| (19) |
 |
|
(11) |
EP 1 526 929 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
04.10.2006 Patentblatt 2006/40 |
| (22) |
Anmeldetag: 05.08.2003 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
|
| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
|
PCT/DE2003/002622 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
|
WO 2004/020121 (11.03.2004 Gazette 2004/11) |
|
| (54) |
STRANGPRESSE, INSBESONDERE ZUM HERSTELLEN VON GEKRÜMMTEN STRANGPRESSPRODUKTEN
EXTRUDER, IN PARTICULAR FOR PRODUCING CURVED EXTRUSION PRODUCTS
PRESSE A FILER DESTINEE NOTAMMENT A LA PRODUCTION DE PRODUITS EXTRUDES COURBES
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PT RO SE SI SK TR |
| (30) |
Priorität: |
08.08.2002 DE 10236299
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
04.05.2005 Patentblatt 2005/18 |
| (73) |
Patentinhaber: SMS EUMUCO GmbH |
|
51377 Leverkusen (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- MUSCHALIK, Uwe
47239 Duisburg (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Valentin, Ekkehard |
|
Patentanwälte Hemmerich & Kollegen,
Eduard-Schloemann-Strasse 55 40237 Düsseldorf 40237 Düsseldorf (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 706 843
|
US-A- 5 305 626
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Strangpresse, insbesondere zum Herstellen von gekrümmten
Strangpreßprodukten, wobei das Preßprodukt in einem an einem Gegenholm der Strangpresse
angeordnetem Werkzeug, das üblich ein Druckstück und einen die Matrize aufnehmenden
Matrizenhalter umfaßt, geformt und anschließend durch Einwirken äußerer Kräfte gekrümmt
bzw. abgebogen wird.
[0002] Zur Herstellung von in verschiedensten industriellen Bereichen zu unterschiedlichsten
Zwecken benötigten gekrümmten bzw. gebogenen Strangpreßprofilen, die vorrangig aus
Aluminium und Magnesiumlegierungen bestehen, ist es für das Strangpressen von Hohlprodukten
mit großen Wanddickenunterschieden durch die EP 0 706 843 B1 bekanntgeworden, in einem
solch bestimmten Abstand vom Matrizenaustrittsende bzw. Gegenholm mit einem Druckmittel
eine Kraft auszuüben, daß sich eine Rückwirkung auf das in der Strangpreßmatrize geformte
Profil ergibt. Bei dem Druckmittel kann es sich um eine Andrückrolle, eine eine Querkraft
erzeugende Gleitfläche oder einen Rollenkäfig handeln. Ganz gleich jedoch, welches
Druckaufbringungsmittel eingesetzt wird, so muß der für die Rückwirkung bestimmte
Abstand eingehalten werden, damit das Strangpreßprodukt gleichzeitig mit oder unmittelbar
nach dem formgebenden Strangpreßvorgang beim Abbiegen bzw.Krümmen derart beeinflußt
wird, daß die in der Strangpreßmatrize gebildeten Werkstückquerschnitte nicht parallel
zueinander aus der Matrize austreten, sondern in einem Winkel zueinander stehen. Mit
dieser Ausführung ist es gleichwohl nicht möglich, Profile mit kleinen Biegeradien
zu erzeugen.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Strangpresse
zu schaffen, die es mit einfachen Mitteln ermöglicht, Preßprodukte mit einer breiten
Palette von Biegeradien herzustellen.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das gesamte Werkzeug im Gegenholm
angeordnet ist. Dadurch, daß abweichend von allen bekannten Ausführungen von Strangpressen,
bei denen das Werkzeug bzw. die Matrize dem Gegenholm vorgelagert ist, das Werkzeug
erfindungsgemäß allenfalls geringfügig aus dem Gegenholm vorragt, weitestgehend aber
bündig mit dessen dem Preßstempel bzw. Aufnehmer zugewandten Stirnseite verläuft,
läßt sich erreichen, daß der Strangaustritt so nahe wie möglich nach außen verlagert
wird. Damit einhergehend ergibt sich eine frühzeitige Beeinflussung des abzubiegenden
Stranges, so daß kleine Biegeradien ausgeformt werden können, weil das zur Biegung
zu beaufschlagende freie Ende des Stranges schon nach kurzer Austrittslänge der Biegeeinwirkung
ausgesetzt werden kann. Je nach Kraftrichtung des Druckaufbringungsmittels sind hierbei
Radien in verschiedenen Richtungen möglich.
