Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Zünden eines Luft-Kraftstoff-Gemischs
in einem Verbrennungsmotor mittels einer hochfrequenten Energiequelle nach dem Oberbegriff
des Hauptanspruchs.
[0002] Die Zündung eines solchen Luft-Kraftstoff-Gemischs mit Hilfe einer sogenannten Zündkerze
stellt einen üblichen Bestandteil von Verbrennungsmotoren für Kraftfahrzeuge dar.
Bei diesen heute eingesetzten Zündsystemen wird die Zündkerze induktiv mittels einer
Zündspule mit einer genügend hohen elektrischen Spannung versorgt, so dass sich ein
Zündfunke am Ende der Zündkerze im Brennraum des Verbrennungsmotors herausbildet um
die Verbrennung des Luft-Kraftstoff-Gemischs einzuleiten.
[0003] Beim Betrieb dieser herkömmlichen Zündkerze können Spannungen bis über dreißig Kilovolt
auftreten, wobei durch den Verbrennungsprozess Rückstände, wie Ruß, Öl oder Kohle
sowie Asche aus Kraftstoff und Öl auftreten, die unter bestimmten thermischen Bedingungen
elektrisch leitend sind. Es dürfen jedoch bei diesen hohen Spannungen keine Über-
oder Durchschläge am Isolator der Zündkerze auftreten, so dass der elektrische Widerstand
des Isolators auch bei den auftretenden hohen Temperaturen während der Lebensdauer
der Zündkerze sich nicht verändern sollte.
[0004] Aus der
US-A-5 361 737 ist bekannt, dass ein Plasma am Ende eines HF-Resonators als Zündkerze zum Zünden
eines Luft-Kraftstoff-Gemisches in einem Verbrennungsmotor bekannt. Es ist hieraus
weiterhin zu entnehmen, dass das Ende einer koaxialen Wellenleiterstruktur des HF-Resonators
als Zündstift ausgebildet ist und hieran durch eine in den Brennraum des Verbrennungsmotors
hineinragende Feldstruktur das freistehende Plasma im Luft-Kraftstoff-Gemisch erzeugt
wird.
[0005] Es ist auch noch beispielsweise aus der
DE 198 52 652 A1 eine Zündvorrichtung bekannt, bei der die Zündung eines solchen Luft-Kraftstoff-Gemischs
in einem Verbrennungsmotor eines Kraftfahrzeuges unter Verwendung eines koaxialen
Leitungsresonators vorgenommen wird. Hierbei wird die Zündspule durch eine genügend
starke Mikrowellenquelle, z.B. eine Kombination aus einem Hochfrequenzgenerator und
einem Verstärker, ersetzt. Mit einem geometrisch optimierten koaxialen Leitungsresonator
stellt sich dann die für die Zündung erforderliche Feldstärke am offenen Ende des
kerzenähnlichen Leitungsresonators ein und zwischen den Elektroden der Kerze bildet
sich mit dem Spannungsüberschlag eine zündfähige Plasmastrecke heraus.
[0006] Eine solche Hochfrequenzzündung ist auch in dem Aufsatz "SAE-Paper 970071, Investigatinon
of a Radio Frequency Plasma Ignitor for Possible Internal Combustion Engine Use" beschrieben.
Auch bei dieser Hochfrequenz- bzw. Mikrowellenzündung wird ohne eine übliche Zündspule
eine Hochspannung mittels einer niederohmigen Einspeisung am sogenannten heißen Ende
einer λ/4-Leitung eines HF-Leitungsresonators erzeugt.
