[0001] Die Erfindung betrifft eine Ziehvorrichtung, insbesondere für die Verarbeitung von
Stangen, Rohren und Halbzeugen aus Metall, die aufweist: ein Ziehwerkzeug, durch das
das zu ziehende Gut gezogen wird, einen Ziehschlitten, der in Abziehrichtung hinter
dem Ziehwerkzeug das zu ziehende Gut entlang einer geraden Bahn ziehen kann, sowie
eine Ablängvorrichtung, mit der von dem zu ziehenden Gut einzelne Abschnitte definierter
Länge abgeschnitten werden können. Des weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren
zum Betreiben einer Ziehvorrichtung.
[0002] Bei der Verarbeitung insbesondere von Stangen, Rohren und Halbzeugen aus Metall,
insbesondere Stahl und NE-Metallen, werden Ziehvorrichtungen der gattungsgemäßen Art
benötigt. In diesen wird das zu ziehende Material durch ein Ziehwerkzeug (Ziehring)
gezogen. In Transportrichtung hinter dem Ziehwerkzeug befindet sich eine Ablängvorrichtung,
mittels der Abschnitte gewünschter Länge von dem zunächst als Endlosstrang vorliegenden
Material abgeschnitten werden.
[0003] Ziehvorrichtungen werden in zwei Gruppen unterteilt, nämlich einmal in Trommel-Ziehmaschinen
und einmal in Geradeaus-Ziehmaschinen. Bei den Geradeaus-Ziehmaschinen sind wiederum
solche bekannt, die mittels zwei sich gegenläufig hin- und herbewegbaren Ziehschlitten
das Ziehgut im sog. Hand-an-Hand-Betrieb ziehen. Bei einer anderen Ausgestaltung wird
mit zwei gegenläufig umlaufenden Ziehketten gearbeitet; die letztgenannten Vorrichtungen
sind auch unter der Bezeichnung Raupenketten-Ziehmaschinen bekannt. Derartige Maschinen
sind beispielsweise in der
EP 0 548 723 B2 und in der
EP 0 814 921 B1 beschrieben. Sie haben gegenüber den Hand-an-Hand-Ziehmaschinen den Vorteil, dass
ihre umlaufenden Ketten gleichmäßig in einer Richtung durchlaufen und daher keine
Massen intermittierend beschleunigt werden müssen.
[0004] Im Finishing-Bereich von Fertigungsanlagen für Rohre, Stangen und Halbzeuge aus Stahl
und NE-Metallen kommen zum Ablängen einzelner Abschnitte des zu ziehenden Guts mit
gewünschter Länge Geradeausziehmaschinen zum Einsatz, die kontinuierlich mit zwei
Ziehschlitten arbeiten, die alternierend das Ziehgut ergreifen und ziehen. Hinter
der Ziehmaschine werden die Abschnitte von ca. 4 bis 6 Meter Länge mit Hilfe einer
mitfahrenden Ablängvorrichtung (Säge) erzeugt.
[0005] Die mechanischen Antriebe der vorbekannten Geradeausziehmaschinen erlauben nur geringe
Hübe, wodurch mehrere Hübe für eine Fertiglänge notwendig sind (s. den oben genannten
Hand-an-Hand-Betrieb). Bei einer derartigen Konstruktion wäre ein diskontinuierliches
Arbeiten nur mit erheblichen Einbußen in der Produktivität möglich, da die vorbekannten
mechanischen Antriebe der Ziehschlitten eine sehr hohe Trägheit aufweisen.
[0006] Nachteilig ist bei den vorbekannten Ziehvorrichtungen, dass sie relativ störanfällig
sind und einen hohen Wartungsaufwand erfordern. Weiterhin ist deren Produktivität
nicht besonders hoch. Durch die auf der Ziehvorrichtung angeordnete "fliegende" Säge
(mitfahrende Ablängvorrichtung) ergibt sich ein aufwendiger Aufbau, der zu hohen Kosten
führt.
[0007] Der Erfindung liegt daher die
Aufgabe zugrunde, eine Ziehvorrichtung der eingangs genannten Art derart weiterzubilden,
dass die vorgenannten Nachteile vermieden werden. Ferner soll ein verbessertes Verfahren
zum Betreiben einer Ziehvorrichtung geschaffen werden.
