[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Vereinzeln von aufgeschuppten, flachen
Produkten, insbesondere von Faltschachteln, mit einem Zuführband, auf welchem die
Produkte in Form eines Schuppenstromes aufliegen und mit einer ersten Transportgeschwindigkeit
V
Z transportiert werden, wobei dem Zuführband ein Abzugsband nachgeschaltet ist, welches
eine höhere Transportgeschwindigkeit V
A aufweist, als die erste Transportgeschwindigkeit V
Z des Zuführbandes.
[0002] Insbesondere bei der Herstellung von Faltschachteln werden Maschinen verwendet, mit
denen die Faltschachtelzuschnitte zusammengelegt und geheftet, verleimt, mit einem
Klebeband versehen (tapen) oder auf andere Weise miteinander verbunden werden. Die
noch flachen, das heißt noch nicht aufgerichteten Faltschachteln werden einer Paketierungsvorrichtung
zugeführt, in welcher sie zu Paketen oder Teilpaketen aufeinander gestapelt werden.
Zuvor müssen sie jedoch vereinzelt und gezählt werden, wofür eine Vereinzelungsvorrichtung
vorgesehen ist.
[0003] In dieser Vereinzelungsvorrichtung wird der Schuppenstrom, in welchem die einzelnen
Faltschachteln sich größtenteils überlappen, derart aufgelöst, dass die Faltschachteln
zwar mit höherer Geschwindigkeit aber mit geringem Abstand zueinander hintereinander
in die Paketierungsvorrichtung transportiert werden. Dies ist in der Regel problemlos
möglich, wenn die Faltschachteln regelmäßig geformt sind, das heißt einen rechteckförmigen
Querschnitt aufweisen, und eine im Wesentlichen gleichbleibenden Dicke besitzen.
[0004] Soll jedoch ein Schuppenstrom aus Faltschachteln vereinzelt werden, die entweder
eine von der Rechteckform abweichende Kontur besitzen oder über ihre Fläche unterschiedlich
dick sind, dann können maschinelle Einrichtungen nicht verwendet werden, da diese
Faltschachteln aufgrund ihrer Inhomogenität innerhalb der Maschine verkanten und Störungen
verursachen. Der Schuppenstrom wir daher manuell aufgelöst, indem die gewünschte Anzahl
von Faltschachteln abgezählt und zu einem Teilpaket in eine entsprechende Aufnahme
in der Paketierungsvorrichtung abgelegt werden. Dies ist nicht nur zeit- sondern auch
extrem personalintensiv, da derartige manuelle Tätigkeiten nur bis zu einer bestimmten
Geschwindigkeit durchgeführt werden können.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Vereinzeln von
aufgeschuppten, flachen Produkten bereitzustellen, mit der nicht nur homogene, das
heißt im Wesentlichen rechteckförmige, flache Produkte, insbesondere Faltschachteln,
vereinzelt werden können, sondern auch Faltschachteln, die einen von der Rechteckform
abweichenden Querschnitt besitzen und/oder die eine unterschiedliche Dicken aufweisen.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einer Vorrichtung der eingangs genannten Art
dadurch gelöst, dass das Abzugsband als Vakuumband ausgebildet ist beziehungsweise
ein Vakuumband aufweist und dass für nachfolgende flache Produkte eine Rückhaltevorrichtung
vorgesehen ist.
[0007] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung erfolgt der Abtransport der vordersten Faltschachtel
vom Zuführband dadurch, dass die Faltschachtel vom Abzugsband durch Vakuum festgehalten
wird. Es wirken also nicht nur die durch die Schwerkraft erzeugten Reibungskräfte,
sondern diese werden durch das Ansaugen der Faltschachtel an das Vakuumband wesentlich
erhöht. Die durch Vakuum festgehaltene Faltschachtel kann somit sicher vom Vakuumband
und aus dem Schuppenstrom, in dem es durch nachfolgende Faltschachteln festgehalten
beziehungsweise zurückgehalten wird, abtransportiert werden. Dabei ist das Abzugsband
selbst als Vakuumband ausgebildet, oder es kann zusätzlich ein Vakuumband vorgesehen
werden, mit dem die vorderste Faltschachtel abgezogen wird. Um dafür zu sorgen, dass
lediglich die vorderste Faltschachtel abgezogen wird, wird die nachfolgende Faltschachtel
mit einer Rückhaltevorrichtung zurückgehalten.
