[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Starten eines Gießvorganges in einer Zweiwalzengießeinrichtung
ohne Anwendung eines Anfahrstranges.
[0002] Zur Herstellung eines kontinuierlich gegossenen Metallstranges unbestimmter Länge
werden im Wesentlichen gekühlte Kokillen mit einem durchgehenden Formhohlraum eingesetzt,
in welchem die eingangsseitig eingebrachte Metallschmelze zumindest im Kontaktbereich
mit den Formhohlraumwänden erstarrt. Ausgangsseitig wird ein im Wesentlichen durcherstarrter
Metallstrang aus der Kokille abgezogen. Beim Start des Gleßvorganges ist eine Erstfüllung
des Formhohlraumes mit Metallschmelze durchzuführen, wobei Insbesondere bei vorwiegend
vertikaler Ausrichtung des Formhohlraumes ein zur Gänze durcherstarrtes Anfangsstück
erzielt werden muss, damit die Metallschmelze nicht unkontrolliert die Kokille durchströmt
und aus ihr austritt. Hierbei kommt vor allem der Gießdicke des zu erzeugenden Metallstranges,
den Erstarrungsbedingungen und der in der kurzen Aufenthaltszeit in der Kokille durch
die Fermhohlraumwände abführbaren Wärmemenge wesentliche Bedeutung zu.
[0003] Um den unkontrollierten Austritt von Metallschmelze aus der Kokille in der Startphase
des Gießprozesses sicher zu vermeiden, wird üblicherweise vor Gießbeginn ein Anfahrstrang
in die Kokille eingebracht, der den Austrittsquerschnitt des Formhohlraumes weitgehend
aber nicht zwangsläufig vollständig verschließt und erst nach Ausbildung einer festen
Verbindung der eingebrachten Schmelze mit dem Anfahrstrangkopf und einer ausgeprägten
Strangschale mit ausreichender Dicke entlang der Formhohlraumwände mit einem Treibrollenpaar
aus der Kokille ausgefördert wird. Dieses Anfahrverfahren erfordert bei jedem Neustart
der Gießanlage zumindest einen neuen an den Anfahrstrang ankoppelbaren Anfahrstrangkopf.
Ein derartiger Anfahrstrang, wie er bei von Breitseitanwänden und Schmalseitenwänden
gebildeten Bandstahl-Gleßkokillen verwendet wird, ist beispielsweise aus der
US-A 4,719,960 bekannt.
[0004] Ein Anfahrstrang für die spezielle Anwendung in einer Zweiwalzen-Gleßanlage ist in
der
EP-A 208 642 beschrieben. Dieser Anfahrstrang enthält einen Anfahrkopf mit zwei von dünnen Blechstreifen
gebildeten Flanschen, die an den Mantelflächen der Gießwalzen anliegen und so einen
Raum für die Aufnahme der einströmenden Metallschmelze bilden. Unmittelbar nach der
ersten Strangschafenbildung erfolgt das Ausfördern des Anfahrstranges und des angegossenen
Bandes aus dem von den GießwalZen gebildeten Gießspalt.
[0005] Bei sehr geringen Gießdicken, vorzugsweise unterhalb von 5,0 mm Gießdicke, ist ein
Anfahrstrang nicht zwingend notwendig, da durch die schnelle Erstarrung der Metallschmelze
an den Kokillenwänden deroffene Gießspalt innerhalb sehr kurzer Zeit Überbrückt wird.
Anfahrverfahren, bei denen kein Anfahrstrang benötigt wird, sind ebenfalls bereits
mehrfach bekannt.
[0006] Beispielsweise ist aus der
JP-A 61 -266 159 ein Startverfahren bekannt, bei welchem die beiden zusammenwirkenden Gießwalzen vor
Gießbeginn in eine Start-Position gebracht werden, bei der kein Gießspalt vorhanden
ist und die Gießwalzen stillstehen. Unmittelbar nach Beginn derSchmelzenzufuhr und
einer ersten Strangschalenbildung an den beiden Mantelflächen der Gießwalzen werden
diese auf den Betriebsgießspalt (Banddicke) auseinandergefahren und die Gleßgeschwindigkeit
entlang einer Hochfahrkurve auf Betriebs-Gießgeschwindigkeit gebracht. Ein Startvorgang
mit stillstehenden Gießwalzen ist jedoch sehr unzuverlässig, weil der ist-Gießspiegel
im Schmelzenraum nicht bis an den engsten Querschnitt zwischen den Gießwalzen mit
notwendiger Genauigkeit gemessen werden kann. Es ist daher weder ein Kraftanstieg
zwischen den beiden Gießwalzen noch der Füllgrad der Kokille vernünftig regelbar.
Eine unterschiedlich starke Erstarrung der Schmelze entlang der Bandbreite und insbesondere
in Seitenplattennähe kann eine erhebliche Kellbildung durch erstarrtes Metall oberhalb
des engsten Querschnittes hervorrufen und nachfolgend zu Seitenplattenbeschädigungen
führen. Weiters besteht bei einem derartigen Startverfahren mit stehenden Gießwalzen
ein erhöhtes Risiko zu abschnittsweisen Strangschalenklebern auf der Mantelfläche
der Gießwalzen.
[0007] Aus der
WO 01/21342 ist ein Angießverfahren für eine Zweiwalzengießeinrichtung bekannt, bei dem vor Beginn
der Schmelzenzufuhr der Gießspalt zwischen den beiden Gießwalzen auf einen gegenüber
dem Betriebsgießspalt reduzierten Wert eingestellt wird. Die Schmelzenzufuhr erfolgt
bei rotierenden Gießwalzen, wobei die Gießgeschwindigkeit so eingestellt wird, dass
die Dicke des erzeugten Bandes größer ist, als der zuvor eingestellte Gießspalt. Grundsätzlich
wird durch einen verringerten Gießspalt die Neigung zum Durchtropfen von Metallschmelze
reduziert. Andererseits treten bei kleinen Gleßspalten die zuvor bezüglich der
JP-A 61-266 159 beschriebenen Nachteile in zunehmenden Maße auf, insbesondere die Neigung zu Seitenplattenbeschädigungen.
[0008] Weitere Angleßverfahren für übliche Zweiwalzengießeinrichtungen mit speziellen Verfahrensvorschritten
für den Verlauf der Gießgeschwindigkeit in der Startphase oder die Wahl einer günstigen
Startgießdikke in Relation zur Betriebsgießdicke sind aus der
JP-A 63-290654, der
JP-A 1-133644 oder der
JP-A 6-114504 bereits bekannt. Die
EP-A 867 244 beschreibt eine Regelung, mit der in der Startphase des Gießprozesses in aufeinander
folgenden Zeitperioden zuerst die Momentangeschwindigkeit der Gießwalzen in Abhängigkeit
von einer Badhöhenmessung im Schmelzenpool zwischen den Gießwalzen und danach die
Metallschmelzenzufuhr In Abhängigkeit von einer Walzengeschwindigkeitsmessung geregelt
wird.
