[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Wandaufbau für eine gemauerte Gebäudeaußenwand
mit einem Hintermauerwerk und einer Vormauerschale sowie ein Bauelement für einen
solchen Wandaufbau.
[0002] In der
DE-A-35 30 973 ist ein Wandaufbau für eine gemauerte Gebäude-außenwand beschrieben, welcher ein
Hintermauerwerk und eine Vormauerschale aufweist. Hierbei ist an der dem Hintermauerwerk
zugekehrten Seite der Vormauerschale eine Dämmstoffschicht vorgesehen, die an ihrer
dem Hintermauerwerk zugekehrten Seite mit einer Wärmestrahlung reflektierenden Schicht
versehen ist, und ist eine weitere Dämmstoffschicht an der der Vormauerschale zugekehrten
Seite des Hintermauerwerks vorgesehen.
[0003] Die beiliegenden Figuren 2 bis 7 zeigen zum besseren Verständnis der vorliegenden
Erfindung Querschnitte durch bisher übliches Mauerwerk und auch durch Bauarten von
Mauerwerk mit verstärkten Dämmschichten.
[0004] Der Wandquerschnitt gemäß Fig. 2 veranschaulicht ein einschaliges Mauerwerk aus üblichen
Mauersteinen 12, z.B. Ziegel oder Kalksandsteinen. Das Mauerwerk hat eine Regelstärke
von 36,5 cm, und es ist beidseitig mit Verputz 1 (Außenputz) beziehungsweise 6 (Innenputz)
versehen. Der Wandaufbau vereinigt dabei tragende und fassadentechnische Funktionen
in Einem. Was die Bauphysik anbelangt befindet sich die Tauzone je nach raumklimatischen
Bedingungen, dem arbeitenden Heizungssystem und den Wetterbedingungen im Innenbereich
des Wandquerschnittes. Dort kommt es zu Tauwasserbildung und zu einer messbaren Durchfeuchtung
des Baustoffs mit einer entsprechenden Erhöhung der Wärmeleitzahl. Das tropfbar gewordene
Wasser wandert kapillar zur Außenwand und wird dort in Abhängigkeit von Windgeschwindigkeit
und relativer Feuchte der Außenluft mehr oder weniger schnell abgetrocknet. Unter
ungünstigen Bedingungen stellt sich die Tauzone auf der Innseite der Wand oder unmittelbar
dahinter ein, sodass es auch zu Tauwasserbildung auf der Rauminnenseite kommt, verbunden
mit allen Begleiterscheinungen wie zum Beispiel der Bildung von Schwarzschimmel.
[0005] Derartige Bauschäden stellen sich fast immer ein, wenn auf den Innenflächen derartiger
Außenwände wärmedämmende Stoffe, auch Möbel oder Bilder, angebracht sind, da sie die
Tauzone nach innen verlagern. Bei der in sich homogenen Konstruktion hängt die Wärmedämmfähigkeit
von der Mauerwerksstärke und dem Feuchtigkeitszustand ab. Eine normale Wand dieser
Bauart aus Vollziegeln erreicht die erforderliche Dämmfähigkeit nicht, sodass die
Ziegelindustrie seit längerem Mauersteine mit einer hohen Porosität auf den Markt
bringt. Mauerwerk dieser Bauart erreicht die geforderten Mindestdämmwerte, allerdings
zu Lasten der Speicherfähigkeit.
[0006] Die Wandkonstruktion gemäß Fig. 2 nimmt die eingestrahlte Sonnenenergie gut auf.
In den durchfeuchteten Tauwasserzonen wird die Sonnenenergie sogar besonders gut weitergeleitet.
In dieser Hinsicht handelt es sich um eine gute und bewährte Wandkonstruktion, die
jedoch den Anforderungen der künftigen Energieeinsparverordnung (EnEV) nicht mehr
genügt.
[0007] Der in Fig. 3 gezeigte Wandaufbau entspricht dem der Fig. 2 mit der Ausnahme, dass
er außen mit einer in der Regel etwa 80 mm dicken Dämmschicht 4 versehen ist, die
am Mauerwerk mechanisch befestigt ist. Bei dem Außenputz 1 handelt es sich insbesondere
um einen Kunstharzputz, der auf unterschiedliche Weise bewehrt ist, zum Beispiel mit
Gewebe aus PVC. Da die dämmende Wirkung dieser Konstruktion überwiegend durch den
Dämmstoff erzeugt wird, ist die Wandstärke auf das statisch erforderliche Maß von
24 cm reduziert.
[0008] Bei dem Wandaufbau gemäß Fig. 3 sind statische und dämmende Funktionen auf zwei unterschiedliche
Baustoffschichten verteilt. Die Tauzone liegt bei dieser Konstruktion in der Regel
im vorderen Drittel der Dämmschicht 4. Das dort tropfbar gewordene Wasser wird kapillar
zur Außenfläche der Dämmschicht geleitet, wo es von der vorbeiströmenden Luft abgetrocknet
wird. Die Außendämmung bewirkt eine Verzögerung des Wärmeenergiedurchgangs mit der
Folge, dass der tragende Mauerwerksquerschnitt in einem deutlich höheren Energiezustand
verbleibt.
[0009] Einstrahlende Sonnenenergie trifft nahezu unmittelbar auf die Dämmschicht 4, wo sie
am weiteren Eintritt in die Mauerkonstruktion gehindert wird. Die außenliegende dünne,
cirka 5 mm starke Putzschicht 1 wird erwärmt, kühlt jedoch wegen ihrer geringen absoluten
Wärmespeicherungsfähigkeit auch sehr rasch wieder aus. Bei Einstrahlungsphasen befördert
die Erwärmung durch Einstrahlung auch in wünschbarem Umfang die Abtrocknung der Dämmschicht
4. Sehr nachteilig ist diese Konstruktion bei dunkler und die Sonnenenergie stark
absorbierender Farbgebung, da die dann erheblichen Temperaturspannungen zur Rissbildung
in der Putzschicht 1 führen können. Die Hersteller dieser Dämmsysteme raten daher
zu Recht von einer dunklen Farbgebung ab. Insgesamt ist diese Wandkonstruktion gegen
die Einstrahlungsgewinne nahezu vollständig abgeschirmt.
[0010] Neuerdings werden bei dieser Konstruktion Bauschäden bekannt, die auf die starke
Auskühlung der Oberflächen durch Abstrahlung von Wärmeenergie zurückgehen, wobei wegen
der Dämmschicht nur wenig Wärmeenergie zur Oberfläche geleitet wird. Die stark ausgekühlten
Oberflächen werden zur Kondensationsebene gegenüber der Außenluft. Sie werden daher
von Tauwasser benässt oder beschlagen mit Reif. Die Folgen sind Veralgung der Oberflächen
und die Durchnässung des Dämmstoffes.
[0011] Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es sich bei dem Wandaufbau gemäß Fig. 3 um
eine bewährte Wandkonstruktion handelt, bei der jedoch in nachteiliger Weise die Sonneneinstrahlungsenergie
abgeschirmt ist. Die Beheizung entsprechender Gebäude erfolgt ausschließlich über
die Heizungsanlage, was energiewirtschaftlich ungünstig ist.
