[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Winkelverbinder für Doppelfenster-Rahmenprofile
gemäß dem Oberbegriff des Hauptanspruchs.
[0002] Im Einzelnen bezieht sich die Erfindung auf einen Winkelverbinder für Doppelfenster-Rahmenprofile
mit jeweils einem einen Schenkel bildenden Grundkörper, an welchem mehrere von diesem
abstehende streifenförmige Lamellen angeordnet sind.
[0003] Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, Rahmenhohlprofile oder hohle Abstandsprofile
zu verwenden, um Mehrscheiben-Isoliergläser oder Doppelfenster herzustellen. Dabei
wird das Rahmenhohlprofil abgelängt und mittels der Winkelverbinder zu einem Rahmen
geformt, auf welchen dann vorderseitig und rückseitig jeweils eine Glasscheibe aufgeklebt
wird. Das Rahmenhohlprofil wird mit einem hygroskopischen Mittel gefüllt, um die Luftfeuchtigkeit
aus der zwischen den Scheiben eingeschlossenen Luft zu entfernen.
[0004] Bei derartigen Winkelverbindern ist es erforderlich, dass diese einfach montierbar
sind und zuverlässig in dem Rahmenhohlprofil verankert werden können. Dabei spielt
sowohl die Art der Verankerung als auch die Frage der Ermüdung des Kunststoffmaterials
eine entscheidende Rolle.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Winkelverbinder der eingangs genannten
Art zu schaffen, welcher bei einfachem Aufbau und einfacher, kostengünstiger Herstellbarkeit
gut verankerbar ist und ein hohes Maß an Betriebssicherheit gewährleistet.
[0006] Die DE 85 09 217 U1 zeigt einen derartigen Winkelverbinder.
[0007] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmalskombination des Hauptanspruchs
gelöst, die Unteransprüche zeigen weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
[0008] Erfindungsgemäß ist somit vorgesehen, dass der Abstand zweier benachbarter Lamellen
in einem Bereich von 1,5 bis 2,0 mm liegt.
[0009] Durch die erfindungsgemäß vorgesehene Beabstandung der einzelnen Lamellen ist bei
dem Winkelverbinder eine ausreichend hohe Lamellenzahl realisierbar, um eine sichere
Halterung und Verankerung zu gewährleisten.
[0010] Weiterhin bietet die erfindungsgemäße Dimensionierung der Abstände der Lamellen die
Möglichkeit, den Winkelverbinder, der in das Rahmenhohlprofil eingesteckt wird, zuverlässig
mit diesem zu verkrallen. Da die unterschiedlichen Ausgestaltungsformen von Rahmenhohlprofilen
an ihrer Innenseite unterschiedlichst ausgestaltete erhabene oder rauhe Bereiche aufweisen,
beispielsweise durch Einprägungen, Schweißraupen oder Ähnliches, ist der erfindungsgemäße
Winkelverbinder universell für unterschiedlichste Rahmenhohlprofile einsetzbar.
[0011] Besonders günstig ist es, wenn der Abstand benachbarter Lamellen 1,75 mm beträgt.
Es ist selbstverständlich, dass auch jede Art von Zwischenwerten aus dem oben genannten
Bereich zwischen 1,5 und 2,0 mm günstig sein kann, beispielsweise Werte von 1,55,
1,65, 1,85 und 1,95 mm.
[0012] Erfindungsgemäß ist weiterhin vorgesehen, dass die Gesamthöhe des Grundkörpers und
der Lamellen größer ist, als eine zugeordnete Innenhöhe des Hohlprofils. Hierdurch
werden die Lamellen beim Einschieben in das Rahmenhohlprofil zwangsweise verformt,
wodurch sich die erfindungsgemäß vorgesehene Keilwirkung der Lamellen ergibt. Die
Lamellen halten den Winkelverbinder somit nicht durch Reibungskraft, so wie dies bei
den aus dem Stand der Technik bekannten Winkelverbindern bekannt ist, sondern durch
eine gezielt aufgebrachte Keilwirkung. Hierdurch ist es möglich, die einzelne Lamelle
auch mit den Bereichen des Rahmenhohlprofils sicher zu verkeilen, an denen sich nicht
zusätzliche Ausprägungen oder Ähnliches befinden. Erfindungsgemäß erfolgt somit eine
Verkeilung oder Verkrallung der Lamellen, deren Wirkung insbesondere dann eintritt,
wenn eine Ausziehkraft aufgebracht wird. Somit unterscheiden sich die erfindungsgemäßen
Lamellen von den aus dem Stand der Technik bekannten Ausgestaltungen, bei welchen
die Halterung durch Reibung und Anpressen der Lamellen an die Wandung des Rahmenhohlprofils
erfolgt.
