[0001] Statische Mischvorrichtungen sowie mit solchen statischen Mischvorrichtungen zu verwendende
Austragvorrichtungen für insbesondere viskose Fluide sind in grosser Vielzahl seit
langer Zeit bekannt:
[0002] Aus dem Dokument EP-B1-0 495 169 ist eine statische Mischvorrichtung bekannt, welche
aus geschichteten Platten aufgebaut ist. Hierbei werden Fluidflüsse durch die einzelnen
Plattenebenen geleitet, wobei die Platten jeweils miteinander verbundene Kanäle aufweisen.
Durchtrittsöffnungen auf unterschiedlichen Ebenen der Platten sind jeweils versetzt
zueinander angeordnet.
[0003] Ein aus perforierten Platten aufgebauter, statischer Mischer ist auch aus US 3,856,270
bekannt. Ein weiterer statischer Mischer mit serpentinenartiger Flüssigkeitsführung
ist in US 4,222,671 gezeigt. In diesen beiden Systemen wird der Fluidfluss entlang
des Mischers wiederholt zerteilt und wieder zusammengeführt. Statische Mischvorrichtungen
der genannten Art werden häufig zusammen mit Austragvorrichtungen insbesondere für
Zwei-Komponenten-Reaktivgemische wie z.B. Klebstoffe verwendet. Derartige Austragvorrichtungen
sind für Ein- und Mehr-Komponentensystem bekannt, wobei für Mehr-Komponentensysteme
sowohl getrennte Kartuschen als auch kombinierte Vorratsbehältnisse wie z.B. Mehrkammer-Schlauchbeutel
verwendet werden.
[0004] Aus WO 01/44074 ist beispielsweise eine solche Austragvorrichtung bekannt. Hier ist
jedoch ein Adapter zum getrennten Führen der Komponenten zwischen Vorratsbehältnis
und statischem Mischer vorgesehen, wodurch Gewicht, Bauhöhe und Handhabbarkeit der
Austragvorrichtung insgesamt beeinträchtigt sind.
[0005] Weitere derartige oder ähnliche Austragvorrichtungen sind u.a. aus EP-A1-0 665 063,
US 3,323,682 und EP-B1-0 787 661 bekannt.
[0006] Nachteilig bei den bekannten statischen Mischvorrichtungen ist, dass bei relativ
geringer Bauhöhe nur eine unzureichende Durchmischung bewirkt wird. Bekannte statische
Mischvorrichtungen hingegen, die eine akzeptable Durchmischung erreichen, weisen eine
derart grosse Bauhöhe auf, dass die Handhabbarkeit insbesondere zusammen mit einer
Austragvorrichtung der eingangs genannten Art beeinträchtigt ist.
[0007] Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, die Nachteile des bekannten zu vermeiden,
insbesondere also eine statische Mischvorrichtung zu schaffen, welche einfach und
möglichst mit bekannten Mitteln herstellbar ist, welche in der Bauhöhe weitestgehend
reduziert ist und möglichst trotzdem verbesserte Mischungseigenschaften aufweist.
Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, eine Mischvorrichtung bereitzustellen,
welche zur Verwendung mit konventionellen Austragvorrichtungen, wie sie bspw. für
Ein- und Mehr-Komponentensysteme bekannt sind, geeignet ist, sowie die Handhabbarkeit
eines solchen Systems zu verbessern.
[0008] Die genannten Aufgaben werden erfindungsgemäss gelöst durch eine statische Mischvorrichtung,
ein Vorratsbehältnis, eine Austragvorrichtung sowie ein Verfahren und eine Verwendung
gemäss den unabhängigen Patentansprüchen.
[0009] Eine statische Mischvorrichtung gemäss der Erfindung beinhaltet mindestens ein erstes
Mischelement, welches auf einer Vorderseite eine Mehrzahl insbesondere paralleler
Kanäle quer, insbesondere orthogonal zur Hauptflussrichtung aufweist, wobei die Kanäle
miteinander nicht verbunden sind, jedoch Durchtrittsöffnungen in Hauptflussrichtung
aufweisen. Durch die Anordnung der Kanäle quer zur Hauptflussrichtung ist eine Ablenkung
bzw. Aufteilung der Strömung bewirkt. Vorzugsweise erfolgt dies durch eine orthogonale
Anordnung, selbstverständlich sind jedoch auch nichtrechtwinklige Anordnungen möglich.
Zudem ist mindestens ein zweites, mit dem ersten Mischelement in Kontakt stehendes
Mischelement vorgesehen, welches auf einer Vorderseite eine Mehrzahl insbesondere
paralleler Kanäle quer, insbesondere orthogonal zur Hauptflussrichtung aufweist, wobei
die Kanäle miteinander verbunden sind. Insbesondere in Seitenwänden dieser Kanäle
sind Öffnungen vorgesehen, welche den Durchtritt eines Mediums in Hauptflussrichtung
ermöglichen. Auf einer Rückseite des zweiten Mischelements sind eine Mehrzahl insbesondere
paralleler Kanäle orthogonal zur Hauptflussrichtung angeordnet, welche miteinander
nicht verbunden sind. Selbstverständlich sind sowohl in dem ersten als auch dem zweiten
Mischelement neben einer parallelen Anordnung der Kanäle auch andere Anordnungen möglich,
insbesondere konzentrisch angeordnete, bogenförmige Kanäle. Überraschenderweise hat
sich gezeigt, dass durch zwei derartig unterschiedlich ausgebildete Mischelemente
eine wesentlich verbesserte Durchmischung erreicht werden kann, als dies bei einer
gleichen Anzahl von Mischelementen mit anderen bekannten Mischelementen möglich ist.
Die Bauhöhe einer solchen statischen Mischvorrichtung ist daher reduzierbar, weil
für eine ausreichende Durchmischung weniger Mischelemente angeordnet werden müssen.
