[0001] Die Erfindung betrifft einen Müllbehälter mit einem kragenförmigen Aufnahmebereich
am Rand der oberen Einfüllöffnung, der von einem Aufnahmekamm, insbesondere einem
geraden Aufnahmekamm einer Aufnahmevorrichtung untergreifbar ist. Die Erfindung betrifft
weiterhin eine Aufnahmevorrichtung.
[0002] Im Stand der Technik ist es bekannt, dass Müllbehälter der beschriebenen gattungsgemäßen
Art einen am oberen Rand der Einfüllöffnung umlaufenden Kragen aufweisen, wobei insbesondere
der vordere, einer Schüttung eines Müllfahrzeugs zugewandte Bereich dieses Kragens
als Aufnahmebereich für einen Aufnahmekamm ausgebildet ist, so dass ein Müllbehälter
der üblichen Art mit im Wesentlichen rechteckigen oder quadratischen Querschnitt von
einem solchen Kamm einer Aufnahmevorrichtung untergriffen werden kann, um diesen Müllbehälter
anzuheben.
[0003] Hierbei kann ergänzend der obere Kragenbereich des Müllbehälters beim Aufnehmen von
einer Verriegelung überdeckt werden, um zu gewährleisten, dass ein Müllbehälter in
der Überkopfposition während des Entleerungsvorgangs nicht von dem Aufnahmekamm heruntergleitet.
[0004] Bislang ist es weiterhin im Stand der Technik bekannt, dass die gattungsgemäßen Müllbehälter
durch Bedienungspersonal vor den Aufnahmevorrichtungen der Schüttung eines Müllfahrzeugs,
insbesondere eines Heckladers positioniert werden, damit ein reibungsloses Entleeren
möglich ist.
[0005] Hierbei wird gegebenenfalls der Müllbehälter direkt auf den Aufnahmekamm aufgesetzt,
der im Stand der Technik geradlinig ausgebildet ist.
[0006] Mittlerweile kommen vermehrt Müllfahrzeuge zum Einsatz, die als Seitenlader bezeichnet
werden und bei denen ein Müllbehälter seitlich des Fahrzeugs mit einer Aufnahmevorrichtung
vollautomatisch, d.h. ohne Einsatz von weiterem Bedienungspersonal, aufgenommen und
entleert werden soll. Hierbei besteht bislang die Voraussetzung, dass die Müllbehälter
von ihren Besitzern genauestens an der Straße positioniert werden, damit ein Seitenlader-Müllfahrzeug
einen derart genau positionierten Müllbehälter mit dem bisherigen geradlinigen Aufnahmekamm
ergreifen und entleeren kann.
[0007] Steht ein Müllbehälter nicht ausreichend gut positioniert am Straßenrand, so kann
es vorkommen, dass ein Müllbehälter nicht ordnungsgemäß ergriffen wird, aus der Aufnahmevorrichtung
herausfällt und Schaden nimmt bzw. der Inhalt des Behälters auf die Straße ausgekippt
wird oder dass der Fahrer aussteigen muss, um den Müllbehälter richtig auszurichten.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es eine Aufnahmevorrichtung und Müllbehälter bereit zu
stellen, die größere Ausrichtungstoleranzen ermöglichen, so dass derartige Behälter
einfacher, insbesondere durch die neuartigen Seitenladerfahrzeuge automatisch aufgenommen
und entleert werden können.
[0009] In einem ersten Aspekt der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass bei
einem Müllbehälter mit einem kragenförmigen Rand als Aufnahmebereich an der oberen
Einfüllöffnung, die insbesondere von einem geraden Aufnahmekamm einer Aufnahmevorrichtung
untergreifbar ist, die vordere Kante des kragenförmigen Aufnahmebereichs gegenüber
der vorderen Wand des Müllbehälters derart weit vorgezogen ist, dass der kleinste
Abstand zwischen vorderer Kante und vorderer Wand des Müllbehälters 10 - 30%, bevorzugt
10-15% der Breite des Müllbehälters entspricht.
