[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Beschichtungsanlage zum Auftragen
eines Beschichtungsmaterials auf Bahnen aus Papier o.ä.
[0002] Gewöhnlich wird beschichtetes Papier für Kataloge, Thermoblätter, automatisch kontrollierte
Tickets usw. so produziert, daß Messer-Auftragwerke (blade coater) ein Beschichtungsmaterial
auf die Rohpapierbahn auftragen.
[0003] Maschinen, die ein solches Auftragen von Beschichtungsmaterial ausführen, werden
allgemein als Beschichter bezeichnet und sind mit Strecken (lines) versehen, die den
Prozeß des Auftragens des Beschichtungsmaterials unter Verwendung eines Blade-Coaters
und den des Trocknens des beschichteten Materials beinhalten.
[0004] Der Beschichtungsprozeß mittels Blade-Coater hat folgenden Ablauf:
[0005] Wie in Figur 3, dem schematischen Frontalschnitt eines Blade-Coaters, dargestellt,
läuft die von einem (hier nicht gezeigten) Rollapparat (winder) abgegebene Bahn 102
um eine rotierende Stützwalze 103 und wird in Pfeilrichtung s transportiert.
[0006] Das Beschichtungsmaterial wird aus dem Speiser 104 (head) in Richtung der Auftragfläche
102n der Bahn 102 ausgebracht und aufgetragen. Das aufwärts angeordnete Messer 105
streift das aufgetragene Beschichtungsmaterial t dann im vorgeschriebenen Umfang ab
(die Pfeile ty in Figur 3).
[0007] Nun wird die einseitig mit dem Beschichtungsmaterial t versehene Bahn 102 zu einem
(hier nicht gezeigten) Trockner transportiert und die Trocknung des aufgetragenen
Beschichtungsmaterials t vollzogen.
[0008] Im Anschluß wird die entgegengesetzten Seite der mit dem Beschichtungsmaterial t
versehenen Seite der Bahn 102 als neue Auftragfläche in gleicher Weise mit dem Beschichtungsmaterial
t beschichtet und getrocknet.
[0009] Dann wird der genannte Prozeß wiederholt, und die beiden mit dem Beschichtungsmaterial
t versehenen Seiten der Bahn 102 werden mit einem anderen Beschichtungsmaterial mehrfachbeschichtet.
[0010] Der besagte Blade-Coater ist für eine breite Palette von Beschichtungsmaterialien
geeignet. Er hat eine lange und erfolgreiche Anwendungsgeschichte und besitzt ausgezeichnete
Stabilität bei hoher Geschwindigkeit.
[0011] Andererseits kommen in letzter Zeit allmählich auch Vorhang-Auftragwerke (curtain
coater) zum Einsatz, bei denen das Beschichtungsmaterial von oberhalb der Auftragfläche
der Bahn wie ein Vorhang ausgebracht und dann aufgetragen wird.
[0012] Als veröffentlichte Erfindung im Zusammenhang mit der vorliegenden Anmeldung existiert
folgendes Patentdokument:
JP 6-64765 (1994)
[0013] Allerdings ist der o.g. Blade-Coater so aufgebaut, daß das Beschichtungsmaterial
t aus dem Speiser 104 nach oben auf die Auftragfläche 102n der Bahn 102 gespritzt
und das aufgespritzte Beschichtungsmaterial t vom Messer 105 abgestreift wird, weshalb
das Auftragen des Beschichtungsmaterials t gegen die Schwerkraft erfolgt und die Menge
des eingesetzten Beschichtungsmaterials t viel größer ist als die des tatsächlich
aufgetragenen Materials, d.h. es ist das 10- bis 15fache dieser Menge erforderlich.
[0014] Weil das Beschichtungsmaterial t aus dem Speiser 104 nach oben geblasen wird, bleibt
es außerdem z.B. an der Düse 104n (nozzle) des Speisers 104 haften und verschmutzt
diese Teile. Es werden Reinigungen erforderlich, was die Wartung problematisch macht.
[0015] Da das Beschichtungsmaterial beim Vorhang-Auftragwerk demgegenüber nach unten ausgebracht
wird, hat dieses u.a. den Vorzug eines extrem einfachen Aufbaus. Gleichwohl gibt es
Bereiche, die abhängig von den Auftragbedingungen, wie Transportgeschwindigkeit der
Bahn, Auftragmenge, Qualität des Beschichtungsmaterials usw. ungleichmäßig beschichtet
sind.
