[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Behandlung
eines langgestreckten Mediums. Das Verfahren und die Vorrichtung werden in Bezug auf
nicht metallische langgestreckte Medien und insbesondere auf Textilgarne beschrieben,
es wird jedoch angemerkt, dass auch weitere Anwendungsbereiche denkbar sind.
[0002] Auf dem Markt werden verschiedene Arten von Teppichen angeboten. Dabei steht ein
breites Spektrum an Teppicharten zur Verfügung, beispielsweise "Saxony", "Textured-"
oder "Frieze"-Teppicharten. Um die unterschiedlichen Teppicharten zu zeigen, wird
in unterschiedlichen Herstellungsstufen Einfluss auf das Verfahren bzw. die Produktion
genommen. Auch ist aus dem Stand der Technik bekannt, zusätzliche Bearbeitungsstufen
einzuführen, wie beispielsweise im Falle von Frieze- oder Textured-Garn der Fall.
[0003] Um das Erscheinungsbild von Frieze- oder Textured-Garnen erzeugen zu können, wird
das Garn unmittelbar vor einem Fixierprozess mechanisch, insbesondere, aber nicht
ausschließlich, mit zusätzlicher Wärme und Feuchtigkeit geformt. Dabei werden sogenannte
Stauchkammern verwendet, im Englischen auch als Frieze- oder Stuffer-Box bezeichnet.
[0004] Die derzeit im Stand der Technik bekannten Verfahren folgen im Wesentlichen alle
dem gleichen Prinzip. Dabei wird ein Garnbündel aus mehreren Fäden mittels zweiter
Transportrollen in einen Stauchkanal gepresst. Durch dieses Pressen wird eine Druckerhöhung
bewirkt und damit eine Zunahme des Frieze-Charakters bewirkt.
[0005] Andererseits ist diese Druckzunahme mit erheblichen Nachteilen verbunden. Da, wie
angemerkt, der Transport des Garnes von zwei Rollen übernommen wird, tritt zunehmend
auch ein Druck des zusammengepressten Garns auf die beiden Transportrollen auf. Da
andererseits die Förderrollen mit einer Umfangsgeschwindigkeit von bis zu 600 m/Minute
laufen, kann es zu einem Schleifen des verdichteten Garns an den Rollen kommen. Dies
wiederum bewirkt Glanzstellen, welche als deutlicher Qualitätsmangel zu sehen sind.
[0006] Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass sich durch den erhöhten Druck des Garns
auf das Rollenpaar die Laufsicherheit des Systems sehr stark reduziert. Dabei wird
das verdichtete Garn so stark an die Rollen gepresst, dass sich einzelne Fasern verhängen
können und es so zu einer Blockierung des gesamten Systems kommt bzw. einzelne Fäden
reißen.
[0007] Dieser Problematik wird im Stand der Technik durch zwei unterschiedliche Maßnahmen
begegnet. Einerseits kann die mögliche Fördergeschwindigkeit von 600 m/Minute deutlich
(um ca. 40 %) reduziert werden, was jedoch wiederum die Produktionskosten erhöht.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, den Druck im Verdichterraum zu reduzieren.
Auf diese Weise wird jedoch auch der Grad des Frieze-Charakters reduziert.
[0008] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt darin, die oben beschriebenen Nachteile
zu vermeiden, ohne gleichzeitig die oben beschriebenen, die Produktionskosten erhöhenden,
Maßnahmen ergreifen zu müssen.
[0009] Eine weitere Aufgabe der Erfindung liegt darin, zu erreichen, dass der Frieze-Charakter
in einem gegenüber dem Stand der Technik vergrößerten Bereich variiert werden kann.
[0010] Dieser Aufgaben werden erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung nach Anspruch 1 erreicht.
Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0011] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Behandlung eines langgestreckten Medium weist
wenigstens zwei erste Rotationskörper auf, welche um vorgegebene Drehachsen drehbewegbar
angordnet sind, wobei die Drehachsen bevorzugt im wesentlichen zueinander parallel
sind, daneben sind wenigstens zwei zweite Rotationskörper vorgesehen, welche um vorgegebene
Drehachsen drehbewegbar angeordnet sind. Ferner ist ein erster Behandlungsraum vorgesehen,
der auf einem Transportweg des langgestreckten Mediums zwischen den zwei ersten Rotationskörpern
und den zwei zweiten Rotationskörpern angeordnet ist. Weiterhin ist ein zweiter Behandlungsraum
für das langgestreckte Medium vorgesehen, der auf dem Transportweg des langgestreckten
Mediums insbesondere nach den zwei zweiten Rotationskörpern angeordnet ist.
[0012] Bei dem langgestreckten Medium handelt es sich, wie oben angemerkt, bevorzugt um
ein Garn, welches beispielsweise bei der Herstellung von Teppichen verwendet werden
kann.
[0013] Dabei können mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung Naturfasergarne oder Kunstfasergarne
verarbeitet werden. Dabei sind die Naturfasern aus einer Gruppe von Naturfasern ausgewählt,
welche Wolle, Baumwolle, Flachs, Leinen und dergleichen enthält. Die Kunstfasern sind
aus einer Gruppe von Kunstfasern ausgewählt, welche Polyamid 6, Polyester, Polypropylen,
Acryl und dergleichen enthält.
[0014] Mit der Vorrichtung können insbesondere aber nicht ausschließlich Stapelfasergarne
oder Filamentgarne sowie gesponnene, kablierte oder gezwirnte Garne verarbeitet werden.
[0015] Unter einer Behandlung wird dabei jede physikalische oder chemische Einflussnahme
auf das langgestreckte Medium verstanden, insbesondere Wärmebehandlung, Behandlung
durch flüssige und/oder gasförmige Medien, insbesondere, aber nicht ausschließlich,
Wasserdampf oder Sattdampf, Kältebehandlung, Druckbehandlung, Behandlung durch Verdrehen
und Verdrillung und dergleichen.