[0008] Das Ansaugen der Faltschachtel an das Vakuumband erfolgt erfindungsgemäß dadurch,
dass das Vakuumband in dessen Längsrichtung Durchbrüche aufweist und unterhalb zumindest
eines Durchbruchs, insbesondere mehrerer Durchbrüche, ein Vakuumkasten angeordnet
ist, mit dem durch den Durchbruch beziehungsweise durch die Durchbrüche hindurch Luft
angesaugt wird. Durch das Ansaugen der Luft wird die Faltschachtel an das Vakuumband
angesaugt, wodurch die Reibungskräfte derart erhöht werden, dass die Faltschachtel
sicher und schlupffrei mitgenommen wird. Dadurch wird verhindert, dass sich die Faltschachtel
innerhalb der Maschine dreht oder verkantet.
[0009] Die Größe der Durchbrüche ist so bemessen, dass die erforderliche Haltekraft auf
die Faltschachtel ausgeübt wird. Zur Erhöhung der Haltekraft können auch eine entsprechend
große Anzahl an Durchbrüchen vorgesehen sein. Um die Faltschachtel möglichst schnell
und sicher aus dem Schuppenstrom abziehen zu können, ist der Vakuumkasten in unmittelbarer
Nähe des Einlaufs auf das Vakuumband angeordnet. Verlässt die vorderste Faltschachtel
das Zuführband und tritt in den Bereich des Einlaufs des Vakuumbandes ein, dann wird
die Faltschachtel in ihrem vorderen Bereich festgehalten und mit der erhöhten Transportgeschwindigkeit
V
A abgezogen.
[0010] Ein sicherer Transport ohne Verdrehung der Faltschachtel wird weiterhin dadurch gewährleistet,
dass an jeder Längsseite ein Vakuumband vorgesehen ist. Dadurch wird die Faltschachtel
an ihren rechten und linken Randbereichen festgehalten und sicher transportiert. Von
der Rechteckform abweichende Querschnittsformen spielen daher kein Gefahrenpotential
beim Transport der Faltschachtel.
[0011] Bei einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, dass die Position
des Vakuumkastens veränderbar ist. Hierdurch kann der Zeitpunkt, wann die durch Unterdruck
erzeugte Haltekraft auf die Faltschachtel einwirken soll, exakt eingestellt werden,
so dass die Faltschachtel möglichst schlupffrei bezüglich des Abzugbandes transportiert
wird.
[0012] Um sowohl große, und dadurch schwere Faltschachteln, als auch kleine Faltschachteln
transportieren zu können und um die Abzugseinrichtung an die unterschiedlichen Konturen
anpassen zu können, ist die Größe, insbesondere die Länge des Vakuumkastens, in Transportrichtung
veränderbar. Besitzt die Faltschachtel eine kurze und eine lange Längsseite, dann
kann der Vakuumkasten auf der langen Längsseite größer, das heißt länger ausgebildet
sein, als auf der kurzen Längsseite. Dies erfolgt auf einfache Weise dadurch, dass
mehr oder weniger Ansaugöffnungen des Vakuumkastens geöffnet beziehungsweise verschlossen
werden.
[0013] Zur Erhöhung der Haltekraft ist bei einem Ausführungsbeispiel erfindungsgemäß vorgesehen,
dass die Stärke des Unterdrucks im Vakuumkasten einstellbar ist. Eine Erhöhung kann
zum Beispiel bei schweren, insbesondere bei mehrlagigen, aus Wellpappe bestehenden
Faltschachteln empfehlenswert sein.
