[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Bearbeitung von Vorprodukten der graphischen
Industrie. Unter die Vorprodukte fallen beispielsweise bedruckte Bogen aus Papier
oder Pappe, die je nach dem Grad der Fertigstellung ungefalzt sind oder wenigstens
einen Falz aufweisen. Eine Bearbeitung solcher Vorprodukte kann beispielsweise darin
bestehen, einen Falz anzubringen.
[0002] Eine Vorrichtung zur Bearbeitung in Form von Falzung von Vorprodukten der graphischen
Industrie ist beispielsweise aus
DE 693 08 075 T2 bekannt. Hierin ist eine Taschenfalzvorrichtung offenbart. Diese bringt an Vorprodukten
in Form von Papierbogen zunächst zueinander parallele erste Falze an. Die dabei entstandenen
Signaturen werden in einer Transportrichtung quer zur Richtung der ersten Falze mittels
eines ersten Förderers transportiert, bis die jeweilige Signatur einen Anschlag erreicht,
der sie vorübergehend stoppt, und zwar so lange, bis umlaufende Mitnehmer eines quer
zur Transportrichtung des ersten Förderers transportierenden zweiten Förderers eine
Seite der Signatur erreichen und diese in Richtung auf eine Falzstation befördern,
in der die Signatur mit einem zu den ersten Falzen senkrechten weiteren Falz versehen
wird. Jeder der beiden Förderer umfasst einen Riementrieb, auf dessen Antrieb nicht
näher eingegangen ist. Aus der Funktionsweise der bekannten Vorrichtung ergibt sich
jedoch, dass die beiden Förderer betriebsmäßig stetig angetrieben werden und dass
die Förderer die Signaturen mit Produktionsgeschwindigkeit transportieren. Dies führt
zu einem heftigen Aufprall einer jeweiligen Signatur an dem besagten Anschlag. Einem
damit verbundenen Abprallen der Signaturen von diesem Anschlag soll bei der bekannten
Vorrichtung mittels einer Bürste entgegengewirkt werden, deren Borsten tendenziell
in Richtung auf den Anschlag ausgerichtet sind und die Signaturen auf deren Weg in
Richtung auf den Anschlag bestreichen.
[0003] Aus
DE 198 60 070 A1 ist eine weitere Vorrichtung zur Bearbeitung von Vorprodukten der graphischen Industrie
bekannt. Bei dieser bekannten Vorrichtung handelt es sich um ein Taschenfalzwerk mit
einem einstellbaren Taschenanschlag, dessen Position bezüglich einer Falztasche die
Lage des Falzbruches an dem wiederum in Form eines Bogens vorliegenden Vorprodukt
bestimmt. Der Taschenanschlag ist mittels einer elektrisch aktivierbaren Stelleinrichtung
verstellbar, die von einer Regeleinheit ansteuerbar ist. Zu einer entsprechenden Ansteuerung
der Stelleinrichtung verarbeitet die Regeleinheit Signale wenigstens eines Detektors,
der zur Erzeugung dieser Signale einen jeweiligen der Bogen während dessen Einlauf
in die Falztasche und während dessen Auslauf aus derselben detektiert.
[0004] Während die Taschenanschläge bei Taschenfalzwerken notwendige Funktionsteile darstellen,
erweisen sich ansonsten Anschläge, auf welche Bogen oder Signaturen nach Durchlaufen
einer Transportstrecke auftreffen, in mehrfacher Weise als nachteilig. Zum einen müssen,
wie aus der genannten
DE 693 08 075 T2 ersichtlich, Maßnahmen ergriffen werden, um ein Zurückprallen der Vorprodukte von
den Anschlägen zu verhindern, und zum anderen besteht die Gefahr einer Beschädigung
der Vorprodukte.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Bearbeitung von Vorprodukten
der graphischen Industrie im Stillstand der Vorprodukte in einer Bearbeitungsposition
mit einem die Vorprodukte in die Bearbeitungsposition transportierenden Förderer so
auszugestalten, dass an den Vorprodukten wirksame Anschläge zum Stoppen der Vorprodukte
verzichtbar sind.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst mit einer Vorrichtung zur Bearbeitung von
Vorprodukten der graphischen Industrie im Stillstand der Vorprodukte in einer Bearbeitungsposition,
mit einem Förderer, mittels welchem die Vorprodukte in einer Transportrichtung entlang
einer Transportstrecke in die Bearbeitungsposition transportierbar sind, einem den
Förderer betreibenden Antrieb, einem Detektor, der ein jeweiliges der Vorprodukte
auf dessen Weg entlang der Transportstrecke detektiert und mit einer mit dem Detektor
und dem Antrieb verknüpften Steuerung, mittels welcher der Antrieb vorübergehend stillsetzbar
ist, wenn das jeweilige Vorprodukt die Bearbeitungsposition erreicht.
