[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Schwingungserreger zum Erzeugen zumindest
zweier entgegengesetzt in einer Bewegungslinie schwingender Massenkräfte ausgehend
von rotierenden Unwuchtmassen. Die Erfindung betrifft ferner eine Anwendung eines
solchen Schwingungserregers in einer Vorrichtung zur Biegewechselfestigkeitsprüfung.
[0002] Schwingungserreger der eingangs genannten Art werden beispielsweise in der Materialprüfung
eingesetzt, um periodisch Lastwechsel auf einen Prüfling für Biege- oder Torsionsfestigkeitsprüfungen
aufzubringen. Wird dabei die Eigenresonanzfrequenz des Systems aus Prüfling und schwingenden
Teilen des Prüfstandes angeregt, können mit geringer Eingangsleistung hohe Beanspruchungen
des Prüflings bewirkt werden. Für die dazu erforderlichen hohen Schwingungsfrequenzen
sind hydraulische Schwingungserreger vom Zylinder-Kolbentyp aufgrund ihrer Trägheit
nicht geeignet; elektromagnetische Schwingungserreger sind aus Kostengründen in der
Leistung und aufgrund der mit der Entfernung abnehmenden Feldstärke im erzielbaren
Schwingungshub begrenzt. Einzig mechanische Schwingungserreger mit schwingenden Massen
sind in der Lage, ausreichend große Kräfte mit hoher Schwingungsfrequenz unter Bewirkung
eines großen Schwingungshubs zu erzeugen.
[0003] Alle bekannten Schwingungserreger mit schwingenden Massen können jedoch stets nur
eine einzige in einer Bewegungslinie schwingende Massenkraft (gleichsam eine "Absolutkraft")
erzeugen: Dazu enthalten sie zwei parallele, in einem gemeinsamen Gehäuse gelagerte
und gegensinnig rotierende Unwuchtmassen, deren Massenkräfte sich in der durch die
Drehachsen aufgespannten Ebene kompensieren, normal dazu jedoch addieren und über
das Gehäuse als resultierende schwingende Massenkraft ausleitbar sind (sog. Unwuchtrüttler
mit Lanchester-Ausgleich).
[0004] Gegenüber diesem Stand der Technik setzt sich die Erfindung zum Ziel, einen mechanischen
Schwingungserreger zu schaffen, mit welchem gleichzeitig zumindest zwei entgegengesetzt
in einer Bewegungslinie schwingende Massenkräfte (sozusagen eine "Relativkraft") ausgehend
von rotierenden Unwuchtmassen erzeugt werden können. Diese Ziel wird mit einem Schwingungserreger
der einleitend genannten Art erreicht, der sich gemäß der Erfindung auszeichnet durch
zwei Gehäuseteile, die in der Bewegungslinie relativ zueinander geführt sind und
über welche die beiden Massenkräfte ausleitbar sind,
eine Welle, die am ersten Gehäuseteil axialnormal zur Bewegungslinie gelagert ist
und eine erste Unwuchtmasse trägt, und
eine Hohlwelle, welche am zweiten Gehäuseteil axialparallel zur Welle und diese
mit Spiel umgebend gelagert ist und eine zweite Unwuchtmasse trägt,
wobei die Unwuchtmassen um 180° ± Δ, mit Δ ≤ 90°, zueinander versetzt und gleichsinnig
antreibbar sind.
[0005] Auf diese Weise wird erstmals ein mechanischer Schwingungserreger geschaffen, welcher
gleichzeitig (zumindest) zwei entgegengesetzt schwingende Massenkräfte erzeugen kann,
und dies auf einfachste Art und Weise mit Hilfe rotierender Unwuchtmassen ohne jedwede
Pleuel oder Kurbeln. Die sich eröffnenden Anwendungsmöglichkeiten sind mannigfach:
Ein solcher Schwingungserreger kann insbesondere zu einer symmetrischen Beaufschlagung
von Prüflingen in Resonanzprüfständen verwendet werden, wie weiter unten noch ausführlicher
erörtert wird, als besonders störungsunanfälliger Antrieb in Kompressoren, als beliebiger
Hubkolbenantrieb, als beliebiger schwingender Linearantrieb usw.
