[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abtransport von vor einem Spulenwickler
abgelegten Spulen gemäß den Merkmalen im Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Durch die EP 0 620 145 B1 zählt eine Vorrichtung zum Transport von Spulen zum Stand
der Technik, bei welcher mit Hilfe einer an einem Schienenstrang hängend verlagerbaren
Fahreinheit Spulen aufgenommen, über längere, auch verzweigte Transportwege verlagert
und letztlich wieder abgelegt werden können. Zu diesem Zweck ist die Fahreinheit über
motorisch auf- und abrollbare Gurte mit einer Greifereinheit verbunden. Die Greifereinheit
umfasst einen Greiferrahmen und an die gekrümmte Oberfläche einer Spule zangenartig
anlegbare Greifschenkel.
[0003] Der Schienenstrang für die Fahreinheit ist gemäß der VDI-Richtlinie 36 43/C1 als
Fahrschiene für Elektro-Hängebahnen ausgebildet. Entsprechend angepasst ist dann auch
die Fahreinheit. Die Greifereinheit weist mehrere, paarweise einander zugeordnete
Greifschenkel auf, die nach Art eines Parallelogramms unter Einsatz pneumatischer
Energie bewegbar sind. Es ist vorgesehen, dass jede einzelne Spule von einem Paar
Greifschenkeln erfassbar ist. Die Kraft zum Greifen einer Spule ist in Abhängigkeit
von der Spulendichte über ein Ventil zur Regulierung des Luftdrucks an der Greifereinheit
einstellbar. Zur Bereitstellung der pneumatischen Energie ist an der Fahreinheit ein
Druckbehälter vorgesehen, der über gewendelte Druckluftschläuche mit der Greifereinheit
verbunden ist. Die sich an den Stirnseiten des Greiferrahmens befindenden Gurte werden
gegensinnig über eine Wickeltrommel geführt, die von einem E-Motor angetrieben ist.
[0004] Bei mehreren in einer Reihe angeordneten Spulenwicklern, welche extrudierte Chemiefasern
aufwickeln, besteht das Problem, dass sich Bediener vor den Spulenwicklern frei bewegen
müssen. Von daher gesehen ist es erforderlich, die vor den Spulenwicklern abgelegten
Spulen in einem Höhenbereich entlang der Spulenwickler zu transportieren, welcher
in einem ausreichenden Abstand oberhalb der Körpergröße der Bediener verläuft.
[0005] Die in diesem Zusammenhang bekannt gewordene Vorrichtung gemäß der DE 44 31 908 A1
hat den Mangel einer großen vertikalen Erstreckung. Außerdem können die Spulen nur
über genau angepasste Dorne aufgenommen werden.
[0006] Der Erfindung liegt - ausgehend vom Stand der Technik - die Aufgabe zugrunde, eine
Vorrichtung zum Abtransport von vor einem Spulenwickler abgelegten Spulen zu schaffen,
die einfach ausgebildet ist und dennoch sicher den Abtransport der Spulen zu einer
weiterführenden Einrichtung gewährleistet, ohne dass die Bediener bei ihren Tätigkeiten
an den diversen Spulenwicklern behindert werden.
[0007] Diese Aufgabe wird mit den im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebenen Merkmalen
gelöst.
[0008] Die Fahreinheit ist als Selbstfahrer ausgebildet. Sie weist einen E-Motor auf, der
auf eine Antriebsrolle abtreibt, mit welcher sich die Fahreinheit entlang des Schienenstrangs
bewegen kann. Der Fahrantrieb kann in Form eines Reibradantriebs ausgebildet sein.
Vorteilhafter ist hingegen ein Fahrantrieb, bei welchem ein Zahnriemen entlang des
Schienenstrangs verlegt ist, mit dem eine Antriebsrolle in Form einer Zahnrolle kämmt.
[0009] Von besonderer Bedeutung im Rahmen der Erfindung ist der Sachverhalt, dass die Greifschenkel
der Greifereinheit durch mechanische Federn an die Oberfläche einer Spule anlegbar
sind. Die Greifschenkel können eine Spule an den Stirnseiten erfassen. Vorteilhafter
ist hingegen, wenn die Greifschenkel an der konvex gekrümmten Oberfläche angreifen.
