(19)
(11) EP 1 522 513 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.04.2005  Patentblatt  2005/15

(21) Anmeldenummer: 04400027.1

(22) Anmeldetag:  19.05.2004
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B65H 5/24, B65H 5/22
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL HR LT LV MK

(30) Priorität: 06.10.2003 DE 10347164
08.10.2003 DE 10347171

(71) Anmelder: Bahmüller Maschinenbau Präzisionswerkzeuge GmbH
D-73655 Plüderhausen (DE)

(72) Erfinder:
  • Furthmüller, Stefan
    73642 Welzheim-Breitenfürst (DE)
  • Fezer, Bruno
    73614 Schorndorf (DE)

(74) Vertreter: Dreiss, Fuhlendorf, Steimle & Becker 
Patentanwälte, Postfach 10 37 62
70032 Stuttgart
70032 Stuttgart (DE)

   


(54) Vorrichtung zum Vereinzeln von aufgeschuppten, flachen Produkten


(57) Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Vereinzeln von aufgeschuppten, flachen Produkten (16), insbesondere von Faltschachteln (18), mit einem Zuführband (8), auf welchem die Produkte (16) in Form eines Schuppenstroms (14) aufliegen und mit einer Transportgeschwindigkeit (VZ) transportiert werden, wobei dem Zuführband (8) ein Abzugsband (22) nachgeschaltet ist, welches eine höhere Transportgeschwindigkeit aufweist als die Transportgeschwindigkeit des Zuführbandes, wobei das Abzugsband (22) als Vakuumband ausgebildet ist, beziehungsweise ein Vakuumband aufweist und dass für nachfolgende flache Produkte eine Rückhaltevorrichtung vorgesehen ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Vereinzeln von aufgeschuppten, flachen Produkten, insbesondere von Faltschachteln, mit einem Zuführband, auf welchem die Produkte in Form eines Schuppenstromes aufliegen und mit einer ersten Transportgeschwindigkeit VZ transportiert werden, wobei dem Zuführband ein Abzugsband nachgeschaltet ist, welches eine höhere Transportgeschwindigkeit VA aufweist, als die erste Transportgeschwindigkeit VZ des Zuführbandes.

[0002] Insbesondere bei der Herstellung von Faltschachteln werden Maschinen verwendet, mit denen die Faltschachtelzuschnitte zusammengelegt und geheftet, verleimt, mit einem Klebeband versehen (tapen) oder auf andere Weise miteinander verbunden werden. Die noch flachen, das heißt noch nicht aufgerichteten Faltschachteln werden einer Paketierungsvorrichtung zugeführt, in welcher sie zu Paketen oder Teilpaketen aufeinander gestapelt werden. Zuvor müssen sie jedoch vereinzelt und gezählt werden, wofür eine Vereinzelungsvorrichtung vorgesehen ist.

[0003] In dieser Vereinzelungsvorrichtung wird der Schuppenstrom, in welchem die einzelnen Faltschachteln sich größtenteils überlappen, derart aufgelöst, dass die Faltschachteln zwar mit höherer Geschwindigkeit aber mit geringem Abstand zueinander hintereinander in die Paketierungsvorrichtung transportiert werden. Dies ist in der Regel problemlos möglich, wenn die Faltschachteln regelmäßig geformt sind, das heißt einen rechteckförmigen Querschnitt aufweisen, und eine im Wesentlichen gleichbleibenden Dicke besitzen.

[0004] Soll jedoch ein Schuppenstrom aus Faltschachteln vereinzelt werden, die entweder eine von der Rechteckform abweichende Kontur besitzen oder über ihre Fläche unterschiedlich dick sind, dann können maschinelle Einrichtungen nicht verwendet werden, da diese Faltschachteln aufgrund ihrer Inhomogenität innerhalb der Maschine verkanten und Störungen verursachen. Der Schuppenstrom wir daher manuell aufgelöst, indem die gewünschte Anzahl von Faltschachteln abgezählt und zu einem Teilpaket in eine entsprechende Aufnahme in der Paketierungsvorrichtung abgelegt werden. Dies ist nicht nur zeit- sondern auch extrem personalintensiv, da derartige manuelle Tätigkeiten nur bis zu einer bestimmten Geschwindigkeit durchgeführt werden können.

