[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ermittlung einer Route von einem Startpunkt
zu einem Zielpunkt über Verkehrswege eines Verkehrswegenetzes, wobei Verkehrswegeabschnitten
des Verkehrswegenetzes Parameter zugeordnet sind und die Ermittlung einer optimalen
Route durch Bewertung der Parameter erfolgt.
[0002] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Navigationseinrichtung, insbesondere für Kraftfahrzeuge
mit einer Recheneinheit zur Ermittlung einer Route mit einem solchen Verfahren, wobei
die Navigationseinrichtung an eine Empfangseinrichtung zum Empfangen angepasster Parameter
für Verkehrswegeabschnitte von einer Verkehrslage-Meldezentrale ankoppelbar ist.
[0003] Navigationseinrichtungen, insbesondere zum Einbau in Kraftfahrzeugen, aber auch als
tragbare Einheit sind hinreichend bekannt, die auf der Basis einer digitalen Karte
eine optimale Route von einem Startpunkt zu einem Zielpunkt über Verkehrswege eines
Verkehrswegenetzes ermitteln und anzeigen. In der digitalen Karte sind den einzelnen
Verkehrswegeabschnitte Parameter zugeordnet, die die Art der Straße, die mittleren
Geschwindigkeiten etc. beinhalten. Mit Hilfe mathematischer Optimierungsverfahren
wird dann auf Basis der Parameter für die Verkehrswegeabschnitte mindestens eine optimale
Route berechnet.
[0004] Es sind weiterhin Navigationseinrichtungen mit einer solchen autonomen Routenberechnung
bekannt, die codierte Verkehrsmeldungen empfangen und diese bei der Berechnung von
Routen berücksichtigen können.
[0005] Dabei ergeben sich in vielen Fällen Alternativrouten über Straßen, von denen eine
Verkehrslage nicht bekannt ist. Dies hat zur Folge, dass ein Fahrer mit der Absicht,
eine Störung zu umgehen, in eine andere Störung hinein geführt werden kann.
[0006] Andere Navigationsverfahren stellen fest, ob auf einer berechneten Route eine Störung
vorliegt. Für diese Fälle werden Routen oder Routenabschnitte zur Umfahrung der Störungen
vorgegeben. Dies hat den Nachteil, dass zunächst eine Route für eine ungestörte Verkehrslage
berechnet werden muss, um erst in einer weiteren Berechnung eine Alternativroute zu
bestimmen. Damit erhöht sich die Wartezeit bis zur Verfügbarkeit einer optimalen Route
in ungünstiger Weise.
[0007] Weiterhin sind Navigationseinrichtungen bekannt, die Routenabschnitte oder vollständige
Routen erhalten, die durch eine sendende Informationszentrale bereitgestellt werden.
Diese zentrale Routenermittlung hat gegenüber einer autonom berechneten Route immer
den Nachteil, dass nach einem Abweichen von der Vorgabe durch die Informationszentrale
eine Neuanfrage an die Informationszentrale und eine Neuübertragung durch die Informationszentrale
an die Navigationseinrichtung notwendig ist. Für den Fall, dass zwischen der Position
des Fahrzeugs und dem Fahrtziel mehrere Störungen liegen, besteht eine optimale Route
jedoch häufig nicht aus der Abfolge mehrerer einzelner Umfahrungen, sondern aus einer
unter Umständen weitgehend anderen Route. Wegen der enormen Anzahl von kombinatorischen
Möglichkeiten ist die Übertragung von Routen für alle mögliche Verbindungen zwischen
zwei beliebigen Straßenabschnitten in einem Straßennetz allerdings nur nach individueller
Anfrage, nicht jedoch in einem Broadcast-Modus möglich. Derartige zentrale Navigationssysteme
mit individueller Routenanfrage sind als sogenannte Off-Bord-Navigationen bekannt.
[0008] Weiterhin bestehen Bemühungen, Verkehrsströme abhängig von ihrem jeweiligen Fahrtziel
auf unterschiedliche Straßen zu lenken, um die Auslastung eines Verkehrswegenetzes
zu optimieren.