Auf diese Weise ist stets der klemmende Kontakt der Greifschenkel mit einer Spule
sichergestellt. Zum Lösen der Greifschenkel von einer Spule kann pneumatische oder
elektrische Energie eingesetzt werden. Entsprechend sind dann auch die Aggregate an
der Greifereinheit ausgebildet, welche das Abheben der Greifschenkel von der Oberfläche
sicherstellen. Fällt diese Energie aus, werden die Greifschenkel automatisch durch
die mechanischen Federn in die Klemmposition verlagert.
[0010] Der Transport der Spulen wird ausschließlich in angehobener Position der Greifereinheit
durchgeführt. Dazu sieht die Erfindung vor, dass die mit der Fahreinheit durch insbesondere
mehrere flexible Hubmittel abstandsveränderbar gekoppelte Greifereinheit in der angehobenen
Position in der Fahreinheit lagezentriert ist. Die zu transportierenden Spulen sind
dadurch sicher gehalten.
[0011] Da die Fahreinheit selbstfahrend ist, werden erfindungsgemäß von einem Ende des Schienenstrangs
her, z.B. von einer Steuer- und Regeleinheit, flexible Versorgungsleitungen zur Zuführung
von elektrischer und/oder pneumatischer Energie zur Fahreinheit und zur Greifereinheit
verlegt. Die anderen Enden der Versorgungsleitungen werden bevorzugt mit einem Anschluss
an der Fahreinheit gekuppelt. Sie können aber auch direkt bis zu einem Verbraucher
geführt sein. Die Fahreinheit kann auf diese Weise problemlos über den gesamten durch
den Schienenstrang gebildeten Fahrweg verlagert werden.
[0012] Erfindungsgemäß ist es denkbar, dass die Verlagerung der Spulen von einem Spulenwickler
zu einer weitertransportierenden Einrichtung gezielt von Hand steuerbar ist. Zweckmäßig
ist jedoch der Vorgang in eine speicherprogrammierbare Steuerung integriert, die in
Abhängigkeit von den an den Spulenwicklern bereit gestellten Spulen den Transport
initiiert.
[0013] Gemäß den Merkmalen des Anspruchs 2 ist die Fahreinheit an zwei im Querschnitt C-förmigen,
nach unten offenen Schienen rollend zwangsgeführt. Die Schienen sind an einem Traggerüst
einstellbar befestigt. Die Fahreinheit besitzt zu diesem Zweck um horizontale Achsen
drehende Laufrollen in beiden Schienen und um vertikale Achsen drehende Stützrollen
in nur einer Schiene.
[0014] Obwohl es denkbar ist, dass die Fahreinheit mit einem Reibradantrieb ausgestattet
ist, sehen die Merkmale des Anspruchs 3 vor, dass die Antriebsrolle als Zahnrolle
ausgebildet ist und in eine sich mit der Fahreinheit verlagernde Ω-förmige Schleife
eines entlang des Schienenstrangs fixierten Zahnriemens form- und kraftschlüssig eingreift.
Die Ω-förmige Schleife des Zahnriemens wird durch die Antriebsrolle sowie durch zwei
an der Fahreinheit vorgesehene Umlenkrollen gebildet. Die Zahnrolle kämmt mit dem
Zahnriemen im Prinzip schlupffrei und gewährleistet auf diese Weise eine einwandfreie
Positionierung der Fahreinheit an jeder Stelle des Schienenstrangs.
[0015] Aufgrund der wendelförmigen Konfiguration der Versorgungsleitungen zwischen der Fahreinheit
und dem Greiferrahmen sowie zwischen den Hubmitteln zur Zuführung von elektrischer
und/oder pneumatischer Energie zur Greifereinheit (Anspruch 4) liegen die Versorgungsleitungen
in jeder Höhenlage der Greifereinheit geschützt zwischen den Hubmitteln. Ihre Versorgungsfunktion
ist jederzeit gewährleistet.