[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Vereinzeln von aufgeschuppten, flachen Produkten bereitzustellen, mit der nicht nur homogene, das heißt im Wesentlichen rechteckförmige, flache Produkte, insbesondere Faltschachteln, vereinzelt werden können, sondern auch Faltschachteln, die einen von der Rechteckform abweichenden Querschnitt besitzen und/oder die eine unterschiedliche Dicken aufweisen.

[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einer Vorrichtung der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass das Abzugsband als Vakuumband ausgebildet ist beziehungsweise ein Vakuumband aufweist und dass für nachfolgende flache Produkte eine Rückhaltevorrichtung vorgesehen ist.

[0007] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung erfolgt der Abtransport der vordersten Faltschachtel vom Zuführband dadurch, dass die Faltschachtel vom Abzugsband durch Vakuum festgehalten wird. Es wirken also nicht nur die durch die Schwerkraft erzeugten Reibungskräfte, sondern diese werden durch das Ansaugen der Faltschachtel an das Vakuumband wesentlich erhöht. Die durch Vakuum festgehaltene Faltschachtel kann somit sicher vom Vakuumband und aus dem Schuppenstrom, in dem es durch nachfolgende Faltschachteln festgehalten beziehungsweise zurückgehalten wird, abtransportiert werden. Dabei ist das Abzugsband selbst als Vakuumband ausgebildet, oder es kann zusätzlich ein Vakuumband vorgesehen werden, mit dem die vorderste Faltschachtel abgezogen wird. Um dafür zu sorgen, dass lediglich die vorderste Faltschachtel abgezogen wird, wird die nachfolgende Faltschachtel mit einer Rückhaltevorrichtung zurückgehalten.

[0008] Das Ansaugen der Faltschachtel an das Vakuumband erfolgt erfindungsgemäß dadurch, dass das Vakuumband in dessen Längsrichtung Durchbrüche aufweist und unterhalb zumindest eines Durchbruchs, insbesondere mehrerer Durchbrüche, ein Vakuumkasten angeordnet ist, mit dem durch den Durchbruch beziehungsweise durch die Durchbrüche hindurch Luft angesaugt wird. Durch das Ansaugen der Luft wird die Faltschachtel an das Vakuumband angesaugt, wodurch die Reibungskräfte derart erhöht werden, dass die Faltschachtel sicher und schlupffrei mitgenommen wird. Dadurch wird verhindert, dass sich die Faltschachtel innerhalb der Maschine dreht oder verkantet.

[0009] Die Größe der Durchbrüche ist so bemessen, dass die erforderliche Haltekraft auf die Faltschachtel ausgeübt wird. Zur Erhöhung der Haltekraft können auch eine entsprechend große Anzahl an Durchbrüchen vorgesehen sein. Um die Faltschachtel möglichst schnell und sicher aus dem Schuppenstrom abziehen zu können, ist der Vakuumkasten in unmittelbarer Nähe des Einlaufs auf das Vakuumband angeordnet. Verlässt die vorderste Faltschachtel das Zuführband und tritt in den Bereich des Einlaufs des Vakuumbandes ein, dann wird die Faltschachtel in ihrem vorderen Bereich festgehalten und mit der erhöhten Transportgeschwindigkeit VA abgezogen.

[0010] Ein sicherer Transport ohne Verdrehung der Faltschachtel wird weiterhin dadurch gewährleistet, dass an jeder Längsseite ein Vakuumband vorgesehen ist. Dadurch wird die Faltschachtel an ihren rechten und linken Randbereichen festgehalten und sicher transportiert. Von der Rechteckform abweichende Querschnittsformen spielen daher kein Gefahrenpotential beim Transport der Faltschachtel.

[0011] Bei einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, dass die Position des Vakuumkastens veränderbar ist. Hierdurch kann der Zeitpunkt, wann die durch Unterdruck erzeugte Haltekraft auf die Faltschachtel einwirken soll, exakt eingestellt werden, so dass die Faltschachtel möglichst schlupffrei bezüglich des Abzugbandes transportiert wird.

