[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Zusammensetzung zur Behandlung von Leder,
ein Verfahren zu deren Herstellung und deren Verwendung zum Hydrophobieren und/oder
Weichmachen von Leder.
[0002] Es ist bekannt, daß durch das Einbringen hochmolekularer organischer Substanzen,
wie z.B. Wachse, Paraffine und Fettderivate in Leder, durch Imprägnierung bzw. durch
Anwendung in wäßriger Flotte, eine Hydrophobierwirkung bei Leder erreicht wird.
[0003] Häufig reicht die Hydrophobierwirkung herkömmlicher Hydrophobiermittel jedoch nicht
aus. Nachteilig ist oft auch die Anwendung unter Mitverwendung von Lösungsmitteln,
wie Chlorkohlenwasserstoffe, Butylacetat, Benzin, was aus Arbeitsschutzgründen und
unter Umweltaspekten problematisch ist. Mitunter ist die Anwendung in wäßriger Flotte
gar nicht möglich, z.B. bei der Walkfettung. Die Verwendung derartiger Fettgemische
führt oft dazu, daß die tragehygienischen Eigenschaften, z.B. die Atmungsaktivität,
der damit hergestellten Leder schlecht ist.
[0004] Wasserlösliche hydrophobierende Fettungsmittelformulierungen enthalten die hydrophobierenden
Komponenten in einer Wasserphase emulgiert bzw. dispergiert. Viele der dafür verwendeten
Emulgatoren wirken aufgrund ihrer hydrophilen Molekülteile einer Wasserabstoßung entgegen,
was zu einer ungenügenden Hydrophobierung des Leders führt.
[0005] Seit langem werden auch Silikonöle ohne bzw. mit funktionellen Gruppen, wie OH-,
Carboxyund Amino-Gruppen sowie halogensubstituierte Polymere, wie z.B. Fluorcarbonverbindungen
verwendet. Diese haben den Nachteil, daß sie häufig lösungsmittelhaltig sind bzw.
selbst in Lösungsmitteln appliziert werden müssen. Auch reichen die erforderlichen
Wasserdichtigkeiten der damit hergestellten Leder oft nicht aus.
[0006] Vielfach werden heute fettende Polyacrylate verwendet. Diese bewirken eine hydrophobierende
und gleichzeitig weichmachende Wirkung. Gesteigert wird deren Wirkung durch zusätzliche
Verwendung von Silikonölen bzw. funktionellen Silikonölen im Lederbehandlungsmittel
(EP 1 087 021 A1). Nachteil dieser Fettungsmittel ist, daß die damit hergestellten
Leder viel zu weich sind, den typischen "gummiartigen" Griff acrylatbasierender Fettungsmittel
bewirken und somit für bestimmte Anwendungsbereiche, z.B. für standige Schuhoberleder,
nicht bzw. nur anteilmäßig verwendet werden können.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein in wäßriger Flotte
einsetzbares Lederbehandlungsmittel bereitzustellen, das zum Hydrophobieren und/oder
Weichmachen von Leder ohne die Nachteile aus dem Stand der Technik eingesetzt werden
kann.
[0008] Erfindungsgemäß wird dies erreicht durch eine Zusammensetzung zur Behandlung von
Leder, umfaßend
a) 20 Gew.-% bis 30 Gew.-%, vorzugsweise etwa 25 Gew.-%, bezogen auf die Zusammensetzung,
eines Phosphorsäureestergemisches erhältlich durch Umsetzung von Phosphatierungsmittel
mit einem Gemisch, enthaltend α,ω-Dihydroxypoly-C1-C4-alkylsiloxan mit einer Viskosität
bei 25° C von 200 mPas bis 20 000 mPas und/oder α,ω-Dihydroxyalkyl-poly-C1-C4-alkylsiloxan
mit einer Viskosität von 40 mPas bis 300 mPas sowie weiterhin C10-C40-Alkohol und/oder
C10-C40-Alkohol mit 0,5 bis 10 mol, insbesondere etwa 3,5 mol, von Alkylenoxid abgeleiteten
Einheiten (im weiteren als C10-C40-Alkoholpolyglykolether bezeichnet), und
b) 20 Gew.-% bis 35 Gew.-%, vorzugsweise 25 Gew.-% bis 30 Gew.-%, bezogen auf die
Zusammensetzung, Öl und/oder Wachs.