[0014] Um Korrekturen der Lagen der abgezogenen Faltschachteln vornehmen zu können, sind
die Vakuumbänder erfindungsgemäß unabhängig voneinander hinsichtlich ihrer Transportgeschwindigkeit
V
A, der Stärke des Unterdrucks, des Ortes des Unterdrucks und der Größe der Vakuumkästen
einzeln einstellbar. Die Position der aus dem Schuppenstrom abgezogenen Faltschachtel
kann zum Beispiel mittels Sensoren ermittelt und die Vakuumbänder entsprechend angesteuert
werden. Auf diese Weise wird regelnd in den Abtransport der Faltschachteln eingegriffen,
so dass mit Sicherheit nicht nur Störungen vermieden, sondern auch sehr hohe Abzugsgeschwindigkeiten
erzielt werden können. Dadurch wird die erfindungsgemäße Vereinzelungsvorrichtung
äußerst flexibel und kann auch an schnell laufende Faltschachtelherstellungsanlagen,
insbesondere als Inline-Vorrichtung, angeschlossen werden.
[0015] Vorzugsweise ist im Bereich des Abzugbandes ein Zähler oder Erfassungssensor für
die vereinzelten Produkte vorgesehen. Dieser Zähler, zum Beispiel mit einem optischen
Sensor, einem Taster oder dergleichen, erfasst die vereinzelten Produkte und stellt
sicher, dass die nachfolgend gebildeten Pakete stets die gleiche Anzahl an Faltschachteln
aufweisen.
[0016] Bei einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, dass zwischen
dem Zuführband und dem Abzugsband ein Einlaufband vorgesehen ist. Dieses Einlaufband
hat die Aufgabe, den Schuppenstrom teilweise aufzulösen, das heißt die Schuppendichte
zu verringern und die Geschwindigkeit der einzelnen Produkte zu erhöhen. Außerdem
dient das Einlaufband als Puffer zwischen dem Schuppenstrom und dem Abzugsband, so
dass ein kurzzeitiger Stillstand des Abzugbandes oder eine Reduzierung der Transportgeschwindigkeit
V
A des Abzugsbandes, was in der Regel bei einem Abtransport des gebildeten Paketes der
Fall ist, nicht zu einem Stillstand beziehungsweise zu einer Beeinflussung des Schuppenstroms
führt. Die zweite Transportgeschwindigkeit V
E des Einlaufbandes ist also größer als die erste Transportgeschwindigkeit V
Z des Zuführbandes und kleiner als die dritte Transportgeschwindigkeit V
A des Abzugsbandes. Die Faltschachtel wird also nach der Entnahme aus dem Schuppenstrom
sowohl auf dem Einlaufband als auch auf dem Abzugsband beschleunigt.
[0017] Mit Vorzug ist die zweite Transportgeschwindigkeit V
E des Einlaufbandes veränderbar. Dadurch kann zum einen der Vereinzelungsgrad gesteuert,
zum anderen kann gezielt die Pufferwirkung eingesetzt werden. Außerdem kann durch
eine gezielte Ansteuerung des rechten oder linken Einlaufbandes, das heißt des Einlaufbandes
auf der rechten oder linken Seite der Faltschachtel deren Ausrichtung in Transportrichtung
korrigiert werden.
[0018] Mit Vorzug weist das Einlaufband eine Vakuumrückhaltevorrichtung auf. Bei einem speziellen
Ausführungsbeispiel ist es als Vakuumband ausgebildet. Zusätzlich oder alternativ
kann auch parallel neben dem Einlaufband ein Vakuumkasten vorgesehen sein. Dieses
Vakuumband oder der Vakuumkasten dienen als Rückhaltevorrichtung für noch nicht abgezogene
Faltschachteln. Mit dem Vakuumband beziehungsweise dem Vakuumkasten wird die Faltschachtel
entweder am Vakuumband festgehalten beziehungsweise über dem Vakuumkasten abgebremst.
