[0001] Die vorliegende Erfindung gehört zum technischen Gebiet des Trocknens von festen
Gütern oder Erzeugnissen durch Entfernen von Flüssigkeit unter Wärmeanwendung und
betrifft insofern eine Verfahrensweise zur Mauer- bzw. Bauwerkstrocknung, bei der
eine Wärmeaufbringung durch Infrarotstrahlung bewirkt wird.
[0002] Allgemein bekannt sind verschiedene, sich mehr oder wenig unterscheidende Verfahrensweisen
zur Trocknung durch Entfernen von Flüssigkeit unter Wärmeeinwirkung am zu trocknenden
Objekt bzw. an der zu trocknenden Objektsubstanz, insbesondere zur Bau- bzw. Bauwerksaustrocknung.
Diese Verfahrensweisen nutzen die Wärmeeinwirkung auf die direkt oder indirekt umgebende
Substanz und auf das darin befindliche Wasser, wobei es sich um freies Wasser, Solvationswasser
und/oder Sorptionswasser, welche sich unterschiedlich verhalten, handeln kann. Die
bisher bekannten Trocknungsverfahren und Gerätschaften bzw. Anordnungen hierzu sind
so ausgestaltet, dass sie das an bzw. in der Substanz befindliche Wasser durch Wärmeeinwirkung
in Wasserdampf überführen und bemüht sind, dieses aus- bzw. von der Substanz wegzuführen.
In der Regel werden dazu Luftmengen zur Wasserdampfaufnahme und Luftbewegungen zum
Abtransport der dann feuchten Luftmengen eingesetzt. Bedeutende Einflüsse bei der
Trocknung, d.h. beim Ab- bzw. Ausführen des Wassers, bewirken die Kapillarkräfte,
das bedeutet z.B., dass freies Wasser aus den Kapillaren der Substanz mit Hilfe der
konventionellen Verfahrensweisen nur mit Einschränkungen aus der Substanztiefe entfernbar
ist. Am augenscheinlichsten unterscheiden sich die Verfahren dieser Trocknungsart
(Verfahren mit Wärmeanwendung) und Gerätschaften hierzu durch die Mittel zur und die
Art der Erwärmung, gegebenenfalls noch durch die Art der Weiterbehandlung, d.h. der
Abführung der feuchten Luft.
[0003] Die Gruppe der Luftentfeuchter ohne oder mit schwacher Heizung betreiben das uneffektivste
Verfahren der Trocknung, da die hierzu gebräuchlichen Luftentfeuchter mit der Verfahrenswirkung
der Temperaturerniedrigung arbeiten. Wenn z.B. Räume oder andere Bausubstanz in den
Wintermonaten in einem unbeheizten Zustand sind, kommt es regelmäßig vor, dass die
Luftentfeuchter vereisen und der Luft deshalb nachteiligerweise keine Feuchtigkeit
mehr entziehen können.
[0004] Die Verfahrensweise der Luftentfeuchtung mittels der Gerätegruppe der Luftentfeuchter
mit Heizung besitzt den Nachteil, dass durch die alleinige Luftentfeuchtung das Verfahren
ohnehin nur indirekt die Substanztrocknung z.B. am Bauwerk bewirkt und dass sehr viel
vom entnommenen Kondensat aus den Behältern der Geräte aus der Außen- und/oder Umgebungsluft
stammen, weil ein Konzentrationsgefälle zum Ausgleich drängt. Lediglich eine Trockenschicht
von wenigen Zentimetern Tiefe kann erreicht werden, wenn die Entfeuchter nicht alternierend
im Betriebssystem "Betrieb ― Pause" arbeiten, da nach der Austrocknung erst einmal
der Trocknungsgradausgleich, d.h. das "Nachziehen" der Feuchtigkeit vom noch tiefer
liegenden feuchten zum oberflächlich liegenden ausgetrockneten Bereich erfolgen muss.
Dadurch ist eine Verfahrensdurchführung über Wochen bis Monate notwendig, somit außerordentlich
nachteilig.