[0006] Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung zeichnet sich dadurch aus,
daß die Schwerpunkte der Unwuchtmassen in einer gemeinsamen Ebene liegen, welche die
Bewegungslinie enthält und zu den Achsen von Welle und Hohlwelle normal ist. Dadurch
wird die unerwünschte Erzeugung eines Kippmomentes vermieden.
[0007] In einer ersten besonders bevorzugten Variante der Erfindung beträgt der Versatz
der Unwuchtmassen 180°, wodurch genau zwei entgegengesetzt in der Bewegungslinie schwingende
Massenkräfte erzeugen werden können.
[0008] In einer alternativen bevorzugten Variante der Erfindung schwankt der Versatz der
Unwuchtmassen im Verlauf einer Umdrehung sinusförmig zwischen 180° - Δ und 180° +
Δ (mit Δ ≤ 90°). Dadurch kann zusätzlich zu den zwei entgegengesetzt schwingenden
Massenkräften (der "Relativkraft") auch noch eine - je nach Wahl des maximalen Auslenkwinkels
Δ orientierte - schwingende Absolutkraft erzeugt werden, beispielsweise um eine zusätzliche
Rüttelkraft zu erzeugen.
[0009] Die Welle und die Hohlwelle könnten dazu von gesonderten, entsprechend synchronisierten
regelbaren Motoren angetrieben werden. Alternativ könnten sie von einer gemeinsamen,
zentralen Antriebswelle mit ruhender Achse über ein sich scherenartig auseinander-
bzw. zueinander bewegendes Getriebe drehangetrieben werden. Besonders günstig ist
es jedoch, wenn die Welle und die Hohlwelle in Drehrichtung gekuppelt sind, so daß
nur einer der Teile Welle und Hohlwelle angetrieben werden muß.
[0010] Die Kupplung von Welle und Hohlwelle kann auf besonders einfache Weise über eine
Linearführung erfolgen, welche in Richtung einer gedachten Verbindungslinie der beiden
Unwuchtmassen verläuft. Eine alternative vorteilhafte Variante besteht darin, die
Welle und die Hohlwelle über eine Feder zu kuppeln, welche etwa normal zur Richtung
einer gedachten Verbindungslinie der beiden Unwuchtmassen verläuft. Dadurch wird die
Einleitung einer störenden Differenz-Drehverschiebung in die Kupplung vermieden.
[0011] Gemäß einem weiteren bevorzugten Merkmal der Erfindung ist an die Welle und/oder
die Hohlwelle eine biegsame Welle angeflanscht. Über diese biegsame Welle kann das
schwingende System auf besonders einfache Art drehangetrieben werden.
[0012] Ein weiterer Aspekt der Erfindung befaßt sich mit einer vorteilhaften Anwendung des
vorgestellten Schwingungserregers in einer Vorrichtung zur Prüfung der Biegewechselfestigkeit
eines Prüflings mittels mechanischer Eigenresonanzanregung, die zwei einander mit
Abstand gegenüberliegende Hebelmassen aufweist, zwischen denen der Prüfling symmetrisch
einspannbar ist, und zwar zum periodischen Aufbringen einer Hebelkraft auf zumindest
eine der Hebelmassen.
[0013] In einer ersten bevorzugten Ausführungsform einer solchen Vorrichtung greift der
erste Gehäuseteil des Schwingungserregers an der ersten Hebelmasse und der zweite
Gehäuseteil an der zweiten Hebelmasse jeweils in einem Abstand zum Prüfling an.
[0014] In einer zweiten bevorzugten Ausführungsform lagert zumindest eine der Hebelmassen
zwei zweiarmige Hebel symmetrisch in einem Abstand zum Prüfling, zwischen deren einen
Hebelarmen der Schwingungserreger wirkt und deren andere Hebelarme über Stangen symmetrisch
an der anderen Hebelmasse jeweils in einem Abstand zum Prüfling angreifen.