Hierdurch ist darüber hinaus auch das erzielbare Endgewicht einer solchen Vorrichtung
weiter reduzierbar. Insgesamt wird die Handhabbarkeit einer solchen Vorrichtung daher
enorm vereinfacht, insbesondere bei der Verwendung mit einer Austragvorrichtung, wie
nachstehend noch beschrieben wird.
[0010] Hier und im folgenden werden Kanäle eines mit einem weiteren Mischelements in Kontakt
stehenden Mischelements als verbunden angesehen, wenn ein Austausch von Fluiden zwischen
den betreffenden Kanälen insbesondere durch deren Seitenwände möglich ist. Unter der
Hauptflussrichtung wird hier und im folgenden bei geraden statischen Mischvorrichtungen
die Richtung entlang der Längsachse zwischen Eintritt und Austritt des Mediums verstanden.
Selbstverständlich sind jedoch auch bspw. gekrümmte Mischvorrichtungen möglich; in
einem solchen Falle folgt die Hauptflussrichtung der Krümmung der Mischvorrichtung.
Unter der Vorderseite eines Mischelements wird hier und im folgenden jene Seite verstanden,
welche dem Einlass für die zu mischenden Substanzen zugewandt ist. Unter einer Rückseite
eines Mischelements wird hier und im folgenden jene Seite verstanden, welche dem Auslass
für die zu mischenden Substanzen zugewandt ist.
[0011] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist das erste Mischelement der Mischvorrichtung
die folgenden Merkmale auf:
■ Die Durchtrittsöffnungen benachbarter Kanäle sind jeweils in gegenüberliegenden
Hälften der Vorderseite des Mischelements angeordnet;
■ In einem mittleren Bereich aller Kanäle sind keine Durchtrittsöffnungen angeordnet.
Zudem weist das zweite Mischelement zusätzlich oder alternativ die folgenden Merkmale
auf:
■ Auf einer Vorderseite sind die Kanäle miteinander durch einen gemeinsamen Verbindungskanal
verbunden, welcher derart angeordnet ist, dass seine Lage im wesentlichen einem rückseitigen
Bereich entspricht, welcher frei von Durchtrittsöffnungen ist;
■ Im Bereich zwischen einer ersten Seite des Verbindungskanals und einer Aussenkante
des zweiten Mischelements sind Durchtritte angeordnet, welche nicht in Verbindung
mit den vorderseitigen Kanälen stehen;
■ Im Bereich zwischen einer zweiten Seite des Verbindungskanals und einer Aussenkante
des zweiten Mischelements sind Durchtrittsöffnungen vorgesehen, welche in Verbindung
zu den Kanälen stehen.
Es hat sich gezeigt, dass bereits nur durch die vorstehend genannte Ausbildung des
ersten oder zweiten Mischelements alleine eine weitere Verbesserung der Durchmischung
erreicht werden kann. Besonders bevorzugt ist jedoch eine gleichzeitige Ausbildung
beider Mischelemente gemäss der vorstehenden Merkmale, wodurch sich die erzielbaren
Mischresultate weiter verbessern.
[0012] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind die ersten und zweiten Mischelemente
alternierend angeordnet. Durch eine solche abwechselnde Anordnung der unterschiedlichen
Mischelemente kann die Mischwirkung nochmals verbessert werden. Unter einer alternierenden
Anordnung werden hierbei insbesondere bevorzugt Anordnungen verstanden, bei welchen
kein erstes (bzw. zweites) Mischelement direkt benachbart zu einem weiteren, ersten
(bzw. zweiten) Mischelement angeordnet ist. Als Varianten einer solchen alternierenden
Anordnung sind aber bspw. auch gruppenweise alternierende Anordnungen möglich, also
solche Anordnungen, in denen auf eine bestimmte Anzahl eines ersten Mischelements
eine Anzahl von zweiten Mischelementen folgt.
[0013] In einer weiteren Ausführungsform sind die ersten und zweiten Mischelemente als stapelbare
Platten ausgebildet. Derartige Platten sind bspw. im Kunststoff-Spritzgussverfahren
besonders einfach und mit bekannten Mitteln herstellbar. Die Stapelbarkeit kann hierbei
durch verschiedenste Mittel bewirkt sein, bspw. durch zueinander insbesondere spezifisch
kompatible Bereiche benachbarter Platten, insbesondere Erhöhungen und Vertiefungen.
Hierbei ist es besonders bevorzugt, dass die Platten aussen rund, insbesondere mit
gleichem Aussendurchmesser ausgebildet sind.
[0014] Gemäss einer besonders vorteilhaften Ausführungsform sind die ersten und zweiten
Mischelemente um einen bestimmten Winkel bezogen auf ein an beiden Mischelementen
vorhandenes, vergleichbares strukturelles Merkmal gegeneinander verdreht gestapelt.
Besonders bevorzugt ist das jeweils nächste Mischelement hierbei gegenüber dem vorangehenden
Mischelement um diesen bestimmten Winkel verdreht angeordnet. Hierbei ändert sich
insbesondere die Drehrichtung, um die einzelne Mischelemente verdreht werden, entlang
der statischen Mischvorrichtung nicht. Hierdurch kann die erzielbare Durchmischung
nochmals verbessert werden.
[0015] In einer weiteren, besonders bevorzugten Ausführungsform folgt ein zweites Mischelement
auf ein erstes Mischelement in Hauptflussrichtung, wobei die Kanäle dieses vorangehenden
ersten Mischelements parallel zu den rückseitigen Kanälen des zweiten Mischelements
angeordnet sind. Zudem folgt ein erstes Mischelement auf ein zweites Mischelement
in Hauptflussrichtung, wobei die Kanäle dieses folgenden, ersten Mischelements um
einen Winkel von 90° gegen die Kanäle auf der Rückseite des zweiten Mischelements
verdreht ausgerichtet sind.
