[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verstärken textiler Flächengebilde, bei
dem ein Spinnvlies auf die zu verstärkenden Bereiche des Flächengebildes aufgebracht
und mit diesem verbunden wird, sowie eine Vorrichtung zur Durchführung derselben.
[0002] Textile Flächengebilde, und zwar insbesondere Gewebe, Gewirke, aber auch Vliese,
finden unter anderem bei der Herstellung von Bekleidungsstücken und anderen Textilien
und Gegenständen Einsatz. Hierbei werden diese Materialien häufig mit einer partiellen
oder auch vollflächigen Verstärkung versehen.
[0003] Insbesondere auf dem Gebiet der Bekleidungsstücke, wie auch anderer Textilien, hat
es sich bewährt, die Materialien, die üblicherweise als Oberstoff bezeichnet werden,
mit einem separaten, flächigen Verstärkungsmaterial, einem sog. Einlagestoff, zu verkleben.
Bei den Einlagestoffen handelt es sich zumeist um mit einer Haftmasse versehene Vliesstoffe,
Gewirke oder Gewebe, die unter Hitze und Druck mit dem Oberstoff verbunden werden.
Durch die Wahl der Fasern, z.B. der Vlieserzeugung und der Verfestigungsmethode lassen
sich hierbei die Eigenschaften des Einlagestoffes gezielt festlegen. In der Regel
werden die Vliesstoffe hierbei als Spinnvlies hergestellt, wobei endlose Einzelfilamente
verwirbelt und auf einem Trägerband abgelegt werden. Anschließend muss dieses Spinnvlies
mit einer Klebeschicht, wie z.B. in der DE 32 48 889 beschrieben, versehen werden,
um dann mit dem Oberstoff verbunden zu werden. Diese bekannte Art der Verstärkung
von Materialien ist jedoch sehr aufwendig, da die Oberstoffteile und die Einlagestoffteile
zunächst separat zugeschnitten werden müssen, die zugeschnittenen Teile exakt aufeinander
positioniert und anschließend in einer Fixiermaschine miteinander verbunden werden.
[0004] Um dieses Verfahren zu vereinfachen, wurde zum Beispiel in der DE 100 49 706 eine
Verstärkung vorgeschlagen, wobei eine die Verstärkung bildende Substanz im fließfähigen
Zustand gezielt auf das zu verstärkende Material aufgebracht wird. Die Arbeitsschritte
des Zuschneidens des Einlagestoffs sowie der exakten Positionierung der beiden Materialien
aufeinander ist folglich nicht mehr notwendig. Um hier das zu verstärkende Material
auf den Oberstoff aufzubringen, ist es jedoch notwendig, dass die Substanz in einem
fließfähigen Zustand vorliegt, so dass diese auf den Oberstoff aufgespritzt, gesprüht
oder dergl. werden kann. Hierzu ist es notwendig, die aufzubringende Substanz mit
Wasser oder Lösungsmitteln zu versetzen, um den fließfähigen Zustand zu erreichen.
Es werden jedoch zusätzliche Trocknungsschritte notwendig, zudem muss sichergestellt
werden, dass die zugefügte Substanz, d.h. Wasser oder Lösungsmittel, den Oberstoff
nicht durchdringt, und möglicherweise Flecken hinterlässt.
[0005] Aus der DE 2 819 547 ist ein Verfahren zum Versteifen textiler Flächengebilden unterschiedlichen
Zuschnitts für die Herstellung von Bekleidungen durch Beschichten derselben mit Kunststoff
bekannt. Hierbei erfolgt das Aufbringen des Kunststoffs über einen Druckzylinder,
wobei der als Paste zugeführte Kunststoff durch den Druck direkt mit dem textilen
Flächengebilde verbunden wird. Kein Hinweis findet sich in dieser Druckschrift bezüglich
des verwendeten Kunststoffes oder bezüglich notwendiger Trägersubstanzen derselben.
