| (19) |
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(11) |
EP 1 516 153 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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21.12.2011 Patentblatt 2011/51 |
| (22) |
Anmeldetag: 03.06.2003 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2003/005792 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2004/003460 (08.01.2004 Gazette 2004/02) |
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| (54) |
GESCHOSS ODER GEFECHTSKOPF
PROJECTILE OR WARHEAD
PROJECTILE OU OGIVE
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PT RO SE SI SK TR |
| (30) |
Priorität: |
26.06.2002 EP 02014007
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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23.03.2005 Patentblatt 2005/12 |
| (73) |
Patentinhaber: GEKE Technologie GmbH |
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79098 Freiburg (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- KELLNER, Gerd
78713 Schramberg (DE)
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| (74) |
Vertreter: Söltenfuss, Dirk Christian et al |
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Wallinger Ricker Schlotter Tostmann
Patent- und Rechtsanwälte
Zweibrückenstrasse 5-7 80331 München 80331 München (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
DE-A- 19 648 355 US-A- 3 906 860
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DE-A- 19 917 144 US-A- 4 524 696
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
1. Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein Mehrzweckgeschoss, einen Gefechtskopf oder einen Flugkörper
mit ALP-Modul. Die endballistische Gesamtwirkung aus Eindringtiefe und Flächenbelegung
wird durch endballistische Wirkelemente wie KE-Penetratoren, Hohlladungen oder projektilbildende
Ladungen und durch die diversen Splitter (ALP-Splitter und/oder Splitterkopf), Scheiben-,
Ring- oder P-Ladungs- oder Hohlladungssplitter in Verbindung mit Blasteffekten erbracht.
2. Stand der Technik
[0002] Bei splitterbildenden oder Splitter abgebenden endballistischen Wirkungsträgem unterscheidet
man üblicherweise zwischen Sprenggeschossen mit Zündeinrichtung, sog. Mehrzweckgeschossen/Hybridgeschossen
(Spreng-/Splitterwirkung kombiniert mit HL-Wirkung), Gefechtsköpfen (meist mit HL-
und/oder Splitter/Sprengwirkung) oder Flugkörpern und neuerdings Wirkungsträger nach
dem Prinzip der Penetratoren mit erhöhter Lateralwirkung (PELE) und dem Prinzip der
aktiven lateralwirksamen Penetratoren (ALP). Das PELE-Prinzip ist z.B. in der
DE 197 00 349 C1 beschrieben, während das ALP-Prinzip ausführlich in der
EP-A-1 316 774 erläutert ist. Gemäß dem ALP-Prinzip erfolgt die Auslösung der lateralen Wirkeffekte
mittels einer in optimaler Position des Wirkkörpers auslösbaren Einrichtung.
[0003] Weiter offenbart die
US 4,524,696 A ein Geschoss, auf dem der Oberbegriff des Anspruches 1 basiert. Es handelt sich dabei
um ein herkömmliches Sprenggeschoss mit einer zusätzlichen, ein- oder mehrschichtigen
Belegung aus kugeln, die über den bei der Detonation des Sprengstoffes zerlegenden
Mantel beschleunigt werden. In der Spitze dieses reinen Splittergeschosses befindet
sich ein Zünder mit einer weiteren Splitterladung, die eine Verbesserung der Splitterbelegung
im achsnahen Bereich bewirken soll.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Geschoss
oder einen verbesserten Gefechtskopf bereitzustellen, das bzw. der einen aktiven Wirkkörper
nach dem ALP-Prinzip in besonders effektiver Weise einsetzt.
[0005] Diese Aufgabe wird durch ein Geschoss oder einen Gefechtskopf mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung
sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0006] Das hybride, polyvalente Geschoss bzw. der hybride, polyvalente Gefechtskopf gemäß
der Erfindung weist ein Wirkmittel abgebendes Wirkmittel-Geschossteil (erstes Geschossteil),
wobei die Wirkmittel vorzugsweise in der Spitze oder im spitzennahen Bereich des Geschosses
oder Gefechtskopfes positioniert sind; ein vorzugsweise hinter dem Wirkmittel-Geschossteil
angeordnetes ALP-Geschossteil (zweites Geschossteil) mit einer endballistisch wirksamen
Hülle und einem innerhalb der Hülle vorgesehenen inerten Druckübertragungsmedium;
und eine zwischen dem Wirkmittel-Geschossteil und dem ALP-Geschossteil vorgesehenen
pyrotechnische Einrichtung sowohl zum Auslösen der Wirkmittel in dem Wirkmittel-Geschossteil
als auch zum Aufbauen eines Druckfeldes über das inerte Druckübertragungsmedium des
ALP-Geschossteils auf. Dabei sind mehrere, hintereinander oder lateral angeordnete
erste Geschossteile vorgesehen.
[0007] Mit der vorliegenden Erfindung erfolgt eine besonders einfache Verknüpfung zwischen
dem ALP-Prinzip und Geschossen mit Splitter oder Wirkungsträger abgebenden Köpfen
oder Geschosssegmenten, indem die detonative bzw. pyrotechnische Einrichtung gleichzeitig
beiden Wirkungsträgem als druckerzeugendes/beschleunigendes Element dient. In Kombination
mit den im Zusammenhang mit ALP beschriebenen Möglichkeiten zum Aufbau mehrteiliger/multifunktionaler
Geschosse ergibt sich damit eine Bandbreite von sog. Mehrzweckgeschossen (MZ-Geschossen),
die bisher mit keinem System erreicht wurde und die auch in ihrer Kombinationsvielfalt
und Gesamtwirkungsbreite nicht mehr zu übertreffen sein dürfte.
[0008] Bei Wirkkörpern nach dem ALP-Prinzip ist zur Zerlegung zwar grundsätzlich keine Eigengeschwindigkeit
mehr Voraussetzung, jedoch ist bei einer geringen Auftreff- bzw. Interaktionsgeschwindigkeit
(etwa bei sehr großen Kampfentfernungen oder grundsätzlich langsam fliegenden Bedrohungen)
die endballistische Wirkung begrenzt. Diese Einsatzlücke wird entsprechend der vorliegenden
Erfindung durch eine zusätzliche Einrichtung geschlossen, welche z.B. als pyrotechnische
Einheit (P-Ladung, Hohlladung) die erforderliche Wirkung erbringt. Weiterhin können
auch scheibenartige (tellerförmige/ringförmige) Körper oder entsprechende Splitterformen
in die gewünschten Richtungen (insbesondere in axialer Richtung) beschleunigt werden.
Da dieser Wirkmechanismus bei Geschossen noch nicht bekannt ist, wird er hier als
"Scheiben- oder Ringladung" bezeichnet. In der Regel werden die entstehenden Druckfelder
zur Auslösung weiterer Effekte (ALP) herangezogen. Es ist jedoch grundsätzlich auch
denkbar, die Splitter oder sonstige Wirkmittel abgebenden Module autonom einstufig
oder in mehrstufiger Bauweise wirken zu lassen.
[0009] Das Prinzip eines mehrteiligen Geschosses bzw. einer kombinierten Wirkung (HybridGeschoss)
ist bereits in einer Vielzahl von Lösungen verwirklicht, wobei Tandem-Hohlladungsgeschosse
und Tandem-P-Ladungs-Gefechtsköpfe die bekanntesten Vertreter sind. Es ist aber bereits
hier darauf hinzuweisen, dass sich derartige zusätzliche Wirkkomponenten in Verbindung
mit einem Penetrator entsprechend der vorliegenden Erfindung besonders wirkungsvoll
kombinieren lassen. Dabei ist es ein besonderer Vorzug der hier präsentierten Lösungen,
dass z.B. in erster Linie nicht nur vergleichbare Detektions- und Auslöseeinrichtungen
wie bei bekannten Geschossen oder Gefechtsköpfen zu verwenden sind, sondern auch aufgrund
der neuartigen Wirkprinzipien oder Wirkungskombinationen Lösungen mit geringeren technischen
Ansprüchen an derartige Einrichtungen möglich sind. Weiterhin ergibt sich im vorliegenden
Falle eine ungleich größere Kombinationsvielfalt unterschiedlicher Wirkungen. Auf
diesen Sachverhalt wird in Zusammenhang mit den Ausführungsbeispielen zu Mehrzweckgeschossen
im Zusammenhang mit dieser Erfindung noch näher eingegangen.
[0010] In gravierender Erweiterung des ALP-Einsatzfeldes betrifft die Erfindung einen aktiven
Penetrator, ein aktives Geschoss, einen aktiven Flugkörper oder ein aktives lateral
wirksames Mehrzweckgeschoss (MZ-, Hybridgeschoss) in Kombination mit axialen und radialen
Splittermodulen oder getrennten Wirkungsträgern mit beschleunigender Sprengstoffkomponente.
Die endballistische Gesamtwirkung aus Splitter-, Scheibenwirkung, Eindringtiefe sowie
axialer und radialer Flächenbelegung/Flächenbelastung wird mittels einer in optimaler
Position des Wirkkörpers auslösbaren Vorrichtung (Einrichtung) zur Auslösung der Wirksamkeit
(bzw. der Wirkeffekte) eingeleitet. So spannt sich der Bogen von vornehmlich auf pyrotechnischer
Basis zerlegenden Penetratoren (z.B. durch die Kombination Splitterkopf/ALP-Teil mit
oder ohne Sprengstoff-Splitter-Modul) bis hin zu teilweise inerten Geschossen (z.B.
PELE-Modul und integriertem KE-Wirkteil oder KE-Modul allein) mit einem reinen Splitterkopf
für spezielle Zielbeaufschlagungen.
[0011] Mit der vorliegenden Erfindung wird das Leistungsspektrum der in der
DE 197 00 349 C1 (PELE) und
EP-A-1 316 774 (ALP) dargestellten Penetratoren mit demjenigen von Spreng/Splitter/Scheiben- (Mehrzweck-,
Tandem-) Geschossen verknüpft und zusätzlich noch mit Funktionen von Splitterköpfen
kombiniert. Damit werden die Eigenschaften der unterschiedlichsten Munitionskonzepte
in einer bisher nicht bekannten Kombinationsvielfalt und Effizienz in einem einzigen
Wirkungsträger vereint. Dies führt nicht nur zu einer entscheidenden Verbesserung
bisher bekannter Mehrzweckgeschosse, sondern auch zu einer nahezu unbegrenzten Erweiterung
des denkbaren Einsatzspektrums bei allen denkbaren Bodenzielen von ungepanzerten bis
hin zu schwerer gepanzerten Objekten. Weiterhin eignen sich entsprechend ausgelegte
Wirkungsträger mit einer bisher nicht erreichbaren endballistischen Leistung für die
Bekämpfung von Luft- und Seezielen und auch für die Abwehr von Flugkörpern. Bei entsprechenden
Kombinationen, beispielsweise in Verbindung mit in axialer Richtung vorauseilenden
Wirkungsträgem wie P- oder Hohlladungen sowie Scheiben- bzw. Ringladungen, sind derartige
Geschosse auch in optimaler Weise zur Bekämpfung reaktiver Ziele und auch aktiver
(abstandswirksamer) Panzerungen geeignet. Hierbei können die Scheiben abgebenden Köpfe
aufgrund ihrer relativ großflächigen Zielbeaufschlagung in Verbindung mit den von
Minentellern (Flachladung- oder EFP- Mine) her bekannten großen Durchschlagsleistungen
derartiger Körper besonders interessant sein.
[0012] Wie bereits in der
EP-A-1 316 774 ausgeführt, kann bezüglich der technischen Ausführung zur Auslösung der Wirkung unterschieden
werden zwischen einer einfachen Kontaktzündung, die bereits bei Geschossen in verschiedenen
Ausführungsformen angewandt wird und daher zur Verfügung steht, einer verzögerten
Zündung (ebenfalls bekannt), einer Annäherungszündung (z.B. durch Radar- oder mittels
IR- Technologie) und einer vorab eingestellten Zündung auf der Flugbahn beispielsweise
über ein Zeitglied (tempierbare Munition). In Kombination mit ALP ist das die Erfindung
bestimmende Konzept weitgehend unabhängig von der Art des Geschosses oder des Flugkörpers
wie etwa der Stabilisierung, des Kalibers und der Verbringungs- oder Beschleunigungsart
(z.B. kanonenbeschleunigt, raketenbeschleunigt) oder ob es als Geschoss/Gefechtskopf
ausgelegt oder in einen solchen integriert ist. Insbesondere benötigt die erfindungsgemäße
Anordnung keine Eigengeschwindigkeit zur Auslösung und Sicherstellung auch ihrer axialen
Wirksamkeit bei geringen Auftreffgeschwindigkeiten.
