[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufwickeln einer Materialbahn, insbesondere
Papier- oder Kartonbahn, auf einen Tambour, wobei die Materialbahn über eine Tragtrommel
oder dergleichen geführt ist, zwischen dem Tambour und der Tragtrommel ein Wickelspalt
gebildet ist und der Tambour zur Erzeugung einer Linienkraft in dem Wickelspalt in
einer Primärwickelphase über ein Primäranpresssystem und in einer Sekundärwickelphase
über ein Sekundäranpresssystem an die Tragtrommel anpressbar ist. Eine vergleichbare
Aufwickelvorrichtung ist beispielsweise in der DE 35 39 980 C2 und der US 3 614 011
beschrieben.
[0002] Als Aufwickelvorrichtungen existieren derzeit so genannte Maschinenroller, die sowohl
im Primär- als auch im Sekundärwickelbereich jeweils mit einem Anpresssystem versehen
sind (z.B. Pope Roller, MasterReel, OptiReel, usw.), oder nach dem so genannten Sirius-Prinzip
arbeitende Maschinenroller mit nur einem Anpresssystem.
[0003] Bei der ersten Gruppe von Maschinenrollern besteht bei der Kraftübergabe von dem
einen zum darauf folgenden, meist hydraulischen Anpresssystem das Problem, dass durch
Überschwingen und Trägheit der Druckregelung sowie durch das ungedämpfte Anlegen des
Hebels des Sekundäranpresssystems Linienkraftspitzen entstehen, die insbesondere bei
druckempfindlichen Papieren zu Schädigungen und Ausschuss führen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Aufwickelvorrichtung der
eingangs genannten Art zu schaffen, bei der die zuvor genannten Probleme beseitigt
sind. Dabei soll insbesondere sicher gestellt sein, dass während der Übergabe des
angewickelten Tambours vom Primär- zum Sekundärwickelbereich keine schädlichen Druckspitzen
entstehen.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Vorrichtung zum Aufwickeln einer
Materialbahn, insbesondere Papier- oder Kartonbahn, auf einen Tambour, wobei die Materialbahn
über eine Tragtrommel oder dergleichen geführt ist, zwischen dem Tambour und der Tragtrommel
ein Wickelspalt gebildet ist und der Tambour zur Erzeugung einer Linienkraft in dem
Wickelspalt in einer Primärwickelphase über ein Primäranpresssystem und in einer Sekundärwickelphase
über ein Sekundäranpresssystem an die Tragtrommel anpressbar ist, und wobei das Sekundäranpresssystem
und der angewickelte Tambour über wenigstens ein Dämpfungselement miteinander in Eingriff
bringbar sind.
[0006] Aufgrund dieser Ausbildung wird während der Übergabe des angewickelten Tambours vom
Primär- zum Sekundärwickelbereich für eine Dämpfung gesorgt, durch die unerwünschte
bzw. schädliche Druckspitzen vermieden werden. Ist beispielsweise ein hydraulisches
Sekundäranpresssystem vorgesehen, so muss die Hydraulik dieses Sekundäranpresssystems
nicht gleichzeitig für die Bewegung sorgen und die Anpressdruckregelung übernehmen.
Durch die mit dem Dämpfungselement vergrößerte Übergabestrecke wird ein langsamerer
Kraftanstieg erreicht und eine präzise Regelung beispielsweise der Hydraulikdrücke
im Primär- und Sekundärwickelbereich ermöglicht. Bei drucksensiblen Papieren kann
so eine große Menge Ausschuss im Primärwickel vermieden werden.
[0007] Über das Dämpfungselement kann der beim miteinander in Eingriff bringen des Sekundäranpresssystems
und des angewickelten Tambours erzeugt Anstieg der Anpresskraft zumindest über einen
Abschnitt des ansteigenden Kraftverlaufs hinweg gedämpft werden.
[0008] Dabei wird das Dämpfungselement vorzugsweise erst in einer Endphase der gegenseitigen
Annäherung des Sekundäranpresssystems und des angewickelten Tambours wirksam.
[0009] Über das Dämpfungselement kann beispielsweise bis zu einem vorgebbaren Kraftniveau
ein stetiger Anstieg der Anpresskraft erzeugt werden.
[0010] Das Dämpfungselement ist bevorzugt dem Sekundäranpresssystem zugeordnet.