[0016] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Beschichtungsanlage mit großer Anwendungsbreite
und hoher Präzision bereitzustellen, die außerdem kaum verschmutzt.
[0017] Die Aufgabe der Erfindung wird wie folgt gelöst:
Die sich auf Anspruch 1 der vorliegenden Erfindung beziehende Beschichtungsanlage,
welche das o.a. Ziel erreichen soll, trägt Beschichtungsmaterial auf eine Bahn auf,
während letztere transportiert wird, und ist dadurch gekennzeichnet, daß sie ausgestattet
ist mit einer Bahn, die sich in einem bestimmten Neigungswinkel nach unten bewegt
und auf die das Beschichtungsmaterial aufgetragen wird, mit einem Auftraggerät, welches
das Beschichtungsmaterial von oben auf die Bahn gerichtet abgibt, einen Beschichtungsmaterialvorhang
bildet, das Beschichtungsmaterial auf die Bahn aufträgt und eine Auftragschicht formt,
sowie mit einem Beschichtungsmaterialabstreifgerät, das am Transportweg der Bahn unterhalb
des Auftraggeräts angeordnet ist, ein Abstreifelement von unten in Richtung der Auftragschicht
der um eine Stützwalze laufenden Bahn drückt und das überschüssige Beschichtungsmaterial
von der Auftragschicht der Bahn abstreift.
[0018] Die sich auf Anspruch 2 der vorliegenden Erfindung beziehende Beschichtungsanlage
ist eine Beschichtungsanlage nach Anspruch 1 und dadurch gekennzeichnet, daß das Abstreifelement
des Beschichtungsmaterialabstreifgeräts ein frei rotierender Rundstab ist, dessen
Peripherie auf die Auftragschicht der Bahn gedrückt wird und der während der Rotation
das überschüssige Beschichtungsmaterial von der Auftragschicht der Bahn abstreift.
[0019] Die sich auf Anspruch 3 der vorliegenden Erfindung beziehende Beschichtungsanlage
ist eine Beschichtungsanlage nach den Ansprüchen 1 oder 2 und dadurch gekennzeichnet,
daß sie ausgestattet ist mit einer Luftabscheidvorrichtung, die am Transportweg der
Bahn oberhalb des Beschichtungsmaterialvorhangs angeordnet ist und einen Hochgeschwindigkeitsluftstrom
entgegen der Transportrichtung der Bahn auf die vorgesehene Auftragfläche der transportierten
Bahn bläst, und an der vorgesehenen Auftragfläche der transportierten Bahn haftende
Luft durch den Hochgeschwindigkeitsluftstrom der Luftabscheidvorrichtung weggeblasen
und damit Störungen des Beschichtungsmaterialvorhangs vorgebeugt wird.
[0020] Weil bei der sich auf Anspruch 1 der vorliegenden Erfindung beziehenden Beschichtungsanlage
das Beschichtungsmaterial aus dem Auftraggerät nach unten abgegeben wird, kommt es
nicht zur Anhaftung von Beschichtungsmaterial am Auftraggerät, was Verschmutzungen
verhindert.
[0021] Weil das Beschichtungsmaterial aus dem Auftraggerät nach unten ausgebracht wird,
nimmt ferner die Gravitationsbeschleunigung zu, was zu einem ebenmäßigen Auftrag führt
und eine Verminderung der Menge des eingesetzten Beschichtungsmaterials ermöglicht.
[0022] Weil sich die Bahn in einem bestimmten Neigungswinkel nach unten bewegt und das Beschichtungsmaterial
dabei aufgetragen wird, ist es weiterhin möglich, das Beschichtungsmaterial in Übereinstimmung
mit seiner Viskosität, Durchflußmenge u.a. Bedingungen einheitlich auf die Bahn aufzutragen.
[0023] Weil das Abstreifelement des Beschichtungsmaterialabstreifgeräts das überschüssige
Beschichtungsmaterial von der Auftragschicht der Bahn abstreift, kann man auf Rohpapier,
das für eine Beschichtung schlechter geeignet ist, auf verschiedene Rohpapiere für
diverse Beschichtungsmaterialien sowie auf Kombinationen von Beschichtungsmaterialien
flexibel reagieren. Die Anwendungsbreite ist sehr groß, und die Glätte des Beschichtungsfilms
sowie das Haftvermögen des Beschichtungsmaterials an der Bahn werden verbessert.
