[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Messung eines Betriebsparameters einer
Beschichtungsanlage für Gegenstände, insbesondere einer Lackieranlage, nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
[0002] Beschichtungsanlagen für Gegenstände, zu denen insbesondere auch Flüssig- oder Pulverlackieranlagen
zählen, weisen wie alle modernen technischen Anlagen Überwachungseinrichtungen auf,
mit denen mindestens ein Betriebsparameter der Anlage überwacht wird. Eine geeignete
Elektronik sorgt dafür, dass die Anlage entsprechend den gemessenen Betriebsparametern
gesteuert oder ggf. auch abgeschaltet werden kann.
[0003] Einrichtungen der eingangs genannten Art zeichnen sich dadurch aus, dass bestimmte
Komponenten, insbesondere die Hochspannungselektrode der Applikationseinrichtung,
auf einem sehr hohen Potential, z. B. auf 60 kv oder darüber, liegen. Bei vom Markt
her bekannten Beschichtungsanlagen ähnlich denen der eingangs genannten Art werden
Betriebsparameter, die mittels eines Sensors an einer zumindestens potentiell hochspannungsführenden
Komponente abgefragt werden müssen, nicht erfasst.
[0004] Eine Einrichtung der eingangs genannten Art ist aus der
US 5 660 334 A bekannt geworden. Der überwachte Betriebsparameter ist dabei der Füllstand in einem
Vorratsbehälter für die abzugebende Flüssigkeit. Bei zu niedrigem Füllstand wird eine
vorgegebene Radiofrequenz von einem Sender, der auf der auf Hochspannung liegenden
Plattform angeordnet ist, abgegeben und von einem im Niederspannungsbereich angeordneten
Empfänger erkannt, worauf über die Öffnung eines Ventils Flüssigkeit nachgefüllt wird.
Die Abfrage des Füllstands erfolgt über einen magnetischen Schwimmer, dessen Position
von magnetisch betätigbaren Schaltern berührungslos abgetastet wird.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Einrichtung der eingangs genannten
Art zu schaffen, mit der auch Betriebsparameter gemessen werden können, die mit Hilfe
eines Sensors an einer zumindest potentiell mit der Hochspannungselektrode der Applikationseinrichtung
elektrisch in Verbindung stehenden Komponente abgefragt werden müssen.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den im Patentanspruch 1 angegebenen Mitteln
gelöst.
[0007] Wie im Stand der Technik an sich bekannt, gelingt also die Messung von Betriebsparametern,
die mit Hilfe eines Sensors von hochspannungsführenden Komponenten abgefragt werden
müssen, dadurch, dass die Messschaltung von ihrer Umgebung galvanisch vollständig
getrennt wird. Hierzu muss sie zum einem mit einer eigenen, inneren Stromquelle, beispielsweise
einer Batterie, versehen werden. Die von der Messschaltung gewonnenen Daten werden
über eine Strahlungsstrecke, beispielsweise eine Funkstrecke, ausgetragen und der
Auswertschaltung zugeführt. Bei der Messeinrichtung kann also die gesamte Messschaltung
ggf. auf dem hohen Potential der Hochspannungselektrode der Applikationeinrichtung
liegen, ohne dass dadurch die Auswertung des Betriebsparameters beeinträchtigt würde.
[0008] Erfindungsgemäß umfasst der Sensor mindestens zwei Elektroden, die an oder in dem
Schlauch in Abstand voneinander angeordnet sind, über welchen der Applikationseinrichtung
Farbe zugeführt wird. Dadurch, dass aus der inneren Stromquelle eine Spannung an die
Elektroden gelegt wird und der dadurch zwischen ihnen fließende Strom als ein Maß
für im Betrieb entlang des Schlauchs fließende Kriechströme genommen wird, kann ein
besonders wichtiger Betriebsparameter, die Funktionssicherheit des Schlauches, insbesondere
dessen Isolationsfähigkeit, überwacht werden. Dieser Schlauch trennt nämlich die Applikationseinrichtung
elektrisch von der Lackversorgung. Reicht die Isolierwirkung des Schlauches nicht
aus, kann es zu Spannungsüberschlägen von der Hochspannungselektrode der Applikationseinrichtung
zurück zur Lackversorgung kommen. Der erfindungsgemäße, zwei Elektroden umfassende
Sensor misst, wie erwähnt, Kriechströme an dem Schlauch, die ein Maß für dessen elektrische
Leitfähigkeit sind. Diese kann sich während des Betriebes der Beschichtungsanlage
aufgrund verschiedener umstände, insbesondere durch Alterungsvorgänge oder Verschmutzung,
verändern. Die Erfassung der Kriechströme ermöglicht also dem Benutzer der Beschichtungsanlage,
sich ein Bild von der Funktionssicherheit des Schlauches zu verschaffen.