[0007] Aufgrund nicht vorhandener Anschläge bleiben die Vorprodukte jedenfalls an deren
in Transportrichtung vorauseilenden Kanten unbeschädigt, es treten an diesen Kanten
auch keine Markierungen auf und die Rüstzeiten bei einem Wechsel des Formates der
Vorprodukte sind relativ kurz. Auch hinterlässt der Förderer aufgrund des Stillstandes
des Antriebes bei in Bearbeitungsposition befindlichem Vorprodukt keine Schleifspuren
an diesem.
[0008] Eine vorteilhafte Weiterbildung sieht vor, dass die Steuerung den Antrieb stillsetzt,
wenn ein die Bearbeitungsposition erreichendes Vorprodukt eine Geometrie aufweist,
die innerhalb vorgegebener Grenzen liegt. Dies ermöglicht es, unkorrekte Vorprodukte
ohne eine Bearbeitung in der Bearbeitungsstation auszuschleusen.
[0009] Umfasst die Vorrichtung bei einer bevorzugten Ausgestaltung ein Kreuzbruch-Falzwerk
zur Anbringung eines Längsfalzes an einem Vorprodukt in Form eines mit wenigstens
einem Querfalz versehenen Bogens, so ermöglichen der Detektor und die mit diesem und
dem Antrieb verknüpfte Steuerung einen völlig automatisch ablaufenden Falzprozess,
der im Falle einer Ausgestaltung der Vorrichtung gemäß der genannten Weiterbildung
lediglich korrekt vorgefalzte Signaturen mit einem Kreuzbruch-Falz versieht und unkorrekt
vorgefalzte Signaturen ausschleust.
[0010] Die Merkmale der Erfindung sind den Zeichnungen und der darauf Bezug nehmenden Erläuterung
der genannten bevorzugten Ausgestaltung mit einer Bearbeitungsstation in Form eines
Kreuzbruch-Falzwerkes entnehmbar.
[0011] In den Zeichnungen zeigt:
- Fig. 1
- in schematisierter Darstellung eine Seitenansicht einer Bearbeitungsstation in Form
eines Kreuzbruch-Falzwerkes von dessen Falzwerkzeugen lediglich ein Falzschwert wiedergegeben
ist, eines dem Kreuzbruch-Falzwerk vorgelagerten Falzwalzenpaares und eines Signaturen
entlang einer Transportstrecke in eine Bearbeitungsposition zur Anbringung eines Kreuzbruch-Falzes
transportierenden, Zahnriemen umfassenden Förderers,
- Fig. 2
- in schematisierter Darstellung eine Draufsicht auf das Kreuzbruch-Falzwerk, den Förderer
und auf Einstelleinheiten zur Einstellung des Förderers auf ein jeweiliges Format
der Signaturen,
- Fig. 3
- einen Schnitt entlang der Linie III in Fig. 2,
- Fig. 4
- die Einzelheit IV in Fig. 3 in vergrößerter Darstellung,
- Fig. 5
- eine alternative Ausgestaltung eines die Signaturen transportierenden Förderers,
- Fig. 6
- eine weitere alternative Ausgestaltung eines die Signaturen transportierenden Förderers,
- Fig. 7
- ein Blockschaltbild für eine Verknüpfung einer Steuerung mit einem den Förderer betreibenden
Antrieb und mit einem Detektor, der eine jeweilige Signatur auf deren Weg entlang
der Transportstrecke detektiert.
