[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum induktiven Übertragen von Energie und/oder
Daten von einem Primärkreis über einen Zwischenkreis zu einem Sekundärkreis.
[0002] Eine solche Vorrichtung ist beispielsweise aus der Patentschrift US 5,491,483 A bekannt.
Diese Vorrichtung weist eine Basisstation (Primärkreis) auf, die über eine Antenne
Fragesignale aussendet und Antwörtsignale empfangen kann. Ein Transponder, der auf
empfangene Fragesignale automatisch ein Antwortsignal zurücksendet, weist einen Zwischenkreis
auf, der die Antenne des Transponders bildet. Die Antenne ist über einen Impedanzwandler
mit einem Schwingkreis (Sekundärkreis) verbunden. Der Impedanzwandler dient dazu,
die niedrige Impedanz der Antenne an die hohe Impedanz des Schwingkreises anzupassen.
Mit dieser Vorrichtung wird Energie zu dem Transponder übertragen, dort in einem Energiespeicher
zwischerigespeichert und mit Hilfe dieser Energie ein Antwortsignal zurück zu der
Basisstation gesendet.
[0003] Damit der Energiespeicher möglichst gut aufgeladen wird, sollte die Eingangsspannung
des Transponders beim Empfang des Fragesignals möglichst groß sein. Da jedoch die
kleine Güte des Zwischenkreises (Ringantenne) durch die induktive Ankopplung einen
stark dämpfenden Einfluss auf den Sekundärkreis hat, wurde bisher versucht, durch
verbesserte Ankopplung der Kreise die Übertragung zu verbessern. So können beispielsweise
widerstandsärmere Antennen oder Antennenspulen mit mehreren Windungen verwendet werden.
[0004] Aus der Patentschrift US 5,479,171 ist ebenfalls eine solche Vorrichtung zum induktiven
Übertragen von Energie oder Daten von einem Primärkreis über einen Zwischenkreis auf
einen Sekundärkreis bekannt. Damit möglichst effektiv Daten und Energie von der Basisstation
zum Transponder und zurück übertragen werden können, wird dort versucht, die Kreise
so auszugestalten, dass die Güten sowohl des Zwischenkreises als auch des Sekundärkreises
möglichst hoch sind. Denn eine Verstimmung oder eine Dämpfung des Sekundärkreises
beeinflussen den Lesebereich des Transponders ungünstig.
[0005] Zur Verbesserung der Ankopplung weist der Zwischenkreis eine Antennenkoppelspule
auf, die galvanisch mit der Antenne verbunden ist.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum induktiven Übertragen
von Energie und/oder Daten von einem Primärkreis über einen Zwischenkreis zu einem
Sekundärkreis und zurück zu schaffen, bei der Daten oder Energie möglichst effektiv
übertragen werden.
[0007] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen nach Patentanspruch
1. Dabei wird nicht versucht, die Güte eines Zwischenkreises zu erhöhen, sondern gezielt
die magnetische Kopplung zwischen zwei Kreisen zu reduzieren und damit die Bedämpfung
eines der Kreise zu verringern. Die magnetische Kopplung zwischen Zwischenkreis und
Sekundärkreis wird dabei durch eine zusätzliche Streuinduktivität reduziert, die in
den Sekundärkreis eingebracht wird. Die Streuinduktivität ist dabei von einer Sekundärspule
magnetisch entkoppelt. Die magnetische Kopplung auf den Sekundärkreis kann auch durch
ein speziell ausgebildetes Koppelelement reduziert werden. Hierzu weist das Koppelelement
einen Streuzweig auf, dessen magnetischer Fluss nicht zugleich Koppelfluss von sowohl
dem Sekundärkreis als auch dem Zwischenkreis ist.
[0008] Dies hat den Vorteil, dass die Gesamteffektivität der Übertragung vom Primärkreis
auf den Sekundärkreis verbessert wird. Insbesondere wird dadurch die Spannung am Ausgang
des Sekundärkreises trotz reduzierter magnetischer Kopplung zwischen dem Zwischenkreis
und dem Sekundärkreis größer, wenn die Eingangsspannung gleich bleibt. Durch die Reduzierung
der magnetischen Kopplung wirken sich Änderungen, die durch äußere Einflüsse, wie
Temperatur, bedingt sind, weniger auf eine Änderung der Güte oder der Induktivität
in dem Sekundärkreis aus. Die Übertragung von Daten oder Energie kann somit sicher
- selbst bei größeren Toleranzschwankungen - vonstatten gehen.