[0009] Wenn zwei Elektroden an der Außenmantelfläche des Schlauches angeordnet sind, können
hierdurch insbesondere Kriechströme erfasst werden, die sich auf der Außenmantelfläche
des Schlauches durch Verschmutzungen ergeben. Wenn zwei Elektroden in den Mantel des
Schlauches eingebettet sind, lassen sich besonders Veränderungen erfassen, die auf
Alterungsvorgängen des Schlauchmaterials beruhen.
[0010] Schließlich ist es auch in vielen Fällen zweckmäßig, zwei Elektroden an der Innenmantelfläche
des Schlauches anzuordnen. Hierdurch kann zum einen die Gefährdung beobachtet werden,
die sich durch Lackablagerungen an der Innenmantelfläche des Schlauches ergeben und
insbesondere dort relevant sind, wo elektrisch leitende Lacke eingesetzt werden. Darüber
hinaus lässt sich mit dieser Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Einrichtung der Zustand
von Molchen überwachen, die sich innerhalb des Schlauches zur Beförderung des Lackes
bewegen. Nutzt sich nämlich die Oberfläche des Molches ab, so ist dieser nicht mehr
in der Lage, die Innenmantelfläche des Schlauches vollständig zu reinigen. Haben die
dortigen Ablagerungen eine bestimmte Dicke überschritten, muß der Molch ausgetauscht
werden. Der richtige Zeitpunkt hierfür kann mit Hilfe der erfindungsgemäßen Einrichtung
überwacht werden.
[0011] Als Sicherheitseinrichtung dient diejenige Ausgestaltung der Erfindung, bei welcher
in der Auswertschaltung ein Maximalwert für den zulässigen zwischen den Elektroden
fließenden Strom abgespeichert ist, wobei die Auswertschaltung die Hochspannungsversorgung
der Applikationseinrichtung abschaltet, wenn der tatsächlich über die Elektroden fließende
Strom den Maximalwert überschreitet.
[0012] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung erläutert;
die einzige Figur zeigt schematisch eine Einrichtung zur Messung von Kriechströmen
in einer Lackieranlage.
[0013] In der Zeichnung ist mit dem Bezugszeichen 1 ein Schlauch bezeichnet, in dem mit
Hilfe eines nicht dargestellten Molches Lack von einer Versorgungsquelle zu einer
mit Innenaufladung arbeitenden Applikationseinrichtung, beispielsweise einem Hochrotationszerstäuber,
transportiert wird. Die Versorgungsquelle und die Applikationseinrichtung sind nicht
gezeigt. Der Begriff "Innenaufladung" besagt, daß der Lack in der Applikationseinrichtung
an einer Hochspannungselektrode vorbeigeführt, dort ionisiert und dann in ionisierter
Form auf den zu lackierenden Gegenstand abgegeben wird. Dies bedeutet, daß der Schlauch
1, der hierzu aus einem isolierendem Kunststoff hergestellt ist, für eine Potentialtrennung
zwischen der Lackversorgung und der Applikationseinrichtung sorgen muß. Die isolierenden
Eigenschaften des Schlauches 1, die sich im Betrieb durch Alterung, Verschmutzung
oder dgl. ändern können, müssen aus Sicherheitsgründen ständig überwacht werden.
[0014] Hierzu dient die in der Zeichnung dargestellte, insgesamt mit dem Bezugszeichen 2
gekennzeichnete Überwachungseinrichtung. Diese umfasst zwei im Abstand voneinander
in den Mantel des Schlauches 1 eingelassene oder auf dem Mantel des Schlauches 1 aufgebrachte
Elektroden 3, 4. Diese sind mit einem Meßgerät 5 verbunden, welches als Spannungsquelle
eine Batterie enthält. Das Meßgerät 5 legt an die beiden Elektroden 3, 4 eine bestimmte
Spannung und misst den Strom, der durch den zwischen den Elektroden 3, 4 fließenden
Abschnitt des Schlauches 1 fließt. Dieser Strom ist ein direktes Maß für die Isolierfähigkeit
des Mantels des Schlauches 1 und kann daher als Kontrollparameter für die Funktionsfähigkeit
des Schlauches 1 eingesetzt werden.