[0005] Eine Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß das Werkzeug in einer vergrößerten,
in Preßrichtung sich über die vollständige Länge des Gegenholms erstreckenden Druckplatte
vorgesehen ist. Hiermit läßt sich erreichen, daß auch die Überdimensionierung eine
mögliche Schwächung der Druckplatte aufgrund der zur integrierten Aufnahme des Werkzeugs
erforderlichen Ausnehmung hinlänglich kompensiert wird.
[0006] Nach einer bevorzugten Ausführung der Erfindung ist in dem Werkzeug, ausgehend von
der Matrize und sich in der Druckplatte in Preßrichtung nach außen fortsetzend, ein
sich zunehmend weitender Austrittstrichter ausgebildet. Hiermit wird nicht nur ein
Freiraum zur Biegung bzw. Krümmung des Stranges geschaffen, sondern die Ausbildung
kleinster Radien weiter begünstigt, weil die Auslenkung und damit Krümmung des Stranges
mittels eines beispielsweise ebenfalls im Gegenholm angeordneten Druckaufbringungsmittels
bereits im Auslauftrichter eingeleitet werden kann.
[0007] Wenn gemäß einem weiteren Vorschlag der Erfindung in der Druckplatte parallel zum
Austrittstrichter verlaufende Zylinder angeordnet und mit dem Werkzeug gekoppelt sind,
läßt sich das gesamte Werkzeug zum Zwecke der Wartung oder des Wechsels axial in eine
frei zugängliche Lage aus dem Gegenholm herausbewegen.
[0008] Weitere Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und
der nachfolgenden Beschreibung eines in der einzigen Zeichnungs-Figur dargestellten
Ausführungsbeispiels der Erfindung.
[0009] Bei einer in der Zeichnung dargestellten Strangpresse 1, ausgeführt in Horizontal-Bauweise,
ist in einem Zylinderholm 2 ein Preßkolben 3 angeordnet, mit dem ein Preßstempel 4
in Preßrichtung 5 (vgl. den Pfeil) beaufschlagt wird. Dieser verpreßt einen zuvor
in einen mittels Verschiebezylindern (nicht dargestellt) auf Gleitführungen 6 hin
und her beweglichen Aufnehmer 7 geladenen, nicht dargestellten Block. Die Figur zeigt
den in die Betriebsposition vor einen Gegenholm 8 verfahrenen Aufnehmer 7. Der Zylinderholm
2 und der Gegenholm 8 können beispielsweise über Druckstützen und Zuglamellen zu einem
ein Pressengerüst bildenden, kompakten Pressenrahmen kraftschlüssig miteinander verbunden
werden.
[0010] Der Gegenholm 8 ist hier mit einer vergrößerten Druckplatte 9, die Bestandteil des
Gegenholms ist, versehen. In der Druckplatte ist eine Ausnehmung 10 ausgebildet, die
das Werkzeug 11 aufnimmt, das hier ein Druckstück 12 und einen damit verschraubten,
eine Matrize 13 tragenden Matrizenhalter 14 aufnimmt. Das Werkzeug 11 ist somit ein
integrierter Bestandteil des Gegenholms 8, mit dessen dem Aufnehmer 7 zugewandten
Stirnende es weitestgehend bündig abschließt.
[0011] Das Werkzeug 11 und die Druckplatte 9 sind ausgehend von der Innenseite der Matrize
13 mit einem sich in Preßrichtung 5 nach außen weitenden Austrittstrichter 15 ausgebildet.
In der Druckplatte 9 verlaufen parallel zum Austrittstrichter 15 Zylinder 16, die
von der Außenseite des Gegenholms 8 her ungehindert zugänglich sind und über an ihren
Kolbenstangen befestigten Kupplungsstücken 17 über Einrastverbindungen mit dem Werkzeug
11 bzw. dem Matrizenhalter 14 koppelbar sind. Bei zu Wartungs- oder Wechselzwecken
oder dergleichen von dem Gegenholm 8 in die - abweichend von der zeichnerischen Darstellung
- nach hinten weggefahrene Außerbetriebsposition befindlichen Aufnehmer 7 kann das
Werkzeug durch Beaufschlagung der Zylinder 16 somit aus der Einbaulage in der Ausnehmung
10 der vergrößerten Druckplatte 9 in eine frei zugängliche Position axial nach vorne
herausbewegt werden.