[0006] Auch die DE 2 552 878 betrifft ein Verfahren zur Verstärkung eines Gewebes, bei dem
eine Verteilung eines Verstärkungsmaterials als ein Fluid auf eine Fläche des Gewebes
so aufgebracht wird, dass die Verstärkung nicht bis zur anderen Gewebefläche durchdringt.
Hierbei wird das Fluid vorzugsweise als Muster mit starker Richtungsabhängigkeit,
beispielsweise durch Aufdruck von diskontinuierlichen und kontinuierlichen Linien
über einen Druckzylinder aufgebracht. Um hier eine Vielzahl von Aufdruckvorrichtungen
zu vermeiden, wird vorgeschlagen, in erster Linie das Tiefdruckverfahren anzuwenden
und dabei die Druckwalzen während des Druckvorganges gegebenenfalls in und außer Berührung
mit dem durchlaufenden Stoffteil zu bringen, wodurch wahlweise Zonen mit und ohne
Aufdruck erzeugt werden können. Auch Druckmasken werden in diesem Zusammenhang genannt.
Ein Nachteil der Kunststoffverstärkung ist jedoch, dass der O-berstoffzuschnitt lediglich
durch Aufdrucken einer Kunststoffmasse verstärkt wird, jedoch bei weitem nicht den
füllig-textilen Griff erreicht, wie er mit einem mit Einlagestoff versehenen Oberstoff
erzielt werden kann. Der nur mit Kunststoff verstärkte Oberstoff ist in diesem Zusammenhang
flach und hart, insbesondere dann, wenn die aufgedruckte Kunststoffharzmasse in den
Oberstoff eindringt.
[0007] Um dieses Problem zu lösen, schlägt die DE 301 46 56 ein Verfahren zur Verstärkung
von Oberstoffzuschnitten für Kleidungsstücke durch rasterförmiges Bedrucken der Rückseite
des Oberstoffes mit einer wässrigen, vernetzbaren, flockenbindenden Dispersionspaste
durch ein Tiefdruckverfahren, deren Beflockung und Aushärtung durch Erhitzung vor,
bei welchem die Dispersionspaste elektrostatisch beflockt, durch Hitze koaguliert
und/oder Vortrocknen vorstabilisiert und in einem weiteren Arbeitsgang in einer beheizten
Kammer im Stapel bei 90 bis 140°C auskondensiert wird. Hierdurch soll das verstärkte
Oberstoffteil fülliger und textiler wirken, und im wesentlichen einem einlageverstärkten
Oberstoffteil entsprechen. Auch hierbei ist jedoch das vorgeschlagene Verfahren, insbesondere
durch die notwendigen zusätzlichen Verfahrensschritte, sehr aufwendig und stellt daher
keine wirkliche Alternative zu den bekannten Einlagestoffen dar.
[0008] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein einfaches und flexibles Verfahren
zur Verstärkung von textilen Flächengebilden, wie z.B. Oberstoffen, sowie eine Vorrichtung
hierfür zu schaffen.
[0009] Bezüglich des Verfahrens wird diese Aufgabe durch ein Verfahren zum Verstärken textiler
Flächengebilde, bei dem ein Spinnvlies auf die zu verstärkenden Bereiche des Flächengebildes
aufgebracht und mit diesem verbunden wird, dadurch gelöst, dass das Spinnvlies durch
Ablegen einer Vielzahl aus einer Spinndüsenanordnung austretenden Filamenten bzw.
Filamentabschnitten unmittelbar auf das Flächengebilde hergestellt wird. Das Spinnvlies
wird folglich nicht mehr in einem separaten Schritt hergestellt, sondern direkt auf
dem Oberstoff erzeugt, d.h. der Oberstoff dient in diesem Fall als Trägerschicht für
das Spinnvlies. Somit entfallen auch die Schritte des Zuschneidens des Einlagestoffs,
das Verfahren wird vereinfacht und kann schneller durchgeführt werden.