[0015] Aufgrund der Verbindung zwischen dem Meßgerät 5 über die Elektroden 3 und 4 mit dem
Schlauch 1 sowie dem innerhalb des Schlauches 1 geführten, ggf. mit elektrischen Partikeln
versehenen Lack sind die Elektroden 3 und 4, wenn auch hochohmig, mit der Hochspannungselektrode
in der Applikationseinrichtung verbunden. Die von dem Meßgerät 5 gewonnenen Daten
können daher nicht einfach auf galvanischem Wege aus dem Meßgerät 5 ausgeführt werden.
Statt dessen enthält das Meßgerät 5 einen Sender für elektromagnetische Strahlung,
z. B. einen Funksender in einem für gewerbliche Zwecke zugelassenen Frequenzbereich,
der die in den gemessenen Stromsignalen enthaltene Information ständig oder periodisch
ausstrahlt. Dies ist durch den gewellten Pfeil 6 symbolisiert. Die Strahlung 6 wird
von einem entsprechenden Empfänger 7 empfangen, in ein elektrisches Signal umgewandelt
und einer Auswertschaltung 8 zugeführt. In der Auswertschaltung 8 wird die Größe des
Signales mit einem dort abgespeicherten zulässigen Maximalwert verglichen. So lange
der gemessene Wert unter dem Maximalwert bleibt, kann der Betrieb der Applikationseinrichtung
über den Schlauch 1 fortgesetzt werden. Wird dieser Maximalwert jedoch überschritten,
so schaltet die Auswertelektronik 8 automatisch die Hochspannungsversorgung der Applikationseinrichtung
verbunden mit einem Warnsignal ab.
[0016] Bei dem oben beschriebenen Ausführungsbeispiel befinden sich die Elektroden 3, 4,
zwischen denen der Kriechstrom gemessen wird, im Inneren oder auf der Außenfläche
des Mantels des Schlauches 1. Es ist auch möglich, die Elektroden 3 und 4 an der Innenmantelfläche
des Schlauches 1 anzubringen. Auf diese Weise können Kriechströme gemessen und überwacht
werden, die sich durch Ablagerungen des Lackes an der Innenmantelfläche bilden. Auch
diese Ablagerungen können die elektrische Sicherheit der Gesamtanlage in Frage stellen
und zu Überschlägen zwischen der Applikationseinrichtung und der Stromversorgung
führen. Die Dicke der Ablagerungen an der Innenmantelfläche des Schlauches 1 ist gleichzeitig
ein Maß für die Qualität des Molches. Übersteigt daher der zwischen den Elektroden
3, 4 an der Innenmantelfläche des Schlauches 1 gemessene Strom einen bestimmten Wert,
kann dies bedeuten, daß der Molch abgenutzt ist und ausgetauscht werden muß.
1. Einrichtung zur Messung eines Betriebsparameters
einer Beschichtungsanlage für Gegenstände, insbesondere einer Lackieranlage, die mindestens
eine eine Hochspannungselektrode enthaltende Applikationseinrichtung aufweist, mit
a) einem Schlauch (1), über welchen der Applikationseinrichtung Beschichtungsmaterial
zuführbar ist,
b) einem sensor, der den Betriebsparameter erfasst;
c) einer Messschaltung (5), welche den Sensor enthält und ein dem überwachten Betriebsparameter
entsprechendes elektrisches Signal erzeugt;
d) einer Auswertschaltung, welcher die im elektrischen signal enthaltene Information
zugeführt wird und welche je nach dieser Information eine Funktion der Beschichtungsanlage
auslöst,
wobei
e) die Messschaltung (5) durch eine innere, autarke Stromquelle, insbesondere Batterie,
gespeist ist;
f) die Messschaltung (5) von der Auswertschaltung (7, 8) durch eine elektromagnetische
strahlungsstrecke (6) potentialmäßig getrennt ist.
dadurch gekennzeichnet, dass
g) der sensor mindestens zwei Elektroden (3, 4) umfasst, die an oder in dem Schlauch
(1) in Abstand voneinander angeordnet sind, wobei
h) aus der inneren stromquelle eine Spannung an die Elektroden (3, 4) gelegt wird,
und der dadurch zwischen ihnen fließende Strom ein Maß für im Betrieb entlang des
Schlauchs (1) fließende Kriechströme ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass zwei Elektroden (3, 4) an der Außenmantelfläche des Schlauchs (1) angeordnet sind.
