[0001] Die Erfindung betrifft einen Schaftstab, der insbesondere für schnell laufende Webmaschinen
vorgesehen ist.
[0002] Schaftstäbe für Webschäfte werden häufig durch Leichtmetallprofile gebildet, an denen
eine aus Stahl bestehende Litzentragschiene gehalten ist. Die Litzentragschienen werden
klassischerweise mittels mehrerer Niete an dem Leichtmetallprofil befestigt, die sowohl
die Litzentragschiene als auch einen entsprechenden Fortsatz des Leichtmetallprofils
durchgreifen und dabei die Litzentragschiene am Platz halten. Dieses Befestigungssystem
stößt an Grenzen. Es muss sorgfältig darauf geachtet werden, dass die Schaftstäbe
beim Vernieten keine unerwünschte Biegung erhalten, weil ansonsten das Litzenspiel
entlang des Schaftstabs ungleichmäßig wird. Außerdem zeigt sich, dass im Bereich der
Nietbohrungen, insbesondere bei höheren Arbeitsgeschwindigkeiten häufig Risse entstehen
und dass Stahlniete abgeschert werden. Dem kann auch nicht durch Verwendung dickerer
Stahlniete abgeholfen werden, weil dies die verwendeten Leichtmetallprofile zu sehr
schwächt.
[0003] Aus der DE 39 37 657 A1 ist ein Schaftstab zur nietfreien Befestigung von Litzentragschienen
bekannt. Der Schaftstab weist einen wandartigen flachen Fortsatz mit zwei zueinander
parallelen schmalen Rippen auf. Die Rippen begrenzen zwischen einander einen schlitzartigen
Aufnahmeraum. Die zugeordnete Litzentragschiene weist rückseitig eine schmale Halterippe
auf, die in diesen Aufnahmeraum einzuschieben ist. Sie hat ein gewisses Übermaß, so
dass sie im Klemmsitz zwischen den aufgespreizten Leisten oder Rippen des Halteabschnitts
sitzt.
[0004] An der Litzentragschiene angreifende Kräfte wirken auf die Halterippen als Biegekräfte.
Bei hohen Arbeitsgeschwindigkeiten ist der Sitz der Litzentragschiene problematisch.
[0005] Aus der DE 33 23 224 C2 ist ein Schaftstab bekannt, der aus einem Leichtmetallprofil
gebildet ist. Dieses ersetzt teilweise auch die herkömmliche Litzentragschiene. Dazu
weist das Leichtmetallprofil einen streifenartigen Abschnitt auf, der an seiner Oberseite
und an seiner Unterseite mit einem u-förmigen Schutzprofil versehen ist. Dies hat
aber zur Folge, dass die Präzision des Litzenspiels von der Präzision der Befestigung
der beiden U-Profile in Bezug aufeinander festgelegt ist. Viele Anwender bevorzugen
deshalb herkömmliche Litzentragschienen aus einem geeigneten Stahlprofil.
[0006] Davon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, einen Schaftstab zu schaffen, der für
hohe Arbeitsgeschwindigkeiten eingerichtet ist.
[0007] Diese Aufgabe wird mit dem Schaftstab nach Anspruch 1 gelöst.
[0008] Der erfindungsgemäße Schaftstab weist einen Profilkörper mit einem Fortsatz zur Lagerung
einer an sich weitgehend herkömmlichen Litzentragschiene auf. Der Fortsatz ist mit
wenigstens einer, vorzugsweise aber mehreren Vorsprüngen versehen, die sich in entsprechende
Ausnehmungen der Litzentragschiene hinein erstrecken. Damit wird die eingangs diskutierte,
insbesondere im Zusammenhang mit Stahlnieten auftretende Spannungskonzentration an
einzelnen Stellen des Leichtmetallprofils vermieden. Anders als bei Stahlnieten, die
mit zunehmendem Durchmesser das Schaftprofil mehr und mehr schwächen, führt bei der
Erfindung eine Zunahme des Durchmessers oder der Größe der Vorsprünge nicht zu einer
Schwächung des Schaftprofils. Außerdem führt eine Größenoder Durchmesservergrößerung
zu einer Verminderung der lokalen Spannungskonzentrationen an dem Schaftprofil. Es
können deshalb vergleichsweise größere Kräfte von der Litzentragschiene auf das Schaftprofil
und von dem Schaftprofil auf die Litzentragschiene übertragen werden, wodurch höhere
Arbeitsgeschwindigkeiten ermöglicht werden.