[0012] Die Wandkonstruktion nach Fig. 4 entspricht derjenigen von Fig. 3, jedoch nach neuer
EnEV mit erheblich verstärkter Dämmschicht 4, deren empfohlene Mindestdämmstärke 20
cm beträgt. Die technische Funktion ist im Wesentlichen die gleiche wie bei Fig. 3.
Es kann jedoch zu statischen Problemen wegen erheblicher Mehrgewichte in der Dämmschicht
4 und bedeutender Kragmomente in deren Verankerungen kommen.
[0013] Bauphysikalisch wird durch Verstärkung der Dämmschicht 4 rechnerisch eine bedeutende
Verminderung des Wärmedurchgangs erreicht. Die Anordnung gemäß Fig. 4 ist jedoch in
erheblichem Masse schadensgefährdet, da die vor der Tauzone liegende Dämmschichtstärke
durch den kapillaren Druck nicht mehr überwunden werden kann. Bei Dämmstoffen aus
Polystyrol ist ohnehin die kapillare Leitfähigkeit wegen der Materialstruktur sehr
gering. Bei faserigen Dämmstoffen ist die kapillare Leitung strukturbedingt im Wesentlichen
nur parallel zur Außenwandfläche möglich. Diese Konstruktion ist daher nur bei Verwendung
von dampfdichten Dämmstoffen möglich, zum Beispiel von doppelllagig verlegten Schaumglasplatten
im Klebeverfahren mit zusätzlicher mechanischer Verankerung. Die durchfeuchteten Zonen
fallen als Dämmzone aus. Der sich weiter entwickelnde Prozess führt zur vollständigen
Durchnässung des Dämmstoffes. Denkbar ist eine derartige Konstruktion allenfalls dann,
wenn wirksame Dampfsperren vor dem Dämmstoff angeordnet werden. Solche Dampfsperren
verhindern jedoch die Wasserdampfdiffusion durch die Wand, worunter volkstümlich das
"Atmen" einer Wand verstanden wird.
[0014] Bedenklich ist der Wandaufbau gemäß Fig. 4 selbst in Verbindung mit den unverzichtbaren
Dampfsperren auch in feuchtwarmem Sommerklima bei gedrehtem Temperatur- und Dampfdruckgefälle,
da es hier zu Tauwasserbildung auf der Innenseite des Dämmstoffes kommen wird. Die
dort befindliche Dampfsperre ist dann - da bauphysikalisch außenliegend - eine Quelle
von Bauschäden.
[0015] Was die Sonnenenergie anbelangt, treten wegen der erhöhten Dämmstoffdicken die bereits
bei der Anordnung der Fig. 3 genannten nachteiligen Effekte verstärkt ein. Zu zusätzlichen
Bauschäden kann es dadurch kommen, dass - solange die Dämmschicht 4 noch nicht vollständig
durchfeuchtet ist - die Außenschicht 1 durch Abstrahlung weit unter die Außenlufttemperatur
abkühlt und hierdurch zur Tauzone für die winterliche Außenluft wird. Es kommt zur
Reifbildung und anschließender Durchfeuchtung der Außenschicht. Mit Eintritt der Vegetationsphase
im zeitigen Frühjahr kommt es auf den durchfeuchteten Flächen zur Moos- und Algenbildung
mit nachfolgender Zerstörung der Außenhaut. Insgesamt ist die Lösung gemäß Fig.4 als
bauschadensträchtige Fehlkonstruktion mit erheblichem Kostenaufwand zu bewerten, von
der trotz der hierzu führenden Vorschriften der EnEV dringend abgeraten werden muss.
[0016] Fig. 5 zeigt einen weiteren traditionellen Wandaufbau, bestehend aus einem tragenden
Mauerwerk 5 aus Ziegeln oder Kalksandsteinen oder sonstigen Mauerwerksmaterialien,
auch Beton. Das Mauerwerk 5 ist meist etwa 24 cm stark, und es ist auf der Rauminnenseite
mit Verputz 6 versehen. Vor dieser Wand 5 ist eine etwa 5 cm dicke strömende Luftschicht
3 angeordnet. Die Wetterhaut besteht aus einem in der Regel etwa 11,5 cm starken Sichtmauerwerk
2 aus Vormauerziegeln oder gleich gut geeignetem anderem Vormauermaterial. Das Hintermauerwerk
5 bildet die äußere Tragwand des betreffenden Gebäudes mit überwiegend statischen
Funktionen. Die strömende Luftschicht 3 hat die Aufgabe, Tauwasser im vorderen Wandquerschnitt,
das bis zur Wandaußenfläche kapillar gelangt, abzutrocknen. Die Vormauerschicht 2
dient als Fassade und Wetterhaut.
[0017] Was die Bauphysik anbelangt, diffundiert Wasserdampf von der Rauminnenseite in den
Tragwandquerschnitt ein. Dieser Wasserdampf verändert sich durch Kondensation in der
Tauzone in tropfbares Wasser, wobei die hierbei entstehende Kondensationswärme den
Taupunkt geringfügig zur Wandaußenzone hin verlagert. Von dort aus wandert das Wasser
kapillar nach außen bis zur Luftschicht 3 und trocknet dort ab. Nach innen wanderndes
Wasser verwandelt sich wiederum in Wasserdampf.
[0018] Vom Wärmeschutz her genügt der Wandaufbau gemäß Fig. 5 unter der Annahme des Einsatzes
konventioneller Heizsysteme der geltenden Wärmeschutzverordnung nicht mehr. In die
Wärmedurchgangsberechnung wird lediglich die verputzte Innenschale 5 einbezogen. Die
Luftschicht 3 und die Vormauerschale 2 gelten bereits als Außenzone. Die Strahlungsenergie
aus der Sonne wird von der Vormauerschale 2 aufgenommen, sodass sie sich auch im Winter
unter günstigen Bedingungen erwärmen wird. Die strömende Luftschicht 3 führt jedoch
einen Teil der Wärmeenergie ab. Eine Wärmeleitung durch Konvektion zwischen Außenschale
2 und Innenwand 5 findet nur in nicht nennenswertem Masse statt. Ein Teil der eingestrahlten
Sonnenenergie wird jedoch von der Außenschale 2 auf die Innenwand 5 durch Strahlung
übertragen und verringert so das Temperaturgefälle zwischen der Rauminnenfläche und
der Außenfläche der tragenden Wandschicht. Die Wärmespeicherungsfähigkeit dieses Wandaufbaus
ist im Hinblick auf die Energiegewinne aus der Sonneneinstrahlung mäßig gut.
[0019] Prinzipiell handelt es sich bei der Anordnung der Fig. 5 um eine gute Wandkonstruktion,
die vorzugsweise in küstennahen Bereichen Norddeutschlands eingesetzt wird. Sie erfüllt
jedoch die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nicht, und sie ist vollkommen unzulässig
nach der neuen EnEV.
[0020] Fig. 6 zeigt eine inzwischen weit verbreitete Wandkonstruktion, bei der eine beispielsweise
24 cm starke tragende Innenwand (Hintermauerwerk) 5 mit vorgesetzter Dämmschicht 4,
eine Hinterlüftungszone 3 und eine zum Beispiel 11,5 cm dicke Wetterhaut aus Vormauersteinen
2 vorgesehen sind. Diese Wandkonstruktion ist bauphysikalisch etwa wie der Aufbau
nach Fig. 3 zu bewerten. Die Vormauerschicht 2 wird wärmetechnisch nicht bewertet.