[0016] Obwohl die Erfindung Seile oder Ketten als Hubmittel zulässt, sind gemäß Anspruch
5 die Hubmittel vorteilhaft durch Flachgurte gebildet, deren Breitseiten sich in Ebenen
quer zur Fahrtrichtung der Fahreinheit erstrecken. Dadurch, dass sich die eine deutlich
größere Breite als Dicke aufweisenden Flachgurte mit ihren Breitseiten quer zur Fahrtrichtung
der Fahreinheit erstrecken, ist das Schwingungsverhalten quer zur Fahrtrichtung minimiert.
Das Material der Flachgurte kann auf Kunststoff- oder Textilbasis bzw. aus kombinierten
Fäden beider Art gebildet sein.
[0017] Jeweils zwei paarweise einander gegenüberliegend zugeordnete Greifschenkel der Greifereinheit
können entsprechend Anspruch 6 durch einen Pneumatikzylinder von einer Spule abhebbar
sein. Der Pneumatikzylinder ist in den Greiferrahmen eingebettet und steht über eine
wendelförmige Versorgungsleitung zwischen den Hubmitteln mit der Fahreinheit und dem
dortigen Anschluss in Verbindung.
[0018] Statt eines Pneumatikzylinders kann gemäß Anspruch 7 aber auch ein elektrisch beaufschlagbarer
Linearantrieb in beliebiger Ausführungsform zum Abheben der Greifschenkel von einer
Spule vorgesehen werden. Die Versorgung der Greifereinheit mit pneumatischer Energie
gelangt dann in Fortfall.
[0019] Die Verlagerung der Greifschenkel aus der Klemm- in die Offenposition und umgekehrt
wird vorteilhaft mit den Merkmalen des Anspruchs 8 durchgeführt. Die bogenförmige
Ausgestaltung der Greifschenkel trägt der konvexen Oberflächenkontur der Spulen Rechnung.
Ihre flächige Ausbildung erhöht die Verwindungssteifheit. Die Greifschenkel sind mit
stegartigen Stellschenkeln gekoppelt. Diesen sind Führungsrollen mindestens indirekt
zugeordnet, welche horizontal verlagerbar in eine vertikal verstellbare Zwangsführung
fassen. Diese Zwangsführung wird nach oben durch die mechanischen Federn beaufschlagt.
Hierbei kann es sich insbesondere um in Carrée-Form angeordnete Schraubendruckfedern
handeln. Nach unten ist die Zwangsführung durch einen Pneumatikzylinder oder einen
elektrischen Linearantrieb beaufschlagbar. Dazu ist die Kolbenstange des mit dem Gehäuse
am Greiferrahmen festgelegten Pneumatikzylinders oder die Stellstange des Linearantriebs
mit der Zwangsführung gekuppelt.
[0020] Aufgrund des Sachverhalts, dass gemäß Anspruch 9 an den Greifschenkeln mehrere Schwenkpositionen
vorgesehen sind, kann auf einfache Weise verschiedenen Spulendurchmesserbreichen Rechnung
getragen werden und zwar dahingehend, dass die radiale Verlagerung der Greifschenkel
auf den jeweiligen Spulendurchmesserbereich abgestimmt werden kann.
[0021] Die Schaltleisten entsprechend Anspruch 10 stellen sicher, dass ein Kontakt der Schaltleisten,
beispielsweise mit einem Bediener, sofort die Verlagerung der Greifereinheit in die
angehobene Position in der Fahreinheit bewirkt. Beschädigungen der Greifereinheit
oder Unfälle der Bediener sind somit weitgehend ausgeschlossen.
[0022] Statt der elektro-sensorisch überwachten und mit Luftkammern versehenen Schaltleisten
ist es nach Anspruch 11 auch denkbar, dass entlang der freien unteren Kanten der Greifschenkel
elektronische Bumper vorgesehen sind.
[0023] Sind der Greifereinheit mindestens zwei Flachgurte als Hubmittel zugeordnet, so werden
gemäß Anspruch 12 die unteren Enden der Gurte vorteilhaft seitlich des Greiferrahmens
befestigt.
[0024] Es ist aber auch denkbar, dass nach Anspruch 13 stirnseitig des Greiferrahmens weitere
Hubmittel befestigt sein können.