[0010] Ferner wird hierdurch ermöglicht, direkt eine Verbindung zwischen dem Oberstoff und
dem Spinnvlies zu erzielen, so dass die im Stand notwendige Klebeschichten, sowie
die bislang notwendigen Fixierschritte entfallen. Da sich das Spinnvlies auf die Oberfläche
des Oberstoffes legt, besteht hier nicht die Gefahr, dass sich der Stoff durch das
Aufbringen des Spinnvlieses in seiner Qualität verändert.
[0011] Vorteilhafterweise kann das Spinnvlies mehrlagig auf dem Material aufgebracht werden.
Hierdurch ist es möglich, die Art des Spinnvlieses dem jeweiligen textilen Flächengebilde
anzupassen, d.h. je nachdem ob ein leichteres Material oder ein schwereres Material
verarbeitet wird, bzw. ob eine leichtere oder eine starre Verstärkung erwünscht ist.
[0012] Ferner kann das Spinnvlies vollflächig auf einem zu verstärkenden, textilen Flächengebilde
aufgebracht werden. Dies hat sich insbesondere dann bewährt, wenn das Material entweder
vollflächig verstärkt werden soll, oder vollständig verstärkte Abschnitte aus dem
solchermaßen verstärkten Flächengebilde ausgeschnitten werden sollen.
[0013] Vorteilhafterweise kann das Spinnvlies abschnittsweise, vorzugsweise innerhalb vorgegebener
Umrisse, auf einem zu verstärkenden textilen Flächengebilde aufgebracht werden. Dies
hat sich insbesondere dann bewährt, wenn das textile Flächengebilde in Form einer
fortlaufenden Bahn mit dem Spinnvlies verstärkt wird, wobei das Aufbringen des Spinnvlieses
abschnittsweise auf den später auszuschneidenden Oberstoffteilen erfolgt, z.B. im
Bereich der Säume, Revere, Schlitze, etc., sowie auch beim Verstärken bereits zugeschnittener
Teile, die nur abschnittweise verstärkt werden sollen.
[0014] Hierbei hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn das Spinnvlies entlang
der Umrisse der aus textilen Flächengebilde auszuschneidenden Elemente aufgebracht
wird. Wird die Verstärkung ausschließlich im Bereich späterer Schnittkanten der Oberstoffteile
bzw. Materialteile aufgebracht, ist es möglich, die Schnittkanten zu verstärken, wodurch
ein Ausfransen des textilen Flächengebildes während des Ausschneidens vermieden wird.
Der Schutz gegen Ausfransen ist ein besonderer Vorteil der vorliegenden Erfindung.
[0015] Gemäß einer anderen bevorzugten Ausführungsform kann das Spinnvlies in verschiedenen
zu verstärkenden Bereichen eines textilen Flächengebildes mit unterschiedlicher Stärke,
Dicke oder Dichte aufgebracht werden. Hierdurch wird ermöglicht, innerhalb einer fortlaufenden
Materialbahn bereits die unterschiedlichen auszuschneidenden Elemente zu berücksichtigen,
und hier die unterschiedlich stark zu verstärkenden Bereiche entsprechend auszubilden.
[0016] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform können aus dem textilen Flächengebilde
nach dem Aufbringen des Spinnvlieses Elemente mit vorbestimmten Umrissen zugeschnitten
werden. Hierbei hat es sich als besonders bevorzugt erwiesen, dass das mit Spinnvlies
verstärkte textile Flächengebilde entlang und/oder innerhalb der von dem Spinnvlies
gebildeten Umrisse, vorzugsweise durch den von dem Spinnvlies gebildeten Randbereich,
zugeschnitten wird. Diese Maßnahme berücksichtigt wiederum den Schutz vor dem Ausfransen
des textilen Flächengebildes.
