[0001] Die Erfindung betrifft Aufzüge für einen Zylinder einer Druckmaschine, Sätze von
Aufzügen sowie Verfahren zu deren Herstellung gemäß dem Oberbegriff der Ansprüche
1 oder 2 bzw. 27 bis 29.
[0002] In Druckwerken, die einen biegeweichen Übertragungszylinder mit Gummi(tuch)bezug
besitzen, kann durch den Nipp Übertragungszylinder-Papier eine Wellen- oder sogar
Faltenbildung des Papiers entstehen. Dies ist bei kleinen Durchmesser/Ballenbreite-Verhältnissen
der Fall, insbesondere also bei Einfachumfang-Übertragungszylindern und doppelt- oder
mehrfachbreiten Papierbahnen (d. h. 2...n Druckplatten breit).
Die Wellenbildung kann zu Passerproblemen führen (Verzerren des Bildes). Die Faltenbildung
führt zur Makulatur.
[0003] Infolge der Druckspannung biegt sich der Zylinder durch, die Pressung in Ballenmitte
ist also geringer als die am Ballenende. Dies führt über die Ballenbreite zu lokalen
Unterschieden in der Druckabwicklung (d. h. dem Wirkdurchmesser des Übertragungszylinders),
und somit zu inhomogenem Papiertransportverhalten.
[0004] Um die Faltenbildung zu vermeiden werden Gummituchhülsen (Sleeves) beispielsweise
bislang z. T. bombiert, d. h. bauchig bzw. leicht tonnenförmig, hergestellt. Hierdurch
wird die Druckabwicklung über die Ballenbreite hinreichend konstant gehalten. Nachteilig
kann hierbei eine relativ aufwendige, und damit teure Sleeve-Konstruktion bzw. Bearbeitung
sein.
[0005] Auch werden Stützlager (also eine doppelte Lagestelle) an den Gummizylindern verwendet,
mit denen ein statisches Gegenbiegemoment eingeleitet wird, das das Biegemoment aufgrund
der Druckspannung kompensiert, der Zylinder sich also im wesentlichen nicht mehr durchbiegt.
Ein Stützlager bedeutet i.d.R. einen Mehraufwand. Oftmals ist aufgrund des vergrößerten
Bauraumes kein Stützlager realisierbar. Die Einstellung der statischen Gegenbiegung
ist montageseitig aufwendig. Ein Stützlager ist mit der für Sleeves notwendigen cantilevered-Ausführung
der Lagerung in der Regel nicht vereinbar.
[0006] Viele Drucktücher und Sleeves besitzen eine dicht unter der Oberfläche liegende Gewebelage.
Im Produktionsprozess wird das Gewebe als (endlose) Bahn vorverstreckt und unter hohem
Druck bei erhöhter Temperatur gewalzt. Als Folge dieses Verfahrens besitzt das Gewebe
in Richtung der Gewebebahn ein größeres E-Modul als senkrecht dazu. In den Gummitüchern
wird das Gewebe bislang so verarbeitet, dass die Gewebebahnrichtung entweder parallel
oder senkrecht zur Druckabwicklung liegt.
[0007] Durch die DE 100 58 421 A1 ist eine Gummituchhülse offenbart, die unter einer druckenden
Schicht eine isotrope Verstärkungsschicht aufweist.
[0008] Die DE 44 36 973 A1 offenbart eine Variierung des Zylinderprofils oder Aufzugprofils
in axialer Richtung, um ein Transportverhalten über die Länge des Zylinders axial
zu variieren.
[0009] Durch die EP 0 631 884 A1 ist eine Gummituchhülse für einen Zylinder offenbart, dessen
mechanische Eigenschaften bezügliche einer radialen und einer Umfangsrichtung anisotrop
ausgebildet sind. Hierzu weist die Hülse eine zumindest zweifach spiralförmig gewickelte
Verstärkungsfolie aus Fasern mit Zufallsrichtung auf, welche der Hülse in radialer
Richtung Elastizität und in Umfangsrichtung Steifheit verleiht. Auch in der DE 697
00 995 T2 weist ein Drucktuch eine bzgl. einer radialen und einer Umfangsrichtung
anisotrope Schicht auf.
[0010] Die EP 1 240 452 B1 offenbart einen dünnwandigen Hohlzylinder, welcher übereinander
zwei anisotrope Schichten mit zur Zylinderachse jeweils gegensinnig geneigten Faserrichtungen
und/oder eine Schicht mit zur Zylinderachse parallel oder senkrecht verlaufenden Fasern
aufweist.