[0011] Es kann beispielsweise wenigstens ein mechanisches, wenigstens ein elektromechanisches,
wenigstens ein pneumatisches und/oder wenigstens ein hydraulisches Dämpfungselement
vorgesehen sein.
[0012] Zur Steuerung und/oder Regelung der Anpress- bzw. Linienkraft ist wenigstens eine
Steuereinrichtung vorgesehen. Dabei kann dem Primäranpresssystem und dem Sekundäranpresssystem
eine Steuereinrichtung zugeordnet sein, wobei dem Primäranpresssystem und dem Sekundäranpresssystem
vorzugsweise eine gemeinsame Steuereinrichtung zugeordnet ist.
[0013] Gemäß einer praktischen Ausführungsform kann beispielsweise wenigstens eine hydraulische
Steuereinrichtung vorgesehen sein.
[0014] Bei einer bevorzugten praktischen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ist der im Primärwickelbereich angewickelte Tambour zur weiteren Bewicklung vorzugsweise
nach dem Prinzip eines so genannten Pope Rollers an ein dem Sekundärwickelbereich
zugerondetes, vorzugsweise mit Laufschienen versehenes Sekundärtransportsystem übergebbar.
[0015] Das Sekundäranpresssystem kann beispielsweise wenigstens einen Schlitten, wenigstens
einen Hebel und/oder dergleichen umfassen.
[0016] Bei einer bevorzugten praktischen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ist der dem Sekundäranpresssystem zugeordnete Sekundärhebel mit einer Klinke versehen,
wobei der angewickelte Tambour über die Klinke mit dem Sekundärhebel in Eingriff tritt
und das Dämpfungselement zwischen dem Sekundärhebel und der Klinke vorgesehen ist.
Dabei ist die Klinke relativ zum Sekundärhebel insbesondere über einen vorgebbaren
Bereich verschwenkbar.
[0017] Die Klinke kann mit einer Anpressrolle versehen sein, wobei der angewickelte Tambour
mit dieser Anpressrolle in Kontakt tritt.
[0018] Bevorzugt ist der Sekundärhebel an den angewickelten Tambour anschwenkbar, sobald
dieser an das vorzugsweise mit Laufschienen versehene Sekundärtransportsystem übergeben
wurde.
[0019] Vorteilhafterweise ist der Sekundärhebel zunächst nur bis zu einer vorgebbaren Position
an den angewickelten Tambour anschwenkbar, in der noch kein kraftschlüssiger Kontakt
der Klinke bzw. der Anpressrolle zum durch die weitere Bewicklung wachsenden Tambour
vorherrscht. Dabei ist insbesondere eine solche Ausführung denkbar, bei der der Sekundärhebel
zunächst nur bis zu einem festen Anschlag verschwenkbar ist.
[0020] Bevorzugt wird mit dem durch die weitere Wicklung des Tambours einhergehenden, insbesondere
stetigen Wickelzuwachs die Klinke relativ zum Sekundärhebel verschwenkt.
[0021] Dabei ist die Klinke mit dem durch die weitere Bewicklung des Tambours einhergehenden
Wickelzuwachs vorteilhafterweise so verschwenkbar, dass die Tambourglocke durch die
Klinke zunehmend umklammert wird.
[0022] Der Sekundärhebel kann über wenigstens ein insbesondere hydraulisches Betätigungselement
beaufschlagbar sein.
[0023] Vorteilhafterweise ist eine Einrichtung zum Messen der durch den angewickelten Tambour
über die Klinke auf den Sekundärhebel ausgeübten Kraft vorgesehen. Dabei kann die
Messeinrichtung beispielsweise im Bereich der Anpressrolle vorgesehen sein. Sie kann
zweckmäßigerweise einen Messbolzen umfassen, über den die Anpressrolle drehbar an
der Klinke gelagert ist.
[0024] Bei einer bevorzugten praktischen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ist der Sekundärhebel über das insbesondere hydraulische Betätigungselement mit relativ
geringer Kraft beaufschlagbar, bis durch Kompression des Dämpfungselements die durch
den angewickelten Tambour über die Klinke auf den Sekundärhebel ausgeübte Kraft langsam
ansteigt.
[0025] Nach festgestelltem langsamen Anstieg der durch den angewickelten Tambour über die
Klinke auf den Sekundärhebel ausgeübten Kraft kann dann die Anpresskraft im Primärwickelbereich
reduziert und die Anpresskraft im Sekundärwickelbereich erhöht werden, wodurch eine
feinfühlige Übergabe möglich ist.