[0025] Der Anspruch 14 sieht vor, dass jedem Flachgurt eine in der Fahreinheit gelagerte
Wickeltrommel zugeordnet ist, wobei mehrere Wickeltrommeln von einem E-Motor in der
Fahreinheit synchron angetrieben sind. Ein derartiger Synchronantrieb kann bevorzugt
mit Hilfe von Zahnriemen und entsprechenden Zahnrollen durchgeführt werden, welche
eine schlupffreie Übertragung der Antriebsenergie gewährleisten.
[0026] Zwecks einwandfreier Lagesicherung der Greifereinheit in der angehobenen Position
in der Fahreinheit weist der Greiferrahmen nach Anspruch 15 einen sich nach oben erstreckenden
Zentrierdorn auf und in der Fahreinheit ist eine Aufnahmehülse für den Zentrierdorn
vorgesehen. Bei mindestens zwei Hubmitteln erstreckt sich der Zentrierdorn dann zwischen
den Hubmitteln.
[0027] Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform zur Zuführung von elektrischer und/oder
pneumatischer Energie zu der Fahreinheit wird in den Merkmalen des Anspruchs 16 erblickt.
Danach sind die Versorgungsleitungen in eine laschenartige Energiekette eingebettet,
welche neben dem Schienenstrang raupenartig ablegbar ist. Diese Energiekette sichert
die Lage der Versorgungsleitungen und schützt sie gegen schädigende äußere Einflüsse.
[0028] Zweckmäßig ist die Energiekette nach Anspruch 17 in einer nach oben offenen U-förmigen
Rinne ablegbar. Diese Rinne erstreckt sich neben einer Schiene des Schienenstrangs.
[0029] Gemäß den Merkmalen des Anspruchs 18 ist die Fahreinheit von einer Haube aus Stahlblech
oder Kunststoff umhüllt. Sie besitzt einen nach unten offenen konkaven Aufnahmebereich
für die Greifereinheit in deren angehobenen Position. Die Haube schützt damit jede
transportierte Spule gegen äußere Einflüsse.
[0030] Schließlich ist es nach Anspruch 19 von Vorteil, dass der Fahreinheit, insbesondere
der Haube, ein unter die Greifereinheit verlagerbarer Fangschirm zugeordnet ist. Dieser
Fangschirm stellt ein zusätzliches Sicherheitselement dar, um das Herabfallen von
Spulen zu verhindern, wenn aus irgendeinem Grunde die Funktion der Greifschenkel versagen
sollte. Der Fangschirm kann verschwenkbar oder verschiebbar ausgebildet sein.
[0031] Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- im Schema einen Spulenwickler in der Seitenansicht zusammen mit einer Vorrichtung
zum Abtransport von Spulen;
- Figur 2
- in vergrößerter konstruktiver Darstellung die Transportvorrichtung der Figur 1 in
zwei Betriebspositionen in Richtung des Pfeils II gesehen;
- Figur 3
- in nochmals vergrößerter Darstellung die Transportvorrichtung zum Abtransport von
Spulen der Figur 2 in der angehobenen Transportposition;
- Figur 4
- eine Greifereinheit der Transportvorrichtung der Figuren 1 bis 3 in abgesenkter Position;
- Figur 5
- eine Ansicht auf die Darstellung der Figur 3 entlang der Linie V-V in Richtung der
Pfeile Va gesehen und
- Figur 6
- eine Draufsicht auf die Darstellung der Figur 5 in Richtung des Pfeils VI gesehen.
[0032] Mit 1 ist in der Figur 1 ein Spulenwickler zum Wickeln von extrudierten Chemiefasern
bezeichnet. Mehrere solcher Spulenwickler 1 sind in Reihe nebeneinander angeordnet.
Von einem Spulenwickler 1 fertig gestellte Spulen 2 werden auf einem Tisch 3 vor dem
Spulenwickler 1 abgelegt. Von dort werden sie mit einer Transportvorrichtung 4 abgeholt
und zu einer nicht näher dargestellten weiterführenden Transporteinheit verlagert.
[0033] Die in Figur 1 lediglich im Schema veranschaulichte Vorrichtung 4 zum Abtransport
der Spulen 2 ist in den Figuren 2 bis 6 näher dargestellt.
