(19)
(11) EP 1 524 341 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
20.04.2005  Patentblatt  2005/16

(21) Anmeldenummer: 03405735.6

(22) Anmeldetag:  13.10.2003
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7D02H 1/00, D02H 3/00, B65H 69/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK

(71) Anmelder: Benninger AG
CH-9240 Uzwil (CH)

(72) Erfinder:
  • Fischer, Roland
    8706 Meilen (CH)
  • Storchenegger, Richard
    8806 Bäch (CH)

(74) Vertreter: Wenger, René et al
Hepp, Wenger & Ryffel AG Friedtalweg 5
9500 Wil
9500 Wil (CH)

   


(54) Verfahren und Vorrichtung zum Wechseln von Fäden, insbesondere am Spulengatter einer Schäranlage


(57) Die Vorrichtung verfügt über eine Mehrzahl von nebeneinanderliegenden Klemmstellen (12), die zwischen einer Offenstellung und einer Schliessstellung verstellbar sind. Die Klemmstellen halten in der Schliessstellung eine Mehrzahl von Vorratsfäden, während wenigstens eine Klemmstelle in der Offenstellung zur Durchführung wenigstens eines bewegten Arbeitsfadens bestimmt ist. Entlang der Klemmstellen (12) ist eine Fadenverbindungseinrichtung (24), beispielsweise ein Knoter, an einem Schlitten 10 verschiebbar. Der Schlitten trägt ausserdem eine Fadentrennvorrichtung. Auf diese Weise kann das Ende eines abgetrennten Arbeitsfadens zu einer anderen Klemmstelle gefahren und mit dem dort gehaltenen Fadenende eines Vorratsfadens zu einem neuen Arbeitsfaden verbunden werden. Die einzelnen Klemmstellen (12) sind als Fördervorrichtung ausgebildet, mit welcher in der Schliessstellung zum Vorbereiten des Verbindungsvorgangs die durchgeführten Fäden in die Fadenverbindungseinrichtung einführbar sind. Die Fördervorrichtung besteht vorteilhaft aus einem Klemmwalzenpaar mit einer Presswalze (13) und einer Treiberwalze (14).




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Wechseln von Fäden, insbesondere am Spulengatter einer Schäranlage nach dem Oberbegriff von Anspruch 1, bzw. nach dem Oberbegriff von Anspruch 8. Derartige Verfahren bzw. derartige Vorrichtungen dienen in erster Linie dazu, für die Webereivorbereitung sogenannte Musterketten oder Kurzketten herzustellen. Dabei können am Spulengatter Spulen mit Fäden unterschiedlicher Gattung auf Vorrat gehalten und in einer beliebigen Reihenfolge an einem abgezogenen Arbeitsfaden angeknüpft werden. Ähnliche Probleme könnten sich aber auch bei anderen fadenverarbeitenden Maschinen stellen, wie z.B. bei Strickmaschinen oder dergleichen.

[0002] Durch die DE 100 29 492 ist eine Schäranlage bekannt geworden, bei welcher das Spulengatter als Wechselgatter ausgebildet ist, bei dem jeweils einer Fadenabzugsstelle zwei oder mehr Spulenaufsteckungen zugeordnet sind, die für Spulen unterschiedlicher Fadenart bestimmt sind. Zu diesem Zweck ist an jeder Fadenabzugsstelle ein Drehtisch mit mehreren Spulenaufsteckungen angeordnet. Mittels einer Schneidvorrichtung kann ein Faden von einer Spule abgetrennt werden. Für das Verbinden eines abgetrennten Fadens mit einem neuen Faden, ist eine Verbindungsvorrichtung vorgesehen.

[0003] Die WO 91/04 217 beschreibt eine Vorrichtung mit einer grossen Anzahl von Fäden von den Spulen eines Gatters mit einer entsprechenden Anzahl Fadenklemmen und mit einem schrittweise horizontal bewegbaren Schlitten, auf welchem eine Fadenverbindungseinrichtung vorgesehen ist. Jeder Fadenklemme ist in einem Abstand senkrecht zum Fadenlauf ein Fadenführerrohr zugeordnet, welches mit einem vertikal bewegbaren Absaugbalken in Verbindung steht. Durch diese Absaugung erhält der Faden eine permanente Vorspannung.

[0004] Die bekannten Vorrichtungen sind entweder konstruktiv zu aufwendig oder sie eignen sich nicht für den Einsatz am Spulengatter einer grossen Schäranlage. Insbesondere eignen sie sich nicht für die Nachrüstung an einem bestehenden Spulengatter.

[0005] Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren bzw. eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zur Verfügung zu stellen, mit denen ein Fadenwechsel mit geringem konstruktiven Aufwand und möglichst platzsparend automatisch durchgeführt werden kann. Die Vorrichtung soll sich dabei auch für die Umrüstung bestehender Spulengatter eignen. Diese Aufgabe wird in verfahrensmässiger Hinsicht mit einem Verfahren mit den Merkmalen im Anspruch 1 und in vorrichtungsmässiger Hinsicht mit einer Vorrichtung mit den Merkmalen im Anspruch 8 gelöst.