[0009] In der erfindungsgemäßen Zusammensetzung wird das Reaktionsprodukt aus der Umsetzung
von Phosphatierungsmittel mit den vorgenannten OH-Komponenten Siloxan sowie weiterhin
Alkohol und/oder Alkoholpolyglykolether eingesetzt, d.h. es liegt ein Phosphorsäureestergemisch
in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung vor. Unter einem Phosphatierungsmittel im
Sinne der vorliegenden Erfindung wird jedes Mittel verstanden, das mit den OH-Komponenten
zur Ausbildung von Phosphorsäureestern fähig ist. Vorzugsweise ist das Phosphatierungsmittel
P
2O
5, mit dem die Phosphatierungsreaktion in besonders günstiger, einfacher und schneller
Weise durchgeführt werden kann. Die Phosphorsäureester sind
[0010] insbesondere von der ortho-Phosphorsäure abgeleitet. Es kann sich um Mono-, Di- und
Triester handeln.
[0011] Bei den zur Umsetzung mit dem Phosphatierungsmittel eingesetzten OH-Komponenten handelt
es sich um ein Gemisch, das die vorstehend näher beschriebenen Siloxane und weiterhin
entweder einen C10-C40-Alkohol oder einen C10-C40-Alkoholpolyglykolether oder sowohl
einen C10-C40-Alkohol als auch einen C10-C40-Alkoholpolyglykolether aufweist.
[0012] Das Phosphorsäureestergemisch der erfindungsgemäßen Zusammensetzung kann, wie vorstehend
beschrieben, durch Phosphatierung eines Gemisches der vorgenannten OH-Komponenten
hergestellt werden. Es ist aber auch möglich, in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
die jeweils mit den jeweiligen OH-Komponenten separat hergestellten Phosphorsäureester
einzusetzen.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Zusammensetzung ist das
α,ω-Dihydroxypoly-C1-C4-alkylsiloxan die Verbindung α,ω-Dihydroxypolydimethylsiloxan,
mit dem eine hinsichtlich ihrer Eigenschaften, insbesondere hinsichtlich des Hydrophobierens
und des Weichmachens, besonders vorteilhafte erfindungsgemäße Zusammensetzung erhalten
wird. Vorzugsweise beträgt die Viskosität des Siloxans etwa 500 mPas. Siloxane mit
dieser Viskosität ergeben, insbesondere hinsichtlich der Hydrophobierwirkung und den
weichmachenden Eigenschaften, besonders vorteilhafte erfindungsgemäße Zusammensetzungen.
[0014] Zur Herstellung des in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung vorliegenden Phosphorsäureestergemisches
können in der Phospatierungsreaktion mehrere, voneinander verschiedene C10-C40-Alkohole
verwendet werden. Insbesondere kann es sich um primäre Alkohole handeln. Beispiele
der Alkohole sind (i) ungesättigte, insbesondere einfach ungesättigte, C12-C20-Fettalkohole,
insbesondere Cetylalkohol und Oleylalkohol, oder Gemische von 2 oder mehreren dieser,
beispielsweise ein Gemisch von Cetylalkohol und Oleylalkohol in Verhältnis 1:1, (ii)
verzweigte oder unverzweigte gesättigte C20-C40-Alkohole, beispielsweise C30-C38 Guerbet-Alkohol,
und (iii) gesättigte C10-C18-Alkohole oder Gemische von 2 oder 3 der Alkohole (i)
bis (iii).
[0015] Bei den C10-C40-Alkoholpolyglykolethern handelt es sich vorzugsweise um solche, die
von den vorstehend näher beschriebenen C10-C40-Alkoholen, insbesondere den Alkoholen
(i), (ii) und (iii), abgeleitet sind. Die in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
verwendeten Alkoholpolyglykolether weisen 0,5 bis 10 mol von Alkylenoxid abgeleitete
Einheiten auf. Als Alkylenoxide können Ethylenoxid, Propylenoxid und Gemische davon
eingesetzt werden.