[0011] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Aufzüge für einen Zylinder einer Druckmaschine,
Sätze von Aufzügen sowie Verfahren zu deren Herstellung zu schaffen.
[0012] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 oder 2 bzw. 27
bis 29 gelöst.
[0013] Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass ein
Aufzug bzw. ein Satz Aufzüge geschaffen ist, der die Faltenbildung bzw. die Wellenbildung
beseitigt oder zumindest verringert.
[0014] Mit der Ausbildung der Aufzüge lässt sich auf einfache Weise eine axiale Kraftkomponente
auf die Bahn ausüben.
[0015] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden
im Folgenden näher beschrieben.
[0016] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung des Bahndurchgangs durch die Nippstelle im Bereich des
Übertragungszylinders;
- Fig. 2
- eine Prinzipskizze der Orientierung von Hauptachsen der Anisotropie im erfindungsgemäßen
Aufzug relativ zur Geometrie des Übertragungszylinder;
- Fig. 3
- ein erster a) und zweiter b) schematischer Aufbau eines Aufzuges;
- Fig. 4
- eine Anordnung a) bis c) mehrerer Aufzüge bzw. Aufzugabschnitte auf einem Zylinder.
[0017] In einem Nipp 03 zwischen einem eine deformierbare Oberflächenschicht 01 aufweisenden
Rotationskörper 02, z. B. einer Walze 02 oder einem Zylinder 02 einer bahnver- bzw.
bearbeitenden Maschine, insbesondere einer Druckmaschine, und einem Widerlager - z.
B. einem zweiten, nicht dargestellten Zylinder - verläuft eine mit dem Zylinder 02
zu Transport- und/oder Bedruckzwecken zusammen wirkende, insbesondere zu bedruckende,
Bahn 04, z. B. Papierbahn. Die Oberflächenschicht 01 kann fest und unlösbar - z. B.
stoffschlüssig - mit einem Grundkörper des Zylinders 02 verbunden, oder aber vorteilhaft
als lösbarer Aufzug 01, z. B. als endliches Drucktuch bzw. Gummituch oder als Drucktuchhülse
(Sleeve), ausgeführt sein.
[0018] Im Nippeinlauf entsteht durch die zur Erzeugung der Druckspannung (Drucken) oder
zur Erzeugung eines Reibschlusses (Transportieren) notwendige Einpressung des Aufzuges
01 neben der gewünschten Radialkraft F
r (Flächenpressung) auch eine Tangentialkraft bzw. -spannung σ
u in der Aufzug-Ebene in Umfangsrichtung, insbesondere dicht unter dessen Oberfläche
(Fig. 1). Die Richtung der durch diese Tangentialkraft bzw. -spannung σ
u induzierten Dehnung ε verläuft im Falle isotroper Materialien bzw. Aufzügen 01 oder
auch im Falle von anisotropen Materialien bzw. Aufzügen mit einer in Druckrichtung
verlaufenden Hauptachse - aus Symmetriegründen - in Umfangsrichtung. Jedoch stimmt
die Richtung der resultierenden Dehnung ε (insbesondere der Hauptachse) bei anisotropem
Materialverhalten im Falle von unten näher beschriebenem Neigungswinkel α nicht mit
der Umfangsrichtung überein sondern besitzt eine axiale Komponente ε
a (Fig. 2). Diese beschriebenen Oberflächendeformationen bewirken nun im Nipp 03 aufgrund
der Reibung zur Bahn 04 Tangentialkräfte auf diese mit entsprechender Richtung, insbesondere
also auch eine Kraftkomponente entlang der Zylinderachse.
[0019] Der Aufzug 01 wird daher mit mindestens einer Schicht 06 ausgestattet, die in der
Aufzug- bzw. Gummituch-Ebene (Ebene des abgerollten Aufzuges 01) zumindest eine mechanische
Anisotropie besitzt bzw. im Gesamtgefüge verursacht. Diese mechanische Anisotropie
kann insbesondere im Elastizitätsmodul E und/oder auch in der Querkontraktionszahl
µ liegen.
[0020] Allgemein kann ein erfindungsgemäß anisotroper Aufzug 01 als Aufzug 01 mit mindestens
einer ein anisotropes Dehnungsverhalten des Aufzuggefüges an dessen Oberfläche verursachenden
Schicht 06 verstanden werden, wobei die Hauptachsen der Anisotropie bewusst - und
außerhalb von Abweichungen durch Fertigungstoleranzen liegend - von einer zur Längs-
oder Umfangsrichtung parallelen und senkrechten Richtung abweichen, d. h. um einen
Winkel α, mit α≠0° undα≠ 90°,geneigt sind.