[0013] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorzüge der vorliegenden Erfindung ergeben sich
aus den Patentansprüchen in Verbindung mit der Beschreibung sowie anhand der einzelnen
Figuren und den entsprechenden Erläuterungen. Hierbei zeigen:
- Fig. 1A
- ein drallstabilisiertes Geschoss mit einer Kombination aus Splitterkopf und ALP-Modul
gemäß der Erfindung;
- Fig. 1B
- ein aerodynamisch stabilisiertes Geschoss mit einer Kombination aus Splitterkopf und
ALP-Modul gemäß der Erfindung;
- Fig. 1C
- ein dreiteiliges aerodynamisch stabilisiertes Geschoss mit einer Kombination aus HL-Kopf,
ALP- und KE-Modul gemäß der Erfindung;
- Fig. 2
- eine Spitze mit integriertem Wirkungsträger (vgl. EP-A-1 316 774);
- Fig. 3A und 3B
- Beispiele für Spitzen mit Splitterwirkung (vgl. EP-A-1 316 774);
- Fig. 4
- ein ALP-Splitterkopf-Geschoss mit (hier vier) lateral wirkenden Splitterladungen;
- Fig. 5
- ein ALP-Splitterkopf-Geschoss mit (hier sechs) Flächen aufbauende Ladungen;
- Fig. 6
- ein ALP-Spitzenmodul mit (hier vier) schräg nach vorne/außen wirkenden Ladungen (z.B.
P-Ladungen, Scheiben- oder Splitterladungen);
- Fig. 7
- ein ALP-Splitterkopf-Geschoss, ausgeführt als Splitterkopf mit drei Splitterkegeln;
- Fig. 8
- ein ALP-Splitterkopf-Geschoss, ausgeführt als konvexer Splitterkopf unterschiedlicher
Belegungsdicke;
- Fig. 9
- ein ALP-Splitterkopf-Geschoss mit integriertem HL-/P-Ladungs-Modul;
- Fig. 10
- Einlageformen für HL- oder P-Ladungen bzw. Scheiben-Ladungen;
- Fig. 11
- ein Diagramm zur Erläuterung der Abhängigkeit der Mündungsgeschwindigkeit von der
zu beschleunigenden Masse für das Kaliber 120 mm;
- Fig. 12
- ein ALP-Geschoss mit Splitterkopf;
- Fig. 13
- ein ALP-Geschoss mit Splitterkopf und Innenkern;
- Fig. 14
- ein modulares Geschoss (oder Geschosskopf) mit Kern im Spitzenbereich, Splitterteil,
ALP- und KE-Modul;
- Fig. 15
- ein Geschoss (oder Geschosskopf) mit mehrstufigem Splitterteil;
- Fig. 16
- ein Beispiel für richtungsgesteuerte Splitter- bzw. Scheibenbeschleunigung;
- Fig. 17
- ein modulares Geschoss mit Splitterkopf, Kern und PELE-Modul;
- Fig. 18
- ein Geschoss mit Splitterkopf, PELE-Modul und Kern;
- Fig. 19
- einen Geschosskopf mit Splittermodul;
- Fig. 20
- eine richtungsgesteuerte Splitterladung mit seitlicher Verdämmung;
- Fig. 21
- eine richtungsgesteuerte Splitterladung mit einem untenliegenden Inertkörper;
- Fig. 22A
- eine Splitterladung mit einem oberen Inertkörper und Ringzündung;
- Fig. 22B
- eine Splitterladung mit einem äußeren oberen Inertkörper;
- Fig. 23
- eine Splitterladung mit Detonationswellenlenkung;
- Fig. 24
- eine richtungsgesteuerte Splitterladung mit Inertkörper und Mehrfach-Zündladung;
- Fig. 25
- eine Splitterladung mit Kammern zur Detonationswellenlenkung;
- Fig. 26
- ein modulares Geschoss (oder Gefechtskopf) mit Splittertasche und ALP-Modul;
- Fig. 27
- ein Geschoss mit P-Ladungskopf und Kern mit Zerlegerladung;
- Fig. 28
- einen HL-Gefechtskopf mit Strahlfokussierung;
- Fig. 29
- einen radial segmentierten Penetrator mit zentraler Zerlegeeinrichtung;
- Fig. 30
- ein Geschoss mit Splitterkopf und einem zentralen Penetrator hohen Schlankheitsgrades
mit Schockdämpfung;
- Fig. 31
- ein modulares Geschoss mit Splitterkopf und zweiteiligem Kern;
- Fig. 32
- ein modulares Geschoss mit Splitterkopf und mehrteiligem Kern;
- Fig. 33
- ein modulares Geschoss mit segmentiertem zentralen Penetrator;
- Fig. 34
- ein modulares Geschoss mit Splitterkopf/Splitterringen und einem zentralen langen
Penetrator;
- Fig. 35
- ein modulares Geschoss mit massiver Spitze, Splitterringen und zentralem Kern sowie
ALP-Modul;
- Fig. 36
- ein modulares Geschoss mit einem langen zentralen Penetrator, konischen Splitterscheiben
und ALP-Modul;
- Fig. 37
- einen Geschossquerschnitt mit einem sechseckigen zentralen Penetrator, flächigen Splitterelementen
und Außenhülle; und
- Fig. 38
- ein modulares Geschoss ohne Spitze / außenballistische Haube mit Splitterringen, einem
langen zentralen Penetrator und ALP-Modul.
[0014] Die Figuren 1A bis 1C zeigen Beispiele entsprechend der Erfindung. Es handelt sich
dabei um Penetratoren mit aktiven lateralwirksamen Teilen in Kombination mit einem
Splitter-, P-Ladungs-, Scheiben- oder HL-Kopf.
[0015] In Figur 1A ist eine kürzere (z.B. drallstabilisierte) Version eines Geschosses 1
mit einem lokalen, Splitter beschleunigenden und gleichzeitig im nachfolgenden Modul
druckerzeugenden Element 7A für die Splitterbelegung 11 dargestellt, und Figur 1B
zeigt eine längere (z.B. aerodynamisch stabilisierte) Bauweise 2 mit dem splitterbeschleunigenden
Element 7B für die Splitterbelegung 12 und einem zentralen, weiteren druckerzeugenden
Element (Sprengschnur) 9.
[0016] Figur 1C zeigt eine hier ebenfalls aerodynamisch stabilisierte, dreiteilige Version
3 mit HL-Kopf 13, wobei der Sprengstoff des HL-Teils gleichzeitig den Druck für das
sich anschließende ALP-Modul liefert. Der aufgrund seiner Werkstoffeigenschaft, Masse
und Geschwindigkeit endballistisch wirksame, das druckübertragende Medium 6 umhüllende
Mantel 4 des ALP-Moduls bildet die zentrale, radiale Splitter bildende Einheit. Dieser
schließt sich eine KE-Komponente an. Das Medium 6 überträgt den mittels einer ansteuerbaren,
pyrotechnischen Einrichtung 7A, 7B, 7C erzeugten Druck auf den umhüllenden Körper
4 und bewirkt damit eine Zerlegung in Splitter/Subgeschosse mit einer lateralen Bewegungskomponenten.
Alle Beispiele sind hier mit einer außenballistischen Haube 5 versehen.
[0017] Die Auslöseeinrichtung 8 kann aus einem einfachen Berührungsmelder, einem Zeitglied,
einem programmierbaren Modul, einem Empfangsteil und einer Sicherungskomponenten bestehen.
Die Einrichtung 8 kann mit der örtlich konzentrierten druckerzeugenden Einheit 7A,
7B, 7C mittels eines zylinderähnlichen (zündschnurähnlichen) pyrotechnischen Moduls
9 (vgl. Figuren 1B und 1C) oder mittels einer Leitung 10, die ebenfalls pyrotechnische
Eigenschaften haben kann, verbunden sein (vgl. Figur 1A).
[0018] Grundsätzlich stellt die Spitze einen für die Leistungsfähigkeit eines Geschosses
wesentlichen Parameter dar. In der
EP-A-1 316 774 wurde bereits darauf hingewiesen (vgl. dort Figur 15), dass die Spitze als Splittermodul
gestaltet werden kann. In der
DE 197 00 349 C1 wird dieser Gesichtspunkt eingehender behandelt. Als positive Beispiele sind dort
genannt: Spitze als Konstruktionsraum, absprengbare Spitze und Spitze als vorgeschalteter
Penetrator. Die Spitze kann teilweise hohl oder gefüllt sein. Es ist auch denkbar,
dass in die Spitze leistungsunterstützende Elemente integriert sind. Die Figuren 2
und 3A, 3B zeigen Beispiele: Figur 2 (Figur 43B in
EP-A-1 316 774) zeigt ein aktives Spitzenmodul 14, bestehend aus dem Splittermantel 15 in Verbindung
mit dem pyrotechnischen Element 17 und einem Druckübertragungsmedium 16. Es kann hier
durchaus sinnvoll sein, die Spitzenhülle 18 mit dem Splittermantel zu verschmelzen.
Ein noch einfacherer Aufbau ergibt sich bei einem Verzicht auf das Duckübertragungsmedium
16. Bei einer Aktivierung bilden die Splitter in Richtung der eingezeichneten Pfeile
einen Kranz, der nicht nur eine entsprechende Lateralwirkung erzielt, sondern auch
bei stärker geneigten Zielen ein besseres Impaktverhalten erwarten lässt.
[0019] Die Figur 3A (Figur 43C in
EP-A-1 316 774) zeigt eine dem ALP-Modul 23 vorgeschaltete Spitze 19 mit einem pyrotechnischen Element
17 in einer Hülse 20.
[0020] Figur 3B (Figur 43D in
EP-A-1 316 774) zeigt eine weitere Spitzengestaltung, beispielsweise ein dem ALP-Modul 24 vorgelagertes
Spitzenelement 21, bei dem sich das pyrotechnische Modul 17 ebenfalls in einer Hülse
befindet und gleichzeitig in die mit einem Medium 22 gefüllte Spitze hinein ragt.
[0021] Die im vorderen Geschossteil oder direkt im Bereich der Spitze eingebrachten Wirkkomponenten
können (z.B. in Verbindung mit KE-Modulen) getrennt wirksam sein oder eigenständig
ausgelöst bzw. angesteuert werden. Vorzugsweise werden sie direkt mit technischen
Ausführungen im Rahmen der vorliegenden Erfindung mit dem Ziel einer optimalen Gesamtfunktion
kombiniert. Hierbei können auch Komponenten integriert werden, die eine hohe axiale
Leistung bei einer entsprechend hohen Ausbreitungs-(Vorauseil-)Geschwindigkeit erbringen
wie Hohlladungen, Flachkegelladungen und auch scheiben/tellerförmige sprengstoffbeschleunigte
Projektile (vgl. Figuren 6, 10, 28, 35-38). Derartige Aufbauten sind z.B. dann von
besonderem Interesse, wenn zielseitig vor dem Auftreffen des Geschosses Systeme wie
etwa aktive und reaktive Komponenten ausgelöst werden sollen. Weiterhin sind derartige
Systeme besonders zur Bekämpfung von tieferen Zielstrukturen, Bauteilen, Mauern und
Bunkerwänden geeignet, da die vorauseilende Wirkkomponente zu einer Vorzerstörung
der Struktur führt. Dadurch werden die nachfolgenden Penetratormodule nicht vorzeitig
aufgezehrt oder könne ohne Zerbrechen ein- bzw. durchdringen und damit besonders hohe
Leistungen erreichen.
[0022] Geschosse dieser Art eignen sich z.B. in Kombination mit dem ALP-Prinzip in hervorragender
Weise zur Bekämpfung anfliegender Bedrohungen wie Gefechtsköpfe oder Kampf- bzw. Aufklärungsdrohnen,
die mit Direkttreffern nicht zu bekämpfen sind. Auch herkömmliche Splittergeschosse
sind praktisch auf Grund der Begegnungssituation mit Drohnen und ihrer sehr begrenzten
Splitterverteilung wenig wirksam. Die Wirkungsweise der vorliegenden Erfindung in
Kombination mit einer entsprechenden Auslöseeinheit verspricht hier eine bisher nicht
erreichbare Effizienz.
[0023] Bezüglich der interessierenden Abstände zum Ziel kann unterschieden werden zwischen
dem unmittelbaren Nahbereich (kleiner 1 m), dem nahen Bereich (1 m bis 3 m), dem näheren
Bereich (3 m bis 10 m), dem mittleren Entfernungsbereich (10 m bis 30 m) und dem zielferneren
Bereich (über 30 m). Bei P-Ladungen und auch bei entsprechend geformten Scheiben-Ladungen
kann noch der Bereich über 30 m interessant sein, da bereits Ladungen existieren,
die über eine Entfernung von weit über 100 Kalibern wirken. Auch hier wird offensichtlich,
dass mit Geschossaufbauten entsprechend der Erfindung eine nahezu beliebige Palette
zur Verfügung steht, um gewünschte Wirkungen entsprechend des bekannten oder zu erwartenden
Zielszenarios in einer bisher nicht erreichbaren Bandbreite zu erzielen.
[0024] Die Figuren 4 bis 10 zeigen eine Reihe von erläuternden Beispielen und technischen
Ausführungsvorschlägen, wobei selbstverständlich auch noch weitere grundsätzliche
Anordnungen möglich sind. Dabei deuten die Pfeile, welche die Resultierende der Ausbreitungsrichtung
der Wirkmittel oder Splitter symbolisieren, nach Länge und Dicke die Masse bzw. die
Geschwindigkeit der Wirkkomponenten an.