[0016] Ein besonders bevorzugtes Phosphorsäureestergemisch, das in der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung eingesetzt werden kann, ist von einem Gemisch der folgenden OH-Komponenten
herstellbar:
- A
- Gemisch aus ungesättigten C12-C20-Fettalkoholen, vorzugsweise Cetylalkohol/Oleylalkohol
im Verhältnis 1:1, gegebenenfalls ethoxiliert mit 0,5 bis 10 mol Ethylenoxid, vorzugsweise
3,5 mol Ethylenoxid;
- B
- gesättigter verzweigter bzw. unverzweigter C20-C40-Alkohol, vorzugsweise C30-C38 Guerbet-Alkohol;
- C
- gesättigter Fettalkohol mit einer mittleren Kettenlänge C10-C18, und
- D
- α,ω-Dihydroxypolydimethylsiloxan mit einer Viskosität bei 25°C von 200 mPas bis 20
000 mPas, vorzugsweise 500 mPas.
[0017] Das Gemisch dieser OH-Komponenten A, B, C und D wird mit dem Phosphatierungsmittel,
insbesondere P
2O
5, zu dem in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung vorliegenden Phosphorsäureestergemisch
umgesetzt.
[0018] Die Herstellung des in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung verwendeten Phosphorsäureestergemisches
kann dadurch erfolgen, das die vorgenannten OH-Komponenten in einem Reaktionsgefäß
vorgelegt werden. Sollte bei den OH-Komponenten eine fest sein, ist es gegebenenfalls
erforderlich, sie zu schmelzen. Gegebenenfalls kann das Gemisch der vorgelegten OH-Komponenten
auf etwa 40°C erwärmt werden. In dieses Gemisch wird das Phospatierungsmittel, beispielsweise
P
2O
5, eingebracht. Die Phosphatierungsreaktion ist exotherm, die Reaktionstemperatur kann
auf 80°C bis 85°C steigen. Steigt sie auf über 85°C, ist es günstig, eine Kühlung
durchzuführen. Die Phosphatierungsreaktion kann unter Schutzgasatmosphäre, wie N
2, durchgeführt werden. Die Reaktionstemperatur für die Phosphatierung kann 70°C bis
80°C betragen. Die Reaktion kann unter Rühren durchgeführt werden. Günstigerweise
wird die Reaktion nach Vervollständigung der Phosphorsäureesterbildung abgebrochen.
Dies kann nach etwa 5 bis 6 Stunden der Fall sein.
[0019] Das Phosphatierungsmittel P
2O
5 wird günstigerweise bezogen auf die OH-Gruppen der OH-Komponenten in einem molaren
Verhältnis von 1:2 bis 1:3 (n P
2O
5: n OH-Gruppen) eingesetzt. Dadurch wird ein möglichst vollständiger Umsatz des Phosphatierungsmittels
erreicht.
[0020] Die Menge des Siloxans beträgt günstigerweise 50 Gew.-% bis 60 Gew.-%, bezogen auf
das in der Phosphatierungsreaktion eingesetzte Gemisch der OH-Komponenten. Den Rest
auf 100 Gew.-%, bezogen auf das in der Phosphatierungsreaktion eingesetzte Gemisch
der OH-Komponenten, kann dann der C10-C40-Alkohol und/oder C10-C40-Alkoholpolyglykolether
bilden. Wird das vorstehende Gemisch aus den OH-Komponenten A, B, C und D eingesetzt,
kann es 30 Gew.-% bis 40 Gew.-% A, 5 Gew.-% bis 10 Gew.-% B, 2 Gew.-% bis 4 Gew.-%
C und 50 Gew.-% bis 60 Gew.-% D aufweisen, wobei die Mengenangaben auf das Gemisch
der OH-Komponenten bezogen sind.
[0021] Als ÖI und Wachs kommt vorzugsweise Mineralöl zum Einsatz. Als Mineralöl können die
gängigen für die Lederfettung verwendeten Mineralöle eingesetzt werden. Es handelt
sich dabei um Mineralöle mit vorwiegend paraffinischem Anteil (paraffinbasische Mineralöle)
mit einer Viskosität von 15 mm
2/s bis 20 mm
2/s bei 40°C. Es können aber auch andere, z.B. naphthenbasische, Mineralöle mit anderen
Viskositäten verwendet werden. Weiterhin können auch synthetische Öle oder Wachse,
wie Paraffinöl, Alkylbenzole, Paraffinwachse, Polyethylenwachse aber auch native Öle
oder Wachse, wie Wollfett, Bienenwachs, Fischöl, Rüböl und Lecithin für die erfindungsgemäße
Zusammensetzung verwendet werden.