[0016] Es ist besonders vorteilhaft und bevorzugt, dass die Abfolge der Mischelemente paarweise
Anordnungen der ersten und zweiten Mischelemente beinhaltet, wobei in jeder der paarweisen
Anordnungen die Kanäle des ersten Mischelements parallel zu den rückseitigen Kanälen
des zweiten Mischelements ausgerichtet sind, jedoch in Hauptflussrichtung die Kanäle
einer folgenden, paarweisen Anordung jeweils gegenüber einer vorangehenden Anordung
um einen Winkel von 90° verdreht angeordnet sind.
[0017] Darüber hinaus können die Mischelemente Mittel zum verdrehgesicherten Stapeln insbesondere
unter einem Winkel von 90° oder einem gradzahligen Vielfachen von 90° aufweisen. Besonders
bevorzugt sind insbesondere in einem Randbereich der Mischelemente Nocken angeordnet,
welche in einer Stapelung von Mischelementen zu Vertiefungen benachbarter Mischelemente
kompatibel sind. Hierdurch kann in einfacher Weise ein verdrehgesichertes Stapeln
bei grösstmöglicher verbleibender Flexibilität im Aufbau gewährleistet werden.
[0018] Gemäss einer weiteren, besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist in
Hauptflussrichtung vor einem ersten Mischelement ein Eingangsstück und/oder in Hauptflussrichtung
nach einem letzten Mischelement ein Endstück vorgesehen. Durch ein solches Eingangsstück
kann wirkungsvoll eine Entspannung der insbesondere unter Druck aus einem Vorratsbehältnis
gepressten, zu mischenden Komponenten bewirkt werden, so dass ein erstes Mischelement
flächig angeströmt wird. Zudem kann eine Voraufteilung des Fluidstromes auf die insbesondere
auf gegenüberliegenden Seiten benachbarter Kanäle angeordneten Durchtrittsöffnungen
eines ersten Mischelements bewirkt werden. Ein Endstück kann bevorzugt zum Zusammenführen
des Fluidstromes an einer Auslassöffnung angewendet werden; selbstverständlich können
auch an einem solchen Endstück weitere Mittel, insbesondere Schikanen vorgesehen sein,
welche der Durchmischung dienen.
[0019] Vorteilhafterweise sind die Mischelemente und ggf. das Eingangsstück und/oder das
Endstück in einer Hülse insbesondere austauschbar angeordnet. Hierdurch kann sowohl
die Herstellung vereinfacht als auch für spezielle Anwendungen die Austauschbarkeit
von Mischelementen bewirkt werden. Es ist weiter bevorzugt, dass die Hülse insbesondere
reversibel mit einem Anschlussstück zur Verbindung mit einer Austragsvorrichtung verschlossen
ist und/oder verschliessbar ausgebildet ist. Hierbei kann es sich insbesondere bspw.
um Schraub- und/oder Steckverbindungen, aber auch Spannverbindungen handeln; bevorzugt
werden Schraubverbindungen verwendet.
[0020] Eine Mischvorrichtung der genannten Art findet vorteilhaft Verwendung zur Mischung
von mindestens zwei in einem Vorratsbehältnis mit mindestens zwei Kompartimenten bevorrateten
Substanzen, wobei die Mischvorrichtung lösbar oder fest an dem Vorratsbehältnis oder
einer Austragvorrichtung anordbar bzw. angeordnet ist. Derartige Vorratsbehältnisse
sind insbesondere bei Klebund Dichtmitteln in der Regel für den einmaligen Gebrauch
bestimmt, also nach Entleerung nicht nachfüllbar. Insbesondere für die genannten Anwendungen
sind die statischen Mischvorrichtungen oftmals ebenfalls nicht mehrfach verwendbar.
Vorteilhafterweise können derartige Vorratsbehältnisse daher bereits insbesondere
fest mit einer solchen statischen Mischvorrichtung verbunden hergestellt und vertrieben
werden, was die Handhabbarkeit für den Endverbraucher durch verringerten Manipulationsbedarf
nochmals vereinfacht.
[0021] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft also ein Vorratsbehältnis, insbesondere
einen Mehrkammer-Schlauchbeutel mit mindestens zwei Kompartimenten, wobei eine Mischvorrichtung
insbesondere der vorstehend beschriebenen Art lösbar oder fest mit dem Vorratsbehältnis
verbindbar bzw. verbunden ist. Eine solche Verbindung kann insbesondere herstellseitig
und irreversibel bewirkt sein. Es ist jedoch auch möglich, insbesondere Steck-, Schraub-
und/oder Spannverbindungen vorzusehen. Zudem ist es im Rahmen einer grösstmöglichen
Reduzierung der Bauhöhe vorteilhaft, eine im wesentlichen direkte Verbindung zwischen
dem Auslass des Vorratsbehältnisses und der statischen Mischvorrichtung zu gewährleisten,
also möglichst auf Adapter o.ä. zu verzichten.
[0022] Ein zusätzlicher Aspekt der Erfindung betrifft zudem eine Austragvorrichtung zum
Auslassen von mindestens zwei zu mischenden Substanzen aus einem entweder kombinierten
Vorratsbehältnis mit mindestens zwei Kompartimenten, oder mehreren separaten Vorratsbehältnissen.