[0009] Die sich in die Ausnehmungen der Litzentragschiene erstreckenden Vorsprünge können
als einstückig an dem Schaftprofil ausgebildete Niete dienen, wobei sie nach Auflegen
der Litzentragschiene in einem Endbereich zur Ausbildung eines Nietkopfs plastisch
verformt werden. Diese Maßnahme führt jedoch anders als bei der Verwendung von Stahlnieten
nicht zum Verzug des Profilkörpers. Es lassen sich auf diese Weise Schaftstäbe hoher
Präzision erzeugen.
[0010] Vorzugsweise ist der Profilkörper ein Leichtmetallprofilkörper, vorzugsweise ein
einstückig ausgebildeter Leichtmetallprofilkörper. Er kann als Hohlkammerprofil ausgebildet
sein, wobei die Hohlkammern leer oder mit Schaum gefüllt sein können. Dies kann der
weiteren Aussteifung oder der Schwingungsdämpfung dienen.
[0011] Die den Vorsprung aufnehmende Ausnehmung (Befestigungsöffnung) kann eine Bohrung,
ein Schlitz, eine Nut oder dergleichen sein. Sie kann lediglich der Ausrichtung der
Litzentragschiene an dem Profilkörper oder auch zusätzlich zu seiner Befestigung dienen.
Im letzteren Fall ist wenigstens ein Teil des Vorsprungs so verformt, dass er die
Litzentragschiene formschlüssig hält.
[0012] Der Vorsprung ist vorzugsweise mit dem Profilkörper einteilig verbunden. Er kann
beispielsweise durch in entsprechende Bohrungen eingeklebte, eingelötete oder eingeschweißte
Stifte, durch in Nuten eingeklebte, eingelötete oder eingeschweißte Leisten ausgebildet
oder einstückig mit dem Profilkörper verbunden sein. In allen genannten Fällen ergibt
sich eine gute Kraftübertragung ohne lokale Kraftspitzen. Es wird dabei aber insbesondere
die fugenlose einstückige Variante bevorzugt. Diese lässt sich prozesssicher herstellen
und wegen des Fehlens einer Fuge zwischen dem Vorsprung und dem Profilkörper sowie
wegen der homogenen Materialbeschaffenheit wird ein guter Kraftübergang erreicht.
Auch ist es möglich, Kanten, z.B: im Übergang des Vorsprungs zu dem übrigen Profilkörper,
zu runden, was Spannungsspitzen entgegenwirkt.
[0013] Es ist möglich, allein die Vorsprünge zur Ausrichtung und Befestigung der Litzentragschiene
zu nutzen. Darüber hinaus kann die Litzentragschiene mit dem Schaftstab stoffschlüssig
verbunden, z.B. verklebt sein.
[0014] Weitere Einzelheiten vorteilhafter Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus
der Zeichnung oder der Beschreibung oder aus Ansprüchen.
[0015] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung veranschaulicht. Es zeigen:
- Figur 1
- einen Webschaft in schematischer Vorderansicht,
- Figur 2
- einen Schaftstab des Webschafts nach Figur 1 in perspektivischer Explosionsdarstellung,
- Figur 3
- den Schaftstab nach Figur 2 in Schnittdarstellung,
- Figur 4
- eine abgewandelte Ausführungsform des Schaftstabs nach Figur 2 in Schnittdarstellung,
- Figur 5 bis 7
- eine abgewandelte Ausführungsform des Schaftstabs in unterschiedlichen Fertigungsstadien
in Schnittdarstellung,
- Figur 8
- den Schaftstab nach Figur 7 in Vorderansicht,
- Figur 9 bis 12
- eine abgewandelte Ausführungsform eines Schaftstabs in verschiedenen Fertigungsstadien
in Schnittdarstellung,
- Figur 13
- den Schaftstab nach Figur 12 in einer ausschnittsweisen Vorderansicht,
- Figur 14
- eine weitere abgewandelte Ausführungsform eines Schaftstabs in Schnittdarstellung,
- Figur 15a
- den Schaftstab nach Figur 14 in einer ersten Variante in einer ausschnittsweisen Draufsicht,
- Figur 15b
- eine Litzentragschiene für einen Schaftstab nach Figur 14 in einer ausschnittsweisen
längs geschnittenen Darstellung,
- Figur 16 bis 18
- eine weitere abgewandelte Ausführungsform eines Schaftstabs, geschnitten in verschiedenen
Längspositionen und in unterschiedlichen Fertigungsstadien,
- Figur 19
- den Schaftstab nach Figur 18 in einer ausschnittsweisen Vorderansicht und
- Figur 20 bis 22
- eine weitere abgewandelte Ausführungsform eines Schaftstabs in unterschiedlichen Fertigungsstadien
in Schnittdarstellung.
