[0001] Die Erfindung betrifft einen Verschluss zur Verriegelung eines Flügels in einem Rahmen
eines Fensters, einer Fenstertür oder dergleichen mit einer längsverschieblich angeordneten
Treibstange, mit einem von der Treibstange von einer zurückgezogenen Offenstellung
in eine hervorstehende Schließstellung bewegbaren Schließelement und mit einem dem
Schließelement gegenüberstehend anzuordnenden Schließblech zur Aufnahme des Schließelements
in Schließstellung.
[0002] Ein solcher Verschluss ist beispielsweise aus der DE 198 46 317 C2 bekannt. Das Schließelement
ist langgestreckt gestaltet und hat eine zur Bewegungsrichtung der Treibstange geneigt
angeordnete Kulissenführung für einen auf der Treibstange befestigten Zapfen. Die
Treibstange ist hier auf dem Rahmen angeordnet. Bei einer Verschiebung der Treibstange
wird der Zapfen in der Kulissenführung verschoben. Dabei wird das Schließelement wahlweise
in die hervorstehende Schließstellung oder die zurückgezogene Offenstellung bewegt.
In der Offenstellung befindet sich das Schließelement außerhalb der Bewegungsbahn
des Flügels. In Schließstellung dringt das Schließelement in die Bewegungsbahn des
Flügels ein und blockiert dessen Bewegung gegenüber dem Rahmen. Weiterhin benötigt
das Schließelement eine weitere gerade Führung quer zur Bewegungsrichtung der Treibstange.
Ein solcher Verschluss wird häufig als Linienverschluss bezeichnet und ermöglicht
es, den Flügel mit einem einzigen Schließelement über einen besonders breiten Bereich
in dem Rahmen zu verriegeln.
[0003] Nachteilig bei dem bekannten Verschluss ist, dass die Kulissenführung den Hub des
Schließelementes auf ungefähr die Hälfte seiner Höhe begrenzt, da ein Herausgelangen
des Zapfens aus der Kulissenführung zuverlässig verhindert werden muss. Dies erfordert
jedoch eine besonders tiefe Nut in dem Flügel oder dem Rahmen zur Sicherstellung eines
zur Verriegelung des Flügels ausreichenden Hubs.
[0004] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, einen Verschluss der eingangs genannten
Art so weiterzubilden, dass er auch bei einem großen Hub des Schließelements besonders
kleine Abmessungen aufweist.
[0005] Dieses Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass ein Schwenkhebel an dem
Schließelement angelenkt und entfernt von dem Schließelement schwenkbar gelagert ist
und dass der Schwenkhebel zum Antrieb mit der Treibstange gekoppelt ist.
[0006] Durch diese Gestaltung lässt sich über die Länge der Schwenkhebel der Hub des Schließelements
einfach einstellen. Bei einer Bewegung der Treibstange wird der Schwenkhebel ausgelenkt
und bewegt damit das Schließelement. Hierdurch hat der erfindungsgemäße Verschluss
besonders kleine Abmessungen und lässt sich daher in Beschlagnuten gewöhnlicher Fenster
anordnen.
[0007] Die Anlenkung des Schwenkhebels an dem Schließelement könnte beispielsweise eine
Kulissenführung aufweisen.
[0008] Hierfür benötigt das Schließelement ebenfalls eine Kulissenführung zwischen der Offenstellung
und der Schließstellung. Eine starke Reibung aufweisende Kulissenführungen lassen
sich jedoch gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einfach vermeiden,
wenn das Schließelement eine Lagerung für den Schwenkhebel hat. Durch diese Gestaltung
wird das Schließelement aus der Offenstellung in die Schließstellung heraus geschwenkt.
Hierdurch lässt sich der erfindungsgemäße Verschluss besonders leichtgängig betätigen.
[0009] Die Lagerung des Schwenkhebels erfordert gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung einen besonders geringen baulichen Aufwand, wenn eine zur Befestigung
an dem Rahmen oder dem Flügel vorgesehene Stulpschiene eine Lagerung für den Schwenkhebel
hat.
[0010] Die Koppelung des Schwenkhebels mit der Treibstange erfordert gemäß einer anderen
vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einen besonders geringen baulichen Aufwand,
wenn der Schwenkhebel einen in eine Ausnehmung der Treibstange eindringenden Zapfen
hat. Hierdurch wird der Schwenkhebel nach Art einer Zahnstangen-Zahnrad-Anordnung
angetrieben.
[0011] Ein Freibereich, in dem sich die Treibstange ohne Bewegung des Schließelementes bewegen
lässt, erfordert gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einen
besonders geringen konstruktiven Aufwand, wenn die Treibstange eine zweite Ausnehmung
hat und wenn ein Rand der Ausnehmung in Offenstellung von dem Zapfen beabstandet ist.
Hierdurch lässt sich beispielsweise bei einem Dreh-Kipp-Beschlag die Treibstange bewegen,
um den Flügel in eine Kippstellung zu bringen, ohne das Schließelement mitzunehmen.