[0021] Grundsätzlich kann hierbei dann unter dieser mechanisch anisotropen Schicht 06 bzw.
unter diesem mechanisch anisotropen Aufzug 01 die resultierende Anisotropie sämtlicher,
oder zumindest der wesentlichen an dieser mechanischen Anisotropie beteiligten Schichten
- oberhalb einer ggf. dimensionsstabilen Trägerschicht 11 (strichliert) - verstanden
sein. Dies kann durch eine einzige Schicht 06, wie beispielsweise eine den Aufzug
01 stützende Gewebeschicht unterhalb einer druckenden Deckschicht 07, z. B. aus einem
lösungsmittelbeständigem Elastomer wie Nitril-Kautschuk, und oberhalb einer in radialer
Richtung reversibel kompressiblen und/oder elastischen Schicht 08 sein (Fig. 3a).
Es können jedoch auch mehrere derartige anisotrope Schichten 06; 06', beispielsweise
getrennt durch eine oder mehrere funktionelle Schichten 09, in der Stärke des Aufzuges
01 übereinander angeordnet und in Summe gemeinsam als "anisotrope Schicht 06" wirksam
sein (Fig. 3b). Diese weitere(n) funktionelle(n) Schicht(en) 09 kann bzw. können ebenfalls
kompressible und/oder elastische Schichten sein. Ggf. zusätzlich vorhandene Klebstoffschichten
sind in Fig. 3 nicht dargestellt. Zwischen Deckschicht 07 und anisotroper Schicht
06 kann - wie exemplarisch in Fig. 3a dargestellt, eine dünne weitere funktionelle
Schicht 09 angeordnet sein. Dies kann insbesondere auch für eine mehrere Schichten
06 aufweisende Anordnung gemäß Fig. 3b gelten. Jede anisotrope Schicht 06 kann ihrerseits
mehrschichtig, beispielsweise in der Art eines mehrschichtigen Laminats oder einer
Mehrfachwicklung, ausgebildet sein. Als anisotrop im Sinne der Erfindung wirksame
Schicht 06 tragen in der Hauptsache Schichten 06 des Aufzuges 01 bei, welche von innen
(ggf. Trägerschicht 11) nach außen (Deckschicht 07) betrachtet durch mindestens eine
kompressible Schicht 08 unterfüttert sind. Eine derartige Ausführung mit einer Unterfütterung
der anisotropen Schicht 06 birgt vorteile hinsichtlich der Wirkung an der Oberfläche.
D. h. die Schicht 06 ist bzgl. ihrer anisotropen Funktion besonders wirksam, wenn
sie bei Druckausübung auf den Aufzug 01 in radialer Richtung nachgiebig gelagert ist.
Eine unterfütterte Schicht 08 weist z. B. senkrecht zur Aufzugebene betrachtet vorteilhaft
ein Elastizitätsmodul von weniger als 200 MPa, insbesondere weniger als 130 MPa, z.
B. 1 bis 50 MPa auf.
[0022] Die reversibel kompressible und/oder elastische Schicht 08 und ggf. eine order mehrere
weitere kompressibel und/oder elastisch ausgebildete funktionelle Schichten 09 können
als poröse Schaumstoffe, als Weichgummi oder als formfeste, aber elastisch verformbare
Kunststoffe, vorteilhaft als Elastomere wie beispielsweise Polyurethan, ausgeführt
sein. Sie kann aber auch als ein anders geartetes mikrozellulares Polymer, wie z.
B. mikrozellularer Nitril-Kautschuk, ausgebildet sein. Das Material der kompressibel
und/oder elastisch ausgebildete Schichten 08; 09, z. B. Elastomere, können sich bei
Zug- und Druckbelastung verformen, finden aber danach wieder in ihre Ausgangsform
zurück. Sie werden im zerstörungsfreien Deformierungsbereich nicht dauerhaft plastisch
verformt.
