| (19) |
 |
|
(11) |
EP 1 538 232 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
03.01.2007 Patentblatt 2007/01 |
| (22) |
Anmeldetag: 17.11.2004 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
|
|
| (54) |
Korrosionsbeständige, austenitische Stahllegierung
Corrosion resistant austenitic steel
Acier austenitique résistant à la corrosion
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LU MC NL PL PT RO SE SI SK
TR |
| (30) |
Priorität: |
03.12.2003 AT 19382003
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
08.06.2005 Patentblatt 2005/23 |
| (73) |
Patentinhaber: |
|
- BÖHLER Edelstahl GmbH
A-8605 Kapfenberg (AT)
- Schoeller-Bleckmann Oilfield Technology GmbH & Co
KG
2630 Ternitz (AT)
|
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Saller, Gabriele, Dr.-Ing.
8700 Leoben (AT)
- Aigner, Herbert, Dipl.-Ing.
2630 Buchbach (AT)
- Bernauer, Josef, Dipl.Ing.
4490 St. Florian (AT)
- Huber, Raimund
8605 Kapfenberg (AT)
|
| (74) |
Vertreter: Wildhack, Helmut et al |
|
Patentanwälte
Dipl.-Ing. Dr. Helmut Wildhack
Dipl.-Ing. Dr.Gerhard Jellinek
Landstrasser Hauptstrasse 50 1030 Wien 1030 Wien (AT) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 207 068 EP-A- 0 432 434 DE-A1- 19 607 828 FR-A- 2 493 344 US-A- 3 936 297
|
EP-A- 0 249 117 AT-B- 407 882 DE-C2- 19 758 613 US-A- 3 847 599 US-A- 4 919 728
|
|
| |
|
|
- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 1995, no. 06, 31. Juli 1995 (1995-07-31) & JP 07 062432
A (KOBE STEEL LTD; OTHERS: 01), 7. März 1995 (1995-03-07)
- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 018, no. 401 (C-1231), 27. Juli 1994 (1994-07-27) &
JP 06 116683 A (KOBE STEEL LTD), 26. April 1994 (1994-04-26)
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine austenitische, im Wesentlichen ferritfreie Stahllegierung.
[0002] Weiter umfasst die Erfindung die Verwendung einer austenitischen, im Wesentlichen
ferritfreien Stahllegierung.
[0003] Schließlich bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren zur Herstellung von austenitischen,
im Wesentlichen ferritfreien Komponenten, insbesondere Bohrstangen, für die Ölfeldtechnik.
[0004] Beim Niederbringen von Bohrungen, beispielsweise in der Ölfeldtechnik, ist es notwendig,
einen Bohrlochverlauf möglichst exakt festzustellen. Dies erfolgt üblicherweise durch
Bestimmung der Lage des Bohrkopfes mit Hilfe von Magnetfeldsonden, bei welchen das
magnetische Feld der Erde zur Messung genutzt wird. Teile von Bohrgeräten, insbesondere
Bohrstangen, sind deswegen aus nicht-magnetischen Legierungen gefertigt. In diesem
Zusammenhang wird heute zumindest für die in unmittelbarer Nähe von Magnetfeldsonden
befindlichen Teile von Bohrsträngen eine relative magnetische Permeabilität µ
r kleiner als 1.01 gefordert.
[0005] Austenitische Legierungen können im Wesentlichen ferritfrei, das heißt mit einer
relativen magnetischen Permeabilität µ
r kleiner als 1.01, ausgebildet sein. Somit können austenitische Legierungen die vorstehende
Forderung erfüllen und daher grundsätzlich für Bohrstrangkomponenten eingesetzt werden.
[0006] Um für einen Einsatz in der Form von Bohrstrangkomponenten insbesondere für Tieflochbohrungen
geeignet zu sein, ist es weiter erforderlich, dass ein gewählter austenitischer Werkstoff
Mindestwerte der mechanischen Eigenschaften, insbesondere der 0.2 %-Dehngrenze und
Zugfestigkeit, erreicht und den beim Bohrbetrieb auftretenden dynamisch wechselnden
Belastungen gewachsen ist, also zusätzlich eine hohe Dauerwechselfestigkeit aufweist.
Andernfalls können beispielsweise Bohrstangen aus entsprechenden Legierungen den beim
Gebrauch auftretenden hohen Zug- und Druckbeanspruchungen sowie Torsionsbeanspruchungen
nicht oder nur für eine kurze Einsatzzeit standhalten; unerwünscht rasches bzw. vorzeitiges
Materialversagen ist die Folge.
[0007] Austenitische Werkstoffe für Bohrstrangkomponenten werden in der Regel hoch mit Stickstoff
legiert, um hohe Werte der Streckgrenze und der Zugfestigkeit von Komponenten wie
Bohrstangen zu erreichen. Eine zu berücksichtigende Anforderung ist jedoch eine Porenfreiheit
des eingesetzten Werkstoffes, welche durch Legierungszusammensetzung und Herstellverfahren
beeinflussbar ist.
[0008] In diesem Bezug stellen sich wirtschaftlich günstig selbstredend Legierungen dar,
welche bei Erstarrung unter Atmosphärendruck zu porenfreiem Halbzeug führen. In der
Praxis sind solche austenitische Legierungen allerdings des hohen Stickstoffgehaltes
wegen eher selten, und es ist durchwegs ein Erstarren unter erhöhtem Druck erforderlich,
um eine Porenfreiheit zu erreichen. Ein Erschmelzen und Erstarren unter Stickstoffdruck
kann auch notwendig sein, um genügend Stickstoff im erstarrten Material zu erhalten,
wenn andernfalls eine unzureichende Stickstofflöslichkeit gegeben ist.
[0009] Schließlich sollten austenitische Legierungen, welche für einen Einsatz als Komponenten
von Bohrsträngen vorgesehen sind, eine gute Beständigkeit gegen verschiedene Arten
von Korrosion aufweisen. Insbesondere ist ein hoher Widerstand gegen Lochfraßkorrosion
und Spannungsrisskorrosion vor allem in chloridhältigen Medien erwünscht.
[0010] Gemäß dem Stand der Technik sind austenitische Legierungen bekannt, welche jeweils
einige dieser Anforderungen, nämlich weitgehende Ferritfreiheit, gute mechanische
Eigenschaften, Porenfreiheit und hohe Korrosionsbeständigkeit, erfüllen.
[0011] Aus der DE 39 40 438 C1 sind Gegenstände aus einem warm- und kaltverformten und nachfolgend
bei Temperaturen von über 300 °C ausgelagerten, austenitischen Werkstoff mit (in Gewichtsprozent)
max. 0.12 % Kohlenstoff, 0.20 % bis 1.00 % Silicium, 17.5 % bis 20.0 % Mangan, maximal
0.05 % Phosphor, maximal 0.015 % Schwefel, 17.0 % bis 20.0 % Chrom, maximal 5 % Molybdän,
maximal 3.0 % Nickel, 0.8 % bis 1.2 % Stickstoff, bekannt. Diese Gegenstände weisen
allerdings, wie in der DE 196 07 828 A1 von einigen derselben Erfinder bemerkt wird,
bescheidene Dauerwechselfestigkeiten von bestenfalls 375 MPa auf, welche in aggressiver
Umgebung, z.B. in Salzlösung noch deutlich tiefer liegen.
[0012] Eine andere austenitische Legierung ist aus der nebenbei schon erwähnten DE 196 07
828 A1 bekannt. Gemäß dieser Schrift werden Gegenstände für die offshore-Industrie
vorgeschlagen, die aus einer austenitischen Legierung mit (in Gewichtsprozent) 0.1
% Kohlenstoff, 8 % bis 15 % Mangan, 13 % bis 18 % Chrom, 2.5 % bis 6 % Molybdän, 0
% bis 5 % Nickel und 0.55 % bis 1.1 % Stickstoff bestehen. Derartige Gegenstände sollen
hohe mechanische Kennwerte und eine höhere Dauerwechselwechselfestigkeit als Gegenstände
nach der DE 39 40 438 C1 aufweisen. Nachteilig ist jedoch eine auf die Legierungszusammensetzung
zurückführbare geringe Stickstofflöslichkeit, weshalb unter Druck geschmolzen und
erstarren gelassen werden muss oder noch aufwändigere pulvermetallurgische Herstellverfahren
anzuwenden sind.