[0012] Eine besonders breite Abstützung des Flügels gegenüber dem Rahmen lässt sich gemäß
einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einfach erzeugen, wenn das
Schließelement zwei Schwenkhebel hat. Vorzugsweise werden beide Schwenkhebel nach
Art der Zahnstangen-Zahnrad-Anordnung angetrieben.
[0013] Im montierten Zustand des erfindungsgemäßen Verschlusses lässt sich ein Auseinanderziehen
des Flügels und des Rahmens einfach vermeiden, wenn das Schließelement an einem Ende
einen tangential in seine Bewegungsrichtung in die Schließstellung weisenden Vorsprung
und das Schließblech im Bereich des Vorsprungs eine Tasche zur Aufnahme des Vorsprungs
aufweist.
[0014] Zur weiteren Erhöhung der Sicherheit des in Schließstellung befindlichen erfindungsgemäßen
Verschlusses gegen ein gewaltsames Trennen des Flügels von dem Rahmen trägt es bei,
wenn neben dem Schließelement ein Schließzapfen auf der Treibstange befestigt ist.
[0015] Der erfindungsgemäße Verschluss vermag in Schließstellung hohe Kräfte abzustützen,
wenn das Schließblech neben der Tasche für das Schließelement eine Tasche zur Aufnahme
eines Bundes des Schließzapfens hat. Da bei dem Antrieb des Schließelements nach Art
einer Zahnstangen-Zahnrad-Anordnung der Schließzapfen entgegen der Bewegungsrichtung
des Schließelements verschoben wird, wird hierdurch das Schließblech von dem Schließelement
und dem Schließzapfen zangenartig gegriffen.
[0016] Eine Ausrichtung des Schließelements gegenüber dem Schließblech erfordert gemäß einer
anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einen besonders geringen baulichen
Aufwand, wenn das Schließblech oder die Stulpschiene einen mit einer Zentrierausnehmung
des jeweils gegenüberstehenden Bauteils korrespondierenden Zentrierzapfen hat.
[0017] Mögliche Ungenauigkeiten zwischen dem Flügel und dem Rahmen lassen sich mit dem erfindungsgemäßen
Verschluss einfach ausgleichen, wenn einer der Schwenkhebel länger ist als der andere
Schwenkhebel. Hierdurch gelangt das Schließelement nach Art eines Scherenflügels in
das Schließblech und vermag daher den Flügel beim Schließvorgang gegen den Rahmen
zu ziehen.
[0018] Der erfindungsgemäße Verschluss ist besonders einfach zu reinigen und verhindert
ein Vordringen von Schmutz zu der Treibstange, wenn das Schließelement in Schließstellung
bündig mit einer Stulpschiene abschließt.
[0019] Eine Vorspannung des Flügels gegen den Rahmen lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften
Weiterbildung der Erfindung einfach einstellen, wenn das Schließblech Einstellmittel
gegenüber dem Schließelement hat. Im einfachsten Fall hat das Schließblech zwei in
Richtung des Schließelements weisende Langlöcher, durch welche Befestigungsschrauben
geführt werden. Alternativ dazu können die Befestigungsschrauben auch einen Exzenter
aufweisen, welcher mit dem Schließblech zusammenwirkt.
[0020] Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung
ihres Grundprinzips ist eine davon in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend
beschrieben. Diese zeigt in
- Fig. 1
- eine Schnittdarstellung durch einen erfindungsgemäßen, in einem Fenster montierten
Verschluss in einer Offenstellung,
- Fig. 2
- den erfindungsgemäßen Verschluss aus Figur 1 in einer Schließstellung,
- Fig. 3
- eine perspektivische Darstellung des Verschlusses aus Figur 1.
[0021] Figur 1 zeigt einen zur Verriegelung eines in die Zeichenebene hineinschwenkbaren
Flügels 1 mit einem Rahmen 2 vorgesehenen Verschluss 3. Der Verschluss 3 befindet
sich in einer Offenstellung, in der ein an dem Flügel 1 angeordnetes Schließelement
4 von einem an dem Rahmen 2 befestigtes Schließblech 5 entfernt ist. Der Verschluss
3 hat eine auf dem Flügel 1 befestigte Stulpschiene 6 und eine an der Stulpschiene
6 längsverschieblich geführte Treibstange 7. Die Stulpschiene 6 hat zwei Lagerungen
8 für Schwenkhebel 9, 10, welche wiederum Lagerungen 11 an dem Schließelement 4 aufweisen.
Die Treibstange 7 weist zwei Ausnehmungen 12, 13 auf, wobei ein Zapfen 14 der Schwenkhebel
9, 10 in eines der Ausnehmungen 12 eindringt. Der Zapfen 14 hat einen Abstand zu dem
Rand 15 dieser Ausnehmung 12, so dass die Treibstange 7 gegenüber dem Zapfen 14 verschoben
werden kann, ohne diesen mitzunehmen. Bei einer Auslenkung der Schwenkhebel 9, 10
wird das Schließelement 4 kreisbogenförmig aus der Ebene der Stulpschiene 5 heraus
bewegt. Das Schließblech 5 hat eine langgestreckte Ausnehmung 15 zur Aufnahme des
Schließelements 4 und eine Tasche 16 zur Aufnahme eines in Bewegungsrichtung weisenden
Vorsprungs 17 des Schließelements 4. Ein auf der Treibstange 7 befestigter und durch
ein Langloch 18 der Stulpschiene 6 hindurch geführter Schließzapfen 19 steht einer
weiteren Tasche 20 des Schließblechs 5 gegenüber. Auf der Stulpschiene 6 ist ein Zentrierzapfen
21 angeordnet, welcher in eine Zentrierausnehmung 22 des Schließblechs 5 eindringt.