[0025] In Figur 4 ist als Querschnittszeichnung ein ALP-Spitzenmodul 25 mit vier vornehmlich
lateral wirkenden Splitterladungen 26 dargestellt. Diese werden von einem zentralen
Sprengstoffkörper 27 beschleunigt. Dadurch ergeben sich vier Splitterfelder mit bevorzugten
Ausbreitungsrichtungen 30A bis 30D. Durch die Formgebung des Körpers 27 und die Oberflächengestaltung
29 der Splitterkörper 26 können die Felder variiert werden, also z.B. mehr streuend
wirken oder mehr gebündelt ausgerichtet sein. Durch eine Verjüngung des Körpers 27
zur Spitze hin kann auch die axiale Komponente der Splittergeschwindigkeit erhöht
werden. Weitere einfache Veränderungsmöglichkeiten sind die Form, die Masse und das
Material der Splitter 26 bzw. der beschleunigten Wirkflächen. Die Splitterfelder 26
können auch den gesamten Raum 28 bis zum Gehäuse 31 ausfüllen. Es ist auch denkbar,
die Splitterkörper 26 aus einem gepressten Werkstoff herzustellen oder aus einem Materialblock,
der entweder als Scheibe (Teller) beschleunigt wird oder sich bei der Detonation von
27 zerlegt. Auch mehrschichtige und auch kombinierte Belegungen sind möglich.
[0026] Figur 5 zeigt wieder im Querschnitt als weiteres Beispiel für das Gestalten einer
Geschoss- oder Gefechtskopfspitze ein Modul 32 mit sechs lateral wirkenden flächenhaften
Splitterverteilungen, die von einem zentralen pyrotechnischen Modul 34 in Verbindung
mit entsprechenden metallischen Einlagen 35 aus Kupfer, Tantal, Wolfram oder anderen
möglichst schweren und duktilen Materialien gebildet werden und in sechs Richtungen
36A bis 36G Splitterflächen aufbauen. Selbstverständlich ist die Zahl der Ladungen
frei wählbar und richtet sich in erster Linie nach den Abmessungen eines derartigen
Moduls 32. Die Gehäusewand 33 kann bei entsprechender Ausgestaltung ebenfalls Splitter
abgeben.
[0027] Figur 6 zeigt als Längs- und Querschnitt zwei weitere Varianten einer Spitzengestaltung
entsprechend der Erfindung. So zeigt sie im oberen Teil ein ALP-Spitzenmodul 37 mit
vier schräg nach vorne/außen (Geschwindigkeitsresultierende 38) wirkenden Ladungen
(z.B. P-Ladungen 39, gebildet aus dem zentralen Sprengstoffelement 40 und der metallischen
Einlage 41). Es sind auch entsprechende nach vorne / außen gerichtete Splitterladungen
(Splittertaschen 43) denkbar (Geschwindigkeitsresultierende 42). Diese technische
Variante 44 ist im unteren Teil von Figur 6 dargestellt.
[0028] Figur 7 zeigt zwei weitere Beispiele für ein ALP-Spitzenmodul 45 mit einem vornehmlich
axial wirkenden Splitterkopf, hier in der oberen Bildhälfte, gebildet aus drei Splitterkegeln
47 (Ausbreitungsrichtung 53) hinter einer außenballistischen Haube 48. Die Beschleunigungsladung
49 für die Splitterkegel 47 ist entsprechend der Erfindung gleichzeitig ein Element,
an welches sich z.B. ein weiterer Sprengzylinder / eine Sprengschnur zur aktiven Zerlegung
der Geschosshülle 50 über das hier vorzugsweise feste (z.B. metallische) Druckübertragungsmedium
51 anschließt. Selbstverständlich kann die Ladung 49 auch getrennt von Folgeladungen
wie z.B. der Ladung 9 sein (vgl. untere Bildhälfte). Die Splitterverteilung kann auch
durch die Art der äußeren Verdämmung beeinflusst werden.
[0029] Bei der Art der Splitterbelegung und bei der vorgegebenen Splitterrichtung 53 besteht
ein relativ großer Gestaltungsspielraum. So können hier unterschiedlich in Material
und Form gefertigte Komponenten zum Einsatz kommen. Eine Mischung aus schweren (großen)
und leichten (kleinen) Splittern kann ebenfalls vorteilhaft sein. Ebenso kann der
die Beschleunigungskomponente 49 umgebende Ring als Splitterladung 54 (Ausbreitungsrichtung
55) ausgebildet sein (untere Bildhälfte). Es kann dann sinnvoll sein, zwischen dem
Splitterkopf und dem Restpenetrator eine Trennung 52 vorzusehen.
[0030] Figur 8 zeigt zwei weitere Beispiele für ein ALP-Spitzenmodul 56 (oben) und 57 (unten)
mit einem Splitterkopf. Dieser ist wieder von einer außenballistischen Haube 58 abgedeckt.
Diese kann hohl ausgebildet sein (oben) oder zusätzliche Splitter oder sonstige Wirkmittel
59 enthalten (unten). Über eine entsprechende Formgebung der Oberfläche 64 der Beschleunigungseinheit
62 kann die Ausbreitungsrichtung 61 der Splitter des Splitterkörpers 60 vorgegeben
werden. Hinter 62 kann sich ein verdämmendes und gleichzeitig druckübertragendes Medium
63 befinden, in das auch weitere, beliebig geformte Splitter gleichmäßig oder ungleichmäßig
verteilt eingebettet sein können.
[0031] Wie bereits erwähnt, kann eine Einrichtung entsprechend der vorliegenden Erfindung
in Verbindung mit weiteren Wirkungsträgem auf eine bisher nicht zu erreichende Weise
kombiniert werden. Dabei kann ein entsprechend ausgelegter ALP bereits ein effizientes
Mehrzweckgeschoss (MZ-Geschoss) sein. MZ-Geschosse (hierbei handelt es sich überwiegend
um großkalibrige Munition im Kaliberbereich 60 mm bis über 155 mm) haben primär die
Aufgabe, solche Ziele zu bekämpfen, bei denen der Einsatz von auf eine hohe Durchschlagsleistung
ausgelegten Geschossen nicht sinnvoll oder allein ausreichend ist. Dies gilt ebenso
für schwächer gepanzerte Punktziele wie z.B. Starrflügler und Hubschrauber wie für
ungepanzerte oder schwächer gepanzerte Bodenziele größerer Flächenausdehnung oder
leichtere Ziele in größeren Kampfentfernungen. Diese Aufgaben werden in der Regel
mittels splitterabgebenden Einrichtungen, oft in Kombination mit einem Hohlladungs-
oder P-Ladungs-Modul, erreicht.
[0032] Es ist ein grundsätzlicher Vorteil von Anordnungen der gezeigten Art, dass praktisch
die gesamte Splitter/Subgeschoss-Masse mit konstruktiv vorgebbaren Geschwindigkeitskomponenten
vornehmlich in Richtung des zu bekämpfenden Ziels abgegeben wird. Dies ist insbesondere
unter dem Aspekt von Interesse, dass z.B. bei herkömmlichen Mehrzweckgeschossen ein
erheblicher Teil der Splitter nach hinten ausgestoßen wird und damit wirkungslos bleibt.
Hier ist jedoch anzumerken, dass bereits Anordnungen bekannt sind, bei denen im Kopfbereich
von Sprenggeschossen Splitter, auch solche mit geometrischer Gestaltung oder Belegung
angeordnet sind. Es ist ein Vorzug der vorliegenden Erfindung, dass alle bisher bekannten
Ausführungen integriert werden und mit den erfindungsspezifischen Komponenten verknüpft
werden können.
[0033] Figur 9 zeigt zwei Beispiele für ein ALP-Spitzenmodul 65 mit einer axial wirksamen
Komponenten hoher Durchschlagsleistung (Wirkungsrichtung 66) mit gleichzeitig lateralen
Komponenten. Abgebildet ist ein Hohlladungsmodul mit dem Sprengstoffteil 67 und einer
spitzkegeligen (trompetenförmigen, degressiven oder progressiven) Einlage 68. Um die
Sprengladung 67 kann sich auch ein Splitterring 54 als Verdämmung befinden (untere
Bildhälfte). Das druckübertragende Medium 70 ist hier so auszuwählen, dass es für
die Hohlladung dynamisch verdämmend/abstützend wirkt. Hierbei kann aber, was Festigkeit
und Dichte betrifft, bereits ein Kunststoff ausreichend sein. Dies gilt selbstverständlich
auch für die anderen bisher gezeigten und die noch folgenden Beispiele.
[0034] Diverse Möglichkeiten bei der Ausgestaltung der Einlage 68 sind in Figur 10 dargestellt.
Diese reichen von reinen HL-Einlagen 68 zur Bildung schneller Hohlladungsstrahlen
mit Spitzengeschwindigkeiten bis über 8.000 m/s (schlanker Geschwindigkeitspfeil 66)
über Projektile bildende flachkegelige oder kugelschalenförmige Einlagen 71, die eine
immerhin noch mit 2.000 m/s bis 3.000 m/s dem sich dem Ziel nähernden oder auf ein
Ziel auftreffenden Geschoss vorauseilende P-Ladung 73 erzeugen können (dicker, relativ
kurzer Geschwindigkeitspfeil 69). Weiterhin kann das axial beschleunigte Wirkteil
auch aus einer teller-, scheiben- oder ringförmigen Auflage 74 bestehen, die Geschwindigkeiten
von wenigen 100 m/s bis 2.000 m/s erreichen kann. Dabei ist zu beachten, dass die
genannten Geschwindigkeiten der jeweiligen Projektil/Gefechtskopfgeschwindigkeit hinzuzurechnen
sind. Damit können derartige Scheibenkonzepte Durchschlagsleistungen erzielen, die
mit denjenigen von P-Ladungsminen zu vergleichen sind. Derartige Scheibenköpfe können
auch aus zwei oder mehr Scheiben aufgebaut sein, die aus unterschiedlichen Materialien
auch unterschiedlicher Dicke bestehen können. Zur besseren dynamischen Trennung kann
es auch sinnvoll sein, zwischen die einzelnen Scheiben ein pyrotechnisches oder ein
druckübertragendes Medium einzubringen.
[0035] Hier ist anzumerken, dass Anordnungen bereits bekannt sind, bei denen sich eine HL-Komponente
(Vorhohlladung) vor einer Hauptladung eines HL-Geschosses, insbesondere zur Auslösung
reaktiver Ziele, befindet (Tandem-Ladungen). Es ist jedoch wiederum ein besonderer
Vorteil der vorliegenden Erfindung, dass alle bisher bekannten Vorhohlladungen integriert
und mit erfindungsspezifischen Komponenten verknüpft werden können. Im Gegensatz zu
Tandem-Hohlladungen ist hier die im Strahlengang der Hauptladung positionierte Vorladung
nicht leistungsmindernd, sondern kommt der Gesamtleistung eines Geschosses entsprechend
der Erfindung in vollem Umfang zugute. Diese Überlegungen gelten auch für vorgeschaltete
P-Ladungen.
[0036] Bisher nicht bekannt ist die Kombination von teller-, scheiben- oder ringförmigen
pyrotechnisch beschleunigten Elementen in Verbindung mit einem sich dem Ziel nähernden
oder auf ein Ziel auftreffenden Projektil. Aufgrund ihres großen Wirkungsdurchmessers
in Verbindung mit ihrem Vorauseilen sind derartige Komponenten besonders geeignet,
reaktive Ziele wirkungsvoll zu bekämpfen.
[0037] Unabhängig von den einzelnen Munitionskonzepten ist bei rohrverschossener Munition
die Leistungsfähigkeit der Kanone die entscheidende Größe. In Figur 11 ist die mit
vorgegebenen, zu beschleunigenden Massen (Gesamt- oder Rohrmassen) erreichbare Mündungsgeschwindigkeit
für das Kaliber 120 mm eingezeichnet (durchgehende Linie). Bei einer mittleren Mündungsgeschwindigkeit
zwischen 1.100 m/s und 1.300 m/s sind danach Massen zwischen 16 kg und 22 kg zu beschleunigen.
Geht man von einem Unterkaliberverhältnis von 2:1 (entsprechend einem Fluggeschoss-Durchmesser
von 60 mm) und 4:3 (entsprechend einem Fluggeschoss-Durchmesser von 90 mm als aus
außenballistischer Sicht höchstem Unterkaliberverhältnis) aus, so ergeben sich bei
einer angenommenen Treibspiegelmasse von 3 kg bzw. 4 kg Penetratormassen zwischen
13 kg und 18 kg. Bei diesen Geschossen kann, da sie bezüglich der außenballistischen
Kenndaten etwa mit entsprechenden Pfeilgeschossen gleichzusetzen sind (doppelter Flugdurchmesser
bei vierfacher Masse), mit einem mittleren Geschwindigkeitsabfall von etwa 50 m/s
auf 1.000 m gerechnet werden. Die Auftreffgeschwindigkeiten in einer Kampfentfernung
von 4.000 m liegen damit zwischen 900 m/s und 1.100 m/s.