[0024] Weil bei der sich auf Anspruch 2 der vorliegenden Erfindung beziehenden Beschichtungsanlage
der Rundstab des Beschichtungsmaterialabstreifgeräts rotiert und dabei das überschüssige
Beschichtungsmaterial von der Auftragschicht der Bahn abstreift, bleibt das Beschichtungsmaterial
nicht zwischen der Peripherie des Rundstabs und der Auftragschicht der Bahn stecken,
was einen sauberen Gebrauch des Beschichtungsmaterialabstreifgeräts ermöglicht, Streifen
auf der Oberfläche der Auftragschicht der Bahn verhindert und so die festgelegte Qualität
gewährleistet.
[0025] Weil bei der sich auf Anspruch 3 der vorliegenden Erfindung beziehenden Beschichtungsanlage
die Luftabscheidvorrichtung an der vorgesehenen Auftragfläche der Bahn haftende Luft
durch einen Hochgeschwindigkeitsluftstrom wegbläst, wird Störungen des Beschichtungsmaterialvorhangs
vorgebeugt und das Beschichtungsmaterial vorschriftsmäßig auf der Bahn aufgebracht,
was einen höchst zuverlässigen Auftragprozeß ermöglicht.
Ausführungsbeispiele
[0026] Es zeigen:
- Fig. 1:
- Schematischer Aufriß einer Beschichtungsanlage
- Fig. 2 und 3:
- schematische Darstellungen des Frontalschnitts bzw. der rechten Seitenansicht der
Umgebung des Vorhangspeisers der Beschichtungsanlage
- Fig. 4:
- Schematischer Frontalschnitt einer herkömmlichen Messerzumessung
[0027] Die Beschichtungsanlage 1, die ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung
darstellt, trägt, wie in dem schematischen Aufriß von Figur 1 gezeigt, das Beschichtungsmaterial
t auf eine Seite der Rohpapierbahn 2 auf, während letztere über die Transportrollen
r (r1-r8) in Pfeilrichtung A transportiert wird.
[0028] Die Beschichtungsanlage 1 ist ausgestattet mit einem in einer Einhausung 6 (casing)
angeordneten Vorhangspeiser 3 (curtain head), welcher das Beschichtungsmaterial t
von oberhalb der transportierten Bahn 2 abgibt, einen Beschichtungsmaterialvorhang
tc bildet und das Beschichtungsmaterial t aufträgt, mit einer sich in Pfeilrichtung
drehenden Stützwalze 4, die am Transportweg der Bahn unterhalb des Vorhangspeisers
3 angeordnet ist, sowie mit einer Zumeßvorrichtung 5 (metering device) (Abstreifgerät),
die ein Messer 5b (blade) (Abstreifelement) besitzt, welches auf die (unten beschriebene)
Auftragschicht t1 aus dem Beschichtungsmaterial t auf der um die besagte Stützwalze
4 laufenden Bahn 2 drückt und das überschüssige Beschichtungsmaterial t abstreift.
[0029] Wie in dem vergrößerten Frontalschnitt von Figur 2 und der rechten Seitenansicht
von Figur 3 dargestellt, funktioniert der besagte Vorhangspeiser 3 so, daß das Beschichtungsmaterial
t durch eine (hier nicht gezeigte) Pumpe unter einen bestimmten Druck gesetzt und
in den Sammeltank 3h (header) eingespeist wird und das Beschichtungsmaterial t vom
Sammeltank 3h dann über eine Düse 3n als Beschichtungsmaterialvorhang tc in Form eines
einheitlichen Flüssigkeitsfilms mit einer Filmdicke a von beispielsweise 0,3-0,5 mm
von oben auf die Bahn 2 ausgebracht wird und dort die Auftragschicht t1 aus dem Beschichtungsmaterial
t bildet.
[0030] Aus den Figuren 1 und 2 ist ersichtlich, daß die Bahn 2 zwischen den Transportrollen
r5 und r6, wo der Auftrag mittels des Beschichtungsmaterialvorhangs tc erfolgt, in
Transportrichtung in einem geneigten Winkel θ° nach unten bewegt wird.