[0010] Hierbei wird in der Terminologie der vorliegenden Anmeldung unter der vorderen Wand
eines Müllbehälters bzw. der vorderen Kante am vorderen Kragen des Aufnahmebereichs
diejenige Seite des Müllbehälters verstanden, die der Schüttung, d.h. der Hub-/Kippvorrichtung
am Müllfahrzeug für den Entleerungsprozess zugewandt ist.
[0011] Gemäß dem Stand der Technik ist der vordere kragenförmige Aufnahmebereich an der
Einfüllöffnung gegenüber der vorderen Wand nur soweit vorgezogen, dass ein gradliniger
Aufnahmekamm, insbesondere ein DIN- bzw. Standardkamm, bei den derzeit verwendeten
Normmüllbehältern nur eine Abweichung zur Positionierung der vorderen Kante am Aufnahmebereich
des Behälters von etwa 1 Grad aufweisen darf. Dies war bislang ausreichend, da üblicherweise
der Müllbehälter von Hand durch Bedienpersonal auf den Aufnahmekamm aufgesetzt wurde
oder zumindest genau vor diesem positioniert wurde. Wird diese Toleranz der Ausrichtung
zwischen dem Aufnahmekamm und der vorderen Kante des Müllbehälters überschritten,
so kann ein sicheres Untergreifen dieses Aufnahmebereichs durch den Aufnahmekamm z.B.
eines Seitenladers nicht mehr sicher gestellt werden.
[0012] Durch das Vorziehen der vorderen Kante des kragenförmigen Aufnahmebereichs am Rand
der oberen Einfüllöffnung gegenüber der vorderen Wand des Müllbehälters auf einen
Abstand von etwa 10 - 30%, bevorzugt 10 - 15% der Müllbehälterbreite, kann erfindungsgemäß
erreicht werden, dass eine Fehlpositionierung dieser vorderen Kante des Müllbehälters
gegenüber dem Aufnahmekamm der üblichen Art von etwa 1 - 6 Grad erreicht werden kann.
Dies entspricht etwa einer Versechsfachung der bisherigen Toleranz, so dass insbesondere
bei automatisch tätigen Seitenladerfahrzeugen ein sichereres Aufnehmen der Müllbehälter
gewährleistet werden kann. Es bedarf dementsprechend gegenüber dem Stand der Technik
nicht mehr einer besonders akribischen Positionierung durch die Besitzer der Müllbehälter,
die diese zum Entleeren an die Straße stellen.
[0013] Wesentlich für den erfindungsgemäßen Gedanken ist es hierbei, dass die vordere Kante
gegenüber der vorderen Wand um einen Wert von wenigstens 10% der Müllbehälterbreite
vorgezogen wird, um eine ausreichende Toleranz zu erreichen. Dies kann jedoch nicht
beliebig fortgeführt werden, da sich durch die Verlängerung des vorderen Kantenbereichs
andererseits wiederum Instabilitäten ergeben, so dass ein Vorziehen bis auf etwa 30%
der Müllbehälterbreite praktikabel erscheint und ein Vorziehen bis auf 15-20% bevorzugt
ist.
[0014] Ergänzend kann es hierbei vorgesehen werden, die obere umlaufende Kante am Einfüllrand
des Müllbehälters zumindest in dessen vorderen Bereich zu verstärken, beispielsweise
durch eine wabenförmige Stegstruktur an der Unterseite eines kragenförmigen Aufnahmebereichs,
durch eine Iso-Grid-Struktur auf der Unterseite eines derartigen kragenförmigen Bereichs,
durch zumindest bereichsweise vertikal verlaufende Stege, die sich von der Unterseite
erstrecken und auf einer Behälterwand abstützen oder gegebenenfalls auch durch eine
Hohlprofilierung der oberen Aufnahmekante, wobei diese Hohlprofilierung zumindest
im vorderen Bereich, aber auch um die Behälteröffnung umlaufend ausgebildet sein kann,
insbesondere dadurch, dass die obere Kragenwand doppelwandig ausgeführt wird. Sämtliche
vorgenannten Verstärkungsmaßnahmen können beliebig miteinander kombiniert werden oder
alleinig zum Einsatz kommen.