[0012] Um sowohl große, und dadurch schwere Faltschachteln, als auch kleine Faltschachteln transportieren zu können und um die Abzugseinrichtung an die unterschiedlichen Konturen anpassen zu können, ist die Größe, insbesondere die Länge des Vakuumkastens, in Transportrichtung veränderbar. Besitzt die Faltschachtel eine kurze und eine lange Längsseite, dann kann der Vakuumkasten auf der langen Längsseite größer, das heißt länger ausgebildet sein, als auf der kurzen Längsseite. Dies erfolgt auf einfache Weise dadurch, dass mehr oder weniger Ansaugöffnungen des Vakuumkastens geöffnet beziehungsweise verschlossen werden.

[0013] Zur Erhöhung der Haltekraft ist bei einem Ausführungsbeispiel erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Stärke des Unterdrucks im Vakuumkasten einstellbar ist. Eine Erhöhung kann zum Beispiel bei schweren, insbesondere bei mehrlagigen, aus Wellpappe bestehenden Faltschachteln empfehlenswert sein.

[0014] Um Korrekturen der Lagen der abgezogenen Faltschachteln vornehmen zu können, sind die Vakuumbänder erfindungsgemäß unabhängig voneinander hinsichtlich ihrer Transportgeschwindigkeit VA, der Stärke des Unterdrucks, des Ortes des Unterdrucks und der Größe der Vakuumkästen einzeln einstellbar. Die Position der aus dem Schuppenstrom abgezogenen Faltschachtel kann zum Beispiel mittels Sensoren ermittelt und die Vakuumbänder entsprechend angesteuert werden. Auf diese Weise wird regelnd in den Abtransport der Faltschachteln eingegriffen, so dass mit Sicherheit nicht nur Störungen vermieden, sondern auch sehr hohe Abzugsgeschwindigkeiten erzielt werden können. Dadurch wird die erfindungsgemäße Vereinzelungsvorrichtung äußerst flexibel und kann auch an schnell laufende Faltschachtelherstellungsanlagen, insbesondere als Inline-Vorrichtung, angeschlossen werden.

[0015] Vorzugsweise ist im Bereich des Abzugbandes ein Zähler oder Erfassungssensor für die vereinzelten Produkte vorgesehen. Dieser Zähler, zum Beispiel mit einem optischen Sensor, einem Taster oder dergleichen, erfasst die vereinzelten Produkte und stellt sicher, dass die nachfolgend gebildeten Pakete stets die gleiche Anzahl an Faltschachteln aufweisen.

[0016] Bei einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, dass zwischen dem Zuführband und dem Abzugsband ein Einlaufband vorgesehen ist. Dieses Einlaufband hat die Aufgabe, den Schuppenstrom teilweise aufzulösen, das heißt die Schuppendichte zu verringern und die Geschwindigkeit der einzelnen Produkte zu erhöhen. Außerdem dient das Einlaufband als Puffer zwischen dem Schuppenstrom und dem Abzugsband, so dass ein kurzzeitiger Stillstand des Abzugbandes oder eine Reduzierung der Transportgeschwindigkeit VA des Abzugsbandes, was in der Regel bei einem Abtransport des gebildeten Paketes der Fall ist, nicht zu einem Stillstand beziehungsweise zu einer Beeinflussung des Schuppenstroms führt. Die zweite Transportgeschwindigkeit VE des Einlaufbandes ist also größer als die erste Transportgeschwindigkeit VZ des Zuführbandes und kleiner als die dritte Transportgeschwindigkeit VA des Abzugsbandes. Die Faltschachtel wird also nach der Entnahme aus dem Schuppenstrom sowohl auf dem Einlaufband als auch auf dem Abzugsband beschleunigt.