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es da-her, die eingangs beschriebenen Nachteile
des Standes der Technik zu vermeiden und ein Verfahren zum Starten eines Gießvorganges
in einer Zweiwalzen-Gießeinrichtung sowie eine Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens
vorzuschlagen, wobei der Durchtritt von Metallschmelze durch den Gießspalt gering
gehalten werden kann und gleichzeitig die Neigung zu Keilbildungen und Verdickungen
am Anfang des gegossenen Bandes möglichst vermieden wird. Gleichzeitig soll eine Trennung
eines ersten Stückes des gegossenen Bandes, welches den Qualitätsansprüchen einer
kontinuierlichen Produktion nicht entspricht, von dem nachfolgend unter weitgehend
stationären Betriebsbedingungen erzeugten Bandes erreicht werden, ohne dass hierfür
mechanische Trenneinrichtungen benötigt werden.
[0010] Diese Aufgabe wird durch das erfindungsgemäße Verfahren mit folgenden Schritten gelöst:
- Einstellen einer Betriebs-Gießdicke und Rotieren der Gießwalzen mit einer Gießwalzen-Umfangsgeschwindigkeit,
die einer gegenüber einer stationären Betriebs-Gießgeschwindigkeit verringerten Start-Gießgeschwindigkeit
entspricht,
- Zuführen von Metallschmelze in einen von den rotierenden Gießwalzen und den an ihnen
anliegenden Seitenplatten gebildeten Schmelzenraum und Ausbilden eines gegossenen
Metallbandes mit im Wesentlichen gleichbleibendem, vorbestimmtem Querschnittsformat
bei gleichzeitiger Erhöhung der Gießgeschwindigkeit auf eine Bandbildungs-Gießgeschwindigkeit,
- nachfolgendes Erhöhen der Gießgeschwindigkeit auf eine Bandtrenn-Gießgeschwindigkeit,
die signifikant höher ist, als eine den aktuellen Durcherstarrungsbedingungen genügende
Gießgeschwindigkeit und Abtrennen des bisher gegossenen Metallbandes,
- Einstellen der stationären Betriebs-Gießgeschwindigkeit,
- Umlenken des nachfolgenden gegossenen Metallbandes zu einer Bandtransporteinrichtung
und Beginn eines stationären Gießbetriebes.
[0011] Die Gießgeschwindigkeit wird stets von der Gießwalzen-Umfangsgeschwindigkeit bestimmt,
da die an den Gießwalzenmäntel gebildeten und anhaftenden Strangschalen mit dieser
Geschwindigkeit durch den engsten Querschnitt zwischen den Gießwalzen transportiert
und miteinander verbunden werden.
[0012] Die Start-Gießgeschwindigkeit ist eine niedrige Gießgeschwindigkeit, bei welcher
wegen der verlängerten Verweilzeit der sich bildenden Strangschalen im Schmelzenraum
ein verstärktes Strangschalenwachstum eintritt und daher der nach unten offenen Gießspalt
besonders schnell überbrückt werden kann.
[0013] Die Bandbildungs-Gießgeschwindigkeit ist eine insbesondere vom jeweils aktuellen
Flüssigmetall-Gießspiegel und auch von den Erstarrungsbedingungen sowie der aufgrund
der Stahlanalyse erforderlichen Gießrollen-Trennkraft abhängige Gießgeschwindigkeit,
bei der eine Bandbildung und der Abtransport des gebildeten Bandes nach unten erfolgt
und bei der weitgehend gleichbleibende Bandformungsbedingungen eingehalten werden
können. Während des Überganges von der Start-Gießgeschwindigkeit zur Bandbildungs-Gießgeschwindigkeit
erfolgt dje kontinuierliche Füllung des Schmelzenraumes mit Metallschmelze bis auf
das Niveau des Betriebs-Gießspiegels, wobei die Bandbildungs-Gießgeschwindigkeit mit
steigendem Gießspiegel kontinuierlich zunimmt.
[0014] Da der Gießspalt beim beanspruchten Verfahren während des ganzen Startvorganges auf
dem Wert der Betriebs-Gießdicke gehalten wird, ergeben sich zusätzliche Vorteile:
Durch eine verringerte Start-Gießgeschwindigkeit wird ein geringer Banddurchsatz bis
zum vollständigen Erreichen des Soll-Betriebsgießspiegels erzielt und solcherart der
Ausschussanteil gering gehalten. Weiters bewirkt die in der Startphase nicht verringerte
Betriebs-Gießdicke weniger Störungen, die infolge von Erstarrungen an den Schmalseitenwänden
zu Gießspaltaufweitungen beim Durchgang durch den Gießquerschnitt und gegebenenfalls
unkontrollierten Abrissen des gegossenen Stranges führen. Der Verzicht auf eine radiale
Verschiebung der Gießwalzen, die zwangsweise eintritt, wenn der Startvorgang mit einer
gegenüber der Betriebs-Gießdicke verkleinerten Start-Gießdicke begonnen wird, bewirkt
weiters eine Verringerung der parasitären Erstarrungen, die sich an den relativ kalten,
freigegebenen Zonen an den Seitenplatten bilden würden.
[0015] Zur Erzielung eines ausreichend schnellen Strangschalenwachstums an den Mantelflächen
der Gießwalzen und damit einer schnellen Überbrückung des Gießspaltes durch erstarrte
Metallschmelze wird die Start-Gießgeschwindigkeit kleiner gewählt als die halbe Betriebs-Gießgeschwindigkeit,
wobei die Gießwalzen üblicherweise rotieren. Bei Gießdicken über 3 mm kann die Startphase
auch mit stehenden Gießwalzen eingeleitet werden, sodass die Start-Gießgeschwindigkeit
bei Beginn des Zuführens von Metallschmelze noch 0 m/min beträgt und die Gießwalzen
anschließend rasch beschleunigt werden.
[0016] Besonders günstige Bedingungen für die schnelle Überbrückung des Gießspaltes durch
erstarrte Metallschmelze in der Startphase ergeben sich, wenn die Start-Gießgeschwindigkeit
weniger als 12 m/min beträgt. Eine Start-Gießgeschwindigkeit in diesem Bereich ermöglicht
eine gute zeitliche Abstimmung zwischen der Schmelzenzuführung bis zur Erreichung
des Betriebs-Gießspiegels und dem Hochfahren der Start-Gießgeschwindigkeit auf eine
Bandbildungs-Gießgeschwindigkeit, die etwa der Betriebs-Gießgeschwindigkeit entspricht.
Dies wird durch eine moderate, stetige Erhöhung der Gießwalzenumfangsgeschwindigkeit
auf eine Bandbildungs-Gießgeschwindigkeit erreicht, die zu einem messbaren Soll-Gießspiegel
passt, um eine zuverlässige Bandbildung (Strangschalenbildung auf den Gießwalzenoberflächen
im Schmeizenpool) zu gewährleisten. Dementsprechend wird die Bandbildungs-Gießgeschwindigkeit
entsprechend einem messbaren Soll-Gießspiegel eingestellt oder geregelt.
[0017] Eine weitere Möglichkeit die Bandbildungs-Gießgeschwindigkeit bestmöglich einzustellen
besteht darin, dass die Bandbildungs-Gießgeschwindigkeit in Abhängigkeit von der zwischen
den Gießwalzen auftretenden Trennkraft geregelt wird. Die zwischen den beiden Gießwalzen
wirkende Trennkraft ist bei einem vorgegebenen Gießspalt ein Maß für die Strangschalendicke
und den aktuellen Erstarrungszustand im engsten Querschnitt zwischen den Gießwalzen.