[0006] Die als individuelle Fördervorrichtungen ausgebildeten Klemmstellen erlauben ein schnelles Fördern der durchgeführten Fäden zur Vorbereitung des Verbindungsvorgangs. Die Klemmstellen erfüllen damit eine Doppelfunktion und der Einsatz separater Einfädelvorrichtungen wie z.B. bei der WO 91/04 217 kann entfallen.

[0007] Wenn die Klemmstellen als Klemmwalzenpaare ausgebildet sind, die zur Fadenförderung vorübergehend angetrieben werden, lassen sich die Fäden praktisch millimetergenau vorschieben. Alternativ wären anstelle der Klemmwalzenpaare selbstverständlich auch andere Fördervorrichtungen denkbar, wie z.B. Klemmbänder, Klemmketten oder dergleichen.

[0008] Das Klemmwalzenpaar kann durch eine, zusammen mit der Fadenverbindungseinrichtung verschiebbare Antriebsvorrichtung angetrieben sein, wobei die Antriebsvorrichtungen nach dem Anfahren des betreffenden Klemmwalzenpaars mit letzterem in Wirkverbindung gebracht wird. Auf diese Weise benötigt nicht jedes Klemmwalzenpaar einen individuellen Antrieb. Die einzige Antriebsvorrichtung verschiebt sich zusammen mit der Fadenverbindungseinrichtung und wird nur zur Vorbereitung des spezifischen Verbindungsvorgangs an das Klemmwalzenpaar angekuppelt.

[0009] Vorzugsweise wird der Arbeitsfaden vor dem Abtrennen mit der Fördervorrichtung zur Bildung einer Fadenschlaufe gefördert, wobei die Fadenschlaufe in ein Saugrohr an der Fadenverbindungseinrichtung eingesaugt wird. Durch die Bildung der Fadenschlaufe ist sichergestellt, dass für den nachfolgenden Verbindungsprozess ein genügend langes Reststück des Arbeitsfadens zur Verfügung steht. Ausserdem ist es vorteilhaft, wenn das Ende des abgetrennten Arbeitsfadens beim Verschieben zu einer anderen Klemmstelle ausschliesslich durch die Saugwirkung im Saugrohr an der Fadenverbindungseinrichtung festgehalten wird. Dadurch sind auch an der Fadenabzugsseite keinerlei zusätzliche Klemmvorrichtungen erforderlich.

[0010] Zur optimalen Vorbereitung des Verbindungsvorgangs wird der mit dem abgetrennten Arbeitsfaden zu verbindende Vorratsfaden bzw. dessen in der Klemmstelle gehaltenes Ende ebenfalls bei der Förderung in das Saugrohr eingesaugt. Danach werden die beiden im Saugrohr gehaltenen Fadenenden an einer Stelle ausserhalb des Saugrohrs verbunden. Die Verbindung kann dabei mit einem konventionellen Fadenknoter erfolgen. Je nach Qualität der Fäden, z.B. im Falle von Fäden aus Kunststoffmaterial, ist auch ein thermisches Verspleissen der Fäden denkbar.

[0011] Nach dem Verbindungsvorgang werden die im Saugrohr verbleibenden Fadenenden abgetrennt und über das Saugrohr abgesaugt. Der neue Arbeitsfaden wird sodann mittels einer Blasdüse aus der Fadenverbindungseinrichtung ausgeblasen, um eine Beschädigung des Fadens beim Anfahren der Abzugsvorrichtung zu vermeiden.

[0012] Bei der Vorrichtung wirkt sich die Ausbildung der Klemmstellen als Klemmwalzenpaare als besonders vorteilhaft aus, wenn jedes Klemmwalzenpaar je eine fest gelagerte Treiberwalze und eine beweglich gelagerte Presswalze aufweist. Die Presswalze kann dabei an einem Walzenhebel gelagert sein, der zwischen einer Schliessstellung mit gegen die Treiberwalze gepresster Presswalze und einer Offenstellung mit von der Treiberwalze abgehobener Presswalze schwenkbar ist, wobei diese beiden Stellungen unter Federvorspannung gehalten werden. Selbstverständlich wäre es alternativ aber auch denkbar, die Presswalze nur in die Schliessstellung vorzuspannen, wobei die Offenstellung unter einer permanenten Gegenkraft gehalten wird.

[0013] In bestimmten Fällen ist es vorteilhaft, das Klemmwalzenpaar bzw. wenigstens eine der Walzen mit einer Bremseinrichtung zu versehen, um in der Klemmstellung ein unbeabsichtiges Zurückziehen eines Fadens zu vermeiden. Denkbar wäre aber auch ein Freilauf, so dass eine Drehung nur in eine Richtung möglich ist.

[0014] Der Walzenhebelarm kann als Doppelhebelarm ausgebildet sein, wobei der dem Teilhebelarm mit der Presswalze gegenüberliegende Teilhebelarm mit einer Federvorrichtung, insbesondere mit einer Blattfeder derart zusammenwirkt, dass diese nach der Überwindung eines Totpunktes den Walzenhebelarm in der Offenstellung oder in der Schliessstellung vorspannt. Auf diese Weise ist entweder manuell oder motorisch eine bestimmte Kraft aufzubringen, um den Walzenhebelarm in die Offenstellung oder in die Schliessstellung zu bringen. Anschliessend wird diese Stellung durch die Federvorrichtung gehalten.