[0013] Eine bei Erschmelzen unter Atmosphärendruck zu Gegenständen mit geringer magnetischer
Permeabilität und guten mechanischen Eigenschaften führende austenitische Legierung
ist in der AT 407 882 B beschrieben. Eine solche Legierung weist insbesondere eine
hohe 0.2 % Dehngrenze, hohe Zugfestigkeit und eine hohe Dauerwechselfestigkeit auf.
Legierungen gemäß der AT 407 882 B werden zweckmäßigerweise warmverformt und bei Temperaturen
von 350°C bis etwa 600°C einer zweiten Verformung unterworfen. Die Legierungen eigenen
sich für eine Herstellung von Bohrstangen, welche im Rahmen eines Bohreinsatzes in
der Ölfeldtechnik auch den hohen Anforderungen hinsichtlich statischer und dynamischer
Belastbarkeit über lange Einsatzzeiten in zufriedenstellender Weise Rechnung tragen.
[0014] Dennoch, so wurde festgestellt, kann es zu Materialversagen kommen, weil Bohrstrangkomponenten
wie Bohrstangen bei einem Einsatz neben hohen mechanischen Beanspruchungen auch hochkorrosiven
Medien bei erhöhten Temperaturen ausgesetzt sind. In der Folge kann es zu Spannungsrisskorrosion
kommen. Da Bohrstangen und andere Teile von Bohreinrichtungen auch während Stehzeiten
mit korrosiven Medien in Kontakt stehen können, kann Lochfraßkorrosion ebenfalls entscheidend
zum Materialversagen beitragen. Beide Korrosionsarten bewirken in der Praxis eine
Verkürzung der maximalen theoretischen Gebrauchsdauer bzw. der Einsatzzeit von Bohrstangen,
wie sie auf Grund der mechanischen Eigenschaften bzw. Kennwerte zu erwarten wäre.
[0015] Gemäß dem dargelegten Stand der Technik zeigt sich, dass bei hochstickstoffhältigen
austenitischen Legierungen, welche unter Atmosphärendruck zu zumindest weitgehend
porenfreien Blöcken erschmelzbar sind, die Anforderungen hinsichtlich guter mechanischer
Eigenschaften und gleichzeitig hoher Beständigkeit gegen Korrosion bei Zug- und Druckbelastung
als auch gegen Lochfraßkorrosion nicht zufriedenstellend erfüllt sind.
[0016] Hier knüpft die Erfindung an und stellt sich zur Aufgabe, eine austenitische Stahllegierung
anzugeben, welche bei Atmosphärendruck erschmelzbar und zu porenfreiem Halbzeug verarbeitbar
ist und welche bei guten mechanischen Eigenschaften, insbesondere bei hoher 0.2 %
Dehngrenze, hoher Zugfestigkeit und hoher Dauerwechselfestigkeit, gleichzeitig eine
hohe Beständigkeit sowohl gegen Spannungsrisskorrosion als auch gegen Lochfraßkorrosion
aufweist.
[0017] Ein weiteres Ziel der Erfindung ist es, Verwendungen für eine austenitische, im Wesentlichen
ferritfreie Legierung anzugeben.
[0018] Die genannte Aufgabe löst eine Stahllegierung nach Anspruch 1. Vorteilhafte Weiterbildungen
einer erfindungsgemäßen Stahllegierung sind Gegenstand der Ansprüche 2 bis 21.
[0019] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile sind insbesondere darin zu sehen, dass eine
austenitische, im Wesentlichen ferritfreie Stahllegierung bereitgestellt wird, welche
gute mechanische Eigenschaften, insbesondere hohe Werte der 0.2 % Dehngrenze und der
Zugfestigkeit aufweist und welche gleichzeitig eine hohe Beständigkeit gegen Spannungsrisskorrosion
und auch gegen Lochfraßkorrosion aufweist.
[0020] Auf Grund einer synergetisch abgestimmten Legierungszusammensetzung ist eine hohe
Stickstofflöslichkeit gegeben. In vorteilhafter Weise kann somit ein zumindest weitgehend
porenfreier Block aus einer erfindungsgemäßen Legierung bei Schmelzen und Erstarren
unter Atmosphärendruck erstellt werden.
[0021] Nach einer Warmverformung eines Gussstückes in einem oder mehreren Schritten, einem
wahlweise darauffolgenden Lösungsglühen des Halbzeuges und einer danach folgenden
weiteren Verformung bei einer Temperatur unterhalb der Rekristallisationstemperatur,
vorzugsweise unterhalb von 600 °C, insbesondere im Bereich von 300 °C bis 550 °C,
liegt ein erfindungsgemäß zusammengesetzter Werkstoff im Wesentlichen frei von stickstoffhältigen
und/oder karbidischen Ausscheidungen vor. Dies bewirkt eine hohe Dauerwechselfestigkeit
desselben, weil der gesamte Stickstoff in Lösung vorliegt und beispielsweise Karbide,
welche als Mikrokerben wirken, stark reduziert sind. Dementsprechend weist ein Gegenstand
aus der erfindungsgemäßen Legierung bei Raumtemperatur eine Dauerwechselfestigkeit
von mehr als 400 MPa bei 10
7 Lastwechsel auf.
[0022] Andererseits bewirkt eine Freiheit von stickstoffhältigen und/oder karbidischen Ausscheidungen
allgemein eine hohe Korrosionsbeständigkeit des Stahls, weil vor allem Chrom und Molybdän
nicht als Karbide bzw. Nitride gebunden sind und daher in Bezug auf Korrosionsbeständigkeit
ihre passivierende Wirkung vollflächig entfalten. So können Teile aus erfindungsgemäßen
Stahllegierungen bei besseren mechanischen Eigenschaften Beständigkeiten gegen Spannungsrisskorrosion
und Lochfraßkorrosion aufweisen, die jene von hochlegierten Cr-Ni-Mo-Austeniten übertreffen.
[0023] Im Folgenden sind die Wirkungen der jeweiligen Elemente einzeln und im Zusammenwirken
mit den übrigen Legierungsbestandteilen näher beschrieben.
[0024] Kohlenstoff (C) kann in einer erfindungsgemäßen Stahllegierung in Gehalten bis zu
0.35 Gew.-% vorhanden sein. Kohlenstoff ist ein Austenitbildner und wirkt sich in
Bezug auf hohe mechanische Kennwerte günstig aus. Im Hinblick auf eine Vermeidung
von karbidischen Ausscheidungen, insbesondere bei größeren Dimensionen, ist es bevorzugt,
den Kohlenstoffgehalt auf 0.01 Gew.-% bis 0.06 Gew.-% einzustellen.
[0025] Silicium (Si) ist in Gehalten bis 0.75 Gew.-% vorgesehen und dient in der Hauptsache
einer Desoxidation des Stahls. Höhere Gehalte als 0.75 Gew.-% erweisen sich im Hinblick
auf eine Ausbildung intermetallischer Phasen als nachteilig. Silicium ist überdies
ein Ferritbildner und auch deswegen sollte ein Siliciumgehalt auf maximal 0.75 Gew.-%
begrenzt sein. Günstig und daher bevorzugt ist es, Silicium in Gehalten von 0.15 Gew.-%
bis 0.30 Gew.-% vorzusehen, weil in diesem Gehaltsbereich eine ausreichend desoxidierende
Wirkung bei geringem Beitrag von Silicium zur Ferritbildung gegeben ist.
