[0001] Die Erfindung betrifft Funktionsbekleidung mit mindestens einer Außenschicht und
einer Innenmembran.
[0002] Moderne Funktionsbekleidung vereint heutzutage scheinbar widersprüchliche Merkmale.
Zum einen zeigt sie sich undurchlässig gegen von der Außenseite einwirkendes Wasser,
beispielsweise in Form von Regen, und Wind, bietet jedoch zum anderen eine Atmungsaktivität,
die es erlaubt, Wasserdampf von der Innenseite nach außen abzuführen. Diese Eigenschaftskombination
ermöglicht, dass der Träger der Funktionsbekleidung bei körperlich anstrengenden Betätigungen
in widrigen Wetterbedingungen möglichst trocken bleibt und eine Unterkühlung durch
Verdunstungskälte vermieden wird.
[0003] Insbesondere bei Funktionsbekleidung für den Motorradsport werden Obermaterialien
verwendet, die zur Erhöhung der Haltbarkeit eine rückwertige Beschichtung aufweisen.
Diese erzeugt zwar eine reiß- und abriebfeste Schutzschicht, reduziert jedoch die
Wirkung der in der Bekleidung eingearbeiteten Membran.
[0004] Bekannte Funktionsbekleidung, insbesondere Jacken und Hosen, weisen vielfach eine
durch einen Reißverschluß verschließbare Lüftungsöffnung auf, die durch Öffnen des
Reißverschlusses Außenschicht und Innenmembran gleichzeitig öffnet. Diese Öffnungen
dienen der Lüftung der unterhalb der Innenmembran liegenden Kleidungs- oder Körperschichten.
Ein Nachteil dieser durchgehenden Lüftungsöffnungen ist, dass ihre Kühlfunktion lokal
auf die Bereiche der Öffnungen eingeschränkt ist und es beispielsweise bei Regen durch
die Lüftungsöffnung zum Eindringen von Wasser kommt. Dies führt zu einem ungleichförmigen
Wärmehaushalt des Körpers und einem durch lokale Abkühlung erzeugten unangenehmen
Gefühl des Trägers.
[0005] Abhängig von dem Material der Außenschicht, wird die Funktion der Innenmembran zudem
eingeschränkt. So hat es sich in der Praxis gezeigt, daß die Funktionsmembran nicht
ihre volle Wirkung entfalten und beispielsweise Wasserdampf nach außen abführen kann.
[0006] Aus
US 5,727,256 ist ein Hemd bekannt, das eine Außenschicht aufweist und stellenweise unter der Außenschicht
eine Innenschicht aufweist. Diese Innenschicht wird durch ein Netzmaterial gebildet.
[0007] Aus
US 5,642,526 ist ein Overall bekannt, der ebenfalls eine Außenschicht und stellenweise eine aus
einem Netzmaterial gebildete Innenschicht aufweist.
[0008] Aus
US 4,513,451 sind Motorradbekleidungsstücke bekannt, die eine Außenschicht aufweisen. In der Außenschicht
sind öffenbare Lüftungsöffnungen vorgesehen. Die Lüftungsöffnungen werden von einem
Netzmaterial überdeckt.
[0009] US 6,070,274 zeigt eine vergleichbar aufgebaute Motorradjacke, die ebenfalls eine Außenschicht
mit Lüftungsöffnungen aufweist, bei der die Lüftungsöffnungen von einem Netzmaterial
überspannt werden.
[0010] WO 2004/008895 A1 zeigt einen Overall, der eine Außenschicht mit öffenbaren Lüftungsöffnungen aufweist.
Die Lüftungsöffnungen sind mit einem Netzmaterial überspannt.
[0011] Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Funktionsbekleidung
vorzuschlagen, die die vorgenannten Nachteile des Standes der Technik vermeidet.
[0012] Diese Aufgabe wird durch eine Funktionsbekleidung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0013] Die Erfinder haben erkannt, daß die Atmungsaktivität einer Funktionsmembran, beschrieben
durch den Wasserdampfdurchgangswiderstand, in hohem Maße von der Temperaturdifferenz
zwischen Innen- und Außenseite der Membran abhängt.