[0017] Vorteilhafterweise kann das Aufbringen des Spinnvlieses mittels einer oder mehreren
Spinndüsenanordnungen erfolgen. Hierbei ist bevorzugt, dass das Spinnvlies rechnergesteuert
aufgebracht wird. Insbesondere bei einer Aufbringung der Verstärkung durch eine rechnergesteuerte
Auftragseinrichtung ist es möglich, eine textile Flächenbahn unter maximaler Materialausnutzung
dicht an dicht mit entsprechenden Konturen aufweisenden Verstärkungen bzw. vollflächigen
Verstärkungen zu versehen. Hierdurch ist eine Materialverstärkung unter maximaler
Ausnutzung des Materials der Bahn auf dem textilen Flächengebilde möglich.
[0018] Vorteilhafterweise wird das Spinnvlies im Spunbond-Verfahren oder im Meltblown-Verfahren
aufgebracht. Diese beiden Verfahren haben sich bei der Herstellung von Spinnvliesen
bewährt.
[0019] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann das textile Flächengebilde
vor Aufbringung des Spinnvlieses aufgeheizt werden.
[0020] Gemäß einer anderen bevorzugten Ausführungsform kann die Oberfläche des textilen
Flächengebildes zuerst vorbehandelt werden und anschließend das Spinnvlies aufgebracht
werden. Hierbei hat sich insbesondere das Coronaverfahren zur Vorbehandlung besonders
bewährt, da hierdurch einfach eine Veränderung der Oberfläche erzielt werden kann.
[0021] Beide vorgenannten Verfahrensschritte, denen das textile Flächengebilde vor der Aufbringung
des Spinnvlieses unterworfen wird, dienen einer verbesserten Affinität des Spinnvlieses
an dem textilen Flächengebilde. Beide genannten Verfahrensschritte sind hierbei einfach
durchzuführen und lassen sich einfach in den bestehenden Verfahrensablauf integrieren.
[0022] Das erfindungsgemäße Verfahren kann hierbei kontinuierlich oder diskontinuierlich
betrieben werden.
[0023] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform können die Filamente bzw. Filamentabschnitte
aus einem thermoplastischen Polymer gebildet werden. Vorzugsweise kann das thermoplastische
Polymer aus der Gruppe gewählt werden, umfassend Polyurethane oder Polyolefine, wie
Polyethylen oder Polypropylen, Polyamide, Polyester, Polylactide oder dergleichen.
Diese Materialien haben sich im Einsatz als besonders geeignet erwiesen und stellen
eine sichere Verbindung mit dem zu verstärkenden textilen Flächengebilde bereit.
[0024] Bezüglich der Vorrichtung wird die Erfindung durch eine Vorrichtung zum Durchführen
des Verfahrens gelöst, welche einen Träger für ein textiles Flächengebilde und eine
Spinndüsenanordnung zum Ablegen einer Vielzahl aus der Spinndüsenanordnung austretenden
Filamenten bzw. Filamentabschnitten unmittelbar auf das Flächengebilde aufweist.
[0025] Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung werden folglich Verfahrensabläufe miteinander
kombiniert, die zuvor getrennt voneinander durchgeführt wurden. So erfolgt die Bildung
und das Aufbringen des Spinnvlieses als Verstärkung textiler Flächengebilde, unmittelbar
auf dem textilen Flächengebilde, das hierbei die Rolle des Trägers übernimmt. Hierdurch
entfallen die bisher notwendigen Lagerungskosten für Einlagestoffe, sowie die aufwendigen
Fixierschritte, die eine exakte Positionierung der Einlagestoffe erfordert.
[0026] Vorteilhafterweise kann die Auftrageinrichtung rechnergesteuert über dem textilen
Flächengebilde bewegt werden. Dies ermöglicht die exakte Positionierung der Verstärkungen,
gleichzeitig ist es möglich, auf einer einzelnen Bahn eines textilen Flächengebildes
unterschiedlichste Verstärkungen auszubilden.