[0015] Gemäß einem anderen Aspekt der Erfindung, der alternativ oder kumulativ zu der vorherigen
Ausführung zum Tragen kommen kann, kann eine höhere Ausrichtungstoleranz bei einem
Müllbehälter mit einem kragenförmigen Aufnahmebereich am Rand der oberen Einfüllöffnung
auch dadurch erreicht werden, dass wenigstens eine Behälterwand, zumindest im oberen
Bereich, und der daran oben angrenzende kragenförmige Aufnahmebereich wenigstens abschnittsweise
einen kreisbogenförmigen Verlauf aufweisen, der von einem wenigstens abschnittsweise
kreisbogenförmigen Aufnahmekamm einer Aufnahmevorrichtung untergreifbar ist.
[0016] Gemäß diesem Aspekt der Erfindung kann ein Aufnahmekamm gegenüber dem Stand der Technik
nicht nur geradlinig, sondern insbesondere auch zumindest teilweise kreisbogenförmig
ausgebildet sein, so dass sich hierdurch beim Heranfahren des Aufnahmekamms an einen
ebenso kreisbogenförmigen Aufnahmebereich automatisch eine Selbstzentrierung ergibt,
so dass schon hierdurch größere Toleranzen erreicht werden.
[0017] Darüber hinaus kann es hierbei insbesondere vorgesehen sein, dass der kragenförmige
Aufnahmebereich der gemäß der Erfindung kreisbogenförmig verläuft, einen größeren
Kreisbogen beschreibt als der des Aufnahmekammes, insbesondere dass sich der Aufnahmebereich
im Wesentlichen von der einen Seitenwand des Müllbehälters bis zur anderen Seitenwand
des Müllbehälters, d.h. hier über einen Winkel von 180 Grad erstreckt.
[0018] Ist nun der kreisbogenförmige Aufnahmekamm einer korrespondierenden Aufnahmevorrichtung
derart ausgeführt, dass er sich nur über einen geringeren Winkel als 180 Grad erstreckt,
so entspricht die Aufnahmetoleranz beim Ergreifen des Müllbehälters der Größe der
Differenz zwischen diesen beiden Winkeln.
[0019] Ist beispielsweise der Aufnahmekamm in seinem Kreisbogen nur etwa über einen Winkel
von bevorzugten 120 Grad ausgebildet, so kann ein Müllbehälter mit einem kreisbogenförmigen
Aufnahmebereich von bis zu 180 Grad in einem Winkelbereich von +- 30 Grad gegenüber
der Schüttung bzw. der Aufnahmevorrichtung eines Müllfahrzeuges fehlpositioniert sein,
wobei dennoch ein sicheres Aufnehmen durch die Aufnahmevorrichtung erreicht wird.
[0020] Hierbei kann es gegebenenfalls vorgesehen sein, dass der Deckel an dem Müllbehälter
derart beweglich angeschlagen ist, dass er bei jeder der möglichen Positionierungen
während des Schüttvorganges nicht hinderlich ist.
[0021] Gemäß der Erfindung kann es somit vorgesehen sein, dass in der Aufnahmevorrichtung
der kreisbogenförmige Aufnahmekamm sich über einen Winkel von insbesondere 80 -140
Grad, bevorzugt von 120 Grad kreisbogenförmig erstreckt, um hier eine große Toleranz
bei der Ausrichtung des Müllbehälters zu gewährleisten.
[0022] In einer Weiterbildung der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass an einem Müllbehälter
neben einem bekannten geradlinig ausgeformten Aufnahmebereich, insbesondere der vorbeschriebenen
oder der bekannten Art, ein weiterer Aufnahmebereich befindet, der für einen kreisbogenförmig
ausgebildeten Aufnahmekamm vorgesehen ist.