[0034] An einem hängend verlegten Schienenstrang 5 mit zwei im Querschnitt C-förmigen, nach
unten offenen Schienen 6 (Figur 5) ist eine Fahreinheit 7 verlagerbar. An der Fahreinheit
7 sind Konsolen 8 m it nach oben gerichteten L ängsstegen 9 befestigt (Figur 5 und
6). Diese Längsstege 9 tragen beiderseits um horizontale Achsen drehende Laufrollen
10, die sich innenseitig der einander zugewandten horizontalen Schenkel der Schienen
6 abstützen. An einem der Längsstege 9 sind ferner vor den Laufrollen 10 um vertikale
Achsen drehende Stützrollen 11 vorgesehen, die innenseitig der vertikalen Schenkel
der Schienen 6 abwälzen.
[0035] Die Fahreinheit 7 weist einen mit seiner Längsachse quer zur Fahrtrichtung FR der
Fahreinheit angeordneten E-Motor 12 auf (Figur 6). Der E-Motor 12 ist in nicht näher
veranschaulichter Weise über eine Versorgungsleitung mit einem Anschluss 13 an der
Fahreinheit 7 verbunden. Dieser Anschluss 13 ist mit einer laschenartigen Energiekette
14 verbunden (Figuren 2-6). Die Energiekette 14 ist von der Fahreinheit 7 ausgehend
bogenförmig in einer nach oben offenen U-förmigen Rinne 15 ablegbar, die sich parallel
neben dem Schienenstrang 5 erstreckt. Die Rinne 15 wird von dem Traggerüst 16 getragen,
das auch den Schienenstrang 5 trägt. Bei zwei am Schienenstrang 5 entlang bewegten
Fahreinheiten 7 können, wie in der Figur 5 dargestellt, auch zwei Energieketten 14
in zwei Rinnen 15 abgelegt werden.
[0036] Die Versorgungsleitung zum E-Motor 12 erstreckt sich folglich über den Anschluss
13 und über die Energiekette 14 zu einer endseitig des Schienenstrangs 5 befindlichen
nicht näher veranschaulichten Steuereinheit.
[0037] Der E-Motor 12 verfügt über eine Antriebsrolle 17 in Form einer Zahnrolle. Diese
Antriebsrolle 17 greift in eine sich mit der Fahreinheit 7 verlagernde Ω-förmige Schleife
18 eines entlang des Schienenstrangs 5 fixierten Zahnriemens 19 form- und kraftschlüssig
ein. Zu diesem Zweck ist der Zahnriemen 19 oberhalb der Antriebsrolle 17 über zwei
Umlenkrollen 20 geführt(Figuren 2, 3, 5 und 6).
[0038] Eine zur Aktivierung des E-Motors 12 elektrische Steuerleitung ist ebenfalls zwischen
dem E-Motor 12 und der endseitig des Schienenstrangs 5 befindlichen Steuereinheit
über die Energiekette 14 verlegt.
[0039] Die Fahreinheit 7 weist ferner zwei im Abstand zueinander angeordnete Wickelwellen
21 mit jeweils zwei in Längsrichtung der Wickelwellen 21 zueinander versetzten Wickeltrommeln
22 auf (Figuren 3-6). Die Wickelwellen 21 erstrecken sich quer zur Farhtrichtung FR.
Die beiden Wickelwellen 21 sind an einem Ende durch einen Zahnriemen 23 synchron drehbar
miteinander verbunden. Am anderen Ende einer Wickelwelle 21 ist diese über einen Zahnriemen
24 mit der Abtriebsrolle 25 eines weiteren E-Motors 26 verbunden. Dieser E-Motor 26
steht ebenfalls über nicht näher veranschaulichte Versorgungs- und Steuerleitungen
mit der Steuereinheit in Verbindung. Die Versorgungs- und Steuerleitungen sind über
den Anschluss 13 und die Energiekette 14 zur Steuereinheit geführt.
[0040] In der Figur 5 sind die elektrischen Versorgungs- und Steuerleitungen allgemein mit
VL bzw. STL angedeutet.
