[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Abdeckung einer Mittelpufferkupplung
eines schienengebundenen Fahrzeuges gegen Witterungseinflüsse und Verunreinigungen.
[0002] Schienengebundene Fahrzeuge weisen zwischen den einzelnen Waggons sogenannte Mittelpufferkupplungen
(DE-OS 101 44 838 A1) auf. Diese haben die Aufgabe die Waggons sicher und ohne großen
manuellen Aufwand miteinander zu verbinden bzw. zu entkoppeln. Die Kupplungen eines
ersten oder letzten Fahrzeuges werden dabei durch Witterungseinflüsse und aufgewirbelte
Stoffe sehr stark verunreinigt oder in Mitleidenschaft gezogen.
[0003] Zur weitgehenden Vermeidung dieser Einflüsse wurden für die ICE 2 und 3 - Flotte
des Schienenfernverkehrs an den Triebfahrzeugen vorzugsweise horizontal verschwenkbare
Abdeckungen der Mittelpufferkupplungen entwickelt, die in Form fester Schalen die
Nase des Triebfahrzeuges bildeten (DE-OS 43 00 393 A1). In der Regel wurden diese
Abdeckungen in Halbschalenbauweise durch Stangen und gelenkige Gestelle mittels pneumatischen
oder hydraulischen Antrieben vor die Kupplung geschwenkt bzw. in den Kopfbereich des
Triebfahrzeuges zurückgefahren (DE-PS 44 45 182 C1, DE-OS 43 12 405 A1, DE-OS 196
35 382 A1). Diese Vorrichtungen sind teuer und lassen sich sinnvoll nur an den Triebfahrzeugen
anbringen. Zudem benötigen sie einen erheblichen Platzbedarf.
[0004] Für Züge des Regional- und Güterverkehrs existieren solche Abdeckungen nicht. Das
wäre in der oben beschriebenen Form auch nicht sinnvoll und zu teuer. Konstruktiv
ließen sich diese Schalenabdeckungen auch gar nicht an den oder in den Fahrzeugen
unterbringen. Hier sind (wenn überhaupt) einteilige und durchgehende Abdeckhauben
für die getrennten Kupplungshälften bekannt, die beim Kuppeln in jedem Falle abgenommen
und separat verstaut werden müssen.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine einfache und flexible Abdeckung für
Mittelpufferkupplungen im geschlossenen und/oder getrennten Zustand zu entwickeln,
die kostengünstig und vielseitig einsetzbar ist.
[0006] Dies wurde erfindungsgemäß dadurch erreicht, dass
die getrennte oder geschlossene Mittelpufferkupplung im Fahrbetrieb vorzugsweise eines
ersten und/oder letzten Fahrzeuges mittels einer flexiblen und an nahezu jede Kupplungsgröße
anpassbaren sowie an der Kupplung zu befestigende Abdeckung versehen ist, wobei die
Abdeckung als Haube ausgeführt ist und in ihrem hinteren Bereich eine Öffnung zum
Aufziehen auf die Kupplung aufweist sowie in ihrem vorderen Bereich eine oder mehrere
Verschlusseinrichtung(en) für eine weitere Öffnung angeordnet ist/sind.
[0007] Die Abdeckung weist in ihrem hinteren Bereich eine Anordnung zur Befestigung an der
Kupplung auf, die als in Ösen geführte Spannvorrichtung (Seil, Gummizug, Spanngurt
mit Schnellverschluss, Lederriemen mit Schnallen oder Spanngurt/Lederriemen mit Verschluss
jeglicher Art) ausgeführt ist.
[0008] Die im vorderen Bereich der Abdeckung angeordnete(n) Öffnung(en) wird/werden in Form
von einem oder mehreren Schlitzen ausgeführt, die über Verschlusseinrichtungen, wie
Reißverschlüsse und/oder Klettverschlüsse und/oder Druckknöpfe fixiert sind.
[0009] Dabei sind die Schlitze vorzugsweise im vorderen Bereich der Abdeckung angeordnet.
Damit lässt sich die Abdeckung bei einer Kopplung öffnen und nach hinten über die
Kupplung streifen, ohne von der Kupplung entfernt und separat aufbewahrt zu werden.