Vorteile der Erfindung
[0007] Die Erfindung geht aus von einer Vorrichtung zum Zünden eines Luft-Kraftstoff-Gemischs
in einem Verbrennungsmotor mittels einer hochfrequenten elektrischen Energiequelle,
mit einer koaxialen Wellenleiterstruktur, in die die hochfrequente elektrische Energie
einkoppelbar ist und die mit einem Ende in den jeweiligen Brennraum eines Zylinders
des Verbrennungsmotors hineinragt, wobei an diesem Ende durch ein hohes Spannungspotential
ein Mikrowellenplasma erzeugbar ist. Das eine Ende der koaxialen Wellenleiterstruktur
ist so ausgebildet, dass bei einem anstehenden Spannungspotential durch eine in den
Brennraum hineinragende Feldstruktur ein freistehendes Plasma im Luft-Kraftstoff-Gemisch
zwischen dem aus der Wellenleiterstruktur einen vorgegebenen Betrag herausragenden
Innenleiter und dem Außenleiter der Wellenleiterstruktur erzeugbar ist. In dieser
um das Ende des herausragenden Innenleiters herum freistehenden Plasmawolke, findet
kein Überschlag zwischen den Elektroden statt, so dass auch kein Ionenstrom fließt.
[0008] Die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Endes der koaxialen Wellenleiterstruktur wird
in vorteilhafter Weise gemäß der Merkmale des Kennzeichens des Anspruchs 1 vorgenommen,
bei dem das eine Ende der koaxialen Wellenleiterstruktur im Brennraum eine Abdichtung
aus dielektrischem Material zwischen dem Außenleiter und dem koaxialen Innenleiter
enthält, die derart mit mindestens einer in axialer Richtung sprunghaften und/oder
gleitenden Querschnittsänderung versehen ist, das sich eine optimale Feldstruktur
zur Erzeugung eines freistehenden Plasmas ergibt.
[0009] Die koaxiale Wellenleiterstruktur ist dabei so ausgebildet, dass sich für eine vorgegebene
effektive Wellenlänge λ
eff der eingekoppelten hochfrequenten Schwingung ein Leitungsresonator in etwa nach der
Beziehung (2n+1)* λ
eff/4 mit n ≥ O ergibt und die hochfrequente Schwingung beispielsweise durch eine kapazitive,
induktive, gemischte oder eine Aperturkopplung eingekoppelt wird. Die effektive Wellenlänge
λ
eff wird dabei im wesentlichen durch die Formgebung des Endes des herausragenden Innleiters,
durch die Abdichtung des Dielektrikums bzw. durch die Formgebung des gesamten Leitungsresonators
bestimmt.
[0010] Bei der erfindungsgemäßen Ausführungsform stellt sich die für die Zündung im Brennraum
erforderliche Feldstärke damit am offenen Ende des in seiner Form weitgehend zündkerzenähnlichen
Resonators ein. Die wesentlichen Vorteile einer solchen Hochfrequenzzündkerze gegenüber
der herkömmlichen Verwendung einer Zündkerze sind vor allem eine Kosten- und Gewichtseinsparung
durch die Möglichkeit zur Miniaturisierung. Die bei der vorgeschlagenen Vorrichtung
erreichte weitgehende Wärmewertfreiheit ermöglicht zudem eine Reduzierung der Typenvielfalt
und damit ebenfalls eine Kosteneinsparung.
[0011] Dadurch, dass hier auf einfache Weise bevorzugt im Oszillator, eventuell aber auch
an sonstigen Bereichen des koaxialen Wellenleiters, ein elektrisches Mess- oder Steuersignal
auskoppelbar ist, das von den physikalischen Größen des freistehenden Plasma im Luft-Kraftstoff-Gemisch
abhängig ist, wird prinzipiell eine Einstellbarkeit der Flammgröße ermöglicht, womit
ein vergrößertes Zündvolumen im Vergleich zur herkömmlichen Zündkerze und eine gute
Einleitung der Flammfront in den Brennraum erreichbar ist. Dies führt zu einer Erhöhung
der Zündsicherheit insbesondere bei Magergemischmotoren und bei einer Benzin-Direkt-Einspritzung.