[0023] Die Richtungen des Minimums und Maximums dieser anisotropen Eigenschaft stehen i.
d. R. orthogonal zueinander und werden als Hauptachsen E1; E2 (exemplarisch für das
Elastizitätsmodul E) bezeichnet. Diese anisotrope Schicht 06 bzw. der anisotrope Aufzug
01 liegt nun so, dass die Hauptachsen E1; E2 bewußt gegen die Druck- oder Transportrichtung
T (bzw. betriebsmäßige Umfangsrichtung) um einen definierten Winkel, ungleich 0° oder
90° (bzw. ungleich 180° oder 270°) geneigt sind. Dies wird im folgenden als "Neigungswinkel"
α bezeichnet, wobei dieser für die folgenden Darstellungen so definiert wurde, dass
er den spitzen Winkel zwischen der Richtung der größeren "Hauptachse" für die aus
einer Auslenkung der anisotropen Schicht 06 resultierenden Dehnung ε
2 gegenüber der Umfangsrichtung ausdrückt. Die "Hauptachsen" für die anisotrope Dehnungseigenschaft
kann, wie bereits oben ausgeführt, vorteilhaft aus einer Anisotropie im Elastizitätsmodul
E resultieren, wobei in diesem Fall die Richtungen der Hauptachsen für die Dehnungseigenschaft
mit denen des Elastizitätsmoduls E zusammenfallen, sich jedoch in ihrer Größe reziprok
zueinander verhalten. Der Neigungswinkel α ist in diesem Fall durch den spitzen Winkel
zwischen der Richtung der kleineren Hauptachse für das Elastizitätsmodul E2 mit der
Umfangsrichtung T definiert. Gegenüber einem den Aufzug 01 tragenden Zylinder 02,
z. B. einem Übertragungszylinder 02, bezeichnet α dann den spitzen Winkel gegenüber
der kleineren Hauptachse für das Elastizitätsmodul E2 gegenüber der Umfangsrichtung
T in der Ebene des Aufzuges 01.
[0024] Wird die Anisotropie durch die Querkontraktionszahl µ (Poissonzahl) bestimmt und/oder
erreicht, so verhält es sich mit der Definition des Neigungswinkels α wie mit derjenigen
der Dehnungseigenschaft - er definiert sich durch den spitzen Winkel zwischen der
größeren Hauptachse für die Poissonzahl und der Umfangsrichtung T.
[0025] Auf der linken bzw. rechten Ballenhälfte des Übertragungszylinders 02 (in Längsrichtung
betrachtet) besitzt der Aufzug 01 bzw. die Schicht entgegengesetzte Neigungswinkel
α - insbesondere vorteilhaft entgegengesetzt gleich große Neigungswinkel α - spiegelsymmetrisch
zur (Papier)Bahnmitte bzw. zum Zylindermittelschnitt, so dass beim Drucken die axiale
Kraftkomponente auf die Bahn 04 im Bereich der linke Ballenhälfte nach links wirkt,
und im Bereich der rechten Ballenhälfte nach rechts. Hierdurch wird eine Straffung
der Bahn 04 in lateraler Richtung erzeugt und damit eine Wellen- bzw.
[0026] Faltenbildung entgegengewirkt.
[0027] In Fig. 1 ist als Schnitt der Nipp 03 zwischen Übertragungszylinder 02 und Bahn 04
(insbesondere Papierbahn) skizziert, wobei die auftretenden Radialkräfte F
r, und die Tangentialkräfte bzw. -spannungen σ
u schematisch durch Pfeile dargestellt sind. Fig. 2 gibt eine Draufsicht auf einen
den Aufzug 01 (bzw. die Schicht) aufweisenden Zylinder 02 am Beispiel der Anisotropie
im Elastizitätsmodul. Strichliert ist eine Linie des Nipps 03 angedeutet. Am Ort des
Nipps 03 ist die resultierende Tangentialspannung σ
u (tangentiale Gummituchspannung) sowie die Steifigkeitsellipse (strichliert dargestellt)
der anisotropen Schicht bzw. des anisotropen Aufzuges 01, hier mit den Hauptachsen
1/E1 und 1/E2 (entspricht einer Dehnung) dargestellt, wobei E1 und E2 die Elastizitätsmoduli
entlang der auf das Elastizitätsmodul bezogenen Hauptachsen E1; E2 darstellen. Die
Hauptsachse E1 ist um den Neigungswinkel α gegen die Umfangsrichtung geneigt.
[0028] Für eine Komponente einer Dehnung ε des Aufzuges 01 bzw. der Aufzugschicht in axialer
Richtung ε
a gilt dann:



wobei ε
1 ; ε
2 die Dehnungen entlang der auf die Dehnung bezogen Hauptachsen der Anisotropie darstellen.