[0015] Im Gegensatz zu herkömmlichen Prüfvorrichtungen, bei welchen stets nur eine der Hebelmassen
mit einer schwingenden Massenkraft (in der Regel mit einem Unwuchtrüttler mit Lanchester-Ausgleich)
beaufschlagt wird, was zu unsymmetrischen Beanspruchungen des Prüflings und damit
Meßverfälschungen führt, können mit dem Schwingungserreger der Erfindung erstmals
gleichzeitig beide Hebelmassen synchron und gegenphasig beaufschlagt werden, u.zw.
in der ersten Ausführungsform beide Hebelmassen jeweils auf einer ihrer Seiten, in
der zweiten Ausführungsform beide Hebelmassen sogar auf ihren beiden Seiten.
[0016] Die erfindungsgemäße Prüfvorrichtung ermöglicht damit eine ausgezeichnet symmetrische
Beanspruchung eines Prüflings und wesentlich genauere Meßergebnisse als alle bekannten
Lösungen.
[0017] Bei der ersten Ausführungsform kann die gegenseitige Relativführung der Gehäuseteile
auf besonders einfache Weise durch eine Blattfeder erreicht werden, welche einerseits
an der ersten Hebelmasse, die mit dem ersten Gehäuseteil verbunden ist, und anderseits
an dem zweitem Gehäuseteil angreift und sich normal zur Bewegungslinie erstreckt.
Die Länge der Blattfeder und damit der Radius der Relativbewegung ihrer Enden werden
dabei so gewählt, daß die Bewegung der Blattfederenden im Rahmen der gewünschten Meßtoleranzen
als quasi-linear ("linearisiert") betrachtet werden kann.
[0018] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Prüfvorrichtung mit einem Schwingungserreger,
der eine biegsame Welle aufweist, besteht darin, daß die biegsame Welle an ihrem anderen
Ende an einen regelbaren Elektromotor angeflanscht ist. Dadurch kann eine genaue Steuerung
der Schwingungsfrequenz auf elektrischem Wege erzielt werden.
[0019] Die Erfindung wird nachstehend anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert. In den Zeichnungen zeigt:
Fig. 1 das Funktionsprinzip des Schwingungserregers der Erfindung in einer schematisierten
Schnittansicht,
die Fig. 2a und 2b zwei Varianten der Kupplung von Welle und Hohlwelle in schematisierten
Schnittansichten,
Fig. 3 eine Ausführungsform des Schwingungserregers der Erfindung in einem Axialschnitt,
und
die Fig. 4 und 5 zwei Ausführungsformen von erfindungsgemäßen Prüfvorrichtungen jeweils
in einer schematischen Seitenansicht.
[0020] Gemäß den Fig. 1 und 3 umfaßt ein Schwingungserreger 1 einen ersten Gehäuseteil 2
und einen zweiten Gehäuseteil 3, die mittels einer Linearführung 4 in einer Bewegungslinie
5 relativ zueinander beweglich geführt sind.
[0021] Der erste Gehäuseteil 2 lagert über ein Lager 6 eine Welle 7 axialnormal zur Bewegungslinie
5. Die Welle 7 trägt eine erste Unwuchtmasse 8.
[0022] Die Welle 7 ist von einer Hohlwelle 9 axialparallel umgeben. Die Hohlwelle 9 ist
am zweiten Gehäuseteil 3 über ein Lager 10 gelagert ist und trägt eine zweite Unwuchtmasse
11.
[0023] Zwischen der Welle 7 und der Hohlwelle 9 verbleibt ein radiales Spiel 12, welches
mindestens die Hälfte des im Betrieb des Schwingungserregers 1 zwischen den Gehäuseteilen
2 und 3 auftretenden Schwingungshubes beträgt.
[0024] Die Unwuchtmassen 8 und 11 sind um 180° zueinander versetzt angeordnet und so bemessen,
daß sie bei gleichsinniger, synchroner Drehung von Welle 7 und Hohlwelle 9 einander
entgegengesetzte, umlaufende Massen(flieh)kräfte F
1 bzw. F
2 erzeugen. Bevorzugt liegen die Schwerpunkte der Unwuchtmassen 8 und 11 in einer gemeinsamen
Ebene, welche die Bewegungslinie 5 enthält und zu den Achsen von Welle 7 und Hohlwelle
9 normal ist, so daß auch die Massenkräfte F
1 und F
2 in einer gemeinsamen Ebene liegen.
