(19)
(11) EP 1 524 165 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
20.04.2005  Patentblatt  2005/16

(21) Anmeldenummer: 04010261.8

(22) Anmeldetag:  30.04.2004
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B61G 7/00, B60D 1/60
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL HR LT LV MK

(30) Priorität: 16.10.2003 DE 20316075 U

(71) Anmelder: DB Regio AG
60326 Frankfurt (DE)

(72) Erfinder:
  • Schön, Ludwig
    92726 Waidhaus (DE)
  • Domke, Uwe
    08468 Heinsdorfergrund (DE)

(74) Vertreter: Zinken-Sommer, Rainer 
Deutsche Bahn AG Patentabteilung Völckerstrasse 5
80939 München
80939 München (DE)

   


(54) Vorrichtung zur Abdeckung einer Mittelpufferkupplung eines schienengebundenen Fahrzeuges gegen Witterungseinflüsse und Verunreinigungen


(57) Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Abdeckung einer Mittelpufferkupplung eines schienengebundenen Fahrzeuges gegen Witterungseinflüsse und Verunreinigungen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine einfache und flexible Abdeckung für Mittelpufferkupplungen im geschlossenen und/oder getrennten Zustand zu entwickeln, die kostengünstig und vielseitig einsetzbar ist.
Dies wurde erfindungsgemäß dadurch erreicht, dass
die getrennte oder geschlossene Mittelpufferkupplung im Fahrbetrieb vorzugsweise eines ersten und/oder letzten Fahrzeuges mittels einer flexiblen und an nahezu jede Kupplungsgröße anpassbaren sowie an der Kupplung (2) zu befestigende Abdeckung (2) versehen ist, wobei die Abdeckung (1) als Haube ausgeführt ist und in ihrem hinteren Bereich eine Öffnung zum Aufziehen auf die Kupplung (2) aufweist sowie in ihrem vorderen Bereich eine oder mehrere Verschlusseinrichtung(en) (6) für eine weitere Öffnung angeordnet ist/sind.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Abdeckung einer Mittelpufferkupplung eines schienengebundenen Fahrzeuges gegen Witterungseinflüsse und Verunreinigungen.

[0002] Schienengebundene Fahrzeuge weisen zwischen den einzelnen Waggons sogenannte Mittelpufferkupplungen (DE-OS 101 44 838 A1) auf. Diese haben die Aufgabe die Waggons sicher und ohne großen manuellen Aufwand miteinander zu verbinden bzw. zu entkoppeln. Die Kupplungen eines ersten oder letzten Fahrzeuges werden dabei durch Witterungseinflüsse und aufgewirbelte Stoffe sehr stark verunreinigt oder in Mitleidenschaft gezogen.

[0003] Zur weitgehenden Vermeidung dieser Einflüsse wurden für die ICE 2 und 3 - Flotte des Schienenfernverkehrs an den Triebfahrzeugen vorzugsweise horizontal verschwenkbare Abdeckungen der Mittelpufferkupplungen entwickelt, die in Form fester Schalen die Nase des Triebfahrzeuges bildeten (DE-OS 43 00 393 A1). In der Regel wurden diese Abdeckungen in Halbschalenbauweise durch Stangen und gelenkige Gestelle mittels pneumatischen oder hydraulischen Antrieben vor die Kupplung geschwenkt bzw. in den Kopfbereich des Triebfahrzeuges zurückgefahren (DE-PS 44 45 182 C1, DE-OS 43 12 405 A1, DE-OS 196 35 382 A1). Diese Vorrichtungen sind teuer und lassen sich sinnvoll nur an den Triebfahrzeugen anbringen. Zudem benötigen sie einen erheblichen Platzbedarf.

[0004] Für Züge des Regional- und Güterverkehrs existieren solche Abdeckungen nicht. Das wäre in der oben beschriebenen Form auch nicht sinnvoll und zu teuer. Konstruktiv ließen sich diese Schalenabdeckungen auch gar nicht an den oder in den Fahrzeugen unterbringen. Hier sind (wenn überhaupt) einteilige und durchgehende Abdeckhauben für die getrennten Kupplungshälften bekannt, die beim Kuppeln in jedem Falle abgenommen und separat verstaut werden müssen.

[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine einfache und flexible Abdeckung für Mittelpufferkupplungen im geschlossenen und/oder getrennten Zustand zu entwickeln, die kostengünstig und vielseitig einsetzbar ist.

[0006] Dies wurde erfindungsgemäß dadurch erreicht, dass
die getrennte oder geschlossene Mittelpufferkupplung im Fahrbetrieb vorzugsweise eines ersten und/oder letzten Fahrzeuges mittels einer flexiblen und an nahezu jede Kupplungsgröße anpassbaren sowie an der Kupplung zu befestigende Abdeckung versehen ist, wobei die Abdeckung als Haube ausgeführt ist und in ihrem hinteren Bereich eine Öffnung zum Aufziehen auf die Kupplung aufweist sowie in ihrem vorderen Bereich eine oder mehrere Verschlusseinrichtung(en) für eine weitere Öffnung angeordnet ist/sind.