[0038] Mit den obigen Werten ist auch eine noch durchaus beachtliche endballistische Wirksamkeit
eines Geschosses entsprechend der vorliegenden Erfindung sowohl als KE- bzw. PELE-Geschoss
als auch als ALP zu erwarten. Eine angenommene mittlere Masse für den Penetrator von
16 kg könnte sich dann bei einer Mündungsgeschwindigkeit von 1200 m/s beispielsweise
folgendermaßen aufteilen: Masse des Splitter/Subgeschoss-Mantels 8 kg, Masse eines
zentralen Penetrators (zentralen bzw. axialen Elementes) 3 kg, Masse der druckerzeugenden
Elemente 0,2 kg, Masse der druckübertragenden/zusätzlich wirksamen Medien bzw. Wirkteile
2 kg, Masse für splitterabgebende Spitze oder HL- bzw. P-Ladungs-Spitze, Leitwerk
und sonstige Elemente 2,8 kg.
[0039] In Figur 11 ist auch das sich bei Berücksichtigung der sich nach Veröffentlichungen
bereits abzeichnenden innenballistischen Leistungssteigerungen (z.B. mittels DNDA
(Di-Nitro-Di-AZA) - Treibladungspulver) ergebende Leistungsfeld eingetragen. Danach
kann von einer Steigerung der Mündungsgeschwindigkeit von etwa 100 m/s bis 120 m/s
ausgegangen werden - vgl. gestrichelter Funktionsverlauf. Die sich ergebende Verschiebung
des Auslegungsbereichs sowohl hinsichtlich einer gewünschten Geschwindigkeitssteigerung
(Richtung A) als auch hinsichtlich einer größeren Verschuss- bzw. Penetratormasse
(Richtung B) ist eingezeichnet. Damit kann das oben abgeschätzte Geschoss (Masse 16
kg) mit etwa 1.300 m/s verschossen werden. Oder es kann eine Geschossmasse (Rohrmasse)
von 22 kg bis 23 kg (mittlere Penetratormasse 20 kg) auf etwa 1.200 m/s beschleunigt
werden. Da die oben angenommenen Massen für Treibspiegel, Spitze und Heck sowie für
die Zusatzeinrichtungen praktisch unverändert bleiben, kann in diesem Falle von einer
Masse für den Geschoss/Splittermantel von 10 kg bei einer Masse für den zentralen
Penetrator von wieder etwa 4 kg ausgegangen werden. Für den Geschosskopf würde dann
eine Masse von etwa 3,5 kg zur Verfügung stehen. Es würde sich dabei also um recht
beachtliche Geschoss- oder Gefechtskopfspitzen handeln. Es ist unter diesen Verhältnissen
auch denkbar, bei einer dann möglichen Hüllenmasse von 14 kg auf einen zentralen Penetrator
zu verzichten. Grundsätzlich reichen bei fliegenden Objekten die sowohl von der Spitze
oder vielmehr dem spitzennahen Bereich und dem Geschoss ausgehenden Splitter-Durchschlagsleistungen
in jedem Fall zur Bekämpfung auch gehärteter Ziele aus.
[0040] Damit ist ein Geschoss entsprechend der in Zusammenhang mit Figur 11 vorgenommenen
Auslegung in der Lage, auch schwerere Panzerungen zu durchschlagen. In Verbindung
mit den der vorliegenden Erfindung entsprechenden Lateraleffekten werden derartige
Geschosse/Gefechtsköpfe zu idealen Mehrzweckgeschossen. Diese sind erstmals in der
Lage, nahezu das gesamte Zielspektrum mit einem einzigen Wirkungsträger zu bekämpfen.
Eine weitere Steigerung der Wirksamkeit kann bei solchen Geschossen bzw. Gefechtsköpfen
aufgrund ihrer technischen Vorzüge mehr noch als bei herkömmlichen/bekannten Geschossen
z.B. mittels einer Geschosssteuerung oder zumindest Endphasenlenkung erreicht werden.
[0041] Bei der Abschätzung der endballistischen Leistung ist zu beachten, dass derartige
Penetratoren aufgrund ihres sehr großen und insbesondere sich dynamisch vergrößernden
Durchmessers beim Durchdringen insbesondere von Schottenzielen oder reaktiven Panzerungen
Durchschlagsleistungen erreichen können, die mit denen von Hochleistungspenetratoren
zu vergleichen sind oder diese noch übertreffen. In Verbindung mit konstruktiven Maßnahmen
(vgl. Bemerkungen on Zusammenhang mit den Figuren 9 und 10) und insbesondere durch
das Einbringen von Subpenetratoren (aus Hart- und Schwermetall), wie z.B. in den Figuren
13, 14, 17, 18, 27 und 30-38 dargestellt, sind bei einer ganzen Reihe von Zielen noch
erheblich größere Durchschlagsleistungen zu erreichen.
[0042] Bei einer entsprechenden Abschätzung für ein anderes Kaliber kann entweder von einer
storchschnabelähnlichen Vergrößerung oder Verkleinerung ausgegangen werden oder z.B.
von einer konstant gehaltenen Länge. Im ersten Fall ändern sich die Massen etwa mit
der dritten Potenz der Abmessungen, im letzten Fall mit dem Quadrat der Durchmesseränderung.
Bei einem angenommenen Übergang von 120 mm auf z.B. 155 mm ergibt sich damit bei storchschnabelmäßiger
Übertragung der Faktor 2,16, bei konstant gehaltener Geschosslänge der Faktor 1,67.
[0043] In den Figuren 12 bis 18 und 26 bis 38 werden weitere Beispiele für Geschosse/Gefechtsköpfe
entsprechend der vorliegenden Erfindung gezeigt.
[0044] So ist in Figur 12 ein ALP mit Splitterkopf als drallstabilisierte Version dargestellt.
Das ALP-Modul besitzt einen Mantel mit Innenkonus 76.
[0045] Figur 13 zeigt ein Geschoss entsprechend Figur 12, jedoch noch mit einem zusätzlichen
Innenkern 78. Dieser kann aus Schwermetall, Hartmetall oder aus gehärtetem Stahl sein.
Die Kappe/Haube 77 schützt den Hartkern vor unzulässigen Schockbelastungen, z.B. beim
Auftreffen auf massive bzw. hochfeste Ziele. Die Auslöse- bzw. Steuereinheit 8 wird
hier durch eine starke Hülle 75 geschützt. Diese dient auch zur Sicherstellung des
Drucks im druckerzeugenden Medium 6 zur Zerlegung des Mantels 76.
[0046] Geschosse mit Hartkernen entsprechend Figur 13 sind insbesondere für geringere Auftreffgeschwindigkeiten
(unter 800 m/s bis 1.000 m/s) geeignet. Hier spielt die Härte eines Penetrators noch
die dominierende Rolle für die Durchdringleistung. Bei Geschwindigkeiten über 1.000
m/s gewinnt die Dichte eines Penetrators zunehmend an Bedeutung. Dann werden beispielsweise
Schwermetallkerne vorteilhaft eingebracht. Bei Geschossen entsprechend der Erfindung
mit eingelagerten Hartkernen sind auch bei relativ geringen Geschwindigkeiten (400
m/s bis 600 m/s) insbesondere dann im Vergleich zu Penetratoren, die für hohe Auftreffgeschwindigkeiten
ausgelegt sind, noch erhebliche Durchschlagsleistungen zu erwarten, wenn der Kern
beim Durchdringen nicht zerstört wird. Hierbei ist bei konstanter Auftreffgeschwindigkeit
die spezifische Flächenbelastung des Kerns die für das Durchschlagsvermögen entscheidende
Größe, also in erster Näherung die Länge des Kerns.
[0047] Figur 14 zeigt als weiteres, grundsätzliches Beispiel ein modulares Geschoss 79 mit
einem Hartmetall- oder Schwermetall-Kern 80 im Spitzenbereich. Dieser kann entweder
innerhalb einer außenballistischen Haube 5 angeordnet sein oder diese (auch partiell)
ersetzen. Diesem nachgeschaltet ist der Splitter abgebende Teil mit einer hier konisch
ausgebildeten pyrotechnischen Einheit 82. Die Splitter 81 werden vorzugsweise in Richtung
84 ausgestoßen, wobei die konische Rückseite 83 des Kerns 80 eine zusätzliche radiale
Komponente bewirkt.
[0048] Ein Beispiel für ein ausgesprochenes Splittergeschoss wird in Figur 15 gezeigt. Es
handelt sich um ein Geschoss 85 (oder einen Geschosskopf) mit zweistufigem Splitterteil
(gebildet aus den pyrotechnischen Einheiten 86 und 87 sowie den Splitterbelegungen
88 und 89) und nachgeschaltetem ALP-Modul. Die Resultierenden der beschleunigten Splitter
werden durch die Pfeile 90 (für 88), 91 (für 89) und 92 (für 4) dargestellt. Dieses
Beispiel kann auch mit einer richtungsgesteuerten Splitterbeschleunigung 93 kombiniert
sein, wie sie in Figur 16 dargestellt ist. Die Splitterbelegung 95 ist hier mittels
der Trennwände 94 in vier Splittersegmente 95 unterteilt, sodass sie auch getrennt
angesteuert werden können (der entsprechende resultierende Splitterpfeil 96 ist mit
eingezeichnet).
[0049] Die Figuren 17 und 18 zeigen Beispiele für Mehrzweckgeschosse 97 bzw. 99 mit Kernen
und ALP- bzw. PELE-Modul. So ist in Figur 17 ein Splitterkopf aus den Komponenten
Sprengstoff 62 und Splitter 61 vor einem Hart- oder Schwermetallkern 98 positioniert,
der vor dem folgenden PELE-Modul einen Krater verdrängt. Die Zündung von 62 erfolgt
wieder über das Element 8 und der Steuer- bzw. Verbindungsleitung 10. Diese Leitung
10 kann entweder in der Wand 4 verlaufen oder direkt im druckübertragenden Medium
6 liegen (vgl. Figur 18). Auf diese Weise wird eine hohe Splitterwirkung im Kopfbereich
mit einer großen Durchschlagsleistung in Kombination mit einem verzögerten PELE-Effekt
und einer entsprechend großen lateralen Ausdehnung dadurch erreicht, dass sich die
nachströmende PELE-Komponente im Krater über den Kern schiebt bzw. von diesem weiter
aufgestaucht wird.
[0050] Figur 18 zeigt ein Mehrzweckgeschoss mit einer gegenüber Figur 17 umgekehrten Reihenfolge
der dem Splitterkopf nachgeschalteten Module. Hier bildet der Splitterkopf/ALP-Teil
die splittererzeugenden Komponenten, der ein Hart- oder Schwermetallkern 100 zur Erzielung
einer hohen Penetrationsleistung nachfolgt.
[0051] Die Form der splitterbeschleunigenden Elemente mit Effekten vornehmlich in Schussrichtung
ist entsprechend der gewünschten Splitterverteilung anzupassen. Grundsätzlich wird
es sich bei der Beschleunigung der Splitter in axialer Richtung um flache (scheiben/ringförmige)
pyrotechnische Elemente 105 handeln, die z.B. mit einem flachen Innenkonus 107 zur
Splitterfokussierung (vgl. Figuren 1A, 12, 13 und 15) oder mit einem flachen oder
stärkeren Außenkonus 1 13 (vgl. Figur 7) oder einer leichteren konvexen Wölbung (vgl.
Figuren 8, 17, 18, 19, 30-34) oder stärker konvexen Form (vgl. Figuren 1B und 8) zur
radialen Splitterverteilung versehen sein können.
[0052] Zusätzlich zu diesen geometrischen Maßnahmen kann noch eine Richtungssteuerung der
Splitter vorgesehen werden. Diese ist insbesondere in Verbindung mit einem intelligenten
Geschoss/Gefechtskopf interessant. In den Figuren 19 bis 25 sind einige Ausführungsbeispiele
für derartige Anwendungen zusammengestellt. Figur 19 dient dabei der Darstellung des
näher betrachteten Bereichs. Eine Verdämmung erfolgt entweder über einen äußeren Ring
109 (vgl. Figur 20) oder über die Geschosshülle 110 (vgl. Figur 21). Liegt der Zünder
108 mehr innerhalb der Ladung 105 (linke Seite von Figur 20), so reicht in der Regel
auch die Eigenverdämmung aus.
[0053] Um eine bestimmte Ausbreitungsrichtung (Splitterlenkung) der Splitterbelegung 106
zu erreichen, können z.B. am Umfang eines pyrotechnischen Beschleunigungselementes
105 mehrere Zünder bzw. Zündladungen 108 verteilt werden, die getrennt anzusteuern
sind - Figur 20. Dieser Richtungseffekt kann durch konstruktive Maßnahmen verstärkt
werden. So z.B. mit der in Figur 21 dargestellten Anordnung 111 mit hinterem Inertkörper
112 zur Stosswellenlenkung. Ein weiteres Beispiel 114 zeigt Figur 22A. Dort werden
über einen vorderen (in Schussrichtung gesehen) inerten Körper mit Innenkonus 115
die nach der Zündung des Sprengstoffs 105 mittels der Zündladung 108 ausgehenden Stosswellen
abgelenkt. Es ist auch eine ringförmige Zündung 108A denkbar. Ebenso ist ein äußerer
Konus 115B zur Stosswellenlenkung möglich; vgl. Figur 22B.