[0016] Auch ein Auftrennen eines Garns in einzelne Fäden (vereinzeln) wird als Behandlung
im Sinne der vorliegenden Erfindung verstanden.
[0017] Unter einem Behandlungsraum wird ein abgegrenzter Raum bzw. ein abgegrenztes Volumen
verstanden, in welchem eine Behandlung des langgestreckten Mediums stattfindet, wie
beispielsweise eine Behandlung durch Wasser oder Sattdampf, durch Wärme, Druck und
dergleichen.
[0018] Unter dem Transportweg des Mediums wird der vorgegebene Weg oder Pfad verstanden,
den das langgestreckte Medium, das heißt insbesondere, aber nicht ausschließlich das
Garn, von seinem Eintritt in die Vorrichtung bis zu seinem Austritt aus der Vorrichtung
nimmt.
[0019] In einer bevorzugten Ausführungsform ist wenigstens der erste Behandlungsraum hinsichtlich
seines Volumens veränderbar. Damit ist es beispielsweise möglich, auf den durchschnittlichen
Querschnitt des Raumes Einfluss zu nehmen oder aber auch auf dessen Länge. Unter veränderbar
wird ferner auch verstanden, dass der Raum durch weitere Einrichtungen in mehrere
Unterräume unterteilt werden kann.
[0020] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform können neben den wenigstens zwei ersten
Rotationskörpern und den wenigstens zwei zweiten Rotationskörpern, welche im folgenden
auch als erstes und zweites Rollenpaar bezeichnet werden, weitere Rotationskörperpaare
entlang des Transportweges des langgestreckten Mediums vorgesehen sein. Ferner können
auch mehr als zwei Behandlungsräume vorhanden sein.
[0021] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist wenigstens ein Rotationskörper
im Wesentlichen zylinderförmige Oberflächeneigenschaften auf. Insbesondere handelt
es sich dabei um einen Rotationskörper der zwei ersten Rotationskörper. Der erste
Rotationskörper weist eine rollen- bzw. walzenförmige Struktur bzw. einen im wesentlichen
kreisförmigen Querschnitt auf. Der Querschnitt kann jedoch auch hiervon abweichen
und beispielsweise ellipsenförmig oder dergleichen gewählt werden. Auch könnte der
Rotationskörper kegelförmig ausgebildet sein.
[0022] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weisen die zwei ersten Rotationskörper
im Wesentlichen den gleichen Durchmesser auf. In einer weiteren Ausführungsform weisen
die zwei ersten Rotationskörper unterschiedliche Durchmesser auf.
[0023] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die Drehachse wenigstens eines
ersten Rotationskörpers, bevorzugt beider erster Rotationskörper, im Wesentlichen
dessen bzw. deren Mittelachse. Dies bedeutet, dass im Falle einer Drehung der ersten
Rotationskörper im Wesentlichen keine Exzentritäten auftreten.
[0024] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist wenigstens ein zweiter Rotationskörper,
bevorzugt beide zweiten Rotationskörper, eine von der Idealform eines Zylinders abweichende
Form auf. Dabei kann es sich um abweichende Formen bezüglich der Zylinderoberfläche,
wie Ausnehmungen, Mulden, Vorsprünge und dergleichen, handeln. Bevorzugt weist wenigstens
ein zweiter Rotationskörper Ausnehmungen auf, die im Wesentlichen parallel zur Drehachse
des zweiten Rotationskörpers verlaufen. Dabei sind bevorzugt die Ausnehmungen über
die Länge des zweiten Rotationskörpers im Wesentlichen konstant, es ist jedoch auch
möglich, die Tiefe bzw. Breite dieser Ausnehmungen entlang der Länge des zweiten Rotationskörpers
zu verändern.
[0025] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform entspricht die Drehachse wenigstens
eines zweiten Rotationskörpers, bevorzugt beider zweiten Rotationskörper, im Wesentlichen
der Mittellinie eines Zylinders unter Vernachlässigung der Abweichungen. Dabei wird
der zweite Rotationskörper insbesondere, aber nicht ausschließlich, so ausgeführt
sein, dass dieser im Querschnitt punktsymmetrisch zu einem Mittelpunkt, durch welchen
die Drehachse verläuft, vorgesehen ist.
[0026] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird wenigstens ein erster Rotationskörper
angetrieben. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird wenigstens ein zweiter
Rotationskörper angetrieben. Es ist jedoch auch möglich, beide erste und beide zweite
Rotationskörper anzutreiben, wobei die Antriebe miteinander gekoppelt oder unabhängig
voneinander sein können.
[0027] Dabei ist bevorzugt, die Umfangsgeschwindigkeit wenigstens eines zweiten Rotationskörpers
geringer als die Umfangsgeschwindigkeit wenigstens eines ersten Rotationskörpers.
[0028] Bevorzugt beträgt die Umfangsgeschwindigkeit wenigstens eines zweiten Rotationskörpers
zwischen 1/40 und ½, bevorzugt zwischen 1/20 und 1/4 , und besonders bevorzugt etwa
1/10 der Umfangsgeschwindigkeit wenigstens eines ersten Rotationskörpers.
[0029] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist wenigstens der zweite Behandlungsraum
Zufuhreinrichtungen für ein flüssiges und/oder gasförmiges Medium, insbesondere, aber
nicht ausschließlich, Dampf oder Sattdampf, auf. Dabei kann der Dampf oder der Sattdampf
unter einem vorgegebenen Druck in einen zweiten Behandlungsraum eingeführt werden.
[0030] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist eine Verteileinrichtung für das
langgestreckte Medium auf dem Transportweg des langgestreckten Mediums vor den zwei
ersten Rotationskörpern vorgesehen. Dabei weist bevorzugt diese Verteileinrichtung
Trennelemente auf, die aus einer Gruppe von Trennelementen ausgewählt sind, welche
Rechen, Ösen, Bohrungen und dergleichen aufweist. Diese Verteileinrichtung dient dazu,
ein komplettes Garn aufzutrennen (vereinzeln) in maximal seine einzelnen Fäden oder
auch in Gruppen aus mehreren Fäden.