[0005] Beim Verfahren der Heißlufttrocknung wird zunächst die Luft aufgeheizt und danach
die zu trocknende Substanz damit beaufschlagt. Nachteilig ist, dass der Wärmeübergang
aus der Luft in die zu trocknende Substanz sehr gering ist. Es wird somit vorwiegend
die Luft erwärmt und nicht die zu trocknenden Substanz. Somit wird ein nicht beträchtlicher
Anteil der erzeugten Energie einfach weggelüftet. Der Wirkungsgrad dieses so vollzogenen
Trockenverfahrens ist gering.
[0006] Das weitgehende Versagen der Verfahrensweisen Luftentfeuchtung und Heißlufttrocknung
liegt im "Stöpseleffekt" begründet. Die Kapillaren im zu trocknenden Gut werden oberflächlich
ausgetrocknet und der Meniskus der Wasseroberfläche in den betroffenen Kapillaren
hat keinen Benetzungsanschluss mehr an die Oberfläche. Außerdem sinkt dann die Verdunstungsoberfläche
drastisch ab. Dadurch wird der Nachtransport von Wasser fast eingestellt. Trotzdem
wird eine Luftentfeuchtung der Umgebungsluft aufrechterhalten, die keinerlei Wirkung
auf die Trocknung im Innern der Substanz ausübt. Es werden in den Anlagen Behälter
um Behälter mit Wasser entleert, welches nur von außen stammt. Selbst eine Hilfestellung
durch Einführung der normalen Raumheizung in die Verfahrensdurchführung der Luftentfeuchtung
bringt oft nur eine geringe Verbesserung in der Abtrocknungsgeschwindigkeit. Wie bei
der Heißlufttrocknung wird viel Wärme weggelüftet, ohne zur Trocknungswirkung beizutragen,
da diese Wärme selbst nur schlecht in das zu trocknende Gut bzw. Substanz eindringt
und zudem nicht die optimale Wellenlängenverteilung für Wasserverdunstung besitzt,
wofür Heizgeräte ja auch nicht konzipiert sind. Die Nachteile der v.g. Verfahrensweisen
zeigte sich anschaulich an vielen hochwasserbetroffenen Objekten des Raumes Dresden/Chemnitz,
die vom Augusthochwasser 2002 betroffen waren und wo die verschiedenen Trocknungsverfahren
zum Einsatz kamen. Nach einem Zeitraum von 7 bis 8 Monaten des Einsatzes dieser Verfahren
konnte keine nennenswerte durchgehende Austrocknung festgestellt werden. Lediglich
eine oberflächennahe Schicht im Mauerwerk konnte getrocknet werden bzw. es fand nur
eine geringe Gesamtfeuchteabsenkung statt. Die Austrocknung dieser Objekte wird sich
so über Monate bzw. Jahre erstrecken.
[0007] Infrarottrocknung mit IR-Geräten, die einen nahezu gleichmäßigen Frequenzgang ausstrahlen
und damit neben dem Wasser auch die zu trocknende Substanz, wie zum Beispiel Mauerwerk,
stark erwärmen, führt dort mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Rissbildungen wegen der
hohen Temperaturunterschiede zwischen Oberfläche und (Mauer)Tiefe. Unnötige Energie
wird erzeugt und nutzlos verbraucht. Zerstörerische Effekte durch Dampfbildungen sind
nicht ausgeschlossen.
[0008] Die Verfahren der Mikrowellentrocknung erwärmen die zu trocknende Substanz sehr schnell,
innerhalb von Sekunden und Minuten, von innen her. Um eine hohe Wirksamkeit zu erzielen,
sind die hierfür vorgesehenen Geräte und Anlagen mit einer Leistung ausgestatte, die
auch in größerer Wandtiefe Wirkung zeigt, was u.U. zu ungewollten, kaum vorhersehbaren,
geschweige denn kontrollierbaren Überhitzungen mit Schadwirkungen führen kann. Ein
durch Mikrowellentrocknung eines Gebäudes verursachter Gebäudebrand ist bekannt geworden.