[0009] Die
DE-A-198 29 538 offenbart ein Verfahren zur Ermittlung einer Route in einem Verkehrswegenetz von
einem Startpunkt zu einem Zielpunkt. Dabei sind Verkehrswegeabschnitten Kantengewichte
zugeordnet. Weiterhin werden auch angepasste Parameter übermittelt, wenn eine Verkehrsstörung
vorliegt. Diese Parameter können dazu genutzt werden, Veränderungen der Kantengewichte
zu übermitteln, um bestimmte Routen vorzuprägen, in dem Sinne, dass die vorzuprägenden
Routen eine Umleitung darstellen.
[0010] Aufgabe der Erfindung ist es, ein verbessertes Verfahren zur Ermittlung einer Route
von einem Startpunkt zu einem Zielpunkt über Verkehrswege eines Verkehrswegenetzes
zu schaffen, mit dem die vorstehend genannten Nachteile behoben werden und eine schnelle
Ermittlung von individuellen Alternativrouten im Fahrzeug unter Berücksichtigung auch
mehrerer Störungen dezentral, sowie eine zentrale Lenkung von Verkehrsströmen möglich
ist. Das Verfahren soll eine Codierung von Verkehrsstörungen und Verkehrsleitstrategien
sowie die Wahl von Alternativstrecken unterstützen.
[0011] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit dem Verfahren mit den Merkmalen des unabhängigen
Anspruchs 1 gelöst.
[0012] Aufgabe der Erfindung ist es weiterhin, eine verbesserte Navigationseinrichtung zu
schaffen.
[0013] Die Aufgabe wird mit der gattungsgemäßen Navigationseinrichtung erfindungsgemäß gelöst
durch eine zur Ermittlung einer Route nach dem oben genannten Verfahren beispielsweise
durch Programmierung ausgebildeten Recheneinheit, wobei die Navigationseinrichtung
an eine Empfangseinrichtung zum Empfangen angepasster Parameter für Verkehrswegeabschnitte
von einer Verkehrslage-Meldezentrale ankoppelbar ist.
[0014] Es wird somit vorgeschlagen, die Parameter für Verkehrswegeabschnitte, die in einer
digitalen Karte hinterlegt sind, über eine Verkehrslage-Meldezentrale im Broadcast-Verfahren
anzupassen. Dabei können bestehende Parameter geändert oder in der digitalen Karte
für Verkehrswegeabschnitte vorgesehene zusätzliche Variablen auf geeignete Werte gesetzt
werden.
[0015] Die Ermittlung einer optimalen Route erfolgt dann auf der Basis der angepassten Parameter
durch die Navigationseinrichtung in üblicher Weise.
[0016] Durch die zentrale Steuerung der Parameteranpassung der digitalen Karten einer Vielzahl
von Nutzern ist eine Lenkung der Verkehrsströme möglich, ohne dass die Routenberechnung
aufwändig zentral erfolgen muss.
[0017] Die angepassten Parameter können dabei auf einfache Weise beispielsweise als Zusatzdaten
über einen Rundfunkkanal übertragen und von der Navigationseinrichtung empfangen werden.
[0018] Mit dem Verfahren können in einer Leitzentrale Störungen der Verkehrslage und hierzu
empfohlene Alternativstrecken auf einfache Weise so codiert werden, dass eine von
einer dezentralen Navigationseinrichtung beispielsweise in einem Kraftfahrzeug autonom
berechnete Route alle bekannten Störungen umgeht und dabei soweit sinnvoll die empfohlenen
Alternativstrecken benutzt.
[0019] Das Verfahren ist auch in engmaschigen Stadtstraßennetzen funktionsfähig. Bei der
Routenberechnung wird zudem berücksichtigt, dass nicht nur einzelne Störungen jeweils
unabhängig voneinander umgangen werden. Durch die angepassten Parameter wird bei Kombination
mehrerer Störungen eine optimale Route in einem einzigen Berechnungsdurchlauf gefunden.
