additiven wie Vulkanisationsbeschleunigern,
Füllstoffen, Weichmachern oder Aktivatoren und basieren auf Silikon, Polyurethan,
Polyestern, Polyethern und Dienkautschuken. Bei flüssigen Silikon-Kautschuken dominieren
die "kalthärtenden" Einkompohententypen RTV. Bei ihnen handelt es sich um verzweige
Poly-Dimethylsiloxane mit Silanol-Endgruppen, die zum Beispiel mit Tetrabutyltitanat
oder Triacetoxymethylsilan versetzt werden und bei Zutritt von Luftfeuchtigkeit vulkanisieren.
Flüssige Polyurethankautschuke bestehen meist aus Polyurethan mit Isocyanat-Endgruppen
und werden in der Regel mit schwach basischen Di- und Polyaminen vulkanisiert. Flüssige
Dien-Kautschuke werden vorwiegend durch anionische Polymerisation von Dienen mit bifunktionellen
Startern hergestellt. Die entstehenden Makro-Dianionen werden mit Kohlendioxid, Ethylenoxid
oder Ethylensulfid zu Polymeren mit Caboxy-, Hydroxy- oder Sulfhydryl-Endgruppen umgesetzt.
Die Vulkanisation erfolgt dann durch Reaktion dieser Endgruppen mit zum Beispiel polyfunktionellen
Isocyanaten. Die Konzentration der Vernetzer muss wegen der niedrigen Molmassen der
flüssigen Kautschuke relativ hoch gewählt werden. Während die Eigenschaften der resultierenden
Elastomere bei den flüssigen Kautschuken auf Polyurethanbasis ähnlich denen regulärer.
Polyurethane sind, weisen Vulkanisate flüssiger Dien-Kautschuke weit niedrigere Reißfestigkeiten
und Reißdehnungen auf als Vulkanisate regulärer Dien-Kautschuke.
[0017] Bei dem erfindungsgemäß einsetzbaren Plastisolen handelt es sich um eine Dispersion
von Kunststoffen, insbesondere von durch Emulsions- oder Mikroemulsionspolymerisation
dargestelltem Polyvinylchlorid, in hoch siedenden organischen Lösungsmittel, die bei
höheren Temperaturen als Weichmacher für ein Polymer fungieren. Beim Erwärmen diffundieren
die Lösungmittel in die dispergierten Kunststoffpartikel, lagern sich dort zwischen
den Makromolekülen ein und bewirken dadurch ein Plastifizieren der Kunststoffe. Beim
Abkühlen gelieren die so behandelten Stoffe zu flexiblen, formstabilen und abriebfesten
Systemen, deren Eigenschaften durch zugesetzte Hilfsstoffe wie Pigmente oder Stabilisatoren
beeinflusst werden können.
[0018] Als Plastisole können insbesondere alle plastifizierbaren Polymere oder Copolymere
oder Blockpolymere oder Polymergemische, gelöst oder vermischt in einem oder mehreren
Weichmachern, zum Beispiel PVC-Plastisol, Polyolefin-Plastisol sowie LDPE-Plastisol
oder HDPE-Plastisol sowie Polymetacrylat-Plastisol oder Mischungen hiervon verwandt
werden.
[0019] Als Synthesekautschuke können alle Flüssigkautschuke wie Polyurethan-Kautschuke,
Silikonkautschuke sowie weitere Synthesekautschuke, auf Basis von Polyestern, Polyether
oder Dienen, die bis zu einer Temperatur von 80° C fließfähig oder flüssig sind, wie
zum Beispiel Acrylnitril-Butadien-Synthesekautschuke verwandt werden.
[0020] Dabei kann insbesondere eine Zusammensetzung vorgesehen sein, bei der die Polymerzubereitung
zwischen 20 und 40 Gew.-% PVC enthält sowie zwischen 10 und 35 Gew.-% des flüssigen
Synthesekautschuks, insbesondere eines Acrylonitril-Butadien-Polymers sowie Zuschlagstoffe
zwischen 0 und 10 Gew.-% wie beispielsweise Stabilisatoren, Alterungsschutzmittel,
Starter sowie Beschleuniger und Rest Weichmacher.
[0021] Insbesondere ist vorgesehen, dass der Anteil an PVC zwischen 25 und 35 Gew.-% und
insbesondere zwischen 29 und 32 Gew.-% liegt. Für den Flüssigkautschuk kann insbesondere
vorgesehen sein, dass zwischen 15 und 25 Gew.-% und insbesondere zwischen 17 und 23
Gew.-% an Flüssigkautschuk, insbesondere Acrylonitril-Butadien-Polymer vorgesehen
ist.
[0022] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass der wirksame Bleigehalt ≤ 10 Gew.-%, insbesondere
≤ 5 Gew.-% und insbesondere ≤ 1 Gew.-% sowie insbesondere 0 Gew.-% beträgt, das heißt
es sich also um ein vollständig bleifreies Material handelt, in dem der als toxisch
einzustufende Stoff Blei nicht länger enthalten ist.