Hierbei kann es sich insbesondere um parallele oder koaxiale Doppelkartuschensysteme
handeln. Derartige Austragvorrichtungen sind in verschiedensten Ausführungen, insbesondere
pneumatisch oder manuell zu betreiben, am Markt erhältlich, bspw. von Mixpac (System
400) oder PC Cox Ltd. (RBA 200B). Insbesondere können auch Mehrkammer-Schlauchbeutelsysteme
verwendet werden. Der Austritt des bzw. der Vorratsbehältnisse ist mit einer statischen
Mischvorrichtung verbindbar bzw. verbunden. Derartige Austragvorrichtungen sind insbesondere
auch für EinKomponentensysteme hinlänglich bekannt, z.B. MK Maskinsfabrik (TS 485
X). Im Zuge der vorliegenden Erfindung ist insbesondere vorteilhaft, dass eine im
wesentlichen direkte Verbindung des Vorratsbehältnisses mit der statischen Mischvorrichtung
vorgesehen sein kann. Aus dem Stand der Technik, insbesondere der WO 01/44074 sind
Probleme der unzureichenden Durchmischung mit statischen Mischvorrichtungen bekannt,
die i.d.R. durch ein getrenntes Führen der zu mischenden Komponenten vor dem eigentlichen
Mischsystem zumindest teilweise überwunden werden können. Dies resultiert jedoch in
einer unerwünschten Verlängerung der betriebsbereiten Austragvorrichtung, wodurch
die Handhabbarkeit verschlechtert ist. Durch eine statische Mischvorrichtung gemäss
der vorliegenden Erfindung ist eine solchermassen getrennte Aufgabe der Komponenten
auf die Mischvorrichtung nicht notwendig. Es kann also eine im wesentlichen direkte
Verbindung zwischen dem Auslass eines Vorratsbehältnisses und der statischen Mischvorrichtung
hergestellt werden, ohne dass sich dies negativ auf das Mischungsergebnis auswirken
würde. "Im wesentlichen direkt" bedeutet also in diesem Zusammenhang, dass technisch
keine Distanz zwischen Vorratsbehältnis und statischer Mischvorrichtung zur Erzielung
der Durchmischung notwendig ist; dies schliesst jedoch nicht aus, dass sich ggf. aufgrund
des modularen Aufbaus und/oder ggf. notwendiger Dichtelemente etc. eine geringfügige
Beabstandung ergeben kann.
[0023] Das erfindungsgemässe Verfahren zum Austragen von mindestens zwei zu mischenden Substanzen
insbesondere aus einem Vorratsbehältnis mit mindestens zwei Kompartimenten zeichnet
sich also dadurch aus, dass die Mischung der Substanzen im wesentlichen ausschliesslich
durch eine statische Mischvorrichtung, insbesondere wie vorstehend geschildert, erfolgt.
"Im wesentlichen" bedeutet hier, dass ggf. weitere Mischung ausserhalb der statischen
Mischvorrichtung erfolgen kann, diese jedoch für den jeweiligen Anwendungszweck nicht
von vordergründiger Bedeutung ist. Hierbei sind im Rahmen der Erfindung insbesondere
auch zusätzliche Auftragsdüsen o.ä. verwendbar, welche neben der Fokussierung der
aufzutragenden Mischung ggf. eine weitere Mischung bewirken könnten.
[0024] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen und Figuren näher
erläutert, ohne dass der Erfindungsgegenstand hierauf zu beschränken wäre. Es zeigen:
- Fig. 1:
- Explosionsdarstellung einer statischen Mischvorrichtung;
- Fig. 2:
- Erstes Mischelement, Vorderseite;
- Fig. 3:
- Zweites Mischelement, Vorderseite;
- Fig. 4:
- Zweites Mischelement; Rückseite;
- Fig. 5:
- Eingangsstück, Vorderseite;
- Fig. 6:
- Endstück, Vorderseite;
- Fig. 7:
- Hülse;
- Fig. 8:
- Anschlussstück;
- Fig. 9:
- Statische Mischvorrichtung, schematisch.
[0025] In Figur 1 ist eine aus einer Mehrzahl von ersten Mischelementen A und zweiten Mischelementen
B aufgebaute, statische Mischvorrichtung 1 in Explosionsdarstellung gezeigt. Der Aufbau
der ersten und zweiten Mischelemente A,B wird nachfolgend in den Figuren 2 und 3 eingehend
erläutert. Die Mischelemente A und B sind als stapelbare Platten ausgebildet. Die
statische Mischvorrichtung 1 weist zudem ein Anschlussstück 11 (siehe auch Figur 8)
sowie ein Eingangsstück 8 und ein Endstück 9 auf (siehe auch Figuren 5 und 6). Das
Anschlussstück 11 dient zum Anschluss der statischen Mischvorrichtung 1 an eine nicht
im Detail gezeigte, insbesondere handelsübliche Austragvorrichtung. Es können bspw.
Steck-, Schraub- und/oder Spannverbindungen vorgesehen sein zur Anbindung an eine
solche Austragvorrichtung. Die statische Mischvorrichtung 1 wird in der Hauptflussrichtung
H von einer Mehrzahl, insbesondere zwei zu mischenden, insbesondere fliessfähigen,
viskosen Substanzen durchströmt. In der Regel muss hierfür aufgrund des Gegendrucks
der Mischelemente ein Arbeitsdruck in der Grössenordnung von bis zu 6.0 bis 6.5 bar
in Hauptflussrichtung H aufgewendet werden. Die Mischelemente A und B sind in dem
Ausführungsbeispiel alternierend in Hauptflussrichtung H folgendermassen angeordnet:
A, B, A, B, usw.. Die einzelnen Mischelemente A,B sind hierbei mit in Haupflussrichtung
H zunehmendem Verdrehwinkel α angeordnet, und zwar jeweils jedes nächste Mischelement
A bzw. B um zusätzliche 90° gegenüber der Lage des vorangehenden Mischelements A bzw.
B.