[0016] In Figur 1 ist ein Webschaft 1 veranschaulicht, der einen oberen und einen unteren
Schaftstab 2, 3 mit Litzentragschienen 4, 5 aufweist, zwischen denen Litzen 6 gehalten
sind. Die Schaftstäbe 2, 3 sind durch Seitenstützen 7, 8 untereinander verbunden,
so dass der Webschaft 1 einen rechteckigen Rahmen bildet.
[0017] Die Schaftstäbe 2, 3 sind untereinander im Wesentlichen gleich aufgebaut. Die nachfolgende
Beschreibung des Schaftstabs 2 bezieht sich somit entsprechend auf den Schaftstab
3.
[0018] Der Schaftstab 2 ist in Figur 2 gesondert und in Explosionsdarstellung veranschaulicht.
Er wird durch einen Profilkörper 9, vorzugsweise einen Leichtmetallprofilkörper, beispielsweise
einen Aluminiumstrangpressprofilkörper gebildet. Beispiels- und vorzugsweise ist der
Profilkörper 9 als Hohlkammerprofil ausgebildet, das ein oder mehrere, ungefähr rechteckige
Kammern 11 und einen schmalen rechteckigen Querschnitt aufweist. Von dem die Kammer
11 umgebenden Teil des Profilkörpers 9 erstreckt sich ein Wandbereich als Fortsatz
12 weg, der an seinem unteren freien Ende mit einer Biegung 14 versehen ist. Diese
endet in einer Planfläche 15, die etwa parallel zu dem Fortsatz 12 ausgerichtet, dabei
aber gegen diesen versetzt ist. Die Planfläche 15 dient als Anlagefläche für die Litzentragschiene
4, die beispielsweise als flaches, im Querschnitt etwa rechteckiges und an seinen
Schmalseiten abgerundetes Stahlprofil ausgebildet ist. Wie Figur 3 veranschaulicht,
kann die Litzentragschiene 4 an ihrer von dem Fortsatz 12 abgewandten Seite mit Vertiefungen
16 z.B. in Form einer längs durchgehenden Nut oder in Form von flachen Ausnehmungen
versehen sein, die zur Aufnahme von Nietköpfen 17 dienen. Diese sind an zylindrischen
zapfenartigen Vorsprüngen 18 ausgebildet, die einstückig an den Profilkörper 9 angeformt
sind und sich rechtwinklig zu der Planfläche 15 erstrecken. Der Bereich 18a, bei der
die zylindrische Mantelfläche des Vorsprungs 18 die Planfläche 15 trifft, (Figur 5)
ist vorzugsweise als gerundete Kehle ausgebildet. Die Vorsprünge 18 können einen Durchmesser
aufweisen, der den Durchmesser herkömmlicher Stahlniete bei weitem übersteigt. Der
Durchmesser des Vorsprungs 18 kann der in gleicher Richtung gemessenen Breite des
durch die Biegung 14 gebildeten Abschnitts des Fortsatzes 12 entsprechen oder lediglich
geringfügig geringer sein als diese Breite. Die Litzentragschiene 4 kann somit ohne
Verwendung gesonderter Niete an dem Fortsatz 12 festgenietet werden, indem sie, wie
Figur 2 andeutet, zunächst so an den Fortsatz 12 herangeführt wird, dass sie die Vorsprünge
18 mit ihren zylindrischen Befestigungsöffnungen 19 aufnimmt. Die Durchmesser der
zapfenartigen Vorsprünge 18 stimmen dabei mit dem Durchmesser der Befestigungsöffnungen
19 weitgehend überein, so dass die Litzentragschiene 4 ohne oder mit sehr geringem
Spiel auf den Vorsprüngen 18 sitzt. Die Länge der Vorsprünge 18 ist so bemessen, dass
diese gerade durch die Befestigungsöffnungen 19 durchragen, wobei die Größe des Überstands
gerade zur Ausbildung des Nietkopfs 17 ausreicht. Zum Befestigen der Litzentragschiene
4 wird der durch die Litzentragschiene 4 ragende Teil des Vorsprungs 18 (Überstand)
verformt. Die erforderliche plastische Verformung kann durch einen taumelnden Niethammer,
einen schlagenden Niethammer oder ähnliches geschehen. Der in Figur 3 veranschaulichte
Nietkopf 17 ist ein so genannter Rundkopf, dessen Höhe die Tiefe der Vertiefung 16
nicht übersteigt.