[0009] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung werden durch die Unteransprüche widergegeben.
So kann die das Koppelelement durch einen Streuübertragerkern gebildet wird, der zumindest
einen Koppelzweig und einen Streuzweig aufweist, wobei der magnetische Fluss des Streuzweigs
nicht zugleich mit der Sekundärspule und dem Zwischenkreis induktiv gekoppelt ist.
[0010] Eine gute Reduzierung der magnetischen Kopplung zwischen Zwischenkreis und Sekundärkreis
wird durch ein Koppelelement erreicht, das aus einem permeablen Material, vorzugsweise
ein Material mit einer hohen Permeabilität, hergestellt ist.
[0011] Durch konstruktive Gestaltung der Querschnitte und der Permeabilität des Materials
kann die Höhe der Streuinduktivität gezielt eingestellt und somit die magnetische
Anpassung der Kopplung genau vorgegeben werden.
[0012] Die magnetische Kopplung von Zwischenkreis und Sekundärkreis Wird also schlechter.
Die Gesamtübertragungseigenschaften vom Primärkreis auf den Sekundärkreis verbessern
sich jedoch.
[0013] Vorzugsweise wird eine solche Vorrichtung für ein Reifendruckmesssystem eines Kraftfahrzeugs
verwendet. Dabei befindet sich der Primärkreis auf der Fahrzeugseite in der Nähe eines
jeden Rades. Der Zwischenkreis sowie der Sekundärkreis sind im Reifen angeordnet.
Durch induktive Übertragung von Energie und/oder Daten können Identifikatiönsdaten
des Reifens, Druck- oder Temperaturwerte der Reifen und sonstige Daten von dem Transponder
im Reifen abgefragt werden.
[0014] Die Vorrichtung zum induktiven Übertragen von Energie und/oder Daten kann überall
dort verwendet werden, wo eine Übertragung von einem Primärkreis über einen Zwischenkreis
zu einem Sekundärkreis induktiv stattfindet. Insbesondere wird die Erfindung dort
verwendet, wo der Zwischenkreis und der Sekundärkreis sich räumlich gegenüber dem
Primärkreis verändern können und der Zwischenkreis eine geringe Güte aufweist.
[0015] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand der schematischen Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- ein Blockschaltbild einer erfindlingsgemäßen Vorrichtung zum induktiven Übertragen
von Energie und/oder Daten,
- Figuren
- 2A und 2B Ausführungsbeispiele eines Sekundärkreises der Vorrichtung gemäß Figur 1,
- Figuren
- 3A bis 3C Betriebsgrößen des Primärkreises nach den Figuren 2A und 2B,
- Figur 4
- ein Verwendüngsbeispiel der Vorrichtung für ein Reifendruckmesssystem in einem Kraftfahrzeug,
- Figur 5
- eine Anordnung der Vorrichtung in einem Reifen eines Kraftfahrzeugs und
- Figur 6
- ein Blockschaltbild einer Basisstation (Primärkreis) der Vorrichtung.
[0016] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung dient zum induktiven Übertragen von Energie und/oder
Daten von einem Primärkreis 1 (Figur 1) über einen Zwischenkreis 2 zu einem Sekundärkreis
3 und zum Rückübertragen von Daten zu dem Primärkreis 1. Die Übertragung von Daten
kann dabei codiert oder verschlüsselt erfolgen. Vorzugsweise findet die Übertragung
im NF=Bereich, beispielsweise bei 125 kHz statt.
[0017] Der Primärkreis 1 (auch als Basisstation bezeichnet) weist gemäß Figur 1 eine Antenne
4 auf, die durch eine auf einen Kern 5 gewickelte Spule 6 (auch als Primärspule bezeichnet)
gebildet wird. Von der Basisstation werden Daten oder Energie moduliert induktiv ausgesendet
sowie Daten induktiv empfangen.
[0018] Von der Basisstation werden Energie oder Daten über einen Zwischenkreis 2 zu einem
Sekundärkreis 3 induktiv übertragen: Der Zwischenkreis 2 dient hier lediglich als
Sende-/Empfangsantenne für den Sekundärkreis 3. Ein Koppelelement zwischen Zwischenkreis
2 und Sekundärkreis 3 dient als Medium zum Übertragen von Energie oder Daten zwischen
den beiden Kreisen. In Figur 1 ist das Koppelelement als magnetisch leitender Ringkern
8 ausgebildet.