[0023] Es kann dabei vorgesehen sein, dass der spezifische Bleigleichwert des Materials
≥ 30, insbesondere ≥ 32 sowie vorzugsweise ≥ 35 bei einer Röhrenspannung im Bereich
von 60 - 125 kV beträgt. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass der Bleigleichwert
des Materials als spezifischer Bleigleichwert ≥ 30 an mindestens zwei mindestens 20
kV auseinander liegenden Messpunkten in einem Röhrenspannungsbereich zwischen 60 -
125 kV nach IEC 1331-1/EN 61331 beträgt, insbesondere an drei oder mehr auseinander
liegenden Punkten, wobei die am weitesten auseinander liegenden Punkte beispielsweise
40 kV, insbesondere 45 kV und besonders bevorzugt 65 kV auseinander liegen. Insbesondere
erfolgt eine Messung bei zum Beispiel 60 kV, 80 kV und 100 kV sowie 125 kV, und an
sämtlichen dieser Messpunkte sowie insbesondere auch in den Bereichen dazwischen liegt
der spezifische Bleigleichwert bei ≥ 30, insbesondere ≥ 32 und insbesondere ≥ 34.
[0024] Bei dem spezifischen Bleigleichwert handelt es sich um eine Messung zur Bestimmung
der Abschirmwerte und damit des Bleigleichwerts nach IEC 1331-1/EN 61331, wobei die
Werte auf die Dicke der Probe normiert wurden und die Dickenmessung durch mechanisches
Abtasten nach DIN 53370 vorgenommen wurde. Die Dickenmessung erfolgte dabei unter
Zugrundelegung folgender Größen:
Messfläche: rund, Durchmesser 10 cm
Messkraft: 0,8 N
Anpressdruck: 10 kPa +/- 2 kPa
Skaleneinteilung: 0,01 mm
Messgenauigkeit: +/- 0,01 mm.
Flächengewicht: Messungenauigkeit +/- 0,02 kg/m2.
[0025] Die Bestimmung des Bleigleichwertes oder Bleiäquivalentes erfolgt nach der angegebenen
Norm über eine Differenzmessung, das heißt es wird die Strahlenmenge gemessen, die
auf einen Detektor auftrifft, einmal als Leermessung und einmal mit einem strahlenabsorbierenden
Material und aus der Differenz dieser Werte wird direkt die durchgelassene Strahlung
bestimmt. Der Versuchsaufbau ist dabei der IEC 1331-1/EN 61331 zu entnehmen. Über
die Menge der durchgelassenen Strahlung erfolgt die Bestimmung des Bleigleichwerts.
Die Strahlenquelle ist dabei eine Röntgenröhre mit einer Standard-Wolfram-Anode. Diese
Röhre wird mit 300 - 500 mA betrieben. Die Abgabe der Strahlung erfolgt dosiert im
Bereich von 10 - 100 ms. Die Strahlenqualität spiegelt dabei die Strahlung der im
medizinischen Bereich eingesetzten Strahlung wieder. Zur Darstellung wurde der Wert
als spezifischer Bleigleichwert dimensionslos auf Blei bezogen, wobei die Ungenauigkeit
+/- 1 beträgt.
[0026] Nach einer weiteren Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass die Trägerschicht ebenfalls
aus PVC-Plastisol-Material und/oder Polyurethan und/oder Polyester und/oder Polyolefinen
und/oder Silikonkautschuken und/oder der Polymerzubereitung der strahlenabsorbierenden
Schicht besteht. Grundsätzlich können auch in die Trägerschicht strahlenabsorbierende
Teilchen eingebracht werden, die eine strahlenabsorbierende Wirkung der Trägerschicht
realisieren. Durch die Zusammenstellung von einer oder mehreren Trägerschichten sowie
von einer oder mehreren Strahlenschutzschichten kann ein Material erzeugt werden,
das äußerst flexibel sowie dünn ist, insbesondere bleifrei und eine folienartige Gestaltung
aufweist. Die Abfolge der Schichten ist dabei frei wählbar. Die Schichten können aus
verschiedenen Materialien bestehen und unterschiedliche Eigenschaften besitzen. Auf
diese Weise ist das Material insbesondere für textile Anwendungen geeignet. Aufgrund
der hohen Flexibilität und des geringen Gewichts wird eine Trägerperson bei ihrer
Tätigkeit nicht behindert, wobei gleichzeitig eine hohe Strahlenschutzwirkung durch
den hohen spezifischen Bleigleichwert erzielt wird. Dabei dient die Trägerschicht
insbesondere dazu Festigkeit zu geben.
[0027] Es kann dabei vorgesehen sein, dass der Anteil der Polymerzubereitung an der strahlenabsorbierenden
Schicht weniger als 20 Gew.-%, aber mehr als 0 Gew.-% und der Anteil der strahlenabsorbierenden
Teilchen mehr als 80 Gew.-% beträgt. Insbesondere kann die Polymerzubereitung an der
strahlenabsorbierenden Schicht zwischen 5 und 20 Gew.-% und insbesondere zwischen
10 und 20 Gew.-% liegen. Der Anteil der strahlenabsorbierenden Teilchen kann insbesondere
zwischen 80 und 95 Gew.-% und insbesondere zwischen 80 und 90 Gew.-% betragen. Dabei
muss die Menge der Polymerzubereitung ausreichen, die darin eingebrachten Teilchen
sicher zu verbinden.
[0028] Nach einem ersten Ausführungsbeispiel kann vorgesehen sein, dass die strahlenabsorbierenden
Teilchen Zinn, Wismut, Barium und/oder Wolfram umfassen. Dabei kann ausgewählt werden
aus dem Metall selbst, Metalloxiden oder Metallsalzen. Die wirksame Menge der strahlenabsorbierenden
Teilchen in der strahlenabsorbierenden Schicht soll dabei insbesondere 55 - 75 Gew.-%
Zinnpulver, zwischen 0 und 30 Gew.-% Wismut, 0 - 10 Gew.-% Barium und/oder 0 - 20
Gew.-% Wolfram enthalten, wobei die Summe jeweils 100 Gew.-% ergibt. Durch eine derartige
Polymerzubereitung mit eingefügten strahlenabsorbierenden Teilchen, lassen sich das
Abschirmverhalten, aber auch Gewicht, Flexibilität und Strahlenschutzwirkung optimieren.