[0012] Die Figur 1 gibt schematisch zwei aufeinanderfolgende Falzwerke wieder, welche jeweils
nur zum Teil dargestellt sind. Ein erstes dieser Falzwerke ist im vorliegenden Beispiel
ein Taschenfalzwerk 1, von welchem lediglich ein Falzwalzenpaar dargestellt ist. Dieses
übergibt mit jeweils wenigstens einem Querfalz versehne Signaturen 5 in der mittels
des Pfeils 2 angedeuteten Transportrichtung an einen Förderer 3. Dieser umfasst ein
Paar endloser Riemen 3.1, die im vorliegenden Ausführungsbeispiel als Zahnriemen ausgebildet
sind, deren Verzahnung an der Außenseite der Riemen 3.1 angeordnet ist. Eine derartige
Anordnung der Verzahnung ist insbesondere durch Umstülpen eines handelsüblichen Zahnriemens
erreichbar.
[0013] Ein jeweiliger Riemen 3.1 des Paares ist je einem Seitenrand der Signaturen 5 zugeordnet
und auf später näher erläutere Weise an das Format der zu bearbeitenden Signaturen
5 anpassbar.
[0014] Des Weiteren umschlingt ein jeweiliger Riemen 3.1 eine bezüglich der Transportrichtung
(siehe Pfeil 2) stromaufwärts befindliche den Riemen 3.1 umlenkende Riemenscheibe
3.2 und eine stromabwärts befindliche weitere den Riemen 3.1 umlenkende Riemenscheibe
3.3 und bildet damit ein Fördertrum 3.4 zum Transport der vom Taschenfalzwerk 1 ausgestoßenen
Signaturen 5.
[0015] Mit der verzahnten Außenseite des jeweiligen Riemens 3.1 ist ein verzahntes Antriebsrad
3.5' eines Antriebes 3.5 in Eingriff. Zur Erlangung eines hinlänglichen Umschlingungswinkels
am Antriebsrad 3.5' folgt diesem eine den Riemen 3.1 ablenkende Ablenkscheibe 3.6.
Der Riemen 3.1 steht somit über Formschluss in drehmomentübertragender Verbindung
mit dem Antrieb 3.5.
[0016] Der Antrieb 3.5 betreibt den Förderer 3 derart, dass dieser eine jeweilige vom Taschenfalzwerk
1 ausgestoßene Signatur 5 in der mittels des Pfeils 2 angegebenen Transportrichtung
entlang einer Transportstrecke im Idealfall, auf den noch näher eingegangen wird,
in eine Bearbeitungsposition transportiert und dort im Stillstand zur Bearbeitung
bereithält.
[0017] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel der Vorrichtung besteht die Bearbeitung darin,
die das Taschenfalzwerk 1 verlassenden wenigstens einen Querfalz aufweisenden Signaturen
5 mit einem Kreuzbruch-Falz zu versehen. Hierzu ist einem bezüglich der Transportrichtung
gemäß Pfeil 2 stromabwärts befindlichen Endabschnitt des Fördertrums 3.4 ein hier
nur unvollständig dargestelltes Schwertfalzwerk 4 mit einem zur Transportrichtung
parallel orientierten Falzschwert 4.1 zugeordnet. Somit ergibt sich für die genannte
Bearbeitungsposition eine Position, in welcher sich eine jeweilige Signatur 5 innerhalb
der Längserstreckung des Falzschwertes 4.1 befindet und in bevorzugter Ausgestaltung
eine Position, in welcher sich eine vorauseilende Kante der jeweiligen Signatur 5
und eine nacheilende Kante derselben unter gleichen Abständen zur Längsmitte des Falzschwertes
4.1 befinden.
[0018] In Fig. 2 ist eine Signatur 5 in einer derartigen Bearbeitungsposition mit strichpunktierten
Linien wiedergegeben. Dabei sind die bezüglich der Transportrichtung seitlichen Ränder
der Signatur 5 auf je einem der Riemen 3.1 abgestützt. Die Abstützung des restlichen
Bereichs der jeweiligen Signatur 5 übernehmen ein Leitblech 6 mit einer Ausnehmung
6.1 für den Durchtritt des Falzschwertes 4.1 und beiderseits des Leitbleches angeordnete
Scherengitter 7.