Sie kann durch jede andere Art der vorgesetzten und hinterlüfteten Fassade ersetzt
werden. Im Hinblick auf die Sonneneinstrahlung bestehen nur minimale Unterschiede
zum Wandaufbau nach Fig. 3. Es handelt sich um eine gute Wandkonstruktion mit ausreichender
Wärmespeicherung und ausreichender Dämmwirkung, die jedoch nach der künftigen EnEV
als nicht ausreichend bewertet wird.
[0021] Das Hintermauerwerk 5 übernimmt dabei im Wesentlichen statische Aufgaben. Da eine
24 cm dicke Ziegel- oder Kalksandsteinwand keinen ausreichenden Wärmeschutz bietet,
muss das Hintermauerwerk 5 der Anordnung gemäß Fig. 6 an seiner der Vormauerschale
2 zugewendeten Seite eine mindestens 60 mm starke Dämmschicht 4 tragen, um die Anforderungen
der DIN 4108 zu erfüllen. Zwischen der Dämmschicht 4 und der Innenseite der Vormauerschale
2 befindet sich der im veranschaulichten Beispiel etwa 50 mm breite Luftspalt 3 zur
Hinterlüftung der Vormauerschale 2. Ein Innenwandputz ist wieder bei 6 angedeutet.
[0022] Ein solcher konventioneller Wandaufbau beruht auf den genormten Anforderungen für
den Wärmeschutz im Hochbau. Der Norm (DIN 4108) liegt die Vorstellung über einen "Wärmestrom"
zugrunde, und die genormte Dämmtechnik versucht daher, durch den Einbau von Stoffen
mit geringer Wärmeleitfähigkeit die Dämmfähigkeit einer Wandkonstruktion in sich zu
erhöhen. Dies gelingt auch bei richtiger Dimensionierung der Dämmstoffe ganz gut.
Im Laufe der Entwicklung der DIN 4108, die zunächst nur Tauwasserschäden vorbeugen
sollte, hat sich ein Bedeutungswandel eingestellt. Seit Jahren ist das Ziel der Norm
mehr und mehr die Energieeinsparung. Folgerichtig wurden in der Norm im Laufe der
Jahre die Mindeststärken der Dämmschichten fortwährend erhöht.
[0023] Die derzeit in Vorbereitung befindliche neue Norm (die bereits oben erwähnte EnEV)
sieht, wie in Fig. 7 dargestellt, 20 bis 30 cm dicke Dämmschichten 4 in Verbindung
mit luftdichten Gebäuden (ohne Lüftung über Fenster) und dem Einbau von Klimaanlagen
vor.
[0024] Gegen den konventionellen Wandaufbau ist, insbesondere für größere Dämmschichtstärken,
einzuwenden, dass die genormten Berechnungen über den Wasserdampfdurchgang (Diffusion)
einheitlich zeigen, dass die Tauzone, also der Bereich, in dem diffundierender Wasserdampf
tropfbares Wasser wird, sich in aller Regel im vorderen Drittel des Dämmstoffs einstellt.
Dort kommt es somit zu einer die dämmende Wirkung mindernden Durchfeuchtung des Dämmstoffes.
Bei den bisher üblichen Dämmschichtstärken von 6 bis 10 cm liegt der Taupunkt 2 bis
3 cm vor der Außenfläche. Die restliche Distanz kann vom Wasser durch kapillare Leitung
überwunden werden. Zum Abführen der Feuchtigkeit wird bei dieser Wandkonstruktion
eine Hinterlüftung angeordnet. Für diese ist eine mindestens 50 mm dicke Luftschicht
vorzusehen, die so gestaltet sein muss, dass Luft wie in einem Kamin die Dämmschicht
fortwährend bestreicht und somit überschüssige Feuchtigkeit, die durch Kapillarwirkung
zur Oberfläche der Dämmschicht gewandert ist, vom Luftstrom abgetragen und ins Freie
transportiert wird. Hierzu ist die Anordnung von Zu- und Abluftöffnungen in der Vormauerschale
notwendig. Deren trocknende Wirkungsweise ist jedoch nur dann gewährleistet, wenn
die Luft einen relative Feuchtigkeit von weniger als 70% hat und außerdem alle Stellen
der Dämmstoffoberfläche bestrichen werden.
[0025] Aus konstruktiven Gründen ist eine vollflächige Abtrocknung der Dämmstoffe aber nur
in seltenen Fällen möglich. Meist liegen ungeklärte Strömungs- und Auftriebszustände
vor. Insbesondere wird der Luftdurchsatz durch Fensteröffnungen und ähnliche Strukturen
unterbrochen, so dass es in den betroffenen Zonen zur dauernden Durchfeuchtung des
Dämmstoffes kommt. Ein erheblicher Teil der Wärmeenergie geht bei dieser Konstruktion
durch Abstrahlung gegen die Vormauerschale verloren, da die üblichen Dämmstoffe der
Wärmeabstrahlung nur gering entgegenwirken. Die in die Vormauerschale eingestrahlte
Wärmeenergie wird durch die den Luftspalt 3 durchströmende Luft ebenfalls abgetragen.
[0026] Betrachtet man die konventionelle Konstruktion unter dem Gesichtspunkt der Einstrahlungsgewinne
aus dem Sonnenlicht in der Heizperiode, stellt sich der eingebaute Dämmstoff als sehr
nachteilig heraus, da er den Energiefluss von außen nach innen behindert. Außerdem
entzieht die strömende Luftschicht durch Konvektion der Vormauerschale die eingestrahlte
Energie, bevor sie dem Hintermauerwerk zugute kommen kann.
[0027] Problematisch ist außerdem, dass der Dämmstoff mit großer Sorgfalt angebracht werden
muss, weil eine Hinterlüftung auf der Seite der Tragwand die dämmende Wirkung des
Dämmstoffes verhindert. Die Sorgfalt der hier erforderlichen handwerklichen Arbeit
kann - da die Konstruktion verdeckt ist - nicht geprüft werden.
[0028] Sehr nachteilig ist schon bei der Anordnung gemäß Fig. 6 auch die große Wandstärke
mit 48 cm im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit eines Gebäudes. (Wohnflächenverlust).
Nachteilig sind ferner die sehr aufwendigen Anschlussdetails bei Mauerwerksöffnungen.
Schwierig lösbar ist die Hinterlüftung im Bereich von Mauerwerksöffnungen. Auch besteht
die Gefahr einer Besiedelung durch Ungeziefer im feuchtwarmen Milieu zwischen Vormauerung
und Tragwand insbesondere über die Zuluftöffnungen am Fußpunkt der Vormauerschale.
[0029] Bei stärkeren Dämmschichten von 20 bis 30 cm Stärke (Fig. 7), wie sie künftig gefordert
werden, ist die Schichtdicke vor der Tauzone bereits 8 bis 10 cm stark. Diese Distanz
kann vom Wasser nicht mehr überwunden werden. Das Wasser verbleibt somit im Dämmstoff,
wo es den Bereich der Tauzone durchnässt. Der so durchnässte Bereich wird als Dämmschicht
wirkungslos. Er verkehrt sich in das Gegenteil einer Wärmedämmung, nämlich eine Zone
verstärkter Wärmeleitung. Bei dem sich selbst aufschaukelnden weiteren Vorgang wandert
die Tauzone immer weiter nach innen und erreicht letztlich den Mauerquerschnitt. Es
kommt zur Durchnässung des Mauerwerks, was eine Quelle erheblicher Bauschäden darstellt.
