TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Drucktechnik, insbesondere
auf Offsetdruck von Zeitungen und Zeitschriften. Sie geht aus von einem Verfahren
und einer Vorrichtung zur Überwachung der Farbgebung auf einem Druckerzeugnis gemäss
Oberbegriff der unabhängigen Ansprüche.
STAND DER TECHNIK
[0002] In dem U. S. Pat. No. 5'967'050 wird ein Farbkontrollsystem für Zeitungsdruck offenbart.
Auf der Druckfläche werden einzelne kleinere Flächen mit einer farbempfindlichen Videokamera
oder einem linearen CCD-Array mit Farbfiltern gemessen, Farbwerte für einzelne Bildpunkte
oder Pixels bestimmt und die Farbwerte pixelweise mit den Sollfarbwerten der korrespondierenden
Flächen auf dem Originalbild verglichen. Die Farbkorrektur für das ganze Druckbild
muss dann mit komplexen Systemmodellen berechnet werden. Für die Korrelation von Druckbildpunkten
und Originalbildpunkten sowie für die Systemmodellierung und Berechnung der Sensitivitätsfaktoren
der Farbstellwerke als Funktionen der erforderlichen Bildpunkt-Farbkorrekturen müssen
riesige Matrizensysteme verrechnet werden. Dies bringt einen immensen Rechenaufwand
mit sich. Obwohl das System keine Testbilder oder Farbmarkierungen benötigt, kann
es doch nur in kleinen vorausbestimmten Bildbereichen Bildpunkte exakt messen und
vergleichen und muss dann die Bildpunktvergleiche mit relativ ungenauen Systemmodellen
auf das gesamte Druckbild extrapolieren. Zudem muss das Blickfeld der CCD-Kamera zur
Vermeidung von Moireemustern klein gehalten werden. Die messbaren Bildbereiche sind
dann auch durch das enge Blickfeld des Bildaufnahmegeräts begrenzt.
[0003] In dem U. S. Pat. No. 4'649'502 wird ein Farbregelsystem offenbart, bei dem das Druckerzeugnis
on-line mit einem quer zur Druckrichtung fahrbaren photoelektrischen Densitometer
abgetastet wird. Dabei wird eine Farbzone auf der Druckmaschine in mehrere Bildelemente
auf dem Druckerzeugnis zerlegt. Ist-Soll-Farbabweichungen werden für jedes Bildelement
gemessen, mit spezifischen Gewichtsfaktoren gewichtet und schliesslich für jede Farbzone
zu einem zonenspezifischen Farbqualitätswert aufsummiert. Auf diese Weise kann ebenfalls
auf Testbilder oder Farbmarkierungen auf dem Druckerzeugnis verzichtet werden. Allerdings
ist die Scanneinrichtung mechanisch aufwendig, reduziert die Messgenauigkeit und erfasst
nur einen kleinen Flächenanteil des Druckerzeugnisses.
[0004] In dem U. S. Pat. No. 4'660'159 wird ein verwandtes Farbkontrollsystem offenbart,
das mit densitometrischen Scanneinrichtungen on-line an der Druckmaschine und off-line
für Referenzmessungen ausgestattet ist. Wiederum werden auf selektiven Druckflächen
Bildelemente definiert, densitometrisch ausgemessen und für jede Farbzone aufintegriert.
Bei der off-line Messung am stationären Originalbild werden zudem zur Erhöhung der
Messauflösung in jedem Bildelement Subbildelemente definiert, deren Farbwerte integral
über die ganze Subbildelementfläche gemessen und zu einem Farbwert des Bildelements
aufsummiert. Mit der on-line Scanneinrichtung wird wieder nur ein kleiner Flächenanteil
des Druckerzeugnisses erfasst.
[0005] Den oben genannten Systemen liegen ausschliesslich densitometrische Messungen, gegebenenfalls
mit CCD-Kamera und Farbfiltern, zugrunde. Dabei wird die Reflektivität in selektiven,
schmalbandigen Spektralbereichen gemessen, die für die einzelnen Druckfarben, z. B.
CMYK (=cyan magenta yellow black) charakteristisch sind, und es werden aus den Reflektivitäten
die Farbdichten der Druckfarben, d. h. der Logarithmus der Reflektivität und damit
die Menge Druckfarbe pro Fläche, bestimmt. Aus dem Soll-Ist Vergleich der Druckfarben-Farbdichten
werden die Farbkorrektursignale für die Druckfarben berechnet. Die schmalbandigen
densitometrischen Messungen haben den Vorteil, dass unmittelbar die Druckfarbenmengen
bestimmt werden. Nachteilig ist jedoch, dass die Reflektionsspektra der Druckfarben
variieren können, so dass die densitometrischen Messungen unzuverlässig werden. In
herkömmlichen System müssen die Densitometer daher häufig neu kalibriert werden. Wegen
der spektralen Variationen ergibt die Kenntnis der Druckfarbenanteile auf dem Druckerzeugnis
auch kein gleichbleibendes Mass für den Farbeindruck. Der optisch relevante Farbeindruck
kann nur durch eine exakte Bestimmung des Farbpunkts im Farbraum, z. B. durch drei
Farbwerte (=Koordinaten des Farbpunktes) wie z. B. RGB (=rot grün blau) Farbwerte,
eindeutig erfasst werden.
[0006] Früher wurde die Farbgebung des Druckbildes von dem Drucker visuell überwacht und
bei Bedarf das Farbstellwerk manuell geregelt. Diese Art der Farbqualitätsprüfung
erfordert eine grosse Fachkompetenz des Druckers und ist dennoch subjektiv geprägt,
ungenau, zeitaufwendig und teuer.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur
Regelung der Farbgebung in einer Druckmaschine und eine Druckmaschine anzugeben, die
sich durch eine vereinfachte Funktions- und Bauweise auszeichnen. Diese Aufgabe wird
erfindungsgemäss durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst.