[0019] Die einen jeweiligen der Riemen 3.1 führenden Riemenscheiben 3.2 und 3.3 und die
Ablenkscheibe 3.6 sind zu der bereits angedeuteten und nunmehr näher erläuterten Anpassung
der Riemen 3.1 an das Format der Signaturen 5 beim vorliegenden Ausführungsbeispiel
jeweils an einem von zwei Rahmen 8 und 8' gelagert, die quer zur Transportrichtung
(siehe Pfeil 2) verstellbar sind. Bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel stellt
ein jeweiliger dieser Rahmen 8 bzw. 8' den verfahrbaren Teil eines Spindeltriebes
dar, der im vorliegenden Falle mit zwei parallelen Spindeln 9.1 arbeitet, die von
einem jeweiligen ortsfesten Seitenteil 10 axial fixiert getragen werden und jeweils
mittels eines Motors 9.2 antreibbar sind.
[0020] Wie insbesondere den Figuren 2 und 3 entnehmbar, sind die beiden Rahmen 8 und 8'
spiegelbildlich angeordnet.
[0021] Wie insbesondere in den Figuren 3 und 4 erkennbar, umfassen die Rahmen 8 und 8' einen
Führungskanal 8.1 für das jeweilige Fördertrum 3.4 der Riemen 3.1 sowie ein hierzu
paralleles Hohlprofil 8.2 mit einer Öffnung, die mit den Zwischenräumen zwischen den
Zähnen des im Führungskanal 8.1 geführten Fördertrums 3.4 des Riemens 3.1 kommuniziert.
Das jeweilige Hohlprofil 8.2 ist an einen Unterdruckerzeuger 11 angeschlossen und
bewirkt damit, dass eine jeweilige an den Förderer 3, genauer gesagt an die Fördertrume
3.4 der Riemen 3.1 übergebene Signatur 5 betriebsmäßig an die Fördertrume 3.4 angesaugt
wird. Die Zähne der Zahnriemen mit nach außen weisender Verzahnung stellen eine an
der Außenseite eines Riemens 3.1 vorgesehene Profilierung dar, die quer zur Längserstreckung
des Riemens 3.1 durchströmbar ist und somit das Ansaugen der Signaturen 5 an den Riemen
3.1 ermöglicht. Dies ermöglicht einen schlupffreien Transport der Signaturen.
[0022] In vorteilhafter Weise erstreckt sich eine entsprechende Profilierung entlang der
genannten Längserstreckung der Riemen 3.1, wie dies im Falle umgestülpter Zahnriemen
der Fall ist.
[0023] Im Falle der Verwendung von Zahnriemen mit nach innen weisenden Zähnen kann an der
Außenseite eines solchen Riemens eine quer zur Längserstreckung des Riemens durchströmbare
Profilierung beispielsweise mittels Noppen realisiert werden. Ein Beispiel hierfür
ist in Fig. 5 wiedergegeben. Ein derartiger Riemen 3.1' kann bei entsprechender Ausbildung
des Antriebes und der Riemenscheiben unter Verzicht auf eine Ablenkscheibe anstelle
des Riemens 3.1 gemäß dem Ausführungsbeispiel nach den Figuren 1 bis 4 eingesetzt
werden.
[0024] Zurückkommend auf Fig. 4 sind dieser des Weiteren als Bestandteile des Rahmens 8
ein die jeweilige Signatur 5 seitlich führendes Richtlineal 8.3 und ein einem seitlichen
Rand der jeweiligen Signatur 5 zugeordneter Niederhalter 8.4 entnehmbar. Weitere Niederhalter
12 sind beiderseits des Falzschwertes 4.1 angeordnet und erstrecken sich entlang des
Leitbleches 6 (siehe Figuren 1 bis 3).