[0027] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann die Spinndüsenanordnung einen
Spinnbalken mit einer Vielzahl von Spinndüsen umfassen. Mittels des Spinnbalkens und
der Spinndüsen werden die einzelnen Filamente einfach erzeugt, die sich dann auf das
textile Flächengebilde legen.
[0028] Vorteilhafterweise kann der Träger und/oder die Spinndüsenanordnung parallel zu der
Ebene des textilen Flächengebildes bewegbar angeordnet sein. Hierdurch ist es möglich,
auch komplizierte Muster auf dem textilen Flächengebilde einfach zu erzeugen.
[0029] Ferner kann die Vorrichtung ein Paar gegenläufiger Walzen umfassen, durch welche
das mit dem Spinnvlies versehene textile Flächengebilde durchführbar ist. Durch diese
Walzen kann eine zusätzliche Haftung des Spinnvlieses an dem textilen Flächengebilde
erzielt werden. Hierbei ist es möglich, die Walzen entweder zu kühlen oder zu erwärmen,
je nachdem ob sich das Spinnvlies bereits vollständig mit dem textilen Flächengebilde
verbunden hat bzw. ob das Spinnvlies dichter an das textile Flächengebilde angelegt
werden soll.
[0030] Vorteilhafterweise kann die Vorrichtung Einrichtungen zur Aufheizung des textilen
Flächengebildes vor Ablage der Filamente bzw. Filamentabschnitte auf dem textilen
Flächengebilde aufweisen. Eine andere bevorzugte Ausführungsform der Vorrichtung kann
eine Coronaanlage zur Oberflächenbehandlung des textilen Flächengebildes vor Ablage
der Filamente bzw. Filamentabschnitte auf dem textilen Flächengebilde vorsehen. Durch
die zusätzliche Breitstellung einer Einrichtung bzw. Anlage zur Oberflächenbehandlung
des textilen Flächengebildes können die Verbindungseigenschaften zwischen Spinnvlies
und dem textilen Flächengebilde noch weiter verbessert werden.
[0031] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird anhand einer
Zeichnung näher erläutert.
[0032] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Verstärken
flächiger Materialien, und
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf die Arbeitsfläche der Vorrichtung gemäß Fig. 1.
[0033] Die in Ansicht 1 dargestellte Vorrichtung umfasst eine Arbeitsplatte 1, auf welcher
ein textiles Flächengebilde 2 ausgebreitet ist. Das textile Flächengebilde 2 wird
hierbei von einer Vorratsrolle 3 kontinuierlich abgewickelt und über die Arbeitsplatte
1 in der durch den Pfeil angegebenen Richtung befördert. Die Arbeitsplatte 1 dient
hierbei gleichzeitig als Träger für das textile Flächengebilde 2 und kann eine integrierte
Beförderungseinrichtung mit umfassen. Ferner kann die Arbeitsplatte 1 mit Halteeinrichtungen,
z.B. Ansaugeinrichtungen, versehen sein, um das textile Flächengebilde 2 unverschiebbar
in seiner Position zu halten. Dies kann insbesondere während des Aufbringens der Verstärkung
notwendig sein.
[0034] Oberhalb der Arbeitsplatte 1 ist ein Spinnbalken 4 angeordnet, aus welcher kontinuierlich
oder diskontinuierlich eine Vielzahl von Filamenten bzw. Filamentabschnitte auf das
textile Flächengebilde 2 abgelegt werden. Der Spinndüsenbalken erstreckt sich hierbei
senkrecht zu der Bewegungsrichtung des textilen Flächengebildes 2 über die gesamte
Materialbahn und kann mehrere parallel zueinander angeordnete Reihen von Spinnbohrungen
5 wie in Fig. 1 dargestellt, aufweisen. Mittels dieser Spinndüsen werden erzeugte
Filamente, welche sich beim Auftreffen auf dem textilen Flächengebilde wirr miteinander
verbinden und verschränken, als Verstärkungen direkt auf dem textilen Flächengebilde
abgelegt. Hierbei werden als Ausgangsmaterialien thermoplastische Polymere verwendet,
die aufgeschmolzen und zu feinen Spinnfäden versponnen werden. Die versponnenen Fäden
werden meist aerodynamisch verstreckt und erhalten so eine gewünschte Festigkeit.