[0023] Hierbei kann die Positionierung dieser beiden unterschiedlichen Aufnahmebereiche
derart sein, dass einem kreisbogenförmigen Aufnahmebereich ein gradliniger Aufnahmebereich
zum Untergreifen mittels einem geradlinigen Aufnahmekamm gegenüberliegt. Die beiden
Aufnahmebereiche für kreisbogenförmigen und geradlinigen Aufnahmekamm sind dementsprechend
an einem erfindungsgemäßen Müllbehälter auf zwei gegenüberliegenden Seiten angeordnet,
so dass diese Müllbehälter unabhängig von einem einzusetzenden Müllfahrzeug für den
einen oder anderen Aufnahmekamm eingesetzt werden können.
So kann eine derartige Mülltonne klassisch mit einem Hecklader und geradem Aufnahmekamm
entleert werden sowie ebenso von einem Seitenlader mit kreisbogenförmigem Aufnahmekamm
zur Erreichung einer größeren Toleranz.
[0024] Auch bei einem kreisbogenförmigen Kragen als Aufnahmebereich am oberen Rand kann
dieser gegenüber der ebenso kreisbogenförmig ausgeformten angrenzenden Wand des Müllbehälters
vorgezogen sein, wobei die Unterseite des Kragens derart ausgeformt sein kann, dass
der Aufnahmekamm automatisch beim Untergreifen in die richtige Position geführt wird,
was beispielsweise durch Keilform oder Trichterform der Unterseite bzw. der korrespondierenden
Elemente am Aufnahmekamm gewährleistet werden kann, so dass sich hierdurch eine Selbstzentrierung
ergibt.
[0025] Bei einem Müllbehälter mit an gegenüberliegenden Seiten unterschiedlichen Aufnahmebereichen
kann es beispielsweise vorgesehen sein, dass der kreisbogenförmige Aufnahmebereich
an der Seite des Müllbehälters mit den Rädern angeordnet ist. Die Anordnung kann ebenso
umgekehrt erfolgen.
[0026] Auch bei den Aufnahmebereichen für kreisförmige Aufnahmekämme kann es wie bei den
geraden Aufnahmekämmen vorgesehen sein, die dort erwähnten Verstärkungsmaßnahmen und/oder
auch dann z.B. kreisbogenförmige Verriegelungen einzusetzen.
[0027] Eine derartige kreisbogenförmige Verriegelung kann von oben her den kreisbogenförmigen
Aufnahmekragen am Müllbehälter überdecken und so für eine sichere Verklemmung des
Müllbehälters in der Aufnahmevorrichtung sorgen. Hierbei kann die kreisbogenförmige
Verriegelung sich bevorzugt über dengleichen Winkelbereich gebogen erstrecken, wie
der darunter angeordnete Aufnahmekamm. Ebenso kann der Winkel größer gewählt werden.
Bei einer gebogenen Verriegelung ergibt sich weiterhin der Vorteil, dass der Müllbehälter
über seinen oberen Rand bzw. Aufnahmekragen in der Überkopfposition beim Leeren auch
noch in angrenzenden seitlichen Bereichen abgestützt wird, so dass geringere Knickbeanspruchungen
im Aufnahmekragen entstehen.
[0028] Gemäß einer weiteren alternativen oder kumulativ zu den vorherigen Ausführungen vorgesehenen
Konstruktion kann auf einer Seite eines Müllbehälters gleichzeitig sowohl ein Aufnahmebereich
für einen geraden als auch für einen kreisbogenförmigen Aufnahmekamm vorgesehen sein.
Auf dieser Seite wird die Behälterwand bevorzugt ebenso einen kreisbogenförmigen Verlauf
aufweisen, da nur in diesem Fall die Kompatibilität mit beiden Aufnahmekammarten gewährleistet
ist. Hierbei ist jedoch die vordere Kante des Kragens geradlinig ausgebildet.
[0029] Eine derartige Konstruktion hat ebenso den Vorteil, dass ein solcher Müllbehälter
unabhängig von der gewählten Art des Müllfahrzeugs bzw. der daran angeordneten Vorrichtung
mit einem geraden oder einem bogenförmigen Aufnahmekamm geleert werden kann.