[0012] Ferner sind zusätzliche Freiheitsgrade durch die Steuerbarkeit der Brenndauer aufgrund
der Möglichkeit der Ableitung auskoppelbarer Steuersignale vorhanden. Das ausgekoppelte
elektrische Signal ist in einer Auswerteschaltung weiterverarbeitbar, mit der z.B.
eine Diagnose der Anordnung, eine Regelung der hochfrequenten Energiequelle und/oder
eine Steuerung vorgegebener Betriebsfunktionen bewirkbar ist. Diese Steuerbarkeit
aufgrund der Möglichkeit der Verbrennungsdiagnostik und damit der Optimierung der
Motorsteuerung führt zu einem geringeren Verschleiß der als Zündelektroden wirkenden
Strukturen und es ist außerdem auch ein gesteuertes Abbrennen von Verunreinigungen,
z.B. von Ruß, möglich.
[0013] Wenn der koaxiale Resonator als Zylinder mit über der Länge konstantem, kreisförmigen
Querschnitt realisiert wird, so entsteht durch eine herkömmliche Abdichtung des offenen
Endes des Resonators bzw. der Abtrennung des Volumens des Resonators vom Brennraum,
in Abhängigkeit vom Material und der geometrischen Gestaltung, insbesondere der Dicke
der Abdichtung, eine deutliche Feldverzerrung bzw. Feldabschwächung am einen Ende
an der Spitze des Innenleiters und eine Erhöhung des Leistungsbedarfs zum Erreichen
der erforderlichen Zündfeldstärke.
[0014] Erfindungsgemäß wird in vorteilhafter Weise durch eine geeignete Variierung des Querschnitts
des koaxialen Resonators der Leistungsbedarf deutlich gegenüber einem Resonator mit
über der Länge konstantem, kreisförmigen Querschnitt gesenkt, d.h. eventuell sogar
unter das Niveau eines Resonators ohne Abdichtung.
[0015] Hierzu enthält vorzugsweise das eine Ende der koaxialen Wellenleiterstruktur im Brennraum
eine Abdichtung aus dielektrischem Material zwischen dem Außenleiter und dem koaxialen
Innenleiter, die derart mit mindestens einer in axialer Richtung sprunghaften und/oder
gleitenden Querschnittsänderung versehen ist, dass sich eine optimale Feldstruktur
ergibt, die die Entstehung des freistehenden Plasmas nach dem Hauptanspruch ermöglicht.
Das Plasma wird hierbei nur an einer Elektrode, d.h. am Ende des herausragenden Innenleiters,
als freistehende Wolke ausgebildet und es bildet sich, wie zuvor erwähnt, keine nachteilige
Funkenstrecke zwischen zwei Elektroden heraus.
[0016] Insbesondere kann vorteilhaft die Abdichtung in einer Ausnehmung des Außenleiters
angebracht werden, die eine zum einen Ende hin sprunghafte Querschnittsvergrößerung
aufweist. Im Bereich des einen Endes können darüber hinaus in vorteilhafter Weise
die innere Kontur des Außenleiters und die äußere Kontur des Innenleiters in vorgegebenen
Bereichen in ihrem Querschnitt korrespondierend verändert werden.
[0017] Die wesentlichen Vorteile dieser erfindungsgemäßen Anordnung sind eine optimale Abtrennung
des Volumens des Resonators zum Brennraum, ggf. mit gleichzeitiger dichtender Wirkung,
und eine Reduzierung der zur Zündung notwendigen HF-Leistung. Das erfinderische Konzept
ist dabei vorteilhaft geeignet für eine nachträgliche Integration in bereits existierende
Verbrennungsmotoren.
[0018] Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsform ist es möglich, dass eine kompakte
Zündeinheit dadurch gebildet werden kann, dass in einem gemeinsamen Gehäuse eine freischwingende
Oszillatorschaltung und der koaxiale Wellenleiter angeordnet wird, wobei der freischwingenden
Oszillatorschaltung auch eine Verstärkerschaltung nachgeschaltet werden kann. Die
freischwingende Oszillatorschaltung und/oder die nachgeschaltete Verstärkerschaltung
werden bevorzugt als eine integrierte Halbleiterschaltung mit SiC oder GaN Bauelementen
aufgebaut.