[0019] Die von dem Sekundärkreis 3 empfangenen Signale werden einem Tränsponder-IC 7 zugeführt.
Dieses wertet Daten aus und bereitet seinerseits Daten zum Zurücksenden auf. Daher
wird der Sekundärkreis 3 zusammen mit dem Zwischenkreis 2 auch als Transponder bezeichnet.
[0020] Der Zwischenkreis 2 ist vorteilhaft als Kurzschlussspule 16 ausgebildet (d.h. eine
Spule mit nur einer einzigen Windung, die kurzgeschlossen ist) und dient als Antenne
zum Empfangen oder Senden von Energie und/oder Daten der Basisstation und zum Weiterleiten
mittels induktiver Ankopplung von Energie öder Daten an den Sekundärkreis 3.
[0021] Der Zwischenkreis 2 ist induktiv mit dem Sekundärkreis 3 über das Koppelelement gekoppelt.
Hierzu dient vorteilhaft der magnetischer Ringkern 8, der einerseits in die Kurzschlussspule
16 eingreift und somit dessen Magnetfeld in sich einkoppelt. Auf den Ringkern 8 ist
andererseits eine Sekundärspule 9 gewickelt, die Teil des Sekundärkreises 3 ist. Die
Sekundärspule 9 bildet zusammen mit einem Kondensator C
T einen Schwingkreis des Sekundärkreises 3. Über den Ringkern 8 wird eine induktive
Kopplung zwischen dem Zwischenkreis 2 und der Sekundärspule 9 hergestellt, wodurch
Daten oder Energie übertragen werden können.
[0022] Der Sekundärkreis 3 ist mit dem Transponder-IC 7 verbunden, in dem die empfangenen
Daten oder Energie ausgewertet und die zu sendenden Daten aufbereitet werden. Mit
der empfangenen Energie wird ein Energiespeicher (hier ein Ladekondensator C
L) mit Energie auf oder nachgeladen, die anschließend für das Auswerten von Empfangenen
Signalen und das Aufbereiten sowie Rücksenden der Daten verwendet wird. Somit braucht
der Transponder keine eigene Energieversorgung in Form einer Batterie.
[0023] Der Zwischenkreis 2 weist - beispielsweise materialbedingt - nur eine sehr geringe
Güte auf. Durch die magnetische Kopplung vom Zwischenkreis 2 über das Koppelelement
(Ringkern 8) auf den Sekundärkreis 3 überträgt sich diese geringe Güte auf den Sekundärkreis
3. Durch diese Gütenabsenkung wird die Übertragung von Daten oder Energie zwischen
den beiden verschlechtert.
[0024] Um die Effektivität der gesamten Übertragung vom Primärkreis 1 zum Sekundärkreis
3 zu verbessern, wird erfindungsgemäß die magnetische Kopplung zwischen dem Zwischenkreis
2 und dem Sekundärkreis 3 gezielt reduziert. Dies wird im Folgenden genauer dargelegt.
[0025] Durch die Erfindung soll die Ankopplung vom Zwischenkreis 2 auf den Sekundärkreis
3 verringert werden. Zudem soll eine möglichst hohe Spannungsübertragung erreicht
werden, damit der Energiespeicher gut geladen wird, um die Energie für das Zurücksenden
von Daten bereitzustellen. Außerdem sollen die Betriebsinduktivitäten und die Betriebsgüten
im Sekundärkreis 3 gegen Parameterschwankungen beim Betreiben der Vorrichtung stabilisiert
werden.
[0026] Dies kann dadurch erreicht werden, dass in den Sekundärkreis 3 eine Streuinduktivität
L
S eingefügt wird, durch die die magnetische Kopplung zwischen Zwischenkreis 2 und Sekundärkreis
3 zwar erniedrigt, aber das Übertragungsverhalten optimiert wird.
[0027] Die zusätzliche Streuinduktivität L
S kann gemäß Figur 2A durch eine von der Sekundärspule 9 (mit der Induktivität L
2) induktiv entkoppelte Streuinduktivität L
S gebildet werden, die in Serie mit der Sekundärspule 9 angeordnet ist. Die Streuinduktivität
L
S ist nicht mit dem Ringkern 8 induktiv gekoppelt, reduziert jedoch indirekt die magnetische
Kopplung, da sie in Reihe zu der Sekundärspule 9 angeordnet ist und dadurch Übertragungseigenschaften
des Schwingkreises beeinflusst.