[0017] Mit Vorzug ist die zweite Transportgeschwindigkeit VE des Einlaufbandes veränderbar. Dadurch kann zum einen der Vereinzelungsgrad gesteuert, zum anderen kann gezielt die Pufferwirkung eingesetzt werden. Außerdem kann durch eine gezielte Ansteuerung des rechten oder linken Einlaufbandes, das heißt des Einlaufbandes auf der rechten oder linken Seite der Faltschachtel deren Ausrichtung in Transportrichtung korrigiert werden.

[0018] Mit Vorzug weist das Einlaufband eine Vakuumrückhaltevorrichtung auf. Bei einem speziellen Ausführungsbeispiel ist es als Vakuumband ausgebildet. Zusätzlich oder alternativ kann auch parallel neben dem Einlaufband ein Vakuumkasten vorgesehen sein. Dieses Vakuumband oder der Vakuumkasten dienen als Rückhaltevorrichtung für noch nicht abgezogene Faltschachteln. Mit dem Vakuumband beziehungsweise dem Vakuumkasten wird die Faltschachtel entweder am Vakuumband festgehalten beziehungsweise über dem Vakuumkasten abgebremst. Dies hat den wesentlichen Vorteil, dass sich die vorderste Faltschachtel, nachdem sie vom Abzugsband ergriffen wurde, dann aus dem sich auf dem Einlaufband befindenden Schachtelverbund löst, wenn die Abzugskraft des Abzugbandes größer ist als die Haltekraft des Einlauf-Vakuumbandes beziehungsweise des Vakuumkastens neben dem Einlaufband. Hierdurch wird verhindert, dass mit der vordersten Faltschachtel die nachfolgende Faltschachtel oder mehrere nachfolgende Faltschachteln mitgenommen werden.

[0019] Um die Rückhaltekraft exakt an die Kontur der Faltschachtel anpassen zu können, ist der Vakuumkasten in Transportrichtung und/oder quer zur Transportrichtung verstellbar angeordnet. Auf diese Weise kann gezielt auf den hinteren Bereich einer jeden Faltschachtel eine Haltekraft ausgeübt werden.

[0020] Auch bei diesem Ausführungsbeispiel ist der Unterdruck des als Vakuumband ausgebildeten Einlaufbandes, beziehungsweise im Vakuumkasten neben dem Einlaufband, einstellbar. Hierdurch kann gezielt die Stärke der Rückhaltekraft eingestellt werden.

[0021] Dabei kann die Vakuumrückhaltevorrichtung an einem unter den Faltschachteln vorgesehenem Einlaufband und/oder an einem über diesen laufenden Einlaufband vorgesehen sein. Dies bedeutet, dass die Faltschachteln sowohl an ihrer Unterseite als auch an ihrer Oberseite gebremst oder sogar festgehalten werden können.

[0022] Bei einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Zuführband ein Trockenband ist. Die auf dem Trockenband sich befindenden Faltschachteln kommen direkt aus einer Trockenstation, in welcher die Faltschachtel verklebt wurde. Es ist jedoch auch denkbar, dass die Faltschachtel aus einer Heftstation oder einer Tape-Station kommt.

[0023] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnung ein besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel im Einzelnen beschrieben ist. Dabei können die in der Zeichnung dargestellten sowie in den Ansprüchen und in der Beschreibung erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Kombination erfindungswesentlich sein.

[0024] In der Zeichnung zeigen:
Figur 1
eine Seitenansicht einer Vereinzelungsvorrichtung; und
Figur 2
eine Draufsicht auf die Vereinzelungsvorrichtung gemäß Figur 1.


[0025] In der Figur 1 ist der Auslauf eines insgesamt mit 8 bezeichneten Zuführbandes, insbesondere eines Trockenbandes 10 erkennbar, auf dessen oberen Trum 12 ein Schuppenstrom 14, gebildet von flachen Produkten 16, insbesondere von Faltschachteln 18, aufliegt. An das Trockenband 10 schließt sich ein insgesamt mit 20 bezeichnetes Einlaufband an, welches in ein Abzugsband 22 übergeht. Auf dem Einlaufband 20 befinden sich ebenfalls Faltschachteln 18, die vom Schuppenstrom 14 abgezogen wurden und teilweise oder vollständig vereinzelt sind. Oberhalb des Einlaufbandes 20 befindet sich ein Niederhalter 24, der sich über einen Teil der Länge des Einlaufbandes 20 erstreckt und die gleiche (zweite) Transportgeschwindigkeit VE aufweist wie das Einlaufband 20.