[0031] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist auf dem Transportweg des langgestreckten
Mediums nach dem zweiten Behandlungsraum eine Verengungseinrichtung für das langgestreckte
Medium vorgesehen. In dieser Verengungseinrichtung kann eine Druckerhöhung auf das
langgestreckte Medium bewirkt werden. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
ist auf dem Transportweg des langgestreckten Mediums nach dem zweiten Behandlungsraum
ein Wärmeraum vorgesehen. In diesem Raum kann beispielsweise eine Thermofixierung
des langgestreckten Mediums, das heißt des Garns, vorgenommen werden.
[0032] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform berühren sich wenigstens die zwei ersten
Rotationskörper entlang einer vorgegebenen Gerade, welche im Wesentlichen bestimmt
wird durch die Schnittgerade aus einer Ebene, welche die beiden Drehachsen beinhaltet,
und einer gemeinsamen Ebene, welche an die beiden Rotationskörper bestimmt wird. Dieser
Sachverhalt wird unten unter Bezugnahme auf die Figuren genauer erläutert.
[0033] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform beträgt die Umfangsgeschwindigkeit
wenigstens eines ersten Rotationskörpers zwischen 200 m/Minute und 1000 m/Minute,
bevorzugt zwischen 400 m/Minute und 900 m/Min., und besonders bevorzugt zwischen 550
und 650 m/Minute. Dabei kann auf die Umfangsgeschwindigkeit einerseits durch eine
Veränderung des Durchmessers des Rotationskörpers und andererseits durch eine Erhöhung
der Drehgeschwindigkeit/Winkelgeschwindigkeit Einfluss genommen werden.
[0034] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist wenigstens ein Behandlungsraum
eine Schließvorrichtung, insbesondere, aber nicht ausschließlich, eine Klappe, auf.
[0035] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist wenigstens ein Behandlungsraum
gegenüber der Umgebung abgedichtet. Darunter ist zu verstehen, dass innerhalb des
Behandlungsraums ein Temperatur-, Druck- oder dergleichen Niveau gewählt ist, welches
sich gegenüber der Umgebung unterscheidet, wobei im Wesentlichen kein Ausgleich durch
die entsprechenden Umgebungsparameter stattfinden kann.
[0036] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform verjüngt sich der Ausgang wenigstens
eines Behandlungsraums in den Transportweg des langgestreckten Mediums. Dabei ist
bevorzugt die Verjüngung des Ausgangs veränderbar und eine Änderung der Verjüngung
kann automatisch durch eine Steuereinrichtung erfolgen.
[0037] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist wenigstens der zweite Behandlungsraum
Durchlasseinrichtungen für ein flüssiges und/oder gasförmiges Medium, wie insbesondere,
aber nicht ausschließlich, Dampf oder Sattdampf, auf. Dabei kann es sich beispielsweise
um poröse Wandabschnitte oder dergleichen handeln.
[0038] Die Erfindung ist ferner auf ein Verfahren zur Behandlung eines langgestreckten Mediums
gerichtet, wobei in einem ersten Verfahrensschritt ein langgestrecktes Medium zwischen
zwei ersten Rotationskörpern, welche um vorgegebene Drehachsen drehbewegbar angeordnet
sind, hindurchgeführt wird. In einem weiteren Behandlungsschritt wird das langgestreckte
Medium durch einen ersten Behandlungsraum geführt und in einem weiteren Verfahrensschritt
durch zwei zweite Rotationskörper hindurch, welche in vorgegebenen Drehachsen drehbewegbar
angeordnet sind. In einem weiteren Verfahrensschritt wird das langgestreckte Medium
durch einen zweiten Behandlungsraum geführt.
[0039] Bevorzugt findet in einem Transportweg des langgestreckten Mediums insbesondere im
Anschluss an den zweiten Behandlungsraum eine Thermofixierung des langgestreckten
Guts statt.
[0040] Weiterhin wird bevorzugt das langgestreckte Medium, insbesondere mittels einer Trenn-
oder Verteileinrichtung, in mehrere Komponenten aufgeteilt. Bei diesen mehreren Komponenten
handelt es sich dabei um die einzelnen Fäden des Garns, aber auch um mehrere mehr
oder weniger starke bzw. dicke Bündel aus einzelnen Fäden, handeln.
[0041] Bevorzugt wird jedoch das langgestreckte Medium im Wesentlichen gleich zu mehreren
Komponenten aufgeteilt.
[0042] Bevorzugt ist ferner, die einzelnen Komponenten im Wesentlichen gleichmäßig und/oder
in vorgegebener Verteilung über die Längsrichtung der zwei ersten Rotationskörper
bzw. deren im wesentlichen zylindrische Oberfläche anzuordnen.
[0043] Ferner wird bevorzugt das Volumen des ersten Behandlungsraums automatisch verstellt.
[0044] Weitere Vorteile und Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vorrichtung ergeben
sich aus den Zeichnungen.
[0045] Darin zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zum Behandeln eines langgestreckten
Mediums nach dem Stand der Technik;
- Fig. 2
- eine Darstellung zur Veranschaulichung der beim Stand der Technik auftretenden Nachteile;
- Fig. 3
- eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Behandeln eines langgestreckten Mediums;
- Fig. 4
- eine Detaildarstellung zweier erster Rotationskörper;
- Fig. 5
- eine Darstellung zur Veranschaulichung der Führung des langgestreckten Mediums durch
die ersten zwei Rotationskörper;
- Fig. 6
- eine Darstellung zur Veranschaulichung der Verteilung des Garns auf mehrere Komponenten;
- Fig. 7
- eine weitere Darstellung der Verteilung des Garns, wie in Fig. 6;
- Fig. 8
- eine weitere Darstellung der Verteilung des Garns, wie in Fig. 6; und
- Fig. 9
- eine weitere Verteilung des Garns, wie in Fig. 6.