[0026] Die Klinke kann nach einer Übergabe des angewickelten Tambours an den Sekundärwickelbereich
zur Aufhebung der Dämpfungswirkung bzw. zur Festlegung eines festen Referenzpunktes
zum Einkoppeln eines eventuellen Sekundärantriebs bezüglich des Sekundärhebels fixierbar
sein.
[0027] Das Dämpfungselement kann insbesondere ein elastisches Element oder dergleichen umfassen.
[0028] Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert; in dieser zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines mit einer Klinke und einem Dämpfungselement versehenen
Sekundärhebels,
- Figuren 2 bis 5
- den Bewegungsablauf der Klinke relativ zum Sekundärhebel beim Einklinken,
- Figur 6
- eine beispielhafte statische Kraft/Weg-Kennlinie für das Dämpfungselement und
- Figur 7
- eine beispielhafte dynamische Kraft/Weg- und Energie/Weg-Kennlinie für das Dämpfungselement.
[0029] Figur 1 zeigt in schematischer Darstellung einen Sekundärhebel 10, der zu einem Sekundäranpresssystem
einer Vorrichtung zum Aufwickeln einer Materialbahn, insbesondere Papier- oder Kartonbahn,
auf einen Tambour gehört.
[0030] Bei einer solchen Aufwickelvorrichtung wird die Materialbahn über eine Tragtrommel
oder dergleichen geführt, wobei zwischen dem Tambour und der Tragtrommel ein Wickelspalt
gebildet wird und der Tambour zur Erzeugung einer Linienkraft in dem Wickelspalt in
einer Primärwickelphase über ein Primäranpresssystem und in einer Sekundärwickelphase
über das Sekundäranpresssystem an die Tragtrommel anpressbar ist.
[0031] Im vorliegenden Fall sind das Sekundäranpresssystem und der angewickelte Tambour
über wenigstens ein Dämpfungselement 12 miteinander in Eingriff bringbar.
[0032] Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel ist das Dämpfungselement 12 zwischen dem Sekundärhebel
10 und einer an diesem schwenkbar gelagerten Klinke 14 vorgesehen. Dabei tritt der
angewickelte Tambour über die Klinke 14 mit dem dem Sekundäranpresssystem der Wickelvorrichtung
zugeordneten Sekundärhebel 10 in Eingriff.
[0033] Die Klinke 14 ist um die Achse 16 relativ zum Sekundärhebel 10 über einen vorgebbaren
Bereich verschwenkbar.
[0034] Wie anhand der Figur 1 zu erkennen ist, ist die Klinke 14 mit einer Anpressrolle
18 versehen, mit der der angewickelte Tambour in Kontakt tritt.
[0035] Über das Dämpfungselement 12 kann nun der beim miteinander in Eingriff bringen des
Sekundäranpresssystems bzw. des Sekundärhebels 10 und des angewickelten Tambours erzeugte
Anstieg der Anpresskraft zumindest über einen Abschnitt des ansteigenden Kraftverlaufs
hinweg gedämpft werden. Dabei ist das Dämpfungselement 12, wie es sich insbesondere
auch aus den Figuren 2 bis 5 ergibt, erst in einer Endphase der gegenseitigen Annäherung
des Sekundäranpresssystems und des angewickelten Tambours wirksam. Über das Dämpfungselement
12 ist dann bis zu einem vorgebbaren Kraftniveau ein stetiger Anstieg der Anpresskraft
erzeugbar.
[0036] Wie anhand der Figur 1 zu erkennen ist, ist das Dämpfungselement 12 im vorliegenden
Fall dem Sekundäranpresssystem zugeordnet, d.h. beim vorliegenden Ausführungsbeispiel
zwischen dem Sekundärhebel 10 und der schwenkbar an diesem gelagerten Klinke 14 vorgesehen.
[0037] Bei dem Dämpfungselement 12 kann es sich beispielsweise um ein mechanisches, ein
elektromechanisches, ein pneumatisches oder ein hydraulisches Dämpfungselement handeln.
Grundsätzlich können auch mehrere solche Dämpfungselemente 12 vorgesehen sein.
[0038] Der im Primärwickelbereich angewickelte Tambour ist zur weiteren Bewicklung vorzugsweise
nach dem Prinzip eines so genannten Pope Rollers an ein dem Sekundärwickelbereich
zugeordnetes, vorzugsweise mit Laufschienen versehenes Sekundärtransportsystem übergebbar.