[0029] Eine Komponente der Dehnung in axialer Richtung ε
a tritt somit auf, wenn E1 ≠ E2 (mechanische Anisotropie) und α ≠ 0° undα ≠ 90° (bzw.α
≠ 180°,α ≠ 270°) (Neigung). Vorteilhaft ist eine Ausprägung der Anisotropie der Schicht(en)
06, so dass in Summe für die wirksame Schicht 06 bzw. Schichten 06 für die Größe der
Hauptachsen E1; E2 gilt: Elastizitätsmodul entlang der größeren Hauptachse E1 ≥ 2-fache,
insbesondere 5-fache oder gar 1 0-fache des Elastizitätsmoduls entlang der kleineren
Hauptachse E2, d. h. 1/E2 ≥ 2 * 1/E1, insbesondere 1/E2 ≥ 5 * 1/E1 oder gar 1/E2 ≥
10 * 1/E1. Eine weitere Art der Charakteristik ist, insbesondere für den Fall dass
der Aufzug 02 eine dimensionsstabile Trägerplatte 11 aufweist, das anisotrope Summenverhalten
an der druckenden Oberfläche festzumachen. Der dort eintretende Effekt kann aufgrund
des Verbundes bedeutend geringer als derjenige der verursachenden Schicht 06 ausfallen:
Ein anisotroper Gesamteffekt kann dann an der Oberfläche beispielsweise ersatzweise
als effektive Elastizitätsmoduli E1' bzw. E2' im Bereich der Oberfläche angegeben
sein, wobei dann noch zumindest gelten sollte 1/E2' ≥ 1,1 * 1/E1', besser 1/E2' ≥
1,5 * 1/E1'.
[0030] Im Ausführungsbeispiel eines bzgl. des Elastizitätsmoduls E anisotropen Aufzuges
01 ist dieser (bzw. ist die wirksame Schicht 06 bzw. sind die wirksamen Schichten
06) dergestalt gegenüber der Längs- bzw. Umfangsrichtung des Aufzuges 01 geneigt,
dass 1 °≥ α≥ 60°, insbesondere 3°≥ α≥ 45°, gilt, d. h. dass die kleinere Hauptachse
E2 um 1° bis 60°, insbesondere um 3° bis 45° geneigt zur Längs bzw. Umfangsrichtung
T des Aufzuges 01 verläuft. Sie ist in Transportrichtung T (bzw. Drehrichtung des
Zylinders) betrachtet auf der rechten Zylinderseite um diesen Winkel α nach rechts
und auf der linken Zylinderseite zur anderen Seite hin, insbesondere um den selben
Winkel α, nach links (also im Urzeigersinn betrachtet um -α) geneigt.
[0031] Wesentlich beim Einsatz der Aufzüge 01 bzw. des Aufzuges 01 zur Verminderung von
Faltenbildung ist nun, dass in Längsrichtung zum Zylinder 02 auf dessen Oberfläche
zwei Abschnitte A vorliegen, welche jeweils an ihrer Oberfläche bzgl. ihres Dehnungsverhaltens
Anisotropie in der Aufzugebene zeigen und deren Anisotropie entgegengesetzt - insbesondere
entgegengesetzt gleich groß - geneigt zur Umfangsrichtung des Zylinders 02 verläuft.
[0032] Sind mehrere Aufzüge 01 auf einem Zylinder 02 in axialer Richtung nebeneinander angeordnet,
so sind diese jeweils symmetrisch zum Zylindermittelschnitt mit entgegengesetzter
Neigung auszuführen. Fig. 4 a) zeigt dies an zwei, Fig. 4 b) an vier Aufzügen 01 schematisch
durch Andeutung der bezogen auf die Dehnung größeren Hauptachsen in der Anisotropie
mit Schraffuren. Die auf einer Hälfte nebeneinander angeordneten Aufzüge 01 der selben
grundsätzlichen Neigungsrichtung α (links bzw. rechts) können voneinander leicht abweichende
Neigungswinkel α aufweisen um das axiale Förderverhalten bei Bedarf noch feiner abstimmen
zu können.
[0033] Das für mehrere nebeneinander liegende Aufzüge 01 dargelegte ist auf auf Abschnitte
eines über die gesamte Länge durchgehenden lösbaren Aufzuges 01 oder einer Hülse (Sleeve)
anzuwenden (z. B. Fig. 4 c) für zwei gedachte Abschnitte).