[0019] Der Nietkopf 17 kann, wie Figur 4 veranschaulicht, bei einer als Vollprofil ausgebildeten
Litzentragschiene 4 auch völlig flach sein. Die Befestigungsöffnung 19 weist dazu
an der von dem Fortsatz 12 abliegenden Seite eine Ansenkung auf, die beim plastischen
Verformen des Vorsprungs 18 von dem Material des Vorsprungs 18 ausgefüllt wird.
[0020] Die Vorsprünge 18 werden vorzugsweise in einer spanenden Bearbeitung erzeugt, indem
von einer zunächst die Planfläche 15 ganz überdeckenden oder auch einer etwas schmaleren
Rippe 25 (Figur 5) Bereiche unter Freilegung der Planfläche 15 so lange abgetragen
werden bis lediglich die Vorsprünge 18 übrig sind. Die Vorsprünge 18 sind dadurch
einstückiger Bestandteil des Profilkörpers 9. Die Lastübertragung zwischen der Litzentragschiene
4 und dem Profilkörper 9 erfolgt teilweise durch Reibschluss zwischen der Litzentragschiene
4 und der Planfläche 15 und teilweise durch Scherbelastung der Vorsprünge 18. Dies
gilt insbesondere wegen der relativ genauen Passung zwischen den Vorsprüngen 18 und
den Befestigungsbohrungen 19 und wegen des großen Durchmessers derselben. Die Scherbelastung
führt zu lediglich geringen Lastspitzen im Übergang 18a zwischen den Vorsprüngen 18
und dem übrigen Profilkörper 9. Es können deshalb große Kräfte übertragen werden.
Dadurch ist ein solcher Webschaft in der Lage, besondere hohe Arbeitsgeschwindigkeiten
zu ermöglichen, ohne dass Niete abreißen oder Nietbohrungen ausreißen. Die Befestigung
der Litzentragschiene 4 kann außerdem durch auf die Planfläche 15 aufgetragenen Klebstoff
unterstützt werden. Außerdem ist es alternativ möglich, an Stelle der derzeitig bevorzugten
einstückig angeformten Vorsprünge 18 entsprechende verformbare Zapfen in entsprechende
Bohrungen einzusetzen und einzukleben, die beispielsweise in die Biegung 14 eingebracht
sind. Solche Zapfen bestehen vorzugsweise aus dem gleichen Material wie der Profilkörper
9, um eine gute Lastübertragung zu ermöglichen.
[0021] In den Figuren 5 bis 8 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Schaftstabs 2 veranschaulicht. Unter Zugrundelegung gleicher Bezugszeichen wird auf
die vorstehende Beschreibung verwiesen, die mit Ausnahme der nachfolgend diskutierten
Unterschiede entsprechend gilt.