Die Ablage der Fäden erfolgt auf dem textilen Flächengebilde 2, wobei sich die einzelnen
Filamente statistisch ungeordnet, d.h. wirr, verteilen und ablegen.
[0035] Gleichermaßen kann auch vorgesehen sein, dass die aus den Spinnbohrungen 5 austretende
Schmelze von einem Luftstrom mit hohem Druck und hoher Temperatur mitgerissen wird,
so dass Fasem mit geringer Dicke entstehen, die sich dann ebenfalls auf dem textilen
Flächengebilde ablegen und hier ein Spinnvlies bilden.
[0036] Zu dem Zeitpunkt, zu dem die Filamente oder Filamentabschnitte auf das textile Flächengebilde
2 auftreffen, besitzen diese eine ausreichend hohe Temperatur, um sich miteinander
und mit dem textilen Flächengebilde 2 zu verbinden, um so eine unlösbare Verbindung
zwischen dem textilen Flächengebilde 2 und dem Spinnvlies 6 zu erzielen.
[0037] Die Ablage der einzelnen Filamente bzw. Filamentabschnitte in Form eines Spinnvlieses
6 auf dem textilen Flächengebilde 2 kann kontinuierlich durchgeführt werden, wobei
sich ausschließlich das textile Flächengebilde unter dem Spinnbalken 4 bewegt. Gleichermaßen
kann der Spinnbalken 4 quer wie auch längs zu dem textilen Flächengebilde 2 hin und
her bewegt werden, dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn nicht das vollständige
Flächengebilde mit der Verstärkung versehen werden soll, sondern nur einzelne zuvor
bestimmte Abschnitte. Das mit dem Spinnvlies 6 versehene textile Flächengebilde 2
wird von der Spinndüsenanordnung 4 zu zwei hinter der Arbeitsplatte 1 angeordneten
sich gegenläufig zueinander bewegenden Walzen 7, 8 geführt, zwischen denen das mit
dem Spinnvlies 6 versehene textile Flächengebilde 2 aufgenommen wird. Durch den von
den Walzen ausgeübten Anpressdruck wird die Verbindung zwischen dem Spinnvlies 6 und
dem textilen Flächengebilde 2 weiter verstärkt, zudem kann eine Verdichtung des Spinnvlieses
erzielt werden. Zu diesem Zweck wäre es möglich, eine oder beide Walzen zusätzlich
über vorgesehene Einrichtungen zu erwärmen.
[0038] Gleichermaßen können auch gekühlte Walzen eingesetzt werden, um den Verbund aus Spinnvlies
6 und textilem Flächengebilde 2 vor den weiteren Verfahrensschritten auf die Arbeitstemperatur
abzukühlen. In diesem Zusammenhang kann eine entsprechende Abkühlung auch ohne Einsatz
von Walzen durch eine Abkühlkammer, durch welche das mit dem Spinnvlies versehene
textile Flächengebilde kontinuierlich durchgeführt wird, erfolgen.
[0039] Nachfolgend wird der Verbund aus Spinnvlies und textilem Flächengebilde auf einer
weiteren Arbeitsplatte 9 abgelegt und einer Schneideinrichtung 10 neu zugeführt, die
zumindestens über ein Schneidmittel 11, z.B. ein konventionelles Messer bzw. Laseroder
Plasmastrahlen versehen. Die Schneideinrichtung 10 kann hierbei ähnlich wie die Spinndüsenanordnung
rechnergesteuert quer und längs von dem textilen Flächengebilde verschiebbar angeordnet
sein. Auf diese Weise ist es möglich, auch komplizierte Formen aus dem textilen Flächengebilde
zu schneiden.