[0020] Dabei ist es vorteilhaft, wenn für jede Störung unabhängig von möglich weiteren Störungen
die Parameter der gestörten Verkehrswegeabschnitte und die Parameter ausgewählter
alternativer Verkehrswegeabschnitte angepasst werden. Hierzu sollten mehrere gleichwertige
Variablen für Störungsparameter pro Verkehrswegeabschnitt vorgesehen werden.
[0021] Die angepassten Parameter können Kostenwerte zum Erhöhen oder Erniedrigen einer Kostenfunktion
für eine ermittelte Route auf der Basis weiterer Kostenparameter der Verkehrswegeabschnitte
sein. Dass heißt, dass die in der digitalen Karte abgelegten Parameter der Verkehrswegeabschnitte
selbst nicht geändert werden, sondern lediglich auf der Basis sämtlicher Parameter
eines Verkehrswegeabschnitts ermittelte Kostenwerte erhöht oder erniedrigt werden.
[0022] Mit den angepassten Parametern können beispielsweise die gestörten Verkehrswegeabschnitte
als gesperrte Straße gekennzeichnet werden. Weiterhin können Verkehrswegeabschnitte
mit den angepassten Parametern als nur bedingt befahrbare und möglichst zu umgehende
Verkehrswege gekennzeichnet werden. Falls ein Verkehrswegeabschnitt auf einer Route
vom Startpunkt zum Zielpunkt liegt, die einen gesperrten Verkehrsweg oder bedingt
befahrbare Verkehrswege aufweist, können die betreffenden Verkehrswegeabschnitt mit
den angepassten Parametern als zu meidende Verkehrswegeabschnitt gekennzeichnet werden.
[0023] Mit den angepassten Parametern können auch Verkehrswegeabschnitte als empfohlene
Zufahrt zu einer Alternativstrecke oder als Alternativstrecke zu dem mindestens einen
gestörten Verkehrswegeabschnitt gekennzeichnet werden.
[0024] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen beispielhaft näher
erläutert. Es zeigen:
- Figur 1 -
- Skizze eines Verkehrswegenetzes mit Alternativrouten von einem Startpunkt zu einem
Zielpunkt und mit durch angepasste Parameter gekennzeichnete Verkehrswegeabschnitten;
- Figur 2 -
- Skizze eines Ausschnitts aus einem Verkehrswegenetz mit jeweils zwei Start- und Zielpunkten
und einer Erhöhung und Erniedrigung einer Kostenfunktion;
- Figur 3 -
- Skizze eines Ausschnitts aus einem Verkehrswegenetz mit zwei Störungen;
- Figur 4 -
- Skizze eines Ausschnitts aus einem Verkehrswegenetz mit einem Startpunkt und zwei
möglichen Zielpunkten mit einem durch einen angepassten Parameter als zu meidender
Verkehrswegeabschnitt gekennzeichneten Verkehrswegeabschnitt.
[0025] Die Figur 1 lässt einen Ausschnitt aus einem Verkehrswegenetz 1 mit einer Vielzahl
von Verkehrswegeabschnitten 2 erkennen, die über Verkehrswegeknoten miteinander vernetzt
sind.
[0026] Die Ermittlung einer optimalen Route von einem Startpunkt S zu einen Zielpunkt D
erfolgt durch eine in einer Navigationseinrichtung in einem Kraftfahrzeug autonom
ausgeführte Routenberechnung in grundsätzlich bekannter Weise durch Bewertung mehrerer
alternativer Pfade nach einer Kostenfunktion, wobei die Kostenfunktion durch Parameter
bestimmt wird, die den einzelnen Verkehrswegeabschnitten 2 zugeordnet sind. Im Sinne
der Erfindung gelten auch die Verkehrswegeknoten 3 als Verkehrswegeabschnitte 2, da
auch Verkehrswegeknoten 3 ggf. Parameter zugeordnet werden können. Der Pfad mit dem
jeweilig niedrigsten Kosten wird dann als optimale Fahrtroute gewählt. In eine solche
Kostenfunktion werden üblicherweise Fahrtzeit und/oder Fahrstrecke eingerechnet. Weitere
Eigenschaften von Verkehrswegeabschnitten 2 können über geeignete Faktoren oder Summanden
in die Kostenberechnung einfließen. So können z. B. bestimmte Strecken wie Autobahnen,
Maut- oder Fährstrecken gemieden werden.