Sie ist höher, je weiter der Erstarrungsvorgang in diesem Bereich fortgeschritten
ist. Der in der Startphase überwiegend stets steigende Metallbadspiegel, der auf die
Strangschalenbildung maßgeblichen Einfluss nimmt, wird hier mitberücksichtigt.
[0018] Zur Regelung der Bandbildungs-Gießgeschwindigkeit können auch die Messwerte einer
Badspiegelmessung und einer Trennkraftmessung in Kombination herangezogen werden.
[0019] Als Bandtrenn-Gießgeschwindigkeit ist diejenige Gießgeschwindigkeit zu verstehen,
bei der der erste Teil des gegossenen Metallbandes, welcher unter instationären Gießbedingungen
in der Startphase des Gießprozesses erzeugt wurde und somit als Ausschussmaterial
anzusehen ist, vom kontinuierlich nachfolgenden unter weitgehend stationären Gießbedingungen
erzeugten Metallband abgetrennt wird. Diese Trennung erfolgt nach einer möglichen
Ausführungsform ausschließlich unter Einwirkung des Eigengewichtes des den engsten
Querschnitt zwischen den Gießwalzen verlassenden nach unten hängenden Anfangsstückes
des gegossenen Metallbandes durch Abreißen desselben im Gießspalt Durch die Erhöhung
der Gießgeschwindigkeit auf die Bandtrenn-Gießgeschwindigkeit werden die Erstarrungsbedingungen
und damit die mechanischen Eigenschaften des gegossenen Bandes im Gießquerschnitt,
speziell durch Verringerung der Zugfestigkeit, so verändert, dass das Band in diesem
Querschnitt ohne zusätzliche mechanische Maßnahmen abreißt.
[0020] Alternativ kann das Abtrennen des gegossenen Metallbandes bei Bandtrenn-Gießgeschwindigkeit
unter Einwirkung eines gegenüber der Schwerkraftwirkung erhöhten Bandzuges erfolgen,
der durch eine Treiberanordnung aufgebracht wird, die austrittsseitig unterhalb des
Gießspaltes der Zweiwalzengießeinrichtung angeordnet ist.
[0021] Eine Verbesserung der Abtrennbedingungen kann erreicht werden, wenn der Erhöhung
der Gießgeschwindigkeit auf die Bandtrenn-Gießgeschwindigkeit eine kurzzeitige Vergrößerung
der Gießdicke um 5 bis 40 % überlagert wird.
[0022] Die Bandtrenn-Gießgeschwindigkeit ist höher als die Betriebs-Gießgeschwindigkeit,
vorzugsweise ist sie um 5% bis 40% höher als die Betriebs-Gießgeschwindigkeit.
[0023] Diese Bandtrenn-Gießgeschwindigkeit wird kurzzeitig eingestellt, sobald annähernd
stationäre Gießbedingungen erreicht sind. Bevorzugt wird, dass auch bereits eine gleichbleibende
Bandqualität sichergestellt ist. Die Bandtrenn-Gießgeschwindigkeit wird in der Startphase
zweckmäßig dann eingestellt, wenn die Metallschmelze im Schmelzenraum im Wesentlichen
den Soll-Betriebsgießspiegel erreicht hat.
[0024] Um einen kontinuierlichen Übergang zu stationären Gießbedingungen und damit zu stationären
Erstarrungsbedingungen an den Gießwalzen und im Gießspalt zu gewährleisten ist es
zweckmäßig, wenn vor dem Erreichen des Soll-Betriebsgießspiegels im Schmelzenraum
die Gießgeschwindigkeit auf etwa die Betriebs-Gießgeschwindigkeit gesteigert wird.
[0025] Das vorgeschlagene Verfahren ermöglicht, dass der stationäre Gießbetrieb innerhalb
von 5 bis 60 sec nach Beginn der Zufuhr von Metallschmelze in den Schmelzenraum erreicht
wird.
[0026] Insbesondere bei sehr dünnen Bändern ist es vorteilhaft, dass bei Starten eines Gießvorganges
eine gegenüber der Betriebs-Gießdicke vergrößerte Start-Gießdicke eingestellt wird
und diese Start-Gießdicke frühestens nach Ausbilden eines gegossenen Metallbandes
mit gleichbleibenden Querschnittsformat auf die Betriebs-Gießdicke zurückgeführt wird.
Dieses Verfahren wird vorzugsweise angewendet bei Gießdicken unter 2,5 mm, da speziell
in diesem Dickenbereich die eingangs beschriebenen Schwierigkeiten mit Seitenplattenerstarrungen
und Keilbildung und nachfolgenden unkontrollierten Bandrissen auftreten können und
das der Bandtrennung nachfolgende Band dadurch eine bessere Eigensteifigkeit zur Führung
durch die Anlage besitzt.
[0027] Zur Gewährleistung eines automatisierten Ablaufes des Startverfahrens ist es zweckmäßig,
dass zumindest Referenzdaten der momentanen Gießgeschwindigkeit und der momentanen
Gießspiegelhöhe der Metallschmelze im Schmelzenraum und/oder der momentanen Trennkraft
zwischen den Gießwalzen und/oder der Spaltweite zwischen den Gießwalzen und/oder der
Banddicke des gegossenen Metallbandes während des Gießstartes kontinuierlich ermittelt
und einer Recheneinheit zugeführt werden und aus diesen Referenzdaten unter Einbeziehung
eines mathematischen Modelles für den Startvorgang Stellgrößen für die Gießgeschwindigkeit,
für die Position einer Bandleiteinrichtung und für die Transportgeschwindigkeit des
gegossenen Metallbandes in einer Bandtransporteinrichtung generiert und an die Antriebseinheiten
dieser Einrichtungen übermittelt werden.
[0028] Zusätzlich werden die Abtrennbedingungen für die Abtrennung des ersten Stückes des
gegossenen Metallbandes im Gießquerschnitt verbessert, wenn aus dem mathematischen
Modell auf der Grundlage von aktuellen Eingangsdaten, wie Stahlqualität, Betriebs-Gießdicke,
Temperaturverhältnisse, qualitätsbezogene Erstarrungsbedingungen etc., zusätzlich
eine Stellgröße für die Abstandspositionierung der beiden Gießwalzen zueinander, insbesondere
eine erhöhte Start-Gießdicke, generiert wird.
[0029] Die Qualität des erzeugten Metallbandes kann generell und während des Gießprozesses
laufend optimiert und an wechselnde Betriebsbedingungen angepasst werden, wenn das
mathematische Modell ein metallurgisches Modell zur Ausbildung eines bestimmten Gefüges
im gegossenen Metallband und/oder zur Beeinflussung der Geometrie des gegossenen Metallbandes
umfasst.
[0030] Eine Zweiwalzengießeinrichtung zur Durchführung des beschriebenen Verfahrens zum
Starten eines Gießvorganges ohne Anfahrstrang besteht aus zwei mit Drehantrieben gekoppelten,
gegensinnig rotierenden Gießwalzen und an den Gießwalzen anliegende Seitenplatten,
die gemeinsam einen Schmelzenraum zur Aufnahme der Metallschmelze formen, sowie mindestens
einer verlagerbaren Bandleiteinrichtung und mindestens einer Bandtransporteinrichtung.