[0015] Weitere Vorteile können erreicht werden, wenn die Fadentrennvorrichtung, die Fadenverbindungseinrichtung, sowie eine Antriebsvorrichtung zum Antreiben der Fördervorrichtung an wenigstens einem Schlitten angeordnet sind, der entlang den Klemmstellen verschiebbar gelagert ist. Ein derartiger Schlitten lässt sich motorisch sehr genau positionieren und rasch verschieben. Bei der vorzugsweise linearen Anordnung der Klemmstellen ist ersichtlicherweise auch der Schlitten linear verschiebbar. Je nach Anordnung der Klemmstellen wäre aber auch eine bogenförmige Verschiebung denkbar.

[0016] Die Antriebsvorrichtung zum Antreiben der Fördervorrichtung kann ein Reibrad aufweisen, das zwischen einer Antriebsstellung und einer Ruhestellung bewegbar ist und das in der Antriebsstellung gegen die Treiberwalze pressbar ist. Das Reibrad ermöglicht ein unproblematisches Ankuppeln der Antriebsvorrichtung an das Klemmwalzenpaar. Anstelle des Reibrades wäre allenfalls auch ein Zahnradgetriebe denkbar.

[0017] Die Fadenverbindungseinrichtung weist vorteilhaft ein Saugrohr zum Einsaugen der zu verbindenden Fäden bzw. Fadenenden auf. Dieses Saugrohr ist vorteilhaft zusammen mit dem Reibrad mittels einer Hubvorrichtung zwischen einer Ruhestellung und einer Arbeitsstellung verschiebbar, wobei in der Arbeitsstellung das Reibrad an der Treiberwalze anliegt und eine Eintrittsöffnung des Saugrohrs etwa auf der Ebene der Treiberwalze positioniert ist. Diese Ebene kann etwa horizontal durch die Achse der Treiberwalze oder leicht darüber oder leicht darunter verlaufen.

[0018] Der neue Arbeitsfaden kann nach dem Verbindungsvorgang mittels einer Blasdüse aus der Fadenverbindungseinrichtung ausblasbar sein. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass vor dem Anfahren der Wickelvorrichtung der Faden wiederum frei gespannt ist.

[0019] Jeder Klemmstelle kann ausserdem ein Fadenwächter für die Daseinskontrolle des Fadens zugeordnet sein. Derartige Fadenwächter sorgen am Spulengatter dafür, dass bei einem Fadenbruch bzw. bei einem unzulässigen Nachlassen der Fadenspannung die Wickelmaschine abgeschaltet wird.

[0020] Die einzelnen Klemmstellen können mittels einer Antriebsvorrichtung in die Offenstellung bzw. in die Schliessstellung bringbar sein. Dies ermöglicht einen vollautomatischen, rechnergesteuerten Betrieb der Verbindungsvorrichtung. Alternativ wäre natürlich auch ein rein manuelles Öffnen und Schliessen der Klemmstellen denkbar. Besonders vorteilhaft ist der Walzenhebelarm mit einem Schieber verschwenkbar, der dem Schlitten zugeordnet ist und der am Ende eines Teilhebelarms angreift. Der Schaltschieber ist auf diese Weise immer in der richtigen Position bzw. je nach Position des Schlittens einer bestimmten Klemmstelle zugeordnet. Die Antriebsvorrichtung für den Schaltschieber lässt sich am Schlitten besonders gut unterbringen. Anstelle des linear verschiebbaren Schiebers wären natürlich auch andere Antriebsvorrichtungen denkbar, wie z.B. elektromagnetische Antriebe, Zahnradgetriebe od. dgl..

[0021] Weitere Einzelmerkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels und aus den Zeichnungen. Es zeigen:
Fig. 1
eine stark schematisierte Seitenansicht einer Schäranlage,
Fig. 2
eine Draufsicht auf die Gatterseite gemäss Fig. 1,
Fig. 3
eine perspektivische Darstellung eines Wechselmoduls in teilweise demontiertem Zustand,
Fig. 4
das Wechselmodul gemäss Fig. 3 in fertig montiertem Zustand,
Fig. 5
eine perspektivische Darstellung des teilweise geöffneten Schlittens an der Vorrichtung gemäss Fig. 4,
Fig. 6 bis 16
der Ablauf eines Anknüpfvorgangs in einzelnen Sequenzen dargestellt als Seitenansicht der betroffenen Klemmstellen,
Fig. 17
eine Längsseitenansicht des Schlittens gemäss Fig. 5,
Fig. 18
eine Draufsicht des Schlittens gemäss Fig. 5,
Fig. 19
eine Schmalseitenansicht des Schlittens gemäss Fig. 5 in Fadenlaufrichtung gesehen,
Fig. 20
die Schlittenführung gemäss Fig. 3 in etwas vergrösserter Darstellung,
Fig. 21
ein mit zwei Schlitten bestücktes Verbindungsmodul, und
Fig. 22
eine schematische Darstellung eines Produktionsablaufs an einem Verbindungsmodul.