[0041] Die Wickeltrommeln 22 dienen dem Auf- und Abwickeln von Hubmitteln 27 in Form von
Flachgurten. Diese Flachgurte 27 haben eine deutlich geringere Dicke D als Breite
B (Figuren 1 und 4). Sie sind von den Wickeltrommeln 22 über zwei oberhalb der Wickelwellen
21 angeordnete Umlenkwalzen 28 geführt, die in Längsrichtung der Fahreinheit 7 verstellbar
sind.
[0042] Die den Wickeltrommeln 22 abgewandten Enden der Flachgurte 27 sind seitlich eines
Greiferrahmens 29 einer Greifereinheit 30 befestigt. Der Greiferrahmen 29 dient der
schwenkbaren Lagerung von vier Greifschenkeln 31. Diese bogenförmig sowie flächig
ausgebildeten Greifschenkel 31 sind mit stegartigen Stellschenkeln 32 gekoppelt (Figur
4 und 5). Den Stellschenkeln 32 sind Führungsrollen 33 zugeordnet, welche horizontal
verlagerbar in zwei vertikal verstellbare Zwangsführungen 34 fassen. Diese Zwangsführungen
34 sind nach oben durch mechanische Federn 35 in Form von Federpaketen mit Schraubendruckfedern
verlagerbar, während sie nach unten unter den Einfluss von Pneumatikzylindern 36 gestellt
sind.
[0043] Die Versorgungsleitungen PVL zu den beiden Pneumatikzylindern 36 zwischen jeweils
zwei einander gegenüberliegenden Greifschenkeln 31 sind in wendelförmiger Konfiguration
zwischen den Flachgurten 27 von der Fahreinheit 7 zu der Greifereinheit 30 geführt
(Figuren 2 und 4). An der Fahreinheit 7 sind die Versorgungsleitungen PVL, wie auch
die elektrischen Versorgungs- und Steuerleitungen VL, STL über den Anschluss 13 und
die Energiekette 14 zu der Steuereinheit geführt. In der Figur 5 sind die pneumatischen
Versorgungsleitungen PVL angedeutet.
[0044] Wie insbesondere die Figur 4 erkennen lässt, sind an den Greifschenkeln 31 insgesamt
drei Schwenkpositionen 37 vorgesehen. Diese dienen der Anpassung an die Durchmesserbereiche
unterschiedlich großer Spulen 2 (siehe Figur 3).
[0045] Entlang der freien unteren Kanten 38 der Greifschenkel 31 sind mit nach außen abgeschlossenen
Luftkammern ausgerüstete und elektro-sensorisch überwachte Schaltleisten 39 vorgesehen
(Figur 4 und 5).
[0046] Auch die elektrischen Steuerleitungen zu den Schaltleisten 39 sind entsprechend den
Versorgungsleitungen PVL in den Figuren 2 und 4 in wendelförmiger Konfiguration zwischen
der Fahreinheit 7 und dem Greiferrahmen 29 vorgesehen.
[0047] Vom Greiferrahmen 29 erstreckt sich mittig ein Zentrierdorn 40 nach oben. In der
Fahreinheit 7 ist eine Aufnahmehülse 41 für den Zentrierdorn 40 vorgesehen. Befindet
sich die Greifereinheit 30 in der angehobenen Position gemäß Figur 3, ist sie über
den Zentrierdorn 40 und die Aufnahmehülse 41 sicher an der Fahreinheit 7 lageorientiert.
[0048] Die gesamte Fahreinheit 7 ist von einer Haube 42 umhüllt. Die Haube 42 weist einen
nach unten offenen konkaven Aufnahmebereich 43 für die Greifereinheit 30 auf.
[0049] In der Figur 3 ist noch angedeutet, dass die Haube 42 mit einem unter die Greifereinheit
30 verlagerbaren Fangschirm 44 versehen sein kann. Dieser Fangschirm 44 ist klappbar
oder verschiebbar der Haube 42 zugeordnet.