[0046] In Fig. 1 ist eine Vorrichtung zur Behandlung eines langgestreckten Mediums nach
dem Stand der Technik gezeigt. Diese weist einen ersten Rotationskörper 3a und einen
zweiten Rotationskörper 3b auf, zwischen welchen das langgestreckte Medium 8 entlang
der Richtung des Pfeils P geführt wird. Das Bezugszeichen 4 bezieht sich auf einen
ersten Behandlungsraum, das Bezugszeichen 5 auf eine in Transportrichtung des Garns
endseitig am Behandlungsraum 4 angeordnete Abschlussklappe.
[0047] In Fig. 2 werden die beim Stand der Technik auftretenden Probleme dargestellt. Dabei
beziehen sich die Bezugszeichen 3a und 3b wiederum auf die Rotationskörper, zwischen
welchen das Garn 8 hindurchgeführt wird. Wie aus der Abbildung ersichtlich, hat sich
hier bereits, bedingt durch den Rückdruck bzw. Rückstau, ein Knäuel gebildet, welches
dazu tendiert, gegen die Rotationskörper 3a und 3b gedrückt zu werden. Auf diese Weise
kann es, wie eingangs erwähnt, zu einem Schleifen des Garnes 8 an den Rotationskörpern
3a und 3b und damit zu Glanzstellen auf dem Garn kommen. Auch besteht die Gefahr,
dass sich das Garn in den Rollenbart verhakt und es schließlich zu einer Blockierung
des kompletten Systems kommt.
[0048] In Fig. 3 ist eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Behandeln des langgestreckten
Mediums dargestellt. Im folgenden wird anstelle des langgestreckten Medium stets von
einem Garn die Rede sein.
[0049] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Behandeln des Garns weist zwei erste Rotationskörper
3a und 3b auf, durch welche das Garn entlang der Pfeilrichtung P hindurch verläuft.
Die gekrümmten Pfeile innerhalb der Rotationskörper zeigen die Drehrichtungen der
beiden Rotationskörper an. Nach dem Durchlauf durch die beiden ersten Rotationskörper
gelangt das Garn in einen ersten Behandlungsraum 4. Dieser erste Behandlungsraum 4
weist Einrichtungen 9a und 9b zur Querschnittsverengung dieses Raums auf. Diese Querschnittsverengungseinrichtung
9a kann derart gesteuert bzw. geregelt werden, dass der Querschnitt des ersten Behandlungsraums
bzw. des ersten Kanals 4 auf das hindurchtretende Garn bzw. die Menge des Garns angepasst
werden kann. Dabei werden zur Querschnittsverengung in dieser Ausführungsform Federelemente
mit justierbarer Federkonstante eingesetzt. Es ist jedoch auch möglich, andere Verstellelemente
wie hydraulische oder pneumatische Elemente anzuwenden . Bei dem ersten Behandlungsraum
4 handelt es sich erfindungsgemäß um eine Stauchkammer, in welche mit den zwei ersten
Rotationskörpern 3a und 3b das Garn eingeführt wird und vorverdichtet wird. Dabei
gewährleisten die zwei ersten Rotationskörper 9a und 9b, das heißt, das erste Rollenpaar,
bevorzugt einen genauen Vorschub mit maximaler Fördergeschwindigkeit. Die zwei ersten
Rotationskörper weisen in dieser Ausführungsform im Wesentlichen ebene Laufflächen
auf, so dass sich die beiden Rotationskörper in einer Linie berühren. Für die beiden
Rotationskörper können auch hiervon abweichende Geometrien gewählt werden. In der
Behandlungsrichtung nach dem ersten Behandlungsraum 4 folgen zwei weitere Rotationskörper
6a und 6b, wobei wiederum durch die gekrümmten Pfeile die Rotationsrichtung dieser
Körper dargestellt ist. Diese zwei zweiten Rotationskörper 6a und 6b bzw. das zweite
Rollenpaar 6a, 6b dient im Wesentlichen dem Verdichten des Garns. Dabei weist das
zweite Rollenpaar 6a und 6b im Vergleich zum ersten Rollenpaar 3a und 3b in dieser
Ausführungsform keine zylindrische Oberfläche, sondern eine hiervon abweichende Form
auf. Die Formgebung des Rollenpaars 6a und 6b dient zusammen mit dem Abstand der Rotationsachsen,
in welche sich die Rotationskörper 6a und 6b drehen, zur Einstellung bzw. Anpassung
an unterschiedliche Garntypen.
[0050] Bei dem ersten Behandlungsraum 4 handelt es sich, wie oben angemerkt, um einen Vorverdichtungsraum,
mit dem im Wesentlichen der Frieze-Charakter des Garns bestimmt wird. Nach den zweiten
Rotationskörpern 6a und 6b schließt sich auf dem Transportweg des Garns ein zweiter
Behandlungsraum 10 an. Dieser zweite Behandlungsraum 10 dient der Endverdichtung des
Garns. Dabei kann der durch die Verdichtung vorgegebene Frieze-Charakter durch Zuführung
von Wasserdampf über die Zuführungseinrichtung 14 verstärkt werden.
[0051] In einer bevorzugten Ausführungsform drehen sich die zwei ersten Rotationskörper
3a und 3b mit einer der vollen Rotationsgeschwindigkeit im wesentlichen entsprechenden
Geschwindigkeit und bestimmen auf diese Weise die Produktionsleistung. Die zweiten
Rotationskörper 6a und 6b drehen sich im Vergleich hierzu bevorzugt wesentlich langsamer
und gewährleisten auf diese Weise die Aufgabe der Verdichtung und die Endformgebung.
Dabei wird unter einem sich schneller oder langsamer Drehen eine größere bzw. kleinere
Umfangsgeschwindigkeit verstanden. Ein langsames Drehen des zweiten Rotationskörpers
6a und 6b könnte auch erreicht werden, indem der Durchmesser dieses Rotationskörpers
kleiner gewählt wird.
[0052] Auf diese Weise könnten beispielsweise bei gleicher Winkelgeschwindigkeit unterschiedliche
Umfangsgeschwindigkeiten erreicht werden.