[0014] Die Erfindung baut nun auf dem Grundgedanken auf, das Klima innerhalb der Bekleidung
dadurch zu verbessern, indem die Funktionsmembran unterhalb der Außenschicht durch
eine Luftströmung gekühlt wird. Dadurch wird die Temperaturdifferenz zwischen Innen-
und Außenseite der Membran erhöht und ein besserer Wasserdampftransport erreicht.
[0015] Die erfindungsgemäße Funktionsbekleidung weist eine verschließbare, insbesondere
wasserdicht verschließbare Lüftungsöffnung in der Außenschicht auf, die ohne die Innenmembran
ebenfalls zu öffnen, geöffnet werden kann. Damit kann die Innenmembran unterhalb der
Lüftungsöffnung geschlossen gehalten werden und eine Luftströmung in einen Zwischenraum
zwischen Außenschicht und Innenmembran geleitet werden. Dies wird besonders dann erreicht,
wenn die Innenmembran überhaupt keine oder zumindest im Bereich der Lüftungsöffnung
der Außenschicht keine Öffnung aufweist.
[0016] Die Innenmembran kann jedoch auch mit einer eigenen, unabhängig von der Außenschicht
öffenbaren Lüftungsöffnung ausgebildet sein. Sind beide Lüftungsöffnungen übereinander
angeordnet, kann ein Durchgriff durch Außenschicht und Innenmembran erfolgen, um beispielsweise
Gegenstände aus dem Inneren der Funktionsbekleidung hervorzuholen. Das Öffnen der
Außenschicht und der Innenmembran kann zudem bei Fahrten mit geringer Geschwindigkeiten,
oder bei Pausen, insbesondere bei hohen Außentemperaturen, vorteilhaft sein. Besonders
vorteilhaft ist, wenn das Verschlussmittel der inneren Lüftungsöffnungen vom Inneren
der Jacke zugänglich ist.
[0017] Durch den direkten Kontakt der Membranoberfläche mit der kühlenden Außenluft kann
das volle Potential der Membran ausgeschöpft werden. Gleichzeitig bleibt die Schutzwirkung
der beispielsweise reiß- und abriebfesten ausgebildeten Außenschicht voll erhalten.
[0018] Die Lüftungsöffnung ist erfindungsgemäß derart ausgebildet, daß sie sowohl geöffnet,
als auch vollständig geschlossen sein kann. Durch vollständiges Schließen der Lüftungsöffnung
wird verhindert, daß durch die Lüftungsöffnung, beispielsweise bei Regen, Wasser zwischen
Außenschicht und Innenmembran gelangt. So wird verhindert, daß bei nassen Außenverhältnissen
ein Auskühlungseffekt eintritt. Die Erfinder haben nämlich erkannt, daß Wasser auf
der Außenseite der Innenmembran zu einem erhöhten Wärmetransfer durch die Innenmembran
nach außen führt und so eine Auskühlung hervorruft.
[0019] Die Außenschicht ist vorzugsweise aus Textil, insbesondere reiß- oder abriebfestem
Textil ausgebildet. Je nach Verwendungszweck können jedoch als Außenschicht auch andere
Materialien, wie beispielsweise Leder verwendet werden.
[0020] Die Funktionsbekleidung ist vorzugsweise als Jacke oder Hose ausgeführt. Sie kann
jedoch auch in Form anderer Bekleidungsstücke, beispielsweise Handschuhen, Schuhen,
Overalls oder dergleichen ausgeführt sein. Die Funktionsbekleidung ist vorzugsweise
eine Motorradbekleidung, eine Skibekleidung, eine Wander- oder Outdoorbekleidung oder
eine Segelbekleidung.
[0021] Die Innenmembran ist windundurchlässig und atmungsaktiv ausgebildet. So kann ein
Wasserdampftransport von der Innenseite der Jacke an die Außenschicht der Innenmembran
und von dort durch die Außenschicht und/oder durch eine Luftströmung zwischen Außenschicht
und Innenmembran abgeführt werden.