[0031] Die Breite der besagten Düse 3n beträgt 0,3-0,5 mm, und die Durchflußmenge des Vorhangspeisers
3 beläuft sich auf 5-100 l/min bei einer Bahnbreite von 1 m. Je nach Beschichtungsbedingungen
sind sie jedoch nicht auf diese Werte beschränkt.
[0032] Damit das Beschichtungsmaterial t ohne Fehlstellen auf die Bahn 2 aufgetragen wird,
hat der Beschichtungsmaterialvorhang tc, wie in Figur 3 gezeigt, eine größere Breite
als die Bahn 2. Das nicht aufgetragene, überschüssige Beschichtungsmaterial t wird
in einer Farbwanne 7 (color pan) aufgefangen und zurückgewonnen.
[0033] Wie in Figur 2 dargestellt, kann am Transportweg der Bahn oberhalb des Beschichtungsmaterialvorhangs
tc eine Luftabscheidvorrichtung 8 installiert sein.
[0034] Wenn die Bahn 2 mit einer Geschwindigkeit von etwa 300 m/min oder mehr transportiert
wird, kommt es aufgrund ihrer Viskosität zur Anhaftung von Luft (air) an der Oberfläche
der Bahn 2. Die Luftabscheidvorrichtung 8 soll mit ihrem Wind verhindern, daß der
Beschichtungsmaterialvorhang tc gestört wird und eine fehlerhafte Beschichtung entsteht.
[0035] Diese Luftabscheidvorrichtung 8 liefert mittels eines (hier nicht gezeigten) Gebläses
(fan) und über eine (hier nicht gezeigte, Rohrleitung (duct) einen Hochgeschwindigkeitsluftstrom
k mit einer Geschwindigkeit von 60-100 m/s. Sie bläst den Hochgeschwindigkeitsluftstrom
k mit einer Geschwindigkeit von 60-100 m/s in die Gegenrichtung (Pfeil B in Figur
2) der Transportrichtung der Bahn 2 (Pfeil A in Figur 2) auf die vorgesehene Auftragfläche
2n der Bahn 2 und entfernt dort haftende Luft.
[0036] Der Abstand l 1 zwischen der Spitze 8s der Luftabscheidvorrichtung 8 und der Austrittsöffnung
des Hochgeschwindigkeitsluftstroms k ist auf 50-150 mm festgelegt.
[0037] Bei zu geringem Abstand l 4 bringt der Hochgeschwindigkeitsluftstrom a den 1. Beschichtungsmaterialvorhang
tc1 zum Schwingen. Ist der Abstand l 4 demgegenüber zu groß, ergibt sich zwar eine
gute Sperrwirkung (sealing), aber die Bahn 2 wird an die Austrittsöffnung des Hochgeschwindigkeitsluftstroms
6 gesaugt. Wird sie in diesem Zustand transportiert, bekommt ihre Oberfläche Kratzer.
[0038] Verwendet man einen schnelleren Hochgeschwindigkeitsluftstrom a, beispielsweise einen
von 80-100 m/s, ist ein Abstand I 4 von 110-120 mm erforderlich. Es hat sich gezeigt,
daß der geeignetste Wert für den Abstand I 4110-120 mm beträgt.
[0039] Der in Figur 1 dargestellte Abstand c zwischen den Peripherien der Transportrollen
r5 und r6 vor und hinter dem Vorhangspeiser 3 sollte so gering wie möglich gehalten
werden, aber da z.B. eine Luftabscheidvorrichtung 8 und eine Farbwanne 7 montiert
sind, ist er auf 500-1000 mm festgelegt worden.
[0040] Die besagte Zumeßvorrichtung 5 besitzt, wie in Figur 1 dargestellt, ein flaches Messer
5b. Dieses Messer 5b wird auf den Beschichtungsfilm t1 von Bahn 2 gedrückt und streicht
das überschüssige Beschichtungsmaterial t des Beschichtungsfilms t1 auf der Bahn 2
dort ab, wo zu viel aufgetragen wurde, und entfernt es.
[0041] Die Zumeßvorrichtung 5 drückt das Messer 5b auf den Beschichtungsfilm t1 der um die
Stützwalze 4 laufenden Bahn 2. Durch Veränderung der Druckkraft wird die Abstreifmenge
des Beschichtungsmaterials t variiert und die festgelegte Dicke des Beschichtungsfilms
t1 erzielt.