[0013] Um eine sichere Verkrallung der Lamelle zu fördern, ist es besonders vorteilhaft,
wenn die freie Kante der Lamelle zur Bildung einer Schneide abgeschrägt ist. Hierdurch
erhöht sich die Flächenpressung zwischen der Lamelle und der Innenwandung des Rahmenhohlprofils.
[0014] Erfindungsgemäß ist es weiterhin besonders vorteilhaft, wenn die Lamellen so angeordnet
sind, dass sie sich nach innen, bezogen auf einen fertigen, aus dem Rahmenhohlprofil
hergestellten Rahmen erstrecken. Die Rückseiten der beiden Grundkörper können dann
eine sichere Positionierung der beiden Enden der Rahmenhohlprofile gewährleisten,
wodurch jede Art von Spiel ausgeschlossen werden kann.
[0015] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Einschublänge ca. 24 mm beträgt. Dies bedeutet,
dass der Grundkörper im Wesentlichen 24 mm lang ist, sodass eine ausreichend lange
Strecke mit den Lamellen besetzt werden kann, sodass eine entsprechend hohe Lamellenzahl
vorliegt. Die Einschublänge kann auch 20 bis 30 mm betragen, abhängig von der Dimensionierung
des Rahmenhohlprofils.
[0016] Der Grundkörper ist bevorzugter Weise an seiner den Lamellen abgewandten Seite mit
einer Sägezahn-Riffelung versehen. Diese trägt auch zur Halterung bei und bewirkt
eine gute Anlage an dem Rahmenhohlprofil.
[0017] Die erfindungsgemäßen Winkelverbinder können in zwei unterschiedlichen Ausgestaltungsformen
ausgebildet sein. Zum einen ist es möglich, die beiden Grundkörper mittels eines einstückig
mit diesen verbundenen Scharnierbereichs schwenkbar miteinander zu verbinden. Hierdurch
ist es möglich, auch andere, nicht rechteckige Formen von Isolierverglasungen zu schaffen.
[0018] In einer alternativen Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die beiden Grundkörper mittels
eines einstückig mit diesem verbundenen Eckbereichs fest miteinander verbunden sind.
Hierdurch ergibt sich der gewünschte 90°-Winkel.
[0019] Die beiden oben beschriebenen Ausgestaltungsformen lassen sich sehr einfach dadurch
realisieren, dass ein Spritzwerkzeug geringfügig modifiziert wird. Hierdurch ergeben
sich sehr günstige Herstellungskosten.
[0020] Aus architektonischen Gründen ist es vielfach erforderlich, Sprossenfenster einzubauen.
Diese weisen jedoch jeweils gemeinsame große Glasscheiben auf, sodass die einzelnen
Sprossen nur zur Dekoration eingefügt werden. Mittels des erfindungsgemäßen Winkelverbinders
ist dies auf besonders einfache Weise dadurch möglich, dass jeweils vier Winkelverbinder
mittels zumindest einer, bevorzugter Weise zweier Kreuzplatten miteinander verbunden
sind, die mit den festen Eckbereichen koppelbar sind. Somit können die Kreuzplatten
in einfachster Weise auf die jeweiligen Winkelverbinder aufgerastet werden. Für die
Herstellung der Kreuzplatte selbst reicht somit ein relativ einfaches Werkzeug, sodass
sich insgesamt die Kosten vermindern.
[0021] In erfindungsgemäßer Weiterbildung ist vorgesehen, dass die Kreuzplatte im Wesentlichen
mittig mit einem elastisch über die Oberfläche der Kreuzplatte vorstehenden, einstückig
an dieser ausgebildeten Dämpfungsbereich vorgesehen ist. Dieser ist in der ursprünglichen
Herstellung erhaben ausgebildet und wird beim Auflegen der Glasscheiben etwas deformiert.
Somit kann er Schwingungen der Glasplatte dämpfen und ausgleichen.