[0008] In einem ersten Aspekt besteht die Erfindung in einem Verfahren zur Regelung der
Farbgebung in einer Druckmaschine, wobei jede Druckfarbe von einem Farbstellwerk mit
mehreren Farbzonen geregelt wird, wobei eine Ist-Farbgebung auf dem Druckerzeugnis
on-line während des Druckvorgangs mit Hilfe eines Farberkennungsgeräts bestimmt wird,
eine Soll-Farbgebung auf einer Originalvorlage bestimmt wird und aus den resultierenden
Ist/Soll-Abweichungen für mindestens eine Druckfarbe und Farbzone ein Farbkorrektursignal
für das zugehörige Farbstellwerk der Druckmaschine erzeugt wird, wobei das Farberkennungsgerät
eine Vielzahl von Farbsensoren zur Farbmessung umfasst, die stationär an der Druckmaschine
angeordnet sind und mit denen die Ist-Farbgebung flächenhaft auf einer gesamten, mit
Farbe bedruckten Breite des Druckerzeugnisses gemessen wird und wobei für jede Farbzone
der Druckmaschine mindestens ein schnelles primäres Farbmesssignal erfasst wird, für
mindestens eine der Farbzonen aus dem primären Farbmesssignal durch Integration entlang
einer Druckrichtung über einen vorgebbaren Farbbildbereich des Druckerzeugnisses in
der Farbzone ein integrales Farbmesssignal gebildet wird, aus dem integralen Farbmesssignal
für mindestens eine Druckfarbe eine gesamte Ist-Flächendeckung des Farbbildbereichs
in der Farbzone bestimmt wird und mit Hilfe der Ist-Flächendeckung das Farbkorrektursignal
für die Farbzone und die Druckfarbe erzeugt wird.
[0009] Die Originalvorlage kann in Form eines OK-Exemplars, einer Druckvorstufe, einer Druckplatte,
digitaler Daten oder anderweitig gegeben sein. Die Farbsensoren können mindestens
eine Farbe und bevorzugt mehrere Farben inklusive Schwarz oder Grau messen. Positionsdetektoren
zur Lokalisierung von Referenz-Farbmarkierungen auf dem Druckerzeugnis werden nicht
benötigt. Die Anordnung einer Vielzahl von Farbsensoren erlaubt es, mit einer stationären
Apparatur die gesamte Druckbreite flächendeckend optisch zu erfassen. Die Erfassung
schneller Farbmesssignale ermöglicht es, das Druckerzeugnis auch entlang der Druckrichtung
flächendeckend zu überwachen. Schnell bedeutet hierbei, dass mindestens mehrere oder
einige Textzeilen zusammen ein erkennbares Farbmesssignal ergeben, dies bei typischen
Druckgeschwindigkeit von bis zu 15 m/s oder mehr. Die Farbbildbereiche können durch
ihre Position, durch charakteristische Merkmale im Farbmesssignal oder anderweitig
vorgegeben werden. Durch den Integrationsschritt wird die grosse Datenflut möglichst
unmittelbar an den Farbsensoren massiv reduziert. Zudem stellt das integrale Farbmesssignal
ein sehr gutes Mass für die gesamte Ist-Flächendeckung mit einer Druckfarbe dar. Durch
die schnelle Erfassung des primären Farbmesssignals wird eine hohe Genauigkeit des
integralen Farbmesssignals erreicht. Das resultierende Farbmesssignal erlaubt eine
exakte Kontrolle und Regelung der Farbgebung.
[0010] Das Ausführungsbeispiel gemäss Anspruch 2a hat den Vorteil, dass solche Farbsensoren
verwendet werden können, die eine spektrale Sensitivität ähnlich derjenigen des menschlichen
Auges aufweisen, die also beispielsweise auf Rot, Grün und Blau empfindlich sind.
[0011] Das Ausführungsbeispiel gemäss Anspruch 2b hat den Vorteil, dass eine breite Druckbahn
durch eine Vielzahl von Farbsensoren mit grosser Genauigkeit auf der ganzen Breite
erfasst wird.
[0012] Das Ausführungsbeispiel gemäss Anspruch 3 hat den Vorteil, dass die Druckbahn mit
hoher räumlicher Auflösung auf der gesamten bedruckten Fläche erfasst wird.
[0013] Die Ausführungsbeispiele gemäss Ansprüchen 4-5 ermöglichen eine grosse Reduktion
der Datenmenge, wobei dennoch die relevante gesamte Flächendeckung exakt ermittelt
wird und dem Regelverfahren als Istwert zugrundegelegt wird.
[0014] In einem weiteren Aspekt besteht die Erfindung in einer Vorrichtung zur Regelung
der Farbgebung in einer Druckmaschine, insbesondere zur Ausführung des Verfahrens
nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Druckmaschine für jede Druckfarbe
ein Farbstellwerk mit mehreren Farbzonen umfasst, umfassend ein Farberkennungsgerät
zur Bestimmung einer Ist-Farbgebung auf einem Druckerzeugnis on-line während des Druckvorgangs
und eine Regelungseinheit zur Bestimmung einer Abweichung der Ist-Farbgebung von einer
Soll-Farbgebung und zur Erzeugung von Farbkorrektursignalen für mindestens eine Druckfarbe
und Farbzone zur Regelung mindestens eines der Farbstellwerke, wobei ferner das Farberkennungsgerät
eine Vielzahl von Farbsensoren zur Farbmessung umfasst, die stationär an der Druckmaschine
angeordnet sind und mit denen die Ist-Farbgebung flächenhaft auf einer gesamten, mit
Farbe bedruckten Breite des Druckerzeugnisses messbar ist und wobei die Regelungseinheit
Erfassungsmittel für jeweils mindestens ein schnelles primäres Farbmesssignal pro
Farbzone, Integrationsmittel für mindestens eine Farbzone zur Integration des primären
Farbmesssignals selektiv über einen vorgebbaren Farbbildbereich des Druckerzeugnisses
in der Farbzone sowie Rechenmittel zur Bestimmung einer gesamten Ist-Flächendeckung
für mindestens eine der Druckfarben in dem Farbbildbereich in der Farbzone und zur
Erzeugung des Farbkorrektursignal für die Farbzone und Druckfarbe aus der Ist-Flächendeckung
und einer Soll-Flächendeckung umfasst.
[0015] Die Anordnung mehrerer Farbsensoren in einem Farbmessmodul gemäss Anspruch 8 hat
den Vorteil einer kompakten Bauweise und einfachen und sicheren Montage an der Druckmaschine.