[0022] In der erfindungsgemäßen Zusammensetzung kann weiterhin ein Emulgator vorliegen.
Der Emulgator dient dazu, die erfindungsgemäße Zusammensetzung zu stabilisieren und
hinsichtlich der optischen und anwendungstechnischen Eigenschaften zu verbessern.
Es werden insbesondere solche Emulgatoren eingesetzt, die die Hydrophobierwirkung
der erfindungsgemäßen Zusammensetzung nicht beeinträchtigen. Beispiele solcher Emulgatoren
sind die in der EP 0 213 480 A2 beschriebenen Salze einer α-Aminosäure mit 2 bis 6
Kohlenstoffatomen und mit dem Akyl-Rest einer gesättigten oder ungesättigten Fettsäure
mit 9 bis 20 C-Atomen am Aminstickstoff, das gegebenenfalls zusätzlich durch Methyl
substituiert sein kann, wobei als Salze Alkalisalze, insbesondere des Natriums oder
des Kaliums, die Ammoniumsalze oder Salze eines Mono-, Di- oder Trialkanolamins mit
2 bis 4 C-Atomen im Alkanolrest, insbesondere des Mono-, Di- oder Triethanolamins,
in Betracht kommen. Besonders bewährt hat sich beispielsweise N-Oleoylsarkosid, N-Stearylsarkosid,
N-Laurylsarkosid und deren Salze. Eingesetzt werden können nichtionische Tenside,
wenn sie die Hydrophobierwirkung nicht nachteilig beeinflussen. Das sind z.B. nichtionische
Emulgatoren (z.B. Fettalkoholethoxylate) mit einem HLB-Wert vorzugsweise von 3-9.
Weiter eingesetzt werden können Sorbitanester und Ester anderer Polyole. Eingesetzt
werden können auch alle Tenside aus der Gruppe der Aniontenside, wenn sie die geforderten
anwendungstechnischen Eigenschaften erbringen und nicht zu einer Beeinträchtigung
der Hydrophobierwirkung führen. Das sind z.B. niedrig ethoxylierte Phosphorsäureester
auf Oleyl- oder Talgfett-Basis mit 3 bis 5 Mol Ethylenoxid oder nicht bzw. niedrig
ethoxylierte Sulfosuccinate auf Kokos- oder Talgfett-Basis. Ebenso geeignet ist Laurylsulfat
bzw. deren niedrig ethoxylierte Derivate.
[0023] Die Menge des Emulgators in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung beträgt 0 bis 5
Gew.-%, vorzugsweise etwa 2,5 Gew.-%.
[0024] Die erfindungsgemäße Zusammensetzung kann weiterhin übliche Stellmittel, insbesondere
Glykole, z.B. in einer Menge von 1 Gew.-% bis 2 Gew.-%, bezogen auf die erfindungsgemäße
Zusammensetzung, sowie ein Biozid und/oder Fungizid, jeweils z.B. in einer Menge von
etwa 0,1 Gew.-%, bezogen auf die erfindungsgemäße Zusammensetzung, enthalten.
[0025] Der Rest der erfindungsgemäßen Zusammensetzung auf 100 Gew.-% kann Wasser sein, das
auch als Stellmittel fungiert. Der Zusatz von Wasser bewirkt, daß die erfindungsgemäße
Zusammensetzung vom Anwender sofort eingesetzt werden kann. Als Wasser kann dabei
günstigerweise destilliertes Wasser oder entionisiertes Wasser verwendet werden, wodurch
vorteilhafterweise Fällungsreaktionen in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung vermieden
werden.
[0026] Die erfindungsgemäße Zusammensetzung, vor allem in den vorstehend näher beschriebenen
bevorzugten Ausführungsformen, weist eine ganze Reihe von Vorteilen auf. Bei der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung handelt sich um ein in Wasser emulgierbares Lederbehandlungsmittel,
das sich durch eine exzellente Hydrophobierwirkung und eine ebenfalls exzellente weichmachende
Wirkung von Leder auszeichnet. Es handelt sich um eine multifunktionelle Zusammensetzung,
mit der das Hydrophobieren und das Weichmachen von Leder gleichzeitig erreicht werden
kann. Die nachteiligen Eigenschaften der zu weichmachenden acrylatbasierenden hydrophobierenden
Fettungsmittel weist die erfindungsgemäße Zusammensetzung nicht auf. Es wird eine
reproduzierbare gute Hydrophobierung auf die damit hergestellten Leder ausgeübt, wobei
man ohne zusätzliche, in der Gerberei verwendete Hilfsmittel, auskommt. Die erfindungsgemäße
Zusammensetzung beeinflußt die nachfolgenden Lederbehandlungsschritte nicht nachteilig.