[0026] Der Niederhalter 24 kann mittig auf den Faltschachteln 18 aufliegen, er kann auch zu einer Längsseite hin verschoben sein. Es können auch mehrere Niederhalter 24 vorgesehen sein. Die Position und die Niederhaltekraft des Niederhalters 24 kann über eine Einstellspindel 26 eingestellt werden. Als Niederhalter 24 eignet sich z.B. eine nach Art einer Kabelschleppkette ausgebildete Gliederkette die den Vorzug aufweist, dass sie in einer Richtung eine Kraft ausüben kann und in die andere Richtung ausweicht. Stauen sich die Faltschachteln 18 auf dem Einlaufband 20, dann kann der Niederhalter 24 nach oben einen Bauch bilden, da er in dieser Richtung flexibel ist. Dadurch werden die sich auftürmenden Faltschachteln 18 sicher gehalten. Nach unten ist er jedoch steif ausgebildet, so dass er nicht unnötig auf den auf dem Einlaufband 20 sich befindenden geschuppten Faltschachteln 18 schleift. Die Gliederkette oder ein Federstahlband können über ihre Länge mit Gewichten beschwert sein, so dass sie nur an gewünschten Positionen ausweichen. Alternativ könnte eine Niederhaltung auch durch ein angetriebenes oder nicht angetriebenes Band erfolgen, das z.B. auch angepressten Rollen aufweisen kann.

[0027] Im Einzelnen wird das Tröckenband 10 von einem oder mehreren mit der ersten Transportgeschwindigkeit VZ umlaufenden Bändern 28 gebildet. Diese führen die einzelnen Faltschachteln 18, die im Schuppenstrom 14 angeordnet sind, von einer (nicht dargestellten) Trockenstation (oder einer Heftstation, Tape-Station oder dergleichen) zum Auslauf 30 des Trockenbandes 10.

[0028] Dort befindet sich eine Umlenkrolle 32, an welcher der Schuppenstrom 14 vom oberen Trum 12 abhebt, und auf das Einlaufband 20 übergeben wird. Da die zweite Transportgeschwindigkeit VE des Einlaufbandes 20 größer ist als die erste Transportgeschwindigkeit VZ des Trockenbandes 10 wird der Schuppenstrom 14 auseinandergezogen oder die Faltschachteln 18 werden sogar vereinzelt.

[0029] Das Einlaufband 20 besitzt zwei Bänder 34 und 36 (siehe Figur 2), die sich im Wesentlichen entlang der Seitenkanten 38 und 40 der Faltschachtel 18 erstrecken. Der Antrieb der Bänder 34 und 36 erfolgt über Getriebemotoren 42, wobei jedem Band 34 und 36 ein eigener Getriebemotor 42 zugeordnet ist. Auf diese Weise kann die Geschwindigkeit eines jeden Bandes 34 und 36 separat eingestellt werden, wodurch die Lage der Faltschachteln 18 auf den Bändern 34 und 36 korrigiert werden kann.

[0030] Am Ende des Einlaufbandes 20 befindet sich der Einlauf 44 des Abzugsbandes 22, welches zwei Bänder 46 und 48 aufweist, die mit der dritten Transportgeschwindigkeit VA umlaufen. Oberhalb des Abzugsbandes 22 befindet sich ebenfalls ein insgesamt mit 50 bezeichneter Niederhalter, der mit gleicher Geschwindigkeit umläuft.

[0031] Aus der Figur 2 sind zwei Faltschachteln 18 und 18' deutlich erkennbar, die sich teilweise überlappend auf den beiden Bändern 34 und 36 des Einlaufbandes 20 aufliegen. Im Bereich des hinteren Endes der rechten Faltschachtel 18' befinden sich unterhalb der Faltschachtel 18' zwei Vakuumkästen 52 und 54, die jeweils eine nach oben gerichtete Öffnung 56 aufweisen, und auf denen die Faltschachtel 18' aufliegt. Wird an diesen Vakuumkästen 52 und 54 ein Unterdruck angelegt, dann saugen diese die Faltschachteln 18' an und halten diese fest beziehungsweise bremsen deren zweite Transportgeschwindigkeit VE. Das vordere Ende der hinteren Faltschachtel 18' befindet sich dabei in unmittelbarer Nähe des Einlaufs 14 zum Abzugsband 22.