[0022] Der Profilkörper 9 des Schaftstabs 2 nach den Figuren 5 bis 8 weist in seiner Biegung
14 einen z.B. kreisförmigen Längskanal 21 auf, der zu einer Gewichtsverminderung des
Profilkörpers 9 ohne nennenswerte Schwächung desselben führt. Im Anschluss an die
Biegung ist ein schild- oder plattenförmiger streifenartiger Bereich 22 angeformt,
der letztendlich durch zwei dünne wandartige, in gemeinsamer Ebene liegende und parallel
zu dem Fortsatz 12 ausgerichtete Stege 23, 24 gebildet wird. Figur 5 veranschaulicht
den Profilkörper 9 als Rohling. Die Stege 23, 24 weisen an ihrer von dem Vorsprung
12 abliegenden Seite ein gewisses Aufmaß auf. In Verlängerung der Biegung 14 erhebt
sich über den Stegen 23, 24 eine Rippe 25, aus der die Vorsprünge 18 herausgearbeitet
werden sollen. Dies erfolgt durch Abfräsen der Rippe 25, wobei auch das Aufmaß der
Stege 23, 24 unter Freilegung der Planfläche 15 abgefräst oder sonstwie spanend entfernt
wird. Nach erfolgter Bearbeitung ist die Planfläche 15 erzeugt, von der die Vorsprünge
18 senkrecht aufragen. Dieser Zustand ist in Figur 6 veranschaulicht. Es kann nun
die aus Figur 7 ersichtliche Litzentragschiene 4 aufgelegt werden, die beispielsweise
an ihrer Rückseite mit einer längs durchgehenden, flachen nutartigen Ausnehmung 26
versehen ist, in die die Stege 23, 24 hineinpassen. Die Tiefe der Ausnehmung 26 stimmt
mit der Dicke der Stege 23, 24 überein oder ist geringfügig größer als diese. Die
Befestigungsöffnungen 19 sind angesenkt, so dass eine plastische Verformung der Vorsprünge
18 zum Ausfüllen der Ansenkung und somit zur formschlüssigen Lagerung der Litzentragschiene
4 dient. Figur 8 veranschaulicht die ausgebildeten Nietköpfe 17 in Draufsicht. Der
Vorzug dieser Ausführungsform liegt in der Vergrößerung des Flächeninhalts der Planfläche
15, was einerseits eine gute Ausrichtung der Litzentragschiene 4 und zum anderen auch
einen höheren Reibschluss zwischen Litzentragschiene 4 und Profilkörper 9 gestattet.
Außerdem kann bedarfsweise Klebstoff in die zwischen die Planfläche 15 und die Litzentragschiene
4 ausgebildete Fuge eingebracht werden, was die Befestigungssicherheit weiter erhöht
und die Lastübertragung weiter vergleichmäßigt.
[0023] Die vorstehend beschriebene Art der Befestigung der Litzentragschiene 4 an dem Profilkörper
9 ist nicht nur zur Befestigung von symmetrischen Litzentragschienen für Litzen mit
c-förmigen Endösen sondern auch zur Befestigung von asymmetrischen Litzentragschienen,
z.B. für Litzen mit J-förmigen Endösen, geeignet. Die Figuren 9 bis 13 veranschaulichen
ein solches Ausführungsbeispiel. Für dieses gilt die vorstehende Beschreibung unter
Zugrundelegung gleicher Bezugszeichen entsprechend. Ergänzend gilt folgendes:
[0024] In dem Bereich der Biegung 14 ist an dem Profilkörper 9 eine im Wesentlichen ebene,
rechtwinklig zu dem Fortsatz 12 stehende Endfläche 27 ausgebildet, in die eine Nut
28 eingebracht sein kann. Die Form dieser Nut 28 und die Position der Fläche 27 kann
durch einen spanenden Bearbeitungsvorgang festgelegt sein, wenn es auf die Maßhaltigkeit
ankommt. Figur 9 veranschaulicht zunächst einen Rohling des Profilkörpers 9, bei dem
der Bereich der Biegung 14 in eine vorzugsweise etwa gleich breite Rippe 25 übergeht.
Diese sich rechtwinklig von dem Fortsatz 12 weg erstreckende Rippe 25 weist eine Breite
auf, die die Dicke des Fortsatzes 12 um ein Mehrfaches übersteigt. In einem spanenden
Bearbeitungsschritt wird ein Teil der Rippe 25 abgetragen, wobei in gleichmäßigen
Abständen parallel zueinander ausgerichtete zylindrische Vorsprünge 18 ausgespart
werden, d.h. stehen bleiben. Dieser Bearbeitungszustand ist in Figur 10 veranschaulicht.
Wie ersichtlich ist bei der spanenden Bearbeitung auch die Planfläche 15 erzeugt worden,
von der aus die Vorsprünge 18 aufragen. Die Vorsprünge 18 sind bei der spanenden Bearbeitung
wie auch bei allen vorstehenden Ausführungsbeispielen auf gleiche Länge gebracht worden.
Nach dem Auflegen der Litzentragschiene 4 durchragen sie diese geringfügig, wie dies
Figur 11 veranschaulicht. In einem nachfolgenden Nietbearbeitungsvorgang wird der
die Befestigungsöffnung 19 durchragende Überstand 29 des Vorsprungs 18 plastisch verformt,
so dass die Ansenkung der Befestigungsbohrung 19 unter Ausbildung des Nietkopfs 17
vollständig ausgefüllt wird, wie es Figur 12 veranschaulicht. Die Nietköpfe 17 sind
in Draufsicht vorzugsweise kreisrund, wie es Figur 13 veranschaulicht.