[0042] Aus diesem Grund besitzt die Zumeßvorrichtung 5 eine Reguliermechanik 5b1, um das
Messer 5b in Dickerichtung der Bahn 2 auf der Peripherie der Stützwalze 4 vor und
zurück zu stellen.
[0043] Als Messer 5b findet z.B. eine Platte aus rostfreiem Stahl (SUS) mit einer Dicke
von 0,1-0,7 mm Verwendung, dessen Abstand zur Bahn 2 mittels der Reguliermechanik
5b1 eingestellt wird.
[0044] Die Reguliermechanik 5b1 ist so aufgebaut, daß sich der Druck auf das Messer 5b durch
Drehen von Stellschrauben verändern und regulieren läßt. Über die Breite des Messers
5b (senkrecht zur Papierfläche von Figur 1) sind sie in Abständen von etwa 50 mm angebracht.
[0045] Bei Verwendung eines Messers 5b in fixiertem Zustand als Zumeßvorrichtung 5 kann
zwischen dem Messer 5b und der Bahn 2, auf die das Messer 5b gedrückt wird, gelegentlich
Beschichtungsmaterial t hängenbleiben und auf der Oberfläche des Beschichtungsfilms
t1 auf Bahn 2 Streifen bilden.
[0046] Deshalb kann es so einrichtet werden, daß man das in fixiertem Zustand verwendete
Messer 5b ersetzt und dafür einen Rundstab (Rundstabkörper) mit einem Durchmesser
von etwa 10 mm frei drehbar lagert, die Peripherie des besagten Stabs auf den Beschichtungsfilm
t1 von Bahn 2 drückt und das überschüssige Beschichtungsmaterial t des Beschichtungsfilms
t1 während der Rotation des Stabs abgestreift und entfernt wird.
[0047] Bei Verwendung eines frei drehbar gelagerten Rundstabs statt eines fixierten Messers
5b hat man also den Vorteil, daß das Beschichtungsmaterial t nicht zwischen der Peripherie
des Rundstabs und dem Beschichtungsfilm t1 der Bahn 2 stecken bleibt, was einen sauberen
Gebrauch ermöglicht.
[0048] Die Notwendigkeit für ein Auftragen der 3- bis 5fachen Menge des Beschichtungsmaterials
t auf Bahn 2 durch den Vorhangspeiser 3 und für das Abstreifen des überschüssigen
Beschichtungsmaterials t unter Verwendung der Zumeßvorrichtung 5 entsteht u.a. bei
einer für die Beschichtung schlecht geeigneten Bahn 2, einem für die Beschichtung
schlecht geeigneten Beschichtungsmaterial oder einer für die Beschichtung schlecht
geeigneten Kombination von Bahn und Beschichtungsmaterial.
[0049] Auf diese Weise läßt sich durch den Abstreifprozeß mittels der Zumeßvorrichtung 5
eine qualitativ gute Beschichtungsleistung erzielen.
[0050] Bei einer guten Bahn, einem Beschichtungsmaterial mit günstigen Eigenschaften usw.
kommt man mit dem Auftrag von Beschichtungsmaterial in 1- bis 2facher Dosierung auf
die Bahn 2 durch den Vorhangspeiser 3 aus, und es ist nicht erforderlich, einen Abstreifprozeß
mittels Zumeßvorrichtung 5 durchzuführen.
[0051] Im übrigen wird die Bahn 2, wie oben erwähnt, zwischen den Transportrollen r5 und
r6 in Transportrichtung in einem geneigten Winkel θ° nach unten bewegt, was in den
Figuren 1 und 2 dargestellt ist.
[0052] Dieser Neigungswinkel θ° wird u.a. als Parameter der Durchflußmenge des Beschichtungsmaterials
oder der Viskosität des Beschichtungsmaterials festgelegt, und die Erfinder haben
folgende qualitativen und quantitativen Charakteristika ermittelt.
[0053] Was den Zusammenhang zwischen der Viskosität des Beschichtungsmaterials und dem Bahnneigungswinkel
θ° betrifft, so wurde die Durchflußmenge des Beschichtungsmaterials auf 25 l/min bei
einer Bahnbreite von 1 m festgelegt, die Viskosität des Beschichtungsmaterials variiert
und geprüft, ob das Beschichtungsmaterial t einheitlich auf die Bahn 2 aufgetragen
werden kann. Dabei wurden die Bedingungen für das Erreichen der notwendigen Beschichtungsleistung
ermittelt.