[0030] Gegenüber der vorbeschriebenen Ausführung hat die gleichzeitige Anordnung beider
Aufnahmebereiche an derselben Seite eines Müllbehälters weiterhin den Vorteil, dass
der Müllbehälter nicht in Abhängigkeit von der Aufnahmevorrichtung an der Straße positioniert
werden kann, da beide Aufnahmevorrichtungen an derselben Seite des Müllbehälters angreifen.
Hierbei können die beiden Aufnahmebereiche bevorzugt an der Seite eines Müllbehälters
angeordnet sein, die den Rädern des Müllbehälters gegenüberliegt.
[0031] Bei dieser Anordnung können ebenso Verriegelungen zum Einsatz kommen, die sowohl
gebogen als auch geradlinig ausgeführt sein können, da der obere Kragenbereich eine
vordere gerade Kante aufweist.
[0032] Insbesondere um zu erreichen, dass der geöffnete Deckel eines Müllbehälters bei den
vorbeschriebenen Ausführungen während des Entleerungsvorganges nicht störend wirkt,
kann dieser Deckel an einem senkrecht zum Aufnahmebereich für einen gradlinigen Aufnahmekamm
angeordneten Bereich des oberen Randes des Müllbehälters drehbeweglich angeschlagen
sein. Bei dieser Ausführung öffnet sich der Deckel gegenüber dem Stand der Technik
nicht nach hinten, so dass sich eine bedienende Person über die Öffnung lehnen muss
beim Öffnen des Deckels, sondern seitlich mit Bezug zur Positionierung des Müllbehälters
gegenüber der Aufnahmevorrichtung an der Schüttung eines Müllfahrzeuges.
[0033] Ausführungen der Erfindung sind in den folgenden Zeichnungen dargestellt. Es zeigen
- Figur 1
- einen üblichen Müllbehälter mit vorgezogenem Kragen
- Figur 2
- einen Müllbehälter mit kreisbogenförmiger Aufnahme
- Figur 3
- einen Müllbehälter mit zwei Bereichen für eine gerade und kreisbogenförmige Aufnahme
- Figur 4
- die Darstellung eines Müllbehälters gemäß Figur 3 in mehreren Ansichten
- Figur 5
- einen Müllbehälter mit beiden Aufnahmearten an einer Seite
- Figur 6
- die Ansicht eines Müllbehälters gemäß Figur 5 in Aufsicht
[0034] Figur 1 zeigt in der linken Darstellung einen erfindungsgemäßen Müllbehälter gegenüber
einem solchen gemäß dem Stand der Technik in der rechten Darstellung, der in Aufsicht
auf den unteren Bereich einen um die Öffnung des Müllbehälters umlaufenden Kragen
4 aufweist, dessen vorderer Bereich 4a einen Hinterschnitt aufweist, der von einem
geradlinigen Aufnahmekamm 2 untergriffen werden kann. Dieser Aufnahmekamm kann mehrere
zahnartige Vorsprünge aufweisen, die in den beiden Darstellungen gemäß der Figur 1
flächig schwarz dargestellt sind.
[0035] Bei der rechten Darstellung gemäß der Figur 1 zeigt sich, dass die vordere Kante
5 des vorderen Aufnahmebereichs bzw. vorderen Kragens 4a gegenüber der vorderen Wand
6 des Müllbehälters 1 nur soweit vorgezogen ist, dass durch den gegebenen Abstand
der Aufnahmekamm 2 mit einer Winkelabweichung von höchstens 1 Grad positioniert werden
muss, um ein sicheres Untergreifen des Aufnahmebereichs 4a zu ermöglichen.
[0036] Demgegenüber zeigt die linke Darstellung in der Figur 1, dass die vordere Kante 5
des kragenförmigen Aufnahmebereichs 4a gegenüber der vorderen Wand 6 des Müllbehälters
1 derart weit vorgezogen ist, dass der Aufnahmekamm 2 gegenüber der vorderen Kante
5 eine Winkelabweichung von bis zu 6 Grad aufweisen kann, wobei in dem Winkelbereich
von 0 - 6 Grad ein sicheres Untergreifen und somit Aufnehmen des Müllbehälters 1 gewährleistet
ist.