[0022] Die Figuren 1 und 2 zeigen stark vereinfacht eine Schäranlage 2, bestehend aus einem Spulengatter 1 und einer Schärmaschine 3. Das Spulengatter 1, von dem in den Darstellungen nur ein Teil einer Gatterseite dargestellt ist, besteht aus einer Mehrzahl von Fadenabzugsstellen, die mit Fadenspulen 4 bestückt sind. Die Schärmaschine 3, beispielsweise eine Konus-Schärmaschine, verfügt auf bekannte Weise über eine Schärtrommel 37 und einen Schärschlitten 35 mit Schärblatt 38 und Umlenkwalze 36. Die vom Spulengatter 1 in Pfeilrichtung a abgezogenen Fäden werden als Fadenschar 6 am Schärblatt 38 auf bekannte Weise in eine bestimmte Reihenfolge gebracht und als Schärband auf die Schärtrommel 37 aufgewickelt.

[0023] Von jeweils einer Etage des Spulengatters 1 wird wenigstens ein Faden als Arbeitsfaden 7 der Schärmaschine 3 zugeführt, während die restlichen Spulen dieser Etage als Vorratsspulen dienen, deren Fäden als Vorratsfäden 8 bereitgestellt werden. Zum Abschneiden eines Arbeitsfadens und zum Anknüpfen an einen bereitgestellten Vorratsfaden ist am Ende des Spulengatters auf jeder Etage ein Wechselmodul 5 angeordnet. Jedes Wechselmodul bildet dabei eine autonome Einheit, mit welcher ein bestehendes Spulengatter umgerüstet werden kann.

[0024] Beim Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 2 wäre beispielsweise ein roter Faden von der Spule 4a als Arbeitsfaden 7 abgezogen und verarbeitet. Alle anderen Fäden sind als Vorratsfäden 8 am Verbindungsmodul 5 fixiert. Nach einer vorgegebenen Länge des roten Fadens 4a soll der Arbeitsfaden 7 abgetrennt und mit einem blauen Faden der Spule 4b zu einem neuen Arbeitsfaden 7' verbunden werden. Der Aufbau des Wechselmoduls und die einzelnen Sequenzen zum Ausführen dieses Farbenwechsels werden nachstehend genauer beschrieben.

[0025] Wie in Fig. 3 dargestellt, besteht jedes Wechselmodul 5 im wesentlichen aus einer Klemmeinheit 9 und aus wenigstens einem Schlitten 10, der mittels einer Schlittenführung 11 entlang der Klemmeinheit 9 verschiebbar ist. Die Klemmeinheit 9 weist eine der maximalen Anzahl Fadenabzugsstellen pro Etage entsprechende Anzahl Klemmstellen 12 auf, von denen jede als Klemmwalzenpaar mit einer Presswalze 13 und einer Treiberwalze 14 ausgebildet ist. Die Treiberwalzen 14 sind ortsfest aber drehbar an einer Treiberwalzenachse 16 angeordnet. Demgegenüber sind die Presswalzen 13 schwenkbar an je einem Walzenhebelarm 15 montiert, welcher um eine Achse 17 schwenkbar gelagert ist.

[0026] Jeder Klemmstelle 12 ist in Fadenlaufrichtung gesehen ein Fadenwächter 18 mit einer Wächternadel 22 vorgelagert. Dieser Fadenwächter stellt fest, ob ein Faden mit der erforderlichen Zugspannung durch die entsprechende Klemmstelle geführt ist.

[0027] Weitere Einzelheiten einer einzelnen Klemmstelle sind aus Fig. 6 ersichtlich. Jeder Walzenhebelarm 15 ist in einen oberen Teilhebelarm 25 und einen unteren Teilhebelarm 26 unterteilt. Das Ende des unteren Teilhebelarms 26 ist als Schaltnocken 28 ausgebildet, der mit einem in Pfeilrichtung C verschiebbaren Schaltschieber 21 am Schlitten 10 zusammenwirkt. Zwischen der Achse 17 und dem Schaltnocken 28 ist eine Federrolle 34 angeordnet, die mit einer abgebogenen Blattfeder 27 zusammenwirkt. Je nachdem, auf welcher Seite der Abbiegung die Federrolle 34 sich befindet, ist die Presswalze 13 in die Offenstellung (wie dargestellt in Fig. 6) oder in die Schliessstellung (z.B. Fig. 7) vorgespannt.

[0028] Ein durchlaufender Arbeitsfaden 7 wird jeweils durch Fadenführungselemente 44, 44' über die Wächternadel 22 gespannt und zwischen einer Presswalze 13 und einer Treiberwalze 14 positioniert.