[0054] Folgendes Ergebnis wurde erzielt: Bei einem Bahnneigungswinkel θ° von 2° kann mit
einer Viskosität des Beschichtungsmaterials t von 350 mPa (wohl "mPa·s", d. Übers.)
oder mehr ein einheitlicher Auftrag erzielt werden. Weiterhin kann bei einem Bahnneigungswinkel
θ° von 10° mit einer Viskosität von 200 mPa oder mehr ein einheitlicher Auftrag erzielt
werden. Bei einem Bahnneigungswinkel θ° von 20° kann mit einer Viskosität von 150
mPa oder mehr ein einheitlicher Auftrag erzielt werden.
[0055] Das heißt, bei einem Beschichtungsmaterial t mit niedriger Viskosität ist ohne großen
Bahnneigungswinkel θ° kein einheitlicher Auftrag möglich. Das liegt daran, daß das
Beschichtungsmaterial t bei einem kleinen Bahnneigungswinkel θ° gegen die Transportrichtung
der Bahn 2 ausfließt und damit nicht einheitlich auf die Bahn 2 aufgetragen wird.
[0056] Was andererseits den Zusammenhang zwischen der Durchflußmenge des Beschichtungsmaterials
und dem Bahnneigungswinkel θ° betrifft, so wurde die Viskosität des Beschichtungsmaterials
auf 250 mPa festgelegt, die Durchflußmenge des Beschichtungsmaterials variiert und
geprüft, ob das Beschichtungsmaterial t einheitlich auf die Bahn 2 aufgetragen werden
kann. Dabei wurden die Bedingungen für das Erreichen der notwendigen Beschichtungsleistung
ermittelt.
[0057] Folgendes Ergebnis wurde erzielt: Bei einem Bahnneigungswinkel θ° von 2° kann mit
einer Durchflußmenge des Beschichtungsmaterials t von 25 (l/min bei einer Bahnbreite
von 1 m) oder weniger ein einheitlicher Auftrag erzielt werden. Weiterhin kann bei
einem Bahnneigungswinkel θ° von 10° mit einer Durchflußmenge von 30 (l/min bei einer
Bahnbreite von 1 m) oder weniger ein einheitlicher Auftrag erzielt werden. Bei einem
Bahnneigungswinkel θ° von 20° kann mit einer Durchflußmenge von 35 (l/min bei einer
Bahnbreite von 1 m) oder weniger ein einheitlicher Auftrag erzielt werden. Und bei
einem Bahnneigungswinkel θ° von 40° kann mit einer Durchflußmenge von 45 (l/min bei
einer Bahnbreite von 1 m) oder weniger ein einheitlicher Auftrag erzielt werden.
[0058] Das heißt, bei einer großen Durchflußmenge des Beschichtungsmaterials t ist ohne
großen Bahnneigungswinkel θ° kein einheitlicher Auftrag möglich. Das liegt daran,
daß das Beschichtungsmaterial t bei einem kleinen Bahnneigungswinkel θ° gegen die
Transportrichtung der Bahn 2 ausfließt und damit nicht einheitlich auf die Bahn 2
aufgetragen wird.
[0059] Es folgt einer Erläuterung des Auftragprozesses des Beschichtungsmaterials t auf
die Bahn 2 durch die Beschichtungsanlage 1 anhand der Figuren 1 und 2.
[0060] Wie Figur 1 zeigt, wird die auf einem (hier nicht gezeigten) Rollapparat aufgerollte
Bahn 2 vom Bahneingang In her eingeführt und bis um Vorhangspeiser 3 transportiert.
Das Beschichtungsmaterial t wird, wie in Figur 2 dargestellt, mittels des aus dem
Vorhangspeiser 3 ausgebrachten Beschichtungsmaterialvorhangs tc auf die vorgesehene
Auftragfläche 2n der Bahn 2 aufgetragen, wo der Beschichtungsfilm t1 gebildet wird.
[0061] Der Neigungswinkel θ° der mittels des Beschichtungsmaterialvorhangs tc beschichteten
Bahn ist auf der Grundlage der o.g. Untersuchungen entsprechend der Durchflußmenge
des Beschichtungsmaterials, seiner Viskosität u.a. Beschichtungsbedingungen in geeigneter
Weise festgelegt.