[0008] Die
Lösung dieser Aufgabe durch die Erfindung ist vorrichtungsgemäß dadurch gekennzeichnet,
dass nur ein einziger Ziehschlitten vorgesehen ist, der mittels eines Linearantriebs
bewegt wird.
[0009] Hierdurch wird ein intermittierender (diskontinuierlicher) Betrieb möglich, der -
wie zu sehen sein wird - wesentliche Vorteile hat.
[0010] Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass der Linearantrieb nach
dem Prinzip eines elektrischen Linearmotors ausgeführt ist.
[0011] Dabei kann vorgesehen werden, dass der Linearantrieb einen linearen Verschiebeweg
zurücklegen kann, der mindestens dem größten Maß der Länge der gewünschten Abschnitte
des zu ziehenden Guts entspricht.
[0012] Mit Vorteil ist die Ablängvorrichtung ortsfest angeordnet.
[0013] Ferner kann vorgesehen werden, dass in Abziehrichtung vor dem Ziehwerkzeug eine Abwickelvorrichtung
für ein Coil des zu ziehenden Guts angeordnet ist. Diese kann steuerbare oder regelbare
Mittel zur Beeinflussung der Abwickelgeschwindigkeit aufweisen.
[0014] Das Verfahren zum Betreiben einer Ziehvorrichtung stellt auf eine solche Ziehvorrichtung
ab, die ein Ziehwerkzeug aufweist, durch das das zu ziehende Gut gezogen wird, einen
Ziehschlitten, der in Abziehrichtung hinter dem Ziehwerkzeug das zu ziehende Gut entlang
einer geraden Bahn zieht, sowie eine Ablängvorrichtung, mit der von dem zu ziehenden
Gut einzelne Abschnitte abgeschnitten werden können. Erfindungsgemäß ist hier vorgesehen,
dass das Verfahren folgende Schritte aufweist:
a) Herstellen einer Zugkraft übertragenden Verbindung zwischen dem zu ziehenden Gut
und dem Ziehschlitten an einer Startposition in Abziehrichtung hinter dem Ziehwerkzeug;
b) Bewegen des Ziehschlittens. mittels eines Linearantriebs in Abziehrichtung von
der Startposition zu einer Endposition;
c) Lösen der Zugkraft übertragenden Verbindung zwischen dem zu ziehenden Gut und dem
Ziehschlitten an der Endposition;
d) Zurückbewegen des Ziehschlittens mittels des Linearantriebs entgegen der Abziehrichtung
von der Endposition zur Startposition;
e) Erneutes Herstellen einer Zugkraft übertragenden Verbindung zwischen dem zu ziehenden
Gut und dem Ziehschlitten an der Startposition;
f) Wiederholen der Schritte b) bis e) zur Herstellung weiterer Abschnitte des zu ziehenden
Guts.
[0015] Dabei ist bevorzugt vorgesehen, dass der Abstand zwischen der Startposition und der
Endposition der Länge der gewünschten Abschnitte des zu ziehenden Guts entspricht.
[0016] Weiterhin kann während der genannten Schritte c) und/oder d) und/oder e) eine Ablängung
des zu ziehenden Guts nahe der Endposition mittels der Ablängvorrichtung erfolgen,
wobei diese ortsfest angeordnet ist.
[0017] Eine weitere Verbesserung des Verfahrens ergibt sich, wenn die Abwickelvorrichtung
für ein Coil des zu ziehenden Guts so gesteuert oder geregelt wird, dass ein Ausgleichsbogen
während der obigen Schritte c) und/oder d) und/oder e) entsteht, dessen Länge im wesentlichen
der Länge der gewünschten Abschnitte des zu ziehenden Guts entspricht.
[0018] Durch den erfindungsgemäßen Vorschlag einer Ziehvorrichtung und dem zugehörigen Verfahren
zu deren Betrieb ergeben sich diverse Vorteile:
[0019] Die Ziehgeschwindigkeit des Ziehschlittens ist im Verhältnis zu vorbekannten Lösungen
erheblich höher. Die erhöhte Ziehgeschwindigkeit führt zu einer Kapazitätssteigerung
und so zu einer höheren Produktivität der Anlage, was kostenmäßige Vorteile mit sich
bringt.