[0019] Die wesentlichen Vorteile eines solchen kompakten Aufbaus einer Hochfrequenz-Zündeinheit
sind insbesondere die Möglichkeit einer Reduzierung der Baugröße, z.B. von einer Gewindegröße
M14 auf M10 und die damit erreichbare Kosten- und Gewichtseinsparung, da die eigentliche
Kerze und die Zündspule eingespart wird. Herkömmliche Zündkerzen können aus physikalischen
Gründen nicht in dem Maße verkleinert werden, dass hiermit neue kleinbauende Zünd-
und Ventilsysteme an einem, insbesondere auch hochverdichtenden Verbrennungsmotor
realisiert werden können. Auch ist ein besseres EMV-Verhalten bei der Integration
dieser Bauelemente in die koaxiale Geometrie der Vorrichtung erreichbar.
[0020] Insbesondere auch in Kombination mit der oben erwähnten Steuerbarkeit des Zündverhaltens
durch die Verarbeitung eines auskoppelbaren Signals können der Zündzeitpunkt und die
Zünddauer auf einfache Weise variabel eingestellt werden. Das freistehende Plasma
kann insbesondere durch eine Beeinflussung der Flammgröße, wie oben erwähnt, positiv
beeinflusst werden, wodurch eine Erhöhung der Zündsicherheit bei Magergemischen und
bei einer Benzin-Direkt-Einspritzung (BDE) erreicht ist.
[0021] Beim Aufbau von Oszillatorschaltung für die beschriebenen Anwendungen ist zu berücksichtigen,
dass diese nicht nur auf einen einzigen Betriebszustand auszulegen sind, sondern es
können mindestens zwei grundlegende Betriebszustände, nämlich der ungezündete und
der gezündete Zustand, auftreten. Weiterhin kann auch der Übergangsbereich zwischen
diesen Zuständen und zusätzliche Einflussparameter wie Temperatur, Rußbelegung sowie
weitere Betriebsparameter sich nachhaltig auf das Resonanz- und Impedanzverhalten
des HF-Resonators auswirken. Dies hat bei herkömmlichen Aufbauten häufig zur Folge,
dass nur noch ein Bruchteil der zur Verfügung stehenden Leistung in den Resonator
eingekoppelt wird. Der restliche Anteil wird reflektiert und belastet oder zerstört
unter Umständen das verwendete Leistungshalbleiterbauelement in der Oszillatorschaltung;
ggf. kann auch eine Zündung komplett verhindert werden.
[0022] Erfindungsgemäß kann durch eine geeignete, kompakt aufgebaute frei schwingende Oszillatorschaltung
in jedem Betriebszustand auf einfache Weise gewährleistet werden, dass ein ausreichender
Anteil verfügbarer HF-Leistung in den Resonator eingekoppelt wird. Zum Aufbau des
erfindungsgemäßen Oszillators in unmittelbarer Motornähe ist dabei der Einsatz neuer
hochtemperaturtauglicher Halbleitertechnologien, z.B. SiC oder GaN, besonders vorteilhaft,
da sich diese durch ein gutes Frequenzverhalten f
T auch bei hohen Temperaturen, z.B.> 200°C, durch eine hohe Leistungsdichte und eine
hohe Integrationsdichte auszeichnen.