[0016] Die Aufteilung einer Farbzone gemäss Anspruch 9 in mehrere parallele, zu überwachende
Bildzonen erlaubt eine einfache, flächendeckende und sogar überlappende, teilweise
redundante Überwachung der gesamten Druckbreite.
[0017] Durch die Regelungseinheit gemäss den Ansprüchen 10-11 wird genügend Rechenleistung
für eine Gesamtflächen-Überwachung und zur gezielten Datenreduktion vor dem Integrationsschritt
zur Verfügung gestellt.
[0018] Gegenstand der Erfindung ist auch eine Druckmaschine mit einer erfindungsgemässen
Vorrichtung zur Druckfarbenregelung.
[0019] Weitere Ausführungen, Vorteile und Anwendungen der Erfindung ergeben sich aus abhängigen
Ansprüchen sowie aus der nun folgenden Beschreibung und den Figuren.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0020] Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Blockdiagramm einer Rollenoffsetdruckeinheit für 4-Farbendruck (CMYK);
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung des Farbflusses in einer Farbeinheit;
- Fig. 3
- eine Illustration eines Farbstellwerks für den Rollenoffsetdruck;
- Fig. 4
- ein Diagramm eines erfindungsgemässen Farbkontrollsystems mit geschlossenem Regelkreis;
und
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäss stationären und vollflächigen
Farbmesseinrichtung.
[0021] In den Figuren sind gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0022] Fig. 1-3 zeigen Schemata einer herkömmlichen Rollenoffsetdruckeinheit 1 für 4-Farbendruck
(CMYK=Cyan, Magenta, Yellow und Black), auf welche sich die Erfindung vorzugsweise
bezieht. Fig. 1 zeigt für jede Druckfarbe F1, ..., F4 ein Druckwerk 1a mit einer Farbeinheit
1b oder einem Farbstellwerk 1b. Das Druckerzeugnis 3 durchläuft in Druckrichtung 4
nacheinander die Druckeinheiten 1a und wird so mehrfarbig bedruckt. Die Reihenfolge
der Druckwerke 1a, 1b ist nicht zwingend vorgegeben.
[0023] Fig. 2 zeigt schematisch den Farbfluss in einer an sich bekannten Farbeinheit 1b,
die sich quer über die ganze Papierbahn erstreckt. Über Farbschrauben 5 wird eine
segmentierte Farbblende 6 so verstellt, dass aus dem Farbreservoir 8 für jedes Farbblendensegment
(entsprechend einer Farbzone 12) eine gewünschte Druckfarbenmenge auf die Farbwalze
8 übertragen wird. Die Druckfarbe wird über diverse Walzen 2, insbesondere über Duktorenwalzen
9, Vibratorwalzen, eine Druckwalze 10 mit Druckplatten und einen Druckzylinder 11
auf das Druckerzeugnis 3, z. B. Zeitungspapier 3, aufgedruckt. Die Vibratorwalzen
oszillieren quer zum Walzenwerk und verteilen die Druckfarbe F1, ..., F4 von einer
Farbzone 12 zur anderen, um so eine homogenere Farbverteilung quer zu den einzelnen
Farbsegmenten 12 zu erhalten. Zum simultanen beidseitigen Bedrucken ist im Normalfall
eine entsprechende Druckeinheit 1a und Farbeinheit 1b auch oberhalb des Druckmediums
3 angeordnet, hier jedoch nicht dargestellt.
[0024] Fig. 3 zeigt schematisch in Draufsicht ein Farbstellwerk 1b für eine Rollenoffsetdruckmaschine
1. Viele Farbschrauben 5 sind auf dem Farbstellwerk 1b quer zum Druckpapier 3 angeordnet,
um so die Farbmenge, die auf die Walzen 2 übertragen wird, zu steuern. Die Menge der
Farbschrauben 5 kann je nach Druckmaschine 1 variieren; üblicherweise werden für eine
Bahnbreite von 36 Inch 24 Farbschrauben 5 verwendet. Durch jede Farbstellschraube
5 und das jeweils zugehörige Segment der segmentierten Farbblende 6 wird auf der Farbwalze
8 und später auf der Druckwalze und dem Druckerzeugnis (hier nicht zu sehen) eine
Farbzone 12 definiert. Alle Farbzonen 12 zusammen decken die gesamte mit Farbe zu
bedruckende Breite des Druckerzeugnisses ab. An der Blendensegmentkante 13 der Farbblende
6 wird die Druckfarbe F1, ..., F4 des Farbstellwerks 1b von dem Farbreservoir 7 auf
die Farbwalze 8 übertragen. Die Farbmenge, welche über das Rollensystem 2 der Druckmaschine
1 letztlich auf das Druckmedium 3 aufgebracht wird, kann durch die Einstellung des
Abstandes zwischen der Blendensegmentkante 13 der Farbblende 6 und der Aussenfläche
der Farbmitnahmewalze 8 geändert werden. Die Position jedes einzelnen Blendensegmentes
12 bezüglich der Farbwalze 8 und somit die Farbmenge, welche auf diesen Druckbahnteil
3' aufgebracht wird, kann durch das Stellwerk 1b für jede Farbzone 12 unabhängig eingestellt
werden.
[0025] Anhand von Fig. 4-5 wird das erfindungsgemässe System zur Regelung der Farbgebung
in einer Druckmaschine 1 erläutert. Fig. 4 zeigt eine gesamte Farb- und Druckeinheit
1a, 1b, in der eine Druckfarbe F1, ..., F4 von dem zugehörigen Farbstellwerk 1b zonenweise
geregelt wird. Zunächst wird auf einer Originalvorlage 18a, 18b eine Soll-Farbgebung
bestimmt. Die Originalvorlage 18a, 18b kann z. B. ein Originalbild 18a, ein OK-Exemplar
18a, eine Druckvorstufe 18a, digitale Originalbilddaten 18a oder eine Druckplatte
18b typischerweise für genau eine Druckseite oder Zeitungsseite 18a, 18b, 18c des
Druckerzeugnisses 3 sein. Sie enthält typischerweise eine Mischung von Textbereichen
3a, bedruckt mit Vollton-Schwarz, und von Farbbildbereichen 3b, bedruckt mit Druckfarben
F1, ..., F4, z. B. Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (CMYK). Bekanntermassen wird der
Druckvorgang und die Farbgebung, insbesondere die Flächendeckung mit Druckfarbe auf
der Druckwalze 11 oder der Druckplatte 18b, von der Systemsteuerung 14 für die Druck-
und Farbeinheit 1a, 1b gesteuert. Dabei kann eine Ist-Farbgebung auf dem Druckerzeugnis
3 on-line während des Druckvorgangs mit Hilfe eines Farberkennungsgeräts 21' bestimmt
und aus den resultierenden Ist/Soll-Abweichungen für jede Druckfarbe F1, ..., F4 und
Farbzone 12 ein Farbkorrektursignal 28 für das zugehörige Farbstellwerk 1b der Druckmaschine
1 erzeugt werden.