Darüber hinaus entsteht Wasserdampf im zu trocknenden Gut, so in der zu trocknenden
Wand, mit seiner ganzen zerstörerischen Kraft darauf. Durch die sehr schnelle Erwärmung
im Innern entstehen erhebliche Überdrücke, besonders zu Beginn der Trocknung, da das
Wasser durch die Kapillaren nicht schnell genug entweichen kann. Die Gefahr der Störungen
oder Zerstörungen des Gefügeverbundes des Trockengutes ist latent. Wasserleitungen
sind drucklos zu machen und/oder zu entleeren, auch zu öffnen, um erneuten Druckaufbau
beim Verdampfen von Restwasser zu begegnen. Nur durch eine aufwändige Parameterabstimmung
sind die v.g. Nachteile beherrschbar.
[0009] Zu jeder Gruppe der oben angeführten allgemein und dem Trocknungsfachmann bekannten
Trocknungsverfahrensweisen gibt es eine Vielzahl von Trocknungsapparaturen bzw. -anordnungen,
weswegen es entbehrlich sein sollte, diese extra im Einzelnen als Stand der Technik
zu beschreiben.
[0010] Ausgehend von den Mängeln des vorgenannten Standes der Technik liegt der Erfindung
die Aufgabe zu Grunde, eine Erhöhung der technischtechnologischen Effektivität des
Trockenprozesses durch eine gezielte Einflussnahme auf diesen zu erreichen, wobei
insbesondere auf eine erhöhte Beweglichkeit des Wassers hingewirkt wird sowie ein
Konzentrationsgefälle als wasserfördernde und -austreibende Prozesskomponente hergestellt
und ausgenutzt wird.
[0011] Erfindungsgemäß wird diese Aufgaben- und Zielstellung durch Nachfolgendes gelöst.
Da Wasser kaum sichtbares Licht oder UV-Strahlung absorbiert, jedoch IR-Strahlung
in bestimmten Bereichen, wird die zu trocknende Substanz mit Infrarotstrahlen im µm-Wellenlängenbereich
bestrahlt. Hierbei sind betreffend die vorkommenden Wasserarten in den Kapillaren
mehrere Gesichtspunkte zu beachten. Vorhandenes freies Wasser gehorcht mit Einschränkungen
eher den normalen hydraulischen Gesetzmäßigkeiten. Solvationswasser (halbfest gebunden)
ist teils schon den Bindekräften der Kapillarität und teils noch der schwerkraftdominierten
Hydraulik verhaftet. Sorptionswasser unterliegt nur den Kapillarkräften. Die Dichte
des Wassers, die sich im interessierenden Temperaturbereich von ca. 0°C über ca. 30°C
... 60°C ... 90°C ändert, hat wegen der damit verbundenen Viskositätsänderung Einfluss
auf die Trocknungs- und Wasserbewegungsvorgänge, die mit der erfinderischen Lösung
gestaltet werden. Minusgrade sind zwar in der Praxis auch real vorhanden, doch gefrorenes
Wasser und selbst Salzlösungen mit Minusgraden als solche haben keine praktische Bedeutung,
da mittels der vorgesehenen IR-Strahlung eine Erwärmung stattfindet. Bekanntermaßen
vergrößert sich die Beweglichkeit der Flüssigkeit Wasser in dieser o.g. Spanne um
ca. 30% und die Oberflächenspannung sinkt parallel dazu.
[0012] Diese v.g. Kenntnisse werden von der hier neu und erfinderisch vorgeschlagenen technischen
Lehre ausgenutzt. Durch die vorgesehene Infrarotbestrahlung im Wellenlängenbereich
von um die 3 µm und zugleich um die 6 µm wird u.a. die Beweglichkeit des Wassers gezielt
erhöht. Dadurch kann es gleichfalls gezielt in die oberflächennahen Schichten transportiert
werden, um dort zu verdunsten. Zur Verstärkung dieses Effektes kann die Luft zusätzlich
künstlich ionisiert werden. Der Verdunstungsvorgang an der Oberfläche bewirkt ein
Konzentrationsgefälle, welches gemeinsam mit der verringerten Viskosität als wassertreibende
bzw. wasserfördernde Wirkung den Verdunstungs- und Trocknungsvorgang in Funktion hält.