[0062] Bei schlecht geeignetem Beschichtungsmaterial oder schlecht geeignetem Rohpapier,
z.B. mit einer unzulänglichen Auftragfläche 2n1 der Bahn 2, wird viel Beschichtungsmaterial
t erforderlich, etwa das 3- bis 5fache der tatsächlich aufgetragenen Menge.
[0063] Liegt dagegen Rohpapier mit guter Bahn 2, gutes Beschichtungsmaterial usw. vor, kommt
etwa eine 1- bis 2fache Dosierung des Beschichtungsmaterials t zum Einsatz.
[0064] Wenn die Bahn 2 mit einer Geschwindigkeit von etwa 300 m/min oder mehr transportiert
wird, kommt es zur Anhaftung von Luft an der Oberfläche der Bahn 2 und dadurch zu
Störungen des Beschichtungsmaterialvorhangs tc, was eine vorschriftsmäßige Beschichtung
verhindert.
[0065] In diesem Fall bläst, wie in Figur 2 dargestellt, die am Transportweg der Bahn oberhalb
des Beschichtungsmaterialvorhangs tc installierte Luftabscheidvorrichtung 8 einen
Hochgeschwindigkeitsluftstrom k mit einer Geschwindigkeit von 60-100 m/s in die Gegenrichtung
(Pfeil B in Figur 2) der Transportrichtung der Bahn 2 auf die vorgesehene Auftragfläche
2n der Bahn 2. Dadurch wird an der vorgesehenen Auftragfläche 2n der transportierten
Bahn 2 haftende Luft weggeblasen und Störungen des Beschichtungsmaterialvorhangs tc
vorgebeugt.
[0066] Dann wird die mit dem Beschichtungsmaterial t versehene Bahn 2 über die Transportrollen
r6 und r7 transportiert und läuft um die Stützwalze 4. Bei schlecht geeignetem Rohpapier,
schlecht geeignetem Beschichtungsmaterial usw. wird das Messer 5b (oder der Rundstab)
der Zumeßvorrichtung 5 mittels der Reguliermechanik 5b1 eingestellt und maßvoll auf
den Beschichtungsfilm t1 der Bahn 2 gedrückt, wodurch das überschüssige Beschichtungsmaterial
t des Beschichtungsfilms t1 abgestreift und die festgelegte Filmdicke erreicht wird.
[0067] Bei schlecht geeignetem Rohpapier, schlecht geeignetem Beschichtungsmaterial usw.
wird zunächst viel Beschichtungsmaterial t aufgetragen, der überschüssige Teil danach
unter Verwendung der Zumeßvorrichtung 5 abgestreift und so die festgelegte Qualität
des Beschichtungsfilms t1 gewährleistet.
[0068] Bei Rohpapier mit guter Bahn und bei gut geeignetem Beschichtungsmaterial t ist es
dagegen nicht erforderlich, überschüssiges Beschichtungsmaterial t unter Verwendung
der Zumeßvorrichtung 5 abzustreifen.
[0069] Deshalb wird die Zumeßvorrichtung 5 mittels der Reguliermechanik 5b1 so eingestellt,
daß das Messer 5b vom Beschichtungsfilm t1 der Bahn 2 getrennt bleibt und kein Abstreifen
von Beschichtungsmaterial t erfolgt.
[0070] So wird bei schlecht geeignetem Rohpapier, Beschichtungsmaterial usw. viel Beschichtungsmaterial
t auf die Bahn 2 aufgetragen und Beschichtungsmaterial t mittels des Messers 5b der
Zumeßvorrichtung 5 abgestreift. Bei gutem Rohpapier, gutem Beschichtungsmaterial usw.
wird dagegen nur eine geeignete Menge Beschichtungsmaterial t auf die Bahn 2 aufgetragen,
und die Zumeßvorrichtung 5 wird so eingestellt, daß das Messer 5b vom Beschichtungsfilm
t1 der Bahn 2 getrennt bleibt und kein Abstreifen von Beschichtungsmaterial t erfolgt.
[0071] Aus diesem Grund ist die Beschichtungsanlage 1 auch für verschiedene Kombinationen
von Rohpapieren und Beschichtungsmaterialien geeignet.
[0072] Um das aufgetragene Beschichtungsmaterial t zu trocknen, wird die Bahn 2 mit dem
Beschichtungsfilm t1 in der festgelegten Dicke, wie in Figur 1 dargestellt, zum Bahnausgang
Ot in Richtung einer mit einem (hier nicht gezeigten) Trockner versehenen Strecke
transportiert.