[0040] Anschließend werden die zugeschnittenen Materialabschnitte über eine weitere Beförderungseinrichtung
12 zu den nächsten Verfahrensschritten überführt.
[0041] Zusätzlich zu der vorstehend beschriebenen Vorrichtung und dem entsprechenden Verfahrensablauf
kann vorgesehen sein, dass das textile Flächengebilde vor dem Ablegen der Filamente
bzw. Filamentabschnitte in einem vorgeschalteten Verfahrenschritt vorbehandelt wird.
Eine solche Vorbehandlung des textilen Flächengebildes kann hierbei zu einer noch
verbesserten Verbindung zwischen dem Spinnvlies und dem textilen Flächengebilde führen.
[0042] Geeignete Vorbehandlungen umfassen hierbei einerseits die Aufheizung des textilen
Flächengebildes bevor die Filamente bzw. Filamentabschnitte auf dem textilen Flächengebilde
abgelegt werden. In diesem Fall werden die Filamente bzw. Filamentabschnitte auf das
vorgewärmte Flächengebilde aufgebracht. Andererseits kann die Oberfläche des textilen
Flächengebildes vorbehandelt werden, um so eine Struktur zu erhalten die zu einer
besseren Haftung des Spinnvlieses auf der Oberfläche führt. hierbei hat sich das Coronaverfahren
besonders bewährt.
[0043] Fig. 2 zeigt ein Beispiel eines textilen Flächengebildes, welches mittels des erfindungsgemäßen
Verfahrens mit einem Spinnvlies versehen wurde. Hierbei ist ein Beispiel zur Herstellung
von Bekleidungsstücken dargestellt. Fig. 2 zeigt eine Aufsicht auf eine Materialbahn,
wobei alle einzelnen auszuschneidenden Abschnitte dargestellt sind. Hierbei sind die
Bereiche, auf welche das Spinnvlies aufgebracht wurde, vollflächig schwarz dargestellt.
Da der Spinndüsenbalken 4 rechnergesteuert über das textile Flächengebilde 2 bewegt
wird, ist es möglich, die durch das Spinnvlies erzeugte Verstärkung exakt auf dem
textilen Flächengebilde 2 zu positionieren, wobei auch feinste Linien möglich werden.
Aus Fig. 2 wird deutlich, dass nicht nur die notwendigen Verstärkungen mit dem Spinnvlies
durchgeführt werden, sondern dass sämtliche Umrisse 13 der auszuschneidenden Oberstoffzuschnitte
mit einer Umrandung aus dem Spinnvlies versehen werden. Hierbei ist es möglich, die
unterschiedlichen verstärkten Bereiche mit sich voneinander unterscheidenden Verstärkungen
zu versehen, d.h. bestimmte Verstärkungen können dichter bzw. steifer durchgeführt
werden als andere.
[0044] Nach Aufbringen der einzelnen Verstärkungen und ggf. nach Abkühlen derselben wird
das verstärkte flexible Flächengebilde 2 der Schneideinrichtung 10 zugeführt. Hierbei
erfolgt das Ausschneiden der umrandeten Materialabschnitte vorzugsweise innerhalb
der von dem Spinnvlies gebildeten Markierung. Auf diese Weise kann ein Ausfransen
des Materials während des Schneidvorganges und während der weiteren Verarbeitungsschritte
verhindert werden.