Diese Vorgänge funktionieren so lang, wie die Feuchtigkeitslamellen in den Kapillaren
nicht ausgetrocknet werden und diese erhalten bleiben. Die vorgesehene Bestrahlung
arbeitet demzufolge als zeit- und materialbestimmte auf- und abschwellende, speziell
programmierte, zeit-, temperatur- und wärmeabhängige Bestrahlung, damit eben diese
v.g. Vorgänge nicht abbrechen. Trocknet man zu lang, entsteht bis zu einer gewissen
Tiefe, die materialabhängig ist, eine durchtrocknete Stelle, die selbst Solvationswasser
abgibt. In den größeren Tiefen der zu trocknenden Substanz würden sich die Menisken
der Kapillaren quasi in "Stöpsel" verwandeln und würden kaum noch Feuchte an die Oberfläche
gelangen lassen. Dies vorgenannte ist ein wesentlicher Vorteil zu den Verfahren des
Standes der Technik, bei denen oftmals diese Vorgänge nachteiligerweise unterbrochen
werden und somit auch die Möglichkeiten eröffnet werden, dass das verdunstete Wasser
sich an anderer Stelle in der Substanz, d.h. in der Bausubstanz bzw. im Bauwerk wieder
niederschlagen kann, ohne dieses wirklich zu verlassen. Auch aus diesem Grunde wird
ein geschlossener Kreislauf vorgeschlagen, um diese Mängel der bisherigen Trocknungsverfahren
abzustellen. Es wird ein Luftstrom von der zu trocknenden Substanz mit dem ausgetretenen,
verdunsteten Wasser in einem ersten inneren Kreislauf über einen Kondensator mit Wärmetauscher
und beispielsweise Peltierelementen, danach wieder am Strahler und an der zu trocknenden
Substanz zum Zwecke der Feuchtigkeitsaufnahme vorbei geleitet. Alternativ wird der
Luftstrom mit dem ausgetretenen, verdunsteten Wasser durch Konvektion, gegebenenfalls
unterstützend durch gerätetechnisch erzwungene Luftbewegung, nach oben über einen
Kondensator mit Wärmetauscher und Peltierelementen oder/und über eine andere geeignete
technische Kondensatoreinrichtung, gute Wärmeabführung vorausgesetzt, geleitet werden.
In einem zweiten äußeren offenen Medienkreislauf, der nicht mit dem ersten Kreislauf
in Verbindung steht, erfolgt eine zwangsweise Medienförderung, gegebenenfalls Luftförderung,
vermittels kleiner Ventilatoren, wobei dies eine Luftförderung der äußeren Raumluft
sein kann, und das geförderte Medium über Wärmeabführelemente, insbesondere kleine
Kühlbleche, am Kondensator geleitet wird. Dieser zweite Medienkreislauf arbeitet als
ein trennend wirkender Medienkühlvorhang, geleitet im halboffenen äußeren Raumkreislauf,
und garantiert die Kühlung zwischen Strahler und Kondensator. Nachdem die Trocknungsluft
(des Innenkreislaufs) das Wasser abgegeben hat, werden die Kondensattropfen über Sammeleinrichtungen,
z.B. Sammelbleche und eine oder mehrere Rinnen, einem Sammelbehälter zugeleitet. Danach
wird die Luft des Innenkreislaufs, wie schon beschrieben, wieder am IR-Strahler und
der zu trocknenden Substanz vorbeigezogen. Damit kann auch als weitere vorteilhafte
Wirkung der Ausbreitung von Schimmelsporen u.a. besonders zu Beginn einer Behandlung
vorgebeugt werden. Im Übrigen werden beim Trocknen Feuchte-, Temperatur- und andere
wichtige Prozessdaten im Innern und außerhalb der zu trocknenden Substanz zum Zwecke
der Prozessführung erfasst und durch die Steuerung des Trocknungsverfahrens entsprechend
verarbeitet.