Sobald sich innerhalb des Dämmstoffes eine mehr oder weniger geschlossene Wasserschicht
eingestellt hat, wirkt diese als Dampfbremse, die zum Stillstand der bis dahin noch
wirkenden Wasserdampfdiffusion führt. Hinzu kommt, dass die Dicke der gemauerten Wandkonstruktion
wegen der dann erheblich vergrößerten Dämmschicht zu beträchtlichen Wohn- und Nutzflächenverlusten
führt, welche eine solche Konstruktion in vielen Fällen unwirtschaftlich werden lässt.
Unklar ist, ob bei dieser Konstruktion eine Luftschichtdicke von 5 cm noch ausreichend
ist.
[0030] Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass Dämmstoffe in nennenswertem Maße Wärmeenergie
nicht speichern können. Es fehlt an der hierzu notwendigen Wärmekapazität. Bei Dämmschichtdicken
zwischen 8 und 12 cm Stärke treten erfahrungsgemäss die vorstehend geschilderten Schäden
noch nicht ein. Allerdings macht sich die hier noch wirkende Dämmwirkung in der Form
bemerkbar, dass das Energiedefizit, das durch Abstrahlung und mangelnden Wärmenachschub
entsteht, zu einer Absenkung der Oberflächentemperatur deutlich unter die Temperatur
der Umgebungsluft führt. Die Oberfläche der Dämmschicht wird somit zur Kondensationsfläche
gegenüber der Außenluft. In kalten und wolkenlosen Winternächten kommt es daher zur
Reifbildung mit anschließender Durchfeuchtung der Wandoberflächen. Moos- und Algenbildung
sind die unausweichliche Folge. In der Fachliteratur häufen sich neuerdings - mit
Zunahme der Dämmstärken - derartige Schadensberichte.
[0031] Hinzu kommt, dass der Mensch zum Wohlbefinden und zur Aufrechterhaltung seiner Gesundheit
ein ausreichend sauerstoffhaltiges Frischluftangebot benötigt. Nach den Regeln der
Bautechnik wird dies durch einen regelmäßigen Luftwechsel einmal je Stunde erreicht.
Durch zufällige Undichtigkeiten im Fensterbereich war dieser Luftwechsel bisher mehr
oder weniger gewährleistet. Bei einem luftdichten Gebäude, wie es nach dem derzeitigen
Referentenentwurf im Bundeswohnungsbauministerium gefordert wird (EnEV 2000), ist
das jedoch nur in Verbindung mit Klimaanlagen denkbar. Derartige Anlagen arbeiten
mit einer Frischluftbeimengung von 20 Vol.% / Stunde, sodass die Frischluftversorgung
fünffach gemindert wird. Der Sauerstoffgehalt der Raumluft ist daher entsprechend
gering. Neuere Forschungen zeigen, dass es in derart klimatisierten Räumen zu einem
dramatischen Anstieg der Radonbelastung kommen kann. Es liegen auch Erhebungen darüber
vor, dass Bewohner derartiger Räume überdurchschnittlich an Erkrankungen der Atemwege
leiden.
[0032] Der Versuch einer Energieeinsparung durch dickere Dämmschichten in Verbindung mit
einem luftdichten Abschluss der Gebäude ist daher offenkundig mit beachtlichen Verschlechterungen
verbunden. Die Anordnung gemäß Fig. 7 ist daher abzulehnen. Es handelt sich um einen
Wandaufbau, der wohl kaum ausgeführt werden wird, obwohl er den Anforderungen der
künftigen EnEV voll entspricht. Eine Wanddicke von 62 cm (Mindestdicke) wird von einem
wirtschaftlich denkenden Bauherrn nicht akzeptiert werden. Auch bestehen nahezu unlösbare
Probleme im Brandfall, wenn sich der Dämmstoff entzündet. Eine Ausführung der Dämmschicht
aus Schaumglas kommt aus Kostengründen nicht in Betracht. Insgesamt stellt diese Lösung
eine unwirtschaftliche Fehlkonstruktion mit hoher Bauschadensanfälligkeit dar.
[0033] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Wandaufbau für gemauerte Gebäudeaußenwände
zu schaffen, der bei vergleichsweise niedrigem Raumbedarf nicht nur für eine ausreichende
Gebäude-Wärmedämmung bei relativ niedriger Außentemperatur sorgt, sondern darüber
hinaus auch einen exogenen Energieeintrag befördert sowie Bauschäden durch Durchnässung
des Wandaufbaus aufgrund von Tauwasserbildung zuverlässig entgegenwirkt.
[0034] Diese Aufgabe wird ausgehend von einem Wandaufbau für eine gemauerte Gebäudeaußenwand
mit einem Hintermauerwerk und einer Vormauerschale dadurch gelöst, dass die Vormauerschale
mindestens teilweise aus Bauelementenwie Ziegelsteinen, Bausteinen oder dergleichen
aufgebaut ist, die nur an ihrer dem Hintermauerwerk zugekehrten Seite mit einer Wärmestrahlung
reflektierenden Schicht versehen sind und wobei erfindungsgemäß zwischen der Vormauerschale
und dem Hintermauerwerk keine Dämmstoffschichten vorgesehen sind jedoch eine im wesentlichen
stehende Luftschicht ausgebildet ist.
[0035] Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass der oben dargestellte konventionelle
Wandaufbau nur das Problem der Wärmeleitung innerhalb der Baustoffe berücksichtigt,
denn die in der Norm enthaltenen "k-Zahlen" (Wärmekoeffizienten in W/(m
2 x °K) sagen lediglich etwas über den Durchgang von Wärmeenergie im Baustoff aus.
Energieverluste entstehen jedoch nicht durch Energieumsätze innerhalb der Baustoffe,
sondern ausschließlich dadurch, dass Wärmeenergie an die Umwelt abgegeben wird. Wie
aber der Energieübertritt von einer Außenwand in die Umgebung stattfindet, kann den
k-Zahlen nicht entnommen werden und ist auch nicht Gegenstand der einschlägigen Normen.
[0036] Es wurde nun festgestellt, dass der Verlust von Wärmeenergie an die Umwelt überwiegend
(zu etwa 85%) durch Abstrahlung von elektromagnetischen Wellen im infraroten Bereich
erfolgt. Der weitaus geringere Teil der Wärmeübertragung in die Umgebung geschieht
durch Konvektion, also durch unmittelbare Übertragung der in den Teilchen enthaltenen
kinetischen Energie an vorbeistreichende Luftteilchen. Das Ausmaß dieser Wärmeenergieübertragung
schwankt in Abhängigkeit von den Windgeschwindigkeiten und vom Feuchtigkeitszustand
der Wandoberflächen und der vorbeiströmenden Luft.
[0037] Den Wärmedurchgang durch Baustoffe bis in die Außenschichten kann man hinnehmen,
wenn es gelingt, die dort abgestrahlte Energie wieder ins Bauwerk zurückzuführen.