[0053] Durch die spezielle Formgebung des zweiten Rollenpaars 6a und 6b, welches von der
Idealform eines Zylinders abweicht, können Transportkammern bzw. Ausnehmungen 16 entstehen,
die ein großes Volumen von Garn aufnehmen und auch transportieren können. Dabei können
die einzelnen Ausnehmungen beliebige geometrische Formen aufweisen, wie beispielsweise
U-förmige Formen, V-förmige Formen, polygonartige, kreis- oder ellipsenförmige oder
Mischformen aus denselben. Durch die Fähigkeit dieser Ausnehmungen, große Volumen
von Garn aufnehmen zu können, wird eine wesentlich langsamere Umlaufgeschwindigkeit
des zweiten Rollenpaars 6a und 6b ermöglicht, und auf diese Weise kann ein höherer
Verdichtungsdruck in der zweiten Kammer aufgebaut werden.
[0054] Auf diese Weise ist es möglich, dass Garn nicht mit konstanter Geschwindigkeit zu
befördern
[0055] Im Vergleich dazu liegt in dem ersten Behandlungsraum ein vergleichsweise geringer
Verdichtungsdruck vor. Auf diese Weise können die oben erwähnten Schleifspuren am
Garn, bedingt durch die ersten Rotationskörper, oder Stillstände durch Verwicklungen
des Garns vermieden werden.
[0056] Der Grad der Vorverdichtung kann durch eine Veränderung des ersten Vorverdichterraumes,
also beispielsweise eine oben erwähnte Querschnittsveränderung oder eine Veränderung
der Differenzgeschwindigkeit zwischen den beiden Rollenpaaren 3a und 3b einerseits
und 6a und 6b andererseits, verändert werden. Bevorzugt kann diese Veränderung auch
automatisch erfolgen.
[0057] In einer besonderen Ausführungsform kann innerhalb des ersten Behandlungsraums 4
ein Drucksensor oder ähnliches vorgesehen sein, der, falls ein zu hoher Druck festgestellt
wird, die Differenzgeschwindigkeit zwischen der Rotationsbewegung des ersten Rollenpaars
3a und 3b und des zweiten Rollenpaars 6a und 6b anpasst, in diesem Falle die Differenz
verringert, um allzu hohen Druck auf das erste Rollenpaar 3a und 3b zu vermeiden.
Anstelle eines Drucksensors könnten auch optische Einrichtungen vorgesehen sein, welche
die Garndichte in dem ersten Behandlungsraum 4 bestimmen.
[0058] In gleicher Weise könnte in Abhängigkeit von den von einem Drucksensor bzw. des oder
der optischen Einrichtungen ausgegebenen Signalen der Querschnitt des ersten Behandlungsraumes
4a vergrößert werden. Auf diese Weise könnte automatisch eine ideale Anpassung des
Querschnitts des ersten Behandlungsraums und der Differenz der Rotationsgeschwindigkeit
der beiden Rollenpaare 3a und 3b bzw. 6a und 6b erreicht werden.
[0059] Eine derartige Anpassung der Differenzgeschwindigkeit und des Querschnitts des ersten
Behandlungsraums erlaubt eine Einstellung des Frisee-Charakters in großer Bandbreite.
[0060] Des weiteren kann der Frieze-Charakter auch im zweiten Behandlungsraum 10 beeinflusst
werden. Dabei kann der Endabschnitt 15 des zweiten Behandlungsraumes hinsichtlich
seines Querschnittes verändert werden. Dies erfolgt beispielsweise über Verengungseinrichtungen
17a und 17b, welche beispielsweise automatisch von Steuerungselementen 18a und 18b
gesteuert werden können.
[0061] Weiterhin kann die Variationsvielfalt an Frieze-Charakter dadurch erhöht werden,
dass in einem der Behandlungsräume, insbesondere dem zweiten Behandlungsraum, Sattdampf
beigefügt wird. Dabei ist darauf zu achten, dass das Garn in keinen direkten Kontakt
mit Wasser in flüssiger Form, insbesondere, aber nicht ausschließlich Kondensat, kommt.
Derartiger direkter Kontakt mit Wasser würde sich beispielsweise in Form von Färbeunterschieden
im Garn bemerkbar machen.
[0062] Bevorzugt weist der zweite Behandlungsraum 14 eine doppelwandige Formgebung 12 auf.
Auf diese Weise wird bewirkt, dass sich der zweite Behandlungsraum 10 im Wesentlichen
bedingt durch das Behandlungsmedium Dampf selbständig aufheizt. Auf diese Weise wird
erreicht, dass sämtliche Elemente im zweiten Behandlungsraum, welche mit dem Garn
in Berührung stehen, die gleiche Temperatur, wie der Dampf selbst, aufweisen. Auf
diese Weise wird eine Kondensation eventuell Isolation im Wesentlichen ausgeschlossen.
[0063] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der zweite Behandlungsraum 10 im
Wesentlichen konisch ausgeführt, das heißt zum zweiten Rollenpaar 6a und 6b hin verjüngt
sich der Raum und zum Austritt hin erweitert sich der Raum. Anstelle einer konischen
Verjüngung ist jedoch auch eine andere Art der Verjüngung, beispielsweise eine stufenförmige
Verjüngung, denkbar. Auf diese Weise wird erreicht, dass das Garn bei Eintritt in
den zweiten Behandlungsraum 10 stärker verdichtet wird und auf diese Weise das Austreten
von Dampf in Richtung der zweiten zwei Rotationskörper 6a, 6b im Wesentlichen verhindert
wird. Der verbleibende Dampf entweicht im Wesentlichen am Ende des zweiten Behandlungsraums
10 in der Bewegungsrichtung des Garns und kann an jeder Stelle abgesaugt werden.
[0064] In Fig. 4 ist die Durchführung des Garns durch die ersten zwei Rotationskörper 3a
und 3b gezeigt. Diese weisen Drehachsen M1 und M2 auf, die im Wesentlichen mit der
geometrischen Mitte des Querschnitts übereinstimmen. Die Bezugszeichen 31a und 31b
bezeichnen die Oberflächen der Rotationskörper 3a und 3b.