Zeichnung
[0023] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand der Zeichnung erläutert. Es zeigen:
Figur 1 eine prinzipielle Ansicht einer Vorrichtung zum hochfrequenten Zünden eines
Luft-Kraftstoff-Gemischs in einem Verbrennungsmotor mit einer koaxialen Wellenleiterstruktur
als Resonator,
Figur 2 eine erfindungsgemäße Ausgestaltung des in den Brennraum des Verbrennungsmotors
hineinragenden Endes des Resonators mit einer Ansicht der Feldlinien des in den Brennraum
des Verbrennungsmotors hineinragenden Endes des Resonators und
Figur 3 ein Blockschaltbild einer Zündeinheit mit einem freischwingenden Oszillator,
einem Resonator und einer Einkopplung der hochfrequenten Schwingungen in den Resonator.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0024] In Figur 1 ist eine Prinzipansicht einer Vorrichtung zum hochfrequenten Zünden eines
Luft-Kraftstoff-Gemischs in einem Verbrennungsmotor gezeigt, die Bestandteile einer
sogenannten Hochfrequenzzündkerze 1 aufweist. Es sind hier im einzelnen ein HF-Generator
2 und ein eventuell auch verzichtbarer Verstärker 3 vorhanden, die als Mikrowellenquelle
die hochfrequenten Schwingungen erzeugen. Schematisch ist hier eine induktive Einkopplung
4 der hochfrequenten Schwingungen in eine als λ
eff/4-Resonator 5 aufgebaute koaxiale Wellenleiterstruktur als wesentlicher Bestandteil
der Hochfrequenzzündkerze 1 gezeigt.
[0025] Der koaxiale Resonator 5 besteht aus einem Außenleiter 6 und einem Innenleiter 7,
wobei das eine sogenannte offene oder heiße Ende 8 des Resonators 5 mit dem Innenleiter
7, hier als gegenüber dem Außenleiter 6 isolierten Zündstift 7a, die Zündung bewirkt.
Für die hochfrequenten Schwingungen stellt das andere sogenannte kalte brennraumferne
Ende 9 des Resonators 5 einen Kurzschluss dar. Das Dielektrikum 10 zwischen dem Außenleiter
6 und einem Innenleiter 7 besteht im wesentlichen aus Luft oder aus einem geeigneten
nichtleitenden Material. Lediglich zur Abdichtung des offenen Endes 8 des Resonators
5 zum Brennraum ist eine Dichtung 11 vorhanden. Die Dichtung 11 besteht auch aus einem
nichtleitendem Material, das den Temperaturen im Brennraum standhält, z.B. Keramik.
Dabei bestimmen die dielektrischen Eigenschaften des Füllmaterials 10 bzw. der Abdichtung
11 mit die Abmessungen des Resonators 5.
[0026] Bei dieser Hochfrequenzzündkerze 1 wird das Prinzip der Feldüberhöhung in einem koaxialen
Resonator 5 der Länge (2n+1)* λ
eff/4 mit n > O genutzt. Das durch eine genügend starke Mikrowellenquelle als Generator
2 und eventuell dem Verstärker 3 erzeugte hochfrequente Signal wird durch die Einkopplung
4, z.B. induktiv, kapazitiv, aus beiden gemischt oder durch eine Aperturkopplung in
den Resonator 5 eingespeist. Durch die Ausbildung eines Spannungsknotens am Kurzschluss
9 und eines Spannungsbauchs am einen offenen Ende 8 ergibt sich hier am Zündstift
7a eine Feldüberhöhung, die zu dem in der Beschreibungseinleitung erwähnten freistehenden
Plasma führt.
[0027] Die wesentlichen Bestandteile der Erfindung sind aus Figur 2 zu entnehmen. Zur Kompensation
des durch die Abdichtung 11 nach der Figur 1 des offenen Endes 8 verursachten Effekts
einer Feldverzerrung bzw. Feldabschwächung an der Spitze des Innenleiters 7 bzw. Zündstift
7a wird der Querschnitt einer Dichtung 20 nach der Figur 2 im Bereich des offenen
Endes 8 des Resonators 5 variiert. Diese erfolgt z.B. durch Querschnittssprünge 21
bzw. auch durch gleitende Formgebungen, Taperung oder dergleichen. Beispielsweise
können die innere Kontur des Außenleiters 6 und die äußere Kontur des Innenleiters
7, 7a in vorgegebenen Bereichen in ihrem Querschnitt korrespondierend verändert sein.