[0025] In Figur 6 ist eine alternative Ausgestaltung eines die Signaturen 5 transportierenden
Förderers 3' wiedergegeben. Hierbei ist ein endloser Riemen 3.1 " vorgesehen, der
entlang seiner Länge eine Lochung aufweist. Die Lochung bildet eine Reihe untereinander
gleicher und unter gleichen Abständen angeordneter Ausnehmungen 3.8. Ein Antrieb des
Förderers 3' umfasst eine teilweise von dem Riemen 3.1 " umschlungene Riemenscheibe
3.9 mit Mitnehmern 3.10, die einen mit den Ausnehmungen 3.8 korrespondierenden Querschnitt
aufweisen und in die Lochung eingreifen, so dass der Riemen 3.1 " über Formschluss
in drehmomentübertragender Verbindung mit einem Antrieb steht.
[0026] Ein mit dem Riemen 3.1 " gebildetes Fördertrum 3.4' bestreicht eine Saugkammer 3.11,
die an einen Unterdruckerzeuger 11 angeschlossen ist. Die Saugkammer 3.11 weist an
einer dem Fördertrum 3.4'zugewandten Kammerseite eine zum Fördertrum 3.4' hin offene
Saugnut 3.12 auf, die mit dem Innenraum der Saugkammer 3.11 kommuniziert. Die Saugnut
3.12 ist derart angeordnet, dass der Innenraum der Saugkammer 3.11 mit der Lochung
des Riemens 3.1 " kommuniziert.
[0027] In einer weiteren alternativen Ausgestaltung wird der schlupffreie Transport der
Signaturen 5 durch elektrostatische Aufladung von Riemen eines die Signaturen transportierenden
Riementriebes realisiert.
[0028] Im Betrieb der Vorrichtung durchläuft eine jeweilige Signatur 5 eine Transportstrecke,
die sich von dem Walzenpaar des Taschenfalzwerkes 1 bis zumindest zu der bereits erläuterten
Bearbeitungsposition erstreckt und weitestgehend vom jeweiligen Fördertrum 3.4 bzw.
3.4' des Förderers 3 bzw. 3' dargestellt wird. Innerhalb dieser Transportstrecke ist
ein Detektor 13 angeordnet, der die vorauseilende und die nacheilende Kante einer
jeweiligen Signatur 5 auf deren Weg entlang der Transportstrecke detektiert. Im vorliegenden
Ausführungsbeispiel ist der Detektor 13 in das Leitblech 6 eingesetzt.
[0029] Ein durch die Lage des Detektors 13 bestimmter Messort ist so gewählt, dass die jeweils
nacheilende Kante der Signaturen 5 diesen passiert hat, bevor die jeweilige Signatur
die Bearbeitungsposition erreicht hat.
[0030] Wie der Fig. 7 entnehmbar, ist mit dem Detektor 13 und - im Falle der Ausgestaltung
gemäß den Figuren 1 bis 4 - mit dem Antrieb 3.5 des Förderers 3 eine Steuerung 14
verknüpft. Mittels dieser ist der Antrieb 3.5 vorübergehend stillsetzbar, wenn die
jeweilige Signatur 5 die Bearbeitungsposition erreicht. Die Steuerung umfasst eine
Eingabeeinheit, einen Prozessor und einen Speicher. Ein zwischen die Steuerung 14
und den Antrieb 3.5 geschaltetes Leistungsteil 15 erhält von Steuerung 14 Signale,
welche die Steuerung 14 in Abhängigkeit bestimmter Anzahlen von Impulsen erzeugt,
welche ein vom Antrieb 3.5 betätigter Impulsgeber 16 an die Steuerung 14 abgibt.
[0031] Legt ein Punkt auf dem Fördertrum 3.4 des Förderers 3 eine Wegstrecke zurück, die
gleich der Erstreckung eines noch völlig ungefalzten zu bearbeitenden Bogens in Transportrichtung
ist, so gibt der Impulsgeber 16 während dessen eine mit dieser Erstreckung des Bogens
korrelierte Anzahl von Impulsen ab. Die entsprechende Impulszahl wird im Speicher
der Steuerung 14 hinterlegt und einer seitens der Steuerung 14 durchzuführenden Berechnung
zugrundegelegt, mittels welcher unter Berücksichtigung der gewünschten Lage des ersten
Falzes eine mit der Erstreckung der Signaturen 5 in Transportrichtung nach erfolgter
erster Falzung in dem Taschenfalzwerk 1 korrelierte Impulszahl I
nominal ermittelt wird.