[0025] Zur einfacheren Dimensionierung ist zwecks Kompensation der unterschiedlichen Radien
von Welle 7 und Hohlwelle 9 die Unwuchtmasse 8 mit Hilfe eines Abstandhalters 13 im
selben Achsabstand befestigt wie die Unwuchtmasse 11, wobei die Eigenmasse des Abstandhalters
13 durch entsprechende Gegenmassen 13' auf der Welle 7 kompensiert wird. Die Unwuchtmasse
8 liegt dabei in einer der Unwuchtmasse 11 gegenüberliegenden Umfangsöffnung 14 der
Hohlwelle 9.
[0026] Die Welle 7 und die Hohlwelle 9 könnten jeweils gesondert synchron angetrieben werden.
Bevorzugt sind sie jedoch in Drehrichtung starr gekuppelt, so daß nur einer der Teile
anzutreiben ist. Der Antrieb kann beispielsweise über eine biegsame Welle 15 (in Fig.
3 nur teilweise dargestellt, siehe auch Fig. 5) erfolgen.
[0027] Fig. 2a zeigt eine erste Variante der Kupplung von Welle 7 und Hohlwelle 9 über eine
Linearführung 16, welche in Richtung einer gedachten Verbindungslinie der beiden Unwuchtmassen
8 und 11 verläuft. Die Linearführung 16 kann beispielsweise ein Stift sein, welcher
am Umfang der Hohlwelle 11 fest verankert ist und die Welle 7 gleitend durchsetzt,
oder umgekehrt.
[0028] Fig. 2b zeigt eine zweite Variante der Kupplung von Welle 7 und Hohlwelle 9 über
eine Feder 17, welche etwa normal zur Richtung einer gedachten Verbindungslinie der
beiden Unwuchtmassen 8 und 11 verläuft. Im Betrieb, wenn zwischen Welle 7 und Hohlwelle
9 ein Schwingungshub auftritt, kann die Feder 17 diesem Hub folgen, ohne Relativkräfte
in Richtung des Hubes zu übertragen, wogegen sie quer dazu Kraftschluß bewirkt. Dies
vermeidet die Übertragung störender Brems- und Beschleunigungskräfte, welche sonst
(z.B. bei der Linearführung nach Fig. 2a) durch die radiale Relativbewegung der beiden
gleich schnell rotierenden Teile hervorgerufen werden.
[0029] Die Funktionsweise des Schwingungserregers wird nun anhand von Fig. 1 ausführlicher
erläutert. Die Massen(flieh)kräfte F
1 und F
2 der rotierenden Unwuchtmassen 8 und 11 lassen sich jeweils in eine horizontale Komponente
F
1H bzw. F
2H und eine vertikale Komponente F
1V bzw. F
2V zerlegen.
[0030] Die horizontale Komponente F
1H der Unwuchtmasse 8 wirkt über das Lager 6 normal auf die Linearführung 4 und damit
der über das Lager 10 ebenfalls normal auf die Linearführung 4 einwirkenden horizontalen
Komponente F
2H der Unwuchtmasse 11 entgegen. Die horizontalen Komponenten F
1H und F
2H heben sich somit in ihrer Wirkung gegenseitig auf.
[0031] Die vertikale Komponente F
1V der Unwuchtmasse 8 wirkt hingegen über das Lager 6 nur auf den ersten Gehäuseteil
2 (denn sie wird von der Linearführung 4 nicht weiterübertragen) und ist kann am Gehäuseteil
2 abgegriffen bzw. ausgeleitet werden.
[0032] In gleicher Weise wirkt die vertikale Komponente F
2V der Unwuchtmasse 11 über das Lager 10 nur auf den zweiten Gehäuseteil 3 und kann
an diesem abgegriffen bzw. ausgeleitet werden.
[0033] Fig. 4 zeigt eine erste Anwendung des Schwingungserregers 1 anhand einer Vorrichtung
18 zur Prüfung der Biegewechselfestigkeit mittels mechanischer Eigenresonanzanregung.
Die Vorrichtung 18 umfaßt zwei einander mit Abstand gegenüberliegenden Hebelmassen
19, 20, zwischen denen ein Prüfling 21, z.B. eine Kraftfahrzeug-Kurbelwelle, symmetrisch
einspannbar ist.