[0013] Diese neue erfinderische Lehre verbessert die Trocknung, insbesondere auf dem Gebiet
der Bautrocknung, dahingehend, dass
- die Wand-, Decken- und/oder übrigen Bauwerksteile nicht überhitzt werden,
- Energie summarisch effizient eingesetzt wird,
- Energie direkt im physikalisch interessierenden Frequenz-/Wellenlängenbereich in die
Wand-, Decken- und/oder übrigen Bauwerksteile eingebracht wird,
- eine Tiefenwirkung während und nach der Trocknung erreicht wird,
- ein System des Energiedurchlaufes und des Stoffkreislaufes unter Ausscheidung von
Wasser stattfindet,
- vorwiegend das Wasser und nicht die Wand-, Decken- und/oder übrigen Bauwerksteile
erwärmt werden,
- automatisch die Trocknungszeit bestimmt wird,
- eine Fixierung von Salzen in der Tiefe der Wand-, Decken- und/oder übrigen Bauwerksteile
und kaum Salztransport während der Trocknung stattfindet
und
- das Kondensat aus den Wand-, Decken- und/oder übrigen Bauwerksteilen sichtbar gesammelt
wird.
[0014] Ein großer Vorteil der erfindungsgemäßen Lehre ist die geringe Erwärmung der Bauwerksteile.
Oberflächentemperaturen zwischen ca. 60°C (Trocknungsbeginn) und 90°C (Trocknungszyklusende)
garantieren eine schonende Trocknung ohne eine für die Bauwerksteile belastende Dampfentwicklung.
Die Innentemperaturen sind wesentlich niedriger. Im Medienbereich verwendete Kunststoffe
könnten bei anderen Verfahren dann teilweise oberhalb von 90°C geschädigt oder gar
plastisch werden. Wasserleitungen stellen kein Problem dar, Elektroleitungen ebenfalls
nicht. Durch die Prozessdatenerfassung und die Steuereinrichtung kann gewährleistet
werden, dass bei Erreichen einer vorgewählten Temperatur die Verfahrensdurchführung
abgeschaltet wird.
[0015] Eine weitergehende Anwendungsmöglichkeit des v.g. erfinderischen Verfahrens besteht
darin, Pilz- und Algenbefall erfolgreich zu bekämpfen.
[0016] Bei der Verfahrensdurchführung ist es in diesem Fall zweckmäßig, teilweise auch notwendig,
den selektiven Frequenzgang zu verändern, um die Tiefenwirkung zu regeln. Für größere
Tiefenwirkung ist eine Infrarotfrequenz im Bereich von größer 6 µm zu verwenden.
[0017] Umfangreiche Anwendungen zu dieser Bekämpfungsmethode ergaben, dass im bestrahlten
Bereich keine Wiederbesiedlung eintrat, es sei denn, es waren daneben unbehandelte
Bereiche vorhanden oder es wurden unzureichende End-Trockenzeiten realisiert. Bei
der Hausschwammbekämpfung hat ein bisheriger Langzeittest ergeben, dass dieser anscheinend
erfolgreich vernichtet wurde. Seit 2 Jahren gibt es keine Anzeichen für Aktivitäten.
Außerdem kann bei erneutem Auftreten eine Wiederholung der Bestrahlung nach diesem
Verfahren stattfinden. Damit kann Hausschwamm ohne Bauarbeiten und ohne toxische Mittel
beseitigt werden.
[0018] Eine weitere weitergehende Anwendungsmöglichkeit des v.g. erfinderischen Verfahrens
besteht darin, veröltes Mauerwerk zu sanieren. Dazu brauchen nur die Parameter der
Leistungsdichte und des Frequenzgangs der Strahler zur Erzielung größerer Tiefenwirkung,
siehe vorgenannt, geändert zu werden und der Kondensator ist durch ein Abflammgerät
zu ersetzen. Zur Durchführung dieses Verfahrens wird das Mauerwerk planmäßig bis zu
einer definierten Höhe unter Wasser gesetzt, damit während des Ölaustriebs dieses
nicht nach unter kriecht. Da Öl immer auf dem Wasser schwimmt, kann ein eventuell
bereits ausgebreiteter Ölteppich wieder kompri-miert werden. Auf einem definierten
Horizont wird das Öl abgegriffen. Das Mauerwerk wird erhitzt, das Öl wird fließfähiger
und verdunstbar. Bei Kam-merungen in den Bausteinen sind gezielte kleinkalibrige Bohrungen
hilfreich. Das ÖI kann leichter entweichen. Eine gezielte Abflammung im Innenkreislauf
ist zu verbinden mit der Zuführung von Sauerstoff und der Entsorgung des Verbrennungsgases.