[0027] Erfindungsgemäß werden nunmehr Parameter für Verkehrswegeabschnitte 2 so angepasst,
dass die Verkehrswegeabschnitte 2 ggf. bei einer Störung gekennzeichnet werden. Die
entsprechenden Kennzeichnungen werden zentral durch eine Verkehrswege-Leitzentrale
an die Navigationseinrichtungen übermittelt, in der dann die in einer digitalen Karte
abgespeicherten Parameter für die Verkehrwegeabschnitte 2 geändert oder ergänzt werden.
[0028] In dem beschriebenen Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens wird vorgeschlagen,
bei der Berechnung der Kostenfunktion für einzelne Pfade Bonus- und Maluswerte hinzuzurechnen,
die eine Bevorzugung bzw. Benachteiligung bestimmter Strecken verursachen. Hierzu
werden betroffene Verkehrswegeabschnitte 2 je Fahrtrichtung pro Störung gesondert
mit folgenden Parametern gekennzeichnet:
- CR:
- Kennzeichnung eines absolut gesperrten und zu umgehenden Verkehrswegeabschnitts. Diese
Kennzeichnung wird in der Regel auf die Verkehrswegeabschnitte angewendet, die die
eigentliche Verkehrsstörung, z. B. einer Unfallstelle, Baustelle etc. enthalten (CR=Closed
Road).
- LA:
- Kennzeichnung für eine nur bedingt befahrbare und wenn möglich zu umgehende, jedoch
z. B. für Anlieger oder den lokalen Verkehr benutzbare Straße (LA=Limited Access).
- NR:
- Kennzeichnung für einen zu meidenden Verkehrswegeabschnitt, falls auf der Route Verkehrswegeabschnitte
mit einer der zuvor genannten Kennzeichnungen CR oder LA liegen. Solche Abschnitte
würden zur Störung hinführen und nicht zu der empfohlenen Alternativstrecke gehören.
Sie können jedoch benutzt werden, wenn eine Route über sie führt, ohne die Störstelle
zu erreichen oder es keine Alternative zur Benutzung eines mit "LA" gekennzeichneten
Verkehrswegeabschnitts gibt (NR=Not Recommended).
- AR:
- Empfohlene Zufahrt zur Alternativstrecke einer Störung, die daher vorzugsweise genutzt
werden sollte, um die Alternativstrecke zu erreichen (AR=Access Road).
- BP:
- Kennzeichnung einer Alternativstrecke zur Störung, die soweit sinnvoll genutzt werden
soll, um die Störung zu umgehen (BP=By Pass).
[0029] Die Kennzeichnung von Verkehrswegeabschnitten 2 erfolgt dabei für jede Störungsstelle
unabhängig, d. h. für jede Störung können Verkehrswegeabschnitte 2 mit jeweils einem
der oben beschriebenen Attribute versehen werden. Dabei kann ein Verkehrswegeabschnitt
2 jedoch mehrere und auch verschiedene Attribute tragen, wenn diese zu verschiedenen
Störungen gehören. Zur Kennzeichnung, welcher angepassten Parameter bzw. Attribute
zu welcher Störung gehören, werden die angepassten Parameter um eine Identifikation
z. B. in nummerischer Form erweitert.
[0030] Weiterhin können die angepassten Parameter um eine Ziel- oder Zielgebietsbeschreibung
erweitert werden, wenn zu einer Störung mehrere Umleitungen zwecks Aufteilung von
Verkehrsströmen benutzt werden sollen.