[0034] Ein derartiger Aufzug 01 ist nun in der Weise herstellbar, dass nach o.g. Walzen
die endlichen, rechteckförmigen Aufzugabschnitte aus der Rohbahn unter dem entsprechenden
o. g. Neigungswinkel a (bzgl. des Elastizitätsmoduls E kleineren) Hauptachse E2 herausgeschnitten
werden oder aber durch Einbringen eines anisotropen Materials, insbesondere eines
Gewebes, bei der Herstellung der Rohbahn unter einem o. g. Neigungswinkel α der (bzgl.
des Elastizitätsmoduls E kleineren) Hauptachse E2 gegenüber der späteren Abrollrichtung
des fertigen Aufzuges 01 bzw. seitlichen Schnittkante. Anstatt eines Gewebes kann
auch eine die o. g. anisotrope Eigenschaft aufweisende Verstärkungsschicht wie Textilschicht,
Hartelastomere oder eine nicht gewebte, z. B. folienartige, Schicht aus kontinuierlichen
oder diskontinuierlichen Fasern in der genannten Weise im Aufzug 01 eingearbeitet
sein. Insbesondere können dies auch in radialer Richtung betrachtet mehrere dieser
Schichten sein, welche in Summe (resultierend) die o. g. Anisotropie besitzen.
[0035] Bei der Herstellung von Hüllen sind die beiden o. g. Verfahrensweise - Neigung der
Walzrichtung und geneigte Einbringung anisotropen Materials - auf Längsabschnitte
einer Hülse zu übertragen.
[0036] Die Anisotropie in den Eigenschaften des Materials bzw. der Schicht 04 eines selben
Aufzuges 01 oder eines Abschnittes ist nicht gleichzusetzen mit in axialer Richtung
des Zylinders 02 variierenden Stoffeigenschaften. Die variierenden Stoffeigenschaften
stellen einen Gradienten in dieser Eigenschaften dar, während die genannte Anisotropie
ein Charakterisierung einer Eigenschaft darstellt. Die makroskopischen Abschnitte
der axial variierenden Stoffeigenschaften müssen dann in diesem jeweiligen Axialabschnitt
keinen oben beschriebenen Neigungswinkel α zur Längs- bzw. Umfangsrichtung aufweisen,
sondern können für sich betrachtet isotrop oder mit zur Umfangsrichtung paralleler
bzw. senkrechter Haupachse ausgebildet sein. Eine Aussage über Anisotopie ist hierbei
nicht getroffen. Für jedes infinitesimal für sich betrachtetes Flächenelement liegt
Isotropes Materialverhalten (in der betrachteten Ebene) oder zumindest Symmetrie bzgl.
der Umfangsrichtung vor. Im Gegensatz hierzu liegt beim erfindungsgemäßen Aufzug 01
vorzugsweise auf der gesamten Breite des definiert geneigten Abschnittes A bzw. der
gesamten Aufzugbreite b01 in jedem infinitesimalen Flächenstück die dargelegte Anisotropie
und Neigung ungleich 0° und ungleich 90° grad vor.
Bezugszeichenliste
[0037]
- 01
- Aufzug
- 02
- Zylinder, Übertragungszylinder
- 03
- Nipp
- 04
- Bahn
- 05
- -
- 06
- anisotrope Schicht
- 07
- (radial) elastische Schicht
- 08
- dimensionsstabile Schicht, Trägerschicht
- α
- Neigung, Neigungswinkel
- εa
- Dehnung in axialer Richtung
- σu
- Tangentialkraft bzw. -spannung
- E1
- Hauptachse, Elastizitätsmodul
- E2
- Hauptachse, Elastizitätsmodul
- Fr
- Radialkraft
- M
- Zylindermittelschnitt
- 1/E1
- Hauptachse
- 1/E2
- Hauptachse
1. Aufzug (01) für einen Rotationskörper (02) einer bahnver- bzw. bearbeitenden Maschine,
dadurch gekennzeichnet, dass der Aufzug (01) zumindest auf einem Abschnitt (A) Anisotropie in einer mechanischen
Eigenschaft in einer Ebene parallel zur Aufzugoberfläche in der Weise aufweist, dass
ein anisotropes Spannungs-Dehnungsverhalten des Aufzuggefüges an dessen Oberfläche
verursacht wird, und dass eine Hauptachse (E1; E2; 1/E1; 1/E2) der zumindest an der
Oberfläche resultierenden Anisotropie zu einer Seitenkante des Aufzuges (01) um einen
Winkel (α) ungleich 0° und ungleich 90° geneigt ist.