[0007] Die Abdeckung weist in ihrem hinteren Bereich eine Anordnung zur Befestigung an der Kupplung auf, die als in Ösen geführte Spannvorrichtung (Seil, Gummizug, Spanngurt mit Schnellverschluss, Lederriemen mit Schnallen oder Spanngurt/Lederriemen mit Verschluss jeglicher Art) ausgeführt ist.

[0008] Die im vorderen Bereich der Abdeckung angeordnete(n) Öffnung(en) wird/werden in Form von einem oder mehreren Schlitzen ausgeführt, die über Verschlusseinrichtungen, wie Reißverschlüsse und/oder Klettverschlüsse und/oder Druckknöpfe fixiert sind.

[0009] Dabei sind die Schlitze vorzugsweise im vorderen Bereich der Abdeckung angeordnet. Damit lässt sich die Abdeckung bei einer Kopplung öffnen und nach hinten über die Kupplung streifen, ohne von der Kupplung entfernt und separat aufbewahrt zu werden.

[0010] Weitere Vorteile der Erfindung sind:
  • die Abdeckung ist flexibel und lässt sich an nahezu jede Kupplung anpassen und aufziehen
  • die Abdeckung ist kostengünstig
  • die Kupplung wird wirksam vor Witterungseinflüssen und Verunreinigungen geschützt
  • die Abdeckung muss bei einem Kuppelvorgang nicht von der Kupplung entnommen werden, was sich vorteilhaft auf das Flügelungskonzept auswirkt
  • Einsparung von Arbeitszeit
  • Verkürzung der Aufenthaltsdauer in Bahnhöfen, in denen Kupplungsvorgänge stattfinden
  • Erhöhung des Zugfahranteils der Triebfahrzeugführer


[0011] Anhand eines Ausführungsbeispieles soll die Erfindung näher erläutert werden.

[0012] Dabei zeigt:
  • Figur 1 - die Abdeckung in der geöffneten Ansicht
  • Figur 2 - die Abdeckung in der geschlossenen Ansicht


[0013] Die als Haube ausgeführte Abdeckung 1 wird über die Kupplung 2 gezogen und weist in ihrem hinteren Bereich die Befestigungsanordnung 3 auf, die als Spannvorrichtung ausgeführt und in Ösen 4 geführt ist.
Möglich sind selbstverständlich auch jede bekannte Art von anderen Befestigungen.
Im unteren, den Schienen zugewandten Bereich der Abdeckung 1 sind ein oder mehrere Schlitze 5 angeordnet, die über Verschlusseinrichtungen 6, wie Reißverschlüsse und/oder Klettverschlüsse und/oder Druckknöpfe oder jede andere Art von mechanischen Verschlüssen, die Schlitze 5 verschließen oder öffnen.
Zum Ankoppeln an ein anderes Fahrzeug wird die Abdeckung 1 nicht abgenommen, sondern der Schlitz 5 über die Verschlusseinrichtung 6 geöffnet und über die Kupplung 2 nach hinten gezogen/geschoben. Sie kann dann an Ort und Stelle verbleiben und beim nächsten Entkopplungsvorgang wieder über die Kupplung 2 zurückgezogen und verschlossen werden.

Liste der verwendeten Bezugszeichen



[0014] 

1 - Abdeckung

2 - Kupplung

3 - Befestigungsanordnung

4 - Ösen

5 - Schlitze

6 - Verschlusseinrichtung




Ansprüche

1. Vorrichtung zur Abdeckung einer Mittelpufferkupplung eines schienengebundenen Fahrzeuges gegen Witterungseinflüsse und Verunreinigungen, gekennzeichnet dadurch, dass die getrennte oder geschlossene Mittelpufferkupplung im Fahrbetrieb vorzugsweise eines ersten und/oder letzten Fahrzeuges mittels einer flexiblen und an nahezu jede Kupplungsgröße anpassbaren sowie an der Kupplung (2) zu befestigende Abdeckung (1) versehen ist, wobei die Abdeckung (1) als Haube ausgeführt ist und in ihrem hinteren Bereich eine Öffnung zum Aufziehen auf die Kupplung (2) aufweist sowie in ihrem vorderen Bereich eine oder mehrere Verschlusseinrichtung(en) (6) für eine weitere Öffnung angeordnet ist/sind.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass die Abdeckung (1) in ihrem hinteren Bereich eine Anordnung zur Befestigung an der Kupplung (2) aufweist.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, gekennzeichnet dadurch, dass die Anordnung zur Befestigung an der Kupplung eine in Ösen (4) geführte Spannvorrichtung aufweist.
 
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 und 3, gekennzeichnet dadurch, dass die Anordnung zur Befestigung an der Kupplung (2) ein oder mehrere Spanngurte mit Schnellverschluss und/oder Riemen mit Schnallen und/oder Spanngurte/Riemen mit einem oder mehreren Verschlüssen jeglicher Art aufweist.
 
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 4, gekennzeichnet dadurch, dass die im vorderen Bereich der Abdeckung (1) angeordnete Öffnung in Form eines Schlitzes (5) oder einer Aussparung für einen Fänger der Kupplung (2) ausgeführt ist.
 
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, gekennzeichnet dadurch, dass ein oder mehrere Reißverschlüsse und/oder Klettverschlüsse und/oder Druckknöpfe und/oder Riemen/Schnallen als Verschlusseinrichtung (6) verwendet werden.
 




Zeichnung







Recherchenbericht