Letzteres geschieht vorliegend durch die erfindungsgemäße Ausbildung der Vormauerschale
an ihrer Innenseite. Da elektromagnetische Wellen im Infrarotbereich sich grundsätzlich
wie sichtbares Licht verhalten, können sie nämlich wie dieses auch reflektiert werden.
[0038] Zwar könnte man daran denken, in eine gemauerte mehrschalige Wandkonstruktion reflektierende
Schichten in Form von hochglänzenden Aluminiumfolien oder von im Handel befindlichen
aluminiumbedampften Kunststofffolien einzubringen. Der Einbau von solchen Folien verbietet
sich jedoch in der Regel schon wegen konstruktiver Probleme, aber auch dadurch, dass
derartige Materialien höchst unerwünschte Diffusionssperren wären.
[0039] Erfindungsgemäß sind dagegen Bauelemente der Vormauerschale selbst, insbesondere
Ziegel- oder Kalksandstein-Vormauersteine, aber auch für einen nachträglichen Verputz
vorgesehene Mauersteine der Vormauerschale oder andere zur Herstellung von Vorsatzschalen
in Mauertechnik eingesetzte Materialien, an ihrer dem Hintermauerwerk zugekehrten
Seite wärmestrahlungsreflektierend ausgebildet, indem sie mit einer reflektierenden
Schicht, z.B. aus aufgedampftem Aluminium oder anderen Materialien mit reflektierender
Wirkung versehen sind. Derartige Bauelemente (Mauersteine) können in üblicher Weise
vermauert werden, wobei über die Fugen, insbesondere Mörtelfugen, der Vorsatzschale
die Wasserdampfdiffusion gewährleistet ist.
[0040] Bei dem Wandaufbau nach der Erfindung wird die von innen kommende und nach außen
abgestrahlte Wärmeenergie zum größten Teil in den erwärmten Mauerwerksquerschnitt
reflektiert. Dies funktioniert sowohl bei hinterlüfteten Vorsatzschalen, als auch
bei angemörtelten Vorsatzschalen, da der Hinterfüllungsmörtel wegen seiner Porosität
die Reflektionswirkung kaum behindert. Zu bevorzugen ist allerdings die hinterlüftete
Vorsatzschale. Zusätzliche Dämmschichten werden hierbei entbehrlich. Soweit sie dennoch
eingesetzt werden sollen, können sie sehr schwach gehalten werden.
[0041] Bei einem vollfugig gemauerten Mauerwerk dringt Schlagregen erfahrungsgemäß bis in
eine Tiefe von etwa 60 mm ein. In diesem Falle erreicht der Schlagregen daher bei
einer Vormauerschale, die eine Dicke von mehr als 60 mm hat, die Reflexionsschicht
nicht, sodass sie daher auch keinen Einfluss auf das Austrocknungsverhalten der Vormauerschale
hat.
[0042] Bei einer handwerklich minder guten Arbeit kann Schlagregen über Hohlräume in den
Mörtelfugen die Vorsatzschale durchdringen. Im Extremfall kommt es daher zu auf der
Innenseite der Vorsatzschale herabfließendem Wasser. Solches Wasser wird aber den
dahinter liegenden, vorzugsweise durch eine Luftschicht von der Vormauerschale getrennten
Hintermauerquerschnitt nicht erreichen. Mit üblichen und bewährten Konstruktionen
ist nur - wie jetzt auch schon - dafür zu sorgen, dass dieses Wasser, zum Beispiel
am Mauerfuß, wieder nach außen abfließen kann.
[0043] Die Einstrahlungsgewinne aus dem Sonnenlicht sind auch im Winter beachtlich. Diese
werden auch durch die wärmestrahlungsreflektierende Ausbildung von Bauelementen der
Vormauerschale, zum Beispiel durch Aufdampfen einer Aluminiumschicht, nicht nennenswert
behindert. Eine Reflexion der eingestrahlten Energie in die Vorsatzschale zurück ist
deshalb nicht möglich, weil sich zwischen der reflektierenden Schicht und dem Hintermauerwerk
keine Lichtwellen entfalten können. Hierzu wäre mindestens die Wellenlänge infraroten
Lichtes erforderlich. Andererseits kann die Abstrahlung der Wärmeenergie allenfalls
dadurch geringfügig behindert sein, dass helle metallische Flächen schlechte Strahler
sind.
[0044] Die Verwendung von nur an seiner Innenseite reflektierendem Mauermaterial für die
Vormauerschale führt zu einem ausreichenden Wärmeschutz auch im konventionellen Mauerwerksbau.
Damit kann diese bewährte und zu sehr befriedigenden Architekturen führende Bauweise
auch künftig beibehalten bleiben. Von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung ist dies
zweifellos für die Ziegel- und Kalksandsteinindustrie.
[0045] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind im folgenden unter Bezugnahme auf die beigefügte
Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch einen erfindungsgemäßen Wandaufbau,
- Fig. 2 bis 6
- Querschnitte für verschiedene Ausführungen von konventionellem Wandaufbau, und
- Fig. 7
- einen Querschnitt durch einen Wandaufbau entsprechend Fig. 6, der jedoch im Hinblick
auf die künftige Energieeinsparverordnung (EnEV) mit einer dickeren Dämmschicht versehen
ist.
[0046] Das in Fig. 1 dargestellte Ausführungsbeispiel für den neuartigen Wandaufbau einer
gemauerten Gebäudeaußenwand weist ein tragendes Hintermauerwerk 5 aus üblichen Ziegelsteinen
auf, die in der Regel etwa 24 cm stark sind. Es kommen jedoch grundsätzlich auch schwächere
Stahlbetonwände und dergleichen in Betracht. Zu dem Wandaufbau gehört ferner - analog
zu dem konventionellen Wandaufbau gemäß Fig. 5 - eine Vormauerschale 2, die im veranschaulichten
Ausführungsbeispiel etwa 11,5 cm dick ist. Auf eine Dämmschicht entsprechend der Dämmschicht
4 der bekannten Anordnungen gemäß den Figuren 3, 4, 6 und 7 ist verzichtet. Zwischen
der Außenseite des Hintermauerwerks 5 und der Innenseite der Vormauerschale 2 befinden
sich Luftkammern 9 ohne Zu- und Abluftöffnungen. Die Luftkammern 9 sind im gezeigten
Ausführungsbeispiel etwa 30 mm stark und durch waagerecht verlaufende, den Zwischenraum
zwischen der Vormauerschale 2 und dem Hintermauerwerk 5 überbrückende Stege 10 voneinander
getrennt, um einen Luftumtrieb zu unterdrücken. In den Luftkammern 9 wird eine in
der Regel stehende Luftschicht ausgebildet. Diese stehende Luftschicht wirkt als sehr
gute Dämmschicht, und sie ersetzt die bisher üblichen Dämmstoffe in diesen Bereich.
Ein Innenwandputz ist wiederum bei 6 angedeutet.