2. Aufzug (01) für einen Rotationskörper (02) einer bahnver- bzw. bearbeitenden Maschine,
wobei der Aufzug (01) in seiner Breite nebeneinander zumindest zwei streifenförmige
Abschnitte (A) aufweist, welche in einer Ebene parallel zur Aufzugoberfläche jeweils
eine Anisotropie in einer das Spannungs-Dehnungsverhalten beeinflussenden mechanischen
Größe in der Weise aufweisen, dass jeweils eine Hauptachse (E1; E2; 1/E1; 1/E2) der
Anisotropie relativ zu einer Seitenkante des Aufzuges (01) um einen Winkel (α) ungleich
0° und ungleich 90° geneigt ist, und dass die Neigung relativ zur Verlaufsrichtung
der streifenförmigen Abschnitte (A) des Aufzuges (01) betrachtet unterschiedlich ist.
3. Aufzug (01) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufzuggefüge wenigstens eine das anisotrope Dehnungsverhalten an der Oberfläche
verursachende, in der Aufzugebene mechanisch anisotrope Schicht (06) aufweist, deren
Hauptachsen der Anisotropie um einen Winkel α, mit α ≠ 0° und α ≠ 90° zur Seitenkante
des Aufzuges (01) geneigt sind.
4. Aufzug nach Anspruch 01, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufzug (01) mehrere mechanisch bezüglich der Aufzugebene anisotrope Schichten
(06) aufweist, welche gemeinsam im Gesamtgefüge des Aufzuges (01) die resultierende
Anisotropie an der Oberfläche verursachen.
5. Aufzug (01) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die bezüglich einer resultierenden Dehnung größere Hauptachse (1/E2) mit einer als
Längskante ausgebildeten Seitenkante des Aufzuges (01) einen Winkel von 1° ≥ α ≥ 60°,
insbesondere 3°≥ α≥ 45°, bildet.
6. Aufzug (01) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass er auf einem Rotationskörper (02) einer bahnbe- oder -verarbeitenden Maschine angeordnet
ist.
7. Aufzug (01) nach Anspruch 6 und einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenkante des Aufzuges in Umfangsrichtung des Rotationskörpers (02) verläuft.
8. Aufzug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotationskörper (02) als mit einem Bedruckstoff (04) zusammen wirkender Zylinder
(02) einer Druckmaschine ausgebildet ist.
9. Aufzug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Abschnitt einen definierten Neigungswinkel (α) besitzt.
10. Aufzug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass Anisotopie im Elastizitätsmodul E besteht und die Elastizitätsmoduli entlang der
Hauptachsen (E1; E2) ungleich groß sind, d. h. E1 ≠ E2 gilt.
11. Aufzug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufzug (01) eine anisotrope Schicht (06) in Form einer anisotropen Gewebelage
aufweist.
12. Aufzug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufzug (01) eine anisotrope Schicht (06) in Form einer längsgestreckte Fasern
oder Fäden beinhaltende Kunststoffschicht mit einer Vorzugsrichtung für die Lage der
Fasern aufweist.
13. Aufzug nach Anspruch 3, 4, 11, oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht (06) gegenüber einer druckenden Deckschicht (07) vorverstreckt im Aufzug
(01) eingebracht ist.
14. Aufzug nach Anspruch 3, 4, 11, oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht (06) dicht unter einer druckenden Deckschicht (07) angeordnet ist.
15. Aufzug nach Anspruch 3, 4, 11, oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass eine anisotrop wirksame Schicht (06) zwischen einer in Richtung senkrecht zur Aufzugebene
kompressiblen Schicht (08) und einer Deckschicht (07) angeordnet ist.
16. Aufzug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufzug (01) Abschnitte (A) unterschiedlich stark geneigter, jedoch relativ zur
Verlaufsrichtung der streifenförmigen Abschnitte (A) in den selben Winkelquadranten
weisende Anisotropie aufweist.
17. Aufzug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufzug (01) spiegelsymmetrisch Abschnitte (A) umgekehrt geneigter Anisotropie
aufweist.
18. Aufzug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufzug (01) spiegelsymmetrisch zu einer zur Verlaufsrichtung der streifenförmigen
Abschnitte (A) Mittelachse Abschnitte (A) gleich starker, jedoch umgekehrt geneigter
Anisotropie aufweist.
19. Aufzug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufzug (01) als in Umfangsrichtung endlose Gummituchhülse ausgebildet ist.