[0031] Durch Bonuswerte werden die Kostenfunktionen für die Streckenabschnitte mit der Kennzeichnung
"AR" oder "BP" erniedrigt, wenn sich auf mindestens einem anderen Pfad mindestens
eine Kennzeichnung "CR" oder "LA" befindet, die zur gleichen Störung gehören und dieser
Pfad ohne Beaufschlagung durch Maluswerte eine niedrigere Kostenfunktion hätte. Durch
diese Bedingung wird vermieden, dass Routen zwischen einem Startpunkt S und einem
Zielpunkt D, die in der Nähe von als Alternativstrecke ausgewiesenen Verkehrswegeabschnitten
verlaufen, durch die Absenkung der Kostenfunktion auf diese umgelenkt werden, obwohl
die ursprüngliche Route durch die Störstelle nicht beeinträchtigt worden wäre.
[0032] Durch Maluswerte werden ebenfalls die Kosten der Verkehrswegeabschnitte mit der Kennzeichnung
"NR" erhöht, wenn sich im weiteren Verlauf des Pfades Abschnitte mit der Kennzeichnung
"LA" und/oder "CR" zur gleichen Störung befinden und es dazu alternative Pfade gibt.
[0033] In dem in der Figur 1 dargestellten Ausführungsbeispiel sind zwei Verkehrswegeabschnitte
mit dem angepassten Parameter "CR" als nicht passierbare Verkehrswegeabschnitte gekennzeichnet,
für die eine Störung gemeldet wurde. Für eine Umfahrung der nicht passierbaren Verkehrswegeabschnitte
CR aufgrund der im Kraftfahrzeug zur Routenberechnung verfügbaren digitalen Karte
käme potentiell der durch den gestrichelten Pfeil dargestellt Pfad in Frage. Von einer
Verkehrsmelde-Leitzentrale ist jedoch eine Umfahrung über die mit den angepassten
Parametern "AR" und "BP" bezeichneten Verkehrswegeabschnitte 2 wegen einer übergeordneten
Verkehrsleitstrategie gewollt. Da im ungestörten Fall die Route von dem Startpunkt
S zu dem Zielpunkt D über die mit "NR" und "CR" gekennzeichneten Verkehrswegeabschnitte
2 verlaufen würde, werden die Kosten für diesen Pfad erhöht und die Kosten für die
mit den Parametern "AR" und "BP" gekennzeichneten Verkehrswegeabschnitte 2 gesenkt,
so dass eine Umfahrung über die mit dem durchgezogenen Pfeil gekennzeichnete Strecke
erfolgt. Aufgrund der durch die Parameter "AR" und "BP" eingeleiteten
Kostensenkung wird die mit dem durchgezogenen Pfad gekennzeichnete Strecke der Alternativroute,
die mit dem gestrichelten Pfad bezeichnet ist, bevorzugt.
[0034] Die Figur 2 zeigt einen weiteren Ausschnitt aus einem Verkehrswegenetz 1, in dem
eine Route von einem ersten Startpunkt S1 zu einem ersten Zielpunkt D1 berechnet wird,
wobei die mit "CR" gekennzeichneten gestörten Verkehrswegeabschnitte 2 umgangen werden
müssen. Dies erfolgt durch Erniedrigung der Kosten für die mit "BP" gekennzeichneten
Abschnitte auf der Route R1 und resultiert in der Route R1A.
[0035] Für die Berechnung einer Route von einem zweiten Startpunkt S2 zu einem zweiten Zielpunkt
D2 erfolgt eine Erniedrigung der Kosten für die mit BP gekennzeichneten Abschnitte
nicht, da die Route R2 keine mit "CR" oder "NR" gekennzeichneten Abschnitte berührt.
Eine Route R2A wird deshalb nicht als Optimalroute ermittelt.
[0036] Dies macht deutlich, dass die angepassten Parameter der Verkehrswegeabschnitte 2
nicht für sich selbst, sondern in Verbindung mit einer Störung bzw. einer gestörten
Route ausgewertet werden.