1. Verfahren zum Verstärken textiler Flächengebilde, bei dem ein Spinnvlies auf die zu
verstärkenden Bereiche des Flächengebildes aufgebracht und mit diesem verbunden wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Spinnvlies durch Ablegen einer Vielzahl aus einer Spinndüsenanordnung austretenden
Filamenten bzw. Filamentabschnitten unmittelbar auf das Flächengebilde hergestellt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Spinnvlies mehrlagig auf das textile Flächengebilde aufgebracht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Spinnvlies vollflächig auf einem zu verstärkenden textilen Flächengebilde aufgebracht
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Spinnvlies abschnittsweise, vorzugsweise innerhalb vorgegebener Umrisse, auf
einem zu verstärkenden textilen Flächengebilde aufgebracht wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Spinnvlies entlang der Umrisse von aus dem textilen Flächengebilde auszuschneidenden
Elemente aufgebracht wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche der Ansprüche 1, 3, 4 und/oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Spinnvlies in verschiedenen zu verstärkenden Bereichen eines textilen Flächengebildes
mit unterschiedlicher Stärke, Dicke oder Dichte aufgebracht wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass aus dem textilen Flächengebilde nach dem Aufbringen des Spinnvlieses Elemente mit
vorbestimmten Umrissen zugeschnitten werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das mit Spinnvlies verstärkte textile Flächengebilde entlang und/oder innerhalb der
von dem Spinnvlies gebildeten Umrisse, vorzugsweise durch den von dem Spinnvlies gebildeten
Randbereich, zugeschnitten wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das aufgebrachte Spinnvlies vor dem Zuschneiden des textilen Flächengebildes gekühlt
wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das textile Flächengebilde vor dem Aufbringen des Spinnvlieses zugeschnitten wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Spinnvlies mittels einer oder mehreren Spinndüsenanordnungen aufgebracht wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Spinnvlies rechnergesteuert aufgebracht wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Spinnvlies im Spunbond-Verfahren aufgebracht wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Spinnvlies im Meltblown-Verfahren aufgebracht wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das textile Flächengebilde vor Aufbringung des Spinnvlieses aufgeheizt wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche des textilen Flächengebildes vorbehandelt wird und dass anschließend
das Spinnvlies aufgebracht wird.
17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die dass die Oberfläche des textilen Flächengebildes mit dem Coronaverfahren vorbehandelt
wird.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren kontinuierlich durchgeführt wird.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren diskontinuierlich durchgeführt wird.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Filamente bzw. Filamentabschnitte aus einem thermoplastischen Polymer gebildet
werden.
21. Verfahren nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, das thermoplastische Polymer aus der Gruppe gewählt wird, umfassend Polyurethane
oder Polyolefine, wie Polyethylen oder Polypropylen, Polyamide, Polyester, Polylactide
oder dergleichen.
22. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 21, gekennzeichnet durch
einen Träger für ein textiles Flächengebilde und eine Spinndüsenanordnung zum Ablegen
einer Vielzahl aus der Spinndüsenanordnung austretenden Filamenten bzw. Filamentabschnitten
unmittelbar auf das Flächengebilde.
23. Vorrichtung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Spinndüsenanordnung rechnergesteuert über dem textilen Flächengebilde bewegbar
ist.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 22 oder 23, dadurch gekennzeichnet, dass die Spinndüsenanordnung einen Spinnbalken mit einer Vielzahl von Spinndüsen umfasst.
25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 22 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerbeförderung und/oder die Spinndüsenanordnung parallel zu der Ebene des
textilen Flächengebildes bewegbar angeordnet sind.
26. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 22 bis 25, des weiteren umfassend ein Paar gegenläufiger
Walzen, durch welche das mit dem Spinnvlies versehene textile Flächengebilde durchführbar
ist.
27. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 22 bis 25, des weiteren umfassend Einrichtungen
zur Aufheizung des textilen Flächengebildes vor Ablage der Filamente bzw. Filamentabschnitte
auf dem textilen Flächengebilde.
28. Vorrichtung nach einem der Anspruche 22 bis 25, des weiteren umfassend eine Coronaanlage
zur Oberflächenbehandlung des textilen Flächengebildes vor Ablage der Filamente bzw.
Filamentabschnitte auf dem textilen Flächengebilde.