So wirkt sich die Verwendung der Metalle anstelle der Oxide oder Salze stets positiv
auf das Gewicht des Materials aus, sofern dieses mit einem Metallsalz oder Metalloxid
des gleichen Metalls verglichen wird bei gleicher Abschirmwirkung.
[0029] Sofern Bleianteile enthalten sind, können hierbei sowohl reines Blei als auch Bleioxid
und Bleisalze vorgesehen sein.
[0030] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Zinnpulver aus einem
Gemisch zweier Zinnpulver unterschiedlicher Korngrößenverteilungen mit etwa gleichen
Gewichtsverhältnissen besteht.
[0031] Dabei sind ca. 90 % der Teilchen des ersten Zinnpulvers (TEGO 30) kleiner 125 µm
und ca. 90 % der Teilchen des zweiten Zinnpulvers (TEGO 60) kleiner 75 µm. Das Wismut-Oxid-Pulver,
das verwendet werden kann, weist ein D
50-Wert im Bereich von 4 - 100 µm auf.
[0032] Das mehrschichtige Schichtmaterial weist vorzugsweise ein Flächengewicht von 1,2
- 1,5 kg/m
2 auf, wobei insbesondere ein Wert von ca. 1,35 kg/m
2 angestrebt ist. Das mehrschichtige Schichtmaterial besitzt dabei insbesondere eine
Folienstärke von 0,3 bis 1,2 mm, insbesondere von 0,3 - 0,5 mm, vorzugsweise 0,35
- 0,45 mm.
[0033] Das Strahlenschutzmaterial kann dabei so gestaltet sein, dass die Trägerschicht auf
ihrer der strahlenabsorbierenden Schicht abgewandten Seite abwaschbar oder abriebfest
und/oder fest gegenüber Alkoholen und/oder Desinfektionsmitteln ist oder textile Eigenschaften
aufweist, wobei beispielsweise eine Beflockung vorgesehen ist, die angenehme taktile
Eigenschaften beim Tragen eines aus dem Material hergestellten Produktes sicherstellt.
Darüber hinaus kann eine Abriebfestigkeit vorgesehen sein, um die Haltbarkeit eines
aus dem Material hergestellten Produktes zu verlängern sowie eine Abwaschbarkeit,
um gerade im medizinischen Bereich daraus hergestellte Gegenstände nach Gebrauch problemlos
reinigen zu können.
[0034] Schließlich kann vorgesehen sein, dass das Material sehr flexibel ist. Die Biegesteifigkeit,
die ein Maß für die Flexibilität des Materials ist, wurde nach DIN 53121 bestimmt
und zum Vergleich mit der Biegesteifigkeit anderer bleifreier Strahlenschutzfolien
verglichen. Dabei erfolgte die breitenbezogenen Biegesteifigkeitsmessung der bleifreien
Materialien im Dreipunkt-Verfahren nach der Balkenmethode, wobei die Prüfung an einer
Zwick-Prüfmaschine erfolgt. Die Formel zur Berechnung beträgt nach DIN 53121 dabei:

Dabei ist die Breite der Probe: b = 35 mm
Messlänge: 1 = 30 mm
maximale Durchbiegung: f = 5 mm.
[0035] Besonders bevorzugt sind Materialien insbesondere mit einer Biegesteifigkeit von
kleiner 1 cN. Besonders bevorzugt ist, wenn gleichzeitig eine Abschirmwirkung im zuvor
genannten Bereich beziehungsweise bei Einzelpunkten ≥ 30, insbesondere ≥ 32 und insbesondere
≥ 34 bezüglich des spezifischen Bleigleichwertes erzielt wird.
[0036] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung eines Strahlenschutzmaterials,
das folgende Schritte umfasst:
- Bereitstellen einer Trägerschicht, insbesondere Herstellen durch Aufrakeln und Trocknen
auf ein Substrat,
- Herstellen des Materials für die strahlenabsorbierende Schicht aus einer flüssigen,
gießfähigen Polymermatrix und kontinuierlichem oder diskontinuierlichem Zugeben von
strahlenabsorbierenden Metallpartikeln,
- Aufstreichen, Aufgießen, Aufrakeln und/oder Auftragen des Materials für die strahlenabsorbierende
Schicht auf die Trägerschicht,
- thermische, chemisches, und/oder physikalisches Vernetzen beziehungsweise Aushärten
der Polymermatrix.
[0037] Dabei kann vorgesehen sein, dass das Verfahren zur Herstellung eines Strahlenschutzmaterials
der vorstehend beschriebenen Art dient.
[0038] Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass nach Herstellen der flüssigen gießfähigen
Polymermatrix eine Durchmischung der flüssigen Phasen vor Zugeben der strahlenabsorbierenden
Partikel erfolgt. Das Gesamtmaterial für die strahlenabsorbierende Schicht kann so
bearbeitet werden, dass die Partikel homogen verteilt sind und dann entgast werden
vor dem Aufstreichen, Aufgießen, Aufrakeln und/oder Auftragen auf die Trägerschicht.
Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass zur Verdichtung der Feststoffpartikel in
der Polymermatrix die strahlenabsorbierende Schicht mit Ultraschall beaufschlagt wird,
nachdem sie auf die Trägerschicht aufgebracht wurde.
[0039] Schließlich kann nach einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel vorgesehen
sein, dass die Trägerschicht mit der strahlenabsorbierenden Schicht nicht lediglich
adhäsiv verbunden ist, sondern mit der strahlenabsorbierenden Schicht integral verbunden
ist, durch Vernetzung der beiden Schichten miteinander beim Aufbringen und Aushärten
der strahlenabsorbierenden Schicht auf der Trägerschicht. Dabei erfolgt eine physikalische
Ankerbildung der Schichten untereinander. Dies erfolgt zum Beispiel bei Einsatz eines
PVC-Plastisols in der strahlenabsorbierenden Schicht, sofern das Material der Trägerschicht
so gewählt ist, dass das PVC-Plastisol es anlösen kann.
[0040] Weiterhin umfasst die Erfindung eine Verwendung des vorstehend beschriebenen Strahlenschutzmaterials
als Strahlenschutzkleidung, insbesondere als Strahlenschutzschürze oder Strahlenschutzschurz
oder -mantel oder flexible Barrieren, wie Abdeckungen oder Vorhänge.
[0041] Auf diese Weise kann einfach ein Strahlenschutzmaterial hergestellt werden, wobei
eine gleichmäßige, schnelle und homogene Verteilung der Metallpartikel in der Polymermatrix
sichergestellt werden kann, da eine gleichmäßige Verteilung in einer flüssigen Polymermatrix
leicht zu realisieren ist und ein umständliches Kneten oder Walken wie bei den herkömmlichen
Strahlenschutzfolienmaterialien entfallen kann. Das entstehende Strahlenschutzmaterial
aus mehreren Schichten ist sehr flexibel und über einen weiten Energiebereich gleichmäßig
strahlenabsorbierend.
[0042] Weitere Vorteile und Merkmale ergeben sich aus den übrigen Unterlagen.
[0043] Die Erfindung soll im Folgenden anhand einer Zeichnung näher erläutert werden.
[0044] Dabei zeigen:
- Figur 1
- Schnitt durch ein erfindungsgemäßes Strahlenschutzmaterial;
- Figur 2
- Tabelle der verschiedenen Materialparameter.
[0045] Figur 1 zeigt einen Querschnitt durch das bleifreie folienartige Strahlenschutzmaterial,
das auf einem silikonbeschichteten Trennpapier 4 aufgebracht ist. Das Trennpapier
4 kann strukturiert sein, um auf einer Trägerschicht 2 eine Struktur, zum Beispiel
eine Ledernarbung zu erzeugen.
[0046] Die Trägerschicht 2 aus einem PVC-Plastisolfilm wird durch Aufrakeln auf ein silikonbeschichtete
Trennpapier 4 und durch anschließendes Gelieren bei 190 - 200 ° C gebildet. Die Trägerschicht
2 gibt dem Strahlenschutzmaterial eine ausreichende Festigkeit. Auf dieser Trägerschicht
2 mit einem Flächengewicht von 70 - 80 g/m
3 wird nachfolgend eine Paste der strahlenabsorbierenden Schicht 3 aufgerakelt und
dann im Trockenofen bei ca. 200 ° vernetzt beziehungsweise vulkanisiert. Die Gesamtdicke
des folienartigen Schichtmaterials beträgt dann ca. 0,35 - 0,45 mm und hat ein Gesamtflächengewicht
von ca. 1,35 kg/m
2. Die Paste, aus der die strahlenabsorbierende Schicht gebildet ist, besteht aus einem
PVC-Plastisol und einem lösungsmittelfreien und wasserfreien Acryl-Nitril-Butadien-Flüssigkautschuk
sowie den metallischen Zuschlagstoffen aus Zinnpulver und Wismutoxidpulver. Die Polymermischung
der strahlenabsorbierenden Schicht 3 weist 13 Gewichtsanteile Polymermaterial, 65
Gewichtsanteile Zinnpulver und 22 Gewichtsanteile Wismutpulver auf. Das Zinnpulver
besteht aus zwei verschiedenen Typen mit unterschiedlicher Korngrößenverteilung (Produktbezeichnung:
TEGO-Zinngrieß, TEGO 30 BG, TEGO 60 BG - Fa. Ecka Granules).
[0047] Die Zinnpulver mit unterschiedlicher Korngrößenverteilung sind im Verhältnis 1 :
1 gemischt. Das Wismutoxidpulver wird in der Nomenklatur auch als gelber Wismut (Bi
2O
3) bezeichnet. Der D
50-Wert (Korngrößenverteilung) liegt maximal bei 10 µm mit einem typischen Wert von
5,5 µm.
[0048] Das bleifreie Strahlenschutzmaterial kann nach seiner Herstellung zunächst auf der
silikonbeschichteten Trennpapierschicht 4 verbleiben, bis es zum Beispiel zu einer
Strahlenschutzschürze konfektioniert wird.