[0026] Erfindungsgemäss umfasst nun das Farberkennungsgerät 21' eine Vielzahl von Farbsensoren
24a, 24b, 24c zur Farbmessung 16, die stationär an der Druckmaschine 1 angeordnet
sind und mit denen die Ist-Farbgebung flächenhaft auf einer gesamten, mit Farbe bedruckten
Breite des Druckerzeugnisses 3 gemessen wird, wobei für jede Farbzone 12 der Druckmaschine
1 mindestens ein schnelles primäres Farbmesssignal 26 erfasst wird, für mindestens
eine der Farbzonen 12 aus dem primären Farbmesssignal 26 durch Integration entlang
der Druckrichtung 4 über einen vorgebbaren Farbbildbereich 3b des Druckerzeugnisses
3 in der Farbzone 12 ein integrales Farbmesssignal 27 gebildet wird, aus dem integralen
Farbmesssignal 27 für mindestens eine Druckfarbe F1, ..., F4 eine gesamte Ist-Flächendeckung
des Farbbildbereichs 3b in der Farbzone 12 bestimmt wird und mit Hilfe der Ist-Flächendeckung
das Farbkorrektursignal 28 für die Farbzone 12 und Druckfarbe F1, ..., F4 erzeugt
wird. Es wird also aus einem über einen grossen Druckbereich 18c des Druckerzeugnisses
3 integrierten Farbmesssignal 27 eine gesamte Ist-Flächendeckung des Druckbereichs
18c bestimmt und aus der gesamten Flächendeckung das Farbkorrektursignal 28 erzeugt.
Im folgenden werden Ausführungsbeispiele angegeben.
[0027] Fig. 4 zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel für die Verfahrensschritte: optisch
grossflächige oder ganzseitige Erfassung des Druckbildes 18c mit dem Farberkennungsgerät
21' umfassend mindestens ein Farbmessmodul 21, Weitergabe des zeitabhängigen primären
Farbmesssignals 26 an die Farbmesseinheit 16a zur Signalerfassung und Vorverarbeitung
und an die Integrations- und Bildverarbeitungseinheit 16b zur Bildung des integralen
Farbmesssignals 27. Die Signalverarbeitung und insbesondere Integration der primären
Farbmesssignale 26 kann analog-elektrisch in der Messelektronik 25 des Messmoduls
21 (Fig. 5) und/oder digital im Farbkontrollsystem 15, 16a, 16b (Fig. 4) durchgeführt
werden.
[0028] Dank der digitalen Systemintegration der Druckvorstufe ermöglichen neueste Computer-zu-Druckplatte
Technologien einen direkten Transfer der Originalbildinformationen 18a auf die Druckplatte
18b. Die Verwendung der digitalen Daten der Druckvorstufe erlauben eine einfachere
und genauere Berechnung der Druckplattenfarbbelegung oder Druckplattenflächendeckung.
Die Druckplattenflächendeckung ist das Verhältnis zwischen eingefärbter Fläche auf
der Platte 18b und der totalen Plattenfläche und liefert so ein optimales Mass für
die benötigte Farbmenge für den Druck des Bildes 18c. Vom Originalbild 18a oder der
Druckplatte 18b werden Sollbilddaten in die Farbregeleinheit 17 eingespeist und dort
mit den integralen Farbmesssignalen 27 verglichen. Für diesen Ist/Soll-Vergleich werden
die Daten, falls erforderlich, so aufbereitet, dass sie sich auf die gleichen Farbmessgrössen,
bevorzugt auf die gesamte Flächendeckung im vorgegebenen Farbbildbereich 3b, beziehen.
Aus der Ist/Soll-Abweichung werden laufend Farbkorrektursignale 28 generiert und via
Systemsteuerung 14 an die Farb- und Druckeinheit 1b, 1a zur zonenweisen Regelung mindestens
einer Druckfarbe F1, ..., F4 weitergeleitet. Die Farbkontrolleinheit 15 vergleicht
die Ist-Farbgebung mit der Soll-Farbgebung insbesondere unter Berücksichtigung der
gebräuchlichen Modelle zu Beschreibung von Druckmaschinen 1 und stellt die Farbkorrektursignale
28 dem Drucksystem 14 in geeigneter Form zur Verfügung.
[0029] Der Ist/Soll-Vergleich kann durch eine Korrelation zwischen der gemessenen Flächendeckung
der ganzen Druckfläche 18c oder der wichtigsten grösseren Flächen 3b und der durch
die Druckvorstufendaten bestimmten Soll-Flächendeckung erfolgen. Mit dieser Methode
kann das ganze Druckbild 18c optimal an die Druckvorgaben 18a angepasst werden und
nicht nur einzelne kleinere Bereiche des Druckbildes 18c. Die grossflächige oder ganzflächige
Messung der Druckfarben-Flächendeckung berücksichtigt die gesamte benötigte Druckfarbenmenge
für das Druckbild 18c, so dass die Farbmenge nicht von kleinen Kontrollfarbmessfeldern
auf die ganze Seitenbelegung oder Flächendeckung extrapoliert werden muss, da die
Farbstellwerke 1b bereits gemäss der gesamten Flächendeckung geregelt werden.