[0054] In konsequenter Ausgestaltung dieses Lösungsweges ist auch eine "Splitterkopf-Stoßwellenlenkung"
denkbar. Der Begriff der Stosswellenlenkung ist bei Hohl- oder P-Ladungen zur Lenkung
bzw. besseren Verteilung der Stosswellen in den die Einlagen beschleunigenden Ladungen
her grundsätzlich bekannt. Dort soll er jedoch in erster Linie eine bessere Stosswellensymmetrie
und damit eine exaktere Strahlbildung bewirken. Im Gegensatz dazu wird im Rahmen dieser
Erfindung vorgeschlagen, den Effekt einer Stosswellenlenkung mittels in die Stosswellen-Ausbreitungsfelder
eingebrachten Körpern eine asymmetrische Verteilung der Stosswellen und damit der
Stosswellenenergie zu erreichen, um z.B. einer Splitterbelegung eine ungleichmäßige
Verteilung oder eine besondere Richtung zu geben (Splitterkopf-Stoßwellenlenkung).
Zu unterstützen ist dieser Effekt durch eine entsprechende Splitterverteilung der
Splitterfläche 106 und/oder Ausgestaltung der Oberfläche des pyrotechnischen Elementes
105 (z.B. konkav, konvex, konisch).
[0055] In den Figuren 23 bis 25 werden weitere Beispiele einer Splitterkopf-Stoßwellenlenkung
gezeigt. So ist in dem Aufbau 116 von Figur 23 in den Sprengstoff 105 ein stoßwellenlenkender
Körper 117 eingebracht. Dieser kann aus einer metallischen Verbindung sein oder auch
aus Kunststoff oder aus die Sprengwirkung unterstützenden Stoffen. In der in Figur
24 gezeigten Anordnung 118 sind mehrere Zünder 108 eingebracht, die durch eine Wand
119 getrennt sind. Durch eine unterschiedliche Zündung kann hier eine gewünschte Richtung
vorgegeben werden. Der eingebrachte vordere konische Inertkörper 115 unterstützt diesen
Effekt. In Fig. 25 ist schließlich eine Anordnung 120 dargestellt, bei der sich die
einzelnen Zünder/Beschleunigungselemente 121 (oder der Sprengmittel-Ring) in entsprechend
geformten Taschen zwischen den inneren und äußeren Inertkörpern 122 und 123 zur Stosswellenlenkung
befinden. Es kann sich aber auch bei entsprechender Formgebung nur um einen einzigen
Inertkörper mit Einbuchtungen handeln. Bei größeren Systemen ist es auch denkbar,
dass über eine Verschiebung des Zünders 108 in dem Sprengstoffkörper 105 eine gewünschte
asymmetrische Beschleunigung der Splitter erreicht werden kann.
[0056] In den Figuren 26 bis 38 werden in weiteren Ausgestaltungen von Geschossen/Gefechtsköpfen
entsprechend der vorliegenden Erfindung noch ergänzende bzw. erweiternde technische
Lösungen vorgestellt. So zeigt Figur 26 einen weiteren grundsätzlichen Aufbau für
ein Geschoss/Gefechtskopf 124. Es handelt sich im Prinzip um einen ALP, der im hinteren
Teil in der bekannten Weise ausgeführt ist, während der vordere Teil aus einer Splitterkammer
127 besteht, bei der die Splitter 128 in ein Matrixmaterial gebettet sind. Die über
die Auslösung/Steuerung 8 gezündete Ladung 126 beschleunigt beide Geschossmodule.
Während sich der hintere Teil lateral mit relativ geringer Geschwindigkeit (vgl. resultierende
Pfeile für Geschwindigkeiten und Massen 130A bzw. 130B) zerlegt, werden die Splitter
128 im hinteren Teil der Kammer 127 bei einer dünnen, d.h. zerlegenden Wandung auch
durch die Eigenverdämmung durch das vordere Material mehr radial beschleunigt (resultierender
Pfeil für Geschwindigkeit und Masse 131), im vorderen Teil vornehmlich axial (Pfeil
für Geschwindigkeit und Masse 132). Bei einer massiveren Wandung oder geringeren axialen
Beschleunigung seitens 126 kann auch ein rein axiales Ausstoßen der Splitter 128 aus
der Tasche/dem Behälter 127 erreicht werden. Es ist auch eine splittergefüllte Spitze
125 (untere Bildhälfte) mit entsprechend resultierendem Pfeil 125A denkbar.
[0057] Handelt es sich um ein Geschoss entsprechend der vorliegenden Erfindung mit einem
HL- oder P-Ladungs-Kopf (vgl. Figuren 1C, 9 und 28), so ist die Gesamt-Energiebilanz
nicht mehr zu übertreffen. So wird z.B. der bei der Strahlbildung entstehende Stößel,
auf dem sich der sich rasch axial ausbreitende Strahl abstützt, in das ALP-Modul gedrückt
und erhöht damit dessen laterale Effizienz.
[0058] Figur 27 zeigt ein Geschoss entsprechend der Erfindung mit P-Ladungs-Kopf und Kern
mit Zerlegerladung (Sprengschnur) 135. Zur Vereinfachung der Darstellung sind auch
hier Steuer- bzw. Zündelemente nicht mit eingezeichnet. Diese zentrale Ladung 135
kann so ausgelegt werden, dass sie bei homogenen Zielen trotz Zündung den von außen
aufgebrachten Druck nicht überwinden kann, sodass der Kern quasi-homogen durch das
Ziel dringen kann. Bei dünnen Zielen oder bei Zielen geringer Festigkeit reicht der
von 135 aufgebrachte Druck zur Zerlegung des Kerns aus, sodass sich dieser in mehrere
Fragmente zerlegen kann und damit seine Leistung im Ziel bei entsprechender lateraler
Wirkung abgibt (vgl. auch Figur 29).
[0059] Figur 28 zeigt einen HL-Gefechtskopf 136 mit einer Vorrichtung 137 zur Strahlfokussierung.
Bei diesem Beispiel wurde eine trompetenförmige Einlage 138 zum Erreichen hoher Strahlgeschwindigkeiten
gewählt. Entsprechend schlank ist hier auch der Kanal 137 ausgebildet. Es ist auch
denkbar, den kanalbildenden Körper 137 aus einem splitterbildenden Medium zu fertigen.
[0060] In Ergänzung zu den Ausführungen von Figur 27 kann entsprechend Figur 29 auch ein
radial segmentiertes Modul 140 (hier aus vier Segmenten 142 gebildet) mit einer Zerlegerladung
141 versehen sein. Die resultierenden Pfeile 143 sind eingezeichnet.
[0061] Figur 30 zeigt ein Geschoss 144 mit Splitterkopf, ALP-Modul mit einem langen/schlanken
zentralen Penetrator (hoher Schlankheitsgrad) 145 für eine möglichst hohe Durchschlagsleistung.
Die Spitze des Penetrators 145 ist mittels einer Kappe/Haube, eines Zylinders oder
einer vergleichbaren Einrichtung 146 gegen Schock- bzw. Stoßbelastungen der pyrotechnischen
Einheit und auch durch das Auftreffen und beim Eindringen in ein Ziel geschützt (vg.
Figur 13).
[0062] Figur 31 zeigt ein Geschoss 147 entsprechend der Erfindung mit einem splitterbildenden
Kopf und einem zusammengesetzten, hier sehr groß ausgelegten Kern 148. Dieser besteht
z.B. aus einer Hartmetall-Spitze 149 und einem hinteren Kernteil 150 aus Schwermetall.
Die Verbindung zwischen 149 und 150 erfolgt mittels einer Zwischenschicht 151. Sie
steht für eine Verbindung aus Kleben, Vulkanisation, Reibschweißen oder Löten. Selbstverständlich
ist aber auch jede andere form- oder kraftschlüssige Verbindung möglich. Derartige
zusammengesetzte Kerne haben auch den Vorteil, dass sie im Schwermetall- oder Stahlteil
bearbeitet werden können. Die Grenzfläche zwischen 149 und 150 kann auch kegelig ausgebildet
sein, um zu verhindern, dass bei einer Verzögerung der Spitze 149 der Schwermetall-Zylinder
150 auf der hinteren Fläche des Hartkerns 149 dynamisch aufgestaucht wird.
[0063] In Ergänzung zu Figur 31 zeigt Figur 32 ein modulares Geschoss 152 mit einem weiteren
Kernaufbau mit einer Hartmetall-Spitze 149 und einem hülsengestützten hinteren Kernteil
154. Die Hülse 153 kann etwa aus einem anderen Hartmetall, einem Schwermetall, Stahl
oder einem anderen festen Stoff bestehen. Der innere Kernschaft 154 kann mit der Spitze
149 verbunden sein, mit dieser ein Stück bilden oder einfach eingelegt sein. Es ist
auch eine konische Form des hinteren Kernteils denkbar, beispielsweise zur Verminderung
der Reibung beim Durchschlagen tiefer Ziele.
[0064] In Figur 33 besteht der zentrale Kern aus einer segmentierten Anordnung 156. Das
Geschoss / der Flugkörper 155 besteht wieder aus einem Splitterkopf mit anschließendem
ALP-Modul. Besteht das Druckübertragungsmedium 6 aus einem festen Stoff wie z.B. Magnesium,
Aluminium oder GFK, so kann der segmentierte Penetrator 156 in diesen mittels einer
entsprechenden Bohrung eingebracht werden. Besteht das Medium 6 aus einem Liquid oder
einem mechanisch (zur Übertragung der Abschussbeschleunigung) nicht ausreichend stabilen
Stoff, könnte der Penetrator 156 mit einer eigenen Hülse 153 versehen sein. Im vorliegenden
Aufbau besteht der zentrale Penetrator 156 aus zwei vorderen Kernen 157 (vorzugsweise
Hartmetall oder Schwermetall) geringen Schlankheitsgrades (niedriges L/D-Verhältnis),
die mittels eines Puffers 160 getrennt sind. Dieser Puffer 160 kann auch aus dem gleichen
Material wie das Druckübertragungsmedium 6 bestehen. Der hintere Kernteil wird hier
aus zwei schlankeren Kernen 158 höheren Schlankheitsgrades (hohes L/D-Verhältnis)
gebildet. Zwischen den Kernen 158 kann sich eine stoßmindernde Schicht 159 befinden.
Diese Schicht 159 kann auch zwei Kerne 158 unterschiedlicher Werkstoffe trennen.
[0065] Figur 34 zeigt ein Geschoss / einen Gefechtskopf 161, dessen vordere Splitterkomponente
aus einer splitterabgebenden Spitze und einem Stapel von Splitterscheiben 163 und
den jeweiligen pyrotechnischen Elementen 164 gebildet wird. Diesen folgt entweder
ein massiver Schaft oder ein ALP-Modul (vgl. Figur 35). Dieses Beispiel enthält zudem
noch einen langen zentralen Penetrator 162, der entweder massiv ausgeführt ist oder
sich in einer Hülse 165 befindet. Die Scheiben können selbstverständlich auch ohne
pyrotechnische Zwischenschichten angeordnet werden, jedoch ist dann die gewünschte
Trennung nicht sichergestellt.
[0066] Bei dem in Figur 35 dargestellten modularen Geschoss 166 ist die splitterabgebende
Spitze durch eine massive Spitze 167 ersetzt. Diese kann z.B. schwerere Vorziele durchschlagen,
um auf diese Weise ein Hindurchtreten des Restpenetrators zu ermöglichen, sodass sich
anschließend die von den pyrotechnischen Elementen 164 beschleunigten splitterabgebenden
Scheiben 163 radial öffnen können. Mittels einer konischen Spitze können derartige
Scheiben durch das Aufdornen noch eine mechanisch bewirkte laterale Komponente erhalten.
[0067] Weitere, nicht konventionelle Spitzen- bzw. Penetrator-Gestaltungen sind in den Figuren
36 bis 38 dargestellt. So zeigt Figur 36 ein Geschoss/einen Gefechtskopf 168 mit einem
sich über die gesamte Länge erstreckenden zentralen Penetrator 169, der im vorderen
Teil von Ringen oder von Ringsegmenten 171 umgeben ist. Diese können zur Unterstützung
der lateralen Komponenten (vgl. resultierenden Pfeil 173) nach Art von Tellerfedern
konisch ausgebildet sein. Beschleunigt werden diese durch die flächenhaften pyrotechnischen
Elemente 172. Der Rest des Geschosses ist als ALP-Modul gestaltet, der hier durch
ein eigenes pyrotechnisches Element 170 druckbelastet wird. Der zentrale Penetrator
169 ist mit einer eigenen Spitze 174 versehen. Diese kann auch stufenförmig ausgebildet
sein.