[0028] Die Bestimmung der geometrischen Abmessungen des einen Endes 8 des Resonators 5 im
Detail hängt dabei von den System- und Materialparametern der gesamten Vorrichtung
ab. In der Figur 2 sind zusätzlich noch Feldlinien 22 angedeutet, die zeigen sollen,
wie eine optimale geometrische Gestaltung der Abdichtung 20 zu einer Feldlinienverteilung
führt, die ein freistehendes Plasma gemäß der Erfindung optimal ermöglicht.
[0029] Aus Figur 3 sind prinzipielle Bestandteile einer Hochfrequenz-zündeinheit 30 als
Blockschaltbild zu entnehmen. Diese enthält im einzelnen eine HF-Zündeinheit 31, wie
sie anhand der Figuren 1 und 2 beschrieben worden ist. Weiterhin ist ein frequenzbestimmender,
freischwingender Oszillator 32 unter Verwendung von Leistungstransistoren auf der
Basis von hochtemperaturtauglichen HF-Halbleitertechnologien, z.B. hochtemperaturtaugliche
SiC oder GaN Bauelemente, und eine Einkopplung 33 für die HF-Schwingungen des Oszillators
32 in die Zündvorrichtung 31 vorhanden. Betriebsbedingte Schwankungen in der Frequenz
können dabei durch einen geeigneten, an sich bekannten Aufbau des Oszillator 32 berücksichtigt
werden.
1. Vorrichtung zum Zünden eines Luft-Kraftstoff-Gemischs in einem Verbrennungsmotor mittels
einer hochfrequenten elektrischen Energiequelle, mit
- einer koaxialen Wellenleiterstruktur (5), in die die hochfrequente elektrische Energie
einkoppelbar ist und die mit einem Ende in den jeweiligen Brennraum eines Zylinders
des Verbrennungsmotors hineinragt, wobei
- an diesem Ende durch ein hohes Spannungspotential ein Mikrowellenplasma erzeugbar
ist und wobei
- das eine Ende der koaxialen Wellenleiterstruktur (5) als Zündstift (7a) so ausgebildet
ist, dass bei einem anstehenden Spannungspotential durch eine in den Brennraum hineinragende
Feldstruktur (22) ein freistehendes Plasma im Luft-Kraftstoff-Gemisch an dem aus der
Wellenleiterstruktur einen vorgegebenen Betrag herausragenden Innenleiter (7,7a) der
Wellenleiterstruktur (5) erzeugbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass
- das eine Ende der koaxialen Wellenleiterstruktur (5) im Brennraum eine Abdichtung
(20) aus dielektrischem Material zwischen dem Außenleiter (6) und dem koaxialen Innenleiter
(7) enthält, die derart mit mindestens einer in axialer Richtung sprunghaften und/oder
gleitenden Querschnittsänderung (21) versehen ist, das sich eine optimale Feldstruktur
(22) zur Erzeugung eines freistehenden Plasmas ergibt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die koaxialen Wellenleiterstruktur (5) so ausgebildet ist, dass sich für eine vorgegeben
effektive Wellenlänge (λeff) der eingekoppelten hochfrequenten Schwingung ein Leitungsresonator in etwa nach
der Beziehung (2n+1)*λeff/4 mit n ≥ O ergibt und dass die hochfrequente Schwingung durch eine kapazitive, induktive,
gemischte oder eine Aperturkopplung einkoppelbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Abdichtung (20) in einer Ausnehmung des Außenleiters (6) angebracht ist, die
eine zum einen Ende hin sprunghafte Querschnittsvergrößerung (21) aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
- im Bereich des einen Endes der Wellenleiterstruktur (5) die innere Kontur des Außenleiters
(6) und die äußere Kontur des Innenleiters (7) in vorgegebenen Bereichen in ihrem
Querschnitt korrespondierend gleitend und/oder sprunghaft verändert sind.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- am Oszillator (2;32) oder am koaxialen Wellenleiter (5) ein elektrisches Signal
auskoppelbar ist, das von den physikalischen Größen des freistehenden Plasmas im Luft-Kraftstoff-Gemisch
abhängig ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das ausgekoppelte elektrische Signal in einer Auswerteschaltung weiterverarbeitbar
ist, mit der eine Diagnose der Vorrichtung, eine Regelung der hochfrequenten Energiequelle
und/oder eine Steuerung vorgegebener Betriebsfunktionen bewirkbar ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- eine kompakte Zündeinheit (30) gebildet ist, die in einem gemeinsamen Gehäuse eine
freischwingende Oszillatorschaltung (32), weitere Bauelemente (31,33) und den koaxialen
Wellenleiter (5) aufweist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der freischwingenden Oszillatorschaltung (2;32) eine Verstärkerschaltung (3) nachgeschaltet
ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die freischwingende Oszillatorschaltung (2;32) und/oder die nachgeschaltete Verstärkerschaltung
(3) als eine integrierte Halbleiterschaltung mit SiC oder GaN Bauelementen aufgebaut
ist.