Sie ist dadurch gekennzeichnet,
- dass den Gießwalzen eine Geschwindigkeitsmesseinrichtung zur Ermittlung der momentanen
Gießgeschwindigkeit zugeordnet ist,
- dass dem Schmelzenraum eine Niveaumesseinrichtung zur Ermittlung der momentanen Gießspiegelhöhe
der Metallschmelze zugeordnet ist,
- dass die Geschwindigkeitsmesseinrichtung und die Niveaumesseinrichtung durch Signalleitungen
mit einer Recheneinheit verbunden sind und
- die Recheneinheit durch Signalleitungen mit dem Drehantrieb der Gießwalzen, mit einer
Positionsstelleinrichtung der Bandleiteinrichtung und dem Antrieb einer Bandtransporteinrichtung
verbunden ist. Die beiden Gießwalzen können auch mit einem gemeinsamen Drehantrieb
unter Zwischenschaltung eines Verteilergetriebes gekoppelt sein.
[0031] Eine solcherart ausgestattete Zweiwalzengießeinrichtung ermöglicht die Übernahme
von aktuellen Erzeugungsdaten aus dem Stahlerzeugungsprozess und deren gemeinsame
Verarbeitung mit Messdaten an der Gießeinrichtung in einem Rechenmodell zur Optimierung
des Startverfahrens.
[0032] Ein zweckentsprechender Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens ist auch möglich,
wenn statt der kontinuierlichen Messung der Gießspiegelhöhe im Schmelzenraum mit einer
Niveaumesseinrichtung alternativ eine Trennkraft-Messeinrichtung zur Ermittlung der
momentanen, im wesentlichen durch die Bandbildung hervorgerufenen Trennkraft zwischen
den beiden Gießwalzen oder eine Positions-Messeinrichtung zur Ermittlung der momentanen
Spaltweite zwischen den Gießwalzen oder eine Messeinrichtung zur Ermittlung der momentanen
Banddicke eingesetzt wird. Jede dieser Messungen liefert Referenzdaten, die zumindest
indirekt einen mathematisch beschreibbaren Zusammenhang mit der Strangschalenausbildung
im Schmelzenpool und damit mit der Metallstrangbildung im engsten Querschnitt zwischen
den Gießwalzen herstellen und die daher in einem mathematischen Modell zur Errechnung
von Stellgrößen herangezogen werden können, um den Startvorgang zeitminimiert bzw.
optimiert hinsichtlich Form und Führbarkeit der Bandabrisskante durchzuführen. Eine
weitere Verbesserung des Startverfahren kann durch Kombination von mindestens zwei
dieser Messmethoden erzielt werden, wobei die Messungen zeitgleich durchgeführt und
in einem dementsprechend erweiterten mathematischen Modell verarbeitet werden.
[0033] Eine weitere Optimierung des Verfahrens ergibt sich, wenn zumindest eine der beiden
Gießwalzen mit einer Gießwalzen-Verstelleinrichtung gekoppelt und die Recheneinheit
zusätzlich durch eine Signalleitung mit einer Gießwalzen-Verstelleinrichtung zur Einstellung
einer Start- Gießdicke verbunden ist. Dadurch kann für vorgegebene Produktionskenngrößen,
wie insbesondere die Stahlqualität, das Gießformat, vorzugsweise die Betriebs-Gießdicke,
sowie aus der Stahlproduktion übemommene Kenndaten, wie beispielsweise die Überhitzungstemperatur
der Schmelze, und aus Messdaten an der Anlage im Prozessmodell eine spezifische höhere
Start-Gießdicke ermittelt und an der Gießanlage eingestellt werden.
[0034] Das vorliegende Verfahren und die zugehörige Zweiwalzengießanlage ist für das Vergießen
von Metallschmelzen, vorzugsweise Fe-hältige Metalllegierungen, insbesondere für Stähle,
geeignet.
[0035] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
nicht einschränkender Ausführungsbeispiele, wobei auf die beiliegenden Figuren Bezug
genommen wird, die folgendes zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Zweiwalzengießeinrichtung zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig.2a
- eine schematische Darstellung der Erstarrungsbedingungen im Gießspalt bei Betriebs-Gießgeschwindigkeit,
- Fig.2b
- eine schematische Darstellung der Erstarrungsbedingungen im Gießspalt bei Bandtrenn-Gießgeschwindigkeit,
- Fig. 3
- den Verlauf der Gießgeschwindigkeit, der Gießspaltweite, des Gießspiegelsignals und
der Gießwalzen-Trennkraft während des Startens eines Gießvorganges für einen Stahl
der Qualität AISI 304.
[0036] Eine Zweiwalzengießanlage mit den für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
notwendigen Einrichtungen ist in Fig.1 schematisch dargestellt. Sie besteht aus zwei
in einer Horizontalebene im Abstand voneinander angeordneten und mit einer nicht dargestellten
Innenkühlung ausgestatteten Gießwalzen 1, 2. Diese sind in Wellenlagern 3, 4 drehbar
abgestützt und mit Drehantrieben 5, 6 gekoppelt, die ein gegensinniges Rotieren der
Gießwalzen 1, 2 um Gießwalzenachsen 1', 2' mit einer regelbaren Umfangsgeschwindigkeit,
die der Gießgeschwindigkeit entspricht, ermöglichen. Zur Bestimmung der momentanen
Gießgeschwindigkeit ist zumindest einer der Gießwalzen 1, 2 oder den zugeordneten
Drehantrieben 5, 6 oder auch dem gegossenen Metallband selbst eine Geschwindigkeitsmesseinrichtung
34 zugeordnet. Eine der beiden Gießwalzen 2 ist in der Horizontalebene quer zur Gießwalzenachse
2' verschiebbar abgestützt und mit einer Gießwalzen-Verstelleinrichtung 7 gekoppelt,
wodurch der Abstand der beiden Gießwalzen 1, 2 zueinander regelbar einstellbar ist.
An die Gießwalzen 1, 2 sind stirnseitig Seitenplatten 8 anpressbar angestellt, die
gemeinsam mit einem Abschnitt der Mantelflächen 9, 10 der rotierenden Gießwalzen einen
Schmelzenraum 11 für die Aufnahme von Metallschmelze 12 bilden. Die Metallschmelze
12 wird aus einem Zwischengefäß 13 durch ein Tauchrohr 14 in den Schmelzenraum 11
kontinuierlich und geregelt eingebracht, sodass während des stationären Gießbetriebes
die Schmelzenzufuhr durch die Tauchrohrauslässe in untergetauchter Form, d.h. stets
unterhalb eines auf konstantem Niveau gehaltenen Gießspiegels 15 erfolgt. Durch eine
oberhalb des Schmelzenraumes 11 angeordnete Niveaumesseinrichtung 16 erfolgt eine
kontinuierliche Überwachung der Gießspiegelhöhe.