[0022] Vorzugsweise weist die Funktionsbekleidung mehrere Lüftungsöffnungen auf. Diese können
zwischen sich einen Strömungsbereich für eine Luftströmung ausbilden. Durch eine entsprechende
Anordnung mehrerer Lüftungsöffnungen können insbesondere in Verbindung mit entsprechend
angeordneten Verläufen von Nähten, welche die Außen- und Innenschicht miteinander
verbinden, besondere Strömungsbereiche entstehen, die für eine möglichst großflächige
Überströmung der Membranoberfläche sorgen.
[0023] Bei einer als Jacke ausgebildeten Funktionsmembran sind die Lüftungsöffnungen besonders
bevorzugt im Bereich der Vorderarme und/oder an der Vorder- und/oder Rückseite der
Jacke in Brusthöhe angeordnet. Dadurch kann eine Umströmung der Armbereich und des
oberen Brust- und Rückenbereichs erreicht werden. Die Luftströmung folgt dabei beispielsweise
der Strömungsrichtung des Fahrtwindes auf einem Motorrad: Eintritt durch Öffnungen
im Bereich der Unterarme und Brust, Austritt durch die Öffnungen im Rückenbereich.
Ein Fallschirmeffekt, durch den erhöhten Luftwiderstand beim Durchströmen der Funktionsbekleidung
kann so minimiert werden.
[0024] Als besonders vorteilhaft hat sich die Anordnung von Längsöffnungen im Bereich der
Ärmel und von Queröffnungen im Bereich von Brust und Rükken gezeigt. Alternativ können
die Lüftungsöffnungen im Bereich von Brust und Rücken beispielsweise von oben nach
unten verlaufen.
[0025] Die Lüftungsöffnungen sind vorzugsweise wasserdicht verschließbar ausgeführt. Dies
ist besonders bei dem Einsatz in starkem Regen vorteilhaft, weil ein Eindringen von
Wasser in die Zwischenschicht verhindert wird. Als Verschluss kann insbesondere ein
Reißverschluß verwendet werden, der insbesondere Wasserabweisend beschichtet sein
kann. Ferner kann der Reißverschluß textile Ober- und/oder Unterlaschen aufweisen,
die die Zähne des Reißverschlusses überdecken und die Dichtigkeit des geschlossenen
Reißverschlusses erhöhen.
[0026] Alternativ oder ergänzend kann die Lüftungsöffnung durch einen Klettverschluß verschlossen
werden. Um hierbei ein Eindringen von Wasser zu vermeiden, können die an die Lüftungsöffnung
angrenzenden Kanten der Außenschicht so fixiert werden, dass die eine Kante die andere
Kante überlappt und ein Ablaufen des Wassers sicherstellt.
[0027] Weiterhin kann in den Lüftungsöffnungen ein netzartiges Material angeordnet sein.
Dieses Netz wird durch die Lüftungsöffnungen umgebende Nähten gehalten und beschränkt
den Öffnungsbereich der Lüftungsöffnungen. Vorteilhafterweise ist das netzartige Material
derart gewählt, dass die Luftströmung durch die Lüftungsöffnungen möglichst gering
beeinflusst wird, ein Eindringen von Fremdkörpern in die Zwischenlage jedoch wirksam
verhindert wird.
[0028] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Darin zeigen:
- Fig.1
- eine erfindungsgemäße Funktionsbekleidung in Form einer Jacke in einer Frontansicht;
- Fig.2
- eine Lüftungsöffnung in geschlossener Stellung,
- Fig.3
- eine Lüftungsöffnung in geöffneter Stellung.
[0029] Fig.1 zeigt als Beispiel für eine erfindungsgemäße Funktionsbekleidung, eine Motorradjacke.
Die Textilstruktur der Jacke weist einen mehrschichtigen Aufbau auf, der aus einer
Außenschicht aus besonders reiß- und abriebfestem Material und einer durch eine Funktionsmembran
gebildeten Innenschicht besteht.
[0030] In Fig. 1 sind mehrere, über die Brust- und Unterarmbereiche verteilte Lüftungsöffnungen
1 dargestellt. Diese Öffnungen sind über wasserdichte Reißverschlüsse 2 verschließbar
ausgeführt. Im geöffneten Zustand sorgen die Öffnungen 1 für eine großflächige Überströmung
der Membranaußenseite, so dass das Potential der Membran, insbesondere hinsichtlich
der Atmungsaktivität, optimal ausgeschöpft wird. Die Hauptströmungsrichtungen sind
in Fig.1 durch Pfeile B dargestellt. Sie verdeutlichen eine Strömung zwischen Außenschicht
und Innenmembran.