[0029] Der Schlitten 10 (Fig. 3) ist mittels der Schlittenführung 11 verschiebbar, deren Einzelheiten aus Fig. 20 genauer ersichtlich sind. Die Schlittenführung besteht aus einem quaderförmigen Gehäuse 48, das zwischen den Seitenwangen 49, 49' des Schlittens 10 befestigt wird. Auf der Oberseite dieses Gehäuses sind an jeder Ecke Führungsrollen 19 angeordnet, die sich an einem nicht näher dargestellten C-Profil auf der Unterseite einer Klemmeinheit 9 abstützen. Im Gehäuse ist ein Antriebsmotor 45, beispielsweise ein Schrittmotor angeordnet, der über ein Getriebe 46 ein Antriebsritzel 20 auf der Gehäuseoberseite antreibt. Dieses Antriebsritzel kämmt mit einer ebenfalls nicht dargestellten Zahnstange auf der Unterseite der Klemmeinheit 9. Ein Sensor 47, beispielsweise ein Näherungsschalter, ermittelt jeweils die Endposition des Schlittens an der Klemmeinheit, so dass jede Klemmstelle exakt angefahren werden kann.

[0030] Der in Pfeilrichtung c verschiebbare U-förmige Schaltschieber 21 ragt durch einen Schlitz auf der Oberseite des Gehäuses 48. Er wird mit Hilfe eines Druckmittelzylinders 52 betätigt.

[0031] Wie aus Fig. 4 ersichtlich ist, kann der Schlitten 10 in Pfeilrichtung b über die gesamte Länge der Klemmeinheit 9 verschoben werden. Die eigentliche Schlittenführung ist dabei von aussen nicht sichtbar. Im Innern des Schlittens sind verschiedene Arbeitselemente angeordnet, wie aus den Fig. 5 sowie 17 bis 19 ersichtlich ist. Dabei lassen sich grundsätzlich drei verschiedene Arbeitseinheiten unterscheiden, nämlich eine Fadentrennvorrichtung 23, eine Fadenverbindungseinrichtung 24 und ein Antriebsmittel 29 zum Antreiben der Klemmwalzenpaare.

[0032] Die Fadentrennvorrichtung 23 besteht aus einer Schere mit einer festen und einer beweglichen Klinge. Die bewegliche Klinge wird über einen Messerantrieb 42 beispielsweise pneumatisch betätigt.

[0033] Die Fadenverbindungseinrichtung besteht aus mehreren Teilelementen, die zum Herstellen einer Verbindung insgesamt erforderlich sind. Ein Saugrohr 30 (Fig. 6) mit einer Saugöffnung 43 (Fig. 18 ermöglicht durch Ansaugen die Aufnahme von zwei miteinander zu verbindenden Fadenenden. Ein handelsüblicher Knoter 24 nimmt zwei miteinander zu verbindende Fadenenden auf und verknotet diese auf an sich bekannte Weise. Es ist dabei denkbar, dass ein Schlitten mit verschiedenen Knotertypen zum Herstellen verschiedener Knoten bestückt werden kann. Zum Einführen der im Saugrohr 30 vorpositionierten Fadenenden in den Knoter dient ein Schwenkhebel 32, der mit Hilfe eines Schwenkhebelantriebs 39 um ca. 180° schwenkbar ist.

[0034] Das Antriebsmittel zum Antrieb der Klemmwalzenpaare besteht aus einem Reibrad 29, das mit einem gleichachsig angeordneten Antriebsmotor 40 antreibbar ist. Das Reibrad 29 mit dem Antriebsmotor 40 sowie das Saugrohr 30 sind miteinander gekoppelt und können mit Hilfe eines Hubzylinders 41 in Pfeilrichtung d angehoben bzw. abgesenkt werden. In der angehobenen Position presst sich das Reibrad 29 gegen die Treiberwalze der angefahrenen Klemmstelle und die Saugrohröffnung 43 liegt auf einer Ebene, auf welcher die durch die Klemmstellen geführten Fäden leicht eingesaugt werden können.

[0035] Ebenfalls im Schlitten 10 angeordnet ist eine Blasdüse 31 (Fig. 15), mit deren Hilfe ein neu geknoteter Arbeitsfaden 7' wiederum aus dem Knoter ausgeblasen werden kann.

[0036] Der Ablauf eines Fadenwechsels wird anschliessend anhand der Fig. 6 bis 16 in einzelnen Sequenzen genauer beschrieben. Dabei wird vorausgesetzt, dass das entsprechende Verbindungsmodul am Spulengatter vorgängig richtig bestückt wurde, d.h. dass alle geschlossenen Klemmstellen das Ende eines Vorratsfadens halten, und dass an wenigstens einer geöffneten Klemmstelle wenigstens ein Arbeitsfaden bis zur Schärmaschine geführt ist.

[0037] Fig. 6 zeigt dabei die Ausgangslage, bei dem ein beispielsweise roter Arbeitsfaden 7 durch das geöffnete Klemmwalzenpaar 13, 14 durchgezogen und verarbeitet wird. Der Schlitten 10 ist dabei so positioniert, dass seine Arbeitswerkzeuge auf diese Klemmstelle ausgerichtet sind, d.h. dass der Schaltschieber 21 auf der Ebene des Schaltnockens 28 positioniert ist. Reibrad 29 und Saugrohr 30 sind abgesenkt und die Fadentrennvorrichtung 23 ist geschlossen.