[0068] Figur 37 zeigt eine Variante 175 von Figur 36. Hier besitzt der zentrale Penetrator
177 einen sechseckigen Querschnitt. Er ist von sechs flächenhaften Elementen 176 (pro
Schicht/Ebene) umgeben. Diese werden durch den Außenring / die Hülle 178 zusammen
gehalten. Diese Hülle 178 kann auch als splitterbildender Mantel ausgebildet sein.
Selbstverständlich sind weitere geometrische Ausgestaltungen entsprechend den technischen
Erfordernissen oder gewünschten Wirkungen möglich.
[0069] Insbesondere bei Flugkörpern oder bei sehr großen Kalibern liegt die Abgangsgeschwindigkeit
in der Regel niedrig, für das Kaliber 155 mm z.B. bei etwa 800 m/s. Damit ist bei
sehr großen Kampfentfernungen (20 km) mit relativ geringen Auftreffgeschwindigkeiten
(400 m/s bis 500 m/s) zu rechnen. Die zu verwendenden Spitzenformen werden von der
Außenballistik bestimmt. Bei geringen Geschwindigkeiten kann es durchaus sinnvoll
sein, von konventionellen Spitzenformen abzuweichen oder auf außenballistische Hauben
zu verzichten. Auch Stufenspitzen sind denkbar, die allein aus endballistischen Vorgaben
zu dimensionieren sind, beispielsweise zum besseren Angreifen schräger/geneigter Zielflächen.
[0070] Bei der in Figur 38 gezeigten Variante eines Geschossaufbaus 179 entsprechend der
Erfindung besitzen die Scheiben 180 einen unterschiedlichen Konuswinkel und eine unterschiedliche
Dicke mit entsprechend angepassten pyrotechnischen Elementen 181. Die Haube kann auf
dem Fluge oder bei Zielannäherung auch mechanisch entfernt (z.B. aufgeklappt), abgeworfen,
abgesprengt oder während des Fluges erodiert werden.
[0071] Es ist selbstverständlich, dass komplexere Ausgestaltungen der splittergebenden Systeme
in erster Linie vom Kaliber der Munition (und dort in erster Näherung mit der 3. Potenz
des Kalibers) abhängen. Während die grundlegende Idee der vorliegenden Erfindung je
nach technischem Aufwand bereits auch bei kleineren Kalibern bzw. Geschossdurchmessern
durchaus sinnvoll sein kann, bleiben aufwendigere Lösungen mittleren und vor allem
größeren Kalibern (ab 60 mm) oder großen Kalibern (ab 90 mm) vorbehalten.
[0072] In der
EP-A-1 316 774 wurde bereits auf die Möglichkeit hingewiesen, das ALP-Prinzip auch bei Hochgeschwindigkeits-Torpedos
einzusetzen. Dabei liegen die Auftreffgeschwindigkeiten aber an der unteren sinnvollen
Einsatzgrenze. Mit den im Rahmen dieser Erfindung vorgeschlagenen technischen Lösungen
ist eine entscheidende Erhöhung der Effizienz möglich, indem dem Einsatzspektrum angepasste
Wirkkörper unmittelbar vor oder während des Impakts aus dem Geschoss heraus beschleunigt
werden oder indem beim Impakt eine hohe laterale und axiale Wirkung ausgelöst wird.
Als axial beschleunigte Wirkkörper kommen hier besonders entsprechend ausgelegte P-Ladungen
und höhere Scheiben oder Ringe (evt. mit besonderer Formgebung für den Einsatz unter
Wasser) in Betracht.
[0073] Ein derart hybrides, polyvalentes Wirksystem der Erfindung eignet sich neben der
Beschleunigung mittels Kanonen auch in besonderer Weise zum Verbringen mittels Raketen,
Flugkörper-Abwehrsystemen, gesteuerten/gelenkten Bomben oder Flugkörpern bis hin zu
Marschflugkörpern. Durch den nahezu unbegrenzten Auslegungsspielraum in Verbindung
mit nahezu allen bekannten Wirkmechanismen sind mit derartigen Systemen von stark
gepanzerten ballistischen Zielen über großflächige und/oder tiefe Zielstrukturen wie
leichtere Ziele, Flugzeuge, Schiffe sowie Bauwerke bis hin zu strategischen Objekten
zu bekämpfen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0074]
- 1
- drallstabilisiertes Geschoss mit Kombination Splitterkopf/ALP-Modul
- 2
- aerodynamisch stabilisiertes Geschoss mit Kombination Splitterkopf/ALP-Modul
- 3
- dreiteiliges aerodynamisch stabilisiertes Geschoss mit Kombination HL-Kopf und ALP-Modul
sowie KE-Modul
- 4
- Splitter/Subgeschosse erzeugendes Gehäuse
- 5
- Spitze / außenballistische Haube
- 6
- druckübertragendes Medium im ALP-Modul
- 7A
- druckerzeugendes Element / Detonator/Sprengstoff für Splitter- und ALP-Modul
- 7B
- druckerzeugendes Element / Detonator/Sprengstoff für Splitter- und ALP-Modul
- 7C
- druckerzeugendes Element als HL-Modul
- 8
- Auslösevorrichtung (programmiertes Teil, Sicherungs- und Auslöseteil)
- 9
- zylindrisches druckerzeugendes Element/Sprengschnur
- 10
- Übertragungsleitung
- 11
- Splitterbelegung von 7A
- 12
- Splitterbelegung von 7B
- 13
- HL-Kopf
- 14
- Spitze mit aktivem Zerlegemodul
- 15
- Splittermantel
- 16
- Druckübertragungsmedium
- 17
- pyrotechnisches Element
- 18
- Spitzenhülle
- 19
- massives aktives Spitzenmodul
- 20
- Hülse für druckerzeugendes Element
- 21
- mit Wirkmittel gefülltes Spitzenmodul
- 22
- Füllung der Spitze 21
- 23
- ALP-Modul
- 24
- ALP-Modul
- 25
- ALP-Spitzenmodul mit 4 lateral wirkenden/fokussierten Splitterladungen
- 26
- Splitterladung
- 27
- Sprengstoff-Zentralkörper von 25
- 28
- Raum zwischen 29 und 31
- 29
- Oberflächenform von 26
- 30
- Ausbreitungsrichtungen der Splitterladungen 26
- 31
- Gehäuse
- 32
- ALP-Spitzenmodul mit sechs lateral wirkenden Schneidladungen 33
- 33
- Gehäusewand von 32
- 34
- Sprengstoff-Zentralkörper von 32
- 35
- metallische Einlage
- 36
- Ausbreitungsrichtungen der Schneidladungen bzw. Splitterfelder von 35
- 37
- ALP-Spitzenmodul mit schräg nach vom / außen wirkenden P-Ladungen
- 38
- Resultierende der Ausbreitungsrichtung der umgeformten P-Ladungs-Einlage 41
- 39
- P-Ladung
- 40
- zentrale Sprengladung
- 41
- metallische Einlage von 40
- 42
- Resultierende der Ausbreitungsrichtung des Splitterfeldes
- 43A
- Splittertasche mit Splitterladung 26
- 43B
- Splitterladung
- 44
- ALP-Spitzenmodul mit schräg nach vom / außen wirkenden Splitterladungen 43B
- 45
- Beispiel für ALP-Spitzenmodul mit vornehmlich axial wirkendem Splitterkegel
- 46
- Beispiel für ALP-Spitzenmodul mit vornehmlich radial wirkenden Splittern
- 47
- Splitterbelegungen
- 48
- außenballistische Haube
- 49
- Beschleunigungsladung für 47 bzw. 54
- 50
- Splitterhülle nach ALP- Prinzip
- 51
- Druckübertragungsmedium
- 52
- Trenn- / Dämpfungs- / Verzögerungselement
- 53
- Ausbreitungsrichtungen von 47
- 54
- radial wirkende Splitterladung
- 55
- Ausbreitungsrichtungen von 54
- 56
- Beispiel für ALP-Spitzenmodul mit Splitterkopf
- 57
- Beispiel für ALP-Spitzenmodul mit Splitterkopf
- 58
- außenballistische Haube von 56, 57
- 59
- Wirkmittel-Füllung von 58
- 60
- Ausbreitungsrichtungen der Splitter von 61
- 61
- Splitterladung
- 62
- pyrotechnische Ladung
- 63
- verdämmendes Medium (auch mit eingebetteten Splittern)
- 64
- Oberflächenform von 62
- 65
- ALP-Spitzenmodule mit vorgeschalteter/integrierter HL- oder P-Ladung
- 66
- Ausbreitungsrichtung des vom Kegel 65 gebildeten Projektils/Strahls
- 67
- Sprengstoff
- 68
- Kegel / Einlage
- 69
- Ausbreitungsrichtung 71 der Wirkelemente 74
- 70
- druckübertragendes Medium
- 71
- P-Ladungs-Einlage
- 73
- P-Ladungs-Projektil
- 74
- scheiben- oder tellerförmiges Element/Auflage
- 75
- Hülle / Mantel für 8
- 76
- konischer Splittermantel
- 77
- Schutzkappe für 78
- 78
- Kern
- 79
- Beispiel für modulares Geschoss mit Splitterteil und Hartkernspitze
- 80
- Hartkern oder Schwermetall-Kern
- 81
- Splitter
- 82
- pyrotechnische Einheit für Splitterbeschleunigung
- 83
- Rückseite des Kerns 80
- 84
- bevorzugte Splitterausbreitungsrichtung der Belegung 81
- 85
- Beispiel für Geschoss oder Geschosskopf mit mehrstufigem Splitterteil
- 86
- erste pyrotechnische Einheit von 85
- 87
- zweite pyrotechnische Einheit von 85
- 88
- Splitterbelegung von 86
- 89
- Splitterbelegung von 87
- 90
- resultierende Splitterausbreitung der Belegung 88
- 91
- resultierende Splitterausbreitung der Belegung 89
- 92
- resultierende Splitterausbreitung des ALP-Mantels 4
- 93
- Beispiel für richtungsgesteuerte Splitterbeschleunigung
- 94
- Trennflächen
- 95
- Splitterkammer bzw. partielle Splitterbelegung
- 96
- resultierende Ausbreitung der Splitter 95
- 97
- modulares Geschoss mit Splitterkopf, Kern und PELE-Modul
- 98
- Hart- oder Schwermetall-Kern
- 99
- Geschossbeispiel mit Splitterkopf, ALP-Modul und Kern
- 100
- Kern/KE-Modul
- 104
- richtungsgesteuerte Splitterladung mit seitlicher starker Verdämmung 109
- 105
- pyrotechnisches Medium
- 106
- Splitterbelegung
- 107
- Innenkonus von 105
- 108
- Zündladung
- 108A
- ringförmige Zündladung
- 109
- äußere Verdämmung
- 110
- Wand/Geschosshülle
- 111
- richtungsgesteuerte Splitterladung mit hinterem Inertkörper 112
- 112
- Inertkörper für Stosswellenlenkung
- 113
- Außenkonus von 105
- 114
- richtungsgesteuerte Splitterladung mit vorderem Inertkörper 115
- 115A
- vorderer Inertkörper mit Innenkegel zur Stosswellenlenkung
- 115B
- vorderer Außenkonus zur Stosswellenlenkung
- 116
- richtungsgesteuerte Splitterladung mit Detonationswellenlenkung
- 117
- Innenkörper zur Stoßwellenlenkung
- 118
- richtungsgesteuerte Splitterladung mit Inertkörper und Mehrfachzündladung
- 119
- Trennung der Zündladungen 108
- 120
- richtungsgesteuerte Splitterladung mit Kammern und Detonationswellenlenkung
- 121
- Beschleunigungsladung / Zünder
- 122
- Inertkörper zur inneren Stoßwellenlenkung
- 123
- Inertkörper zur äußeren Stoßwellenlenkung
- 124
- Geschoss mit Splitter- und ALP-Modul
- 125
- splittergefüllte Spitze
- 125A
- resultierender Pfeil für Masse und Geschwindigkeit von 125
- 126
- pyrotechnische Einheit
- 127
- Splitterkammer
- 128
- Splitter
- 129
- Matrixmaterial zwischen 128
- 130A
- resultierende Splitterausbreitungsrichtungen von 4
- 130B
- resultierende Splitterausbreitungsrichtungen von 4
- 131
- vornehmlich radiale Splitterausbreitungsrichtung von 128
- 132
- vornehmlich axiale Splitterausbreitungsrichtung von 128
- 133
- Geschoss mit P-Ladungskopf und Kern mit Zerlegerladung
- 134
- Kern mit Bohrung
- 135
- Zerlegerladung für 134
- 136
- Geschoss/Gefechtskopf mit Strahlfokussierung
- 137
- Vorrichtung zur Strahlfokussierung
- 138
- trompetenförmige Einlage
- 139
- Kanal für HL-Strahl
- 140
- viergeteilter Penetrator
- 141
- zentrales pyrotechnisches Element
- 142
- Segment des KE-Penetrators 140
- 143
- resultierender Pfeil für 142
- 144
- Geschoss mit Splitterkopf und ALP-Modul mit zentralem Penetrator
- 145
- zentraler Penetrator hohen Schlankheitsgrades
- 146
- Schockdämpfung für 145
- 147
- Geschoss mit Splitterkopf und mehrteiligem/zusammengesetztem Kern 148
- 148
- zusammengesetzter Kern
- 149
- Hartmetall-Kernspitze/vorderer Kernteil
- 150
- Schwermetall - Kernschaft / hinterer Kernteil
- 151
- Verbindung zwischen 149 und 150
- 152
- Geschoss mit Splitterkopf und hülsengeschütztem Kern
- 153
- Kernhülse
- 154
- Kernschaft
- 155
- Geschoss mit Splitterkopf und mehrteiligem/segmentiertem Kern
- 156
- mehrteiliger/segmentierter Kern
- 157
- Einzelkern mit geringem L/D-Verhältnis
- 158
- Einzelkem mit mittlerem L/D-Verhältnis
- 159
- Zwischenscheibe
- 160
- Zwischenpuffer
- 161
- Geschoss mit Splitterkopf, zentralem Penetrator 162 und Splitterscheiben 163
- 162
- zentraler Penetrator
- 163
- Splitterscheibe
- 164
- pyrotechnische Scheiben
- 165
- Hülse
- 166
- Geschoss mit zentralem Penetrator, massiver Spitze, Splitterscheiben und ALP-Modul
- 167
- massive Spitze
- 168
- Geschoss mit durchgehendem zentralen Penetrator, ALP-Modul und kegeligen Splitterscheiben
- 169
- durchgehender zentraler Penetrator
- 170
- beschleunigendes Element des ALP-Moduls
- 171
- konische Splitterscheiben/Ringsegmente
- 172
- beschleunigte pyrotechnische Scheiben für 171
- 173
- resultierender Pfeil
- 174
- Spitze von 169
- 175
- Geschossquerschnitt mit sechseckigem Penetrator, Scheibensegmenten / Flächensegmenten
und Hülle 178
- 176
- Scheibensegment/Flächensegment
- 177
- zentraler sechseckiger Penetrator
- 178
- Außenring/Hülle
- 179
- Geschoss ohne außenballistische Haube mit Splitterscheiben und ALP-Modul
- 180
- konische Scheiben
- 181
- pyrotechnische Elemente
1. Hybrides, polyvalentes Geschoss oder hybrider, polyvalenter Gefechtskopf, mit einem
Wirkmittel (11) abgebenden ersten Geschossteil, wobei die Wirkmittel in der Spitze
(5) oder im spitzennahen Bereich des Geschosses oder Gefechtskopfes positioniert sind,
und einem zweiten Geschossteil, wobei
zwischen dem ersten Geschossteil und dem zweiten Geschossteil eine pyrotechnische
Einrichtung (7) sowohl zum Auslösen der Wirkmittel in dem ersten Geschossteil als
auch zum Aufbauen eines Druckfeldes vorgesehen ist; und
das zweite Geschossteil eine endballistisch wirksame Hülle (4) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass das zweite Geschossteil ferner ein innerhalb der Hülle vorgesehenes inertes Druckübertragungsmedium
(6) zum bloßen Übertragen des von der pyrotechnischen Einrichtung (7) aufgebauten
Druckfeldes auf die Hülle (4) aufweist; und
dass mehrere, hintereinander oder lateral angeordnete erste Geschossteile vorgesehen sind.