1. Apparatus for igniting an air/fuel mixture in an internal combustion engine by means
of a radio-frequency electrical energy source, having
- a coaxial waveguide structure (5) into which the radio-frequency electrical energy
can be coupled and which projects into the respective combustion space of a cylinder
of the internal combustion engine by way of one end,
- it being possible for a microwave plasma to be generated at this end by a high voltage
potential, and
- the one end of the coaxial waveguide structure (5) being in the form of an ignition
pin (7a) such that, when a voltage potential is applied through a field structure
(22) which projects into the combustion space, a free-standing plasma can be generated
in the air/fuel mixture at the internal conductor (7, 7a), which projects out of the
waveguide structure by a prespecified amount, of the waveguide structure (5), characterized in that
- the one end of the coaxial waveguide structure (5) contains, in the combustion space,
a seal (20), which is composed of dielectric material, between the external conductor
(6) and the coaxial internal conductor (7), the said seal being provided with at least
one change (21) in cross section, which is abrupt and/or gradual in the axial direction,
in such a way that an optimum field structure (22) for generating a free-standing
plasma is produced.
2. Apparatus according to Claim 1,
characterized in that
- the coaxial waveguide structure (5) is formed such that a line resonator approximately
of the formula (2n+1) *λeff/4, where n≥ 0, is produced for a prespecified effective wavelength (λeff) of the coupled-in radio-frequency oscillation, and in that the radio-frequency oscillation can be coupled in by a capacitive, inductive, mixed
or aperture coupling.
3. Apparatus according to Claim 1 or 2,
characterized in that
- the seal (20) is fitted in a recess of the external conductor (6), which seal has
a portion (21) of abruptly enlarged cross section at one end.
4. Apparatus according to Claim 2 or 3,
characterized in that
- in the region of one end of the waveguide structure (5), the cross section of the
inner contour of the external conductor (6) and the outer contour of the internal
conductor (7) is changed in a correspondingly gradual and/or abrupt manner in prespecified
regions.
5. Apparatus according to one of the preceding claims,
characterized in that
- an electrical signal can be coupled out at the oscillator (2; 32) or at the coaxial
waveguide (5), the said signal being dependent on the physical variables of the free-standing
plasma in the air/fuel mixture.
6. Apparatus according to Claim 5,
characterized in that
- the coupled-out electrical signal can be further processed in an evaluation circuit
which can diagnose the apparatus, control the radio-frequency energy source and/or
control prespecified operating functions.
7. Apparatus according to one of the preceding claims,
characterized in that
- a compact ignition unit (30) is formed, this ignition unit having a freely oscillating
oscillator circuit (32), further components (31, 33) and the coaxial waveguide (5)
in a common housing.
8. Apparatus according to Claim 7,
characterized in that
- an amplifier circuit (3) is connected downstream of the freely oscillating oscillator
circuit (2; 32).