[0037] Die Figur 3 lässt einen Ausschnitt eines Verkehrswegenetzes 1 erkennen, in dem zwei
Störungen vorliegen. Entsprechend sind Parameter für zwei Verkehrswegeabschnitte 2
mit "CR1" und "CR2" gekennzeichnet. Für beide Störungen gibt es jeweils eine Alternativstrecke,
die durch die Abschnitte mit den Kennzeichen "BP1" und "BP2" gekennzeichnet sind.
Durch die autonome Berechnung unter Berücksichtigung des erfindungsgemäßen Verfahrens
ergibt sich die durch den durchgezogenen breiten Pfeil dargestellte Route R1A und
nicht die durch den gestrichelten Pfeil dargestellte Umgehung der einzelnen Störungen
mit dazwischen liegender Rückkehr zur ursprünglichen kürzesten Route R1, um von einem
Startpunkt S1 zu einem Zielpunkt D1 zu gelangen.
[0038] Die Figur 4 lässt einen Ausschnitt eines Verkehrswegenetzes 1 mit einer Störung des
mit "CR" gekennzeichneten Verkehrswegeabschnittes und einer Kennzeichnung von Verkehrswegeabschnitte
mit "NR" als zu meidende Verkehrswegeabschnitte auf der Zufahrt zur Störung erkennen.
Weitere Verkehrswegeabschnitte sind mit "LA" als nur bedingt befahrbar und möglichst
zu umgehende Streckenabschnitte "AR" und "BP" für die Umgehung bezeichnet.
[0039] Für eine Route von dem Startpunkt S zu einem ersten Zielpunkt D1 wird der mit NR
gekennzeichnete Verkehrswegeabschnitt nicht durch einen Maluswert in seiner Bewertung
benachteiligt, da die zugehörige Störung des mit "CR" bezeichneten Verkehrswegeabschnittes
nicht im weiteren Verlauf der Route R1 liegt.
[0040] Für eine Route von dem Startpunkt S zu dem zweiten Zielpunkt D2 liegt sowohl der
Abschnitt mit der Kennzeichnung "NR" als auch der mit der Kennzeichnung "LA" auf der
Route R2. Es wird jedoch keine Umleitung benutzt, da der Abschnitt mit der Kennzeichnung
"NR" nicht mit einem Maluswert beaufschlagt wird, weil es keinen alternativen Weg
zum Abschnitt mit der Kennzeichnung "LA" gibt.
[0041] Aus den dargestellten Beispielen wird deutlich, dass durch Maluswerte die Kosten
für die Streckenabschnitte mit der Kennzeichnung "CR" oder "LA" erhöht werden, wenn
es im jeweiligen Pfad Alternativpfade gibt.
1. Verfahren zur Ermittlung einer Route von einem Startpunkt (S) zu einem Zielpunkt (D)
über Verkehrswege eines Verkehrswegenetzes (1), wobei Verkehrswegeabschnitten (2)
des Verkehrswegenetzes (1) Parameter zugeordnet sind und die Ermittlung einer optimalen
Route durch Bewertung der Parameter erfolgt, wobei angepasste Parameter für Verkehrswegeabschnitte
(2) an eine Navigationseinrichtung übermittelt werden, wenn eine Störung auf mindestens
einem Verkehrswegeabschnitt (2) vorliegt, wobei die Parameter in Bezug zu mindestens
einer Verkehrsstörung stehen, auch wenn sie nicht gestörten Verkehrswegeabschnitten
(2) zugeordnet sind und wobei eine Route unter Berücksichtigung mindestens einer Störung
in Abhängigkeit von den angepassten Parametern ermittelt wird,
wobei für jede Störung unabhängig von möglichen weiteren Störungen die Parameter der
gestörten Verkehrswegeabschnitte (2) und die Parameter ausgewählter alternativer Verkehrswegeabschnitte
(2) angepasst werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die angepassten Parameter Kostenwerte zum Erhöhen oder Erniedrigen einer Kostenfunktion
für eine ermittelte Route auf der Basis weiterer Kostenparameter der Verkehrswegeabschnitte
(2) sind.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Zuordnen der angepassten Parameter mit einer Störungskennung jeweils zu mindestens
einer Störung.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mit den angepassten Parametern die gestörten Verkehrswegeabschnitte (2) als gesperrte
Straße gekennzeichnet werden, wodurch diese nicht in einer zu berechnenden Route enthalten sein dürfen.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Kennzeichnen von Verkehrswegeabschnitte (2) mit den angepassten Parametern als nur
bedingt befahrbare und möglichst zu umgehende Verkehrswege, wodurch diese nur dann