[0020] Ziehmaschinen, die mit den vorgeschlagenen Linearantrieben arbeiten, ermöglichen
einen wesentlich größeren Schlittenhub als vorbekannte Einrichtungen. Dabei kann in
einfacher Weise ein Hub von ca. 3 Meter erreicht werden, wobei dieser Wert auch noch
gesteigert werden kann. Damit wird ein diskontinuierlicher Betrieb der Ziehmaschine
mit nur einem einzigen Ziehschlitten möglich.
[0021] Der Schlittenhub kann dabei der maximalen Ziehgutlänge angepasst werden, so dass
nur ein einziger Hub für die Fertiglänge benötigt wird. Das Ziehgut kann dann während
des Rückhubs hinter der Ziehmaschine im Stillstand geschnitten werden. Durch das diskontinuierlich
Ziehen ist also der Einsatz einer stationären Trenneinrichtung möglich, da während
des Rückhubes ausreichend Zeit verbleibt, das Ziehzug zu trennen. Damit sind auch
die Herstellkosten für die Ziehvorrichtung geringer als bei vorbekannten Lösungen.
[0022] Durch den einfachen mechanischen Aufbau der Ziehvorrichtung ergibt sich auch eine
erhöhte Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Wartungsfreundlichkeit der Anlage.
[0023] Die Linearantriebe besitzen eine sehr hohe Dynamik, wodurch es erreichbar ist, dass
der Ziehschlitten bereits nach sehr kurzer Zeit seine maximale Ziehgeschwindigkeit
erreicht, die deutlich über derjenigen herkömmlicher Anlagen liegt. Die Verlustzeiten
bleiben so gering.
[0024] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Die einzige
Figur zeigt schematisch den Aufbau einer Ziehvorrichtung, mit der Abschnitte des zu
ziehenden Guts mit gewünschter Länge aus einem Coil hergestellt werden.
[0025] In der Figur ist eine Ziehvorrichtung 1 zu sehen, die im Finishing-Bereich einer
Verarbeitungsanlage für endloses Gut angeordnet ist. Die Ziehvorrichtung 1 weist ein
Ziehwerkzeug 2 auf, durch das zu ziehendes Gut 3 in eine Abziehrichtung R gezogen
wird.
[0026] Das zu ziehende Gut 3 ist zunächst - zu einem Coil gewickelt - auf einer Abwickelvorrichtung
9 angeordnet. Es handelt sich dabei im wesentlichen um eine Rolle, die elektrisch
angetrieben wird, so dass ein Bogen gewünschter Länge zu ziehenden Guts 3 vom Coil
abgewickelt wird. Hierzu sind - nur sehr schematisch dargestellte - Mittel 10 zur
Beeinflussung der Abwickelgeschwindigkeit vom Coil vorgesehen.
[0027] Das vom Coil abgewickelte zu ziehende Gut 3 gelangt über einen Richtrollensatz 14
zum Ziehwerkzeug 2. In Abziehrichtung R hinter dem Ziehwerkzeug 2 ist ein Ziehschtitten
4 angeordnet, der auf einer geraden Bahn 5 zwischen einer Startposition 11 und einer
Endposition 12 hin und her bewegt werden kann. Hierzu ist ein Linearantrieb 8 vorgesehen,
der in der Figur nur sehr schematisch dargestellt ist. Es handelt sich dabei um einen
Antrieb, der nach dem Prinzip eines elektrischen Linearmotors ausgeführt ist. Ein
solcher Linearantrieb ist im Stand der Technik als solcher hinlänglich bekannt.
[0028] Mittels der Ziehvorrichtung 1 werden Abschnitte 7 aus zu ziehendem Gut 3 gefertigt,
wobei die einzelnen Abschnitte 7 mit definierter Länge L mittels einer ortsfest angeordneten
Ablängvorrichtung 6 (Säge) erzeugt werden.
[0029] Hierzu wird der Ziehschlitten 4 zunächst in die Startposition 11 gefahren, wodurch
der Linearantrieb 8 entsprechend angesteuert wird. Mit einem nicht dargestellten Greifer
wird eine Zugkraft übertragende Verbindung zwischen dem Ziehschlitten 4 und dem zu
ziehenden Gut 3 in Abziehrichtung R kurz hinter dem Ziehwerkzeug 2 hergestellt.