[0032] Wenn das vordere Ende der vordersten Faltschachtel 18 mit den Bändern 46 und 48 des Abzugsbandes 22 in Kontakt kommt, werden Abzugskräfte von diesen Bändern 46 und 48 auf diese vorderste Faltschachtel 18 übertragen. Um diese Abzugskräfte zu erhöhen, sind die Bänder 46 und 48 als Vakuumbänder 58 und 60 ausgebildet und besitzen Durchbrüche 62, die mit Vakuumkästen 64 und 66 kommunizieren. Auch die Vakuumkästen 64 und 66 weisen Durchbrüche 68 auf, die mit den Durchbrüchen 62 der Vakuumbänder 58 und 60 kommunizieren. Auf diese Weise kann jeweils der vordere Bereich der vordersten Faltschachtel 18 von den Vakuumbändern 58 und 60 angesaugt werden, wodurch die Reibungskraft und dadurch die Abzugskraft erhöht wird.

[0033] Übersteigt diese Abzugskraft die Haltekraft, mit der diese Faltschachtel 18 von den Vakuumkästen 52 und 54 zurückgehalten wird, dann wird sie mit der dritten Transportgeschwindigkeit VA abgezogen und nach links abtransportiert. Die nachfolgende Faltschachtel 18' wird von den Vakuumkästen 52 und 54 angesaugt und derart zurückgehalten, dass sie lediglich mit der zweiten Transportgeschwindigkeit VE des Einlaufbandes 20 bewegt wird. Auf diese Weise werden die einzelnen Faltschachteln 18 und 18' sicher vereinzelt.

[0034] Zum Zählen der vereinzelten Faltschachteln 18 ist ein Sensor 70 vorgesehen, der jeweils die vorauseilende Kante einer jeder Faltschachtel 18 erfasst und ein Signal an eine Zählvorrichtung abgibt.

[0035] Zur optimalen Positionierung und gegebenenfalls auch zur Korrektur der Positionierung der Faltschachteln 18 auf den Bändern 46 und 48 sind diese über jeweils einen Getriebemotor 72 angetrieben. Schrägstellungen der Faltschachteln 18 können dadurch ausgeglichen werden. Auch die Bänder des Niederhalters 50 sind über jeweils einen Getriebemotor 74 angetrieben und sind einzeln ansteuerbar. Dies trifft auch für die Bänder des Niederhalters 24 zu, falls der Niederhalter 24 angetriebene Bänder aufweist, die jeweils über einen Getriebemotor 76 einzeln ansteuerbar sind.

[0036] Bei einer Variante treibt der Getriebemotor 76 eine Rolle, eine Walze oder einen Riemen an, der im Vorlauf und Rücklauf drehbar ist. Die Rolle oder dergleichen kann aus den unterschiedlichsten Materialien bestehen, z.B. aus Stahl, aus Kunststoff, insbesondere aus Gummi oder sie kann eine Bürste sein. Dabei ist die Härte des Materials oder der Bürste frei an den Werkstoff oder die Kontur der Faltschachteln 18 anpassbar. Durch eine zur Transportgeschwindigkeit der Faltschachteln 18 bei Bedarf unterschiedliche Geschwindigkeit der Rolle kann eine jede Faltschachtel 18 präzise auf dem Transportband 20 geführt werden. Wird die Rolle im Rücklauf betrieben, dann können die geschuppten Faltschachteln 18 gezielt vor dem Einlauf auf das Abzugsband 22 auseinandergezogen werden.