[0037] Ausgangsseitig ist der Schmelzenraum 11 durch den Gießspalt 18 begrenzt, der durch
den Abstand der beiden Gießwalzen 1, 2 voneinander festgelegt ist und die Gießdicke
D des gegossenen Metallbandes bestimmt. Die an den Mantelflächen 9, 10 der Gießwalzen
im Schmelzenraum 11 gebildeten erstarrten Strangschalen 19, 20 werden im Gießspalt
18 zu einem weitgehend durcherstarrten Metallband 21 verbunden, welches durch die
Rotationsbewegung der Gießwalzen 1, 2 aus dem Gießspalt 18 nach unten ausgefördert,
durch eine nachgeordnete verschwenkbare Bandleiteinrichtung 22 und Bandführungsrollen
23 in eine weitgehend horizontale Transportrichtung umgelenkt und einer von einem
Treibrollenpaar gebildeten Bandtransporteinrichtung 24 aus der Zweiwalzengießeinrichtung
ausgefördert wird. Die bogenförmig ausgebildete Bandleiteinrichtung 22 ist mit einer
Antriebseinheit 25 verbunden, die es ermöglicht, die Bandleiteinrichtung 22 von einer
Rückzugsposition A in eine Betriebsposition B und zurück zu verschwenken. Während
des Startvorganges des Gießprozesses befindet sich die Bandleiteinrichtung in der
Rückzugsposition A und wird nach dem Abtrennen eines ersten Stückes des gegossenen
Metallbandes in die Betriebsposition B verschwenkt und kann dort während des gesamten
stationären Produktionsprozesses verbleiben. Vertikal unterhalb des Gießspaltes 18
ist ein Schrottaufnahmewagen 26 angeordnet, in welchem allenfalls anfangs durchtropfende
Metallschmelze und der erste Abschnitt des gegossenen Bandes aufgefangen und bei Bedarf
abtransportiert werden kann.
[0038] Der Schrottaufnahmewagen kann auch ohne Räder ausgeführt sein. Er kann innerhalb
einer Kammerumwandung, die den Weg des gegossenen Metallbandes von den Gießwalzen
bis zum ersten Treiber umschließt, positioniert sein. Auch muss dieser erste Abschnitt
des gegossenen Bandes nicht notwendigerweise direkt in den Schrottaufnahmewagen fallen,
sondern kann auch indirekt diesem zugeführt werden.
[0039] Nachdem das gegossene Metallband aus der mit einer Antriebseinheit 27 ausgestattete
Bandtransporteinrichtung 24 austritt, wird es in nicht näher dargestellten Weiterbehandlungseinrichtungen
28 veredelt und abschließend zu Bunden 29 gewickelt und/oder zu Tafeln zerteilt. Die
Weiterbehandlungseinrichtungen 28 können beispielsweise von Walzgerüsten, Besäumeinrichtungen,
Oberflächenbehandlungseinrichtungen, thermischen Behandlungseinrichtung verschiedenster
Art, wie Heizeinrichtungen, Halteöfen, Temperaturausgleichsöfen, und Kühlstrecken
gebildet sein.
[0040] Die Zweiwalzengießeinrichtung ist mit einer Recheneinheit 36 ausgestattet, die es
ermöglicht, den Startvorgang in Abhängigkeit von vorgegebenen Eingangsgrößen und an
der Einrichtung ermittelten aktuellen Messgrößen automatisiert durchzuführen. Mit
Kenndatenfeldem und/oder einem mathematischen Modell werden in der Recheneinheit optimale
Stellgrößen, wie die Start-Gießgeschwindigkeit v
gSt, die Position der Bandleiteinrichtung, die Antriebsgeschwindigkeit der Bandtransporteinrichtung
und gegebenenfalls die Start-Gießdicke D
St und weitere Stellgrößen generiert und der Startvorgang fortlaufend geregelt und überwacht.
[0041] Stellgrößen, die zur Durchführung des Startverfahrens aus der Recheneinheit 36 generiert
werden, beruhen auf aktuell erhobene Messdaten aus der Gießanlage, die direkt oder
indirekt einen Zusammenhang mit dem Strangschalenwachstum aufweisen. Hierfür prädestiniert
sind das momentane Niveau des Gießspiegels 15, d.h. die Gießspiegelhöhe im Schmelzenraum
11, welche mit einer Niveaumesseinrichtung 16 kontinuierlich ermittelt werden kann.
Die Trennkraft F
Tr zwischen den beiden Gießwalzen 1, 2, stellt eine Reaktionskraft auf die durchgeleiteten
Strangschalen dar und liefert ebenfalls einen Referenzwert für den Grad der Durcherstarrung
im engsten Querschnitt zwischen den Gießwalzen. Sie ist mit einer Trennkraft-Messeinrichtung
30 zu ermittelt, die den Gießwalzenlagerungen 3, 4 zugeordnet oder in der Gießwalzenverstelleinrichtung
7 eingebaut ist. Eine weitere Möglichkeit, eine Referenzgröße zu ermitteln, bietet
die momentane Spaltweite G zwischen den Gießwalzen, die eng mit der Trennkraft F
Tr zusammenhängt, da eine höhere Trennkraft ein erhöhtes radiales Ausweichen der Gießwalzen
1, 2 voneinander bzw. deren Verformung bewirkt. Dies kann auf direktem Weg durch eine
Positionsmesseinrichtung 31 an den Gießwalzen oder auf indirektem Weg über eine Banddicken-Messeinrichtung
32 gemessen werden. Die zeitgleiche Messung und Verarbeitung der Messdaten von mehreren
der beschriebenen Messsysteme minimiert den Zeitaufwand für den Anlagenstart und erhöht
insbesondere die Qualität der Bandabrisskante des nachfolgenden Metallbandes hinsichtlich
deren Geometrie und deren Führbarkeit durch die Anlage, sowie auch die Qualität des
erzeugten Produktes vom Produktionsbeginn an.
[0042] Die Erstarrungsbedingungen an den Mantelflächen 9, 10 der beiden Gießwalzen und im
Gießspalt 18 bei stationärer Betriebs-Gießgeschwindigkeit und bei Bandtrenn-Gießgeschwindigkeit
sind in den Figuren 2a und 2b gegenübergestellt. Bei stationärer Betriebs-Gießgeschwindigkeit
(Fig. 2a) befinden sich die beiden Gießwalzen 1, 2 auf einen Gießspalt 18 eingestellt,
der insbesondere dem stationären Gießspiegel und der Betriebs-Gießdicke D des gewünschten
gegossenen Metallbandes entspricht. Hierbei bildet sich an jeder der Mantelflächen
9, 10 der Gießwalzen je eine in Drehrichtung der Gießwalzen, somit zum Gießspalt 18
orientiert, zunehmend dicker werdende Strangschale 19, 20 aus. Im Gießquerschnitt
18 werden die beiden Strangschalen 19, 20 zusammengefügt und es bildet sich bei stationären
Gießbedingungen ein durcherstarrtes Metallband. Die V-förmigen Linien 37 veranschaulichen
hierbei den Übergang von 100 % Schmelze zu einem Mischbereich mit einem zunehmenden
Festkörperanteil und die V-förmige Linie 38 veranschaulicht den Übergang zu 100 %
Festkörperanteil, somit den durcherstarrten Strangteil. Fig. 2b zeigt die geänderten
Erstarrungsbedingungen bei einer Bandtrenn-Gießgeschwindigkeit, die gegenüber der
Betriebs-Gießgeschwindigkeit erhöht ist. Das bedeutet, dass die Umfangsgeschwindigkeit
der Gießwalzen vergrößert ist. Die Kühlbedingungen wurden hierbei nicht verändert.