[0026] Mangan (Mn) ist in Gehalten von mehr als 19.0 Gew.-% bis zu 30.0 Gew.-% vorgesehen.
Dieses Element trägt wesentlich zu einer hohen Stickstofflöslichkeit bei. Porenfreie
Werkstoffe aus einer erfindungsgemäßen Stahllegierung sind deshalb auch bei Erstarren
unter Atmosphärendruck herstellbar. Hinsichtlich einer Stickstofflöslichkeit einer
Legierung im schmelzflüssigen Zustand sowie während und nach der Erstarrung ist es
bevorzugt, Mangan in Gehalten von mehr als 20 Gew.-% einzusetzen. Mangan stabilisiert
überdies das Austenitgefüge speziell bei hohen Verformungsgraden gegen die Bildung
von Umformmartensit. Mit Bezug auf eine bevorzugt gute Korrosionsbeständigkeit hat
sich eine obere Grenze des Mangangehaltes mit 25.5 Gew.-% ergeben.
[0027] Chrom (Cr) erweist sich in Gehalten von 17.0 Gew.-% oder mehr als notwendig für eine
hohe Korrosionsbeständigkeit. Außerdem ermöglicht Chrom ein Zulegieren großer Stickstoffmengen.
Höhere Gehalte als 24.0 Gew.-% können sich nachteilig auf eine magnetische Permeabilität
auswirken, weil Chrom zu den ferritstabilisierenden Elementen zählt. Besonders vorteilhaft
sind Chrom-Gehalte von 19.0 % bis 23.5 %, vorzugsweise 20.0 % bis 23.0 %. Bei diesen
Gehalten zeigt eine gemeinsame Betrachtung der Neigung zur Bildung von chromhältigen
Ausscheidungen und Beständigkeit gegen Lochfraß- und Spannungsrisskorrosion ein Optimum.
[0028] Molybdän (Mo) ist ein Element, welches in einer Stahllegierung gemäß der Erfindung
wesentlich zur Korrosionsbeständigkeit im allgemeinen und zur Lochfraßkorrosionsbeständigkeit
im besonderen beiträgt, wobei die Wirkung von Molybdän in einem Gehaltsbereich von
mehr als 1.90 Gew.-% durch eine Anwesenheit von Nickel verstärkt wird. Ein optimaler
und daher bevorzugter Bereich des Molybdängehaltes in Bezug auf eine Korrosionsbeständigkeit
ist durch eine untere Grenze von 2.05 Gew.-%, ein besonders bevorzugter Bereich durch
eine untere Grenze von 2.5 Gew.-%, festgelegt. Da Molybdän zum einen ein teures Element
ist und zum anderen bei größeren Gehalten die Tendenz zur Bildung intermetallischer
Phasen steigt, ist ein Molybdängehalt mit 5.5 Gew.-%, in bevorzugten Varianten der
Erfindung mit 5.0 Gew.-%, insbesondere mit 4.5 Gew.-%, begrenzt.
[0029] Wolfram (W) kann in Konzentrationen von bis zu 2.0 Gew.-% anwesend sein und zur Steigerung
der Korrosionsbeständigkeit beitragen. Wenn eine im Wesentlichen ausscheidungsfreie
Legierung gefordert ist, ist es zweckmäßig einen Wolframgehalt zwischen 0.05 Gew.-%
und 0.2 Gew.-% zu halten. Um intermetallische bzw. stickstoffhältige und/oder karbidische
Ausscheidungen von Wolfram bzw. Wolfram und Molybdän hintan zuhalten, ist es günstig,
wenn ein Summengehalt X (in Gew.-%) dieser Elemente, berechnet nach X = (%Molybdän)
+ 0.5*(% Wolfram), größer als 2 und kleiner als 5.5 ist.
[0030] Nickel (Ni) trägt, wie gefunden wurde, in einem Gehaltsbereich von mehr als 2.50
Gew.-% bis 15.0 Gew.-% und im Zusammenwirken mit den übrigen Legierungselementen aktiv
und positiv zur Korrosionsbeständigkeit bei. Insbesondere, und dies ist aus fachmännischer
Sicht als völlig überraschend zu werten, ist bei Anwesenheit von mehr als 2.50 Gew.-%
Nickel eine hohe Spannungsrisskorrosionsbeständigkeit gegeben. Entgegen der in einschlägigen
Lehr- und Fachbüchem dargelegten Meinung, dass mit steigenden Nickelgehalten die Spannungsrisskorrosionsbeständigkeit
von chromhältigen Austeniten in chloridhältigen Medien dramatisch abnimmt und bei
etwa 20 Gew.-% ein Minimum einnimmt (siehe, z.B.: A.J. Sedriks,
Corrosion of Stainless Steels, 2
nd Edition, John Wiley & Sons Inc., 1996, Seite 276), kann in einer erfindungsgemäßen
Stahllegierung auch bei Nickelgehalten von mehr als 2.50 Gew.-% bis 15.0 Gew.-% in
chloridhältigen Medien eine hohe Spannungsrisskorrosionsbeständigkeit erreicht werden.
[0031] Eine abgesicherte wissenschaftliche Erklärung dieses Effekts liegt noch nicht vor.
Vermutet wird Folgendes: Für eine Entstehung transkristalliner Spannungsrisskorrosion
durch Gleitvorgänge ist eine planare Versetzungsanordnung notwendig, welche durch
eine niedrige Stapelfehlerenergie begünstigt wird. In einer erfindungsgemäßen Legierung
erhöht Nickel die Stapelfehlerenergie. Dies führt bei mehr als 2.50 Gew.-% Nickel
zu hohen Stapelfehlerenergien und zu Versetzungsknäuel, wodurch eine Anfälligkeit
gegen Spannungsrisskorrosion verringert ist.
[0032] Besonders bevorzugt sind in diesem Zusammenhang Nickelgehalte von zumindest 2.65
Gew.-%, vorzugsweise zumindest 3.6 Gew.-%, insbesondere 3.8 Gew.-% bis 9.8 Gew.-%,
Nickel.
[0033] Cobalt (Co) kann in Gehalten bis zu 5.0 Gew.-% zur Substitution von Nickel vorgesehen
sein. Bevorzugt ist es jedoch schon der hohen Kosten dieses Elementes wegen, einen
Cobaltgehalt unter 0.2 Gew.-% zu halten.
[0034] Nickel leistet, wie oben dargelegt, einen hohen Beitrag zur Korrosionsbeständigkeit
und ist ein starker Austenitbildner. Demgegenüber leistet Molybdän zwar auch einen
wesentlichen Beitrag zur Korrosionsbeständigkeit, ist aber ein Ferritbildner. Daher
ist es günstig, wenn der Nickelgehalt gleich oder größer ist, als der Molybdängehalt.
Besonders günstig ist in diesem Zusammenhang, wenn ein Nickelgehalt mehr als das 1.3-fache,
vorzugsweise mehr als das 1.5-fache, eines Molybdängehaltes beträgt.
[0035] Stickstoff (N) ist in Gehalten von zumindest 0.35 Gew.-% bis 1.05 Gew.-% erforderlich,
um eine hohe Festigkeit sicherzustellen. Weiter trägt Stickstoff zur Korrosionsbeständigkeit
bei und ist ein starker Austenitbildner, weswegen höhere Gehalte als 0.40 Gew.-%,
insbesondere höher als 0.60 Gew.-%, günstig sind. Auf der anderen Seite steigt mit
zunehmendem Stickstoffgehalt die Neigung zu einer Bildung von stickstoffhältigen Ausscheidungen,
beispielsweise Cr
2N. In vorteilhaften Varianten der Erfindung ist ein Stickstoffgehalt daher mit 0.95
Gew.-%, vorzugsweise 0.90 Gew.-%, begrenzt.