Der Sekundärhebel 10 kann beispielsweise an den angewickelten Tambour angeschwenkt
werden, sobald dieser an das vorzugsweise mit Laufschienen versehene Sekundärtransportsystem
übergeben wurde.
[0039] Dabei ist der Sekundärhebel 10 zweckmäßigerweise zunächst nur bis zu einer vorgebbaren
Position an den angewickelten Tambour anschwenkbar, in der noch kein kraftschlüssiger
Kontakt der Klinke 14 bzw. der Anpressrolle 18 zum durch die weitere Bewicklung wachsenden
Tambour vorherrscht. So sind insbesondere solche Ausführungen denkbar, bei denen der
Sekundärhebel 10 zunächst nur bis zu einem festen Anschlag verschwenkbar ist.
[0040] Der Sekundärhebel 10 ist über wenigstens ein z.B. hydraulisches Betätigungselement
20 beaufschlagbar.
[0041] Überdies ist eine Einrichtung 22 zum Messen der durch den angewickelten Tambour über
die Klinke 14 auf den Sekundärhebel 10 ausgeübten Kraft vorgesehen. Beim vorliegenden
Ausführungsbeispiel ist diese Messeinrichtung 22 im Bereich der Anpressrolle 18 vorgesehen.
Sie umfasst beispielsweise einen Messbolzen 22, über den die Anpressrolle 18 drehbar
an der Klinke 14 gelagert ist.
[0042] Der Sekundärhebel 10 kann nun beispielsweise mit einem hydraulischen Betätigungselement
20 mit relativ geringer Kraft beaufschlagt werden, bis durch Kompression des Dämpfungselements
12 die durch den angewickelten Tambour über die Klinke 14 auf den Sekundärhebel 10
ausgeübte Kraft langsam ansteigt.
[0043] Nach festgestelltem langsamen Anstieg der durch den angewickelten Tambour über die
Klinke 14 auf den Sekundärhebel 10 ausgeübten Kraft kann dann die Anpresskraft im
Primärwickelbereich reduziert und die Anpresskraft im Sekundärwickelbereich erhöht
werden, wodurch eine feinfühlige Übergabe des angewickelten Tambours an den Sekundärwickelbereich
möglich ist.
[0044] Die Klinke 14 kann dann nach einer Übergabe des angewickelten Tambours an den Sekundärwickelbereich
zur Aufhebung der Dämpfungswirkung bzw. zur Festlegung eines festen Referenzpunktes
zum Einkuppeln eines eventuellen Sekundärantriebs bezüglich des Sekundärhebels 10
fixierbar sein. Dabei kann die Klinke 14 beispielsweise über einen Bolzen 24 bezüglich
des Sekundärhebels 10 arretiert werden.
[0045] Das Dämpfungselement 12 kann insbesondere ein elastisches Element umfassen.
[0046] Die Figuren 2 bis 5 zeigen den Bewegungsablauf der Klinke 14 relativ zum Sekundärhebel
10 beim Einklinken.
[0047] Dabei wird mit dem durch die weitere Bewicklung des Tambours einhergehenden stetigen
Wickelzuwachs die Klinke 14 relativ zum Sekundärhebel 10 verschwenkt. Wie anhand der
Figuren 2 bis 5 zu erkennen ist, ist die Klinke 14 mit dem durch die weitere Bewicklung
des Tambours einhergehenden Wickelzuwachs so verschwenkbar, dass die Tambourglocke
durch die Klinke 14 zunehmend umklammert wird.
[0048] Figur 6 zeigt eine beispielhafte statische Kraft/Weg-Kennlinie und Figur 7 eine beispielhafte
dynamische Kraft/Weg- und Energie/Weg-Kennlinie des Dämpfungselements 12.
[0049] Durch das Dämpfungselement 12, bei dem es sich beispielsweise um ein mechanisches,
elektromechanisches oder pneumatisches Dämpfungselement handeln kann, kann also im
Bereich der Sekundäranpressung der Kraftanstieg über die letzte Strecke der Annäherung
des Anpresssystems (Hebel, Schlitten oder dergleichen) stetig zum gewünschten Niveau
geführt werden. Beispielsweise eine Hydraulikregelung im Primär- und Sekundärwickelbereich
kann langsame Sollwertänderungen wesentlich präziser nachführen.