[0028] Zusätzlich zu dem Einbringen der Streuinduktivität L
S oder auch für sich alleine kann das Koppelelement als speziell ausgebildeter Streuübertragerkern
10 (Figur 2B) ausgebildet sein. Hierbei weist der Streuübertragerkern 10 einen Koppelzweig
11 und einem Streuzweig 12 auf (hier als Doppellochkern mit einem Mittelsteg als Streuzweig
12 ausgebildet.). Der magnetische Fluss durch den Streuzweig 12 ist nicht, zugleich
mit dem Zwischenkreis 2 und dem Sekundärkreis 3 verkettet. Dieser Magnetfluss stellt
somit einen gezielt eingebrachten Streufluss dar, durch den die magnetische Kopplung
verschlechtert wird. Denn nur der Magnetfluss durch den Koppelkreis ist sowohl mit
der Kurzschlussspule 16 als auch der Sekundärspule 9 verkettet, nicht jedoch der Streuzweig
12. Dadurch wird die magnetische Kopplung reduziert. Der Streuzweig 12 stellt somit
auch eine Streuinduktivität dar, die in den Sekundärkreis 3 zusätzlich eingebracht
ist.
[0029] Das Verhältnis Koppelfluss zu Streufluss stellt also ein Maß für die Verringerung
der magnetischen/induktiven Kopplung zwischen dem Zwischenkreis 2 und dem Sekundärkreis
3 dar. Durch gezielte "Dimensionierung" des Streuflusses, d.h. durch geometrisches
Ausgestalten beispielsweise der Kernquerschnitte des Streuübertragerkerns 10 oder
der Permeabilität des verwendeten Materials, kann die Reduzierung der magnetischen
Kopplung derart ausgebildet werden, dass ein Optimum bei der Gesamtübertragung erreicht
wird.
[0030] Auf diese Weise wird zwar die magnetische Kopplung zwischen dem Zwischenkreis 2 und
dem Sekundärkreis 3 reduziert. Da jedoch der Zwischenkreis 2 eine sehr geringe Güte
aufweist, wird durch das Reduzieren der magnetischen Kopplung die Bedämpfung des Sekundärkreises
3 reduziert und somit eine Verbesserung der Gesamtübertragungseigenschaften erreicht,
wie anhand der Figuren 3A bis 3B noch ausführlich gezeigt wird.
[0031] Der Streuübertragerkern 10 oder auch der Ringkern 8 sind vorteilhaft aus einem Material
mit höher Permeabilität hergestellt. Je nach Permeabilität und Querschnitt der Kerne
kann die gewünschte Induktivität bei entsprechender Windungszahl erzielt werden.
[0032] Die beiden Ausführungsbeispiele nach den Figuren 2A und 2B können auch derart kombiniert
werden, dass sowohl eine Streuinduktivität L
S als auch ein Streuübertragerkern 10 vorhanden sind; wobei die beiden zusammen derart
dimensioniert sind, dass die magnetische Kopplung so weit reduziert wird, das dies
ein optimales Übertragungsverhalten zur Folge hat.
[0033] In den Figuren 3A bis 3C sind Betriebsgrößen des gesamten Transponderkreises, d.h.
des Zwischenkreises 2 und des Sekundärkreises 3 dargestellt. In der Figur 3A ist die
normierte Ausgangsspannung U
an, die am Ausgang des Sekundärkreises 3 ansteht, d.h. die Spannung parallel zum Schwingkreiskondensator
C
T in Abhängigkeit von einem effektiven Koppelfaktor k
eff dargestellt. Der effektive Koppelfaktor k
eff kann wie folgt berechnet werden:

wobei L
2 gleich dem Induktivitätsbeiwert A
L des Ringkerns mal die entsprechende Windungszahl der Kurzschlussspule 16 (n = 1)
oder der Sekundärspule (n > 1) im Quadrat (n
2) ist und L
S die zusätzliche Streuinduktivität.
[0034] Der gesamte Transponderkreis weist bei k
eff = 0 % eine normierte Ausgangsspannung U
an von 0 % auf. In diesem Fall ist die normierte Sekundärinduktivität L
2 = 100%. Bei k
eff = 1 (oder 100 %) ist die Ausgangsspannung bei etwa 33 %. Eine maximale normierte
Ausgangsspannung U
an von 100 % wird bei k
eff ≈ 27,5 % erreicht.
[0035] Da es Ziel der Erfindung ist, die Spannungsübertragung zu maximieren, wird nun die
Streuinduktivität (und/oder der Streuübertragerkern 10) derart ausgebildet, dass dieser
effektive Koppelfaktor von etwa k
eff = 27,5 % erreicht wird.