[0037] Dies kann dadurch erreicht werden, dass der Abstand zwischen der vorderen Kante 5
und der vorderen Wand 6 des Müllbehälters etwa 10 - 30% bevorzugt 10-15% der Breite
B des Müllbehälters aufweist. Statt der Breite B des Müllbehälters kann hier auch
etwa die Breite des Aufnahmekamms 2 als Bezugsmaß herangezogen werden.
[0038] Die Ausführung gemäß der linken Darstellung in der Figur 1 zeigt weiterhin, dass
die Unterseite des kragenförmigen Aufnahmebereichs 4a durch eine wabenförmige Stegstruktur
verstärkt ist, um hier die Materialbeanspruchung zu verringern, wenn der Müllbehälter
mittels des Aufnahmekamms in der Schüttung angehoben und entleert wird.
[0039] Die Figur 2 zeigt eine andere Möglichkeit eine größere Toleranz bei der Positionierung
eines Müllbehälters bezüglich der Aufnahmevorrichtung, z. B. eines Seitenladers, zu
erreichen. Es ist dargestellt, dass die vordere Wandung 6 eines Müllbehälters 1 zumindest
im vorderen Bereich kreisbogenförmig verläuft, d.h. der Wandbereich 6 weist bei dem
dargestellten Müllbehälter 1 im Wesentlichen zumindest abschnittsweise eine zylinderförmige
oder kegelförmige (wenn sich der Behälter nach unten verjüngt) Außenform auf. Hierdurch
ergibt sich am oberen Rand der Einfüllöffnung 3 des Müllbehälters ein ebenso kreisbogenförmig
verlaufender vorderer Kragen 4a, der sich etwa über einen Winkelbereich von 180 Grad
erstreckt. Dieser Kragenbereich ist hier beispielsweise auf der Seite angeordnet,
die den Rädern des Müllbehälters gegenüberliegt.
[0040] Gemäß der Erfindung kann es vorgesehen sein, den kreisbogenförmig ausgebildeten vorstehenden
vorderen Kragen 4a mit einem Aufnahmekamm 7 zu untergreifen, der ebenfalls zumindest
bereichsweise kreisbogenförmig, zumindest über einen Bereich von hier etwa β = 120
Grad ausgebildet ist. Durch die kreisbogenförmige Ausbildung des Aufnahmebereichs
über etwa 180 Grad und die kreisbogenförmige Ausbildung des Aufnahmekamms 7 über lediglich
etwa 120 Grad ergibt sich eine Winkeltoleranz bei der Positionierung des Behälters
gegenüber der Aufnahmevorrichtung einer Schüttung, z.B. einesSeitenladers von bis
zu +- 30 Grad.
[0041] Da hier bei Ausnutzung der extremen Toleranz die Öffnung des Müllbehälters und gegebenenfalls
der Deckel nicht korrekt zur Schüttung des Müllfahrzeugs positioniert sein kann, kann
es ergänzend gemäß der Erfindung vorgesehen sein, dass ein automatisches Drehen des
Müllbehälters in der Aufnahmevorrichtung bzw. der Schüttung vorgenommen wird, welches
beispielsweise anhand von Markierungen an der Schüttung und am Müllbehälter durchgeführt
wird.
[0042] Die Figur 3 zeigt eine weitere alternative Ausführung eines Müllbehälters 1, die
beide Formen von Aufnahmen aufweist, wobei hier der vordere Bereich des Müllbehälters
1 als derjenige definiert ist, der zur Aufnahme eines gradlinigen Aufnahmekamms 2
vorgesehen ist. An diesem vorderen Bereich kann der kragenförmige Aufnahmebereich
derart ausgebildet sein, wie es bereits zu den vorherigen Ausführungen beschrieben
ist.