[0050] Wenn der angewickelte Tambour im Primärwickelbereich eines Maschinenrollers beispielsweise
nach dem Pope-Roller-Prinzip auf die Sekundärlaufschienen aufgesetzt hat, kann der
Sekundärhebel 10 an den angewickelten Tambour angeschwenkt werden. Dies geschieht
zweckmäßigerweise bis zu einem fixen Anschlag, bei dem noch kein kraftschlüssiger
Kontakt der Anpressrolle 18 zum wachsenden Tambour vorherrscht. Der stetige Wickelzuwachs
sorgt nun dafür, dass die um die Achse 16 schwenkbar gelagerte Klinke 14 langsam zurückgedrückt
wird und die Klinke 14 die Tambourglocke zunehmend umklammert. Das beispielsweise
hydraulische Betätigungselement 20 bzw. die betreffende Hydraulik kann in dieser Phase
mit geringem Druck in einer "Warteposition" verharren, bis durch die Kompression des
beispielsweise durch ein elastisches Element gebildeten Dämpfungselements 12 die Kraft,
die im Messbolzen 22 an der Anpressrolle 18 gemessen wird, langsam ansteigt. Es kann
nun die feinfühlige Übergabe durch Reduktion des Anpressdruckes im Primärbereich und
einen Anstieg des Druckes in der Sekundäranpressung erfolgen. Schließlich kann die
dem Sekundärarm 10 zugeordnete Klinke 14 mit dem Bolzen 24 arretiert werden, wenn
der Einfluss des beispielsweise elastischen Dämpfungselements 12 nach der Übergabe
nicht mehr gewünscht ist oder ein fixer Referenzpunkt zum Einkuppeln eines eventuellen
Sekundärantriebs geschaffen werden soll.
[0051] Die Hydraulik des Sekundäranpresssystems muss also nicht gleichzeitig für die Bewegung
sorgen und die Anpressdruckregelung übernehmen. Durch die mit dem Dämpfungselement
12 vergrößerte Übergabestrecke wird ein langsamer Kraftanstieg gewährleistet und eine
präzise Regelung der Hydraulikdrücke im Primär- und Sekundärwickelbereich ermöglicht.
Bei drucksensiblen Papieren kann so eine große Menge Ausschuss im Primärwickel vermieden
werden.
Bezugszeichenliste
[0052]
- 10
- Sekundärhebel
- 12
- Dämpfungselement
- 14
- Klinke
- 16
- Schwenkachse
- 18
- Anpressrolle
- 20
- Betätigungselement
- 22
- Messeinrichtung, Messbolzen
- 24
- Bolzen
1. Vorrichtung zum Aufwickeln einer Materialbahn, insbesondere Papieroder Kartonbahn,
auf einen Tambour, wobei die Materialbahn über eine Tragtrommel oder dergleichen geführt
ist, zwischen dem Tambour und der Tragtrommel ein Wickelspalt gebildet ist und der
Tambour zur Erzeugung einer Linienkraft in dem Wickelspalt in einer Primärwickelphase
über ein Primäranpresssystem und in einer Sekundärwickelphase über ein Sekundäranpresssystem
an die Tragtrommel anpressbar ist, und wobei das Sekundäranpresssystem und der angewickelte
Tambour über wenigstens ein Dämpfungselement (12) miteinander in Eingriff bringbar
sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass über das Dämpfungselement (12) der beim miteinander in Eingriff bringen des Sekundäranpresssystems
und des angewickelten Tambours erzeugte Anstieg der Anpresskraft zumindest über einen
Abschnitt des ansteigenden Kraftverlaufs hinweg gedämpft wird.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Dämpfungselement (12) erst in einer Endphase der gegenseitigen Annäherung des
Sekundäranpresssystems und des angewickelten Tambours wirksam ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass über das Dämpfungselement (12) bis zu einem vorgebbaren Kraftniveau ein stetiger
Anstieg der Anpresskraft erzeugbar ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Dämpfungselement (12) dem Sekundäranpresssystem zugeordnet ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein mechanisches Dämpfungselement (12) vorgesehen ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein elektromechanisches Dämpfungselement (12) vorgesehen ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein pneumatisches Dämpfungselement (12) vorgesehen ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein hydraulisches Dämpfungselement (12) vorgesehen ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Steuerung und/oder Regelung der Anpress- bzw. Linienkraft wenigstens eine Steuereinrichtung
vorgesehen ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass dem Primäranpresssystem und dem Sekundäranpresssystem eine Steuereinrichtung zugeordnet
ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass dem Primäranpresssystem und dem Sekundäranpresssystem eine gemeinsame Steuereinrichtung
zugeordnet ist.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens eine hydraulische Steuereinrichtung vorgesehen ist.
14. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der im Primärwickelbereich angewickelte Tambour zur weiteren Bewicklung vorzugsweise
nach dem Prinzip eines so genannten Pope Rollers an ein dem Sekundärwickelbereich
zugeordnetes, vorzugsweise mit Laufschienen versehenes Sekundärtransportsystem übergebbar
ist.
15. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sekundäranpresssystem wenigstens einen Schlitten umfasst.
16. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sekundäranpresssystem wenigstens einen Hebel (10) umfasst.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet,
dass der dem Sekundäranpresssystem zugeordnete Sekundärhebel (10) mit einer Klinke (14)
versehen ist, dass der angewickelte Tambour über die Klinke (14) mit dem Sekundärhebel
in Eingriff tritt und dass das Dämpfungselement (12) zwischen dem Sekundärhebel (10)
und der Klinke (14) vorgesehen ist.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Klinke (14) relativ zum Sekundärhebel (10) über einen vorgebbaren Bereich verschwenkbar
ist.
19. Vorrichtung nach Anspruch 17 oder 18,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Klinke (14) mit einer Anpressrolle (18) versehen ist und dass der angewickelte
Tambour mit dieser Anpressrolle (18) in Kontakt tritt.
20. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sekundärhebel (10) an den angewickelten Tambour anschwenkbar ist, sobald dieser
an das vorzugsweise mit Laufschienen versehene Sekundärtransportsystem übergeben wurde.
21. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sekundärhebel (10) zunächst nur bis zu einer vorgebaren Position an den angewickelten
Tambour anschwenkbar ist, in der noch kein kraftschlüssiger Kontakt der Klinke (14)
bzw. der Anpressrolle (18) zum durch die weitere Bewicklung wachsenden Tambour vorherrscht.
22. Vorrichtung nach Anspruch 21,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sekundärhebel (10) zunächst nur bis zu einem festen Anschlag verschwenkbar ist.
23. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass mit dem durch die weitere Bewicklung des Tambours einhergehenden Wickelzuwachs die
Klinke (14) relativ zum Sekundärhebel (10) verschwenkt wird.
24. Vorrichtung nach Anspruch 23,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Wickel stetig wächst.
25. Vorrichtung nach Anspruch 23 oder 24,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Klinke (14) mit dem durch die weitere Bewicklung des Tambours einhergehenden
Wickelzuwachs so verschwenkbar ist, das die Tambourglocke durch die Klinke (14) zunehmend
umklammert wird.
26. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sekundärhebel (10) über wenigstens ein insbesondere hydraulisches Betätigungselement
(20) beaufschlagbar ist.
27. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Einrichtung (22) zum Messen der durch den angewickelten Tambour über die Klinke
(14) auf den Sekundärhebel (10) ausgeübten Kraft vorgesehen ist.
28. Vorrichtung nach Anspruch 27,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Messeinrichtung (22) im Bereich der Anpressrolle (18) vorgesehen ist.
29. Vorrichtung nach Anspruch 28,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Messeinrichtung einen Messbolzen (22) umfasst, über den die Anpressrolle (18)
drehbar an der Klinke (14) gelagert ist.
30. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sekundärhebel (10) über das insbesondere hydraulische Betätigungselement (20)
mit relativ geringer Kraft beaufschlagbar ist, bis durch Kompression des Dämpfungselements
(12) die durch den angewickelten Tambour über die Klinke (14) auf den Sekundärhebel
(10) ausgeübte Kraft langsam ansteigt.
31. Vorrichtung nach Anspruch 30,
dadurch gekennzeichnet,
dass nach festgestelltem langsamen Anstieg der durch den angewickelten Tambour über die
Klinke (14) auf den Sekundärhebel (10) ausgeübten Kraft die Anpresskraft im Primärwickelbereich
reduzierbar und die Anpresskraft im Sekundärwickelbereich erhöhbar ist.
32. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Klinke (14) nach einer Übergabe des angewickelten Tambours an den Sekundärwickelbereich
zur Aufhebung der Dämpfungswirkung bzw. zur Festlegung eines festen Referenzpunktes
zum Einkuppeln eines eventuellen Sekundärantriebs bezüglich des Sekundärhebels (10)
fixierbar ist.
33. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Dämpfungselement (12) ein elastisches Element umfasst.