Die normierte Betriebsgüte Q
n des Transponderkreises hat gemäß Figur 3B ihren höchsten Wert bei k
eff = 0 % und den kleinsten Wert bei k
eff = 100 %. Bei k
eff ≈ 27,5 % ergibt sich noch eine Betriebsgüte Q
nvon über 50 %, so dass noch eine ausreichende Güte für den Gesamtschwingkreis vorliegt.
[0036] Die normierte Betriebsinduktivität L
n (Figur 3C) ist bei einem Koppelfaktor von.0 % am größten (L
n = 100 %)und nimmt mit steigendem Koppelfaktor k
eff ab. Die Betriebsinduktivität L
n hängt u.a. von dem ohmschen Widerstand R
L und der Induktivität L der Kurzschlussspule 16 ab. Die Abhängigkeit der Betriebsinduktivität
L
n vom Widerstand R
L der Kurzschlussspule 16 ist in der Figur 3C dargestellt. Bei steigendem Widerstandswert
R
L (dargestellt sind die Verläufe bei Widerstandswerten
R
L = 1 Ω, 2 Ω und 3 Ω) wird auch die Betriebsinduktivität L
n größer. Allerdings ist die Betriebsinduktivität bis zu k
eff = 27,5 % nahezu konstant. Der Widerstandswert R
L der Kurzschlussspule 16 ist im Wesentlichen vom verwendeten Material und den geometrischen
Abmessungen der Kurzschlussspule 16 abhängig. Das Material wird im Wesentlichen durch
den entsprechenden Anwendungsfall der Kurzschlussspule 16 bestimmt.
[0037] Aus der Figur 3C ist ersichtlich, dass die Betriebsinduktivität bei dem effektiven
Köppelfaktor k
eff von 27,5 % = selbst bei beträchtlichen Änderungen des Widerstandswertes R
L der Kurzschlussspule 16 - kaum schwankt. Folglich haben herstellungsbedingte Toleranzschwankungen
oder äußere Einflüsse, wie temperaturbedingte Widerstandsänderungen bei diesem Koppelfaktor
noch kaum Auswirkungen auf das Gesamtsystem. Somit stellt der effektive Koppelfaktor
k
eff von 27,5 % hier einen optimalen Koppelfaktor dar, aus dem dann die entsprechende
Streuinduktivität L
s oder der Streuübertragerkern berechnet und dimensioniert werden kann, die dann zu
einer Stabilisierung der Betriebsinduktivität und verbesserten Gesamtübertragung von
Daten oder Energie führt.
[0038] Anhand der Figuren 4 bis 6 wird die Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
bei einem Reifendruckmesssystem für ein Kraftfahrzeug näher erläutert. Funktionell
identische Teile tragen in den Figuren 4 bis 6 die selben Bezugszeichen wie in den
Figuren 1 und 2.
[0039] Von einer Basisstation (Primärkreis 1) werden über je eine Antenne 4 in der Nähe
eines jeden Rades 14 (Figur 4) Energiesignale zu Transpondern in den Reifen 15 ausgesendet.
Jeder Transponder verwendet die empfangene Energie dazu, den Druck oder die Temperatur
im Reifen 15 zu messen und in einem Datensignal zurück zu Basisstation zu senden.
Die Druckwerte können dann für jede Radposition dem Fahrer dargestellt werden und
insbesondere kann dem Fahrer bei unzulässig hohem Druckverlust oder zu hohem Druck
oder Temperatur in einem Reifen eine Alarmmeldung ausgegeben werden.
[0040] In jedem Reifen 15 des Kraftfahrzeugs ist als Sende- und Empfangsantenne die Kurzschlussspule
16 an der Innenseite oder in dem Gummi eines jeden Reifens 15 angeordnet. Über den.
Ringkern 8 ist die Kurzschlussspule 16 mit dem Sekundärkreis 3 induktiv gekoppelt.
Jeder Kurzschlussspule 16 ist eine Antenne 4 der Basisstation räumlich derart zugeordnet,
dass eine möglichst gute Übertragung stattfindet. Damit Energie und/oder Daten vom
Primärkreis 1 gut in die Kurzschlussspule 16 eingekoppelt werden, ist die Antenne
4 beispielsweise am Federbein 17 (Figur 5) auf Höhe der Kurzschlussspule 16 befestigt.