[0047] Die Vormauerschale 2 ist aus Bauelementen 11 aufgebaut, bei denen es sich vorzugsweise
um Ziegel- oder Kalksandstein-Vormauersteine, zum Beispiel aber auch um Natur- und
Kunststeinplatten, Faserzementplatten, Kunststoffpaneele oder dergleichen handeln
kann. Lager- und Stoßfugen, insbesondere Mörtelfugen, sind bei 7 angedeutet. Die Bauelemente
11 der Vormauerschale 2 sind ausschließlich an ihrer Innenseite wärmestrahlungsreflektierend
beschichtet, beispielsweise mit einer Reflexionsschicht 8 aus aufgedampftem Aluminium
versehen.
[0048] Das gesamte Mauerwerk gemäß Fig. 1 wird in gewohnter Weise gemauert. Hierbei wird
zunächst die Hintermauerschale 5 errichtet. Die Erstellung der Vormauerschale 2 erfolgt
in einem zweiten Arbeitsgang von einem Außengerüst aus. Um eine Verschmutzung der
hochglänzenden Reflexionsschichten 8 zu vermeiden, ist vorzugsweise bei Vermauern
der Vormauersteine in dem Zwischenraum zwischen der Vormauerschale 2 und der Hintermauerschale
5 eine weiche Platte, zum Beispiel eine Steinwolleplatte, zu unterhalten, die dem
Fortschritt der Arbeiten entsprechend hochzuziehen ist.
[0049] Der vorliegenden Wandkonstruktion liegt die Erkenntnis zugrunde, dass die Abgabe
von Wärmeenergie einer Wand überwiegend durch Abstrahlung im Infrarotbereich des elektromagnetischen
Wellenspektrums erfolgt, dass diese Strahlung durch glänzende Schichten, vorzugsweise
Metallschichten, reflektiert werden kann, dass Luft vollkommen strahlungsdurchlässig
ist und außerdem stehende oder kaum bewegte Luftschichten den mit Abstand besten Dämmstoff
gegen den Energieübergang von Teilchen zu Teilchen darstellen. Weiterhin berücksichtigt
dieser Wandaufbau, dass sich elektromagnetische Wellen nur in Bereichen mit der Mindestausdehnung
der Länge einer Lichtwelle entfalten können, nicht aber zwischen dicht miteinander
verbundenen Stoffen wie der Innenseite der Bauelemente 11 der Vormauerschale und der
dort aufgebrachten Reflexionsschicht 8.
[0050] Die in den Luftkammern 9 ausgebildete stehende Luftschicht - eine Hinterlüftung ist
hier nicht erforderlich - wirkt also als hochwirksame Dämmschicht. Nach Norm hat diese
Luftschicht bereits einen Wärmedurchlasswiderstand von 0,17 (m
2 x K/W). Da eine stehende Luftschicht wegen ihrer geringen Masse baupraktisch gesehen
eine Wärmeleitung durch Weitergabe von kinetischer Wärmeenergie nahezu vollständig
unterbindet, ist die gezeigte Wandkonstruktion im Hinblick auf diesen Vorgang annähernd
"energiedicht". Bei einer stehenden Luftschicht wirkt auch die Vormauerschale 2 als
wärmedämmend und wärmespeichernd mit.
[0051] Die durch die Raumbeheizung in die Gebäude-Außenwand eingetragene Wärmeenergie erreicht
die Außenseite der tragenden Innenwand 5. Die dort eintreffende Energie wird von dort
den Strahlungsgesetzen gemäss abgestrahlt. Zu gewichten ist hierbei, dass je nach
Energiezustand der Wandkonstruktion mindestens 85% der Energieabgabe durch Wärmestrahlung
erfolgt. Die an der Außenseite des Hintermauerwerks 5 abgestrahlte Energie trifft
auf die Reflexionsschicht 8, und sie wird daher nach den Reflexionsgesetzen zurückgespiegelt.
Nach vorliegenden Untersuchungen ist eine hochglänzende Aluminiumschicht in der Lage,
etwa 80% der eingestrahlten Energie zu reflektieren. Dieser Anteil der Wärmeenergie
bleibt somit im Mauerwerksquerschnitt vollständig erhalten.
[0052] Ein geringerer Anteil der Innenseite der Vormauerschicht 2, nämlich der Anteil der
Fugen 7, ist nicht verspiegelt. Dort können etwa 10 - 15% der an der Außenseite des
Hintermauerwerks 5 abgestrahlten Energie in die Vormauerschale 2 eindringen. Dieser
geringe Energieeintrag in die Vormauerschale ist jedoch erwünscht, da die Außenschale
2 nicht unter die Temperatur der Außenluft abkühlen soll. Dort wäre sie nämlich sodann
eine Tauzone gegenüber der Außenluft mit den nachteiligen Folgen analog zu den Erscheinungen
gemäss dem Wandaufbau in Fig. 4. Unbedenklich ist dieser Energieeintrag in die Außenschale
2 auch deshalb, weil bei diesem Wandaufbau wegen der stehenden Luftschicht auch die
Vormauerschale als dämmende Schicht mit einbezogen werden kann. Diese Eigenschaft
der Vormauerschale kompensiert somit ausreichend den anfänglichen Energieverlust über
die Mauerfugen 7. Andererseits übernehmen die dampfdurchlässigen Mauerfugen 7 der
Außenschale 2 den notwendigen Feuchteausgleich zwischen Innenmauer 5, Luftschicht
9 und Vormauerschale 2. Der gesamte Wandaufbau ist daher diffusionsoffen. Dies ist
deshalb von großer Bedeutung, weil die Tauzone dieser Wandkonstruktion je nach Witterungs-
und Beheizungszustand entweder in der stehenden Luftschicht oder in der Vormauerwand
liegt.
[0053] Da durch die nahezu vollkommene Zurückhaltung der von Innen kommenden Wärmestrahlungsenergie
in Verbindung mit der stehenden Luftschicht und wegen der dämmtechnischen Mitwirkung
der Außenschale eine erhebliche Verbesserung der Dämmfähigkeit dieses Schichtenaufbaus
gegeben ist, kann auf den Einsatz von Dämmschichten, wie etwa den Dämmschichten 4
bei den Anordnungen der Figuren 2, 4, 6 und 7, vollständig verzichtet werden. Dies
führt neben der Verringerung der Wanddicke, die mit einem erheblichen Gewinn an Wohn-
und Nutzflächen einhergeht, zu einer beachtlichen Einsparung von Baukosten im Wert
der ersparten Dämmstoffe (derzeit etwa EURO 13,-- bis DM 30,--/m
2 Wandfläche). Diese Ersparnis liegt deutlich über den höheren Kosten für eine reflektierende
innenseitige Beschichtung der Vormauersteine 2. Dabei ist festzuhalten, dass die Luftschicht
zwischen Innen-und Außenschale des Wandaufbaus deshalb stehend angeordnet werden kann,
weil in diesem Wandaufbau ein Dämmstoff nicht eingebaut ist und es daher auch kein
Bedürfnis zur Belüftung und Trocknung eines Dämmstoffes gibt.