[0049] Eine bevorzugte bleifreie Rezeptur wird nachstehend angegeben.
| Polymermischung |
13 Gew.-% |
Zinnpulver TEGO 60 BG
(metallisch) |
35 Gew.-% |
| Zinnpulver TEGO 30 BG (metallisch) |
30 Gew.-% |
| Wismuttrioxid (Bi2O3) |
22 Gew.-% |
[0050] Ein Beispiel einer Polymermischung ist nachstehend angegeben.
| |
Gewichtsanteile [g] |
| DINP (Weichmacher) |
3.400 |
| TXIB (Weichmacher) |
600 |
| Zinnoxid (ZnO) |
100 |
| Schwefel (S) |
100 |
| Vulkazit D (Vulkanisationsbeschleuniger) |
60 |
| Vulkazit M (Vulkanisationsbeschleuniger) |
60 |
| Vestolit 1415 K 80 (PVC) |
2.800 |
| Tegopren (Dispergiermittel/Anti-Tack) |
200 |
| Nipol 1312 LV (Flüssigkautschuk) |
1.600 |
| Total |
8.820 |
[0051] Diese Polymermischung geht mit einem Gewichtsanteil von ca. 13 Gew.-% in die zunächst
pastenförmige strahlenabsorbierende Schicht ein. Dabei beträgt der Anteil des PVC
ca. 31 Gew.-%, der Anteil Flüssigkautschuk ca. 18 Gew.-% und der Anteil Weichmacher
ca. 45 Gew.-% an der Polymerzusammensetzung.
[0052] Die Trägerschicht 2 hat dabei folgende Zusammensetzung:
| PVC |
40 - 70 Gew.-% |
| Weichmacher (DINP) |
30 - 50 Gew.-% |
| Zuschlagstoffe für Alterungsschutz, Ozonbeständigkeit, Farbpigmente |
0,1 - 0,5 Gew.-% |
Beispiel:
[0053]
| |
Gewichtsanteile [g] |
| Vestolit 1430 K90 |
3000 |
| TXIB (Weichmacher) |
60 |
| DINP (Weichmacher) |
1740 |
| Stabilisator |
60 |
| Total: |
4860 |
[0054] Die Viskosität lässt sich durch Verändern des Anteils des Weichmachers TXIB einstellen.
[0055] Ein derartiges Strahlenschutzmaterial mit einer Folienstärke von 0,35 - 0,45 mm und
einem Gesamtflächengewicht von 1,35 kg/m
2 erreicht nach der Prüfmethode IEC 1331-1/EN 61331 folgende Bleigleichwerte in Abhängigkeit
von der Röhrenspannung einer Röntgenquelle:
0,14 mm Pb bei 60 kV
0,15 mm Pb bei 80 kV
0,15 mm Pb bei 100 kV
0,13 mm Pb bei 150 kV,
so dass sich ein spezifischer Bleigleichwert, normiert auf die Dicke von über 30 ergibt.
[0056] Im Gegensatz zu bekannten Strahlenschutzmaterialien zeigt das beschriebene Strahlenschutzmaterial
keinen Einbruch des Abschirmwirkungsgrades bei Röhrenspannung über 100 kV, sondern
ist über eine Spannungsbreite von 60 - 150 kV innerhalb der vorgeschriebenen Toleranzgrenzen
des internationalen Standards IEC 1331-1/EN 61331.
[0057] Die zweite Figur zeigt nun eine Tabelle, in der die Probennummer, die Rezepturnummer,
das Flächengewicht, die Biegesteifigkeit, die Materialstärke sowie dann folgend die
Abschirmwirkungen bei gegebener Röntgenröhrenspannung für 60 kV, 80 kV, 100 kV und
125 kV jeweils für den spezifischen wie auch den allgemeinen Bleigleichwert angegeben
sind. Die Probennummern 1 - 14 beziehen sich auf erfindungsgemäße Strahlenschutzmaterialien.
Bei den Proben Nr. 15 - 19 Xenolite bleifrei sowie Suprasine handelt es sich um auf
dem Markt befindliche Produkte für bleifreie Strahlenschutzmaterialien. Der spezifische
Bleigleichwert der Röntgenröhrenspannung definiert sich als der Bleigleichwert bei
Röntgenröhrenspannung x 100/Materialstärke.
[0058] Der Bleigleichwert wurde nach IEC 1331-1/EN 61331 ermittelt.
[0059] Die Zusammensetzungen für die Strahlenschutzschicht sind dabei wie folgt:
| Rezeptur 1: |
13 Gew.% Polymerzubereitung, 65 Gew.-% Zinnpulver, 22 Gew.-% Wismuttrioxid. |
| Rezeptur 2: |
11 Gew.-% Polymerzubereitung, 62 - 66 Gew.-% Zinnpulver, 27 - 23 Gew.% Wismutpulver. |
| Rezeptur 3: |
10 - 11 Gew.-% Polymerzubereitung, 60 - 64 Gew.-% Zinnpulver, 18 - 20 Gew.-% Wismutpulver,
8 - 10 Gew.-% Wolframpulver. |
| Rezeptur 4: |
12 Gew.-% Polymerzubereitung, 65 Gew.-% Zinnpulver, 10 Gew.-% Bariumfluorid, 13 Gew.-%
Wolframpulver. |
[0060] Die Zusammensetzung der Polymerzubereitung ist dabei wie folgt bei den Rezepturen
1 - 4 :
| Zusammensetzung |
Gew.-% |
| Di-isononylphtalat (DINP) - Fa. Vestolit |
38 |
| 2,2,4-Trimethyl-1,3-pentandiol-diisobutyrat (TXIB) - Fa. Kran Chemie |
6 |
| Zinkoxid aktiv - Fa. Rheinchemie Rheinau GmbH |
1 |
| Mahlschwefel - Fa. Solveig |
1 |
| N,N'-Diphenylguanidin (Vulkacit D) - Fa. Rheinchemie Rheinau GmbH |
0,5 |
| 2-Mercaptobenzothiazol (MBT, Vulkacit Merkapto) - Fa. Rheinchemie Rheinau GmbH |
0,5 |
| PVC (Vestolit P 1415 K 80) - Fa. Vestolit |
31 |
| Ba/Zn-Stabilisator für PVC (Mark BZ 505) - Fa. Compton Vinyladditiv GmbH |
1 |
| Vulkanox DDA, (Alterungsschutzmittel) - Fa. Rheinchemie Rheinau GmbH |
1 |
| Acrylonitril-Butadiene Polymer (Nipol 1312 LV) - Fa. Zeon Deutschland GmbH |
19 |
| Alkyl-Polydimethylsiloxan (TEGOpren 6814) Fa. Goldschmidt AG |
1 |
[0061] Aus der Tabelle ergibt sich, dass die vorgenommenen Proben insbesondere nach der
Rezeptur 2 einen besonders guten spezifischen Bleigleichwert, im Vergleich zu den
bekannten Produkten aufweisen, insbesondere über einen Röhrenspannungsbereich von
mindestens 20 kV Differenz, wobei die absoluten Spannungswerte zwischen 60 und 125
kV liegen.