[0034] Das gesamte System aus Hebelmassen 19, 20 und Prüfling 21 wird z.B. bei 22 freischwingend
aufgehängt und durch periodisches Aufbringen einer Kraft bis zur Eigenresonanz angeregt,
u.zw. bevorzugt in einem Schwingungsmodus, welcher den Prüfling in der Art eines schwingenden
Stabes auf wechselnde Biegung beansprucht, wie in der Technik bekannt.
[0035] Zum Aufbringen der periodischen Kraft dient ein Schwingungserreger 1, dessen erster
Gehäuseteil 2 an der ersten Hebelmasse 19 in einem Abstand vom Prüfling 21 angreift.
Der zweite Gehäuseteil 3 des Schwingungserregers 1 greift über eine Verbindungsstange
23 an der zweiten Hebelmasse 20 in gleichem Abstand zum Prüfling 21 an.
[0036] Die gegenseitige Linearführung 4 der Gehäuseteile 2 und 3 wird durch eine Blattfeder
24 bewerkstelligt, welche einerseits an der ersten Hebelmasse 19, die mit dem ersten
Gehäuseteil 2 verbunden ist, und anderseits direkt am zweiten Gehäuseteil 3 angreift
und sich normal zur Bewegungslinie 5 erstreckt.
[0037] Auf diese Weise bringt der Schwingungserreger 1 zwei entgegengesetzt schwingende
Massenkräfte auf die beiden Hebelmassen 19 und 20 auf, wodurch der Prüfling 21 in
der Zeichnungsebene von Fig. 4 auf wechselnde Biegung beansprucht wird.
[0038] Fig. 5 zeigt eine zweite Anwendung des Schwingungserregers 1 anhand einer Vorrichtung
18' zur Prüfung der Biegewechselfestigkeit mittels mechanischer Eigenresonanzanregung.
Die Vorrichtung 18' ist gleich aufgebaut wie die Vorrichtung 18 von Fig. 4 und gleiche
Bezugszeichen bezeichnen gleiche Teile, mit den folgenden Ausnahmen.
[0039] Die Hebelmasse 19 lagert hier an zwei symmetrisch und in einem Abstand zum Prüfling
21 liegenden Anlenkpunkten 25, 26 jeweils einen zweiarmigen Hebel 27 bzw. 28, zwischen
deren einen Hebelarmen 29, 30 - jedoch auf entgegengesetzten Seiten derselben - der
Schwingungserreger 1 wirkt. Die jeweils anderen Hebelarme 31, 32 greifen über Verbindungsstangen
33, 34 an der Hebelmasse 20 symmetrisch und im selben Abstand zum Prüfling 21 an.
[0040] Dadurch werden die Hebelmassen 19, 20 jeweils alternierend und symmetrisch bezüglich
des Prüflings 21 so beaufschlagt, daß der Prüfling 21 in der Zeichnungsebene von Fig.
5 exakt symmetrisch auf wechselnde Biegung beansprucht wird. In Fig. 5 ist ferner
ein regelbarer Elektromotor 35 gezeigt, welcher den Schwingungserreger 1 über die
biegsame Welle 15 antreibt.
[0041] Es ist ersichtlich, daß die Konstruktion und die Bewegungen der Gehäuseteile 2, 3
bzw. der Welle 7 und der Hohlwelle 9 auch kinematisch umgekehrt werden könnte, ohne
die Funktionsweise des Schwingungserregers 1 bzw. der Prüfvorrichtungen 18, 18' zu
beeinträchtigen. Die Erfindung ist demgemäß nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele
beschränkt, sondern umfaßt alle Varianten und Modifikationen, die in den Rahmen der
angeschlossenen Ansprüche fallen.