[0054] Eine Berechnung des Wärmedurchgangskoeffizienten (k-Zahl) für den vorliegenden Wandaufbau
ohne Berücksichtigung des geschilderten Reflexionseffekts ergibt nach den Berechnungsverfahren
der DIN 4108 einen Wert von 0,876 W/(m
2 x K). Dieser Wert liegt bereits erheblich unter dem nach der gültigen Wärmeschutzverordnung
geforderten Wert von 1,56 W/(m
2 x K), nämlich etwa bei der Hälfte des zulässigen Wertes. Führt man in diese Berechnung
noch den Wärmerückführungsgewinn aus der Reflexionsschicht ein und dimensioniert diesen
als Faktor vorsichtig mit 0,40, reduziert sich die sogenannte "k-Zahl" auf einen Wert
von

[0055] Dieser Wert entspricht genau der Maximalforderung der neuen EnEV. Dabei ist hervorzuheben,
dass dieses hervorragende Ergebnis ohne den Einsatz von Dämmstoffen erreicht wird.
[0056] Erheblich vorteilhafter ist schließlich die vorliegende Konstruktion im Hinblick
auf die Einstrahlungsgewinne aus dem Sonnenlicht, da diese im wesentlichen ungehindert
über die Außenschale 2 auf dem Wege der Einstrahlung von der Außenschale 2 durch die
Luftschicht 3 hindurch auf das Hintermauerwerk 5 einwirken können.
[0057] Die Strahlungsenergie aus dem Sonnenlicht erwärmt primär die Vormauerschale 2, sodass
sich diese auch an klaren winterlichen Sonnentagen deutlich über die Umgebungslufttemperatur
erwärmen wird. Bei den üblichen Wandbaustoffen für Vormauerschalen ist diese nach
etwa 2 Stunden Einstrahlungsdauer gleichmäßig durchwärmt. Die Vormauerschale 2 gibt
nun ihrerseits - zu einem geringen Teil durch Konvektion in der nun etwas turbulenter
werdenden Luftschicht in den Luftkammern 9, zum überwiegenden Teil durch Abstrahlung
- die eingesammelte Sonnenenergie auf das Hintermauerwerk 5 ab. Hierbei sind folgende
Effekte zu betrachten:
[0058] Die Luftschicht in den Luftkammern 9 stellt für den Durchgang der Wärmestrahlung
kein Hindernis dar. Sie ist daher für den Strahlungsvorgang ohne Belang.
[0059] Ebenso behindert die Reflexionsschicht 8 die Abstrahlung nicht, da sie dicht an die
Rückseite der Vormauersteine angelagert ist und somit eine Reflexion in die Vormauerschale
2 unmöglich ist. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass die Reflexionsschicht 8 in der
Regel ein verhältnismäßig schlechter Strahler ist, sodass der Abstrahlungsvorgang
zum Hintermauerwerk 5 etwas verzögert wird. Dieser Effekt ist jedoch erwünscht, da
er mit der sehr guten Wärmekapazität von Mauerwerk harmoniert.
[0060] Günstig und kompensierend wirkt sich hierbei auch aus, dass bei einer Erwärmung der
Vormauerschale 2 dort abgelagertes Tauwasser in der Luftschicht der Luftkammern 9
ausdampft, wodurch sich die Wärmeleitfähigkeit dieser Luftschicht in dieser Phase
aus dem feuchtadiabatischen Verhalten der Luft in der Weise auswirkt, dass sie besser
als trockene Luft den Energietransport von außen nach innen bewerkstelligt.
[0061] Die erfindungsgemäße Wandkonstruktion stellt im konventionellen Mauerwerksbau eine
Umwälzung dar, da hier erstmalig physikalische Wirkungen und Ereignisse sinngemäß
in eine Konstruktion umgesetzt werden, bei der insbesondere die richtigen Schlussfolgerungen
daraus gezogen werden, dass der überwiegende Teil des Energieabtrags von einer Wand
nicht durch die Wärmeleitfähigkeit der Baustoffe bestimmt wird, sondern durch die
Abstrahlung elektromagnetischer Wellen im Infrarotbereich.
[0062] Mit einem als minimal zu bezeichnenden Zusatzaufwand, der im Wesentlichen in der
Ausrüstung der Vormauerbaumaterialien mit einer Reflexionsschicht besteht, gleichzeitig
unter Vermeidung aufwendiger Dämmstoffe, kann der altbewährte konventionelle Mauerwerksbau
wirtschaftlicher als bisher trotz der einengenden Bestimmungen der künftigen EnEV
weitergeführt und zu neuer Blüte gebracht werden. Ohne diese Erfindung hätte die EnEV
das "Aus" für diese Bauweise bedeutet.
[0063] Eine im Rahmen der vorliegenden Erfindung mögliche Variante zu der in Fig. 1 dargestellten
Fassadenverkleidung mit verspiegelten Vormauersteinen ist die Verwendung von dünnwandigen
Fassadenplatten, z.B. der ETERNIT AG, die auf der Rückseite mit reflektierendem Material
ausgerüstet sind. Eine erste Versuchsreihe, die auf einer Nordwand durchgeführt wurde,
hat als erstes Teilergebnis erbracht, dass dieser Aufbau einer äquivalenten Dämmschichtdicke
von 30 mm Polystyrolhartschaum entspricht und daher hiermit der Mindestwärmeschutz
erreicht wird, wobei Tauwasserschäden zuverlässig vermieden bleiben.
[0064] Entscheidend für diesen Wandaufbau ist jedoch weniger die Reduzierung von Transmissionswärmeverlusten
als die Verbesserung der Energiebilanz im Verlauf der Heizperiode, die ja maßgeblich
davon bestimmt wird, dass nicht nur Wärmeenergie im Bauwerk zurückgehalten wird, sondern
davon, dass von außen ankommende Wärmeenergie beim Eintritt in die Hüllflächen möglichst
wenig behindert wird. Derartige Effekte treten naturgemäß an besonnten Flächen eines
Gebäudes, also an den Ost- Süd- und Westseiten verstärkt, an Nordseiten nur gering
auf.
[0065] Bei einer dünnwandigen Konstruktion, die im Wesentlichen aus reflektierend beschichteten
Fassadenplatten besteht, die durch eine geeignete Unterkonstruktion und mit Fugendichtungsbändern
so an der Maueraußenfläche befestigt wird, dass sie als "nicht hinterlüftet" angesehen
werden kann, treten die folgenden bauphysikalischen Effekte auf:
- 1) Reflektion von Wärmestrahlung:
In Abhängigkeit von jeweiligen Reflexionsgrad der Beschichtung wird von innen stammende
strahlende Wärmeenergie von im Strahlungsaustausch stehenden Flächen mit unterschiedlichem
Strahlungskoeffizienten im Bauwerk zurückgehalten.
- 2) Dämmung durch stehende Luftschicht:
Die stehende Luftschicht behindert den Energieübergang von innen nach außen wegen
ihrer geringen Wärmeleitfähigkeit. Bei den Messungen hat sich eine gute Übereinstimmung
mit den Wärmeleitzahlen nach DIN 4108-6 gezeigt.
- 3) Wärmerückgewinnung durch Kondensation:
Die stehende Luftschicht stellt sich auf einen hohen Wasserdampfanteil ein. Die relative
Luftfeuchte innerhalb der Luftschicht beträgt im Winter 90% und mehr. An den zeitweise
nicht durch Sonnenstrahlung betroffenen Flächen, an Nordseiten sogar immer, kommt
es daher an den reflektierenden Innenschichten zur Wasserdampfkondensation, bei der
die Kondensationswärme, das heißt der Energiebetrag, der bei gleich bleibender Stofftemperatur
ausschließlich zur Änderung des Aggregatzustandes von flüssig nach gasförmig aufgewendet
wird und in Tabellenwerken für Wasser mit 627 Wh/kg angegeben wird - ähnlich wie bei
sonstigen Wärmerückgewinnungsanlagen im Lüftungsanlagenbereich - frei gesetzt wird
und somit das Temperaturniveau im Luftspalt angehoben wird. Folglich verkleinert sich
das den Energiedurchgang linear bestimmende Temperaturgefälle entsprechend.