[0030] Mit Vorteil ist die Originalvorlage 18a, 18b mit gleichen und insbesondere gleich
kalibrierten Farbsensoren 24a, 24b, 24c wie das Druckbild 18c gescannt worden. Die
Originalvorlage 18a, 18b kann auch mit einer CCD-Kamera erfasst werden. Die Bild-
oder Farbdaten des Originalbildes 18a können direkt in elektronischer Form von der
Druckvorstufe, durch Einscannen der Druckplatten 18b oder durch direkte Bahnmessung
eines OK-Exemplars erhalten werden. Bevorzugt wird die Farbe mit einer Genauigkeit
besser als derjenigen des Auges gemessen. Dann werden Soll-Flächendeckungen integral
für die interessierenden Farbbildbereiche 3b bestimmt.
[0031] Bevorzugt werden mit den Farbsensoren 24a, 24b, 24c Farbwerte RGB auf dem Druckerzeugnis
3 gemessen, wobei für zusammengehörende Farbwerte RGB, welche die Koordinaten eines
abstrakten Farbpunkts in einem Farbraum bilden, jeweils das primäre Farbmesssignal
26 erfasst und das integrale Farbmesssignal 27 gebildet wird und aus den integralen
Farbmesssignalen 27 zusammengehörender Farbwerte RGB die Ist- Flächendeckung für mindestens
eine der Druckfarben F1; ...; F4 berechnet wird und als die Ist-Farbgebung im Regelungsverfahren
verwendet wird. Als die Ist-Farbgebung dient bevorzugt die gesamte Flächendeckung,
die durch das integrale Farbmesssignal sehr genau erfasst wird, da diese Grössen einander
näherungsweise proportional sind. Alternativ zu RGB Farbwerten können auch Reflexionsvermögen,
optische Dichte oder Farbwerte ausgedrückt in einem der gebräuchlichen Farbstandards
(z. B. Status T, XYZ, CIELUV oder CIELAB) gemessen werden. Verschiedene Methoden zur
Konversion von RGB Reflektionswerten in XYZ oder CIELAB und CIELUV und damit in Druckfarben-Flächendeckungen
sind bekannt und beschrieben.
[0032] Mit Vorteil werden auch in mindestens einer der Farbzonen 12 mehrere Bildzonen 19
definiert, wobei für jede Bildzone 19 separate primäre Farbmesssignale 26 erfasst
werden und das integrale Farbmesssignal 27 durch Integration und Addition der primären
Farbmesssignale 26 gebildet wird.
[0033] Mit Vorteil wird das primäre Farbmesssignal 26 so schnell oder schneller erfasst,
dass mindestens einzelne Textzeilen und insbesondere mindestens einzelne Buchstaben-Strichdicken
detektiert werden können. Auch soll das primäre Farbmesssignal 26 entlang der Druckrichtung
4 kontinuierlich erfasst und bei Bedarf gezielt aufintegriert werden, so dass ein
zur Farbzone 12 gehörender Druckbahnteil 3' auf dem Druckerzeugnis 3 in Druckrichtung
4 vollflächig überwacht wird.
[0034] Die Integration kann über ein gesamtes Druckbild 18c des Druckerzeugnisses 3 und
insbesondere über mehrere in Druckrichtung 4 hintereinander angeordnete gesamte Druckbilder
18c des Druckerzeugnisses 3 ausgeführt werden. Dadurch wird genau die relevante Druckfarben-Flächendeckung,
nämlich die Flächendeckung über ein ganzes Druckbild 18c oder beispielsweise über
eine ganze Druckwalzendrehung, d. h. über zwei auf der Druckwalze 11 in Druckrichtung
4 hintereinander angeordnete Druckbilder 18c, messtechnisch erfasst.
[0035] Zur Datenreduktion kann das primäre Farbmesssignal 26 in Druckbereichen 3a mit ausschliesslich
Vollton-Text auf dem Druckerzeugnis 3 von der Weiterverarbeitung ausgeschlossen werden.
Zur Verbesserung der Messgenauigkeit kann das integrale Farbmesssignal 27 für jeden
Farbbildbereich 3b des Druckerzeugnisses 3 gebildet werden.
[0036] Bevorzugt wird das Verfahren für alle Farbzonen 12 in einem der Farbstellwerke 1b
der Druckmaschine 1 und/oder für alle Farbstellwerke 1b und damit Druckfarben F1,
..., F4 der Druckmaschine 1 angewendet. Dann werden für jede Farbzone 12 und/oder
Druckfarbe F1, ..., F4 aus integralen Farbmesssignalen 27 Ist-Flächendeckungen bestimmt
und durch Vergleich mit den korrespondierenden Soll-Flächendeckungen die zonen- und
druckfarbenspezifischen Farbkorrektursignale 28 erzeugt.
[0037] Gegenstand der Erfindung ist auch eine Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens.
Die Vorrichtung umfasst neben dem Farberkennungsgerät 21' eine Regelungseinheit 15,
25 zur Bestimmung einer Abweichung der Ist-Farbgebung von einer Soll-Farbgebung und
zur Erzeugung von Farbkorrektursignalen 28 für mindestens eine Druckfarbe F1, ...,
F4 und Farbzone 12 zur Regelung mindestens eines Farbstellwerks 1b. Erfindungsgemäss
umfasst das Farberkennungsgerät 21' eine Vielzahl von Farbsensoren 24a, 24b, 24c zur
Farbmessung 16, die stationär an der Druckmaschine 1 angeordnet sind und mit denen
die Ist-Flächendeckung mit einer Druckfarbe F1, ..., F4 flächenhaft auf einer gesamten,
mit Farbe bedruckten Breite des Druckerzeugnisses 3 messbar ist, und umfasst die Regelungseinheit
15, 25 Erfassungsmittel 16a, 25 für jeweils mindestens ein schnelles primäres Farbmesssignal
26 pro Farbzone 12, Integrationsmittel 16b, 25 für mindestens eine Farbzone 12 zur
Integration des primären Farbmesssignals 26 selektiv über einen vorgebbaren Farbbildbereich
3b des Druckerzeugnisses 3 in der Farbzone 12 sowie Rechenmittel 17 zur Bestimmung
einer totalen Ist-Flächendeckung für mindestens eine der Druckfarben F1, ..., F4 in
dem Farbbildbereich 3b in der Farbzone 12 und zur Erzeugung des Farbkorrektursignals
28 für die Farbzone 12 und die Druckfarbe F1, ..., F4 aus der Ist-Flächendeckung und
einer zugehörigen Soll-Flächendeckung.