Dies hat den wesentlichen Vorteil, dass sich die vorderste Faltschachtel, nachdem
sie vom Abzugsband ergriffen wurde, dann aus dem sich auf dem Einlaufband befindenden
Schachtelverbund löst, wenn die Abzugskraft des Abzugbandes größer ist als die Haltekraft
des Einlauf-Vakuumbandes beziehungsweise des Vakuumkastens neben dem Einlaufband.
Hierdurch wird verhindert, dass mit der vordersten Faltschachtel die nachfolgende
Faltschachtel oder mehrere nachfolgende Faltschachteln mitgenommen werden.
[0019] Um die Rückhaltekraft exakt an die Kontur der Faltschachtel anpassen zu können, ist
der Vakuumkasten in Transportrichtung und/oder quer zur Transportrichtung verstellbar
angeordnet. Auf diese Weise kann gezielt auf den hinteren Bereich einer jeden Faltschachtel
eine Haltekraft ausgeübt werden.
[0020] Auch bei diesem Ausführungsbeispiel ist der Unterdruck des als Vakuumband ausgebildeten
Einlaufbandes, beziehungsweise im Vakuumkasten neben dem Einlaufband, einstellbar.
Hierdurch kann gezielt die Stärke der Rückhaltekraft eingestellt werden.
[0021] Dabei kann die Vakuumrückhaltevorrichtung an einem unter den Faltschachteln vorgesehenem
Einlaufband und/oder an einem über diesen laufenden Einlaufband vorgesehen sein. Dies
bedeutet, dass die Faltschachteln sowohl an ihrer Unterseite als auch an ihrer Oberseite
gebremst oder sogar festgehalten werden können.
[0022] Bei einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Zuführband ein Trockenband ist.
Die auf dem Trockenband sich befindenden Faltschachteln kommen direkt aus einer Trockenstation,
in welcher die Faltschachtel verklebt wurde. Es ist jedoch auch denkbar, dass die
Faltschachtel aus einer Heftstation oder einer Tape-Station kommt.
[0023] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
sowie der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnung ein
besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel im Einzelnen beschrieben ist. Dabei können
die in der Zeichnung dargestellten sowie in den Ansprüchen und in der Beschreibung
erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Kombination erfindungswesentlich
sein.
[0024] In der Zeichnung zeigen:
- Figur 1
- eine Seitenansicht einer Vereinzelungsvorrichtung; und
- Figur 2
- eine Draufsicht auf die Vereinzelungsvorrichtung gemäß Figur 1.
[0025] In der Figur 1 ist der Auslauf eines insgesamt mit 8 bezeichneten Zuführbandes, insbesondere
eines Trockenbandes 10 erkennbar, auf dessen oberen Trum 12 ein Schuppenstrom 14,
gebildet von flachen Produkten 16, insbesondere von Faltschachteln 18, aufliegt. An
das Trockenband 10 schließt sich ein insgesamt mit 20 bezeichnetes Einlaufband an,
welches in ein Abzugsband 22 übergeht. Auf dem Einlaufband 20 befinden sich ebenfalls
Faltschachteln 18, die vom Schuppenstrom 14 abgezogen wurden und teilweise oder vollständig
vereinzelt sind. Oberhalb des Einlaufbandes 20 befindet sich ein Niederhalter 24,
der sich über einen Teil der Länge des Einlaufbandes 20 erstreckt und die gleiche
(zweite) Transportgeschwindigkeit V
E aufweist wie das Einlaufband 20.