[0031] Fig. 2 zeigt eine Lüftungsöffnung 1 im geschlossenen Zustand. In diesem Fall wird
ein wasserdichter Reißverschluss 2 als Verschlussmittel verwendet. Um diesen möglichst
wasserdicht auszuführen, hat dieser eine Beschichtung aus wasserabweisendem Material.
[0032] Fig. 3 zeigt eine Lüftungsöffnung 1 im geöffneten Zustand. In der Öffnung ist ein
winddurchlässiges Netzmaterial 3 angeordnet, welches das Eindringen von Fremdkörpern
in die Zwischenschicht verhindert. Durch die Anbindung des Netzmaterials an die umlaufende
Naht der Lüftungsöffnung 1 wird der Öffnungsbereich der Lüftungsöffnung 1 auf das
gewünschte Maß einschränkt.
1. Funktionsbekleidung mit mindestens einer Außenschicht und einer Innenschicht, wobei
in der Außenschicht mindestens eine verschließbare, unabhängig von der Innenschicht
öffenbare Lüftungsöffnung (1) vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenschicht als in Strömungsverbindung mit der Lüftungsöffnung (1) stehende
windundurchlässige, atmungsaktive Innenmembran ausgestaltet.
2. Funktionsbekleidung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Außenschicht und Innenmembran zwischen mindestens zwei Lüftungsöffnungen
(1) ein Strömungsbereich für eine Luftströmung (B) zwischen Außenschicht und Innenmembran
ausgebildet ist.
3. Funktionsbekleidung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Strömungsbereich durch Nahtstellen zwischen Außenschicht und Innenmembran begrenzt
ist.
4. Funktionsbekleidung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lüftungsöffnung (1) durch einen wasserdichten Reißverschluss (2) verschlossen
wird.
5. Funktionsbekleidung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Lüftungsöffnung (1) ein winddurchlässiges Netzmaterial (3) angeordnet ist.
1. A functional garment with at least an outer layer and an inner layer, wherein in the
outer layer at least one closable vent opening (1) is provided, which may be opened
independently from the inner layer, characterized in that the inner layer is formed by a wind-impermeable, breathable inner membrane, which
is in fluid connection with the vent opening (1).
2. The functional garment of claim 1, characterized in that between the outer layer and the inner membrane, between at least two vent openings
(1), a flow region for an air flow (B) between the outer layer and the inner membrane
is formed.
3. The functional garment of claim 2, characterized in that the flow region is delimited by means of seams between the outer layer and the inner
membrane.
4. The functional garment of any of the preceding claims, characterized in that the vent opening (1) is closed by a watertight zipper (2).
5. The functional garment of any of the preceding claims, characterized in that a wind-permeable net material (3) is positioned in the vent opening (1).
1. Vêtement fonctionnel comprenant au moins une couche externe et une couche interne,
dans lequel il est prévu, dans la couche externe, au moins une ouverture d'aération
(1) refermable et ouvrable indépendamment de la couche interne, caractérisé en ce que la couche interne se présente sous la forme d'une membrane interne active au plan
respiratoire, imperméable au vent, qui est en communication d'écoulement avec l'ouverture
d'aération (1).
2. Vêtement fonctionnel selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'entre la couche externe et la membrane interne entre au moins deux ouvertures d'aération
(1) est formée une zone d'écoulement pour un écoulement d'air (B) entre la couche
externe et la membrane interne.
3. Vêtement fonctionnel selon la revendication 2, caractérisé en ce que la zone d'écoulement est délimitée par des points de jonction entre la couche externe
et la membrane interne.
4. Vêtement fonctionnel selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'ouverture d'aération (1) est fermée par une fermeture Éclair (2) étanche à l'eau.
5. Vêtement fonctionnel selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un matériau en forme de treillis (3) perméable au vent est agencé dans l'ouverture
d'aération (1).