- 4) Wirkungen der Sonneneinstrahlung:
Je nach Jahreszeit und Bedeckungsgrad sind auf besonnten Flächen mehr oder weniger
große eingestrahlte Energiebeträge zu verzeichnen, die zu einer Erwärmung der Fassadenplatten
über die Temperatur der Außenluft hinaus führen. Gemessen wurden bereits im März Oberflächentemperaturen
von über 40 °C bei Außenlufttemperaturen um 0 °C. Zu betrachten ist somit
im Hinblick auf die Energiebilanz das Ausmaß der Wärmeübertragung von außen nach innen
in die Wandkonstruktion hinein.
[0066] Bei einem Vergleich von beschichteten mit unbeschichteten Fassadenplatten ist zu
berücksichtigen, dass in Abhängigkeit von der Oberflächenfarbe durch Absorption des
nicht reflektierten Lichtes eine Erwärmung der Fassadenplatte erfolgt. Hierdurch entsteht
ein Temperaturgefälle zwischen Fassadenplatte und den beidseitig anstehenden Luftschichten.
Gegenüber der Umgebung wird die eingetragene Energie teils konvektiv, teils durch
Strahlung abgebaut. Dieser Energieverlust muss in Kauf genommen werden. Da bei dünnen
Fassadenplatten von einer gleichmäßigen Erwärmung des gesamten Materials ausgegangen
werden kann, erfolgt auch ein im Sinne der Verbesserung der Energiebilanz erwünschter
Energieübergang nach innen. Dieser hängt teils vom Temperaturgefälle zwischen Platte
und Wandkonstruktion ab, jedoch auch von Strahlungsvorgängen zwischen Platte und Wand.
[0067] Hierbei unterscheiden sich reflektierend beschichtete Platten von unbeschichtetem
Material. Die reflektierende Schicht ist ein schlechter Strahler, sodass Wärmeenergie
durch Strahlung nur schlecht abgebaut wird. Die Folge ist eine höhere Erwärmung des
beschichteten Materials als dies beim unbeschichteten Material der Fall ist. Infolgedessen
kommt es bei der beschichteten Platte zu einem erheblich größeren Temperaturgefälle
zwischen Platte und dahinter liegender Außenwand. Unter der Annahme, dass die hinter
der Außenwand liegenden Räume auf eine Raumlufttemperatur von +20 °C gebracht sind
und durch Wärmeleitung die Wandoberfläche eine Dauertemperatur von +10 °C hat, kann
es durchaus zu einem Temperaturgefälle zwischen Platte und Wandoberfläche von 30 °C
und darüber hinaus kommen, obwohl winterliche Verhältnisse bestehen. Bei der vorliegenden
Konstruktion tritt daher - anders als bei der bekannten Lösung mit nicht reflektierend
beschichteten Fassadenplatten - ein Temperaturgefälle von außen nach innen mit einem
entsprechenden Energiefluss auf.
[0068] Bei der beschichteten Konstruktion werden - in Abhängigkeit vom Strahlungskoeffizienten
der Reflektionsschicht - etwa 20% der Wärmeenergie durch Strahlung nach innen übergeben.
Ein weiterer Energieübergang findet über Konvektion statt, die sich immer dann einstellt,
wenn der Temperaturunterschied zwischen Platte und Innenwand erheblich wird. Sodann
kommt die stehende Luftschicht in Bewegung, wobei hier von kleinformatigen Verwirbelungen
auszugehen ist, die den konvektiven Energieübergang bewirken. Befördert wird der Energieübergang
von außen nach innen durch die erhöhte Stofffeuchtigkeit in den vorderen Randzonen
des Mauerwerks, die sich durch Kondensation bei Einstrahlungsphasen einstellt. Insgesamt
kommt es in der Konstruktion zu einem Selbststeuerungseffekt, der seine Ursache darin
hat, dass die Summe aus konvektiv und strahlend übertragener Wärmeenergie grundsätzlich
gleich bleibt. Theoretisch ist dieser Effekt aus dem Strahlungsgesetz von Stefan -
Boltzmann, empirisch aus den Erkenntnissen über konvektiven Energieübergang begründbar,
der davon gekennzeichnet ist, dass dieser potentiell zur Strömungsgeschwindigkeit
zu - bzw. abnimmt.
[0069] Die abgeleitete Form des Strahlungsgesetzes von Stefan-Boltzmann lautet:

[0070] Hierbei steht E für Energie, T für die absolute Temperatur in Kelvin, C für den Strahlungskoeffizienten
als Teilbetrag der Stefan - Boltzmann-Konstanten 5,67.
[0071] Gegenüber stehenden Luftschichten ist bei bewegten Luftschichten die Wärmeübergangszahl
"Alpha" in W/m
2 x K nach allgemein praktizierten Faustformeln um den Wert 12 x w
1/2 zu vergrößern. Hierbei ist w die Strömungsgeschwindigkeit in m/s. Bei den baupraktisch
üblichen Strömungsgeschwindigkeiten kann daher der Wärmeübergang bis zu 50 - fach
größer werden, als er bei stehender Luft angenommen wird.
[0072] Beim Ende der Einstrahlung kommt die verwirbelte Luftschicht wieder zur Ruhe und
ist sodann wieder eine wirksame Dämmschicht. Der Vorteil des erfindungsgemäßen Wandaufbaus
besteht somit darin, dass er den Energieübertritt von außen nach innen begünstigt,
den Energieübergang von innen nach außen jedoch behindert. Darin unterscheidet sich
der vorliegende Wandaufbau grundlegend von der konventionellen Dämmtechnik, deren
Vorteil darin besteht, den Transmissionswärmeverlust von innen nach außen zu vermindern,
deren entscheidender Nachteil jedoch in der Behinderung des exogenen Energieeintrags
liegt. Hierbei ist zu würdigen, dass bei der zeitlichen Verteilung von Kernheiz -
und Heizungsübergangszeiten die Behinderung des exogenen Energieeintrags durch außen
angebrachte Dämmschichten die ganzjährige Energiebilanz verschlechtert wird, obwohl
die Wärmeleitzahlen erheblich verbessert werden
[0073] Bei der vorliegend geschilderten Bauweise sind die Außenwandflächen nahezu vollflächig
mit elektrisch leitendem Material ausgerüstet. Dies führt auch zu einer gewissen Abschirmung
gegen elektromagnetische Wellen. Es zeigte sich, dass der Empfang für die weit verbreiteten
Funktelefone offensichtlich erheblich verschlechtert ist. Angesichts der Sorge, dass
ein Übermaß an elektromagnetischen Wellen zu gesundheitlichen Schäden führen kann,
ist es denkbar, dass der erfindungsgemäße Wandaufbau auch in dieser Hinsicht vorteilhaft
ist.