[0025] Auch hier kann zur Unterstützung der Verbindung zwischen der Litzentragschiene 4
auf die Planfläche 15 aufgebrachter Klebstoff dienen.
[0026] Die Figuren 14 bis 19 veranschaulichen weitere Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Schaftstabs 2, wobei diese Ausführungsformen gleichermaßen, wie dargestellt, für asymmetrische
Litzentragschienen 4 oder auch für symmetrische Litzentragschienen 4 angewendet werden
können. Ergänzend zu den nachfolgenden Erläuterungen gelten unter Zugrundelegung gleicher
Bezugszeichen die zu den vorstehenden Ausführungsbeispielen gegebenen Beschreibungen
entsprechend:
[0027] Der Profilkörper 9 weist bei dem Ausführungsbeispiel nach den Figuren 14 und 15 an
seiner Planfläche 15 stegartige, in Draufsicht rechteckige Vorsprünge 18 auf, denen
entsprechend längliche Befestigungsöffnungen 19 in der Litzentragschiene 4 zugeordnet
sind. Der Vorsprung 18 weist hier eine mit der Dicke der Litzentragschiene 4 übereinstimmende
Länge (gemessen senkrecht zu dem Fortsatz 12) und einen rechteckigen Umriss auf (siehe
Figur 15). Er bildet somit etwa eine Leiste mit rechteckigem Querschnitt. Die Befestigungsöffnung
19 weist zwei an den Flanken des Vorsprungs 18 anliegende Planflächen 31, 32 auf,
die zwischen einander einen Schlitz begrenzen, dessen Breite mit der Breite des Vorsprungs
18 übereinstimmt. An den Enden kann der Schlitz durch entsprechende zylindrische Wandungsabschnitte
33, 34 abgeschlossen sein. Die Befestigungsöffnung 19 kann mittels eines Stanzvorgangs
(Figur 15a) oder mittels eines Fräsvorgangs (Figur 15b) hergestellt werden.
[0028] Der stegförmige Vorsprung 18 kann zur Übertragung von senkrecht an der Litzentragschiene
4 angreifenden Kräften dienen. Die Angriffsrichtung der Kraft ist in Figur 14 durch
eine strichpunktierte Linie 35 veranschaulicht. Die Sicherung der Litzentragschiene
4 an dem Fortsatz 12 kann durch Klebstoff erfolgen. Die spielarme oder spielfreie
Passung zwischen den in einer Reihe hintereinander angeordneten Vorsprüngen 18 und
der Litzentragschiene 4 die entsprechende, in einer Reihe angeordnete Befestigungsöffnungen
19 aufweist, kann dazu dienen, die Litzentragschiene so lange zu halten, bis in der
Fuge zwischen der Litzentragschiene 4 und der Planfläche 15 befindlicher Klebstoff
ausgehärtet ist. Die Passung zwischen dem Vorsprung 18 und der Befestigungsöffnung
19 kann als Übergangspassung oder als Presspassung ausgebildet sein. Wenn jedoch schnell
härtende Klebstoffe verwendet werden und/oder wenn die Vorsprünge 18 nach dem Aufbringen
der Litzentragschiene 4 einer plastischen Deformation zur Festlegung der Litzentragschiene
4 unterzogen werden oder wenn zur Sicherung der Litzentragschiene 4 bis zum Aushärten
evtl. vorhandenen Klebstoffs wenigstens temporär wirkende Mittel, wie z.B. Klemmen
oder dergleichen vorgesehen werden, kann auch eine Spielpassung angewendet werden.
[0029] Figur 16 bis 19 veranschaulicht eine weitere Ausführungsform des Schaftstabs, bei
dem der Vorsprung 18 als längs durchgehende, von der Planfläche 15 aufragende Rippe
vorzugsweise mit Rechteckquerschnitt ausgebildet ist. Die Litzentragschiene 4 weist
eine, aus Figur 16 ersichtliche, zu dem Vorsprung 18 komplementäre Nut 36 auf, die
die auf der Anlagefläche 15 aufliegende Rückseite der Litzentragschiene 4 durchsetzt.