[0038] Gemäss dem Ausführungsbeispiel in Fig. 5 umfasst das Farberkennungsgerät 21' für
eine Farbzone 12 der Druckmaschine 1 mindestens ein separates stationäres Farbmessmodul
21 mit mindestens einem Farbsensorelement 24 und mit einer Abbildungsoptik 22. Vorzugsweise
und wie dargestellt sind in dem Farbmessmodul 21 einer Farbzone 12 mehrere Farbsensorelemente
24 vorhanden, die so in einem Array 23 angeordnet sind, dass durch die Abbildungsoptik
22 und jedes Farbsensorelement 24 jeweils eine parallele Bildzone 19 auf dem Druckbahnteil
3' der Farbzone 12 definiert ist und durch die vom Array 23 erfassten parallelen Bildzonen
19 eine gesamte Breite des Druckbahnteils 3' optisch flächendeckend erfassbar ist.
Im dargestellten Farbmessmodul 21 ist die Abbildungsoptik 22 einfach eine gemeinsame
Linse 22, durch die für jedes Farbsensorelement 24 eine Bildzone 19 auf dem Druckbahnteil
3' im beleuchteten Farbmessgebiet 20 des Farbmessmoduls 19 definiert ist. Die Farbsensoren
24a, 24b, 24c für unterschiedliche Farben, z. B. für Rot Grün Blau (RGB), sollen jeweils
in Gruppen zur Mehrfarbenmessung, z. B. in RGB-Gruppen, zusammengefasst sein; insbesondere
können sie schachbrettartig verteilt über die Empfangsfläche des Farbsensorelements
24 angeordnet sein, um eine flächendeckende Bildzonenerfassung 19 für alle zu messenden
Farben RGB zu gewährleisten. Die Farbsensorelemente 24 wiederum können einfach linear
nebeneinander angeordnet sein, um eine flächendeckende Überdeckung der Farbzone 12
mit parallelen Bildzonen 19 zu erreichen. Es ist auch möglich, die Farbsensorelemente
24 versetzt zueinander anzuordnen (nicht dargestellt).
[0039] Bevorzugt ist in dem Farbsensorelement 24 für jeden zu messenden Farbwert RGB mindestens
ein Farbsensor 24a, 24b, 24c vorhanden und so angeordnet, dass durch die Abbildungsoptik
22 ein zur Farbzone 12 gehörender Druckbahnteil 3' auf dem Druckerzeugnis 3 flächendeckend
optisch von den Farbsensoren 24a, 24b, 24c des Farbsensorelements 24 erfassbar ist.
Die Farbsensoren 24a, 24b, 24c können CMOSbasierende Detektoren 24a, 24b, 24c sein,
die gute Bildeigenschaften und niedrige Anschaffungskosten haben. Die Farbsensoren
24a, 24b, 24c können auch Einzeldioden 24a, 24b, 24c in einer strukturieren Photodiode
sein. Eine strukturierte Photodiode umfasst auf einem monolithischen Chip typischerweise
drei Einzeldiode 24a, 24b, 24c, die über separate elektrische Anschlüsse auslesbar
sind und durch strukturierte optische Filter farbenselektive spektrale Empfindlichkeiten
aufweisen. Die Einzeldioden 24a, 24b, 24c können z. B. viereckig sein und matrixartig
auf dem Photodiodenchip angeordnet sein oder sechseckig sein und wabenförmig angeordnet
sein. Das Farbsensorelement 24 kann eine oder mehrere strukturierte Photodioden umfassen.
[0040] Mit Vorteil weisen die Erfassungsmittel 16a, 25, insbesondere die Farbmesseinheit
16a des Farbregelsystems 15 und die Messelektronik 25 der Farbmessmodule 21, eine
hinreichende Frequenzbandbreite auf, so dass in jedem primären Farbmesssignal 26 mindestens
einzelne Textzeilen und insbesondere mindestens einzelne Buchstaben-Strichdicken an
der laufenden Druckmaschine 1 erfassbar sind. Die Bezugnahme auf Textzeilen und Buchstaben-Strichdicken
dient hier ausschliesslich, um eine für das menschliche Auge relevante optisch-räumliche
Auflösung anzugeben. Die Farbbeurteilung von Vollton-Text ist jedoch normalerweise
nicht erforderlich. Auch sollen die Regelungseinheit 15, 25 und insbesondere die Erfassungsmittel
16a, 25 genügend Kapazität zur Datenerfassung und Datenverarbeitung aufweisen, um
eine kontinuierliche Erfassung der primären Farbmesssignale 26 entlang der Druckrichtung
4 und eine vollständige Überwachung aller zu den Farbzonen 12 gehörenden Druckbahnteile
3' auf dem Druckerzeugnis 3 zu gewährleisten.
[0041] Die Integrationsmittel 16b, 25 können im Farbkontrollsystem 15 und/oder direkt im
Farbsensorelement-Array 23 vorhanden sein. Sie umfassen vorzugsweise Diskriminationsmittel
zur automatischen Erkennung der vorgebbaren Farbbildbereiche 3b auf dem in Druckrichtung
4 bewegten Druckerzeugnis 3 und zur Eliminierung des primären Farbmesssignals 26 ausserhalb
der Farbbildbereiche 3b. Darüberhinaus sollen die Regelungseinheit 15, 25 und insbesondere
die Integrationsmittel 16b, 25 und die Rechenmittel 17 genügend Kapazität zur Datenverarbeitung
aufweisen, um das Farbkorrektursignal 28 für jede Farbzone 12 und/oder für jede Druckfarbe
F1, ..., F4 zu erzeugen.
[0042] Im erfindungsgemässen System werden durch eine vollflächige, schnelle primäre Farbüberwachung
und eine farbflächenselektive Signalintegration grosse Rohdatenmengen auf für die
Gesamt-Flächendeckung mit der relevanten Druckfarbe F1, ..., F4 repräsentative Daten
kondensiert und daraus zuverlässige Farbkorrektursignale 28 abgeleitet. So wird ohne
Farbmarkierungen und mit moderatem Rechenaufwand eine exakte Farbregelung realisiert.