[0036] Als vorteilhaft hat sich erwiesen, wenn das Verhältnis der Gewichtsanteile von Stickstoff
zu Kohlenstoff größer als 15 ist, weil dann eine Bildung von rein karbidhältigen Ausscheidungen,
welche sich äußerst nachteilig auf eine Korrosionsbeständigkeit des Werkstoffes auswirken,
zumindest weitgehend ausgeschlossen ist.
[0037] Bor (B) kann in Gehalten bis zu 0.005 Gew.-% vorgesehen sein und begünstigt insbesondere
in einem Bereich von 0.0005 Gew.-% bis 0.004 Gew.-% eine Warmverformbarkeit des erfindungsgemäß
zusammensetzten Werkstoffes.
[0038] Kupfer (Cu) ist in einer erfindungsgemäßen Stahllegierung in einem Gehalt von weniger
als 0.5 Gew.-% tolerierbar. In Gehalten von 0.04 Gew.-% bis 0.35 Gew.-% erweist sich
Kupfer als durchaus vorteilhaft bei speziellen Einsatzzwecken von Bohrstangen, beispielsweise
wenn Bohrstangen bei Bohrungen mit Medien wie Schwefelwasserstoffen, insbesondere
H
2S, in Kontakt kommen. Gehalte höher als 0.5 Gew.-% fördern eine Ausscheidungsbildung
und erweisen sich als nachteilig für die Korrosionsbeständigkeit.
[0039] Aluminium (Al) trägt neben Silicium zu einer Desoxidation des Stahles bei, ist jedoch
ein starker Nitridbildner, weshalb dieses Element gewichtsmäßig auf weniger als 0.05
Gew.-% eingeschränkt wird.
[0040] Schwefel (S) ist in Gehalten bis zu 0.30 Gew.-% vorgesehen. Größere Gehalte als 0.1
Gew.-% wirken sich sehr günstig auf eine Verarbeitung einer erfindungsgemäßen Stahllegierung
aus, weil eine spanabhebende Bearbeitung erleichtert ist. Wenn jedoch ein Augenmerk
höchster Korrosionsbeständigkeit des Werkstoffes gilt, ist ein Schwefelgehalt mit
0.015 Gew.-% begrenzt.
[0041] In einer Stahllegierung gemäß der Erfindung ist der Gehalt an Phosphor (P) geringer
als 0.035 Gew.-%. Vorzugsweise ist ein Phosphorgehalt mit maximal 0.02 Gew.-% begrenzt.
[0042] Vanadium (V), Niob (Nb), Titan (Ti) wirken komfeinend im Stahl und können zu diesem
Zweck einzeln oder in beliebiger Kombination vorhanden sein, wobei eine Summenkonzentration
der vorhandenen Elemente maximal 0.85 Gew.-% beträgt. Im Hinblick auf eine kornfeinende
Wirkung und eine Vermeidung von groben Ausscheidungen dieser starken Karbidbildner,
ist es von Vorteil, wenn eine Summenkonzentration der vorhandenen Elemente mehr als
0.08 Gew.-% und weniger als 0.45 Gew.-% beträgt.
[0043] In einer erfindungsgemäßen Stahllegierung tragen die Elemente Wolfram, Molybdän,
Mangan, Chrom, Vanadium, Niob und Titan positiv zur Löslichkeit von Stickstoff bei.
[0044] Es ist besonders günstig, wenn Halbzeug aus einer erfindungsgemäßen Legierung bei
einer Temperatur von mehr als 750 °C warmverformt, wahlweise lösungsgeglüht und abgeschreckt,
und anschließend bei einer Temperatur unterhalb der Rekristallisationstemperatur,
vorzugsweise unterhalb von 600°C, insbesondere im Temperaturbereich von 300 °C bis
500 °C, verformt ist. In diesem Zustand des Werkstoffes liegt ein Gefüge frei von
stickstoffhältigen und/oder karbidischen Ausscheidungen vor. Bei Anwendung der genannten
Verfahrensschritte kann ein homogenes, feines austenitisches Gefüge ohne Umformmartensit
erreicht werden. Derart behandelte Werkstoffe weisen bei Raumtemperatur eine Dauerwechselfestigkeit
von mehr als 400 MPa bei 10
7 Lastwechseln auf.
[0045] Das weitere Ziel der Erfindung, Verwendungen für eine austenitische, im Wesentlichen
ferritfreie Legierung anzugeben, wird durch Verwendung einer erfindungsgemäßen Stahllegierung
als Werkstoff für Komponenten für die Ölfeldtechnik erreicht. Insbesondere als günstig
erweist es sich, wenn die Komponente ein Bohrstrangteil ist.
[0046] Das weitere Ziel der Erfindung wird auch durch Verwendung einer Legierung gemäß der
Erfindung für auf Zug und Druck beanspruchte Bauteile, welche mit korrosiven Medien,
insbesondere einer korrosiven Flüssigkeit wie salzhältiges Wasser, in Kontakt kommen,
erreicht.
[0047] Die Vorteile einer erfindungsgemäßen Verwendung sind insbesondere darin zu sehen,
dass bei Einsatz der genannten Legierungen korrosionschemischer Verschleiß verzögert
ist und die Komponenten bzw. Bauteile eine erhöhte Gebrauchsdauer aufweisen.
[0048] Im Rahmen einer Weiterverarbeitung von stangenförmigem Material aus einer erfindungsgemäßen
Legierung zu Bohrstangen durch Drehen und Schälen hat sich überraschenderweise gezeigt,
dass ein Verschleiß von Dreh- bzw. Schälwerkzeugen bei Vergleich mit Material gemäß
dem Stand der Technik erheblich verringert ist.
[0049] Zufolge diesem Aspekt stellt es ein verfahrensmäßiges Ziel der Erfindung dar, ein
Verfahren zur Herstellung von austenitischen, im Wesentlichen ferritfreien Komponenten
für die Ölfeldtechnik anzugeben, mit welchem insbesondere Bohrstangen hoher Korrosionsbeständigkeit
mit geringerem Werkzeugverschleiß kostengünstig herstellbar sind.
[0050] Das verfahrensgemäße Ziel der Erfindung wird durch ein Verfahren nach Anspruch 26
erreicht.
[0051] Die mit einem derartigen Verfahren erreichten Vorteile sind insbesondere darin zu
sehen, dass Komponenten für die Ölfeldtechnik, welche bei für Einsatzzwecke ausreichenden
mechanischen Eigenschaften verbesserte Korrosionsbeständigkeit aufweisen, bei einem
um bis zu 12 % verringertem Werkzeugverschleiß herstellbar sind. Ein Homogenisieren
kann dabei sowohl vor einem ersten Warmverformungsschritt als auch nach einem ersten
Warmverformungsschritt, jedoch vor einem zweiten Warmverformungsschritt, vorgenommen
werden.
[0052] Höhere Temperaturen erleichtern eine Verformung im Verformungsschritt nach einer
verstärkten Abkühlung und es ist daher günstig, wenn dieser bei einer Temperatur des
Halbzeuges von über 350°C durchgeführt wird.
[0053] Wenn die zu erstellende Komponente eine Bohrstange ist, ist das Halbzeug zweckmäßigerweise
eine Stange, welche im zweiten Verformungsschritt mit einem Verformungsgrad von 10
% bis 20 % verformt wird. Derartige Verformungsgrade erbringen eine ausreichende Festigkeit
für Einsatzzwecke und erlauben eine Dreh- bzw. Schälbearbeitung bei verringertem Werkzeugverschleiß.
[0054] In Bezug auf eine Güte von erstellten Komponenten hat es sich als günstig erwiesen,
wenn ein Block mittels Elektroschlacke-Umschmelz-Verfahren hergestellt wird.
[0055] Eine rasche und kostengünstige Fertigung von Komponenten wird ermöglicht, wenn die
spanabhebende Bearbeitung ein Drehen und/oder Schälen umfasst.
[0056] Im Folgenden ist die Erfindung anhand von Beispielen noch weiter erläutert.