20. Aufzug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufzug (01) als endliches Gummituch, insbesondere als ein eine dimensionsstabile
Trägerplatte aufweisendes Metalldrucktuch, ausgebildet ist.
21. Aufzug nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein Elastizitätsmodul einer die Anisotropie an der Oberfläche verursachenden Schicht
(06) entlang der größeren Hauptachse (E1) dem doppelten, insbesondere dem fünffachen
des Elastizitätsmoduls entlang der kleineren Hauptachse (E2) entspricht.
22. Aufzug nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein effektiv an der Oberfläche resultierendes Elastizitätsmodul entlang der größeren
Hauptachse (E1') dem 1,1 -fachen, insbesondere dem 1,5-fachen des Elastizitätsmoduls
entlang der kleineren Hauptachse (E2') entspricht.
23. Satz von zwei Aufzügen (01) oder Abschnitten gemäß Anspruch 1 oder 2 mit spiegelsymmetrisch
zueinander geneigter Anisotropie, angeordnet auf einer linken und einer rechten Ballenhälfte
eines Zylinders (02).
24. Satz von 2*n Aufzügen (01) oder Abschnitten gemäß Anspruch 1 mit paarweise spiegelsymmetrisch
zueinander geneigter Anisotropie, welche paarweise entsprechend spiegelsymmetrisch
zum Zylindermittelschnitt (M) auf dem Ballen eines Zylinders (02) angeordnet sind,
mit n∈ IN.
25. Satz von 2*n+1 Aufzügen oder Abschnitten auf dem Ballen eines Zylinders (02) mit paarweise spiegelsymmetrisch
geneigter Anisotropie gemäß Anspruch 1 und einem mittleren Aufzug (01) oder Abschnitt
ohne Anisotropie oder einer Anisotropie mit Neigungswinkel α = 0° oderα = 90°, mit
n∈ IN
26. Satz von Aufzügen nach Anspruch 23, 24 oder 25, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufzüge (01) in der Art eines oder mehrerer der Ansprüche 3 bis 22 ausgebildet
sind.
27. Verfahren zur Herstellung eines Aufzuges (01) für einen Zylinder (02) einer Druckmaschine
mit mindestens einer Deckschicht und einer Schicht (06), wobei die Schicht (06) als
Bahn zunächst vorverstreckt und/oder unter hohem Druck bei erhöhter Temperatur gewalzt
wird, dadurch gekennzeichnet, dass Schicht (06) in der Weise orientiert mit der Deckschicht verbunden wird, dass eine
Längskante des fertiggestellten Aufzuges (02) einen Neigungswinkel (α) ungleich 0°
und ungleich 90° zur Walzrichtung der Schicht (06) und/oder zur Richtung des vorausgehenden
Vorstreckens zu liegen kommt.
28. Verfahren zur Herstellung eines Aufzuges (01) für einen Zylinder (02) einer Druckmaschine
mit mindestens einer Deckschicht und einer Schicht (06), wobei die Schicht (06) als
Bahn zunächst vorverstreckt und unter hohem Druck bei erhöhter Temperatur gewalzt
wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht (06) mit der Deckschicht verbunden wird, und der so entstandene Verbund
anschließend in der Weise geschnitten wird, dass eine Längskante des geschnittenen
und fertiggestellten Aufzuges (02) einen Neigungswinkel (α) ungleich 0° und ungleich
90° zur Walzrichtung der Schicht (06) und/oder zur Richtung des Vorstreckens zu liegen
kommt.
29. Verfahren zur Herstellung eines Aufzuges (01) für einen Zylinder (02) einer Druckmaschine
mit mindestens einer Deckschicht und wenigstens einer Schicht (06), wobei die mindestens
eine Schicht (06) als Gewebe mit in Bezug auf ein Spannungs-Dehnungsverhalten in der
Schichtebene anisotropem ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass Schicht (06) oder im Fall von mehreren Schichten (06) diese in der Weise orientiert
mit der Deckschicht verbunden wird bzw. werden, dass eine Längskante des fertiggestellten
Aufzuges (02) einen Neigungswinkel (α) ungleich 0° und ungleich 90° zur Hauptachse
(E1; E2; 1/E1; 1/E2) in der Anisotropie der Schicht (06) bzw. der Summe der Schichten
(06) zu liegen kommt.
30. Verfahren nach Anspruch 27 oder 28, dadurch gekennzeichnet, dass als Schicht (06) eine Gewebelage verwendet wird.