[0065] Die Grundlage des entstehenden Frieze-Charakters wird bereits beim Einlaufen der
Garne in das erste Rollenpaar 3a und 3b, das heißt in Fig. 4 bei der Position A, gelegt.
Dabei ist insbesondere entscheidend, welcher Raum dem Garn unmittelbar nach dem Rollenpaar
zur Verfügung steht, das heißt in Richtung des Pfeils B der Ebene m. Das einlaufende
Garn oder in Richtung des Pfeils B der Ebene m. Das einlaufende Garn oder mehrere
einlaufende Fäden können sich nur nach links oder rechts entlang der Rollenbewegungslinie
bewegen, das heißt, in der Figur aus der Blattebene heraus oder in die Blattebene
hinein. Eine Bewegung nach links oder rechts, das heißt, aus der Blattebene heraus
oder in die Blattebene hinein, wird nur durch das Vorhandensein eines benachbarten
Fadens oder Fadenbündels begrenzt. Nach der Berührungslinie der beiden Rollen 3a und
3b entsteht während der Beförderung des Garns freier Raum.
[0066] Dabei ergibt sich die Rollenberührungslinie als Schnittlinie, die sich aus der Ebene
m einerseits und einer zweiten Ebene, welche durch die Drehachsen der Rollen 3a und
3b und die die Mittelpunkte M1 und M2 verbindende Gerade aufgespannt wird, gebildet
wird. Eine Ausweichung des Fadens bzw. des Garns in der Figur nach oben oder unten
wird im Wesentlichen durch die Rollenlaufflächen 31a und 31b, insbesondere deren Eigenschaften
verhindert.
[0067] Dieser Sachverhalt ist eingehender in Fig. 5 dargestellt. Hieraus ergibt sich, dass
der entstehende Frieze-Charakter durch die Geometrie der Rollen, das heißt insbesondere
die breiten Durchmesser der Rollen, stark beeinflusst wird. Eine weitere Einflussnahme
ist auch dadurch möglich, dass die Rollen einen von der idealen Zylinderform abweichenden
Querschnitt aufweisen, wie beispielsweise eine elliptische Form oder dergleichen.
[0068] Bevorzugt ist es ferner möglich, Garne bzw. Fadenbündel vor dem ersten Rollenpaar
3a, 3b aufzutrennen, beispielsweise in einzelne Fäden oder in Gruppen von einzelnen
Fäden. Dabei wird vorzugsweise eine in Fig. 3 gezeigte Trenneinrichtung 20 verwendet.
Diese kann Bohrungen, einen Rechen, Ösen oder ähnliches aufweisen.
[0069] Durch die Auftrennung der einzelnen Garne kann ein stärkerer Frisee-Charakter erzielt
werden. Bevorzugt werden dabei die einzelnen Fäden des Garns im Wesentlichen gleichmäßig,
das heißt mit gleichen Abständen zueinander, über die Rollenbreite der Rollen 3a und
3b verteilt. Werden die Fäden bei gleichbleibender Rollenbreite in Fadenbündel aufgeteilt,
die gleichmäßig über die Rollenbreite verteilt in den Vorverdichtungsraum einlaufen,
so wird, je mehr Fäden zu Bündeln zusammengefasst werden, der Abstand von Fadenbündel
zu Fadenbündel größer.
[0070] Dieser Sachverhalt ist in Figuren 6 bis 9 schematisch dargestellt. Während in der
Fig. 6 das Garn zu Einzelfäden aufgeteilt wird, welche mit vorgegebenem Abstand d1
zueinander verlaufen, wurden in Fig. 7 jeweils zwei Fäden zu einem Doppelfaden gruppiert.
In diesem Fall ergibt sich ein Abstand d2 zwischen den jeweiligen Fadengruppen. In
Fig. 8 wurden jeweils vier Fäden zu einer Gruppe zusammengefasst, wodurch sich zwischen
den beiden Gruppen ein Abstand d3 ergibt. In Gruppe 9 schließlich wurden sämtliche
Faden zusammengefasst.
[0071] Je größer die Bündel gewählt werden, das heißt, je mehr Fäden zu einem Bündel zusammengelegt
werden, desto mehr Raum steht dem einzelnen Bündel in Querrichtung, das heißt in Figur
4 in Richtung der Längsrichtung der Drehachsen, zur Verfügung. Auf diese Weise entstehen
die typischen Frieze-Bögen, die in Figuren 6 bis 8 mit dem Bezugszeichen 35 gekennzeichnet
sind.
[0072] Auf diese Weise entsteht der stärkste Frieze-Charakter, wenn die einzelnen Bündel
in größeren Abständen zueinander verlaufen. Der schwächste Frieze-Charakter ergibt
sich, wenn man alle Fäden als ein Bündel einlaufen lässt, da in diesem Fall dem Bündel
maximale Bewegungsfreiheit gegeben wird. Durch die Aufteilung des Garnes in mehrere
oder weniger Bündel kann somit in weiterer Weise auf den entstehenden Frieze-Charakter
Einfluss genommen werden. In Fig. 6 bis 9 bezieht sich das Bezugszeichen e auf die
Linie, in der sich das Rollenpaar 3a und 3b berührt.
[0073] Zusammenfassend weist die Vorrichtung zur Behandlung der Garne eine Trenneinrichtung
bzw. ein Garnführungsteil 20 auf, bei dem es sich insbesondere, aber nicht ausschließlich,
um ein Mundstück mit Bohrungen handeln kann, welches die einzelnen Fäden separiert.
Es können, wie oben erwähnt, auch andere Trennelemente, wie Rechen, Ösen usw., verwendet
werden. Auf das Trennelement folgt ein ersten Rollenpaar 3a, 3b, einen ersten Behandlungsraum
4, der eine Querschnittsverengungseinrichtung 9 aufweist, ein zweites Rollenpaar 6a,
6b, ein zweiter Behandlungsraum 10, der vorzugsweise eine Dampfperforation aufweist,
und eine weitere Querschnittsverengungseinrichtung am Ende des zweiten Behandlungsraums
6.