in einer zu berechnenden Route enthalten sein dürfen, wenn es hierzu keine Alternativstrecken
gibt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Kennzeichnen von Verkehrswegeabschnitte (2) mit den angepassten Parametern als zu
meidende Verkehrswegeabschnitte (2), falls diese Verkehrswegeabschnitte (2) im ungestörten
Fall auf einer Route vom Startpunkt zum Zielpunkt mit einem gesperrten Verkehrsweg
und/oder bedingt befahrbaren Verkehrsweg liegen.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Kennzeichnen von Verkehrswegeabschnitten (2) mit den angepassten Parametern als empfohlene
Zufahrt zu einer Alternativstrecke, wodurch diese für eine Route über eine Alternativstrecke
bevorzugt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Kennzeichnen von Verkehrswegeabschnitten (2) mit den angepassten Parametern als Alternativstrecke
zu dem mindestens einem gestörten Verkehrswegeabschnitt (2), wodurch die Alternativstrecke
bei der Routenberechnung bevorzugt wird, wenn die Route im ungestörten Fall über einen
als gestört gekennzeichneten Verkehrswegeabschnitt (2) führen würde.
9. Navigationseinrichtung, insbesondere für Kraftfahrzeuge, mit einer Recheneinheit zur
Ermittlung einer Route mit dem Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Navigationseinrichtung an eine Empfangseinrichtung zum Empfangen angepasster
Parameter für Verkehrswegeabschnitte (2) von einer Verkehrslage-Meldezentrale ankoppelbar
ist.
1. Method for determining a route from a starting point (S) to a destination (D) via
traffic paths of a traffic path network (1), wherein traffic path sections (2) of
the traffic path network (1) are assigned parameters and an optimum route is determined
by evaluating the parameters, wherein adapted parameters for traffic path sections
(2) are transferred to a navigation device if disruption is present on at least one
traffic path section (2), wherein the parameters relate to at least one instance of
traffic disruption even if they are assigned to non-disrupted traffic path sections
(2), and wherein a route is determined by taking into account at least one instance
of disruption as a function of the adapted parameters,
wherein for each instance of disruption the parameters of the disrupted traffic path
sections (2) and the parameters of selected alternative traffic path sections (2)
are adapted independently of possible further instances of disruption.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the adapted parameters are cost values for increasing or reducing a cost function
for a determined route on the basis of further cost parameters of the traffic path
sections (2).
3. Method according to one of the preceding claims, characterized by assignment of the adapted parameters with a disruption identifier to at least one
instance of disruption in each case.
4. Method according to one of the preceding claims, characterized in that with the adapted parameters the disrupted traffic path sections (2) are characterized as a blocked road, as a result of which a route to be calculated must not contain
them.
5. Method according to one of the preceding claims, characterized by identifiers of traffic path sections (2) with the adapted parameters as able to be
travelled on only to a limited degree and traffic paths which are to be as far as
possible avoided, as a result of which said traffic paths can be included in a route
to be calculated only if there are no alternative route sections to them.
6. Method according to one of the preceding claims, characterized by identifiers of traffic path sections (2) with the adapted parameters as traffic path
sections (2) to be avoided if these traffic path sections (2) lie, when there is an
absence of disruption, on a route from the starting point to the destination with
a blocked traffic path and/or a traffic path which can be travelled on to a limited
degree.