9. Apparatus according to Claim 6 or 7,
characterized in that
- the freely oscillating oscillator circuit (2; 32) and/or the downstream amplifier
circuit (3) are/is constructed as an integrated semiconductor circuit with SiC or
GaN components.
1. Dispositif pour enflammer un mélange air-carburant dans un moteur à combustion interne
au moyen d'une source d'énergie électrique à haute fréquence, avec :
- une structure de guidage d'onde (5) coaxiale dans laquelle l'énergie électrique
à haute fréquence peut être couplée et ressortant avec une extrémité dans la chambre
de combustion respective d'un cylindre du moteur à combustion interne ;
- un plasma microondes pouvant être réalisé au niveau de cette extrémité par le biais
d'un potentiel de tension élevé ; et
- la première extrémité de la structure de guidage d'onde (5) coaxiale prenant la
forme d'un pointeau d'allumage (7a) de telle sorte qu'en présence d'un potentiel de
tension apparu du fait d'une structure de champ (22) pénétrant dans la chambre de
combustion, un plasma autonome peut être produit dans le mélange air-carburant au
niveau du guide intérieur (7, 7a) de la structure de guidage d'onde (5) ressortant
de la structure de guidage d'onde d'une quantité prédéfinie, caractérisé en ce que :
- la première extrémité de la structure de guidage d'onde (5) coaxiale prévue dans
la chambre de combustion contient un joint (20) en matière diélectrique entre le guide
extérieur (6) et le guide intérieur (7) coaxial, qui est pourvu d'au moins une variation
de section transversale (21) de façon saccadée et/ou de façon glissante dans la direction
axiale de telle sorte que ladite extrémité donne une structure de champ (22) optimale
pour produire un plasma autonome.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que la structure de guidage d'onde (5) coaxiale est réalisée de telle sorte que pour
une longueur d'onde (λeff) efficace prédéfinie de l'oscillation à haute fréquence couplée, on obtient un résonateur
de guide selon la relation (2n+1)*λeff/4 avec n ≥ O et que l'oscillation à haute fréquence peut être couplée par un couplage
capacitif, inductif, mixte ou d'ouverture.
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le joint (20) est placé dans un creux du guide extérieur (6) comportant un agrandissement
en section transversale (21) réalisant un saut en direction d'une extrémité.
4. Dispositif selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que dans la zone de la première extrémité de la structure de guidage d'onde (5), le contour
intérieur du guide extérieur (6) et le contour extérieur du guide intérieur (7) sont
altérés de façon correspondante dans des zones prédéfinies de leur section transversale,
de façon glissante et/ou de façon saccadée.
5. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un signal électrique peut être découplé au niveau de l'oscillateur (2 ; 32) ou au
niveau du guide d'onde (5) coaxial, ledit signal dépendant des grandeurs physiques
du plasma autonome contenu dans le mélange air-carburant.
6. Dispositif selon la revendication 5, caractérisé en ce que le signal électrique découplé peut être retraité dans un circuit d'analyse permettant
de réaliser un diagnostic du dispositif, un réglage de la source d'énergie à haute
fréquence et/ou une commande de fonctions prédéfinies.
7. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une unité d'allumage (30) compacte est formée qui comporte, dans un carter commun,
un circuit d'oscillateur en oscillation libre (32), d'autres composants (31, 33) et
le guide d'onde (5) coaxial.
8. Dispositif selon la revendication 7, caractérisé en ce qu'un circuit d'amplificateur (3) est connecté en aval du circuit d'oscillateur en oscillation
libre (2 ; 32).
9. Dispositif selon la revendication 6 ou 7, caractérisé en ce que le circuit d'oscillateur en oscillation libre (2 ; 32) et/ou le circuit d'amplificateur
(3) connecté en aval prend la forme d'un circuit à semi-conducteur intégré avec des
composants SiC ou GaN.