[0026] Der Niederhalter 24 kann mittig auf den Faltschachteln 18 aufliegen, er kann auch
zu einer Längsseite hin verschoben sein. Es können auch mehrere Niederhalter 24 vorgesehen
sein. Die Position und die Niederhaltekraft des Niederhalters 24 kann über eine Einstellspindel
26 eingestellt werden. Als Niederhalter 24 eignet sich z.B. eine nach Art einer Kabelschleppkette
ausgebildete Gliederkette die den Vorzug aufweist, dass sie in einer Richtung eine
Kraft ausüben kann und in die andere Richtung ausweicht. Stauen sich die Faltschachteln
18 auf dem Einlaufband 20, dann kann der Niederhalter 24 nach oben einen Bauch bilden,
da er in dieser Richtung flexibel ist. Dadurch werden die sich auftürmenden Faltschachteln
18 sicher gehalten. Nach unten ist er jedoch steif ausgebildet, so dass er nicht unnötig
auf den auf dem Einlaufband 20 sich befindenden geschuppten Faltschachteln 18 schleift.
Die Gliederkette oder ein Federstahlband können über ihre Länge mit Gewichten beschwert
sein, so dass sie nur an gewünschten Positionen ausweichen. Alternativ könnte eine
Niederhaltung auch durch ein angetriebenes oder nicht angetriebenes Band erfolgen,
das z.B. auch angepressten Rollen aufweisen kann.
[0027] Im Einzelnen wird das Tröckenband 10 von einem oder mehreren mit der ersten Transportgeschwindigkeit
V
Z umlaufenden Bändern 28 gebildet. Diese führen die einzelnen Faltschachteln 18, die
im Schuppenstrom 14 angeordnet sind, von einer (nicht dargestellten) Trockenstation
(oder einer Heftstation, Tape-Station oder dergleichen) zum Auslauf 30 des Trockenbandes
10.
[0028] Dort befindet sich eine Umlenkrolle 32, an welcher der Schuppenstrom 14 vom oberen
Trum 12 abhebt, und auf das Einlaufband 20 übergeben wird. Da die zweite Transportgeschwindigkeit
V
E des Einlaufbandes 20 größer ist als die erste Transportgeschwindigkeit V
Z des Trockenbandes 10 wird der Schuppenstrom 14 auseinandergezogen oder die Faltschachteln
18 werden sogar vereinzelt.
[0029] Das Einlaufband 20 besitzt zwei Bänder 34 und 36 (siehe Figur 2), die sich im Wesentlichen
entlang der Seitenkanten 38 und 40 der Faltschachtel 18 erstrecken. Der Antrieb der
Bänder 34 und 36 erfolgt über Getriebemotoren 42, wobei jedem Band 34 und 36 ein eigener
Getriebemotor 42 zugeordnet ist. Auf diese Weise kann die Geschwindigkeit eines jeden
Bandes 34 und 36 separat eingestellt werden, wodurch die Lage der Faltschachteln 18
auf den Bändern 34 und 36 korrigiert werden kann.
[0030] Am Ende des Einlaufbandes 20 befindet sich der Einlauf 44 des Abzugsbandes 22, welches
zwei Bänder 46 und 48 aufweist, die mit der dritten Transportgeschwindigkeit V
A umlaufen. Oberhalb des Abzugsbandes 22 befindet sich ebenfalls ein insgesamt mit
50 bezeichneter Niederhalter, der mit gleicher Geschwindigkeit umläuft.
[0031] Aus der Figur 2 sind zwei Faltschachteln 18 und 18' deutlich erkennbar, die sich
teilweise überlappend auf den beiden Bändern 34 und 36 des Einlaufbandes 20 aufliegen.
Im Bereich des hinteren Endes der rechten Faltschachtel 18' befinden sich unterhalb
der Faltschachtel 18' zwei Vakuumkästen 52 und 54, die jeweils eine nach oben gerichtete
Öffnung 56 aufweisen, und auf denen die Faltschachtel 18' aufliegt. Wird an diesen
Vakuumkästen 52 und 54 ein Unterdruck angelegt, dann saugen diese die Faltschachteln
18' an und halten diese fest beziehungsweise bremsen deren zweite Transportgeschwindigkeit
V
E. Das vordere Ende der hinteren Faltschachtel 18' befindet sich dabei in unmittelbarer
Nähe des Einlaufs 14 zum Abzugsband 22.