Dann weist selbst bei sich drehendem Rad jede Antenne 4 den gleichen, möglichst kurzen
Abstand zu der jeweils zugeordneten Kurzschlussspule 16 auf. In der Kurschlussspule
16 wird dann - unabhängig von der Raddrehung - immer die gleiche Spannung durch das
Magnetfeld der fahrzeugseitigen Antenne 4 induziert und es fließt in jeder Radwinkeistellung
ein gleich hoher Strom.
[0041] Die Kürzschlussspule 16 ist vorteilhafterweise aus Stahl hergestellt (daher auch
als Stahlring bezeichnet), der auch bei extremer Belastung, wie Walkarbeit des Reifens,
nicht brechen soll. Der Stahlring ist dann an der Innenseite derjenigen Seitenwand
des Reifens 15 oder in dem Reifenmaterial auf der Seite befestigt, die zum Federbein
17 hin und damit zur Antenne 4 der Basisstation hin gerichtet ist.
[0042] Zum möglichst effektiven Übertragen von Energie oder Daten ist die Antenne 4 der
Basisstation als Spule auf einem Ferritkern 5 mit hoher Permeabilität gewickelt. Der
Ferritkern 5 ist etwa parallel zur Windungsfläche des Stahlrings angeordnet, damit
das Magnetfeld (Feldlinien sind andeutungsweise in der Figur 5 gepunktet dargestellt)
der Antenne 4 gut in die Kurzschlussspule 16 eingekoppelt wird.
[0043] In der Figur 6 ist die Basisstation im Einzelnen dargestellt. Die Basisstation empfängt
die von jedem Transponder ausgesendeten Signale über mehrere, den Rädern zugeordnete
Antennen.
[0044] Jede Antenne 4 leitet das jeweils empfangene Signal über einen Empfänger an einen
Mikroprozessor µP. Die aus dem Signal demodulierten Daten (wie Reifendruck, Temperatur
im Reifen öder Kennung des Reifens) werden dem Mikroprozessor µP zugeführt.
[0045] Der Mikroprozessor µP ist mit einem Daten-Speicher E
2PROM verbunden. In diesem Speicher E
2PROM können Soll- oder Referenzwerte für Reifenfülldruck (minimal und/oder maximal
zugelassene Druckwerte), Referenztemperatur, Zuordnungen von Kennungen zu Radposition
usw. gespeichert sein.
[0046] Die Basisstation kann über einen Daten-Bus 18 des Kraftfahrzeugs, beispielsweise
einem CAN-Bus, mit anderen elektronischen Einheiten im Kraftfahrzeug verbunden sein.
[0047] Bereits im Reifen 15 können die gemessenen Druckwerte mit Sollwerten verglichen werden.
Dies kann auch in der Basisstation geschehen, wobei die Soll- oder Referenzwerte in
dem Speicher E
2PROM abgelegt sind. Falls ein Sollwert unter- oder überschritten wird, kann eine Information
oder eine Warnmeldung über den Bus 18 an den Fahrer erfolgen, indem die information
durch eine Anzeigeeinheit 19 optisch und/oder akustisch angezeigt wird.
[0048] Bei Unterschreiten oder Überschreiten der Referenzdruckwerte wird ein Warnsignal
ausgegeben, durch das dem Fahrer die jeweilige Radposition mitgeteilt wird, bei der
ein Reifen 15 mit zu niedrigem oder zu hohem Druck vorliegt.
[0049] Die Anzeigeeinheit 19 ist vorteilhafterweise im Blickfeld des Fahrers angeordnet,
beispielsweise in der Instrumententafel.
[0050] Die Basisstation weist einen Sender 20 und einen Empfänger 21 auf, mit deren Hilfe
Daten oder Energie über eine oder mehrere Antennen 4 zu den einzelnen Transpondern
in den Reifen 15 gesendet werden bzw. von dort empfangen werden können. Das Senden
und das Empfangen geschieht vorteilhafterweise jeweils über eine Antenne 4, die jeweils
einer Radposition mit einem Reifen 15 sowie dem darin befindlichen Transponder zugeordnet
ist.
[0051] Als Streuinduktivität kann jede zusätzlich in den Sekundärkreis 3 eingebrachte Induktivität
(Impedanz) angesehen werden, die gezielt die magnetische Kopplung zwischen Zwischenkreis
2 und Sekundärkreis 3 reduziert, und somit die Bedämpfung des Sekundärkreis 3 durch
die geringe Güte des Zwischenkreis 2 reduziert. Die Gesamtübertragungseigenschaften
werden dadurch verbessert.