Die Umgebung wird so vor schädlichen Dämpfen geschützt. Anschließend wird das Mauerwerk
verfahrensgemäß getrocknet. Vorteilhafterweise kann ein Mauerwerksaustausch vermieden
werden.
[0019] An nachfolgendem Ausführungsbeispiel soll die Erfindung näher erläutert werden.
[0020] Die Erfindung wird in einer typischen Variante aus einer Vielzahl von möglichen Alternativen
beschrieben.
[0021] Die Erläuterung der Erfindung erfolgt an einer beispielhaft dafür ausgewählten Anordnung.
[0022] Die Figuren 1 bis 3 stellen somit diese mögliche Anordnung zur Realisierung des erfindungsgemäßen
Verfahrens aus einer Vielzahl von apparativ möglichen Alternativen dar. Da weitere
Anordnungsalternativen hierfür denkbar sind, umfassen diese somit die erfindungsgemäße
Lehre.
- Fig.
- 1 zeigt die Anlage im Schnitt
- Fig. 2
- zeigt die Ansicht A der Anlage
- Fig. 3
- zeigt die Ansicht B der Anlage
Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen
[0023]
- 1
- Plattenheizkörper
- 2
- Ventilator
- 3
- Kühlung, Wärmetauscher
- 4
- Kühlkörper, Kühler
- 5
- Kühlelement
- 6
- Lufteintritt
- 7
- Innenkreislauf
- 8, 9
- Anschlussklappe
- 10
- Leitblech
- 11
- Auffangrinne
- 12
- Wasserbehälter
- 13
- Schutzgitter
- 14
- Regelklappe
- 15
- Sichtschlitz
- 16
- Wasserstandssensor
- 17
- Auflage, Behälter
- 18
- Netzteil
- 19
- zweiter äußerer Kühlmedienkreislauf
Ausführungsbeispiel 1:
[0024] Die zu trocknende Bausubstanz eines Mauersockels wird mit der in den Fig. 1 bis 3
dargestellten Einrichtung von der Seite A mit Infrarotstrahlen in den beiden Wellenlängenbereichen
um die 3 µm und zugleich um die 6 µm vom Plattenheizkörper 1 bestrahlt. Diese Bestrahlung
erfolgt in Abhängigkeit von den konkreten örtlichen Bedingungen als zeit- und materialbestimmte
auf- und abschwellende, speziell programmierte, zeit-, temperatur- und wärmeabhängige
Bestrahlung. So wird 40 cm starkes Natursteinmauerwerk aus Gneis bei einer Temperatur
von 60 ... 90°C über einen Zeitraum von 6 ... 8 h in Abhängigkeit vom konkret vorliegenden
Wassergehalt getrocknet. Dabei wird der Trocknungsluftstrom 7 an der hier nicht dargestellten
zu trocknenden Substanz vorbei und von dort mit dem ausgetretenen, verdunsteten Wasser
im ersten inneren Kreislauf 7 über einen Kondensator, danach wieder am Strahler 1
und an der zu trocknenden Substanz zum Zwecke der Feuchtigkeitsaufnahme vorbei geleitet.
Der Luftstrom des ersten Kreislaufes 7 mit dem ausgetretenen, verdunsteten Wasser
kann auch durch Konvektion, gegebenenfalls unterstützend durch gerätetechnisch erzwungene
Luftbewegung, nach oben über den Kondensator mit Wärmetauscher 3 und Peltierelementen
oder/und über eine andere geeignete technische Kondensatoreinrichtung geleitet werden.
Ein zweiter äußerer Kühlmedienkreislauf 19 bildet einen trennend arbeitenden Medienkühlvorhang
und garantiert dadurch die Kühlung zwischen Strahler und Kondensator, wobei dieser
zweite äußere Kühlmedienkreislauf 19 nicht mit dem ersten Kreislauf 7 in Verbindung
steht und vermittels zwangsweiser Medienförderung durch einen Lüfter 2, gegebenenfalls
erfolgt die Luftförderung der äußeren umgebenden Raumluft, über Kühlelemente 5 am
Kondensator realisiert ist und einen halboffenen äußeren Raumkreislauf darstellt.