[0038] Nachdem die entsprechende Länge des roten Arbeitsfadens 7 an der Schärmaschine 3 aufgewickelt wurde, wird die Schärmaschine angehalten und das Klemmwalzenpaar 13, 14 wird gemäss Fig. 7 geschlossen. Die Schliessbewegung erfolgt dabei durch Verschieben des Schaltschiebers 21, wobei die Federrolle 34 den Totpunkt an der Blattfeder überfährt, so dass die Federkraft in der Abbildung ein Drehmoment im Uhrzeigersinn auf den Walzenhebelarm 15 ausübt.

[0039] In einem nächsten Schritt wird gemäss Fig. 8 die Schere der Fadentrennvorrichtung 23 geöffnet. Der rote Arbeitsfaden 7 steht nach wie vor still. Das Walzenpaar 13 und 14 übt lediglich eine Klemmfunktion aus.

[0040] In einem weiteren Arbeitsschritt wird gemäss Fig. 9 die Einheit bestehend aus Fadentrennvorrichtung 23 (Reibrad 29 und Saugrohr 30) angehoben. Das Reibrad 29 setzt das Treiberrad 14 in Bewegung und fördert den Arbeitsfaden 7 um eine vorbestimmte Strekke, wobei er als Fadenschlaufe 50 in das Saugrohr 30 eingesaugt wird. Bei dieser Vorschubbewegung durchläuft der Arbeitsfaden 7 die geöffneten Klingen der Fadentrennvorrichtung 23.

[0041] Nach der Vorschubbewegung stoppt das Reibrad 29 und der Arbeitsfaden 7 wird mittels der Fadentrennvorrichtung 23 abgetrennt. Nach dem Schnitt wird die Fadenschlaufe 50 gestreckt, so dass das Fadenende 7a völlig in das Saugrohr 30 eingesaugt wird. Die Klemmstelle 12 bleibt geschlossen und hält das Ende 7b des vormaligen Arbeitsfadens als zukünftigen Vorratsfaden fest.

[0042] Im Anschluss an diesen Vorgang wird die Einheit bestehend aus Reibrad 29, Saugrohr 30 und Fadentrennvorrichtung 23 wiederum abgesenkt. Der Schlitten 10 ist jetzt bereit für eine Querverschiebung, wobei die Steuerung den gewünschten Vorratsfaden bzw. die entsprechende Klemmstelle auswählt, an welcher der abgetrennte Arbeitsfaden 7a anzuknüpfen ist. Fig. 11 zeigt die Position des Schlittens 10 an einer alternativen Klemmstelle 12a, an der beispielsweise ein blauer Vorratsfaden 8a gehalten ist. Während des Verschiebevorgangs des Schlittens 10 bleibt das Ende des abgetrennten Arbeitsfadens 7a im Saugrohr 30 angesaugt, so dass eine bestimmte Zugspannung aufrecht erhalten bleibt. Beim Verschieben des Schlittens sind ausserdem sämtliche Klemmstellen in der Schliessstellung, so dass der Schaltschieber 21 jede beliebige Klemmstelle bzw. jeden beliebigen Schaltnocken 28 in der Schliessstellung anlaufen kann.

[0043] Nach der Verschiebung des Schlittens 10 wird die Einheit bestehend aus Reibrad 29, Saugrohr 30 und Fadentrennvorrichtung 23 wiederum angehoben. Im Gegensatz zum vorausgegangenen Arbeitsvorgang (Fig. 9) bleibt das Messer der Fadentrennvorrichtung 23 allerdings geschlossen, weil nach dem Einzug des Fadens in die Fadentrenneinrichtung kein Schnitt erforderlich ist. Wie in Fig. 12 dargestellt, wird beim Antrieb des Presswalzenpaares 13, 14 das Ende des blauen Vorratsfadens 8a ebenfalls in das Saugrohr 30 gefördert bzw. von diesem angesaugt.

[0044] Nach der Förderung des Vorratsfadens 8a wird die Einheit bestehend aus Reibrad 29, Saugrohr 30 und Fadentrennvorrichtung 23 zusammen mit den im Saugrohr angesaugten Enden der Fäden 7a und 8a abgesenkt. Diese Position ist aus Fig. 13 ersichtlich.

[0045] Jetzt können gemäss Fig. 14 die beiden Fadenenden in den eigentlichen Knoter 23 eingeführt werden. Zu diesem Zweck wird der Schwenkhebel 32 in der Abbildung im Uhrzeigersinn geschwenkt, so dass die beiden Fadenenden etwa horizontal und straff im Knoter gespannt sind. Im Knoter werden die beiden Fäden auf an sich bekannte Weise miteinander verknotet und die überstehenden Endstücke werden durch hier nicht dargestellte Mittel abgeschnitten bzw. durch das Saugrohr abgesaugt.

[0046] Anschliessend wird der Schwenkhebel 32 wiederum in seine Ausgangslage zurückgeschwenkt und der neue Arbeitsfaden 7' mit dem Knoten 51 wird mittels einer Blasdüse 31 aus dem Knoter 24 ausgeblasen. Gemäss Fig. 15 ist der neue Arbeitsfaden 7' jetzt bereit für eine Fortsetzung des Arbeitsprozesses an der Schärmaschine.