[0057] Durch Schmelzen unter Atmosphärendruck wurden Blöcke erstellt, deren chemische Zusammensetzungen
den Legierungen 1 bis 5 sowie 7 in Tabelle 1 entsprechen. Ein Gusstück aus Legierung
6 in Tabelle 1 wurde unter Stickstoffatmosphäre bei 16 bar Druck umgeschmolzen und
aufgestickt. Die porenfreien Blöcke wurden anschließend bei 1200 °C homogenisiert
und bei 910 °C mit einem Verformungsgrad von 75 % warmverformt [Verformungsgrad =
((Ausgangsquerschnitt - Endquerschnitt) / Ausgangsquerschnitt)* 100]. Danach folgte
eine Lösungsglühbehandlung zwischen 1000 °C und 1100 °C. Anschließend wurden die zu
Halbzeug verformten Blöcke mit Wasser auf Umgebungstemperatur abgeschreckt und schließlich
bei Temperatur von 380 °C bis 420°C einem zweiten Verformungsschritt unterworfen,
wobei ein Verformungsgrad 13 % bis 17 % betrug. Die so erstellten Gegenstände wurden
untersucht bzw. zu Bohrstangen weiterverarbeitet.
[0058] Legierungen A, B, C, D und E, deren Zusammensetzungen ebenfalls aus Tabelle 1 ersichtlich
sind, stellen am Markt erhältliche Produkte dar.
[0059] Gegenstände aus diesen Legierungen wurden zu Vergleichszwecken ebenfalls untersucht
bzw. bearbeitet.

[0060] Die in Tabelle 1 angeführten Legierungen wurden hinsichtlich Lochfraßkorrosionsbeständigkeit
und Spannungsrisskorrosion untersucht. Die Bestimmung der Lochfraßkorrosionsbeständigkeit
erfolgte durch Messung des Lochkorrosionspotentials gegenüber einer Standard-Wasserstoffelektrode
nach ASTM G 61. Die Spannungsrisskorrosion (SCC) wurde durch Ermittlung des Wertes
der SCC-Grenzspannung nach ATSM G 36 bestimmt. Der Wert der SCC-Grenzspannung steht
für jene außen angelegte maximale Prüfspannung, welche eine Prüfprobe mehr als 720
Stunden in bei 155 °C siedender 45%-MgCl
2-Lösung erträgt.
[0061] Untersuchungen an Gegenständen aus den in Tabelle 1 angeführten Legierungen belegen
bei hohen mechanischen Kennwerten eine überragende Korrosionsbeständigkeit von erfindungsgemäßen
Werkstoffen. Vor allem im Vergleich mit den aus dem Stand der Technik bekannten Cr-Mn-Austeniten
(Legierungen A, B und C) zeigt sich gemäß Tabelle 2 und Tabelle 3, dass erfindungsgemäße
Legierungen bei guten mechanischen Eigenschaften deutlich korrosionsbeständiger sind.
Dabei zeigt sich eine erhöhte Beständigkeit erfindungsgemäßer Legierungen sowohl gegen
Lochfraßkorrosion als auch gegen Spannungsrisskorrosion.
[0062] Ein Lochkorrosionspotential E
pit bzw. eine SCC-Grenzspannung kann sogar Werte entsprechend jenen von hochlegierten
Cr-Ni-Mo-Stählen und Nickelbasislegierungen erreichen, wobei gleichzeitig, wie die
Tabellen 4 und 5 belegen, bessere Festigkeitseigenschaften gegeben sind. Besonders
günstig ist dabei mit Bezug auf eine SCC-Grenzspannung, wenn ein Summengehalt von
Molybdän und Nickel 4.7 Gew.-% oder mehr, insbesondere mehr als 6 Gew.-%, beträgt.
Tabelle 2: Lochkorrosionspotential E
pit (bezogen jeweils auf eine Standard-Wasserstoffelektrode) von Vergleichslegierungen
A bis E und erfindungsgemäßen Legierungen 1 bis 7
| Legierung |
PREN-Wert* |
Lochkorrosionspotential EPit |
Test A
(25 °C, 80000 ppm Cl-) |
Test B
(60°C, synthetisches Meerwasser) |
| A |
20,0 |
< 0 |
< 0 |
| B |
28,8 |
164 |
< 0 |
| C |
36,3 |
527 |
49 |
| D |
42,5 |
kein Lochfraß |
1142 |
| E |
30,8 |
kein Lochfraß |
733 |
| 1 |
35,1 |
558 |
65 |
| 2 |
35,0 |
563 |
77 |
| 3 |
41,3 |
kein Lochfraß |
671 |
| 4 |
45,3 |
kein Lochfraß |
1091 |
| 5 |
46,9 |
kein Lochfraß |
1188 |
| 6 |
37,3 |
kein Lochfraß |
645 |
* PREN = pitting resistance equivalent number
(PREN = Gew.-%Cr + 3,3* Gew.-%Mo + 16* Gew.-%N) |
Tabelle 3: Spannungsrisskorrosion(SCC) - Grenzspannung in Magnesiumchlorid (lösungsgeglühter
und kaltverformter Zustand der Legierungen)
| Legierung |
Mo-Gehalt
[Gew: %] |
Ni-Gehalt
[Gew.%] |
Σ(%Ni + %Mo)
[Gew.%] |
SCC- Grenzspannung
[MPa] |
| A |
0,5 |
1,1 |
1,6 |
250 |
| B |
0,3 |
1,0 |
1,3 |
325 |
| C |
0,3 |
1,6 |
1,9 |
375 |
| D |
3,2 |
29,4 |
32,6 |
550 |
| E |
3,1 |
Rest |
47,1 |
850 |
| 1 |
1,94 |
3,9 |
5,8 |
450 |
| 2 |
2,13 |
5,8 |
7,9 |
475 |
| 3 |
2,03 |
4,5 |
6,5 |
500 |
| 4 |
3,15 |
6,5 |
9,7 |
525 |
| 5 |
4,11 |
9,3 |
13,4 |
550 |
| 6 |
2,05 |
2,7 |
4,7 |
450 |
Tabelle 4: Mechanische Eigenschaften und Komgröße von Vergleichslegierungen A bis E und erfindungsgemäßen
Legierungen 1 bis 7 im lösungsgeglühten Zustand
| Legierung |
Mechanische Eigenschaften |
ASTM- Korn- größe |
| 0,2%- Dehngrenze Rp0,2 [MPa] |
Zugfestigkeit Rm [MPa] |
Bruchdehnung A5 [%] |
Kerbschlagarbeit Av [J] |
| A |
405 |
725 |
55 |
305 |
3-6 |
| B |
515 |
845 |
52 |
350 |
| C |
599 |
942 |
48 |
325 |
| D |
445 |
790 |
63 |
390 |
| E |
310 |
672 |
75 |
335 |
| 1 |
507 |
843 |
50 |
289 |
4-5 |
| 2 |
497 |
829 |
50 |
293 |
| 3 |
598 |
944 |
51 |
303 |
| 4 |
571 |
928 |
53 |
301 |
| 5 |
564 |
903 |
54 |
295 |
| 6 |
582 |
930 |
52 |
355 |
Tabelle 5: Mechanische Eigenschaften von Vergleichslegierungen A bis E und erfindungsgemäßen
Legierungen 1 bis 7 im lösungsgeglühten und kaltverformten Zustand
| Legierung |
Mechanische Eigenschaften |
Kaltver- formungsgrad [%] |
| 0,2%- Dehngrenze Rp0,2 [MPa] |
Zugfestigkeit Rm [MPa] |
Bruchdehnung A5 [%] |
Kerbschlag- arbeit Av [J] |
| A |
825 |
915 |
30 |
225 |
10-30 |
| B |
1015 |
1120 |
25 |
190 |
| C |
1120 |
1229 |
23 |
145 |
| D |
982 |
1089 |
21 |
210 |
20-30 |
| E |
1015 |
1190 |
23 |
70 |
nicht bestimmt |
| 1 |
1021 |
1128 |
24 |
195 |
13- 17 |
| 2 |
996 |
1097 |
24 |
183 |
| 3 |
1117 |
1230 |
22 |
147 |
| 4 |
1103 |
1215 |
22 |
152 |
| 5 |
1077 |
1192 |
23 |
156 |
| 6 |
1112 |
1226 |
22 |
165 |
[0063] Weitere Erprobungen zeigten, dass Gegenstände aus den erfindungsgemäßen Legierungen
1 bis 7 eine relative magnetische Permeabilität von µ
r < 1.005 und bei Raumtemperatur Dauerwechselfestigkeiten von zumindest 400 MPa bei