Die Nut 36 erstreckt sich über die gesamte Länge der Litzentragschiene 4. Sie nimmt
etwa die halbe Dicke der Litzentragschiene 4 ein. Wie die Figuren 17, 18 und 19 veranschaulichen,
sind in der Litzentragschiene 4 etwa kegelförmige Befestigungsöffnungen 19 ausgebildet,
die die Nut 36 schneiden. Ist die Litzentragschiene 4 auf die Planfläche 15 aufgelegt,
sichert die Rippe 18 die Litzentragschiene 4 gegen Verschieben, wobei sich die rechteckige
Rippe 18 durch die Befestigungsöffnung 19 erstreckt, ohne die Litzentragschiene 4
am Platz zu sichern. Dies ist in Figur 17 veranschaulicht. Durch ein geeignetes Druck-
oder Drückwerkzeug kann der Vorsprung 18 nun im Bereich der Befestigungsöffnungen
19 so deformiert werden, dass er diese zumindest in ihrem unteren Bereich ausfüllt,
wie es Figur 18 veranschaulicht. Es bildet sich dadurch aus dem leistenartigen Vorsprung
18 heraus eine Art Nietkopf 17, der die Litzentragschiene 4 gegen die Planfläche 15
presst. Die Litzentragschiene 4 ist dadurch formschlüssig an dem Fortsatz 12 gesichert.
Zusätzlich kann eine stoffschlüssige Sicherung durch Klebstoff oder dergleichen vorgesehen
werden.
[0030] Die hier diskutierte Ausführungsform des Schaftstabs 2 hat den Vorzug, dass in Litzenlängsrichtung
an der Litzentragschiene 4 angreifende Kräfte über die gesamte Länge der den Vorsprung
18 bildenden Rippe an den Profilkörper 9 übertragen werden.
[0031] Eine weitere Ausführungsform der Erfindung veranschaulichen die Figuren 20 bis 22.
Es wird unter Zugrundelegung der eingeführten Bezugszeichen auf die vorstehende Beschreibung
verwiesen, die entsprechend gilt. Jedoch sind die Vorsprünge 18 zur Sicherung der
Litzentragschiene 4 hier nicht durch spanendes Herausarbeiten aus der Rippe 25 (Figur
5) und auch nicht durch direktes entsprechendes Ausformen der Vorsprünge entstanden,
wie es beispielsweise bei der Ausführungsform nach Figur 16 bis 19 erfolgen kann,
sondern durch einen Fließpressvorgang, der in den Figuren 21 und 22 veranschaulicht
ist. Ausgangspunkt bildet zunächst der in Figur 20 veranschaulichte Profilkörper 9,
der zur Auflage der Litzentragschiene 4 eine an dem Fortsatz 12 ausgebildete Auflagerippe
37 aufweist, die in ihrer Funktion etwa der Biegung 14 entspricht. Die Auflagerippe
37 ist an ihrer der Litzentragschiene 4 zugewandten Seite mit der Planfläche 15 versehen.
Rückseitig, d.h. an der von der Litzentragschiene 4 abgewandten Seite können ein oder
mehrere Vertiefungen 38 ausgebildet sein, die sich in die Auflagerippe 37 hinein erstrecken.
Die Vertiefungen 38 können einzelne Sackbohrungen, Nutabschnitte oder eine längs durchgehende
Nut sein.
[0032] Die Befestigungsöffnung 19 ist ebenfalls als Stufenbohrung ausgebildet. Ihr engerer
Querschnitt ist der Planfläche 15 zugewandt.
[0033] Die Befestigung der Litzentragschiene 4 an dem Profilkörper 9 erfolgt hier durch
einen Fließpressvorgang. Dieser ist in Figur 21 veranschaulicht. In die Befestigungsöffnung
19 der Litzentragschiene 4 wird ein Gegenhalterstempel 39 eingeführt, der den größeren
Durchmesser der Befestigungsöffnung 19 vorzugsweise ganz ausfüllt und dessen untere
Stirnfläche mit der Planfläche 15 einen Innenraum mit T-förmigem Längsschnitt abgrenzt.
Von der Rückseite her wird ein Druckstempel 41 in die Vertiefung 38 eingeführt und
so eingepresst, dass er den unter plastischer Verformung des Materials in den Boden
der Vertiefung 38 eindrückt. An der gegenüber liegenden Seite fließt dadurch ein sich
an der Stirnseite des Gegenhalterstempels 39 pilzförmig aufstauchender Vorsprung 18
in die Befestigungsöffnung 19 ein. Der obere Teil des Vorsprungs 18 bildet den aus
Figur 22 ersichtlichen Nietkopf 17.