[0026] Figur 2 zeigt ein erstes Mischelement A von einer Vorderseite V im Detail. Das Mischelement
A weist eine Mehrzahl von parallelen Kanälen 2 auf, welche miteinander nicht verbunden
sind. Die einzelnen Kanäle weisen jeweils Durchtrittsöffnungen 3 zur Rückseite des
Mischelements A auf. Die Durchtrittsöffnungen 3 benachbarter Kanäle 2 befinden sich
auf entgegengesetzten Seiten des Mischelements A. Hierbei ist ein mittlerer Bereich
aller Kanäle 2 frei von jeglichen Durchtrittsöffnungen. Auf der nicht im Detail gezeigten
Rückseite des Mischelements A befinden sich keine Kanäle 2. Das Mischelement 2 weist
zudem Mittel zum verdrehgesicherten Stapeln von Mischelementen A,B auf. Hierbei handelt
es sich vorzugsweise um Nocken bzw. zu diesen Nocken kompatible Aussparungen. Nocken
und Aussparungen sind hierbei derart an gegenüberliegenden Seiten des Mischelements
A angeordnet, dass ein Stapeln unter einem Verdrehwinkel α von 90° bzw. einem Vielfachen
von 90° ermöglicht ist.
[0027] Figur 3 zeigt die Vorderseite V eines Mischelements B. Das Mischelement B weist eine
Mehrzahl von Kanälen 2 auf, welche untereinander mittels eines Verbindungskanals 5
verbunden sind. Jenseits einer ersten Seite dieses Verbindungskanals 5 - in der Figur
rechts vom Verbindungskanal 5 - weisen die Kanäle 2 keine Durchtrittsöffnungen auf.
Jedoch sind auf dieser Seite Durchtritte 6 vorhanden, welche nicht mit den Kanälen
2 verbunden sind. Jenseits einer zweiten Seite dieses Verbindungskanals - in der Figur
links vom Verbindungskanal 5 - weisen die Kanäle jeweils mindestens eine Öffnung 4
in einer Seitenwand auf, wodurch die Kanäle 2 mit Durchtrittsöffnungen 3 verbunden
sind.
[0028] Figur 4 zeigt die Rückseite R eines Mischelements B gemäss Figur 3. Diese Rückseite
R ist in dem Ausführungsbeispiel weitestgehend analog zur Vorderseite eines Mischelements
A gestaltet: Die Rückseite R des Mischelements B weist eine Mehrzahl von Kanälen 2
auf, welche untereinander nicht verbunden sind. In einem mittleren Bereich aller Kanäle
2 - in der Figur der Bereich zwischen den gestrichelten Linien - sind keine Durchtrittsöffnungen
3 vorhanden. In einem in der Figur rechts von diesem mittleren Bereich gelegenen Bereich
weisen die Kanäle 2 Durchtrittsöffnungen 3 auf; diese sind in Figur 3 als Durchtritte
6 bezeichnet. Diese stehen also auf der Vorderseite V des Mischelements B als Durchtritte
6 nicht in Verbindung mit den vorderseitigen Kanälen 2 (siehe Figur 3), wohingegen
sie auf der Rückseite R als Durchtrittsöffnungen 3 in Verbindung mit den rückseitigen
Kanälen 2 stehen. In einem in der Figur links von dem mittleren Bereich gelegenen
Bereich weisen die Kanäle 2 ebenfalls Durchtrittsöffnungen 3 auf, welche über die
Öffnungen 4 mit den vorderseitigen Kanälen 2 verbunden sind. Die Durchtrittsöffnungen
3 benachbarter Kanäle 2 auf der Rückseite R des Mischelements B sind auf gegenüberliegenden
Seiten des Mischelements B angeordnet.
[0029] Figur 5 zeigt ein Eingangsstück 8, welches in Hauptflussrichtung H einem ersten Mischelement
vorgeschaltet ist. Dieses Eingangsstück weist besonders vorteilhaft einen Mittelsteg
16 auf, welcher im mittleren Bereich der Kanäle 2 des in Hauptflussrichtung H ersten
Mischelements A angeordnet ist. Durch ein solches Eingangsstück 8 ist eine Voraufteilung
des Fluidstroms auf die auf gegenüberliegenden Seiten benachbarter Kanäle 2 angeordneten
Durchtrittsöffnungen 3 eines ersten Mischelements A oder B bewirkbar.
[0030] Figur 6 zeigt ein Endstück 6, welches nach einem in Hauptflussrichtung H letzten
Mischelement B angeordnet ist. In einem solchen Endstück 6 wird der Fluidstrom an
einer Austrittsöffnung 18 wieder zusammengeführt. Das Endstück 6 verfügt zudem über
Schikanen 17, welche vorzugsweise konzentrisch um die Austrittsöffnung 17 herum angeordnet
sind und ebenfalls der Durchmischung dienen.
[0031] Figur 7 zeigt eine Hülse 10 zur Aufnahme einer Mehrzahl von Mischelementen A und
B, des Eingangsstücks 8 und des Endstücks 9. Die Hülse wird anschliessend mit einem
in Figur 8 gezeigten Anschlussstück 11 verschlossen. Hierbei kann es sich sowohl um
eine lösbare Verbindung von Hülse 10 und Anschlussstück 11 handeln als auch um eine
irreversible Verbindung. Figur 9 zeigt eine gebrauchsfertige Mischvorrichtung, welche
über das Anschlussstück 11 insbesondere an handelsübliche Austragvorrichtungen anschliessbar
ist. Innerhalb der Hülse 10 befindet sich die in der Zeichnung lediglich schematisch
angedeutete, aus einer Mehrzahl von Mischelementen A,B aufgebaute statische Mischvorrichtung.
Bevorzugte Materialien für die Mischelemente A,B, Eingangs- und Endstück sowie die
Hülse 10 sind insbesondere Polypropylen (PP), Polyethylen (PE) und Polyamide, welche
ggf. glasfaserverstärkt sein können. Selbstverständlich können jedoch für den jeweiligen
Anwendungszweck auch andere Materialien, insbesondere Kunststoffe oder auch Metalle
ausgewählt werden; derartige Materialien und ihre spezifischen Vorzüge sind dem Fachmann
bekannt.