[0037] Der Abstand der Durchbrüche 62 der Vakuumbänder 58 und 60 ist so gewählt, dass eine möglichst große Überlappung mit den Durchbrüchen 68 der Vakuumkästen 64 und 66 vorherrscht. Dabei kann sowohl der Unterdruck in den Vakuumkästen 64 und 66 als auch in den Vakuumkästen 52 und 54 variiert werden, um dadurch die Niederhalte- bzw. Reibungskraft auf gewünschte Werte einstellen zu können. Auch die Position der Vakuumkästen 52, 54, 64 und 66 ist einstellbar, um die Anlage an die verschiedenen Formate der Faltschachteln 18 anpassen zu können.


Ansprüche

1. Vorrichtung zum Vereinzeln von aufgeschuppten, flachen Produkten (16), insbesondere von Faltschachteln (18), mit einem Zuführband (8), auf welchem die Produkte (16) in Form eines Schuppenstroms (14) aufliegen und mit einer ersten Transportgeschwindigkeit VZ transportiert werden, wobei dem Zuführband (8) ein Abzugsband (22) nachgeschaltet ist, welches eine höhere, dritte Transportgeschwindigkeit VA aufweist, als die erste Transportgeschwindigkeit vz des Zuführbandes (8), dadurch gekennzeichnet, dass das Abzugsband (22) als Vakuumband (58, 60) ausgebildet ist, beziehungsweise ein Vakuumband (58, 60) aufweist und dass für nachfolgende flache Produkte (16) eine Rückhaltevorrichtung vorgesehen ist.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Vakuumband (58, 60) in dessen Längsrichtung Durchbrüche (62) aufweist und unterhalb zumindest eines Durchbruchs (62), insbesondere mehrerer Durchbrüche (62), ein Vakuumkasten (64, 66) angeordnet ist, mit dem durch den Durchbruch beziehungsweise die Durchbrüche (62) hindurch Luft angesaugt wird.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Vakuumkasten (64, 66) in unmittelbarer Nähe des Einlaufs auf das Vakuumband (58, 60) angeordnet ist.
 
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Position des Vakuumkastens (64, 66) veränderbar ist.
 
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Größe, insbesondere Länge des Vakuumkastens (64, 66) in Transportrichtung veränderbar ist.
 
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Stärke des Unterdrucks im Vakuumkasten (64, 66) einstellbar ist.
 
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an jeder Längsseite eines Produktes (16) ein Vakuumband (58, 60) vorgesehen ist.
 
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Vakuumbänder (58 und 60) unabhängig voneinander hinsichtlich der dritten Transportgeschwindigkeit VA, der Stärke des Unterdrucks und/oder des Ortes des Unterdrucks einstellbar sind.
 
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des Abzugsbandes (22) ein Zähler oder ein Sensor (70) für die vereinzelten Produkte (16) vorgesehen ist.
 
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Zuführband und dem Abzugsband (22) ein Einlaufband (20) vorgesehen ist.
 
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Transportgeschwindigkeit VE des Einlaufbandes (20) größer ist als die erste Transportgeschwindigkeit VZ des Zuführbandes.
 
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die dritte Transportgeschwindigkeit VA des Abzugsbandes (22) größer ist als die zweite Transportgeschwindigkeit VE des Einlaufbandes (20).
 
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Transportgeschwindigkeit VE des Einlaufbandes (20) veränderbar ist.
 
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Einlaufband (20) eine Vakuumrückhaltevorrichtung aufweist, insbesondere als Vakuumband ausgebildet ist.
 
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass parallel neben und/oder unter dem Einlaufband (20) ein Vakuumkasten (52, 54) vorgesehen ist.
 
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Vakuumkasten (52, 54) in Transportrichtung und/oder quer zur Transportrichtung verstellbar angeordnet ist.
 
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Unterdruck einstellbar ist.
 
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Vakuumrückhaltevorrichtung sich oberhalb oder unterhalb der flachen Produkte befindet.
 
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Einlaufband (20) eine als Rolle, Walze oder als Riemen ausgebildete Rückhaltevorrichtung aufweist, die insbesondere mir unterschiedlicher Geschwindigkeit antreibbar ist.
 
20. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zuführband (8) ein Trockenband (10) ist.
 




Zeichnung