1. Schwingungserreger (1) zum Erzeugen zumindest zweier entgegengesetzt in einer Bewegungslinie
(5) schwingender Massenkräfte (F1V, F2V) ausgehend von rotierenden Unwuchtmassen (8, 11), gekennzeichnet durch
zwei Gehäuseteile (2, 3), die in der Bewegungslinie (5) relativ zueinander geführt
(4) sind und über welche die beiden Massenkräfte (F1v, F2v) ausleitbar sind,
eine Welle (7), die am ersten Gehäuseteil (2) axialnormal zur Bewegungslinie (5)
gelagert ist und eine erste Unwuchtmasse (8) trägt, und
eine Hohlwelle (9), welche am zweiten Gehäuseteil (3) axialparallel zur Welle (7)
und diese mit Spiel (12) umgebend gelagert ist und eine zweite Unwuchtmasse (11) trägt,
wobei die Unwuchtmassen (8, 11) um 180 ° ± Δ, mit Δ ≤ 90°, zueinander versetzt
und gleichsinnig antreibbar sind.
2. Schwingungserreger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwerpunkte der Unwuchtmassen (8, 11) in einer gemeinsamen Ebene liegen, welche
die Bewegungslinie (5) enthält und zu den Achsen von Welle (7) und Hohlwelle (9) normal
ist.
3. Schwingungserreger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Versatz der Unwuchtmassen 180° beträgt.
4. Schwingungserreger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Versatz der Unwuchtmassen im Verlauf einer Umdrehung sinusförmig zwischen 180°
- Δ und 180° + Δ schwankt.
5. Schwingungserreger nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Welle (7) und die Hohlwelle (9) in Drehrichtung gekuppelt sind.
6. Schwingungserreger nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Welle (7) und die Hohlwelle (9) über eine Linearführung (16) gekuppelt sind,
welche in Richtung einer gedachten Verbindungslinie der beiden Unwuchtmassen (8, 11)
verläuft.
7. Schwingungserreger nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Welle (7) und die Hohlwelle (9) über eine Feder (17) gekuppelt sind, welche etwa
normal zur Richtung einer gedachten Verbindungslinie der beiden Unwuchtmassen (8,
11) verläuft.
8. Schwingungserreger nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß an die Welle (7) und/oder die Hohlwelle (9) eine biegsame Welle (15) angeflanscht
ist, über welche sie antreibbar ist.
9. Vorrichtung (18) zur Prüfung der Biegewechselfestigkeit eines Prüflings (21) mittels
mechanischer Eigenresonanzanregung, mit zwei einander mit Abstand gegenüberliegenden
Hebelmassen (19, 20), zwischen denen der Prüfling (21) symmetrisch einspannbar ist,
und einer Einrichtung zum periodischen Aufbringen einer Hebelkraft auf zumindest eine
der Hebelmassen, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zumindest einen Schwingungserreger (1) nach einem der Ansprüche 1
bis 8 aufweist, dessen erster Gehäuseteil (2) an der ersten Hebelmasse (19) und dessen
zweiter Gehäuseteil (3) an der zweiten Hebelmasse (20) jeweils in einem Abstand zum
Prüfling (21) angreift.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Führung (4) der Gehäuseteile relativ zueinander durch eine Blattfeder (24) erfolgt,
welche einerseits an der ersten Hebelmasse (19), die mit dem ersten Gehäuseteil (2)
verbunden ist, und anderseits an dem zweitem Gehäuseteil (3) angreift und sich normal
zur Bewegungslinie (5) erstreckt.
11. Vorrichtung (18') zur Prüfung der Biegewechselfestigkeit eines Prüflings (21) mittels
mechanischer Eigenresonanzanregung, mit zwei einander mit Abstand gegenüberliegenden
Hebelmassen (19, 20), zwischen denen der Prüfling (21) symmetrisch einspannbar ist,
und einer Einrichtung zum periodischen Aufbringen einer Hebelkraft auf zumindest eine
der Hebelmassen, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest eine (19) der Hebelmassen zwei zweiarmige Hebel (27, 28) symmetrisch in
einem Abstand zum Prüfling (21) lagert, zwischen deren einen Hebelarmen (29, 30) ein
Schwingungserreger (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8 wirkt und deren andere Hebelarme
(31, 32) über Stangen (33, 34) symmetrisch an der anderen Hebelmasse (20) jeweils
in einem Abstand zum Prüfling (21) angreifen.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11 in Verbindung mit Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die biegsame Welle (15) an ihrem anderen Ende an einen regelbaren Elektromotor (35)
angeflanscht ist.