[0032] Es wurden Vergleichsversuche einer erfindungsgemässen statischen Mischvorrichtung
1 mit je 11 Mischelementen A und B gemäss der in Figur 1 gezeigten Anordnung mit einem
Standard-Mischer Mixpac von Statomix (Innendurchmesser 10mm, Länge 217mm) vorgenommen.
Hierbei wurden die Komponenten des Zwei-Komponenten Klebstoffs Dinitrol 512 2K HM
über die statischen Mischvorrichtungen gemischt und die erzielbaren Klebeeigenschaften
anhand der zu verschiedenen Zeitpunkten gemessenen Zugscherfestigkeiten miteinander
verglichen. In diesen Vergleichsversuchen wurde Glas mit lackiertem Blech verklebt,
wobei beide Substrate mit Glasprimer bzw. Lackprimer vorbehandelt waren. Derartige
Vorbehandlungen entsprechen der gängigen Praxis des Fachmanns. Die Komponenten wurden
hierbei unter einem Druck von 6 bar durch die statischen Mischvorrichtungen gepresst.
Hierbei wurden die folgenden Resultate erhalten (Tabelle 1):
Tabelle 1:
| Vergleichsversuche |
| Zugscherfestigkeit |
Statische Mischvorrichtung gemäss Fig. 1 |
Statische Mischvorrichtung "Mixpac" |
| nach ½ h |
0.18 MPa |
0.13 Mpa |
| nach 1 h |
0.31 MPa |
0.3 MPa |
| nach 24 h |
5.9 MPa |
7.0 MPa |
[0033] Aus den ermittelten Zugscherfestigkeiten ist ersichtlich, dass sowohl kurzzeitig
nach der Verklebung als auch in der Endfestigkeit Klebeergebnisse erzielt werden können,
welche bei Mischung der Komponenten über eine erfindungsgemässe Mischvorrichtung vergleichbar
sind mit einer Mischung der Komponenten über die Mischvorrichtung Mixpac. Aus den
erhaltenen Zugscherfestigkeiten der resultierenden Verklebung kann auf eine erzielte
Durchmischung der Komponenten geschlossen werden, welche allen Anforderungen genügt.
Im Vergleich zu dem Referenz-Mischer Mixpac ist der erfindungsgemässe Mischer jedoch
erheblich kompakter bei einer Länge von lediglich 130 mm (bereits incl. Anschlussstück
11 und Hülse 10 mit Auslassstutzen) und einer Breite von 41.5 mm. Zum Vergleich: Der
Standard-Mischer Mixpac von Statomix weist eine Länge von 217mm auf (s.o.).
1. Statische Mischvorrichtung (1), beinhaltend
■ mindestens ein erstes Mischelement (A), welches auf einer Vorderseite (V) eine Mehrzahl
insbesondere paralleler Kanäle (2) quer, insbesondere orthogonal zu einer Hauptflussrichtung
(H) aufweist, wobei die Kanäle (2) miteinander nicht verbunden sind, jedoch Durchtrittsöffnungen
(3) in Hauptflussrichtung (H) aufweisen; und
■ mindestens ein zweites, mit dem ersten Mischelement (A) in Kontakt stehendes Mischelement
(B), welches auf einer Vorderseite (V) eine Mehrzahl insbesondere paralleler Kanäle
(2) quer, insbesondere orthogonal zur Hauptflussrichtung (H) aufweist, wobei die Kanäle
(2) miteinander verbunden sind; wobei in den Kanälen (2), insbesondere in Seitenwänden
der Kanäle (2), Öffnungen (4) vorgesehen sind, welche den Durchtritt eines Mediums
in Hauptflussrichtung (H) von den Kanälen (2) der Vorderseite (V) zur Rückseite (R)
des zweiten Mischelements (B) ermöglichen; und wobei auf einer Rückseite (R) des zweiten
Mischelements (B) eine Mehrzahl insbesondere paralleler Kanäle (2) orthogonal zur
Hauptflussrichtung (H) angeordnet sind, welche miteinander nicht verbunden sind,
wobei die Kanäle (2) des ersten Mischelements (A) und des zweiten Mischelements (B)
derart angeordnet sind, dass ein Durchtritt eines Mediums durch die Mischelemente
(A,B) ermöglicht ist.
2. Mischvorrichtung (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das erste Mischelement (A) die folgenden Merkmale aufweist:
■ Die Durchtrittsöffnungen (3) benachbarter Kanäle (2) sind jeweils in gegenüberliegenden
Hälften der Vorderseite des Mischelements (A) angeordnet;
■ In einem mittleren Bereich aller Kanäle (2) sind keine Durchtrittsöffnungen (3)
angeordnet;
und/oder das zweite Mischelement (B) die folgenden Merkmale aufweist:
■ Auf einer Vorderseite (V) sind die Kanäle (2) miteinander durch einen gemeinsamen
Verbindungskanal (5) verbunden, welcher derart angeordnet ist, dass seine Lage im
wesentlichen einem rückseitigen Bereich entspricht, welcher frei von Durchtrittsöffnungen
(3) ist;
■ Im Bereich zwischen einer ersten Seite des Verbindungskanals und einer Aussenkante
des zweiten Mischelements sind Durchtritte angeordnet, welche nicht in Verbindung
mit den vorderseitigen Kanälen stehen;
■ Im Bereich zwischen einer zweiten Seite des Verbindungskanals und einer Aussenkante
des zweiten Mischelements sind Durchtrittsöffnungen vorgesehen, welche in Verbindung
zu den Kanälen stehen.
3. Mischvorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die ersten und zweiten Mischelemente
(A,B) alternierend angeordnet sind.
4. Mischvorrichtung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die ersten und
zweiten Mischelemente (A,B) als stapelbare Platten ausgebildet sind.
1. Mischvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten und zweiten Mischelemente (A,B) um einen Winkel (α) bezogen auf ein an
beiden Mischelementen vorhandenes, vergleichbares strukturelles Merkmal, insbesondere
bezogen auf parallele Kanäle (2), gegeneinander verdreht gestapelt sind.
6. Mischvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
■ ein zweites Mischelement (B) auf ein erstes Mischelement (A) in Hauptflussrichtung
(H) folgt, wobei die Kanäle (2) dieses vorangehenden ersten Mischelements (A) parallel
zu den rückseitigen Kanälen (2) des zweiten Mischelements (B) angeordnet sind;
und dass
■ ein erstes Mischelement (A) auf ein zweites Mischelement (B) in Hauptflussrichtung
(H) folgt, wobei die Kanäle (2) dieses folgenden, ersten Mischelements (A) um einen
Winkel (α) von 90°) gegen die rückseitigen Kanäle (2) des zweiten Mischelements (B)
ausgerichtet sind.
1. Mischvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Abfolge der ersten und zweiten Mischelemente (A,B) paarweise Anordungen (x, x+1,
x+2, ..., x+n) der ersten und zweiten Mischelemente (A,B) beinhaltet, wobei in jeder
der paarweisen Anordnungen (x, x+1, x+2, ..., x+n) die Kanäle (2) des ersten Mischelements
(A) parallel zu den rückseitigen Kanälen (2) des zweiten Mischelements (B) ausgerichtet
sind, jedoch in Hauptflussrichtung (H) die Kanäle einer folgenden, paarweisen Anordung
(x+1) jeweils gegenüber einer vorangehenden Anordung (x) um einen Winkel (α) von 90°
verdreht angeordnet sind.
8. Mischvorrichtung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischelemente (A,B) Mittel, insbesondere Nocken und Aussparungen, zum verdrehgesicherten
Stapeln insbesondere unter einem Winkel (α) von 90° oder einem gradzahligen Vielfachen
von 90° aufweisen.
9. Mischvorrichtung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in Hauptflussrichtung (H) vor einem ersten Mischelement (A,B) ein Eingangsstück (8)
und in Hauptflussrichtung (H) nach einem letzten Mischelement (A,B) ein Endstück (9)
vorgesehen ist.
10. Mischvorrichtung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischelemente (A,B) und ggf. das Eingangsstück (8) und/oder das Endstück (9)
in einer Hülse (10) insbesondere austauschbar angeordnet sind.
11. Mischvorrichtung (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (10) insbesondere reversibel mit einem Anschlussstück (11) zur Verbindung
mit einer Austragsvorrichtung verschlossen ist und/oder verschliessbar ausgebildet
ist.
12. Vorratsbehältnis, insbesondere Mehrkammer-Schlauchbeutel mit mindestens zwei Kompartimenten,
dadurch gekennzeichnet, dass insbesondere eine Mischvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11 lösbar oder
fest mit dem Vorratsbehältnis verbindbar bzw. verbunden ist.
13. Austragvorrichtung zum Auslassen von mindestens zwei zu mischenden Substanzen aus
einem Vorratsbehältnis mit mindestens zwei Kompartimenten, insbesondere einem Mehrkammer-Schlauchbeutel,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Austritt des Vorratsbehältnisses im wesentlichen direkt mit einer statischen
Mischvorrichtung (1) insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 11 verbindbar bzw.
verbunden ist.
14. Verfahren zum Austragen von mindestens zwei zu mischenden Substanzen insbesondere
aus einem Vorratsbehältnis mit mindestens zwei Kompartimenten, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischung der Substanzen im wesentlichen durch eine statische Mischvorrichtung
(1) insbesondere gemäss einem der Ansprüche 1 bis 11 erfolgt.
15. Verwendung einer Mischvorrichtung (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 11 zur Mischung
von mindestens zwei in einem Vorratsbehältnis mit mindestens zwei Kompartimenten bevorrateten
Substanzen, wobei die Mischvorrichtung (1) lösbar oder fest an dem Vorratsbehältnis
oder einer Austragvorrichtung anordbar bzw. angeordnet ist.
16. Verwendung gemäss Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Austragvorrichtung um eine handelsübliche Austragvorrichtung zum
Auslassen von Ein- oder Mehrkomponenten-Mischungen aus einem auswechselbaren Vorratsbehältnis
handelt.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 86(2) EPÜ.
1. Statische Mischvorrichtung (1), beinhaltend
■ mindestens ein erstes Mischelement (A), welches auf einer Vorderseite (V) eine Mehrzahl
insbesondere paralleler Kanäle (2) quer, insbesondere orthogonal zu einer Hauptflussrichtung
(H) aufweist, wobei die Kanäle (2) miteinander nicht verbunden sind, jedoch Durchtrittsöffnungen
(3) in Hauptflussrichtung (H) aufweisen; und
■ mindestens ein zweites, mit dem ersten Mischelement (A) in Kontakt stehendes Mischelement
(B), welches auf einer Vorderseite (V) eine Mehrzahl insbesondere paralleler Kanäle
(2) quer, insbesondere orthogonal zur Hauptflussrichtung (H) aufweist, wobei die Kanäle
(2) miteinander verbunden sind; wobei in den Kanälen (2), insbesondere in Seitenwänden
der Kanäle (2), Öffnungen (4) vorgesehen sind, welche den Durchtritt eines Mediums
in Hauptflussrichtung (H) von den Kanälen (2) der Vorderseite (V) zur Rückseite (R)
des zweiten Mischelements (B) ermöglichen; und wobei auf einer Rückseite (R) des zweiten
Mischelements (B) eine Mehrzahl insbesondere paralleler Kanäle (2) orthogonal zur
Hauptflussrichtung (H) angeordnet sind, welche miteinander nicht verbunden sind,
wobei die Kanäle (2) des ersten Mischelements (A) und des zweiten Mischelements (B)
derart angeordnet sind, dass ein Durchtritt eines Mediums durch die Mischelemente
(A,B) ermöglicht ist.