Dadurch wird die verfügbare Strangschalen-Bildungszeit im Schmelzenraum und damit
das Strangschalenwachstum verringert, sodass sich der Durcherstarrungspunkt 39 in
Gießrichtung verschiebt und im Gießquerschnitt entweder noch ein erhöhter Anteil von
Flüssigkörperanteil vorhanden ist und/oder die durchschnittliche Bandtemperatur zumindest
höher liegt als bei Betriebs-Gießgeschwindigkeit. In beiden Fällen ist die Zugfestigkeit
des nach unten hängenden Metallbandstückes bei der Bandtrenn-Gießgeschwindigkeit soweit
herabgesetzt, dass das Metallband unter der Einwirkung seines Gewichtes im Gießquerschnitt
abreißt.
[0043] In einer bevorzugten Ausführungsform wird die Gießgeschwindigkeit auf eine so hohe
Bandtrenn-Gießgeschwindigkeit erhöht und anschließend gleich wieder abgesenkt, dass
vorübergehend keine Trennkraft gemessen wird. In dieser kurzen Phase fließt Metallschmelze
wegen der mangelnden Verbindung zwischen den beiden Strangschalen und unter der Wirkung
des ferrostatischen Druckes in den Raum unterhalb des engsten Querschnittes zwischen
den Gießwalzen nach. Dadurch kommt es lokal zu einem Ausbauchen des Metallbandes und
einer erheblichen Wiedererwärmung der oberflächennahen Bandschichten und unter dem
Einfluss des nach unten hängenden Bandeigengewichtes zum Abriss.
[0044] Fig. 3 zeigt den Ablauf des beschriebenen Verfahrens zum Starten eines Gießvorganges
in einer Zweiwalzengießanlage für einen rostfreien Cr-Ni-Stahl der Qualität AISI 304
mit einer stationären Betriebs-Gießdicke D = 2,5 mm und einer Betriebs-Gießgeschwindigkeit
V
gBetr = 60 m/min. Vor der Schmelzenzuführung wird der Betriebsgießspalt von 2,5 mm eingestellt
und die Gießwalzen mit einer Umfangsgeschwindigkeit angetrieben, die einer Start-Gießgeschwindigkeit
v
gSt = 10 m/min entspricht. Mit Beginn der Schmelzenzuführung wird die Gießgeschwindigkeit
v
g kontinuierlich bis auf die Bandbildungs-Gießgeschwindigkeit v
gBb erhöht, die etwa der Betriebs-Gießgeschwindigkeit v
gBetr = 60 m/min entspricht. Bereits kurz nach Beginn der Schmelzenzufuhr kommt es zur
Überbrückung des nach unten offenen Gießspaltes durch die sich bildenden Strangschalen
bei noch sehr geringer Gießgeschwindigkeit. Dies zeigt sich am kurzfristig stark ansteigenden
Kurvenverlauf für die Gießspaltposition G und die Gießwalzen-Trennkraft F
Tr, die direkt korrelieren. Die Gießspaltposition G wird am Hydraulikkolben eines AGC-Systems
gemessen. Mit zunehmender Gießgeschwindigkeit V
g kehrt sich die Tendenz einer ansteigenden Trennkraft wieder um, da auch die Strangschalenbildung
wegen der geringeren Verweildauer der Strangschale im Schmelzenraum abnimmt. Das Gießspiegelniveau
h
Gsp ist erst nach Erreichen eines bestimmten Füllgrades messbar, da der Schmelzenraum
bedingt durch die Gießwalzenanordnung zum Gießquerschnitt hin trichterförmig verengt
ist und in diesem sehr engen Bereich eine Niveaumessung technisch nicht realisierbar
ist. Nach einer Zeitspanne von etwa 5 bis 15 sec, die variabel gewählt werden kann,
wird der Betriebs-Gießspiegel h
Betr erreicht und auf diesem Niveau gehalten. Damit sind annähernd konstante Gießbedingungen
erreicht und es wird die Gießgeschwindigkeit für eine kurze Zeitspanne von 0,2 sec
auf die Bandtrenn-Gießgeschwindigkeit v
gTr = 80 m/min erhöht, die 20 m/min höher liegt, als die stationäre Betriebs-Gießgeschwindigkeit
v
gBetr. Bei dieser Bandtrenn-Gießgeschwindigkeit reisst das gegossene Metallband unter dem
Einfluss des Eigengewichtes im engsten Querschnitt zwischen den Gießwalzen ab. Hierbei
fällt die Gießwalzen-Trennkraft F
Tr kurzzeitig auf Null zurück. Mit Rückführung der Gießgeschwindigkeit auf den Wert
der Betriebs-Gießgeschwindigkeit v
gBetr = 60 m/min steigt die Gießwalzen-Trennkraft F
Tr unmittelbar auf den Wert vor der Anhebung der Gießgeschwindigkeit auf die Bandtrenn-Gießgeschwindigkeit
an. Damit sind die Bedingungen für einen stationären Gießbetrieb erreicht und die
Herstellung eines Stahlbandes gleichbleibender Qualität gewährleistet.
1. Verfahren zum Starten eines Gießvorganges in einer Zweiwalzengießeinrichtung ohne
Anfahrstrang,
gekennzeichnet durch folgende Schritte:
• Einstellen einer Betriebs-Gießdicke (D) und Rotieren der Gießwalzen (1, 2) mit einer
Gießwalzen-Umfangsgeschwindigkeit, die einer gegenüber einer stationären Betriebs-Gießgeschwindigkeit
(vgBetr) verringerten Start-Gießgeschwindigkeit (vgSt) entspricht,
• Zuführen von Metallschmelze (12) in einen von den rotierenden Gießwalzen (1, 2)
und den an ihnen anliegenden Seitenplatten (8) gebildeten Schmelzenraum (11) und Ausbilden
eines gegossenen Metallbandes (21) mit im Wesentlichen gleichbleibendem, vorbestimmtem
Querschnittsformat bei gleichzeitiger Erhöhung der Gießgeschwindigkeit (vg) auf eine Bandbildungs-Gießgeschwindigkeit (vgBb),
• nachfolgendes Erhöhen der Gießgeschwindigkeit (vg) auf eine Bandtrenn-Gießgeschwindigkeit (vgTr), die signifikant höher ist, als eine den aktuellen Durcherstarrungsbedingungen genügende
Gießgeschwindigkeit (vg) und Abtrennen des bisher gegossenen Metallbandes (21),
• Einstellen einer stationären Betriebs-Gießgeschwindigkeit (vgBetr),
• Umlenken des nachfolgenden gegossenen Metallbandes (21) zu einer Bandtransporteinrichtung
(24) und Beginn des stationären Gießbetriebes.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Start-Gießgeschwindigkeit (vgSt) kleiner ist als die halbe Betriebs-Gießgeschwindigkeit (vgBetr).