[0012] Beim Pressen eines Stranges 18, wie schematisch angedeutet, kann dieser durch ein
geeignetes Druckaufbringungsmittel, verdeutlicht durch einen Kraftpfeil F, schon frühzeitig
beaufschlagt und damit mit einem kleinen Radius gekrümmt werden. Denn durch das vollständig
in den Gegenholm 8 verlagerte Werkzeug 11 liegt dieses weitestmöglich nahe am Austritt
des Stranges 18 aus dem Gegenholm 8, wodurch das voreilende Strangende äußerst kurz
ist und folglich frühzeitig der Biegebeaufschlagung zugänglich ist. Dies kann mit
einem schon gleich im Gegenholm 8 angeordneten Druckbeaufschlagungsmittel gegebenenfalls
noch frühzeitiger erfolgen, nämlich schon unmittelbar nach dem Austritt aus dem Werkzeug
11 im Austrittstrichter 15. Wenn auf derselben Strangpresse 1 auch grade Strangpreßprodukte
hergestellte werden sollen, findet der Preßbetrieb ohne Betätigung des Druckbeaufschlagungsmittels
F statt.
1. Strangpresse, insbesondere zum Herstellen von gekrümmten Strangpreßprodukten, mit
einem an einem Gegenholm der Strangpresse angeordneten Werkzeug zum Formen des Preßproduktes,
das üblich ein Druckstück und einen die Matrize aufnehmenden Matrizenhalter umfaßt,
und Mitteln zum anschließenden Krümmen bzw. Abbiegen des Preßproduktes durch Einwirken
äußerer Kräfte,
dadurch gekennzeichnet,
daß das gesamte Werkzeug (11) im Gegenholm (8) angeordnet ist.
2. Strangpresse nach Anspruch 1.
dadurch gekennzeichnet,
daß das Werkzeug (11) in einer vergrößerten, in Preßrichtung (5) sich über die vollständige
Länge des Gegenholms (8) erstreckenden Druckplatte (9) vorgesehen ist.
3. Strangpresse nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß in dem Werkzeug (11) ausgehend von der Matrize (13) und sich in der Druckplatte (9)
in Preßrichtung (5) nach außen fortsetzend, ein sich zunehmend weitender Austrittstrichter
(15) ausgebildet ist.
4. Strangpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Druckplatte (9) parallel zum Austrittstrichter (15) verlaufende Zylinder (16)
angeordnet und mit dem Werkzeug (11) gekoppelt sind.
1. An extrusion press for producing curved extrusion press products including a tool
that is arranged on a die cap of the extrusion press for forming the extruded product,
which tool generally includes a pressure element and a cavity block holder that accommodates
the cavity block, and means for subsequent curving and/or bending the extruded product,
characterised in that
the entire tool (11) is disposed in the die cap (8).
2. The extrusion press in accordance with claim 1,
characterised in that
the tool (11) is provided in an enlarged pressure plate (9) that extends over the
entire length of the die cap (8) in the direction or extrusion (5).
3. The extrusion press in accordance with either of claims 1 or 2,
characterised in that
an outlet manifold (15) is conformed in the tool (11) and is flared progressively,
starting from the cavity block (13) and continuing outward in the direction of extrusion
(5) in the pressure plate (9).
4. The extrusion press in accordance with any of claims 1 to 3,
characterised in that
cylinders (16) running parallel to the outlet manifold (15) are disposed in the pressure
plate (9) and are coupled with the tool (11).
1. Extrudeuse, en particulier pour la fabrication de produits extrudés courbés, avec
un outil disposé sur un contre-montant de l'extrudeuse pour le formage du produit
extrudé, qui comprend habituellement une pièce de pression et un porte-matrice recevant
la matrice et des moyens pour le courbage ou le cintrage consécutif du produit extrudé
sous l'effet de forces extérieures,
caractérisée en ce que
l'ensemble de l'outil (11) est disposé dans le contre-montant (8).
2. Extrudeuse selon la revendication 1,
caractérisée en ce que
l'outil (11) est prévu dans une plaque de pression (9) agrandie, s'étendant dans la
direction d'extrusion (5) sur la longueur complète du contre-montant (8).
3. Extrudeuse selon la revendication 1 ou 2,
caractérisée en ce que
un entonnoir de sortie (15) s'élargissant de plus en plus est réalisé dans l'outil
(11) à partir de la matrice (13) et en se poursuivant dans la plaque de pression (9)
dans le sens d'extrusion (5) vers l'extérieur.
4. Extrudeuse selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
caractérisée en ce que
des cylindres (16) agencés parallèlement à l'entonnoir de sortie (15) sont disposés
dans la plaque de pression (9) et sont couplés avec l'outil (11).