2. Mischvorrichtung (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das erste Mischelement (A) die folgenden Merkmale aufweist:
■ Die Durchtrittsöffnungen (3) benachbarter Kanäle (2) sind jeweils in gegenüberliegenden
Hälften der Vorderseite des Mischelements (A) angeordnet;
■ In einem mittleren Bereich aller Kanäle (2) sind keine Durchtrittsöffnungen (3)
angeordnet;
und/oder das zweite Mischelement (B) die folgenden Merkmale aufweist:
■ Auf einer Vorderseite (V) sind die Kanäle (2) miteinander durch einen gemeinsamen
Verbindungskanal (5) verbunden, welcher derart angeordnet ist, dass seine Lage im
wesentlichen einem rückseitigen Bereich entspricht, welcher frei von Durchtrittsöffnungen
(3) ist;
■ Im Bereich zwischen einer ersten Seite des Verbindungskanals und einer Aussenkante
des zweiten Mischelements sind Durchtritte angeordnet, welche nicht in Verbindung
mit den vorderseitigen Kanälen stehen;
■ Im Bereich zwischen einer zweiten Seite des Verbindungskanals und einer Aussenkante
des zweiten Mischelements sind Durchtrittsöffnungen vorgesehen, welche in Verbindung
zu den Kanälen stehen.
3. Mischvorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die ersten und zweiten Mischelemente
(A,B) alternierend angeordnet sind.
4. Mischvorrichtung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die ersten und
zweiten Mischelemente (A,B) als stapelbare Platten ausgebildet sind.
5. Mischvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten und zweiten Mischelemente (A,B) um einen Winkel (α) bezogen auf ein an
beiden Mischelementen vorhandenes, vergleichbares strukturelles Merkmal, insbesondere
bezogen auf parallele Kanäle (2), gegeneinander verdreht gestapelt sind.
6. Mischvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
■ ein zweites Mischelement (B) auf ein erstes Mischelement (A) in Hauptflussrichtung
(H) folgt, wobei die Kanäle (2) dieses vorangehenden ersten Mischelements (A) parallel
zu den rückseitigen Kanälen (2) des zweiten Mischelements (B) angeordnet sind;
und dass
■ ein erstes Mischelement (A) auf ein zweites Mischelement (B) in Hauptflussrichtung
(H) folgt, wobei die Kanäle (2) dieses folgenden, ersten Mischelements (A) um einen
Winkel (α) von 90°) gegen die rückseitigen Kanäle (2) des zweiten Mischelements (B)
ausgerichtet sind.
7. Mischvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Abfolge der ersten und zweiten Mischelemente (A,B) paarweise Anordungen (x,x+1,x+2,...,x+n)
der ersten und zweiten Mischelemente (A,B) beinhaltet, wobei in jeder der paarweisen
Anordnungen (x,x+1,x+2,...,x+n) die Kanäle (2) des ersten Mischelements (A) parallel
zu den rückseitigen Kanälen (2) des zweiten Mischelements (B) ausgerichtet sind, jedoch
in Hauptflussrichtung (H) die Kanäle einer folgenden, paarweisen Anordung (x+1) jeweils
gegenüber einer vorangehenden Anordung (x) um einen Winkel (α) von 90° verdreht angeordnet
sind.
8. Mischvorrichtung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischelemente (A,B) Mittel, insbesondere Nocken und Aussparungen, zum verdrehgesicherten
Stapeln insbesondere unter einem Winkel (α) von 90° oder einem gradzahligen Vielfachen
von 90° aufweisen.
9. Mischvorrichtung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in Hauptflussrichtung (H) vor einem ersten Mischelement (A,B) ein Eingangsstück (8)
und in Hauptflussrichtung (H) nach einem letzten Mischelement (A,B) ein Endstück (9)
vorgesehen ist.
10. Mischvorrichtung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischelemente (A,B) und ggf. das Eingangsstück (8) und/oder das Endstück (9)
in einer Hülse (10) insbesondere austauschbar angeordnet sind.
11. Mischvorrichtung (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (10) insbesondere reversibel mit einem Anschlussstück (11) zur Verbindung
mit einer Austragsvorrichtung verschlossen ist und/oder verschliessbar ausgebildet
ist.
12. Vorratsbehältnis, insbesondere Mehrkammer-Schlauchbeutel mit mindestens zwei Kompartimenten,
dadurch gekennzeichnet, dass insbesondere eine Mischvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11 lösbar oder
fest mit dem Vorratsbehältnis verbindbar bzw. verbunden ist.
13. Austragvorrichtung zum Auslassen von mindestens zwei zu mischenden Substanzen aus
einem Vorratsbehältnis mit mindestens zwei Kompartimenten, insbesondere einem Mehrkammer-Schlauchbeutel,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Austritt des Vorratsbehältnisses im wesentlichen direkt mit einer statischen
Mischvorrichtung (1) insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 11 verbindbar bzw.
verbunden ist.
14. Verfahren zum Austragen von mindestens zwei zu mischenden Substanzen insbesondere
aus einem Vorratsbehältnis mit mindestens zwei Kompartimenten, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischung der Substanzen im wesentlichen durch eine statische Mischvorrichtung
(1) insbesondere gemäss einem der Ansprüche 1 bis 11 erfolgt.
15. Verwendung einer Mischvorrichtung (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 11 zur Mischung
von mindestens zwei in einem Vorratsbehältnis mit mindestens zwei Kompartimenten bevorrateten
Substanzen, wobei die Mischvorrichtung (1) lösbar oder fest an dem Vorratsbehältnis
oder einer Austragvorrichtung anordbar bzw. angeordnet ist.
16. Verwendung gemäss Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Austragvorrichtung um eine handelsübliche Austragvorrichtung zum
Auslassen von Ein- oder Mehrkomponenten-Mischungen aus einem auswechselbaren Vorratsbehältnis
handelt.