[0032] Auf dem Weg der jeweiligen Signatur 5 in die bereits erläuterte Bearbeitungsposition
passiert die vorauseilende Kante der Signatur 5 den Detektor 13. Aufgrund dessen gibt
dieser ein erstes Signal an die Steuerung 14 ab, die mit dem Empfang desselben eine
Zählung der vom Impulsgeber 16 abgegebenen Impulse startet. Passiert sodann die nachlaufende
Kante der Signatur 5 den Detektor 13, so gibt dieser ein zweites Signale an die Steuerung
14 ab, welche bei Vorliegen dieses zweiten Signals die Anzahl der bis dahin vom Impulsgeber
16 abgegebenen Impulse erfasst. Die Steuerung ermittelt insoweit eine mit der Erstreckung
der Signatur 5 in Transportrichtung korrelierte Impulszahl I
aktuell in Form eines Ist-Wertes. Des Weiteren führt die Steuerung 14 einen Soll-Ist wertvergleich
der Impulszahlen I
nominal und I
aktuell durch. Im bereits angedeuteten und nunmehr wieder aufgegriffenen Idealfall stimmen
I
nominal und I
aktuell entweder exakt überein oder diese Impulszahlen weichen lediglich innerhalb tolerierbarer
vorgegebener Grenzen voneinander ab, d. h. die Geometrie der entsprechenden Signatur
5 liegt innerhalb vorgegebener Grenzen. In diesem Falle setzt die Steuerung 14 den
Antrieb 3.5 des Förderers 3 vorübergehend still, wenn die entsprechende Signatur die
Bearbeitungsposition erreicht. Nach erfolgter Stillsetzung des Antriebes 3.5 leitet
die Steuerung 14 die Bearbeitung der entsprechenden nunmehr im Stillstand befindlichen
Signatur ein, d. h. die Steuerung 14 setzt - ebenfalls über ein Leistungsteil 17 -
einen Motor 18 in Gang, der auf nicht näher dargestellte Weise das Falzschwert 4.1
zur Ausführung eines Falzhubes antreibt, so dass die entsprechende Signatur 5 einem
Falzspalt zugeführt wird, der mittels eines dem Falzschwert 4.1 zugeordneten Falzwalzenpaares
19 ausgebildet ist (siehe Fig. 3).
[0033] Ebenfalls in Form einer Impulszahl ist im Speicher der Steuerung 14 die Wegstrecke
hinterlegt, welche eine jeweilige Signatur 5 bis zum Erreichen der Bearbeitungsposition
zurückzulegen hat nachdem die vorauseilende Kante der Signatur 5 den Detektor 13 passiert
hat. Diese Wegstrecke entspricht der Entfernung der Längsmitte des Falzschwertes 4.1
vom Detektor 13 zuzüglich der Hälfte der Erstreckung der jeweiligen Signatur 5 in
Transportrichtung.
[0034] Liegt der genannte Idealfall nicht vor, d. h. hat eine den Detektor 13 passierende
Signatur 5 oder der noch völlig ungefalzte Bogen in Transportrichtung eine Erstreckung,
die außerhalb vorgegebener Grenzen liegt, so setzt die Steuerung 14 den Antrieb 3.5
nicht still, wenn die entsprechende Signatur 5 die Bearbeitungsposition erreicht.