Das Farbregelungsverfahren und die Farbregelungsvorrichtung werden vorzugsweise in
Rollenoffsetdruckmaschinen besonders für Zeitungsdruck verwendet. Beansprucht wird
auch eine Druckmaschine 1 mit einer solchen Farbregelungsvorrichtung.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0043]
- 1
- Druckmaschine, 4-Farben Rollenoffsetdruckmaschine
- 1a
- Druckeinheiten
- 1b
- Farbeinheiten, Farbstellwerke
- 2
- Druckwalzen
- 3
- Druckmedium, Druckpapier, Druckerzeugnis, Zeitungsbahn, Druckausschnitt
- 3'
- Druckbahn in einer Farbzone
- 3a
- Textbereich (mehrheitlich schwarz)
- 3b
- Farbbildbereich (CMYK)
- 4
- Durchlaufrichtung, Druckrichtung
- 5
- Farbschraube
- 6
- segmentierte Farbblende
- 7
- Farbreservoir
- 8
- Farbwalze
- 9
- Duktorenwalzen
- 10
- Druckwalze mit Druckplatten, Druckplattenwalze
- 11
- Druckzylinder
- 12
- Blendensegment, Farbzone
- 13
- Blendensegment-Kante
- 14
- Systemsteuerung für Druckeinheit
- 15
- geregeltes Farbkontrollsystem
- 16
- Farberkennung
- 16a
- Farbmessung, Bildmessung
- 16b
- Bildverarbeitung, Integrator für Sensorsignale
- 17
- Farbkontrolle, Farbregelung
- 18a
- Originalbild, Druckvorstufe, Originalvorlage, OK-Exemplar
- 18b
- Druckplatte, Originalvorlage
- 18c
- Druckbild
- 19
- Bildzonen eines Farbmessmoduls
- 20
- beleuchtetes Messgebiet eines Farbmessmoduls
- 21
- Farbmessmodul, inkl. Optik und Elektronik
- 21'
- Farberkennungsgerät
- 22
- Abbildungsoptik
- 23
- Farbsensorelement-Array
- 24
- Farbsensorelement für Mehrfarbenmessung
- 24a, 24b, 24c
- Farbsensoren
- 25
- Messelektronik des Farbmessmoduls
- 26
- primäre Farbmesssignale der Sensorelemente, Sensorsignale, Messdaten
- 27
- vorverarbeitetes Farbmesssignal des Farbmessmoduls, integrales Farbmesssignal
- 28
- Farbkorrektursignale
- F1, ..., F4
- Farben, CMYK
1. Verfahren zur Regelung der Farbgebung in einer Druckmaschine (1), wobei jede Druckfarbe
(F1, ..., F4) von einem Farbstellwerk (1b) mit mehreren Farbzonen (12) geregelt wird,
wobei eine Ist-Farbgebung auf dem Druckerzeugnis (3) on-line während des Druckvorgangs
mit Hilfe eines Farberkennungsgeräts (21') bestimmt wird, eine Soll-Farbgebung auf
einer Originalvorlage (18a, 18b) bestimmt wird und aus den resultierenden Ist/Soll-Abweichungen
für mindestens eine Druckfarbe (F1, ..., F4) und Farbzone (12) ein Farbkorrektursignal
(28) für das zugehörige Farbstellwerk (1b) der Druckmaschine (1) erzeugt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) das Farberkennungsgerät (21') eine Vielzahl von Farbsensoren (24a, 24b, 24c) zur
Farbmessung (16) umfasst, die stationär an der Druckmaschine (1) angeordnet sind und
mit denen die Ist-Farbgebung flächenhaft auf einer gesamten, mit Farbe bedruckten
Breite des Druckerzeugnisses (3) gemessen wird und
b) für jede Farbzone (12) der Druckmaschine (1) mindestens ein schnelles primäres
Farbmesssignal (26) erfasst wird, für mindestens eine der Farbzonen (12) aus dem primären
Farbmesssignal (26) durch Integration entlang einer Druckrichtung (4) über einen vorgebbaren
Farbbildbereich (3b) des Druckerzeugnisses (3) in der Farbzone (12) ein integrales
Farbmesssignal (27) gebildet wird, aus dem integralen Farbmesssignal (27) für mindestens
eine Druckfarbe (F1, ..., F4) eine gesamte Ist-Flächendeckung des Farbbildbereichs
(3b) in der Farbzone (12) bestimmt wird und mit Hilfe der Ist-Flächendeckung das Farbkorrektursignal
(28) für die Farbzone (12) und Druckfarbe (F1, ..., F4) erzeugt wird.
2. Das Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass in mindestens einer der Farbzonen (12)
a) mit den Farbsensoren (24a, 24b, 24c) Farbwerte (RGB) auf dem Druckerzeugnis (3)
gemessen werden, wobei für zusammengehörende Farbwerte (RGB), welche Koordinaten eines
abstrakten Farbpunkts in einem Farbraum bilden, jeweils das primäre Farbmesssignal
(26) erfasst und das integrale Farbmesssignal (27) gebildet wird und aus den integralen
Farbmesssignalen (27) zusammengehörender Farbwerte (RGB) die Ist-Flächendeckung für
mindestens eine der Druckfarben (F1; ...; F4) berechnet wird und als die Ist-Farbgebung
im Regelungsverfahren verwendet wird und/oder
b) mehrere Bildzonen (19) definiert werden, wobei für jede Bildzone (19) separate
primäre Farbmesssignale (26) erfasst werden und das integrale Farbmesssignal (27)
durch Integration und Addition der primären Farbmesssignale (26) gebildet wird.