[0032] Wenn das vordere Ende der vordersten Faltschachtel 18 mit den Bändern 46 und 48 des
Abzugsbandes 22 in Kontakt kommt, werden Abzugskräfte von diesen Bändern 46 und 48
auf diese vorderste Faltschachtel 18 übertragen. Um diese Abzugskräfte zu erhöhen,
sind die Bänder 46 und 48 als Vakuumbänder 58 und 60 ausgebildet und besitzen Durchbrüche
62, die mit Vakuumkästen 64 und 66 kommunizieren. Auch die Vakuumkästen 64 und 66
weisen Durchbrüche 68 auf, die mit den Durchbrüchen 62 der Vakuumbänder 58 und 60
kommunizieren. Auf diese Weise kann jeweils der vordere Bereich der vordersten Faltschachtel
18 von den Vakuumbändern 58 und 60 angesaugt werden, wodurch die Reibungskraft und
dadurch die Abzugskraft erhöht wird.
[0033] Übersteigt diese Abzugskraft die Haltekraft, mit der diese Faltschachtel 18 von den
Vakuumkästen 52 und 54 zurückgehalten wird, dann wird sie mit der dritten Transportgeschwindigkeit
V
A abgezogen und nach links abtransportiert. Die nachfolgende Faltschachtel 18' wird
von den Vakuumkästen 52 und 54 angesaugt und derart zurückgehalten, dass sie lediglich
mit der zweiten Transportgeschwindigkeit V
E des Einlaufbandes 20 bewegt wird. Auf diese Weise werden die einzelnen Faltschachteln
18 und 18' sicher vereinzelt.
[0034] Zum Zählen der vereinzelten Faltschachteln 18 ist ein Sensor 70 vorgesehen, der jeweils
die vorauseilende Kante einer jeder Faltschachtel 18 erfasst und ein Signal an eine
Zählvorrichtung abgibt.
[0035] Zur optimalen Positionierung und gegebenenfalls auch zur Korrektur der Positionierung
der Faltschachteln 18 auf den Bändern 46 und 48 sind diese über jeweils einen Getriebemotor
72 angetrieben. Schrägstellungen der Faltschachteln 18 können dadurch ausgeglichen
werden. Auch die Bänder des Niederhalters 50 sind über jeweils einen Getriebemotor
74 angetrieben und sind einzeln ansteuerbar. Dies trifft auch für die Bänder des Niederhalters
24 zu, falls der Niederhalter 24 angetriebene Bänder aufweist, die jeweils über einen
Getriebemotor 76 einzeln ansteuerbar sind.
[0036] Bei einer Variante treibt der Getriebemotor 76 eine Rolle, eine Walze oder einen
Riemen an, der im Vorlauf und Rücklauf drehbar ist. Die Rolle oder dergleichen kann
aus den unterschiedlichsten Materialien bestehen, z.B. aus Stahl, aus Kunststoff,
insbesondere aus Gummi oder sie kann eine Bürste sein. Dabei ist die Härte des Materials
oder der Bürste frei an den Werkstoff oder die Kontur der Faltschachteln 18 anpassbar.
Durch eine zur Transportgeschwindigkeit der Faltschachteln 18 bei Bedarf unterschiedliche
Geschwindigkeit der Rolle kann eine jede Faltschachtel 18 präzise auf dem Transportband
20 geführt werden. Wird die Rolle im Rücklauf betrieben, dann können die geschuppten
Faltschachteln 18 gezielt vor dem Einlauf auf das Abzugsband 22 auseinandergezogen
werden.
[0037] Der Abstand der Durchbrüche 62 der Vakuumbänder 58 und 60 ist so gewählt, dass eine
möglichst große Überlappung mit den Durchbrüchen 68 der Vakuumkästen 64 und 66 vorherrscht.