2. Geschoss oder Gefechtskopf nach Anspruch 1, bei welchem das erste Geschossteil und/oder
das zweite Geschossteil als Module ausgebildet sind.
3. Geschoss oder Gefechtskopf nach Anspruch 2, bei welchem das erste Geschossteil und/oder
das zweite Geschossteil als austauschbare Module ausgebildet sind.
4. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei welchem das erste
Geschossteil als Wirkmittel (11) eine Spreng (Blast, Splitter, HL oder P) - Ladung
oder eine Kombination davon enthält.
5. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei welchem eine Richtungssteuerung
(108, 112, 115, 117) der Wirkmittel (106) integriert ist.
6. Geschoss oder Gefechtskopf nach Anspruch 5, bei welchem die Richtungssteuerung (112,
115, 117) der Wirkmittel (106) über eine Stoßwellenlenkung bewirkt wird.
7. Geschoss oder Gefechtskopf nach Anspruch 5, bei welchem die Richtungssteuerung (108)
der Wirkmittel (106) mittels einer asymmetrischen Zündung der Beschleunigungsladung
erfolgt.
8. Geschoss oder Gefechtskopf nach Anspruch 5, bei welchem die Richtungssteuerung der
Wirkmittel mittels einer konstruktiven Segmentierung erfolgt.
9. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei welchem aus dem ersten
Geschossteil kugel-, quader- oder zylinderartig geformte, gleich oder ungleich große
Wirkmittel (11) aus gleichen oder unterschiedlichen Werkstoffen beschleunigt werden.
10. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 9, bei welchem aus dem ersten
Geschossteil teller-, ring-, scheibenförmige oder flächenhafte Elemente (74) beliebiger
Kontur in axialer Richtung oder vorwiegend axialer Richtung beschleunigt werden.
11. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 4 bis 10, bei welchem die Wirkmittel
aus einem Behälter oder einer Splittertasche (127) vornehmlich axial ausgestoßen werden.
12. Geschoss oder Gefechtskopf nach Anspruch 10, bei welchem die Wirkmittel (128) in eine
Matrix eingebettet sind oder sich bei der Beschleunigung gegenseitig stützen.
13. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 4 bis 12, bei welchem ein oder
mehrere scheibenförmige Wirkmittel (171) vornehmlich axial beschleunigt werden, die
aus gleichen oder unterschiedlichen Materialien bestehen oder reagierende/druckerzeugende
Zwischenschichten enthalten.
14. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 13, bei welchem die pyrotechnische
Einrichtung (7) aus mehreren druckerzeugenden Elementen (86, 87) besteht.
15. Geschoss oder Gefechtskopf nach Anspruch 14, bei welchem die druckerzeugenden Elemente
(86, 87) der pyrotechnischen Einrichtung (7) mit einem orts- oder zeitgesteuerten
Sicherungs- und/oder Zündsystem versehen bzw. verbunden sind.
16. Geschoss oder Gefechtskopf nach Anspruch 14 oder 15, bei welchem die druckerzeugenden
Elemente (86, 87) der pyrotechnischen Einrichtung (7) getrennt angesteuert bzw. ausgelöst
werden oder untereinander mittels einer Signalübertragungsleitung, mittels Sprengschnüren
oder über ein Funksignal verbunden sind.
17. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 16, bei welchem ferner das
Auslösen der pyrotechnischen Einrichtung (7) in Form einer zeitprogrammiert, mittels
Kontakt, mechanisch, optisch, elektronisch, per Funk und/oder mittels Radar arbeitenden
Auslösevorrichtung (8) vorgesehen ist.
18. Geschoss oder Gefechtskopf nach Anspruch 17, bei welchem die Auslösevorrichtung (8)
beim Abschuss bzw. während der Flugphase durch ein zeitgesteuertes Signal oder ein
Signal beim Aufschlag, beim Ein- oder Durchdringen oder im Innern einer Zielstruktur
auslösbar ist.
19. Geschoss oder Gefechtskopf nach Anspruch 17, bei welchem die Auslösevorrichtung (8)
durch ein Zielführungs- und/oder Zielerkennungssystem gesteuert wird.
20. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 19, bei welchem die Wirkmittel
(11) gleichzeitig oder zeitlich versetzt ausgelöst werden.
21. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 20, bei welchem das zweite
Geschossteil mit einem PELE-Geschossteil kombiniert ist.
22. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 21, bei welchem das zweite
Geschossteil wenigstens einen zentralen Penetrator (145, 162, 169) enthält.
23. Geschoss oder Gefechtskopf nach Anspruch 22, bei welchem ein Teil des Penetrators
eine reine Splitterkomponente darstellt.
24. Geschoss oder Gefechtskopf nach Anspruch 22 oder 23, bei welchem der zentrale Penetrator
als trennendes, radial segmentiertes Element ausgelegt ist.
25. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 24, bei welchem die endballistisch
wirksame Hülle (4) des zweiten Geschossteils aus einem homogenen Material, aus vorgeformten
Splittern, aus Subgeschossen oder aus eigenständig wirkenden Penetratoren besteht.
26. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 25, bei welchem über den
Umfang oder/und über die Länge unterschiedliche Belegungen vorgesehen sind.
27. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 26, bei welchem zusätzlich
noch weitere Wirkteile (Subgeschosse, Splittertaschen, flüssige oder feste Wirkmittel)
eingebracht sind.
28. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 27, ferner mit einem zylindrischen
Penetrator (150), einem Kern oder einer Kernspitze (149) aus Stahl, Hartmetall oder
Schwermetall.
29. Geschoss oder Gefechtskopf nach Anspruch 28, bei welchem der Kern / die Kernspitze
(149) eine stoßmindernde Kappe/Haube, aufweist.
30. Geschoss oder Gefechtskopf nach Anspruch 28 oder 29, bei welchem der Penetrator, der
Kern bzw. die Kernspitze aus einer Kombination unterschiedlicher Materialien besteht.
31. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 28 bis 30, ferner mit einer Stufenspitze,
einer ogivalen oder konischen Spitze oder mit einer außenballistischen Haube.
32. Geschoss oder Gefechtskopf nach Anspruch 31, bei welchem ein axial voraus eilendes
Wirkteil durch die Spitze fokussiert ist.
33. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 32, welches / welcher drallstabilisiert
oder aerodynamisch stabilisiert ist.
34. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 33, welches / welcher mit
einem Sprenggeschoss kombiniert ist.
35. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 34, welches / welcher mit
einem Wuchtgeschoss aus Stahl, Schwermetall oder Hartmetall kombiniert ist.
36. Geschoss oder Gefechtskopf nach Anspruch 28 oder 35, bei welchem das Wuchtgeschoss
bzw. das inert wirkende, homogene bzw. axial oder radial segmentierte Modul eine zerlegende
Einrichtung enthält.
37. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 36, welches / welcher mit
einem gelenkten oder endphasengesteuerten System kombiniert ist.
38. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 37, welches / welcher eine
Sicherheitszerlegung enthält.
39. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 38, welches / welcher in
einen Flugkörper oder eine Rakete integriert ist.
40. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 39, wobei aus einem System
wie beispielsweise Penetrator, Geschoss, Behälter, Gefechtskopf oder Rakete Wirkkomponenten
nach einem der vorhergehenden Ansprüche ausgestoßen werden.
41. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 38, welches / welcher mittels
eines Raketenantriebes/Boosters beschleunigt oder verbracht werden kann.
42. Geschoss oder Gefechtskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 38, welches / welcher in
einen Unterwasser-Gefechtskopf bzw. einen Hochgeschwindigkeitstorpedo integriert ist.
1. A hybrid polyvalent projectile or hybrid polyvalent warhead, comprising: a first projectile
portion for delivering active means (11), said active means being disposed in the
nose (5) or in a region near the nose of the projectile or warhead, and a second projectile
portion, wherein
a pyrotechnic means (7) both for triggering said active means in said first projectile
portion and also for building up a pressure field is provided between said first projectile
portion and said second projectile portion; and
said second projectile portion comprises a terminal-ballistically operative casing
(4),
characterized in that
said second projectile portion further comprises an inert pressure transmission medium
(6) provided within said casing, for merely transmitting the pressure filed built
up by said pyrotechnic means (7) tto said casing (4); and
a plurality of successively or laterally arranged first projectile portions is provided.
2. The projectile or warhead according to claim 1, wherein said first projectile portion
and/or said second projectile portion are in the form of modules.
3. The projectile or warhead according to claim 2, wherein said first projectile portion
and/or said second projectile portion are in the form of exchangeable modules.
4. The projectile or warhead according to any one of claims 1 to 3, wherein said first
projectile portion contains as the active means (11) an explosive (blast, fragmentation,
HC or P) charge or a combination thereof.
5. The projectile or warhead according to any one of claims 1 to 4,wherein a directional
control means (108, 112, 115, 117) of said active means (106) is integrated therein.
6. The projectile or warhead according to claim 5, wherein the directional control (112,
115, 117) of said active means (106) is effected by way of a shock wave guidance.
7. The projectile or warhead according to claim 5, wherein the directional control (108)
of said active means (106) is carried out by means of an asymmetrical firing of the
acceleration charge.
8. The projectile or warhead according to claim 5, wherein the directional control of
said active means is carried out by means of a structural segmentation.
9. The projectile or warhead according to any one of claims 1 to 8, wherein spherically,
cuboidally or cylindrically shaped active means (11) of equal or different sizes of
the same or different materials are accelerated out of said first projectile portion.
10. The projectile or warhead according to any one of claims 1 to 9, wherein plate-shaped,
ring-shaped, disk-shaped or areally elements (74) of any contour are accelerated out
of said first projectile portion in axial direction or predominantly axial direction.