[0050] Ist an einem Spulenwickler 1 eine Spule 2 oder sind mehrere Spulen 2 bereit gestellt,
erfolgt an die Steuereinheit ein Signal, das dazu führt, dass die Fahreinheit 7 zu
dem betreffenden Spulenwickler 1 verlagert wird. Die Greifereinheit 30 befindet sich
beim Verlagern der Fahreinheit 7 grundsätzlich in der angehobenen Position gemäß den
Figuren 2, 3 und 5.
[0051] An dem angefahrenen Spulenwickler 1 wird dann die Greifereinheit 30 abgesenkt, wobei
die Greifschenkel 31 entsprechend der Darstellung der Figuren 2 und 4 die Spulen 2
am Umfang zangenartig ergreifen. Nach dem Erfassen der Spulen 2 wird die Greifereinheit
30 in die angehobene Position gemäß den Figuren 2 bis 5 verlagert. Anschließend erfolgt
eine Verlagerung der Fahreinheit 7 bis zu der Position, wo die Spulen 2 einer Einrichtung
zum Weitertransport übergeben werden.
[0052] Aus den Figuren 5 und 6 ist noch erkennbar, dass der Fahreinheit 7 eine Signallampe
45 zugeordnet sein kann. Diese Signallampe 45 kann mit einem akustischen Signal gekoppelt
sein.
Bezugszeichen:
[0053]
- 1 -
- Spulenwickler
- 2 -
- Spulen
- 3 -
- Tisch f. 2
- 4 -
- Transportvorrichtung
- 5 -
- Schienenstrang
- 6 -
- Schienen v. 5
- 7 -
- Fahreinheit
- 8 -
- Konsolen
- 9 -
- Längsstege
- 10-
- Laufrollen
- 11 -
- Stützrollen
- 12 -
- E-Motor
- 13 -
- Anschluss an 7
- 14 -
- Energiekette
- 15 -
- Rinne
- 16 -
- Traggerüst
- 17 -
- Antriebsrolle an 12
- 18 -
- Schleife v. 19
- 19 -
- Zahnriemen
- 20 -
- Umlenkrolle f. 19
- 21 -
- Wickelwellen
- 22 -
- Wickeltrommeln
- 23 -
- Zahnriemen
- 24 -
- Zahnriemen
- 25 -
- Antriebsrolle v. 26
- 26 -
- E-Motor
- 27 -
- Hubmittel
- 28 -
- Umlenkwalzen
- 29 -
- Greiferrahmen v. 30
- 30 -
- Greifereinheit
- 31 -
- Greifschenkel v. 30
- 32 -
- Stellschenkel
- 33 -
- Führungsrollen
- 34 -
- Zwangsführung
- 35 -
- mechanische Federn
- 36 -
- Pneumatikzylinder
- 37 -
- Schwenkpositionen
- 38 -
- Kanten v. 31
- 39 -
- Schaltleisten
- 40 -
- Zentrierdorn
- 41 -
- Aufnahmehülse
- 42 -
- Haube
- 43 -
- Aufnahmebereich in 42
- 44 -
- Fangschirm
- 45 -
- Signallampe
- FR -
- Fahrtrichtung v. 7
- VL -
- Versorgungsleitungen
- STL -
- Steuerleitungen
- D -
- Dicke v. 27
- B -
- Breite v. 27
- PVL -
- pneumatische Versorgungsleitungen
1. Vorrichtung zum Abtransport von vor einem Spulenwickler (1) abgelegten Spulen (2),
welche eine an einem vor mehreren Spulenwicklern (1) verlegten Schienenstrang (5)
hängend verlagerbare Fahreinheit (7) sowie eine mit der Fahreinheit (7) über mindestens
ein motorisch auf- und abwickelbares Hubmittel (27) verbundene G reifereinheit (30)
m it e inem G reiferrahmen ( 29) und zumindest zwei an die Oberfläche einer Spule
(2) zangenartig anlegbaren Greifschenkeln (31) aufweist,
gek. durch folgende Merkmale:
- die Fahreinheit (7) weist einen aus einem E-Motor (12) und einer sich mindestens
mittelbar am Schienenstrang (5) abwälzenden Antriebsrolle (17) bestehenden Fahrantrieb
auf,
- die Greifschenkel (31) der Greifereinheit (30) sind durch mechanische Federn (35)
an die Oberfläche einer Spule (2) anlegbar und unter Einsatz von pneumatischer oder
elektrischer Energie von der Oberfläche abhebbar,
- die Greifereinheit (30) ist in angehobener Position in der Fahreinheit (7) lagezentriert,
- die Versorgungsleitungen (VL,STL,PVL) zur Zuführung von elektrischer und/oder pneumatischer
Energie zur Fahreinheit (7) und zur Greifereinheit (30) s ind flexibel a usgebildet
u nd e rstrecken s ich zwischen e inem E nde des Schienenstrangs (5) sowie einem Anschluss
(13) an der Fahreinheit (7).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fahreinheit (7) an zwei im Querschnitt C-förmigen, nach unten offenen Schienen