[0062] Daraus ergibt sich, dass, sofern man einen Abschirmwert von 0,175 Pb erzielen will,
bei dem Xenolitematerial eine Dicke von 0,6 mm notwendig ist und sich hieraus eine
Biegesteifigkeit für das Material von 1,28 cN ergibt. Suprasine benötigt eine Dicke
von 0,65 mm zur Erzielung dieser Abschirmleistung und weist dann eine Biegesteifigkeit
von 1,11 cN auf. Die erfindungsgemäße Zusammensetzung beispielsweise gemäß Rezeptur
2 benötigt zur Erreichung dieses Abschirmwerts lediglich eine Dicke von 0,45 mm und
erreicht eine Biegesteifigkeit von 0,43 cN. Auf diese Weise können besonders leichte
und flexible, für den Träger angenehme Materialien, insbesondere für die Herstellung
von Textilien, wie Bekleidung und Barrieren, geschaffen werden.
1. Strahlenschutzmaterial für die Abschirmung von Röntgen- und/oder Gamma-Strahlen aus
einem folienartigen, mehrschichtigen Schichtmaterial, in dem strahlenabsorbierende
Partikel dispergiert sind, wobei das Schichtmaterial aus mindestens einer Trägerschicht
und einer strahlenabsorbierenden Schicht besteht, wobei die strahlenabsorbierende
Schicht eine härtbare Polymerzubereitung umfasst, die im Verarbeitungszustand fließfähig
ist und wobei der wirksame Bleianteil ≤ 15 Gew.-% beträgt., dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerzubereitung der strahlenabsorbierenden Schicht ein PVC-Plastisol sowie
eine flüssige Kautschukkomponente, insbesondere ein Gemisch aus PVC-Plastisol und
einer Flüssigkautschukkomponente umfasst.
2. Strahlenschutzmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Polymermaterial Weichmacher und/oder Vernetzungsmittel und/oder weitere Hilfsstoffe
umfasst.
3. Strahlenschutzmaterial nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerzubereitung zwischen 20 und 40 Gew.-% PVC und 10 - 35 Gew.-% Flüssigkautschuk,
0 - 10 Gew.-% Zuschlag- und Hilfsstoffe, Rest Weichmacher enthält.
4. Strahlenschutzmaterial nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerzubereitung 25 - 35 Gew.-%, insbesondere 30 Gew.-% PVC, 15 - 25 Gew.-%,
insbesondere 20 Gew.-% Flüssigkautschuk, 0 - 7 Gew.-% Zuschlagstoffe und Hilfsmittel,
Rest Weichmacher enthält.
5. Strahlenschutzmaterial nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der wirksame Bleigehalt ≥ 10 Gew.-%, insbesondere ≤ 5 Gew.-% und insbesondere 0 Gew.-%
beträgt.
6. Strahlenschutzmaterial nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der spezifische Bleigleichwert ≥ 30, insbesondere ≥ 32 und insbesondere ≥ 34 bei
mindestens einer Röhrenspannung in einem Röhrenspannungsbereich zwischen 60 und 125
kV nach IEC 1331-1/EN 61331 ist.
7. Strahlschutzmaterial nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der spezifische Bleigleichwert ≥ 30 an mindestens zwei mindestens 20 kV auseinander
liegenden Röhrenspannungen in einem Röhrenspannungsbereich zwischen 60 und 125 kV
nach IEC 1331-1/EN 61331 und insbesondere ≥ 32 und insbesondere ≥ 34 ist und insbesondere
die Röhrenspannungen 40 kV, 45 kV und insbesondere 65 kV auseinander liegen.
8. Strahlenschutzmaterial nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerschicht aus PVC-Plastisolmaterial und/oder Polyurethan und/oder Polyester
besteht.
9. Strahlenschutzmaterial nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil der Polymerzubereitung an der strahlenabsorbierenden Schicht > 0 und ≤
20 Gew.-% und der Anteil an strahlenabsorbierenden Teilchen ≥ 80 Gew.-% und < 100
Gew.-% beträgt und insbesondere der Anteil der Polymerzubereitung 10 - 20 Gew.-% und
der Anteil an strahlenabsorbierenden Teilchen 80 - 90 Gew.-% beträgt.
10. Strahlenschutzmaterial nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die strahlenabsorbierenden Teilchen Zinn, Wismut, Barium und/oder Wolfram sowie Oxide
und Salze der Metalle enthalten sowie Mischungen hiervon.