[0043] Die Figur 3 zeigt weiterhin, dass dem geraden Aufnahmebereich gegenüberliegend ein
kreisbogenförmiger Aufnahmebereich angeordnet ist, an dem der kragenförmige Aufnahmebereich
4b über einen Winkel von etwa 180 Grad kreisbogenförmig ausgestaltet ist. An diesen
Bereich kann ein ebenso kreisbogenförmiger Aufnahmekamm der hier dargestellten Art
mit einem Bogen über einen Winkelbereich von etwa 120 Grad angreifen und den Müllbehälter
1 anheben.
[0044] Da hier an beiden Bereichen, d.h. am vorderen Bereich 4a und am hinteren Bereich
4b des um die Öffnung 3 des Müllbehälters umlaufenden Kragens 4, Aufnahmebereiche
vorgesehen sind, wird gemäß der Erfindung weiterhin vorgeschlagen, den Deckel 10 des
Behälters seitlich anzuschlagen, d.h. dass die Drehachse des Scharniers 11 dieses
Deckels etwa senkrecht zur Achse der Räder des Müllbehälters 1 ausgerichtet ist. Gleichsam
ist diese Drehachse 11 etwa senkrecht zum geradlinigen Aufnahmebereich im vorderen
Bereich der Kante 4a ausgerichtet.
[0045] Die Figur 4 zeigt die Behälterform gemäß der Figur 3 aus mehreren Ansichten. Hier
ist die Kante 5 des vorderen Kragens 4a gegenüber der vorderen Wandung des Müllbehälters
1 vorgezogen, wie es gemäß der Ausführung nach Figur 1 beschrieben ist. Eine derart
vorgezogene Ausführung ist jedoch hier vorliegend nicht zwingend.
[0046] Der hintere kreisbogenförmige Kragenbereich 4b weist eine Verstärkung in Form einer
Wabenstruktur auf, wobei weiterhin an diesem Kragenbereich 4b ein Griff 13 angeordnet
ist. Die Figur 4 zeigt weiterhin, dass der obere Wandbereich der Wandung 9 in Anpassung
an den geraden Verlauf des Aufnahmekamms 2 gradlinig ausgeführt ist, wohingegen der
hintere Wandbereich des Müllbehälters 1 in Anpassung an den kreisbogenförmigen Aufnahmekamm
ebenso kreisförmig gebogen ausgeführt ist.
[0047] Die Figur 4 zeigt in der geöffneten Stellung den seitlich aufgeklappten Deckel 10
des Müllbehälters 1, der in der aufgeklappten Position weder ein Entleeren über einen
gebogenen Aufnahmekamm über den Aufnahmekragen 4b noch über einen geraden Aufnahmekamm
über den Aufnahmekragen 4a behindert.
[0048] Die Figuren 5 und 6 zeigen unterschiedliche Ansichten (Figur 5 von unten, Figur 6
von oben) eines Behälters 1 mit einem vorderen Aufnahmekragen 4a, dessen vordere Kante
5 gradlinig verläuft, der jedoch an einer kreisbogenförmig ausgestalteten rund gebogenen
vorderen Wandung 6 eines Müllbehälters angeordnet ist, so dass unmittelbar angrenzend
an den oberen Bereich der Wandung 6 sowohl ein gebogener Aufnahmebereich als auch
ein gerader Aufnahmebereich zur Aufnahme eines gebogenen bzw. eines gradlinigen Aufnahmekamms
ausgebildet ist.
[0049] Die jeweiligen Aufnahmebereiche können hier in der Unterseite des vorstehenden Kragens
4a durch entsprechende Anpassung der unteren Stegstruktur 14 ausgebildet sein, so
dass sich für beide verschiedenen Aufnahmekämme 2 bzw. 7 ein automatischer Selbstzentrierungseffekt
ergeben kann. Hierfür können in den stegförmigen Strukturen 14 an die jeweiligen Kämme
angepasste Vertiefungen vorgesehen sein.