(6) rollend zwangsgeführt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsrolle (17) als Zahnrolle ausgebildet ist und in eine sich mit der Fahreinheit
(7) verlagernde omegaförmige Schleife (18) eines entlang des Schienenstrangs (5) fixierten
Zahnriemens (19) form- und kraftschlüssig eingreift.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Versorgungsleitungen (VL,STL,PVL) zur Zuführung von elektrischer und/oder pneumatischer
Energie zur Greifereinheit (30) sich in wendelförmiger Konfiguration zwischen der
Fahreinheit (7) und dem Greiferrahmen (29) sowie zwischen mindestens zwei Hubmitteln
(27) erstrecken.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Hubmittel (27) durch mindestens zwei Flachgurte gebildet sind, deren Breitseiten
sich in quer zur Fahrtrichtung (FR) der Fahreinheit (7) verlaufenden Ebenen erstrecken.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Greifschenkel (31) durch einen Pneumatikzylinder (36) von einer Spule (2) abhebbar
sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Greifschenkel (31) durch einen elektrisch beaufschlagbaren Linearantrieb von
einer Spule (2) abhebbar sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Greifschenkel (31) bogenförmig sowie flächig ausgebildet und mit stegartigen
Stellschenkeln (32) gekoppelt sind, wobei den Stellschenkeln (32) zugeordnete Führungsrollen
(33) horizontal verlagerbar in eine vertikal verstellbare Zwangsführung (34) fassen,
die nach oben durch die mechanischen Federn (35) und nach unten durch den Pneumatikzylinder
(36) oder den Linearantrieb beaufschlagbar ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass an den Greifschenkeln (31) mehrere Schwenkpositionen (37) vorgesehen sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass entlang der freien unteren Kanten (38) der Greifschenkel (31) mit n ach außen abgeschlossenen
Luftkammern ausgerüstete und elektro-sensorisch überwachte Schaltleisten (39) vorgesehen
sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekenn-zeichnet, dass entlang der freien
unteren Kanten (38) der Greifschenkel (31) elektronische Bumper vorgesehen sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die unteren Enden der Flachgurte (27) seitlich des Greiferrahmens (29) befestigt
sind.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass weitere Hubmittel (27) stirnseitig des Greiferrahmens (29) befestigt sind.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Flachgurt (27) eine in der Fahreinheit (7) gelagerte W ickeltrommel (22) zugeordnet
ist, wobei mehrere Wickeltrommeln (22) von einem E-Motor (26) in der Fahreinheit (7)
synchron angetrieben sind.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Greiferrahmen (29) einen sich nach oben erstreckenden Zentrierdorn (40) aufweist
und in der Fahreinheit (7) eine Aufnahmehülse (41) für den Zentrierdorn (40) vorgesehen
ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Versorgungsleitungen (VL,STL,PVL) zur Zuführung von elektrischer und/oder pneumatischer
Energie zu der Fahreinheit (7) in eine neben dem Schienenstrang (5) ablegbare laschenartige
Energiekette (14) eingebettet sind.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Energiekette (14) in einer nach oben offenen U-förmigen Rinne (15) ablegbar ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Fahreinheit (7) von einer Haube (42) umhüllt ist, die einen nach unten offenen
konkaven Aufnahmebereich (43) für die Greifereinheit (30) aufweist.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass der Fahreinheit (7) ein unter die Greifereinheit (30) verlagerbarer Fangschirm (44)
zugeordnet ist.