11. Strahlenschutzmaterial nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mehrschichtige Schichtmaterial eine Dicke von 0,3-1,2 mm, insbesondere von 0,3
- 0,5 mm, vorzugsweise 0,35 - 0,45 mm aufweist.
12. Strahlenschutzmaterial nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der mindestens einen Trägerschicht strahlenabsorbierende Teilchen enthalten sind.
13. Strahlenschutzmaterial nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Trägerschicht auf ihrer der strahlenabsorbierenden Schicht abgewandten
Seite abwaschbar und/oder abriebfest und/oder mit textilen Eigenschaften versehen
ist.
14. Strahlenabsorbierendes Material nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerschicht mit der strahlenabsorbierenden Schicht integral verbunden ist.
15. Verfahren zur Herstellung eines Strahlenschutzmaterials nach einem der vorangehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Trägerschicht bereitgestellt, insbesondere hergestellt wird durch Aufrakeln
und Trocknen auf ein Substrat, ein Material für eine strahlenabsorbierende Schicht
aus einer flüssigen, gießfähigen Polymerzubereitung durch Zugeben von strahlenabsorbierenden
Partikeln hergestellt wird und das Material für die strahlenabsorbierende Schicht
auf die Trägerschicht aufgestrichen, aufgegossen, aufgerakelt oder aufgetragen wird
und das Material der strahlenabsorbierenden Schicht durch thermisches und/oder chemisches
und/oder physikalisches Vernetzen ausgehärtet wird.
16. Verwendung eines Strahlenschutzmaterials nach einem der vorangehenden Ansprüche, als
Strahlenschutzkleidung, insbesondere als Strahlenschutzschürze oder Strahlenschutzschurz.
1. Radiation protection material for shielding X-rays and/or gamma rays from a foil-like,
multi-layer material in which radiation-absorbing particles are dispersed, wherein
the layer material consists of at least one carrier layer and one radiation absorbing
layer, characterized in that the radiation-absorbing layer comprises a hardenable polymer preparation which is
flowable in the processing state and wherein the effective lead portion is ≤ 15 weight%
characterized in that the polymer preparation of the radiation absorbing layer comprises a PVC-plastisol
and a liquid caoutchouc component, in particular a mixture of PVC-plastisol and a
liquid caoutchouc component.
2. Radiation protection material according to claim 1, characterized in that the polymer material comprises softeners and/or cross-linking agents and/or further
additional auxiliary substances.
3. Radiation protection material according to claim 1 or 2, characterized in that the polymer preparation contains between 20 and 40 weight% PVC and 10 to 35 weight%
liquid caoutchouc, 0 to 10 weight% additional and auxiliary substances, the rest being
softener.
4. Radiation protection material according to claim 3, characterized in that the polymer preparation contains 25 to 35 weight%, in particular 30 weight% PVC,
15 to 25 weight%, in particular 20 weight% liquid caoutchouc, 0 to 7 weight% additional
substances and auxiliary means, the rest being softener.
5. Radiation protection material according to any one of the preceding claims, characterized in that the effective lead content is ≤ 10 weight%, in particular ≤ 5 weight% and in particular
0 weight%.
6. Radiation protection material according to any one of the preceding claims, characterized in that the specific lead equivalent is ≥ 30, in particular ≥ 32 and in particular ≥ 34 at
at least a tube voltage within a tube voltage range of between 60 and 125 kV in accordance
with IEC 1331-1/EN 61331.
7. Radiation protection material according to claim 6, characterized in that the specific lead equivalent is ≥ 30 at at least two tube voltages having a difference
of at least 20 kV within a tube voltage range of between 60 and 125 kV in accordance
with IEC 1331-1/EN 61331 and in particular ≥ 32 and in particular ≥ 34 and in particular
the tube voltages differ by 40 kV, 45 kV and in particular 65 kV.
8. Radiation protection material according to any one of the preceding claims, characterized in that the carrier layer consists of PVC-plastisol material and/or polyurethane and/or polyester.
9. Radiation protection material according to any one of the preceding claims, characterized in that the portion of the polymer preparation of the radiation-absorbing layer is > 0 and
≤ 20 weight% and the portion of radiation absorbing particles is ≥ 80 weight% and
< 100 weight% and in particular the portion of the polymer preparation is 10 to 20
weight% and the portion of radiation absorbing particles is 80 to 90 weight%.
10. Radiation protection material according to any one of the preceding claims, characterized in that the radiation absorbing particles contain tin, bismuth, barium and/or tungsten and
oxides and salts of the metals and mixtures thereof.
11. Radiation protection material according to any one of the preceding claims, characterized in that the multi-layer material has a thickness of 0.3 to 1.2 mm, in particular 0.3 to 0.5
mm, preferably 0.35 to 0.45 mm.
12. Radiation protection material according to any one of the preceding claims, characterized in that radiation absorbing particles are contained in the at least one carrier layer.
13. Radiation protection material according to any one of the preceding claims, characterized in that the at least one carrier layer can be washed and/or is abrasion-resistant and/or
has textile properties on its side facing away from the radiation absorbing layer.
14. Radiation absorbing material according to any one of the preceding claims, characterized in that the carrier layer is integrally connected with the radiation absorbing layer.