Die tragehygienischen Eigenschaften der mit der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
hergesellten Leder sind hervorragend. Die erfindungsgemäße Zusammensetzung kann ohne
weiteren Einsatz organischer Lösungsmittel verwendet werden, wodurch sie sich hinsichtlich
toxikologischer und umweltrelevanter Aspekte als vorteilhaft erweist. Die erfindungsgemäße
Zusammensetzung kann einfach in wäßriger Flotte auf das Leder appliziert werden.
[0027] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ferner ein Verfahren zur Herstellung der
erfindungsgemäßen Zusammensetzung, wobei das Phosphorsäureestergemisch a), das Mineralöl
b) und ggf. die weiteren Bestandteile, wie Emulgator, Stellmittel, Biozid und Fungizid,
gemischt werden und zu diesem Gemisch dann Wasser gegeben wird.
[0028] Die Wasserzugabe kann unter Rühren erfolgen. Der pH-Wert der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
kann mit einer Base, vorzugsweise Natron- bzw. Kalilauge auf einen Wert zwischen 7
und 9 eingestellt werden. Die Zugabe von Stellmitteln, wie Glykole, z. B. Butyglykol,
Fungizid und Biozid kann auch erst nach der Wasserzugabe erfolgen.
[0029] Wie bereits vorstehend ausgeführt wurde, eignet sich die erfindungsgemäße Zusammensetzung
bestens zum Weichmachen und Hydrophobieren von Leder. Aufgrund der Multifunktionalität
der erfindungsgemäßen Zusammensetzung kann das Weichmachen und das Hydrophobieren
gleichzeitig erreicht werden. Die erfindungsgemäße Zusammensetzung kann in der prinzipiell
gleichen Weise wie die bisher eingesetzten Fettungsmittel und Hydrophiermittel verwendet
werden. Die Menge der erfindungsgemäßen Zusammensetzung kann dabei 8 Gew.-% bis 15
Gew.-%, bezogen auf das Falzgewicht der Leder, betragen.
[0030] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Beispiele näher erläutert, ohne sie jedoch
darauf einzuschränken.
Beispiel 1: Herstellung einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung
[0031] Alle Prozentangaben beziehen sich auf das Gewicht
7,0% |
Cetyl/Oleylalkohol 1:1 mit 3,5 mol Ethylenoxid |
und |
10,2 % |
α, ω-Dihydroxypolydimethylsiloxan |
|
3,0 % |
Guerbet-Alkohol C36 |
geschmolzen zusammen mit |
0,9 % |
gesättigter Fettalkohol C 12/C 14 |
im Dreihalskolben vorlegen und auf 38 - 40 °C erwärmen. Dann vorsichtig |
1,8 % |
Phosporpentoxid |
einstreuen. Die Reaktion verläuft exotherm, Temp. steigt auf ca. 80 bis 85 °C. Falls
Temperatur über 85 °C steigt, kühlen. Unter Stickstoff-Einleitung 5 1/2 Stunden bei
70 bis 75 °C reagieren lassen. Dann eine Mischung aus |
24,3 % |
Mineralöl |
|
5,0 % |
Wollfett |
|
2,3 % |
Oleoylsarcosid |
und |
8,8 % |
Kalilauge 50 % |
in den fertigen Ester einrühren. Bei 43-47 °C verrühren bis homogen. Dann ohne Heizung |
4,2 % |
Butylglykol |
einrühren. Dann mit |
30,5 % |
deionisiertes Wasser |
unter intensivem Rühren eine Emulsion aufbauen (das Wasser portionsweise, langsam
zugeben). Anschließend portionsweise |
1,9 % |
Essigsäure 99,7 % techn. |
einrühren, dann mit |
0,1 % |
Biozid |
konservieren pH im Produkt auf 7,0 - 9,0 einstellen. (Für alle Einstellmaßnahmen wurde
deionisiertes Wasser verwendet) |

|
|
|
Beispiel 2: Behandlung von reinem Chromleder unter Verwendung des erfindungsgemäßen
Mittels
[0032]
Hydrophobierung |
Standardrezeptur/ungefärbt |
ab wet-blue |
mit Chromfixierung |
Originalstärke |
|
Arbeitsgang:
[0033]

Beispiel 3: Behandlung von vegetabil nachgegerbtem Leder unter Verwendung einer erfindungsgemäßen
Zusammensetzung
[0034]

Endbeurteilung
[0035] Die nach den Beispielen 2 und 3 hergestellte Leder waren voll, weich, hatten eine
angenehmen Griff und wiesen keinen negativen gummiartigen Griff auf. Des weiteren
zeigen sie eine ausgezeichnete Hydrophobierung.