[0050] Insbesondere diese Ausführung, wie sie in den Figuren 5 und 6 dargestellt ist, bieten
den Vorteil, dass ein derartig ausgebildeter Müllbehälter immer nur mit einer Ausrichtung
an die Straße gestellt werden kann, unabhängig davon, mit welcher Aufnahmevorrichtung
die Schüttung eines Müllfahrzeugs ausgestattet ist. Ein derartiger Müllbehälter kann
dementsprechend die im Stand der Technik ansonsten bekannte Formgestaltung aufweisen,
wobei lediglich die der Aufnahmevorrichtung zugewiesene vordere Wandung des Müllbehälters
6 zumindest in ihrem oberen Bereich eine kreisbogenförmige Form aufweist.
[0051] Ansonsten kann in bekannter Weise der Deckel hier an der hinteren Kante 4c oder auch,
wie es die Erfindung vorschlägt, an einer seitlichen Kante 4d angeschlagen sein.
1. Müllbehälter mit einem kragenförmigen Aufnahmebereich am Rand der oberen Einfüllöffnung,
der von einem, insbesondere geraden Aufnahmekamm einer Aufnahmevorrichtung untergreifbar
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die vordere Kante (4a) des kragenförmigen Aufnahmebereichs gegenüber der vorderen
Wand (6) des Müllbehälters (1) derart weit vorgezogen ist, dass der kleinste Abstand
zwischen vorderer Kante (4a) und vorderer Wand (6) 10-20%, bevorzugt 10-15% der Breite
(B) des Müllbehälters (1) entspricht.
2. Müllbehälter, mit einem kragenförmigen Aufnahmebereich am Rand der oberen Einfüllöffnung,
der von einem Aufnahmekamm einer Aufnahmevorrichtung untergreifbar ist, insbesondere
nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass, wenigstens eine Behälterwand (6) zumindest im oberen Bereich und der daran oben
angrenzende kragenförmige Aufnahmebereich (4a) wenigstens abschnittsweise einen kreisbogenförmigen
Verlauf aufweisen, der von einem wenigstens abschnittsweise kreisbogenförmigen Aufnahmekamm
(7) einer Aufnahmevorrichtung untergreifbar ist.
3. Müllbehälter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass einem kreisbogenförmigen Aufnahmebereich (4b) ein geradliniger Aufnahmebereich (4a)
zum Untergreifen mittels eines geradlinigen Aufnahmekamms gegenüberliegt.
4. Müllbehälter nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der kreisbogenförmige Aufnahmebereich (4b) an der Seite des Müllbehälters (1) mit
den Rädern angeordnet ist.
5. Müllbehälter nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Seite einer Behälterwand (6) mit im oberen Bereich kreisbogenförmigen Verlauf
ein Aufnahmebereich für einen geraden Aufnahmekamm und ein Aufnahmebereich für einen
kreisbogenförmigen Aufnahmekamm gleichzeitig angeordnet sind.
6. Müllbehälter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Aufnahmebereiche (4a,4b) an der den Rädern gegenüberliegenden Seite angeordnet
sind.
7. Müllbehälter nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel (10) an einem senkrecht zum Aufnahmebereich (4a) für einen geradlinigen
Aufnahmekamm angeordneten Bereich des oberen Randes (4) drehbeweglich angeschlagen
ist.
8. Aufnahmevorrichtung, insbesondere zum Aufnehmen eines Müllbehälters nach einem der
vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Aufnahmekamm (7) aufweist, der zumindest abschnittsweise kreisbogenförmig
ausgebildet ist.
9. Aufnahmevorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmekamm über einen Winkel von 80-140 Grad, insbesondere 120 Grad kreisbogenförmig
ist.
10. Aufnahmevorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass einem zumindest abschnittsweise kreisbogenförmigen Aufnahmekamm eine Verriegelung
zugeordnet ist, mit der der Aufnahmebereich eines Müllbehälter überdeckbar ist.
11. Aufnahmevorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Verriegelung über denselben Winkelbereich erstreckt wie der Aufnahmekamm.