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Start-Gießgeschwindigkeit (vgSt) weniger als etwa 12 m/min beträgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Start-Gießgeschwindigkeit (vgSt) bei Beginn des Zuführens von Metallschmelze noch 0 m/min beträgt und nachfolgend
beschleunigt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bandbildungs-Gießgeschwindigkeit (vgBb) entsprechend einem messbaren Soll-Gießspiegel (hGsp) eingestellt wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bandbildungs-Gießgeschwindigkeit (vgBb) im wesentlichen der stationären Betriebs-Gießgeschwindigkeit (vgBetr) entspricht.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bandbildungs-Gießgeschwindigkeit (vgBb) in Abhängigkeit von der zwischen den Gießwalzen auftretenden Trennkraft (FTr) geregelt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bandtrenn-Gießgeschwindigkeit (vgTr) höher ist als die Bandbildungs-Gießgeschwindigkeit (vgBb) und/oder die Betriebs-Gießgeschwindigkeit (vgBetr).
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Bandtrenn-Gießgeschwindigkeit (vgTr) um 5 % bis 40 % höher ist als die Bandbildungs-Gießgeschwindigkeit (vgBb) und/oder die Betriebs-Gießgeschwindigkeit (vgBetr).
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Erhöhung der Gießgeschwindigkeit auf die Bandtrenn-Gießgeschwindigkeit (vgTr) eine kurzzeitige Vergrößerung der Gießdicke (D) um 5 bis 40 % überlagert wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bandtrenn-Gießgeschwindigkeit (vgTr) eingestellt wird, sobald die Metallschmelze im Schmelzenraum (11) im wesentlichen
den Soll-Betriebsgießspiegel (hGsp) erreicht hat.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Abtrennen des gegossenen Metallbandes bei Bandtrenn-Gießgeschwindigkeit (vgTr) durch Abreißen des gegossenen Bandes unter Wirkung des Eigengewichtes des Metallbandes
im Gießspalt (18) zwischen den Gießwalzen (1, 2) erfolgt.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Abtrennen des gegossenen Metallbandes bei Bandtrenn-Gießgeschwindigkeit (vgTr) unter Einwirkung eines erhöhten Bandzuges erfolgt.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest in einer Zeitspanne vor dem Erreichen des Soll-Betriebsgießspiegels (hgsp) im Schmelzenraum (11) die Gießgeschwindigkeit (vg) auf etwa die Betriebs-Gießgeschwindigkeit (vgBetr) gesteigert wird.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Anspruche, dadurch gekennzeichnet, dass der stationäre Gießbetrieb innerhalb von 5 bis 60 sec nach erstmaliger Zufuhr der
Metallschmelze in den Schmelzenraum (11) erreicht wird.
16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei Starten eines Gießvorganges zur Herstellung eines sehr dünnen Metallbandes eine
gegenüber der BetriebsGießdicke (D) vergrößerte Start-Gießdicke (DSt) eingestellt wird und diese Start-Gießdicke frühestens nach Ausbilden eines gegossenen
Metallbandes mit im Wesentlichen gleichbleibendem, vorbestimmtem Querschnittsformat
auf die BetriebsGießdicke (D) zurückgeführt wird.
17. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest Referenzdaten der momentanen Gießgeschwindigkelt (vg) und der momentanen Gießspiegelhöhe der Metallschmelze und/oder der momentanen Trennkraft
(FTr) zwischen den Gießwalzen und/oder der Spaltweite (G) zwischen den Gießwalzen und/oder
der Banddicke des gegossenen Metallbandes während des Gießstartes kontinuierlich ermittelt
und einer Recheneinheit (36) zugeführt werden und aus diesen Referenzdaten unter Einbeziehung
eines mathematischen Modells für den Startvorgang Stellgrößen für die Gleßgeschwindigkeit,
für die Position einer Bandleiteinrichtung (22) und für die Transportgeschwindigkeit
des gegossenen Metallbandes in einer Bandtransporteinrichtung (24) generiert und an
die Antriebseinheiten (5, 6, 25, 27) dieser Einrichtungen übermittelt werden.
18. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass aus dem mathematischen Modell zusätzlich eine Stellgröβe für die Abstands-Positionierung
der Gießwalzen (1, 2) zueinander, insbesondere eine Start-Gießdlcke (DSt), generiert wird.
19. Verfahren nach Anspruch 15 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass das mathematische Modell ein metallurgisches Modell zur Ausbildung eines bestimmten
Gefüges im gegossenen Metallband und/oder zur Beeinflussung der Geometrie des gegossenen
Metallbandes umfasst.
1. A method for starting a casting operation in a two-roll casting device without start-up
strand,
characterized by the following steps:
• setting an operating casting thickness (D) and rotating the casting rolls (1, 2)
at a casting-roll circumferential velocity which corresponds to a starting casting
velocity (VgSt), which is lower than a steady-state operating casting velocity (VgBetr),
• feeding metal melt (12) into a melt space (11), which is formed by the rotating
casting rolls (1, 2) and the side plates (8) bearing against them, and forming a cast
metal strip (21) with a substantially constant, predetermined cross-sectional format
while at the same time increasing the casting velocity (Vg) to a strip-forming casting velocity (VgBb),
• then increasing the casting velocity (Vg) to a strip-separating casting velocity (VgTr), which is significantly higher than a casting velocity (Vg) which is sufficient for the prevailing full solidification conditions, and separating
off the metal strip (21) which has been cast thus far,
• setting a steady-state operating casting velocity (VgBetr),
• diverting the subsequent cast metal strip (21) to a strip-conveying device (24)
and commencing steady-state casting operation.
2. The method as claimed in claim 1, characterized in that the starting casting velocity (VgSt) is lower than half the operating casting velocity (VgBetr).
3. The method as claimed in claim 1 or 2, characterized in that the starting casting velocity (VgSt) is less than approximately 12 m/min.
4. The method as claimed in one of claims 1 to 3, characterized in that the starting casting velocity (VgSt) is still 0 m/min when metal melt starts to be supplied and is then accelerated.
5. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the strip-forming casting velocity (VgBb) is set so as to correspond to a measurably desired mold level (hGsp).
6. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the strip-forming casting velocity (VgBb) substantially corresponds to the steady-state operating casting velocity (VgBetr).
7. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the strip-forming casting velocity (VgBb) is regulated as a function of the separating force (FTr) which occurs between the casting rolls.
8. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the strip-separating casting velocity (VgTr) is higher than the strip-forming casting velocity (VgBb) and/or the operating casting velocity (VgBetr).
9. The method as claimed in one of claims 1 to 7, characterized in that the strip-separating casting velocity (VgTr) is 5% to 40% higher than the strip-forming casting velocity (VgBb) and/or the operating casting velocity (VgBetr).
10. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that a brief increase in the casting thickness (D) by 5 to 40% is superimposed on the
increase in the casting velocity to the strip-separating casting velocity (VgTr).
11. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the strip-separating casting velocity (VgTr) is set as soon as the metal melt in the melt space (11) has substantially reached
the desired operating mold level (hGsp).
12. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the cast metal strip is separated off at the strip-separating casting velocity (VgTr) by the cast strip being torn off under the action of the metal strip's own weight
in the casting nip (18) between the casting rolls (1, 2).
13. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the cast metal strip is separated off at the strip-separating casting velocity (VgTr) under the action of increased strip tension.
14. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the casting velocity (Vg) is increased to approximately the operating casting velocity (VgBetr) at least during a period before the desired operating mold level (hgsp) is reached in the melt space (11).
15. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the steady-state casting operation is reached within 5 to 60 sec of the metal melt
first being fed into the melt space (11).
16. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that when starting a casting operation for the production of a very thin metal strip,
a starting casting thickness (DSt) which is greater than the operating casting thickness (D) is set, and this starting
casting thickness is reduced to the operating casting thickness (D) at the earliest
after a cast metal strip with a substantially constant, predetermined cross-sectional
format has been formed.
17. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that at least reference data relating to the instantaneous casting velocity (Vg) and the instantaneous mold level of the metal melt and/or the instantaneous separating
force (FTr) between the casting rolls and/or the nip width (G) between the casting rolls and/or
the strip thickness of the cast metal strip are determined continuously while casting
is starting up and are fed to a calculation unit (36), and on the basis of a mathematical
model for the starting operation, these reference data are used to generate control
variables for the casting velocity, for the position of a strip-guiding device (22),
and for the conveying velocity of the cast metal strip in a strip-conveying device
(24) and to transmit these control variables to the drive units (5, 6, 25, 27) of
these devices.
18. The method as claimed in claim 15, characterized in that a control variable for the spacing positioning of the casting rolls (1, 2) with respect
to one another, in particular a starting casting thickness (DSt), is additionally generated from the mathematical model.
19. The method as claimed in claim 15 or 16, characterized in that the mathematical model comprises a metallurgical model relating to the formation
of a defined microstructure in the cast metal strip and/or to the influencing of the
geometry of the cast metal strip.
1. Procédé de démarrage d'un processus de coulée dans un dispositif de coulée à deux
cylindres sans barre d'amorce,
caractérisé par les étapes suivantes :
• réglage d'une épaisseur de coulée de fonctionnement (D) et mise en rotation des
cylindres de coulée (1, 2) à une vitesse circonférentielle de cylindres de coulée
qui équivaut à une vitesse de coulée de départ (VgSt) réduite par rapport à une vitesse stationnaire de coulée de fonctionnement (VgBetr),
• acheminement de coulée métallique (12) dans une chambre de coulée (11) formée par
les cylindres de coulée en rotation (1, 2) et les plaques latérales (8) les touchant
et formation d'une bande métallique coulée (21) ayant un format de section transversale
prédéfini sensiblement constant avec augmentation simultanée de la vitesse de coulée
(vg) jusqu'à une vitesse de coulée de formation de bande (VgBb),
• augmentation consécutive de la vitesse de coulée (vg) jusqu'à une vitesse de coulée de sectionnement de bande (vgTr) qui est significativement plus élevée qu'une vitesse de coulée (vg) suffisante pour les conditions momentanées de solidification et sectionnement de
la bande métallique (21) coulée jusqu'à ce moment,
• réglage d'une vitesse stationnaire de coulée de fonctionnement (VgBetr),
• réorientation de la bande métallique coulée suivante (21) vers un dispositif de
transport de bande (24) et début du fonctionnement en coulée stationnaire.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la vitesse de coulée de démarrage (VgSt) est inférieure à la moitié de la vitesse de coulée de fonctionnement (vgBetr).
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la vitesse de coulée de démarrage (VgSt) s'élève à moins d'environ 12 m/min.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la vitesse de coulée de démarrage (vgSt) s'élève encore à 0 m/min. au début de l'acheminement de coulée métallique et s'accélère
ensuite.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la vitesse de coulée de formation de bande (vgBb) se règle en fonction d'un niveau théorique mesurable de coulée (hGsp).
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la vitesse de coulée de formation de bande (vgBb) équivaut sensiblement à la vitesse stationnaire de coulée de fonctionnement (vgBetr).
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la vitesse de coulée de formation de bande (vgBb) se règle en fonction de la force de sectionnement (FTr) apparaissant entre les cylindres de coulée.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la vitesse de coulée de sectionnement de bande (vgTr) est supérieure à la vitesse de coulée de formation de bande (vgBb) et/ou la vitesse de coulée de fonctionnement (vgBetr).
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que la vitesse de coulée de sectionnement de bande (vgTr) est de 5 % à 40 % supérieure à la vitesse de coulée de formation de bande (vgBb) et/ou la vitesse de coulée de fonctionnement (vgBetr).
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'à l'augmentation de la vitesse de coulée jusqu'à la vitesse de coulée de sectionnement
de bande (vgTr) se superpose une augmentation de brève durée de l'épaisseur de coulée (D) à raison
de 5 à 40 %.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la vitesse de coulée de sectionnement de bande (vgTr) est réglée dès que la coulée métallique de la chambre de coulée (11) a atteint sensiblement
le niveau théorique de coulée de fonctionnement (hGsp).
12. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le sectionnement de la bande métallique coulée se fait à la vitesse de coulée de
sectionnement de bande (vgTr) par cassure de la bande coulée sous l'effet du poids propre de la bande métallique
dans le canal de coulée (18) entre les cylindres de coulée (1, 2).
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le sectionnement de la bande métallique coulée se fait à la vitesse de coulée de
sectionnement de bande (vgTr) sous l'effet d'une traction accrue de la bande.
14. Procédé selon l'une quelconque des revendication précédentes, caractérisé en ce que la vitesse de coulée (vg) augmente jusqu'à atteindre approximativement la vitesse de coulée de fonctionnement
(vgBetr) au moins pendant un laps de temps avant d'atteindre le niveau théorique de coulée
de fonctionnement (hgsp) dans la chambre de coulée (11).
15. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le fonctionnement en coulée stationnaire est atteint dans les 5 à 60 secondes après
le premier acheminement de coulée métallique dans la chambre de coulée (11).
16. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au démarrage d'un processus de coulée pour la fabrication d'une bande métallique très
mince, une épaisseur de coulée de démarrage (DSt) accrue par rapport à l'épaisseur de coulée de fonctionnement (D) est réglée et que
cette épaisseur de coulée de démarrage est ramenée au plus tôt après formation d'une
bande métallique coulée d'un format de section transversale prédéfini sensiblement
constant à l'épaisseur de coulée de fonctionnement (D).
17. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins des données de référence de vitesse de coulée (vg) et de hauteur momentanée de niveau de coulée momentanée et/ou de force momentanée
de sectionnement (FTr) entre les cylindres de coulée et/ou de largeur de canal (G) entre les cylindres
de coulée et/ou d'épaisseur de bande de la bande métallique coulée sont déterminées
en continu pendant le démarrage de la coulée et acheminées à une unité de calcul (36)
et qu'à partir de ces données de référence, en faisant intervenir un modèle mathématique
pour le processus de démarrage, des grandeurs de réglage pour la vitesse de coulée,
pour la position d'un dispositif de guidage de bande (22) et pour la vitesse de transport
de la bande métallique coulée dans un dispositif de transport de bande (24) sont générées
et communiquées aux unités de commande (5, 6, 25, 27) de ces dispositifs.
18. Procédé selon la revendication 15, caractérisé en ce qu'à partir du modèle mathématique, on génère en plus une grandeur de réglage pour le
positionnement en espacement des cylindres de coulée (1, 2) l'un par rapport à l'autre,
notamment une épaisseur de coulée de démarrage (DSt).
19. Procédé selon la revendication 15 ou 16, caractérisé en ce que le modèle mathématique est un modèle métallurgique servant à constituer une certaine
structure dans la bande métallique coulée et/ou à influer sur la géométrie de la bande
métallique coulée.