3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass zwei Elektroden (3, 4) in den Mantel des Schlauchs (1) eingebettet sind.
4. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Elektroden (3, 4) an der Innenmantelfläche des Schlauches (1) angeordnet sind.
5. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass in der Auswertschaltung (7, 8) ein Maximalwert für den zulässigen zwischen den Elektroden
(3, 4) fließenden Strom abgespeichert ist und dass die Auswertschaltung (8) die Hochspannungsversorgung
der Applikationseinrichtung abschaltet, wenn der tatsächlich über die Elektroden (3,
4) fließende Strom diesen Maximalwert überschreitet.
1. Device for measuring an operating parameter of a coating installation for articles,
in particular a painting line, that comprises at least one application device containing
a high-voltage electrode, comprising
a) a tube (1), through which coating material may be fed to the application device,
b) a sensor that acquires the operating parameter;
c) a measuring circuit (5) that contains the sensor and generates an electrical signal
corresponding to the monitored operating parameter;
d) an evaluation circuit, to which the information contained in the electrical signal
is supplied and which in dependence upon said information triggers a function of the
coating installation,
wherein
e) the measuring circuit (5) is supplied by means of an internal, autonomous current
source, in particular a battery;
f) the measuring circuit (5) is electrically isolated from the evaluation circuit
(7, 8) by means of an electromagnetic radiation path (6), characterized in that
g) the sensor comprises at least two electrodes (3, 4) that are disposed mutually
spaced apart on or in the tube (1), wherein
h) from the internal current source a voltage is applied to the electrodes (3, 4),
and the current consequently flowing between the electrodes (3, 4) is a measure of
leakage currents flowing during operation along the tube (1).
2. Device according to claim 1, characterized in that two electrodes (3, 4) are disposed on the outer lateral surface of the tube (1).
3. Device according to claim 1, characterized in that two electrodes (3, 4) are embedded in the lateral surface of the tube (1).
4. Device according to claim 1 or 2, characterized in that two electrodes (3, 4) are disposed on the inner lateral surface of the tube (1).
5. Device according to one of the preceding claims, characterized in that in the evaluation circuit (7, 8) a maximum value for the permissible current flowing
between the electrodes (3, 4) is stored and that the evaluation circuit (8) disconnects
the high voltage supply of the application device if the current actually flowing
through the electrodes (3, 4) exceeds said maximum value.
1. Dispositif pour mesurer un paramètre de fonctionnement d'une installation d'enduction
pour des objets, en particulier d'une installation de peinture, qui présente au moins
un dispositif d'application contenant une électrode à haute tension, comportant
a) un tuyau (1) par lequel un matériau d'enduction peut être amené au dispositif d'application
;
b) un capteur qui détecte le paramètre de fonctionnement ;
c) un circuit de mesure (5) qui contient le capteur et génère un signal électrique
correspondant au paramètre de fonctionnement surveillé ;
d) un circuit d'évaluation auquel est amenée l'information contenue dans le signal
électrique et qui déclenche une fonction de l'installation d'enduction en fonction
de cette information,
dans lequel
e) le circuit de mesure (5) est alimenté par une source de courant interne autonome,
en particulier une pile ;
f) le circuit de mesure (5) est séparé du point de vue du potentiel du circuit d'évaluation
(7, 8) par un trajet de rayonnement électromagnétique (6),
caractérisé en ce que
g) le capteur comprend au moins deux électrodes (3, 4) qui sont disposées à distance
l'une de l'autre sur ou dans le tuyau (1),
h) une tension étant appliquée aux électrodes (3, 4) à partir de la source de courant
interne et le courant circulant par suite entre elles étant une mesure des courants
de fuite qui circulent le long du tuyau (1) pendant le fonctionnement.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que deux électrodes (3, 4) sont disposées sur la surface extérieure de l'enveloppe du
tuyau (1).
3. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que deux électrodes (3, 4) sont incorporées dans l'enveloppe du tuyau (1).
4. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que deux électrodes (3, 4) sont disposées sur la surface intérieure de l'enveloppe du
tuyau (1).
5. Dispositif selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une valeur maximale pour le courant admissible circulant entre les électrodes (3,
4) est enregistrée dans le circuit d'évaluation (7, 8) et que le circuit d'évaluation
(8) coupe l'alimentation haute tension du dispositif d'application quand le courant
qui circule effectivement par les électrodes (3, 4) dépasse cette valeur maximale.