Am bzw. im Kondensator werden die Kondensattropfen über Sammeleinrichtungen, z.B.
Sammelbleche 10 und eine oder mehrere Rinnen 11, einem Sammelbehälter 17 zugeleitet.
Die Bestrahlung wird so vorgenommen, dass die Verfahrensdurchführung bei Oberflächentemperaturen
zwischen ca. 80°C betrieben wird. Bei diesem Trocknen werden Feuchte-, Temperatur-
und andere wichtige Prozessdaten im Innern und außerhalb der zu trocknenden Substanz
zum Zwecke der Prozessführung erfasst und durch die Steuerung des Trocknungsverfahrens
entsprechend verarbeitet.
1. Verfahrensweise zum Trocknen von festen Gütern oder Erzeugnissen durch Entfernen von
Flüssigkeit unter Wärmeanwendung mittels Infrarotstrahlen,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zu trocknende Substanz mit Infrarotstrahlen in den Wellenlängenbereichen um die
3 µm und zugleich um die 6 µm bestrahlt wird und diese Bestrahlung als zeit- und materialbestimmte
auf- und abschwellende, speziell programmierte, zeit-, temperatur- und wärmeabhängige
Bestrahlung arbeitet,
dass ein Luftstrom (7) von der zu trocknenden Substanz mit dem ausgetretenen, verdunsteten
Wasser in einem ersten inneren Kreislauf über einen Kondensator, danach wieder am
Strahler und an der zu trocknenden Substanz zum Zwecke der Feuchtigkeitsaufnahme vorbei
geleitet wird,
dass ein zweiter äußerer Kühlmedienkreislauf (19) vorgesehen ist, der einen trennend arbeitenden
Medienkühlvorhang bildet und dadurch die Kühlung zwischen Strahler und Kondensator
garantiert, wobei dieser zweite äußere Kühlmedienkreislauf (19) nicht mit dem ersten
Kreislauf (7) in Verbindung steht und vermittels zwangsweiser Medienförderung, gegebenenfalls
Luftförderung der äußeren umgebenden Raumluft, über Kühlelemente am Kondensator realisiert
ist und einen halboffenen äußeren Raumkreislauf darstellt.
2. Verfahrensweise nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bestrahlung so vorgenommen wird, dass die Verfahrensdurchführung bei Oberflächentemperaturen
zwischen ca. 60°C und ca. 90°C betrieben wird.
3. Verfahrensweise nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Luftstrom des ersten Kreislaufes (7) mit dem ausgetretenen, verdunsteten Wasser
durch Konvektion gegebenenfalls unterstützend durch gerätetechnisch erzwungene Luftbewegung
nach oben über einen Kondensator mit Wärmetauscher und Peltierelementen oder/und über
eine andere geeignete technische Kondensatoreinrichtung geleitet wird.
4. Verfahrensweise nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bestrahlung so vorgenommen wird, dass der Luftstrom des ersten Kreislaufes (7)
zusätzlich künstlich ionisiert wird.
5. Verfahrensweise nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zwangsweise Luftförderung des zweiten äußeren Kreislaufes (19) vermittels kleiner
Ventilatoren die Luftförderung der äußeren Raumluft über Wärmeabführelemente, insbesondere
kleine Kühlbleche, am Kondensator vorsieht.
6. Verfahrensweise nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass am bzw. im Kondensator die Kondensattropfen über Sammeleinrichtungen, z.B. Sammelbleche
und eine oder mehrere Rinnen, einem Sammelbehälter zugeleitet werden.
7. Verfahrensweise nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Zwecke der Pilzbekämpfung und Ölsanierung ein Frequenzgang im fernen Infrarotbereich
größer 6 µm einzusetzen ist, wobei bei der Ölsanierung zuzüglich die Leistungsdichte
zu erhöhen ist.
8. Verfahrensweise nach Anspruch 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass beim Trocknen Feuchte-, Temperatur- und andere wichtige Prozessdaten im Innern und
außerhalb der zu trocknenden Substanz zum Zwecke der Prozessführung erfasst und durch
die Steuerung des Trocknungsverfahrens entsprechend verarbeitet werden.