[0010] Weitere Vorteile der Erfindung sind:
- die Abdeckung ist flexibel und lässt sich an nahezu jede Kupplung anpassen und aufziehen
- die Abdeckung ist kostengünstig
- die Kupplung wird wirksam vor Witterungseinflüssen und Verunreinigungen geschützt
- die Abdeckung muss bei einem Kuppelvorgang nicht von der Kupplung entnommen werden,
was sich vorteilhaft auf das Flügelungskonzept auswirkt
- Einsparung von Arbeitszeit
- Verkürzung der Aufenthaltsdauer in Bahnhöfen, in denen Kupplungsvorgänge stattfinden
- Erhöhung des Zugfahranteils der Triebfahrzeugführer
[0011] Anhand eines Ausführungsbeispieles soll die Erfindung näher erläutert werden.
[0012] Dabei zeigt:
- Figur 1 - die Abdeckung in der geöffneten Ansicht
- Figur 2 - die Abdeckung in der geschlossenen Ansicht
[0013] Die als Haube ausgeführte Abdeckung 1 wird über die Kupplung 2 gezogen und weist
in ihrem hinteren Bereich die Befestigungsanordnung 3 auf, die als Spannvorrichtung
ausgeführt und in Ösen 4 geführt ist.
Möglich sind selbstverständlich auch jede bekannte Art von anderen Befestigungen.
Im unteren, den Schienen zugewandten Bereich der Abdeckung 1 sind ein oder mehrere
Schlitze 5 angeordnet, die über Verschlusseinrichtungen 6, wie Reißverschlüsse und/oder
Klettverschlüsse und/oder Druckknöpfe oder jede andere Art von mechanischen Verschlüssen,
die Schlitze 5 verschließen oder öffnen.
Zum Ankoppeln an ein anderes Fahrzeug wird die Abdeckung 1 nicht abgenommen, sondern
der Schlitz 5 über die Verschlusseinrichtung 6 geöffnet und über die Kupplung 2 nach
hinten gezogen/geschoben. Sie kann dann an Ort und Stelle verbleiben und beim nächsten
Entkopplungsvorgang wieder über die Kupplung 2 zurückgezogen und verschlossen werden.
Liste der verwendeten Bezugszeichen
[0014]
1 - Abdeckung
2 - Kupplung
3 - Befestigungsanordnung
4 - Ösen
5 - Schlitze
6 - Verschlusseinrichtung
1. Vorrichtung zur Abdeckung einer Mittelpufferkupplung eines schienengebundenen Fahrzeuges
gegen Witterungseinflüsse und Verunreinigungen, gekennzeichnet dadurch, dass die getrennte oder geschlossene Mittelpufferkupplung im Fahrbetrieb vorzugsweise
eines ersten und/oder letzten Fahrzeuges mittels einer flexiblen und an nahezu jede
Kupplungsgröße anpassbaren sowie an der Kupplung (2) zu befestigende Abdeckung (1)
versehen ist, wobei die Abdeckung (1) als Haube ausgeführt ist und in ihrem hinteren
Bereich eine Öffnung zum Aufziehen auf die Kupplung (2) aufweist sowie in ihrem vorderen
Bereich eine oder mehrere Verschlusseinrichtung(en) (6) für eine weitere Öffnung angeordnet
ist/sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass die Abdeckung (1) in ihrem hinteren Bereich eine Anordnung zur Befestigung an der
Kupplung (2) aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, gekennzeichnet dadurch, dass die Anordnung zur Befestigung an der Kupplung eine in Ösen (4) geführte Spannvorrichtung
aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 und 3, gekennzeichnet dadurch, dass die Anordnung zur Befestigung an der Kupplung (2) ein oder mehrere Spanngurte mit
Schnellverschluss und/oder Riemen mit Schnallen und/oder Spanngurte/Riemen mit einem
oder mehreren Verschlüssen jeglicher Art aufweist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 4, gekennzeichnet dadurch, dass die im vorderen Bereich der Abdeckung (1) angeordnete Öffnung in Form eines Schlitzes
(5) oder einer Aussparung für einen Fänger der Kupplung (2) ausgeführt ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, gekennzeichnet dadurch, dass ein oder mehrere Reißverschlüsse und/oder Klettverschlüsse und/oder Druckknöpfe und/oder
Riemen/Schnallen als Verschlusseinrichtung (6) verwendet werden.