1. Zusammensetzung zur Behandlung von Leder, umfassend
a) 20 Gew.-% bis 30 Gew.-%, bezogen auf die Zusammensetzung, eines Phosphorsäureestergemisches,
erhältlich durch Umsetzung von Phosphatierungsmittel mit einem Gemisch, enthaltend
α,ω-Dihydroxypoly-C1-C4-alkylsiloxan mit einer Viskosität bei 25° C von 200 mPas bis
20 000 mPas und/oder α,ω-Dihydroxyalkyl-poly-C1-C4-alkylsiloxan mit einer Viskosität
von 40 mPas bis 300 mPas sowie weiterhin C10-C40-Alkohol und/oder C10-C40-Alkohol
mit 0,5 bis 10 mol von Alkylenoxid abgeleiteten Einheiten und
b) 20 Gew.-% bis 35 Gew.-%, bezogen auf die Zusammensetzung, ÖI und/oder Wachs.
2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das Phosphatierungsmittel P2 O5 ist.
3. Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das α,ω-Dihydroxypoly-C1-C4-alkylsiloxan
die Verbindung α,ω-Dihydroxypolydimethylsiloxan ist.
4. Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Viskosität des
α,ω-Dihydroxypoly-C1-C4-alkylsiloxans etwa 500 mPas beträgt.
5. Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der C10-C40 Alkohol
ausgewählt ist unter C12-C20 ungesättigtem Fettalkohol, gesättigtem verzweigten oder
unverzweigten C20-C40 Alkohol, gesättigtem C10-C18 Alkohol oder Gemischen von 2 oder
mehreren davon.
6. Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der C10-C40-Alkohol
mit 0,5 bis 10 mol von Alkylenoxid abgeleitete Einheiten ausgewählt ist unter C12-C20
ungesättigten Fettalkoholen, gesättigtem verzweigten oder unverzweigten C20-C40 Alkohol,
gesättigtem C10-C18 Alkohol, die jeweils mit 0,5 bis 10 mol Alkylenoxid umgesetzt
sind, oder Gemische von 2 oder mehreren davon.
7. Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Phosphorsäureestergemisch
das Umsetzungsprodukt von Phosphatierungsmittel mit einem Gemisch von
A Gemisch aus ungesättigten C12-C20-Fettalkoholen, vorzugsweise Cetylalkohol/Oleylalkohol
im Verhältnis 1:1, gegebenenfalls ethoxiliert mit 0,5 bis 10 mol Ethylenoxid, vorzugsweise
3,5 mol Ethylenoxid;
B gesättigten verzweigten bzw. unverzweigten C20-C40-Alkohol, vorzugsweise C30-C38
Guerbet-Alkohol;
C gesättigtem Fettalkohol mit einer mittleren Kettenlänge C10-C18, und
D α,ω-Dihydroxypolydimethylsiloxan mit einer Viskosität bei 25°C von 200 mPas bis
20 000 mPas, vorzugsweise 500 mPas
ist.
8. Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei sie weiterhin bis zu
5 Gew.-% Emulgator enthält.
9. Verfahren zur Herstellung einer Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
wobei das Phosphorsäureestergemisch a) das ÖI und/oder Wachs b) und gegebenenfalls
der Emulgator gemischt und dann Wasser zugegeben wird.
10. Verwendung der Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 8 zum Hydrophobieren
und/oder Weichmachen von Leder.