Solche fehlerhafte Signaturen 5 werden vielmehr ausgeschleust, d. h. sie werden mittels
des Förderers 3 über die Bearbeitungsposition hinaus weitertransportiert bis sie schließlich
den Förderer 3 verlassen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0035]
- 1
- Taschenfalzwerk
- 2
- Pfeil
- 3; 3'
- Förderer
- 3.1; 3.1'; 3.1"
- Riemen
- 3.2
- Riemenscheibe
- 3.3
- Riemenscheibe
- 3.4; 3.4'
- Fördertrum
- 3.5
- Antrieb
- 3.5'
- Antriebsrad
- 3.6
- Ablenkscheibe
- 3.7
- Noppen
- 3.8
- Ausnehmung
- 3.9
- Riemenscheibe
- 3.10
- Mitnehmer
- 3.11
- Saugkammer
- 3.12
- Saugnut
- 4
- Schwertfalzwerk
- 4.1
- Falzschwert
- 5
- Signatur
- 6
- Leitblech
- 6.1
- Ausnehmung
- 7
- Scherengitter
- 8, 8'
- Rahmen
- 8.1
- Führungskanal
- 8.2
- Hohlprofil
- 8.3
- Richtlineal
- 8.4
- Niederhalter
- 9
- Spindeltrieb
- 9.1
- Spindel
- 9.2
- Motor
- 10
- Seitenteil
- 11
- Unterdruckerzeuger
- 12
- Niederhalter
- 13
- Detektor
- 14
- Steuerung
- 15
- Leistungsteil
- 16
- Impulsgeber
- 17
- Leistungsteil
- 18
- Motor
- 19
- Falzwalzenpaar
- Inominal
- mit Sollwert der Erstreckung der Signatur 5 in Transportrichtung korrelierte Impulszahl
- Iaktuell
- mit Istwert der Erstreckung der Signatur 5 in Transportrichtung korrelierte Impulszahl
1. Vorrichtung zur Bearbeitung von Vorprodukten (5) der graphischen Industrie im Stillstand
der Vorprodukte (5) in einer Bearbeitungsposition, mit
einem Förderer (3; 3'), mittels welchem die Vorprodukte (5) in einer Transportrichtung
entlang einer Transportstrecke in die Bearbeitungsposition transportierbar sind, und
mit
einem den Förderer (3; 3') betreibenden Antrieb (3.5),
dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung ferner folgende Merkmale umfasst :
einen Detektor (13), der ein jeweiliges der Vorprodukte (5) auf dessen Weg entlang
der Transportstrecke detektiert, und
eine dem Detektor (13) und dem Antrieb (3.5) verknüpften Steuerung (14), mittels welcher
der Antrieb (3.5) vorübergehend stillsetzbar ist, wenn das jeweilige Vorprodukt (5)
die Bearbeitungsposition erreicht.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Förderer (3; 3') wenigstens einen endlosen Riemen (3.1; 3.1'; 3.1 ") umfasst,
der über Formschluss in drehmomentübertragender Verbindung mit dem Antrieb (3.5) steht
und ein die Vorprodukte 5) transportierendes Fördertrum (3.4; 3.4') aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Riemen (3.1; 3.1'; 3.1 ") an seiner Außenseite eine Profilierung aufweist, die
quer zur Längserstreckung des Riemens (3.1; 3.1'; 3.1") durchströmbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Profilierung entlang der gesamten Längserstreckung des Riemens (3.1; 3.1'; 3.1")
vorgesehen ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Riemen (3.1") entlang seiner Länge eine Lochung aufweist,
der Antrieb eine teilweise von dem Riemen (3.1") umschlungene Riemenscheibe (3.9)
mit Mitnehmern (3.10) umfasst, welche in die Lochung eingreifen, und
dem Fördertrum (3.4') eine Saugkammer (3.11) zugeordnet ist, die mit der Lochung kommuniziert.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorprodukte zu Signaturen (5) gefalzte Bogen sind und zur Bearbeitung der Signaturen
(5) Falzwerkzeug in Form eines Falzschwertes (4.1) und eines mit diesem zusammenwirkenden
Falzwalzenpaares (19) vorgesehen ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuerung (14) den Antrieb (3.5) stillsetzt, wenn ein die Bearbeitungsposition
erreichendes Vorprodukt (5) eine Geometrie aufweist, die innerhalb vorgegebener Grenzen
liegt.
1. Device for processing preliminary products (5) of the graphic arts industry when the
preliminary products (5) are at a standstill in a processing position, including
a conveyor (3; 3') for transporting the preliminary products (5) in a transport direction
along a transporting section into the processing position, and
a drive (3.5) operating the conveyor (3; 3'),
characterized in
that the device further comprises the following features:
a detector (13) that detects a respective one of the preliminary products (5) en route
along the transporting section, and
a controller (14) that is connected to the detector (13) and the drive (3.5) and is
able temporarily to stop the drive (3.5) when the respective preliminary product (5)
reaches the processing position.