Dabei kann sowohl der Unterdruck in den Vakuumkästen 64 und 66 als auch in den Vakuumkästen
52 und 54 variiert werden, um dadurch die Niederhalte- bzw. Reibungskraft auf gewünschte
Werte einstellen zu können. Auch die Position der Vakuumkästen 52, 54, 64 und 66 ist
einstellbar, um die Anlage an die verschiedenen Formate der Faltschachteln 18 anpassen
zu können.
1. Vorrichtung zum Vereinzeln von aufgeschuppten, flachen Produkten (16), insbesondere
von Faltschachteln (18), mit einem Zuführband (8), auf welchem die Produkte (16) in
Form eines Schuppenstroms (14) aufliegen und mit einer ersten Transportgeschwindigkeit
VZ transportiert werden, wobei dem Zuführband (8) ein Abzugsband (22) nachgeschaltet
ist, welches eine höhere, dritte Transportgeschwindigkeit VA aufweist, als die erste Transportgeschwindigkeit vz des Zuführbandes (8), dadurch gekennzeichnet, dass das Abzugsband (22) als Vakuumband (58, 60) ausgebildet ist, beziehungsweise ein
Vakuumband (58, 60) aufweist und dass für nachfolgende flache Produkte (16) eine Rückhaltevorrichtung
vorgesehen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Vakuumband (58, 60) in dessen Längsrichtung Durchbrüche (62) aufweist und unterhalb
zumindest eines Durchbruchs (62), insbesondere mehrerer Durchbrüche (62), ein Vakuumkasten
(64, 66) angeordnet ist, mit dem durch den Durchbruch beziehungsweise die Durchbrüche
(62) hindurch Luft angesaugt wird.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Vakuumkasten (64, 66) in unmittelbarer Nähe des Einlaufs auf das Vakuumband (58,
60) angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Position des Vakuumkastens (64, 66) veränderbar ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Größe, insbesondere Länge des Vakuumkastens (64, 66) in Transportrichtung veränderbar
ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Stärke des Unterdrucks im Vakuumkasten (64, 66) einstellbar ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an jeder Längsseite eines Produktes (16) ein Vakuumband (58, 60) vorgesehen ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Vakuumbänder (58 und 60) unabhängig voneinander hinsichtlich der dritten Transportgeschwindigkeit
VA, der Stärke des Unterdrucks und/oder des Ortes des Unterdrucks einstellbar sind.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des Abzugsbandes (22) ein Zähler oder ein Sensor (70) für die vereinzelten
Produkte (16) vorgesehen ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Zuführband und dem Abzugsband (22) ein Einlaufband (20) vorgesehen ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Transportgeschwindigkeit VE des Einlaufbandes (20) größer ist als die erste Transportgeschwindigkeit VZ des Zuführbandes.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die dritte Transportgeschwindigkeit VA des Abzugsbandes (22) größer ist als die zweite Transportgeschwindigkeit VE des Einlaufbandes (20).
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Transportgeschwindigkeit VE des Einlaufbandes (20) veränderbar ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Einlaufband (20) eine Vakuumrückhaltevorrichtung aufweist, insbesondere als Vakuumband
ausgebildet ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass parallel neben und/oder unter dem Einlaufband (20) ein Vakuumkasten (52, 54) vorgesehen
ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Vakuumkasten (52, 54) in Transportrichtung und/oder quer zur Transportrichtung
verstellbar angeordnet ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Unterdruck einstellbar ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Vakuumrückhaltevorrichtung sich oberhalb oder unterhalb der flachen Produkte
befindet.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Einlaufband (20) eine als Rolle, Walze oder als Riemen ausgebildete Rückhaltevorrichtung
aufweist, die insbesondere mir unterschiedlicher Geschwindigkeit antreibbar ist.
20. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zuführband (8) ein Trockenband (10) ist.