15. Method for producing a radiation protection material according to any one of the preceding
claims, characterized in that a carrier layer is provided, in particular produced through doctoring and drying
on a substrate, a material for a radiation absorbing layer is produced from of a pourable
liquid polymer preparation through adding radiation absorbing particles and the material
for the radiation-absorbing layer is disposed, poured, doctored or applied onto the
carrier layer and the material of the radiation absorbing layer is hardened through
thermal and/or chemical and/or physical cross-linking.
16. Use of a radiation protection material according to any one of the preceding claims,
as radiation protection clothes, in particular as a radiation protection apron or
radiation protection loincloth.
1. Matériau de protection contre les rayonnements utilisé comme écran pour empêcher le
passage des rayons X et/ou gamma, constitué d'un stratifié multicouches de type film
dans lequel sont dispersées des particules absorbant les rayonnements, le stratifié
étant constitué d'au moins une couche de support et une couche absorbant les rayonnements,
la couche absorbant les rayonnements comprenant une préparation polymère durcissable
qui est relativement fluide pour couler lorsqu'elle se trouve dans un état lui permettant
d'être travaillée et la proportion de plomb active étant ≤ 15 % en poids, caractérisé en ce que la préparation polymère de la couche absorbant les rayonnements comprend un plastisol
PVC ainsi qu'un composant caoutchouc liquide, en particulier un mélange de plastisol
PVC et d'un composant caoutchouc liquide.
2. Matériau de protection contre les rayonnements selon la revendication 1, caractérisé en ce que le matériau polymère comprend un fluidifiant et/ou des agents de réticulation et/ou
d'autres produits auxiliaires.
3. Matériau de protection contre les rayonnements selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la préparation polymère contient entre 20 et 40 % en poids de PVC, entre 10 et 35
% en poids de caoutchouc liquide, entre 0 et 10 % en poids d'adjuvants et de produits
auxiliaires, le reste étant composé d'un fluidifiant.
4. Matériau de protection contre les rayonnements selon la revendication 3, caractérisé en ce que la préparation polymère contient entre 25 et 35 % en poids, en particulier 30 % en
poids de PVC, entre 15 et 25 % en poids, en particulier 20 % en poids de caoutchouc
liquide, entre 0 et 7 % en poids d'adjuvants et de produits auxiliaires, le reste
étant composé d'un fluidifiant.
5. Matériau de protection contre les rayonnements selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la proportion de plomb active est ≤ 10 % en poids, en particulier ≤ 5 % en poids
et en particulier est égale à 0 % en poids.
6. Matériau de protection contre les rayonnements selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que l'équivalent plomb spécifique est ≥ 30, en particulier ≥ 32 et en particulier ≥ 34
pour au moins une tension de tube comprise dans une plage allant de 60 à 125 kV conformément
à IEC 1331-1/EN 61331.
7. Matériau de protection contre les rayonnements selon la revendication 6, caractérisé en ce que l'équivalent plomb spécifique est ≥ 30 pour au moins deux tensions de tube différant
d'au moins 20 kV l'une de l'autre dans une plage de tensions comprise entre 60 et
125 kV conformément à IEC 1331-1/EN 61331, et en particulier ≥ 32 et en particulier
≥ 34, les tensions de tube différant en particulier de 40 kV, 45 kV et en particulier
65 kV l'une de l'autre.
8. Matériau de protection contre les rayonnements selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la couche de support est composée d'un matériau de plastisol PVC et/ou de polyuréthane
et/ou de polyester.
9. Matériau de protection contre les rayonnements selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la proportion de la préparation polymère dans la couche absorbant les rayonnements
est > 0 et ≤ 20 % en poids et la proportion de particules absorbant les rayonnements
est ≥ 80 % en poids et < 100 % en poids, en particulier la proportion de la préparation
polymère est comprise entre 10 et 20 % en poids et la proportion de particules absorbant
les rayonnements est comprise entre 80 et 90 % en poids.
10. Matériau de protection contre les rayonnements selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que les particules absorbant les rayonnements contiennent de l'étain, du bismuth, du
baryum et/ou du tungstène ainsi que l'oxyde et les sels de ces métaux, ainsi que des
mélanges de ces derniers.
11. Matériau de protection contre les rayonnements selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le stratifié multicouches présente une épaisseur comprise entre 0,3 et 1,2 mm, en
particulier entre 0,3 et 0,5 mm, de préférence entre 0,35 et 0,45 mm.
12. Matériau de protection contre les rayonnements selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en que la au moins une couche de support renferme des particules absorbant les rayonnements.
13. Matériau de protection contre les rayonnements selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la au moins une couche de support, sur son côté orienté à l'opposé de la couche absorbant
les rayonnements, est lavable et/ou résistante à l'usure et/ou possède des propriétés
textiles.
14. Matériau absorbant les rayonnements selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la couche de support est reliée intégralement à la couche absorbant les rayonnements.
15. Procédé pour fabriquer un matériau de protection contre les rayonnements selon l'une
des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on prépare, en particulier fabrique, une couche de support par raclage et séchage
sur un substrat, en ce que l'on fabrique un matériau pour une couche absorbant les rayonnements à partir d'une
préparation polymère liquide pouvant être coulée en y ajoutant des particules absorbant
les rayonnements, en ce que l'on applique, verse ou étale ce matériau sur la couche de support, et en ce que l'on fait durcir le matériau de la couche absorbant les rayonnements par réticulation
thermique et/ou chimique et/ou physique.
16. Utilisation d'un matériau de protection contre les rayonnements selon l'une des revendications
précédentes comme vêtement de protection contre les rayonnements, en particulier comme
tablier de protection contre les rayonnements.