[0047] Dazu muss gemäss Fig. 16 zuerst die betreffende Klemmstelle 12a geöffnet werden. Dies geschieht durch automatische Verschiebung des Schaltschiebers 21 in der Abbildung nach rechts, so dass der Walzenhebelarm 15 eine Schwenkbewegung im Gegenuhrzeigersinn ausführt und die Presswalze 13 von der Treiberwalze 14 abhebt.

[0048] In dieser Position wird der Walzenhebelarm durch die Blattfeder 27 gehalten, bis ein neuer Anknüpfprozess beginnt.

[0049] Figur 21 zeigt eine Klemmeinheit 9, die wie die vorstehend beschriebene Klemmeinheit mit insgesamt 24 Klemmstellen versehen ist. Diese sind in zwei Hauptgruppen zu je zwölf Klemmstellen unterteilt. Um bei mehreren Arbeitsfäden pro Klemmeinheit ein schnelleres Arbeiten zu ermöglichen, sind zwei Schlitten 10 und 10' vorgesehen, welche völlig unabhängig voneinander in Pfeilrichtung b verschoben werden können. Vorzugsweise bedient jeder der Schlitten eine der beiden Hälften der Klemmeinheit.
Die schematische Darstellung gemäss Figur 22 zeigt beispielhaft den Arbeitsablauf an einer Klemmeinheit mit insgesamt 24 Klemmstellen. Jede Klemmstelle 1 bis 24 ist am Spulengatter auf der entsprechenden Etage einer Eingangspule zugeordnet, wobei beispielsweise vier verschiedene Spulenfarben F1 bis F4 vorkommen. Die insgesamt 24 Klemmstellen sind in sechs Gruppen G1 bis G6 zu je vier Spulen unterteilt, wobei in jeder Gruppe jede Spulengattung je einmal vorkommt. In jeder Gruppe ist jeweils ein Faden aktiv, d.h. der gebildete Arbeitsfaden, während die drei restlichen Fäden als Vorratsfäden in den Klemmstellen geklemmt sind. Die gesamte Klemmeinheit verfügt somit immer über sechs Arbeitsfäden.

[0050] Beim gezeigten Beispiel wird zuerst ein erstes Schärband gebildet, wobei nur Fäden gleicher Gattung F1 abgezogen werden. Es entsteht dabei ersichtlicherweise ein unifarbenes Schärband. Bei einem zweiten Schärband bleiben die Arbeitsfäden F1 der Gruppen 1, 5 und 6 unverändert, während die Fäden an den Gruppen 2, 3 und 4 umgeknüpft werden. Dabei entsteht ersichtlicherweise ein buntes Schärband. Bei einem dritten Schärband bleibt lediglich der Arbeitsfaden F2 der Gruppe 2 unverändert, während alle übrigen Fäden umgeknüpft werden. Auf diese Weise können bis zum letzten Schärband n endlos verschiedene Muster in verschiedenen Längen geschärt werden. Ersichtlicherweise ist je nach Anzahl der Klemmstellen pro Klemmeinheit bzw. nach Anzahl Spulstellen pro Gatter eine Vielzahl unterschiedlicher Kombinationsmöglichkeiten denkbar.


Ansprüche

1. Verfahren zum Wechseln von Fäden, insbesondere am Spulengatter (1) einer Schäranlage (2), bei dem eine Mehrzahl von Vorratsfäden (8) mit ihren Enden an nebeneinanderliegenden, geschlossenen Klemmstellen (12) gehalten werden, und bei dem durch wenigstens eine offene Klemmstelle wenigstens ein Arbeitsfaden (7) geführt ist, der mittels einer Fadentrennvorrichtung (23) abgetrennt wird, wobei das eine Ende des abgetrennten Arbeitsfadens mit einer mobilen Fadenverbindungseinrichtung (24) zu einer anderen Klemmstelle gefahren wird und mit dem dort gehaltenen Fadenende des Vorratsfadens zu einem neuen Arbeitsfaden (7') verbunden wird, dadurch gekennzeichnet, dass die durch die Klemmstellen geführten Fäden zum Vorbereiten des Verbindungsvorgangs mittels der als Fördervorrichtung ausgebildeten, geschlossenen Klemmstelle gefördert und dabei in die Fadenverbindungseinrichtung (24) eingeführt werden.
 
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmstellen (12) als Klemmwalzenpaare ausgebildet sind, die zur Fadenförderung vorübergehend angetrieben werden.
 
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Klemmwalzenpaar durch eine, zusammen mit der Fadenverbindungseinrichtung verschiebbare Antriebsvorrichtung angetrieben wird, wobei die Antriebsvorrichtung nach dem Anfahren des betreffenden Klemmwalzenpaars mit letzterem in Wirkverbindung gebracht wird.
 
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Arbeitsfaden (7) vor dem Abtrennen mit der Fördervorrichtung zur Bildung einer Fadenschlaufe gefördert wird, wobei die Fadenschlaufe in ein Saugrohr (30) an der Fadenverbindungseinrichtung (24) eingesaugt wird.
 