[0030] Ist dies geschehen, wird der Ziehschlitten 4 mittels des Linearantriebs 8 von der
Startposition 11 in die Endposition 12 verschoben. Der Abstand L zwischen beiden Positionen
11, 12 entspricht der Länge der einzelnen Abschnitte 7, die es herzustellen gilt.
[0031] Ist die Endposition 12 erreicht, wird durch entsprechende Entlastung des nicht dargestellten
Greifers die Zugkraft übertragende Verbindung zwischen Ziehschlitten 4 und Gut 3 wieder
gelöst. Der Ziehschlitten 4 kann mittels des Linearantriebs 8 wieder in seine Startposition
11 zurückbewegt werden, wo erneut die Zugkraft übertragende Verbindung zwischen Ziehschlitten
4 und Gut 3 hergestellt wird. Durch Wiederholung dieses Prozesses wird eine gewünschte
Anzahl Abschnitte 7 gefertigt.
[0032] Während des Lösens der Zugkraft übertragenden Verbindung in der Endposition 12 und/oder
während des Zurückbewegens des Ziehschlittens 4 von der Endposition 12 in die Startposition
11 und/oder während des Herstellens der Zugkraft übertragenden Verbindung zwischen
Ziehschlitten 4 und Gut 3 in der Startposition 11 ist genügend Zeit für die Ablängvorrichtung
6, um - stationär angeordnet - den Abschnitt 7 vom zu ziehenden Gut 3 zu trennen.
Es ist also nicht erforderlich, dass die Ablängvorrichtung 6 auf dem Ziehschlitten
mitfährt, also "fliegend" ausgebildet ist.
[0033] Zum Erreichen einer hohen Abziehgeschwindigkeit, wie sie der Linearantrieb 8 per
se ermöglicht, muss sichergestellt sein, dass das zum Coil aufgewickelte Gut 3 nicht
gespannt wird, was die Linearbewegung von der Startposition 11 zur Endposition 12
des Ziehschlittens 4 behindern würde. Aus diesem Grunde werden die Mittel 10 zur Beeinflussung
der Abwickelgeschwindigkeit der Abwickelvorrichtung 9 so angesteuert, dass sich unmittelbar
vor der Verschiebebewegung von der Startposition 11 in die Endposition 12 ein Ausgleichsbogen
13 genügender Länge ergibt. Idealerweise ist die Bogenlänge des Ausgleichsbogens 13
mindestens so groß, wie es dem Abstand L zwischen der Startposition 11 und der Endposition
12 entspricht.
[0034] Der Ausgleichsbogen 13 kann dabei zwischen der Abwickelvorrichtung 9 und dem Ziehwerkzeug
4 so ausgebildet werden, dass zu jedem Zeitpunkt eine ausreichende Reserve an zu ziehendem
Gut 3 vorliegt, so dass ein Spannen des Guts 3 zwischen Abwickelvorrichtung 9 und
Ziehwerkzeug 2 zuverlässig ausgeschlossen ist.
[0035] Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die vorgeschlagene Ziehvorrichtung nur
einen einzigen Ziehschlitten 4 aufweist, mit dem das zu ziehende Gut 3 diskontinuierlich
gezogen wird. Dabei entspricht der Hub des Ziehschlittens 4 der gewünschten Länge
L der einzelnen Abschnitte 7 des zu ziehenden Guts 3, wobei die Abtrennung einzelner
Abschnitte 7 im Auslaufbereich der Ziehvorrichtung 1 durch eine stationär angeordnete
Ablängvorrichtung 6 erfolgt.
Bezugszeichenliste:
[0036]
- 1
- Ziehvorrichtung
- 2
- Ziehwerkzeug
- 3
- zu ziehendes Gut
- 4
- Ziehschlitten
- 5
- gerade Bahn
- 6
- Ablängvorrichtung
- 7
- Abschnitt
- 8
- Linearantrieb
- 9
- Abwickelvorrichtung
- 10
- Mittel zu Beeinflussung der Abwickelgeschwindigkeit
- 11
- Startposition
- 12
- Endposition
- 13
- Ausgleichsbogen
- 14
- Walzensatz
- R
- Abziehrichtung
- L
- Abstand, Länge
1. Ziehvorrichtung (1), insbesondere für die Verarbeitung von Stangen, Rohren und Halbzeugen
aus Metall, die aufweist:
ein Ziehwerkzeug (2), durch das das zu ziehende Gut (3) gezogen wird,
einen Ziehschlitten (4), der in Abziehrichtung (R) hinter dem Ziehwerkzeug (2) das
zu ziehende Gut (3) entlang einer geraden Bahn (5) ziehen kann, sowie
eine Ablängvorrichtung (6), mit der von dem zu ziehenden Gut (3) einzelne Abschnitte
(7) definierter Länge (L) abgeschnitten werden können,
dadurch gekennzeichnet, dass
nur ein einziger Ziehschlitten (4) vorgesehen ist, der mittels eines Linearantriebs
(8) bewegt wird.
2. Ziehvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Linearantrieb (8) nach dem Prinzip eines elektrischen Linearmotors ausgeführt
ist.
3. Ziehvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Linearantrieb (8) einen linearen Verschiebeweg (L) zurücklegen kann, der mindestens
dem größten Maß der Länge (L) der gewünschten Abschnitte (7) des zu ziehenden Guts
(3) entspricht.
4. Ziehvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ablängvorrichtung (6) ortsfest angeordnet ist.
5. Ziehvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass in Abziehrichtung (R) vor dem Ziehwerkzeug (2) eine Abwickelvorrichtung (9) für ein
Coil des zu ziehenden Guts (3) angeordnet ist.
6. Ziehvorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abwickelvorrichtung (9) steuerbare oder regelbare Mittel (10) zur Beeinflussung
der Abwickelgeschwindigkeit aufweist.
7. Verfahren zum Betreiben einer Ziehvorrichtung (1), insbesondere für die Verarbeitung
von Stangen, Rohren und Halbzeugen aus Metall, wobei die Ziehvorrichtung (1) ein Ziehwerkzeug
(2) aufweist, durch das das zu ziehende Gut (3) gezogen wird, einen Ziehschlitten
(4), der in Abziehrichtung (R) hinter dem Ziehwerkzeug (2) das zu ziehende Gut (3)
entlang einer geraden Bahn (5) zieht, sowie eine Ablängvorrichtung (6), mit der von
dem zu ziehenden Gut (3) einzelne Abschnitte (7) abgeschnitten werden können, insbesondere
zum Betrieb einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
es folgende Schritte aufweist:
a) Herstellen einer Zugkraft übertragenden Verbindung zwischen dem zu ziehenden Gut
(3) und dem Ziehschlitten (4) an einer Startposition (11) in Abziehrichtung (R) hinter
dem Ziehwerkzeug (2);
b) Bewegen des Ziehschlittens (4) mittels eines Linearantriebs (8) in Abziehrichtung
(R) von der Startposition (11) zu einer Endposition (12);
c) Lösen der Zugkraft übertragenden Verbindung zwischen dem zu ziehenden Gut (3) und
dem Ziehschlitten (4) an der Endposition (12);
d) Zurückbewegen des Ziehschlittens (4) mittels des Linearantriebs (8) entgegen der
Abziehrichtung (R) von der Endposition (12) zur Startposition (11);
e) Erneutes Herstellen einer Zugkraft übertragenden Verbindung zwischen dem zu ziehenden
Gut (3) und dem Ziehschlitten (4) an der Startposition (11);
f) Wiederholen der Schritte b) bis e) zur Herstellung weiterer Abschnitte (7) des
zu ziehenden Guts (3).
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Abstand (L) zwischen der Startposition (11) und der Endposition (12) der Länge
(L) der gewünschten Abschnitte (7) des zu ziehenden Guts (3) entspricht.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass während der Schritte c) und/oder d) und/oder e) des Anspruchs 7 eine Ablängung des
zu ziehenden Guts (3) nahe der Endposition (12) mittels der Ablängvorrichtung (6)
erfolgt, wobei diese ortsfest angeordnet ist.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Abwickelvorrichtung (9) für ein Coil des zu ziehenden Guts (3) so gesteuert
oder geregelt wird, dass ein Ausgleichsbogen (13) während der Schritte c) und/oder
d) und/oder e) gemäß Anspruch 7 entsteht, dessen Länge im wesentlichen der Länge (L)
der gewünschten Abschnitte (7) des zu ziehenden Guts (3) entspricht.