[0022] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit
der Zeichnung beschrieben. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ausgestaltungsform eines ersten erfindungsgemäßen Winkelverbinders,
- Fig. 2
- eine veränderte perspektivische Ansicht des in Fig. 1 gezeigten Winkelverbinders,
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf den Winkelverbinder gemäß Fig. 1 und 2,
- Fig. 4
- eine weitere Ausgestaltungsvariante eines Winkelverbinders, analog Fig. 1,
- Fig. 5
- eine veränderte perspektivische Darstellung des in Fig. 4 gezeigten Winkelverbinders,
- Fig. 6
- eine Draufsicht auf den Winkelverbinder gemäß Fig. 4 und 5,
- Fig. 7
- eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäß realisierte Kreuzverbindung mit Kreuzplatte,
- Fig. 8
- eine perspektivische Teilansicht einer derartigen Kreuzverbindung,
- Fig. 9
- eine Schnitt-Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels einer Kreuzplatte,
- Fig. 10
- eine perspektivische Ansicht eines Ausgestaltungsbeispiels einer Kreuzplatte, und
- Fig. 11
- eine perspektivische Darstellung eines Endstücks oder Randanschlussstücks für ein
Mittelkreuz unter erfindungsgemäßer Ausgestaltung der Lamellen.
[0023] Bei den unterschiedlichen Ausgestaltungsbeispielen sind gleiche Teile jeweils mit
gleichen Bezugsziffern versehen.
[0024] Die gezeigten Winkelverbinder weisen jeweils einen Grundkörper 1 auf, welcher im
Wesentlichen rechteckig ist und an seiner Außenseite mit einer Riffelung 4 versehen
ist. Die Dimensionierung des Grundkörpers 1 kann den jeweiligen Rahmenhohlprofilen
angepasst werden. Gleiches gilt für Einlaufschrägen, Abrundungen zum erleichterten
Einschieben und Ähnliches. Hierzu kann auf den bekannten Stand der Technik verwiesen
werden.
[0025] An seiner zum Innenraum eines durch Rahmenhohlprofile gebildeten Rahmens weisenden
Seite sind erfindungsgemäß eine Vielzahl von Lamellen 2 vorgesehen, welche sich im
rechten Winkel zu dem Grundkörper 1 erstrecken. Die Lamellen weisen, wie beispielsweise
in Fig. 6 gezeigt, einen gegenseitigen Abstand A auf, welcher 1,5 bis 2,0 mm, bevorzugter
Weise 1,75 mm beträgt.
[0026] Wie insbesondere aus den Fig. 3 und 6 ersichtlich ist, ist das freie Ende jeder Lamelle
2 abgeschrägt, sodass sich eine Schneide 3 ergibt. Diese ist in den gezeigten Ausführungsbeispielen
gegen die Einschubrichtung gerichtet, sie kann auch in anderer Orientierung vorgesehen
sein.
[0027] Die Fig. 4 bis 6 zeigen eine Ausgestaltungsvariante, bei welcher die beiden Grundkörper
1 einstückig mittels eines Scharnierbereichs 5 verbunden sind. Hierdurch ergibt sich
die Möglichkeit, auch andere Orientierungen als 90°-Winkel vorzusehen.
[0028] Die Fig. 1 bis 3 zeigen ein Ausführungsbeispiel, bei welchem die beiden Grundkörper
1 einstückig mit einem Eckbereich 6 verbunden sind, welcher eine 90°-Orientierung
ermöglicht.
[0029] In den Fig. 7 und 8 ist eine weitere Variante dargestellt, bei welcher auf die Eckbereiche
6 eine Kreuzplatte 7 aufgesetzt (geklickt oder aufgepresst) ist. Hierzu weist die
Kreuzplatte 7 geeignete Vorsprünge oder Nuten auf. Die Detail-Konstruktion ist jeweils
den Anforderungen anpassbar.
[0030] Es können somit auf einfachste Weise Mittelkreuze realisiert werden, ohne dass hierzu
zusätzliche Verbinder oder Ähnliches gefertigt werden müssten.
[0031] Um ein Klappern im Bereich dieser Mittelkreuze zu vermeiden, weist die Dämpfungsplatte
7 erfindungsgemäß einen Dämpfungsbereich 8 auf (siehe Fig. 9), welcher einstückig
mit dieser ausgebildet ist und sich in ihrem Zentrum über die freie Oberfläche erstreckt,
so wie dies in Fig. 9 gezeigt ist. Mittels einzelner zick-zack-förmiger Schenkel 9
kann der Dämpfungsbereich 8 mit der Kreuzplatte 7 verbunden sein, so wie dies in Fig.