10
7 Lastwechsel aufweisen.
[0064] Bei einer spanabhebenden Bearbeitung von stangenförmigem Material aus Legierung C
sowie Material aus der Legierungen 3 und 4 im Rahmen einer Herstellung von Bohrstangen
konnten Wendeschneidplatten bei Bearbeitung der Legierungen 3 und 4 um 12 % länger
eingesetzt werden als bei Bearbeitung von Stangen aus Legierung C. Somit können Bohrstangen,
welche hohe mechanische Kennwerte und eine verbesserte Korrosionsbeständigkeit aufweisen,
mit geringerem Werkzeugverschleiß erzeugt werden.
[0065] Durch die Kombination aus höchster Festigkeit mit guter Zähigkeit und besten Korrosionseigenschaften
eignet sich eine erfindungsgemäße Legierung optimal auch als Werkstoff für Befestigungs-
oder Verbindungselemente, wie Schrauben, Nägel, Bolzen oder dergleichen Komponenten,
wenn diese hohen mechanischen Belastungen sowie aggressiven Umgebungsbedingungen ausgesetzt
sind.
[0066] Ein weiteres Anwendungsfeld, in dem Legierungen gemäß der Erfindung mit Vorteil Verwendung
finden, liegt im Bereich korrosions- und verschleißbeanspruchter Teile wie Prallbleche
oder Teilen, die hohen Belastungsgeschwindigkeiten ausgesetzt sind. In diesen Einsatzgebieten
können Komponenten aus erfindungsgemäßen Legierungen auf Grund ihrer Eigenschaftskombination
geringsten Materialverschleiß und damit eine maximale Lebensdauer erzielen.
1. Austenitische, im Wesentlichen ferritfreie Stahllegierung enthaltend (in Gew.-%)
bis 0.15 % Kohlenstoff
bis 0.75 % Silicium
mehr als 19.0 % bis 30.0 % Mangan
mehr als 17.0 % bis 24.0 % Chrom
mehr als 1.90 % bis 5.5 % Molybdän
bis 2.0 % Wolfram
2.50 % bis 15.0 % Nickel
bis 5.0 % Cobalt
0.60% bis 1.05 % Stickstoff
bis 0.005 % Bor
bis 0.30 % Schwefel
weniger als 0.5 % Kupfer
weniger als 0.05 % Aluminium
weniger als 0.035 % Phosphor,
sowie wahlweise ein oder mehrere Element(e) ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus
Vanadium, Niob und Titan, wobei die Summenkonzentration der gewählten Elemente maximal
0.85 Gew.-% beträgt,
Rest Eisen und herstellungsbedingte Verunreinigungen.
2. Stahllegierung nach Anspruch 1, enthaltend (in Gew.-%) zumindest 2.65 %, vorzugsweise
zumindest 3.6 %, insbesondere 3.8 % bis 9.8 %, Nickel.
3. Stahllegierung nach Anspruch 1 oder 2, enthaltend (in Gew.-%) weniger als 0.2 % Cobalt.
4. Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, enthaltend (in Gew.-%) 2.05 % bis
5.0 %, vorzugsweise 2.5 % bis 4.5 %, Molybdän.
5. Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, enthaltend (in Gew.-%) mehr als 20.0
% bis 25.5 % Mangan.
6. Stahlegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, enthaltend (in Gew.-%) 19.0 % bis
23.5 %, vorzugsweise 20.0 % bis 23.0 %, Chrom.
7. Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, enthaltend (in Gew.-%) 0.15 % bis
0.30 % Silicium.
8. Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, enthaltend (in Gew.-%) 0.01 % bis
0.06 % Kohlenstoff.
9. Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, enthaltend (in Gew.-%) bis 0.95 %,
vorzugsweise bis 0.90 % Stickstoff.
10. Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei das Verhältnis der Gewichtsanteile
von Stickstoff zu Kohlenstoff größer als 15 ist.
11. Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, enthaltend (in Gew.-%) 0.04 % bis
0.35 % Kupfer.
12. Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, enthaltend (in Gew.-%) 0.0005 %
bis 0.004 % Bor.
13. Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 12 mit der Maßgabe, dass der Nickelgehalt
gleich oder größer als der Molybdängehalt ist.
14. Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei der Nickelgehalt mehr als
das 1.3-fache, vorzugsweise mehr als das 1.5-fache, des Molybdängehaltes beträgt.
15. Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, welche zumindest zwei Elemente ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus
Vanadium
Niob
Titan,
enthält, wobei der Gewichtsanteil dieser Elemente in Summe mehr als 0.08 Gew.-% und
weniger als 0.45 Gew.-% beträgt.
16. Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, enthaltend (in Gew.-%) maximal 0.015
% Schwefel.
17. Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, enthaltend (in Gew.-%) maximal 0.02
% Phosphor.
18. Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, enthaltend Molybdän und Wolfram,
wobei der Summengehalt X (in Gew.-%) berechnet nach
X = (%Molybdän) + 0.5*(% Wolfram) größer als 2 und kleiner als 5.5 ist.
19. Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 18, mit einer Dauerwechselfestigkeit
bei Raumtemperatur von größer als 400 MPa bei 107 Lastwechsel.
20. Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 19, welche im Wesentlichen frei von
stickstoffhältigen und/oder karbidischen Ausscheidungen vorliegt.
21. Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 20, welche bei einer Temperatur von
mehr als 750 °C warmverformt, danach wahlweise lösungsgeglüht und anschließend bei
einer Temperatur unterhalb der Rekristallisationstemperatur, vorzugsweise unterhalb
von 600 °C, insbesondere im Temperaturbereich von 300 °C bis 550 °C, verformt ist.
22. Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 21, welche in Form einer Komponente
für die Ölfeldtechnik, insbesondere in Form eines Bohrstrangteils, vorliegt.
23. Verwendung einer Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 21 als Werkstoff für
Komponenten für die Ölfeldtechnik.
24. Verwendung einer Stahllegierung nach Anspruch 23, wobei die Komponente ein Bohrstrangteil
ist.
25. Verwendung einer Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 21 für auf Zug und
Druck beanspruchte Bauteile, welche mit korrosiven Medien, insbesondere einer korrosiven
Flüssigkeit wie salzhältiges Wasser, in Kontakt kommen.
26. Verfahren zur Herstellung von austenitischen, im Wesentlichen ferritfreien Komponenten,
insbesondere Bohrstangen, für die Ölfeldtechnik, wobei zuerst ein Gussstück enthaltend
(in Gew.-%)
bis 0.15 % Kohlenstoff
bis 0.75 % Silicium
mehr als 19.0 % bis 30.0 % Mangan
mehr als 17.0 % bis 24.0 % Chrom
mehr als 1.90 % bis 5.5 % Molybdän
bis 2.0 % Wolfram
2.50 % bis 15.0 % Nickel
bis 5.0 % Cobalt
0.60 % bis 1.05 % Stickstoff
bis 0.005 % Bor
bis 0.30 % Schwefel
weniger als 0.5 % Kupfer
weniger als 0.05 % Aluminium
weniger als 0.035 % Phosphor,
sowie wahlweise ein oder mehrere Element(e) ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus
Vanadium, Niob und Titan, wobei die Summenkonzentration der gewählten Elemente maximal
0.85 Gew.-% beträgt,
Rest Eisen und herstellungsbedingte Verunreinigungen
erstellt wird,
worauf das Gussstück bei einer Temperatur von mehr als 750°C in mehreren Warmverformungsteilschritten
zu einem Halbzeug verformt wird, wobei wahlweise vor dem ersten Teilschritt oder zwischen
den Teilschritten ein Homogenisieren des Halbzeuges bei einer Temperatur von mehr
als 1150 °C erfolgt, worauf nach dem letzten Warmverformungsteilschritt und einem
darauf wahlweise durchgeführten Lösungsglühen des Halbzeuges bei einer Temperatur
von mehr als 900 °C das Halbzeug einer verstärkten Abkühlung unterworfen wird und
in einem weiteren Verformungsschritt bei einer Temperatur unterhalb der Rekristallisationstemperatur,
insbesondere unter 600 °C, verformt wird, wonach aus dem Halbzeug durch spanabhebende
Bearbeitung eine Komponente gefertigt wird.