2. Device according to Claim 1,
characterized in
that the conveyor (3; 3') comprises at least one endless belt (3.1, 3.1'; 3.1 ") that
is in a torque-transmitting connection with the drive (3.5) through a form fit and
includes a conveying strand (3.4; 3.4') transporting the preliminary products (5).
3. Device according to Claim 2,
characterized in
that the belt (3.1; 3.1', 3.1") has a profiling on its outer side through which flow can
take place transversely to the longitudinal extent of the belt (3.1; 3.1'; 3.1").
4. Device according to Claim 3,
characterized in
that the profile is provided along the entire longitudinal extent of the belt (3.1; 3.1',
3.1").
5. Device according to Claim 2,
characterized in
that the belt (3.1 ") has a perforation along its length,
that the drive comprises a pulley (3.9) around which the belt (3.1 ") wraps in part and
which includes carry-along elements (3.10) that engage in the perforation, and
that the conveying strand (3.4') is assigned a suction chamber (3.11) that communicates
with the perforation.
6. Device according to Claim 1,
characterized in
that the preliminary products are sheets that have been folded into signatures (5) and
that for the processing of the signatures (5) folding tools are provided in the form of
a folding blade (4.1) and a pair of folding rollers (19) cooperating with the folding
blade (4.1).
7. Device according to one of Claims 1 to 6,
characterized in
that the controller (14) stops the drive (3.5) when a preliminary product (5) that reaches
the processing position has a geometry that is within predetermined limits.
1. Dispositif de traitement de produits intermédiaires (5) dans l'industrie graphique
lorsque les produits intermédiaires (5) sont arrêtés dans une position de traitement,
ledit dispositif étant muni d'un convoyeur (3 ; 3'), au moyen duquel les produits
intermédiaires (5) peuvent être transportés dans un sens de transport le long d'une
voie de transport dans la position de traitement, et d'un entraînement (3.5) entraînant
le convoyeur (3 ; 3'), caractérisé en ce que le dispositif comprend en outre les caractéristiques suivantes : un détecteur (13)
qui détecte un produit intermédiaire respectif parmi les produits intermédiaires (5)
sur le trajet dudit produit le long de la voie de transport, et une commande (14)
liée au détecteur (13) et à l'entraînement (3.5), au moyen de laquelle l'entraînement
(3.5) peut être arrêté temporairement lorsque le produit intermédiaire respectif (5)
atteint la position de traitement.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que le convoyeur (3 ; 3') comprend au moins une courroie sans fin (3.1 ; 3.1' ; 3.1")
qui, par conjugaison de formes, est en liaison transmettant un couple avec l'entraînement
(3.5), et comporte un brin de transport (3.4 ; 3.4') transportant les produits intermédiaires
(5).
3. Dispositif selon la revendication 2, caractérisé en ce que la courroie (3.1 ; 3.1' ; 3.1'') comporte sur sa face extérieure un profilage qui
peut être traversé perpendiculairement à l'étendue longitudinale de la courroie (3.1
; 3.1' ; 3.1'').
4. Dispositif selon la revendication 3, caractérisé en ce que le profilage est prévu le long de toute l'étendue longitudinale de la courroie (3.1
; 3.1' ; 3.1").
5. Dispositif selon la revendication 2, caractérisé en ce que la courroie (3.1") comporte une perforation le long de sa longueur, l'entraînement
comprend une poulie à courroie (3.9) autour de laquelle est partiellement enroulée
la courroie (3.1"), ladite poulie étant dotée de doigts d'entraînement (3.10) qui
engrènent dans la perforation, et une chambre d'aspiration (3.11) communiquant avec
la perforation est attribuée au brin de transport (3.4').
6. Dispositif selon la revendication 1, caractérisée en ce que les produits intermédiaires sont des feuilles pliées en signatures (5), et pour le
traitement des signatures (5) il est prévu un outil de pliage affectant la forme d'une
lame de pliage (4.1) et d'une paire de rouleaux de pliage (19) coopérant avec ladite
lame.
7. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que la commande (14) arrête l'entraînement (3.5) lorsqu'un produit intermédiaire (5)
atteignant la position de traitement comporte une géométrie qui est située à l'intérieur
de limites prédéterminées.