11. The projectile or warhead according to any one of claims 4 to 10, wherein said active
means are predominantly axially ejected from a container or a fragment pocket (127).
12. The projectile or warhead according to claim 10, wherein said active means (128) are
embedded in a matrix or supported against each other upon acceleration.
13. The projectile or warhead according to any one of claims 4 to 12, wherein one or more
disk-shaped active means (171) which consist of equal or different materials or contain
reacting / pressure-producing intermediate layers are predominantly axially accelerated.
14. The projectile or warhead according to any one of claims 1 to 13, wherein said pyrotechnic
means (7) comprises a plurality of pressure-producing elements (86, 87).
15. The projectile or warhead according to claim 14, whereinsaid pressure-producing elements
(86, 87) of said pyrotechnic means (7) are provided with a position or time-controlled
safety and/or firing system or connected thereto.
16. The projectile or warhead according to claim 14 or 15, wherein said pressure-producing
elements (86, 87) of said pyrotechnic means (7) are controlled or actuated separately
or are connected together by means of a signal transmission line, by means of fuse
cord means or by way of a radio signal.
17. The projectile or warhead according to any one of claims 1 to 16, wherein the triggering
of said pyrotechnic means (7) is provided in form of a triggering device (8) working
in a time-programmed fashion, by means of contact, mechanically, optically, electronically,
by radio and/or by radar.
18. The projectile or warhead according to claim 17, wherein said triggering devicve (8)
is triggerable by a time-controlled signal upon launch or during the flight phase
or by a signal upon impact, upon penetration or in the interior of a target structure.
19. The projectile or warhead according to claim 17, wherein said triggering device (8)
is controlled by a target guidance system and/or a target recognition system.
20. The projectile or warhead according to any one of claims 1 to 19, wherein said active
means (11) are triggered simultaneously or in time-displaced relationship.
21. The projectile or warhead according to any one of claims 1 to 20, wherein said second
projectile portion is combined with a PELE projectile portion.
22. The projectile or warhead according to any one of claims 1 to 21, wherein said second
projectile portion includes at least one central penetrator (145, 162, 169).
23. The projectile or warhead according to claim 22, wherein a part of said penetrator
represents a pure fragmentation component.
24. The projectile or warhead according to claim 22 or 23, wherein said central penetrator
is in the form of a separating, radially segmented element.
25. The projectile or warhead according to any one of claims 1 to 24, wherein said terminal-ballistically
operative casing (4) of said second projectile portion consists of a homogeneous material,
preformed fragments, sub-projectiles or independently operative penetrators.
26. The projectile or warhead according to any one of claims 1 to 25, wherein different
configurations are provided over the periphery and/or over the length.
27. The projectile or warhead according to any one of claims 1 to 26, wherein further
operative components (sub-projectiles, fragment pockets, liquid or solid active means)
are additionally included.
28. The projectile or warhead according to any one of claims 1 to 27, further comprising
a cylindrical penetrator (150), a core or a core tip (149) made from steel, hard metal
and heavy metal.
29. The projectile of warhead according to claim 28, wherein said core / said core tip
(149) has a shock-reducing cap / hood.
30. The projectile or warhead according to claim 28 or 29, wherein said penetrator, said
core or said core tip consists of a combination of different materials.
31. The projectile or warhead according to any one of claims 28 to 30, further comprising
a stepped tip, an ogival or conical tip or an external-ballistic hood.
32. The projectile or warhead according to claim 31, wherein an axially leading active
component is focussed by the nose.
33. The projectile or warhead according to any one of claims 1 to 32, which is spin stabilised
or aerodynamically stabilised.
34. The projectile or warhead according to any one of claims 1 to 33, which is combined
with an explosive projectile.
35. The projectile or warhead according to any one of claims 1 to 34, which is combined
with a weight projectile made from steel, heavy metal or hard metal.
36. The projectile or warhead according to claim 28 or 35, wherein said weight projectile
or said module being inertly operating, homogenous or axially or radially segmented
includes a self-destructing means.
37. The projectile or warhead according to any one of claims 1 to 36, which is combined
with a guided or final phase-controlled system.
38. The projectile or warhead according to any one of claims 1 to 37, which includes a
safety self-destructing means.
39. The projectile or warhead according to any one of claims 1 to 38, which is integrated
into a missile or a rocket.
40. The projectile or warhead according to any one of claims 1 to 39, wherein active components
according to any one of preceding claims are ejected from a system such as a penetrator,
projectile, container, warhead or rocket.
41. The projectile or warhead according to any one of claims 1 to 38, which can be accelerated
or ejected by means of a rocket drive / a booster.
42. The projectile or warhead according to any one of claims 1 to 38, which is integrated
into an underwater warhead or a high-velocity torpedo.
1. Projectile hybride polyvalent ou ogive hybride polyvalente, comportant une première
partie propulsive dispersant des moyens actifs (11), lesdits moyens actifs étant positionnés
dans la pointe (5) ou dans la zone proche de la pointe du projectile ou de l'ogive,
et une deuxième partie propulsive,
un dispositif pyrotechnique (7) étant prévu entre la première partie propulsive et
la deuxième partie propulsive tant pour déclencher les moyens actifs dans la première
partie propulsive que pour créer un champ de pression, et
la deuxième partie propulsive comportant une gaine (4) à effet balistique final,
caractérisé
en ce que la deuxième partie propulsive comporte en outre un fluide de transmission de pression
(6) inerte, prévu à l'intérieur de la gaine et destiné uniquement à transmettre sur
la gaine (4) le champ de pression généré par le dispositif pyrotechnique (7) ; et
en ce qu'il est prévu plusieurs premières parties propulsives disposées les unes derrière les
autres ou les unes à côté des autres.
2. Projectile ou ogive selon la revendication 1, dans lequel ou laquelle la première
partie propulsive et/ou la deuxième partie propulsive sont réalisées sous forme de
modules.
3. Projectile ou ogive selon la revendication 2, dans lequel ou laquelle la première
partie propulsive et/ou la deuxième partie propulsive sont réalisées sous la forme
de modules interchangeables.
4. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, dans lequel ou
laquelle la première partie propulsive contient un moyen actif (11) sous la forme
d'une charge explosive (de déflagration, de petits fragments, charge creuse ou de
poudre) ou une combinaison de ceux-ci.
5. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, dans lequel ou
laquelle une commande de direction (108, 112, 115, 117) est intégrée au moyen actif
(106).
6. Projectile ou ogive selon la revendication 5, dans lequel ou laquelle la commande
de direction (112, 115, 117) des moyens actifs (106) est actionnée par un guidage
d'une onde de choc.
7. Projectile ou ogive selon la revendication 5, dans lequel ou laquelle la commande
de direction (108) des moyens actifs (106) est assurée par un allumage asymétrique
de la charge d'accélération.
8. Projectile ou ogive selon la revendication 5, dans lequel ou laquelle la commande
de direction des moyens actifs est assurée par une segmentation constructive.
9. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, dans lequel ou
laquelle des moyens actifs (11) sphériques, parallélépipédiques ou cylindriques de
même dimension ou non, en matériaux identiques ou différents, sont accélérés hors
de la première partie propulsive.
10. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, dans lequel ou
laquelle des éléments (74) en forme de disque, d'anneau, de plaque ou plats, ayant
un contour quelconque sont accélérés hors de la première partie propulsive dans la
direction axiale ou essentiellement dans la direction axiale.
11. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 4 à 10, dans lequel
ou laquelle les moyens actifs sont éjectés essentiellement dans la direction axiale
hors d'un réservoir ou d'une poche de petits fragments (127).
12. Projectile ou ogive selon la revendication 10, dans lequel ou laquelle les moyens
actifs (128) sont enrobés dans une matrice ou s'appuient l'un contre l'autre lors
de l'accélération.
13. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 4 à 12, dans lequel
ou laquelle un ou plusieurs moyens actifs (171) en forme de disque sont accélérés
essentiellement dans la direction axiale, sont réalisés dans des matériaux identiques
ou différents ou contiennent des couches intermédiaires réagissantes / générant une
pression.
14. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 1 à 13, dans lequel
ou laquelle le dispositif pyrotechnique (7) est formé par plusieurs éléments (86,
87) générant une pression.
15. Projectile ou ogive selon la revendication 14, dans lequel ou laquelle les éléments
(86, 87), générant une pression, du dispositif pyrotechnique (7) sont munis ou reliés
à un système de sécurité et/ou système d'allumage commandé en position et en temps.
16. Projectile ou ogive selon la revendication 14 ou 15, dans lequel ou laquelle les éléments
(86, 87), générant une pression, du dispositif pyrotechnique (7) sont commandés ou
déclenchés séparément ou sont reliés entre eux via une ligne de transmission de signaux,
via des mèches de détonation ou via un signal radio.
17. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 1 à 16, dans lequel
ou laquelle en outre le déclenchement du dispositif pyrotechnique (7) est prévu sous
la forme d'un dispositif de déclenchement (8) travaillant par contact, par voie mécanique,
optique, électronique, par radio et/ou par radar.
18. Projectile ou ogive selon la revendication 17, dans lequel ou laquelle le dispositif
de déclenchement (8) au moment du tir ou pendant la phase de vol peut être déclenché
par signal commandé dans le temps ou par un signal au moment de l'impact, lors de
la pénétration ou du transpercement ou à l'intérieur d'une structure cible.
19. Projectile ou ogive selon la revendication 17, dans lequel ou laquelle le dispositif
de déclenchement (8) est commandé par un système de guidage sur la cible et/ou un
système de détection de la cible.
20. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 1 à 19, dans lequel
ou laquelle les moyens actifs (11) sont déclenchés simultanément ou de manière décalée
dans le temps.
21. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 1 à 20, dans lequel
ou laquelle la deuxième partie propulsive est combinée à une partie propulsive du
type PELE.
22. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 1 à 21, dans lequel
ou laquelle la deuxième partie propulsive contient au moins un pénétrateur central
(145, 162, 169).
23. Projectile ou ogive selon la revendication 22, dans lequel ou laquelle une partie
du pénétrateur constitue une réelle composante à petits fragments.
24. Projectile ou ogive selon la revendication 22 ou 23, dans lequel ou laquelle le pénétrateur
central est configuré sous la forme d'un élément de séparation, radialement segmenté.
25. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 1 à 24, dans lequel
ou laquelle la gaine (4) à effet balistique final de la deuxième partie propulsive
est réalisée dans un matériau homogène, à partir de petits fragments préformés, à
partir de sous-projectiles ou à partir de pénétrateurs à action autonome.
26. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 1 à 25, dans lequel
ou laquelle différents revêtements sont prévus sur le pourtour et/ou sur la longueur.
27. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 1 à 26, dans lequel
ou laquelle d'autres éléments actifs (sous-projectiles, poches de petits fragments,
moyens actifs liquides ou solides) sont encore introduits en plus.
28. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 1 à 27, comprenant en
outre un pénétrateur (150) cylindrique, un noyau ou une tête nucléaire (149) en acier,
métal dur ou métal lourd.
29. Projectile ou ogive selon la revendication 28, dans lequel ou laquelle le noyau ou
la tête nucléaire (149) comportent une calotte réduisant les chocs.
30. Projectile ou ogive selon la revendication 28 ou 29, dans lequel ou laquelle le pénétrateur,
le noyau ou la tête nucléaire sont réalisés dans une combinaison de matériaux différents.
31. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 28 à 30, comportant
en outre une pointe étagée, une pointe en ogive ou conique ou une calotte balistique
extérieure.
32. Projectile ou ogive selon la revendication 31, dans lequel ou laquelle un élément
actif s'avançant axialement vers l'avant est focalisé à travers la pointe.
33. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 1 à 32, lequel ou laquelle
est stabilisé sur le plan du déport de tir ou est stabilisé sur le plan aérodynamique.
34. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 1 à 33, lequel ou laquelle
est combiné à un projectile explosif.
35. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 1 à 34, lequel ou laquelle
est combiné à un projectile d'équilibrage en acier, métal lourd ou métal dur.
36. Projectile ou ogive selon la revendication 28 ou 35, dans lequel ou laquelle le projectile
d'équilibrage ou le module homogène, segmenté axialement ou radialement ou à action
inerte contient un dispositif de fractionnement.
37. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 1 à 36, lequel ou laquelle
est combiné à un système guidé ou commandé en phase finale.
38. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 1 à 37, lequel ou laquelle
contient un système de fractionnement de sécurité.
39. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 1 à 38, lequel ou laquelle
est intégré dans un missile ou une roquette.
40. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 1 à 39, dans lequel
ou laquelle des composantes actives selon l'une quelconque des revendications précédentes
sont expulsées hors d'un système, tel qu'un pénétrateur, un projectile, un réservoir,
une ogive ou une roquette.
41. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 1 à 38, lequel ou laquelle
peut être accéléré ou amené en accélération par un propulseur de fusée ou un booster.
42. Projectile ou ogive selon l'une quelconque des revendications 1 à 38, lequel ou laquelle
est intégré dans une ogive sous-marine ou une torpille à grande vitesse.
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