27. Verfahren nach Anspruch 26, wobei der Verformungsschritt nach einer verstärkten Abkühlung
bei einer Temperatur des Halbzeuges von über 350°C durchgeführt wird.
28. Verfahren nach Anspruch 26 oder 27, wobei das Halbzeug eine Stange ist und diese im
zweiten Verformungsschritt mit einem Verformungsgrad von 10 % bis 20 % verformt wird.
29. Verfahren nach einem der Ansprüche 26 bis 28, wobei das erstellte Gussstück mittels
Elektroschlacke-Umschmelz-Verfahren umgeschmolzen wird.
30. Verfahren nach einem der Ansprüche 26 bis 29, wobei die spanabhebende Bearbeitung
ein Drehen und/oder Schälen umfasst.
1. Austenitic, substantially ferrite-free steel alloy comprising (in % by weight)
up to 0.15% of carbon
up to 0.75% of silicon
more than 19.0% to 30.0% of manganese
more than 17.0% to 24.0% of chromium
more than 1.90% to 5.5% of molybdenum
up to 2.0% of tungsten
2.50% to 15.0% of nickel
up to 5.0% of cobalt
0.60% to 1.05% of nitrogen
up to 0.005% of boron
up to 0.30% of sulphur
less than 0.5% of copper
less than about 0.05% of aluminium
less than 0.035% of phosphorus,
and optionally one or more element(s) selected from the group consisting of vanadium,
niobium and titanium, the total concentration of the selected elements being not more
than 0.85% by weight,
remainder iron and production-related impurities.
2. Steel alloy according to Claim 1, comprising (in % by weight) at least 2.65%, preferably
at least 3.6%, in particular 3.8% to 9.8%, of nickel.
3. Steel alloy according to Claim 1 or 2, comprising (in % by weight) less than 0.2%
of cobalt.
4. Steel alloy according to one of Claims 1 to 3, comprising (in % by weight) 2.05% to
5.0%, preferably 2.5% to 4.5%, of molybdenum.
5. Steel alloy according to one of Claims 1 to 4, comprising (in % by weight) more than
20.0% to 25.5% of manganese.
6. Steel alloy according to one of Claims 1 to 5, comprising (in % by weight) 19.0% to
23.5%, preferably 20.0% to 23.0%, of chromium.
7. Steel alloy according to one of Claims 1 to 6, comprising (in % by weight) 0.15% to
0.30% of silicon.
8. Steel alloy according to one of Claims 1 to 7, comprising (in % by weight) 0.01% to
0.06% of carbon.
9. Steel alloy according to one of Claims 1 to 8, comprising (in % by weight) up to 0.95%,
preferably up to 0.90%, of nitrogen.
10. Steel alloy according to one of Claims 1 to 9, where the ratio of the proportions
by weight of nitrogen to carbon is greater than 15.
11. Steel alloy according to one of Claims 1 to 10, comprising (in % by weight) 0.04%
to 0.35% of copper.
12. Steel alloy according to one of Claims 1 to 11, comprising (in % by weight) 0.0005%
to 0.004% of boron.
13. Steel alloy according to one of Claims 1 to 12, with the proviso that the nickel content
is equal to or greater than the molybdenum content.
14. Steel alloy according to one of Claims 1 to 13, where the nickel content is more than
1.3 times, preferably more than 1.5 times, the molybdenum content.
15. Steel alloy according to one of Claims 1 to 14, comprising at least two elements selected
from the group consisting of
vanadium
niobium
titanium,
where the total proportion by weight of these elements is more than 0.08% by weight
and less than 0.45% by weight.
16. Steel alloy according to one of Claims 1 to 15, comprising (in % by weight) not more
than 0.015% of sulphur.
17. Steel alloy according to one of Claims 1 to 16, comprising (in % by weight) not more
than 0.02% of phosphorus.
18. Steel alloy according to one of Claims 1 to 17, comprising molybdenum and tungsten,
where the total content X (in % by weight) calculated according to
X = (% molybdenum) + 0.5*(% tungsten) is greater than 2 and less than 5.5.
19. Steel alloy according to one of Claims 1 to 18, having a fatigue limit under reversed
stresses at room temperature of greater than 400 MPa at 107 loadings.
20. Steel alloy according to one of Claims 1 to 19, which is substantially free of nitrogen-containing
and/or carbide precipitates.
21. Steel alloy according to one of Claims 1 to 20, which is hot-formed at a temperature
of more than 750°C, thereafter optionally solution-annealed and subsequently formed
at a temperature below the recrystallisation temperature, preferably below 600°C,
in particular in the temperature range from 300°C to 5,50°C.
22. Steel alloy according to one of Claims 1 to 21, which is in the form of a component
for oilfield technology, in particular in the form of a drilling string part.
23. Use of a steel alloy according to one of Claims 1 to 21 as a material for components
for oilfield technology.
24. Use of a steel alloy according to Claim 23, where the component is a drill string
part.
25. Use of a steel alloy according to one of Claims 1 to 21 for components subjected to
tensile and compressive stress which come into contact with corrosive media, in particular
a corrosive liquid, such as saline water.
26. Process for producing austenitic, substantially ferrite-free components, in particular
drill rods, for oilfield technology, where first of all
a casting comprising (in % by weight)
up to 0.15% of carbon
up to 0.75% of silicon
more than 19.0% to 30.0% of manganese
more than 17.0% to 24.0% of chromium
more than 1.90% to 5.5% of molybdenum
up to 2.0% of tungsten
2.50% to 15.0% of nickel
up to 5.0% of cobalt
0.60% to 1.05% of nitrogen
up to 0.005% of boron
up to 0.30% of sulphur
less than 0.5% of copper
less than 0.05% of aluminium
less than 0.035% of phosphorus,
and optionally one or more element(s) selected from the group consisting of vanadium,
niobium and titanium, the total concentration of the selected elements being not more
than 0.85% by weight,
remainder iron and production-related impurities,
is produced,
whereupon the casting is formed at a temperature of more than 750°C into a semi-finished
product in two or more hot-forming partial steps, in which optionally before the first
partial step or between the partial steps a homogenisation of the semi-finished product
is carried out at a temperature of more than 1150°C, whereupon after the last hot-forming
partial step and a solution-annealing, optionally carried out thereafter, of the semi-finished
product at a temperature of more than 900°C the semi-finished product is subjected
to intensified cooling and in a further forming step formed at a temperature below
the recrystallisation temperature, in particular below 600°C, after which a component
is produced from the semi-finished product by machining.
27. Process according to Claim 26, where the forming step is carried out after intensified
cooling at a temperature of the semi-finished product of over 350°C.
28. Process according to Claim 26 or 27, where the semi-finished product is a rod and
the latter is formed in the second forming step with a degree of deformation of 10%
to 20%.
29. Process according to one of Claims 26 to 28, where the casting produced is remelted
by means of electroslag remelting.
30. Process according to one of Claims 26 to 29, where the machining comprises turning
and/or peeling.