[0034] Allen vorstehend beschriebenen Ausführungsformen ist gemeinsam, dass durch fehlende
Bohrungen in dem Profilkörper 9 im Bereich der Auflage der Litzentragschiene 4 keine
Spannungsspitzen entstehen, was die Dauerfestigkeit des Schaftstabs 2 wesentlich erhöht.
Außerdem sind keine den Profilquerschnitt schwächenden Bohrungen erforderlich, die
ansonsten für Niete oder dergleichen erforderlich wären. Der Schaftstab wird dadurch
um ca. 10 % steifer und biegt sich unter Last weniger durch. Außerdem kann der Profilquerschnitt
im Bereich des Nietkopfs verkleinert werden, was zu einer Gewichtsreduzierung des
Schaftstabs um etwa 3% genutzt werden kann.
[0035] Beim Anquetschen oder Anpressen der Vorsprünge 18 werden die Schaftstäbe im Vergleich
zu herkömmlichen Nietverfahren weniger krumm. Bei herkömmlichen Verfahren kann ein
gestauchter Niet die Bohrung des Profilquerschnitts seitlich verdrücken, wodurch die
Positionierung der Litzentragschiene nicht ganz präzise ist. Solche Nachteile werden
hier vermieden. Wird die Litzentragschiene mit dem Profilkörper verklebt, kann das
Klebeverfahren vereinfacht werden. Die angefrästen Niete oder sonstige Verankerungen
können zum Justieren der Tragschiene beim Aushärten der Klebstoffe dienen.
[0036] Bei einem neuartigen Schaftstab 2 ist die Litzentragschiene an einem Profilkörper
9 beispielsweise in Form eines Aluminiumstrangpressprofils durch an dem Strangpressprofil
ausgebildete Vorsprünge formschlüssig gesichert, wobei diese Vorsprünge in Ausnehmungen
der Litzentragschiene greifen.
Bezugszeichenliste:
[0037]
- 1
- Webschaft
- 2, 3
- Schaftstab
- 4, 5
- Litzentragschienen
- 6
- Litzen
- 7, 8
- Seitenstützen
- 9
- Profilkörper
- 11
- Kammer
- 12
- Fortsatz
- 14
- Biegung
- 15
- Planfläche
- 16
- Vertiefung
- 17
- Nietkopf
- 18
- Vorsprünge
- 18a
- Übergangsbereich
- 19
- Ausnehmung (Befestigungsöffnung)
- 21
- Kanal
- 22
- Bereich
- 23, 24
- Stege
- 25
- Rippe
- 26
- Ausnehmung
- 27
- Endfläche
- 28
- Nut
- 29
- Überstand
- 31, 32
- Planflächen
- 33, 34
- Wandungsabschnitte
- 35
- Linie
- 36
- Nut
- 37
- Auflagerippe
- 38
- Vertiefung
- 39
- Gegenhalterstempel
- 41
- Druckstempel
1. Schaftstab, insbesondere für schnelllaufende Webmaschinen,
mit einem Profilkörper (9), der einen Fortsatz (12) zur. Befestigung einer Litzentragschiene
(4) aufweist, die mit wenigstens einer Ausnehmung (19) versehen ist,
wobei der Fortsatz (12) wenigstens einen sich in die Ausnehmung (19) erstrechenden
Vorsprung (18) aufweist.
2. Schaftstab nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Profilkörper (9) ein Leichmetallprofilkörper ist.
3. Schaftstab nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (19) eine Bohrung ist.
4. Schaftstab nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (19) ein Schlitz ist.
5. Schaftstab nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (19) eine Nut ist.
6. Schaftstab nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (18) mit dem Fortsatz (12) einstückig verbunden ist.
7. Schaftstab nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (18) einen deformierten Abschnitt (17) aufweist und insoweit als Niet
ausgebildet ist.
8. Schaftstab nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (18) spielfrei in der Ausnehmung (19) sitzt.
9. Schaftstab nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Vorsprung (18) von einer ebenen Anlagefläche (15) weg erstreckt, an der
die Litzentragschiene (4) anliegt.
10. Schaftstab nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Litzentragschiene (4) mit dem Schaftstab (2) stoffschlüssig verbunden ist.