7. Method according to one of the preceding claims, characterized by identifiers of traffic path sections (2) with the adapted parameters as a recommended
entry to an alternative route section, as a result of which the latter is preferred
for a route over an alternative route section.
8. Method according to one of the preceding claims, characterized by identifiers of traffic path sections (2) with the adapted parameters as an alternative
route section to the at least one disrupted traffic path section (2), as a result
of which the alternative route section is preferred in the route calculation if the
route with an absence of disruption were to lead via a traffic path section (2) which
is identified as disrupted.
9. Navigation device in particular for motor vehicles, having a computer unit for determining
a route with the method according to one of the preceding claims, wherein the navigation
device can be coupled to a receiver device for receiving adapted parameters for traffic
path sections (2) from a traffic situation reporting centre.
1. Procédé pour déterminer un trajet à partir d'un point de départ (S) vers un point
de destination (D) par un chemin de circulation empruntant un réseau de voie de circulation
(1), selon lequel
on associe des paramètres aux segments des voies de circulation (2) du réseau de voie
de circulation (1) et on détermine un trajet optimum se fait par l'exploitation des
paramètres,
on transmet des paramètres adaptés à des segments de voie de circulation (2) à une
installation de navigation s'il y a une perturbation sur au moins un segment de voie
de circulation (2),
les paramètres étant en relation avec au moins une perturbation de voie de circulation
même si ces paramètres ne sont pas associés à des segments de voie de circulation
perturbée (2) et on détermine un trajet en tenant compte d'au moins une perturbation
en fonction des paramètres adaptés,
et pour chaque perturbation, indépendamment d'éventuelles autres perturbations possibles,
on adapte les paramètres des segments de voie de circulation perturbée (2) du paramètre
des voie de circulation sélectionnée, alternative (2).
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
les paramètres adaptés sont des valeurs économiques pour augmenter ou abaisser une
fonction de coût du trajet déterminé sur la base d'autres paramètres de coût des segments
de voie de circulation (2).
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé par
l'association des paramètres adaptés à une caractéristique de perturbation, chaque
fois à au moins une perturbation.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'
avec les paramètres adaptés, on caractérise les segments de voie de circulation (2)
perturbée comme étant des routes barrées si bien que ces routes ne peuvent être prises
en compte dans le calcul d'un trajet.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé par
des caractéristiques de segments de voie de circulation (2) avec des paramètres adaptés,
comme étant des voies de circulation qu'il n'est possible d'emprunter que de façon
très restreinte et qu'il convient si possible de contourner, ces segments n'étant
intégrés dans un trajet calculé que s'il n'y a pas de segments alternatifs.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé par
des caractéristiques de segments de voie de circulation (2) avec des paramètres adaptés
comme segments de voie de circulation (2) à éviter si ces segments de voie de circulation
(2) dans le cas non perturbée se trouvent sur un trajet entre le point de départ et
le point de destination avec une voie de circulation barrée et/ou une voie de circulation
que l'on ne peut emprunter que de manière très restrictive.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé par
des caractéristiques de segments de voie de circulation (2) avec des paramètres adaptés
comme constituant des voies recommandées dans des trajets alternatifs pour que ceux-ci
soient choisis de préférence pour un trajet passant par un trajet alternatif.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé par
des caractéristiques de segments de voie de circulation (2) avec des paramètres adaptés
comme segments alternatifs à au moins un segment perturbé de voie de circulation (2),
les segments alternatifs étant choisis de préférence pour le calcul de trajet si le
trajet à l'état non perturbé conduisait par un segment de voie de circulation (2)
caractérisée comme perturbée.
9. Installation de navigation notamment pour véhicule automobile comportant une unité
de calcul pour déterminer un trajet selon le procédé de l'une quelconque des revendications
précédentes, l'installation de navigation étant couplée à une installation de réception
pour recevoir des paramètres appropriés pour des segments de voie de circulation (2)
ou une centrale de signalisation de position multiple.