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) das primäre Farbmesssignal (26) so schnell oder schneller erfasst wird, dass mindestens
einzelne Textzeilen und insbesondere mindestens einzelne Buchstaben-Strichdicken detektiert
werden können und/oder
b) das primäre Farbmesssignal (26) entlang der Druckrichtung (4) kontinuierlich erfasst
wird und dadurch ein zur Farbzone (12) gehörender Druckbahnteil (3') auf dem Druckerzeugnis
(3) in Druckrichtung (4) vollflächig überwacht wird.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Integration über ein gesamtes Druckbild (18c) des Druckerzeugnisses (3) und insbesondere
über mehrere in Druckrichtung (4) hintereinander angeordnete gesamte Druckbilder (18c)
des Druckerzeugnisses (3) ausgeführt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) das primäre Farbmesssignal (26) in Druckbereichen (3a) mit ausschliesslich Vollton-Text
auf dem Druckerzeugnis (3) nicht weiterverarbeitet wird und/oder
b) das integrale Farbmesssignal (27) für jeden Farbbildbereich (3b) des Druckerzeugnisses
(3) gebildet wird.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) für alle Farbzonen (12) die integralen Farbmesssignale (27) gebildet werden, die
Ist-Flächendeckungen einer Druckfarbe (F1, ..., F4) bestimmt werden und aus den Ist-Flächendeckungen
und Soll-Flächendeckungen alle Farbkorrektursignale (28) für das Farbstellwerk (1b)
der Druckfarbe (F1, ..., F4) erzeugt werden und/oder
b) aus dem integralen Farbmesssignal (27) einer Farbzone (12) die Ist-Flächendeckungen
für alle Druckfarben (F1, ..., F4) der Druckmaschine (1) bestimmt werden und aus den
Ist-Flächendeckungen und Soll-Flächendeckungen die Farbkorrektursignale (28) für diese
Farbzone (12) für alle Farbstellwerke (1b) der Druckmaschine (1) erzeugt werden.
7. Vorrichtung zur Regelung der Farbgebung in einer Druckmaschine (1), insbesondere zur
Ausführung des Verfahrens nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Druckmaschine
(1) für jede Druckfarbe (F1, ..., F4) ein Farbstellwerk (1b) mit mehreren Farbzonen
(12) umfasst, umfassend ein Farberkennungsgerät (21') zur Bestimmung einer Ist-Farbgebung
auf einem Druckerzeugnis (3) on-line während des Druckvorgangs und eine Regelungseinheit
(15, 25) zur Bestimmung einer Abweichung der Ist-Farbgebung von einer Soll-Farbgebung
und zur Erzeugung von Farbkorrektursignalen (28) für mindestens eine Druckfarbe (F1,
..., F4) und Farbzone (12) zur Regelung mindestens eines der Farbstellwerke (1b),
dadurch gekennzeichnet, dass
a) das Farberkennungsgerät (21') eine Vielzahl von Farbsensoren (24a, 24b, 24c) zur
Farbmessung (16) umfasst, die stationär an der Druckmaschine (1) angeordnet sind und
mit denen die Ist-Farbgebung flächenhaft auf einer gesamten, mit Farbe bedruckten
Breite des Druckerzeugnisses (3) messbar ist und
b) die Regelungseinheit (15, 25) Erfassungsmittel (16a, 25) für jeweils mindestens
ein schnelles primäres Farbmesssignal (26) pro Farbzone (12), Integrationsmittel (16b,
25) für mindestens eine Farbzone (12) zur Integration des primären Farbmesssignals
(26) selektiv über einen vorgebbaren Farbbildbereich (3b) des Druckerzeugnisses (3)
in der Farbzone (12) sowie Rechenmittel (17) zur Bestimmung einer gesamten Ist-Flächendeckung
für mindestens eine der Druckfarben (F1, ..., F4) in dem Farbbildbereich (3b) in der
Farbzone (12) und zur Erzeugung des Farbkorrektursignals (28) für die Farbzone (12)
und Druckfarbe (F1, ..., F4) aus der Ist-Flächendeckung und einer Soll-Flächendeckung
umfasst.
8. Die Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) das Farberkennungsgerät (21') für jede Farbzone (12) der Druckmaschine (1) mindestens
ein separates stationäres Farbmessmodul (21) mit mindestens einem Farbsensorelement
(24) und mit einer Abbildungsoptik (22) umfasst und
b) in dem Farbsensorelement (24) für jeden zu messenden Farbwert (RGB) mindestens
ein Farbsensor (24a, 24b, 24c) vorhanden und so angeordnet ist, dass durch die Abbildungsoptik
(22) ein zur Farbzone (12) gehörender Druckbahnteil (3') auf dem Druckerzeugnis (3)
flächendeckend optisch von den Farbsensoren (24a, 24b, 24c) des Farbsensorelements
(24) erfassbar ist.
9. Die Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7-8, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Farbmessmodul (21) einer der Farbzonen (12) mehrere Farbsensorelemente (24)
vorhanden sind und so in einem Array (23) angeordnet sind, dass durch die Abbildungsoptik
(22) und jedes Farbsensorelement (24) jeweils eine Bildzone (19) auf dem Druckbahnteil
(3') der Farbzone (12) definiert ist und durch die vom Array (23) erfassten Bildzonen
(19) eine gesamte Breite des Druckbahnteils (3') optisch flächendeckend erfassbar
ist.
10. Die Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7-9,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) die Erfassungsmittel (16a, 25) eine hinreichende Frequenzbandbreite aufweisen,
so dass in jedem primären Farbmesssignal (26) mindestens einzelne Textzeilen und insbesondere
mindestens einzelne Buchstaben-Strichdicken erfassbar sind und/oder
b) die Regelungseinheit (15, 25) und insbesondere die Erfassungsmittel (16a, 25) genügend
Kapazität zur Datenerfassung und Datenverarbeitung aufweisen, um eine kontinuierliche
Erfassung der primären Farbmesssignale (26) entlang einer Druckrichtung (4) und eine
vollständige Überwachung aller zu den Farbzonen (12) gehörenden Druckbahnteile (3')
auf dem Druckerzeugnis (3) zu gewährleisten.
11. Die Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7-10,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) die Integrationsmittel (16b, 25) Diskriminationsmittel zur Erkennung der vorgebbaren
Farbbildbereiche (3b) und zur Eliminierung des primären Farbmesssignals (26) ausserhalb
der Farbbildbereiche (3b) umfassen und/oder
b) die Regelungseinheit (15, 25) und insbesondere die Integrationsmittel (16b, 25)
und die Rechenmittel (17) genügend Kapazität zur Datenverarbeitung aufweisen, um das
Farbkorrektursignal (28) für jede Farbzone (12) und/oder für jede Druckfarbe (F1,
..., F4) zu erzeugen.
12. Druckmaschine, gekennzeichnet durch eine Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 7-11.
13. Die Druckmaschine nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass es sich um eine Rollenoffsetdruckmaschine insbesondere für Zeitungsdruck handelt.