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Ende des abgetrennten Arbeitsfadens (7) beim Verschieben zu einer anderen Klemmstelle ausschliesslich durch die Saugwirkung im Saugrohr (30) an der Fadenverbindungseinrichtung (24) festgehalten wird.
 
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der mit dem abgetrennten Arbeitsfaden zu verbindende Vorratsfaden bzw. dessen in der Klemmstelle gehaltenes Ende ebenfalls bei der Förderung in das Saugrohr eingesaugt wird, und dass danach die beiden im Saugrohr gehaltenen Fadenenden an einer Stelle ausserhalb des Saugrohr verbunden werden.
 
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Verbindungsvorgang die im Saugrohr (30) verbleibenden Fadenenden abgetrennt und über das Saugrohr abgesaugt werden und dass der neue Arbeitsfaden (7') mittels einer Blasdüse (31) aus der Fadenverbindungseinrichtung (24) ausgeblasen wird.
 
8. Vorrichtung zum Wechseln von Fäden, insbesondere am Spulengatter (1) einer Schäranlage (2), mit einer Mehrzahl von nebeneinanderliegenden Klemmstellen (12), die zwischen einer Offenstellung und einer Schliessstellung verstellbar sind, und die in der Schliessstellung zur Aufnahme der Enden von ruhenden Vorratsfäden (8) und in der Offenstellung zur Durchführung wenigstens eines bewegten Arbeitsfadens (7, 7') bestimmt sind, mit wenigstens einer Fadentrennvorrichtung (23) zum Abtrennen des Arbeitsfadens, sowie mit wenigstens einer entlang der Klemmstellen verschiebbaren Fadenverbindungseinrichtung (24), mit der das eine Ende des abgetrennten Arbeitsfadens zu einer anderen Klemmstelle gefahren und mit dem dort gehaltenen Fadenende des Vorratsfadens zu einem neuen Arbeitsfaden (7') verbindbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmstellen (12) als Fördervorrichtung ausgebildet sind, mit welcher in der Schliessstellung zum Vorbereiten des Verbindungsvorgangs die durchgeführten Fäden in die Fadenverbindungseinrichtung (24) einführbar sind.
 
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmstellen (12) als Klemmwalzenpaare ausgebildet sind, die zur Fadenförderung in der Schliessstellung antreibbar sind.
 
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Klemmwalzenpaar je eine fest gelagerte Treiberwalze (14) und eine beweglich gelagerte Presswalze (13) aufweist.
 
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Presswalze (13) an einem Walzenhebelarm (15) gelagert ist, der zwischen einer Schliessstellung mit gegen die Treiberwalze (14) gepresster Presswalze und in der Offenstellung mit von der Treiberwalze (14) abgehobener Presswalze schwenkbar ist, wobei diese beiden Stellungen unter Federvorspannung gehalten werden.
 
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Walzenhebelarm (15) als Doppelhebelarm ausgebildet ist, und dass der dem Teilhebelarm (25) mit der Presswalze (13) gegenüberliegende Teilhebelarm (26) mit einer Federvorrichtung (27), insbesondere mit einer Blattfeder, derart zusammenwirkt, dass diese nach der Überwindung eines Totpunktes den Walzenhebelarm (15) in der Offenstellung oder in der Schliessstellung vorspannt.
 
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadentrennvorrichtung (23), die Fadenverbindungseinrichtung (24), sowie eine Antriebsvorrichtung zum Antreiben der Fördervorrichtung an wenigstens einem Schlitten (10) angeordnet sind, der entlang den Klemmstellen (12) verschiebbar gelagert ist.
 
14. Vorrichtung nach den Ansprüchen 9, 10 und 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsvorrichtung ein Reibrad (29) aufweist, das zwischen einer Antriebsstellung und einer Ruhestellung bewegbar ist und das in der Antriebsstellung gegen die Treiberwalze (14) pressbar ist.
 
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenverbindungseinrichtung (24) ein Saugrohr (30) zum Einsaugen der zu verbindenden Fäden bzw. Fadenenden aufweist.
 
16. Vorrichtung nach Anspruch 14 und 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Reibrad (29) und das Saugrohr (30) mittels einer Hubvorrichtung zwischen einer Ruhestellung und einer Arbeitsstellung verschiebbar sind, wobei in der Arbeitsstellung das Reibrad (29) an der Treiberwalze (14) anliegt und eine Eintrittsöffnung des Saugrohr (30) etwa auf der Ebene der Treiberwalze positioniert ist.
 
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der neue Arbeitsfaden (7') mittels einer Blasdüse (31) aus der Fadenverbindungseinrichtung (24) ausblasbar ist.
 
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Klemmstelle ein Fadenwächter (18) für die Daseinskontrolle des Fadens zugeordnet ist.
 
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmstellen (12) mittels einer Antriebsvorrichtung in die Offenstellung bzw. in die Schliessstellung bringbar sind.
 
20. Vorrichtung nach Anspruch 12, 13 und 19, dadurch gekennzeichnet, dass der Walzenhebelarm (15) mit einem Schieber (21) verschwenkbar ist, der dem Schlitten (10) zugeordnet ist und der am Ende eines Teilhebelarms (26) angreift.
 




Zeichnung











































Recherchenbericht