10 gezeigt ist. Es ist jedoch auch möglich, ununterbrochene konzentrische Ringe zu
formen, so wie dies die Draufsicht der Fig. 7 zeigt.
[0032] Um eine sichere Halterung der Grundkörper 1 in dem jeweiligen Rahmenhohlprofil zu
gewährleisten, ist es bevorzugt, wenn die Gesamthöhe des Grundkörpers 1 sowie der
Lamellen 2, so wie dies in Fig. 6 gezeigt ist, größer ist, als die Höhe des Rahmenhohlprofils,
bevorzugter Weise ist die Gesamthöhe H um 0,2 mm größer, als die lichte Höhe des Rahmenhohlprofils.
[0033] Die Fig. 11 zeigt eine weitere, abgewandelte Ausgestaltungsform eines erfindungsgemäßen
Endstücks für ein Mittelkreuz. An einer Basisplatte 11 sind zwei Grundkörper 1 mit
erfindungsgemäß ausgestalteten Lamellen 2 einstückig vorgesehen, deren Abstand der
Anordnung gemäß der Fig. 7 entspricht. Zwischen den beiden Grundkörpern 1 ist ein
Befestigungsblock 12 an der Befestigungsplatte 11 gelagert, welcher kammerartig oder
wabenförmig ausgebildet ist. Eine zentrische Waben- oder Kammerreihe dient der Durchführung
einer Befestigungsschraube, sodass insgesamt ein zentrischer Kanal gebildet wird,
welcher die Schraube führt und zu einer exakten Verankerung der Schraube dient. Es
versteht sich, dass das Endstück 10 auch angeschossen werden kann, sodass keine Schraubverbindung
erforderlich ist.
[0034] Die Erfindung ist nicht auf die gezeigten Ausführungsbeispiele beschränkt, vielmehr
ergeben sich im Rahmen der Erfindung vielfältige Abwandlungs- und Modifikationsmöglichkeiten.
Bezugszeichenliste
[0035]
- 1
- Grundkörper
- 2
- Lamelle
- 3
- Schneide
- 4
- Riffelung
- 5
- Scharnierbereich
- 6
- Eckbereich
- 7
- Kreuzplatte
- 8
- Dämpfungsbereich
- 9
- Schenkel
- 10
- Endstück
- 11
- Befestigungsplatte
- 12
- Befestigungsblock
- A
- Abstand
- H
- Gesamthöhe
1. Winkelverbinder für Doppelfenster-Rahmenprofile mit jeweils einem einen Schenkel bildenden
Grundkörper (1), an welchem mehrere von diesem abstehende streifenförmige Lamellen
(2) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand (A) zweier benachbarter Lamellen (2) in einem Bereich von 1,5 bis 2,0
mm beträgt.
2. Winkelverbinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand (A) zweier benachbarter Lamellen (2) 1,75 mm beträgt.
3. Winkelverbinder nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gesamthöhe (H) des Grundkörpers (1) und der Lamellen (2) größer ist, als eine
zuzuordnende Innenhöhe des Rahmenhohlprofils.
4. Winkelverbinder nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Gesamthöhe (H) um 0,2 mm größer ist.
5. Winkelverbinder nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die freie Kante der Lamelle (2) zur Bildung einer Schneide (3) abgeschrägt ist.
6. Winkelverbinder nach einem Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (1) an seiner den Lamellen (2) abgewandten Seite mit einer sägezahnartigen
Riffelung (4) versehen ist.
7. Winkelverbinder nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (1) mittels eines einstückig mit diesem verbundenen Scharnierbereichs
(5) schwenkbar miteinander verbunden sind.
8. Winkelverbinder nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (1) mittels eines einstückig mit diesen verbundenen Endbereichs (6)
fest miteinander verbunden sind.
9. Winkelverbinder nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils vier Winkelverbinder mittels zumindest einer mit den Eckbereichen (6) koppelbaren
Kreuzplatte (7) miteinander verbindbar sind.
10. Winkelverbinder nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Kreuzplatte (7) im Wesentlichen mittig mit einem elastischen, über die Oberfläche
der Kreuzplatte (7) vorstehenden, einstückig an dieser ausgebildeten Dämpfungsbereich
(8) versehen ist.