[0073] Nach dem besagten Aufbau wird bei Rohpapier mit qualitativ guter Bahn 2, bei qualitativ
gutem Beschichtungsmaterial usw. nur das Beschichtungsmaterial t mittels des Beschichtungsmaterialvorhangs
tc des Vorhangspeisers 3 aufgetragen.
[0074] Bei Rohpapier mit schlecht geeigneter Bahn 2, mit schlecht geeignetem Beschichtungsmaterial
t usw. wird dagegen nach dem Auftragen von viel Beschichtungsmaterial t mittels des
Beschichtungsmaterialvorhangs tc des Vorhangspeisers 3 der überschüssige Teil des
auf die Bahn 2 aufgetragenen Beschichtungsmaterials t mittels des Messers 5b der Zumeßvorrichtung
5 abgestreift und die festgelegte Dicke sowie Qualität des Beschichtungsfilms t1 erreicht.
[0075] Aus diesem Grund werden die Oberflächenglätte des Beschichtungsfilms t1 der Bahn
2 und das Haftvermögen des Beschichtungsmaterials t an der Bahn 2 bei diversen Kombinationen
von Rohpapieren und Beschichtungsmaterialien t verbessert.
[0076] Folglich ist die Beschichtungsanlage für verschiedene Kombinationen von Rohpapieren
und Beschichtungsmaterialien t geeignet und hat eine große Anwendungsbreite.
[0077] Da entsprechend den Beschichtungsbedingungen nur der Prozeß des Auftragens des Beschichtungsmaterials
t gewählt wird oder aber der Prozeß des Auftragens des Beschichtungsmaterials t und
der Prozeß des Abstreifens des überschüssigen Beschichtungsmaterials, kann man auf
die Beschichtungsbedingungen flexibel reagieren und erreicht eine hohe Präzision der
Beschichtung.
[0078] Weil der Vorhangspeiser 3, der das Beschichtungsmaterial t auf die Bahn 2 aufträgt,
das Beschichtungsmaterial t nach unten ausbringt, wird verhindert, daß sich Beschichtungsmaterial
t u.a. an der Düse 3n des Vorhangspeisers 3 oder in der Umgebung des Austrags festsetzt,
was die Verschmutzung erschwert und die Reinigung der Geräte einfach macht.
[0079] Weil das Beschichtungsmaterial t aus dem Vorhangspeiser 3 nach unten ausgebracht
wird und die Gravitationsbeschleunigung zunimmt, kann die Gesamtmenge des für die
Bahn 2 eingesetzten Beschichtungsmaterials t auf das 1- bis 3fache der Auftragsmenge
reduziert werden.
[0080] Weil sich die Bahn 2 entsprechend der Viskosität des Beschichtungsmaterials t, seiner
Durchflußmenge u.a. Bedingungen in einem festgelegten Neigungswinkel nach unten bewegt
und das Beschichtungsmaterial dabei aufgetragen wird, ist es weiterhin möglich, das
Beschichtungsmaterial t einheitlich aufzutragen.
[0081] Obwohl Blade-Coater und Curtain-Coater jeweils ihre Stärken haben, kann man folglich
eine noch bessere Beschichtungsanlage 1 realisieren.
[0082] Als Nutzungsbeispiele der vorliegenden Erfindung lassen sich Beschichtungsanlagen
zum Auftragen von Beschichtungsmaterial auf Kalender, Kataloge, Thermoblätter, druckempfindliches
(kohlenstofffreies) Papier usw. anführen, weiterhin Beschichtungsanlagen zum Auftragen
magnetischen Materials auf eine Seite von automatisch kontrollierten Tickets u.a.
Bezugszeichenliste
[0083]
- 1
- Beschichtungsanlage
- 2
- Bahn (web)
- 2n
- vorgesehene Auftragfläche
- 3
- Vorhang-Auftragsgerät
- 4
- Stützwalze (backing roll)
- 5
- Beschichtungsmaterial-Abstreifgerät
- 5b
- Abstreifelement
- 8
- Luftabscheidvorrichtung (air cut device)
- t
- Beschichtungsmaterial
- t1
- Auftragschicht
- tc
- Beschichtungsmaterialvorhang
- θ
- Neigungswinkel