1. Acier austénitique sensiblement exempt de ferrite contenant
(en pourcentages pondéraux)
jusqu'à 0,15 % de carbone
jusqu'à 0,75 % de silicium
plus de 19,0 % et jusqu'à 30,0 % de manganèse
plus de 17,0 % et jusqu'à 24,0 % de chrome
plus de 1,90 % et jusqu'à 5,5 % de molybdène
jusqu'à 2,0 % de tungstène
de 2,50 % à 15,0% de nickel
jusqu'à 5,0 % de cobalt
de 0,60 % à 1,05 % d'azote
jusqu'à 0,005 % de bore
jusqu'à 0,30 % de soufre
moins de 0,5 % de cuivre
moins de 0,05 % d'aluminium
moins de 0,035 % de phosphore,
ainsi qu'à titre facultatif, un ou plusieurs élément(s) sélectionnés dans le groupe
composé du vanadium, du niobium et du titane, le pourcentage pondéral cumulé des éléments
sélectionnés étant inférieur ou égal à 0,85 %,
et, pour le reste du fer, et des impuretés liées à l'élaboration.
2. Acier selon la revendication 1, contenant (en pourcentages pondéraux) au moins 2,65
%, de préférence au moins 3,6 %, en particulier de 3,8 % à 9,8 % de nickel.
3. Acier selon la revendication 1 ou la revendication 2, contenant (en pourcentages pondéraux)
moins de 0,2 % de cobalt.
4. Acier selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, contenant (en pourcentages
pondéraux) 2,05 % à 5,0 %, de préférence 2,5 % à 4,5 % de molybdène.
5. Acier selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, contenant (en pourcentages
pondéraux) plus de 20,0 % et jusqu'à 25,5 % de manganèse.
6. Acier selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, contenant (en pourcentages
pondéraux) 19,0 % à 23,5 %, de préférence 20,0 % à 23,0 % de chrome.
7. Acier selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, contenant (en pourcentages
pondéraux) 0,15 % à 0,30 % de silicium.
8. Acier selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, contenant (en pourcentages
pondéraux) 0,01 % à 0,06 % de carbone.
9. Acier selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, contenant (en pourcentages
pondéraux) jusqu'à 0,95 %, de préférence jusqu'à 0,90 % d'azote.
10. Acier selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, dans lequel le rapport du pourcentage
pondéral de l'azote sur celui du carbone est supérieur à 15.
11. Acier selon l'une quelconque des revendications 1 à 10, contenant (en pourcentages
pondéraux) 0,04 % à 0,35 % de cuivre.
12. Acier selon l'une quelconque des revendications 1 à 11, contenant (en pourcentages
pondéraux) 0,0005 % à 0,004 % de bore.
13. Acier selon l'une quelconque des revendications 1 à 12, dans lequel la teneur en nickel
est supérieure ou égale à la teneur en molybdène.
14. Acier selon l'une quelconque des revendications 1 à 13, dans lequel la teneur en nickel
est supérieure à 1,3 fois, de préférence supérieure à 1,5 fois la teneur en molybdène.
15. Acier selon l'une quelconque des revendications 1 à 14, contenant au moins deux éléments
sélectionnés dans le groupe composé des éléments
vanadium,
niobium,
titane,
le pourcentage pondéral cumulé de ces éléments étant supérieur à 0,08 % et inférieur
à 0,45 %.
16. Acier selon l'une quelconque des revendications 1 à 15, contenant (en pourcentages
pondéraux) 0,015 % de soufre maximum.
17. Acier selon l'une quelconque des revendications 1 à 16, contenant (en pourcentages
pondéraux) 0,02 % de phosphore maximum.
18. Acier selon l'une quelconque des revendications 1 à 17, contenant du molybdène et
du tungstène, le pourcentage pondéral cumulé X calculé selon la formule X = (% de
molybdène) + 0,5 * (% de tungstène) étant supérieur à 2 et inférieur à 5,5.
19. Acier selon l'une quelconque des revendications 1 à 18, avec une limite d'endurance
à température ambiante supérieure à 400 MPa à 107 cycles.
20. Acier selon l'une quelconque des revendications 1 à 19, sensiblement exempt de précipités
azotés et ou carbures.
21. Acier selon l'une quelconque des revendications 1 à 20, déformé à chaud à une température
supérieure à 750 °C, puis éventuellement soumis à un recuit de mise en solution, avant
d'être déformé à une température inférieure à la température de recristallisation,
de préférence inférieure à 600 °C, en particulier dans une plage de température comprise
entre 300 °C et 550 °C.
22. Acier selon l'une quelconque des revendications 1 à 21, sous la forme d'un composant
d'équipement d'exploitation pétrolière, notamment sous la forme d'un composant de
train de tiges de forage.
23. Utilisation d'un acier selon l'une quelconque des revendications 1 à 21 comme matériau
pour composant d'équipement d'exploitation pétrolière.
24. Utilisation d'un acier selon la revendication 23, le composant consistant en un élément
de train de tiges de forage.
25. Utilisation d'un acier selon l'une quelconque des revendications 1 à 21 pour des composants
sollicités en traction et en pression et exposés à des milieux corrosifs, notamment
un liquide corrosif comme l'eau de mer.
26. Procédé de fabrication de composants austénitiques sensiblement exempts de ferrite,
notamment des trains de tiges de forage pour l'exploitation pétrolière, dans lequel
il est tout d'abord réalisé une pièce coulée contenant (en pourcentages pondéraux)
jusqu'à 0,15 % de carbone
jusqu'à 0,75 % de silicium
plus de 19,0 % et jusqu'à 30,0 % de manganèse
plus de 17,0 % et jusqu'à 24,0 % de chrome
plus de 1,90 % et jusqu'à 5,5 % de molybdène
jusqu'à 2,0 % de tungstène
de 2,50 % à 15,0 % de nickel
jusqu'à 5,0 % de cobalt
de 0,60 % à 1,05 % d'azote
jusqu'à 0,005 % de bore
jusqu'à 0,30 % de soufre
moins de 0,5 % de cuivre
moins de 0,05 % d'aluminium
moins de 0,035 % de phosphore,
ainsi qu' à titre facultatif, un ou plusieurs élément(s) sélectionnés dans le groupe
composé du vanadium, du niobium et du titane, le pourcentage pondéral cumulé des éléments
sélectionnés étant inférieur ou égal à 0,85 %,
et, pour le reste, du fer et des impuretés liées à l'élaboration.
après quoi la pièce coulée est déformée à une température supérieure à 750 °C lors
de plusieurs étapes partielles de déformation à chaud pour obtenir un produit semi-fini,
ledit produit semi-fini étant soumis à un traitement d'homogénéisation à une température
supérieure à 1150 °C soit avant la première étape partielle, soit entre les étapes
partielles, à la suite de quoi après la dernière étape partielle de déformation à
chaud, éventuellement suivie d'un recuit de mise en solution du produit semi-fini
à une température supérieure à 900 °C, le produit semi-fini est soumis à une trempe,
puis est déformé lors d'une autre étape de déformation à une température inférieure
à la température de recristallisation, notamment inférieure à 600 °C, après quoi un
composant est réalisé à partir du produit semi-fini par usinage avec enlèvement de
matière.
27. Procédé selon la revendication 26 dans lequel l'étape de déformation est effectuée,
après trempe, à une température de produit semi-fini supérieure à 350 °C.
28. Procédé selon la revendication 26 ou la revendication 27, dans lequel le produit semi-fini
est une barre et est déformé lors d'une deuxième étape de déformation avec un taux
de déformation compris entre 10 et 20 %.
29. Procédé selon l'une quelconque des revendications 26 à 28, dans lequel la pièce coulée
obtenue est affinée selon le procédé de refusion sous laitier électroconducteur.
30. Procédé selon l'une quelconque des revendications 26 à 29, dans lequel l'usinage par
enlèvement de matière comprend le tournage et/ou écroutage.