Hierdurch sind das Schließelement 4 und das Schließblech 5 zueinander ausgerichtet.
[0022] Wenn man ausgehend von der Offenstellung des Verschlusses 3 aus Figur 1 die Treibstange
7 nach links verschiebt, gelangt der Rand 15 der den Zapfen 14 der Schwenkhebel 9,
10 aufnehmenden Ausnehmung 12 gegen den Zapfen 14. Dabei werden die Schwenkhebel 9,
10 ausgelenkt und das Schließelement 4 in die Ausnehmung 23 des Schließblechs 5 bewegt.
Damit befindet sich der Verschluss 3 in der Schließstellung, in der der Flügel 1 in
dem Rahmen 3 verriegelt ist. Diese Stellung ist in Figur 2 dargestellt. Bei der Bewegung
der Treibstange 7 gelangt ein zweiter Zapfen 24 in die zweite Ausnehmung 13 der Treibstange
7. Damit kann ohne Bewegung der Treibstange 7 das Schließelement 4 nicht in die Ebene
der Stulpschiene 6 zurückgedrückt werden. Weiterhin ist zu erkennen, dass sich beim
Antrieb der Treibstange 7 das Schließelement 4 und der Schließzapfen 19 gegenläufig
bewegen und jeweils in die Taschen 16, 20 des Schließblechs 5 eindringen. Damit werden
der Vorsprung 17 des Schließelements 4 und ein umlaufender Bund 25 des Schließzapfens
19 von den Taschen 16, 20 hintergriffen.
[0023] Figur 3 zeigt den Verschluss 3 aus den Figuren 1 und 2 in einer perspektivischen
Darstellung. Das Schließelement 4 und das Schließblech 5 sind zur Verdeutlichung der
Zeichnung voneinander getrennt dargestellt. Das Schließelement 4 und der Schließzapfen
19 befinden sich jedoch in Schließstellung.
1. Verschluss zur Verriegelung eines Flügels in einem Rahmen eines Fensters, einer Fenstertür
oder dergleichen mit einer längsverschieblich angeordneten Treibstange, mit einem
von der Treibstange von einer zurückgezogenen Offenstellung in eine hervorstehende
Schließstellung bewegbaren Schließelement und mit einem dem Schließelement gegenüberstehend
anzuordnenden Schließblech zur Aufnahme des Schließelements in Schließstellung, dadurch gekennzeichnet, dass ein Schwenkhebel (9, 10) an dem Schließelement (4) angelenkt und entfernt von dem
Schließelement (4) schwenkbar gelagert ist und dass der Schwenkhebel (9, 10) zum Antrieb
mit der Treibstange (7) gekoppelt ist.
2. Verschluss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schließelement (4) eine Lagerung (11) für den Schwenkhebel (9, 10) hat.
3. Verschluss nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine zur Befestigung an dem Rahmen (2) oder dem Flügel (1) vorgesehene Stulpschiene
(6) eine Lagerung (8) für den Schwenkhebel (9, 10) hat.
4. Verschluss nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenkhebel (9, 10) einen in eine Ausnehmung (12, 13) der Treibstange (7) eindringenden
Zapfen (14, 24) hat.
5. Verschluss nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibstange (7) eine zweite Ausnehmung (12) hat und dass ein Rand (15) der Ausnehmung
(12) in Offenstellung von dem Zapfen (14) beabstandet ist.
6. Verschluss nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schließelement (4) zwei Schwenkhebel (9, 10) hat.
7. Verschluss nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schließelement (4) an einem Ende einen tangential in seine Bewegungsrichtung
in die Schließstellung weisenden Vorsprung (17) und das Schließblech (5) im Bereich
des Vorsprungs (17) eine Tasche (16) zur Aufnahme des Vorsprungs (17) aufweist.
8. Verschluss nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass neben dem Schließelement (4) ein Schließzapfen (19) auf der Treibstange (7) befestigt
ist.
9. Verschluss nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schließblech (5) neben der Tasche (16) für das Schließelement (4) eine Tasche
(20) zur Aufnahme eines Bundes (25) des Schließzapfens (19) hat.
10. Verschluss nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schließblech (5) oder die Stulpschiene (6) einen mit einer Zentrierausnehmung
(22) des jeweils gegenüberstehenden Bauteils korrespondierenden Zentrierzapfen (21)
hat.
11. Verschluss nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass einer der Schwenkhebel (9, 10) länger ist als der andere Schwenkhebel (9, 10).
12. Verschluss nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schließelement (4) in Schließstellung bündig mit einer Stulpschiene (6) abschließt.
13. Verschluss nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schließblech (5) Einstellmittel gegenüber dem Schließelement (4) hat.