[0074] Beim erfindungsgemäßen Verfahren werden Einzelfäden oder gruppierte Faden- bzw. Garnbündel
mit dem ersten Rollenpaar 3a und 3b in den ersten Behandlungsraum in Position 4 eingefördert.
Im ersten Behandlungsraum 4 wird den Fäden das prägende Erscheinungsbild gegeben.
Dabei kann der erste Behandlungsraum automatisch verstellt werden, um so unterschiedlichen
Garnmaterialien Rechnung zu tragen. Im Anschluss hieran wird das Garn durch die zweiten
Rotationskörper bzw. das zweite Rollenpaar 6a und 6b erfasst und in den zweiten Behandlungsraum
10 geführt. Dabei ist die Umfangsgeschwindigkeit des zweiten Rollenpaars 6a und 6b,
wie oben erwähnt, wesentlich geringer als die des ersten Rollenpaars 3a und 3b (ca.
auf 1/10). Mit dem zweiten Rollenpaar 6a und 6b wird das Garn mit hohem Druck im zweiten
Behandlungsraum 10 gepresst, wo dem Garn vorerst eine dauerhafte Form gegeben wird.
[0075] Im Anschluß daran wird im zweiten Behandlungsraum 10 das Garn bevorzugt mit Sattdampf
beaufschlagt, was den Verformungsprozess des Garns beschleunigt und begünstigt.
[0076] Am Ausgang des zweiten Behandlungsraums kann der Querschnitt bevorzugt automatisch
verengt werden. Durch diese Maßnahme kann der Gegendruck im zweiten Behandlungsraum
10 variiert werden und auf diese Weise kann ein zusätzlicher Einfluss auf den Frieze-Charakter
des Garns ausgeübt werden. Nach der Formgebung in der in Fig. 3 gezeigten Vorrichtung
wird das Garn einem (nicht gezeigten) Heat-Set zugeführt, um eine Thermofixierung
des Garns zu erreichen.
[0077] Durch das vorgeschlagene Verfahren wird der eigentliche Verdichtungsprozess und der
dadurch bewirkte Staudruck von dem ersten Rollenpaar 3a und 3b wenigstens teilweise
weggenommen und von dem zweiten Rollenpaar 6a und 6b übernommen. Auf diese Weise wird
im Wesentlichen verhindert, dass das Garn von dem schnell laufenden ersten Rollenpaar
beschädigt wird und auf diese Weise können Glanzstellen und Färbeunterschiede verhindert
werden.
[0078] Daneben wird die Laufsicherheit des Systems erhöht und Hänger werden verhindert,
das heißt, ein Eingreifen des Garns mit den sich schnell drehenden Rollen. Auch können
durch dieses Verfahren Garnbrüche weitgehend vermieden werden.
[0079] Durch die weiteren vorgeschlagenen Einrichtungen, wie beispielsweise die Garnführung
vor dem ersten Rollenpaar, sowie das zweite Rollenpaar 6a und 6b und den durch diesen
im Querschnitt verstellbaren ersten Behandlungsraum 4 ist es möglich, gezielt und
reproduzierbar die bisher bekannten Garne herzustellen. Darüber hinaus können jedoch
auch völlig neue Garncharaktere kreiert werden.
[0080] Daneben werden stabilere Laufeigenschaften erreicht, was zu erheblich weniger Fadenbrüchen
führt, wodurch die Produktion gesteigert werden kann und ein verbesserter Wirkungsgrad
erzielt werden kann. Die Verringerung der Produktionsgeschwindigkeit aufgrund der
Gefahr eines Einziehens oder Schleifens der Garne am ersten Rollenpaar 3a, 3b, kann
mit Hilfe der vorgeschlagenen Vorrichtung verhindert werden. Schließlich muss mit
der vorgeschlagenen Vorrichtung nicht zwangsläufig beim Zwirnen bzw. Kapellieren die
Drehung im Garn erhöht werden, was wieder zu längeren Laufzeiten führen würde.
1. Vorrichtung zur Behandlung eines langgestreckten Mediums mit
wenigstens zwei ersten Rotationskörpern, welche um vorgegebene Drehachsen drehbeweglich
angeordnet sind, wobei die Drehachsen im wesentlichen zueinander parallel sind,
wenigstens zwei zweiten Rotationskörpern, welche um vorgegebene Drehachsen drehbeweglich
angeordnet sind,
einem ersten Behandlungsraum, der wenigstens teilweise in einem Transportweg des langgestreckten
Mediums zwischen den zwei ersten Rotationskörpern und den zwei zweiten Rotationskörpern
angeordnet ist,
einem zweiten Behandlungsraum für das langgestreckte Medium, der wenigstens teilweise
in dem Transportweg des langgestreckten Mediums nach den zwei zweiten Rotationskörpern
angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der erste Behandlungsraum hinsichtlich seines Volumens veränderbar ist.
3. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens ein Rotationskörper im wesentlichen zylinderförmige Oberflächeneigenschaften
aufweist.
4. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zwei ersten Rotationskörper im wesentlichen den gleichen Durchmesser aufweisen.
5. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwei erste Rotationskörper unterschiedliche Durchmesser aufweisen.
6. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Drehachse wenigstens eines ersten Rotationskörpers im wesentlichen dessen geometrische
Mittelachse ist.
7. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens ein zweiter Rotationskörper eine von der Idealform eines Zylinders abweichende
Form aufweist.
8. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens ein zweiter Rotationskörper Ausnehmungen aufweist, die im Wesentlichen
parallel zur Drehachse des zweiten Rotationskörpers verlaufen.
9. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zwei zweiten Rotationskörper eine von der Idealform eines Zylinders abweichende
Oberflächenstruktur aufweisen.
10. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Querschnitt wenigstens eines zweiten Rotationskörpers Ausnehmungen aufweist, welche
Formen aufweisen, die aus einer Gruppe von Formen ausgewählt sind, welche Halbkreise,
Halbellipsen, Polygonzüge, U- förmige Ausnehmungen, V - förmige Ausnehmungen oder
Mischformen aus diesen Formen aufweist.
11. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Drehachse wenigstens eines zweiten Rotationskörpers im wesentlichen der Mittellinie
eines Zylinders, unter Vernachlässigung der Abweichungen entspricht.
12. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens ein erster Rotationskörper angetrieben wird.
13. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens ein zweiter Rotationskörper angetrieben wird.
14. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Umfangsgeschwindigkeit wenigstens eines zweiten Rotationskörpers geringer ist
als die Umfangsgeschwindigkeit wenigstens eines ersten Rotationskörpers.
15. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Umfangsgeschwindigkeit wenigstens eines zweiten Rotationskörpers zwischen 1/40
und 1/2, bevorzugt zwischen 1/20 und 1/4, besonders bevorzugt für etwa 1/10 der Umfangsgeschwindigkeit
wenigstens eines ersten Rotationskörpers beträgt.
16. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der erste und/oder der zweite Behandlungsraum wenigstens eine Zufuhreinrichtung für
ein flüssiges und/oder gasförmiges Medium aufweist, wobei das Medium aus einer Gruppe
ausgewählt ist, welche Dampf mit oder ohne Hilfsstoffe, Sattdampf mit oder ohne Hilfsstoffe,
Wasser mit oder ohne Hilfsstoffe, Luft oder dergleichen enthält.
17. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Verteileinrichtung für das langgestreckte Medium für einen Transportweg des langgestreckten
Mediums vor den zwei ersten Rotationskörpern vorgesehen ist.
18. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verteileinrichtung Trennelemente und/oder Vereinzelungselemente aufweist, die
aus einer Gruppe von Trennelementen ausgewählt sind, welche Rechen, Ösen, Bohrungen
und dergleichen aufweist.
19. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet dass
auf dem Transportweg des langgestreckten Mediums nach dem zweiten Behandlungsraum
eine Verengungseinrichtung für das langgestreckte Medium vorgesehen ist.
20. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
auf dem Transportweg des langgestreckten Mediums nach dem zweiten Behandlungsraum
ein weiterer Raum mit einer vorgegebenen Temperatur, insbesondere ein Wärmeraum vorgesehen
ist.
21. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zwei ersten Rotationskörper sich entlang einer vorgegebenen Gerade berühren, welche
im Wesentlichen bestimmt wird durch die Schnittgerade aus einer Ebene, welche die
beiden Drehachsen beinhaltet, und einer gemeinsamen Tangente an die beiden Rotationskörper.
22. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
Umfangsgeschwindigkeit wenigstens eines ersten Rotationskörpers zwischen 200 m/Min.
und 1000 m/Min., bevorzugt zwischen 400 m/Min. und 800 m/Min., und besonders bevorzugt
zwischen 550 und 650 m/Min. liegt.
23. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens ein Behandlungsraum eine Schließvorrichtung, wie insbesondere, aber nicht
ausschließlich, eine Klappe aufweist.
24. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens ein Behandlungsraum gegenüber der Umgebung im wesentlichen gas- und oder
flüssigkeitsdicht abgedichtet ist, wobei in dem Behandlungsraum im wesentlichen konstante
thermodynamische Bedingungen herrschen.
25. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
in dem Transportweg des langgestreckten Mediums der Ausgang wenigstens eines Behandlungsraumes
sich verjüngt.
26. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verjüngung des Ausgangs insbesondere durch Stellglieder veränderbar ist, und eine
Änderung der Verjüngung automatisch erfolgt.
27. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens der zweite Behandlungsraum Durchlaßeinrichtungen für ein flüssiges und/oder
gasförmiges Medium, wie insbesondere, aber nicht ausschließlich, Dampf oder Sattdampf
aufweist.
28. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Oberfläche wenigstens eines Rotationskörpers aus einem Material aus einer Gruppe
von Materialien hergestellt ist, welche natürliche Kunststoffe, synthetische Kunststoffe,
wie Kautschuk, PVC, Polyurethan, Gummi, Filz und der gleichen enthält.
29. Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Oberfläche wenigstens eines Rotationskörpers durch im Inneren des Rotationskörpers
angeordnete Wärmeabgabeeinrichtungen wie insbesondere aber nicht ausschließlich Heizdrähte
erwärmt wird.
30. Verfahren zur Behandlung eines langgestreckten Mediums mit folgenden Verfahrensschritten:
- Hindurchführen des langgestreckten Mediums zwischen zwei ersten Rotationskörpern,
welche um vorgegebene Drehachsen drehbeweglich angeordnet sind;
- Transport des langgestreckten Mediums durch einen ersten Behandlungsraum;
- Hindurchführen des langgestreckten Mediums durch zwei zweite Rotationskörper;
- Transport des langgestreckten Mediums durch einen zweiten Behandlungsraum.
31. Verfahren, insbesondere nach Anspruch 27,
dadurch gekennzeichnet, dass
auf einem Transportweg des langgestreckten Mediums insbesondere im Anschluß an den
zweiten Behandlungsraum eine Thermofixierung des langgestreckten Gutes erfolgt.
32. Verfahren, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das langgestreckte Medium, insbesondere mittels einer Trenneinrichtung in mehrere
Komponenten aufgeteilt wird.
33. Verfahren, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das langgestreckte Medium im Wesentlichen gleich zu mehreren Komponenten aufgeteilt
wird.
34. Verfahren, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die einzelnen Komponenten in einem vorgegebenen Abstand zueinander über die Längsrichtung
der zwei ersten Rotationskörper verteilt sind.
35. Verfahren, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Volumen des ersten Behandlungsraums automatisch verändert wird.
36. Verwendung einer Vorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen
Ansprüche zur Herstellung von Garnen, insbesondere von Teppichgarnen.