[0001] Die Erfindung richtet sich auf ein System zur Herstellung eines Stabwerks mit Stabelementen
und mit Verbindungselementen zur Verbindung der Stabelemente untereinander, wobei
die Stabelemente als Rohre ausgebildet sind und die Verbindungselemente ebene Seitenflächen
aufweisen, welche entlang von Polyederflächen verlaufen und von denen wenigstens eine,
vorzugsweise wenigstens zwei, mit wenigstens einer Ausnehmung versehen sind.
[0002] Eine gattungsgemäße Anordnung ist in der Europäischen Offenlegungsschrift 0 079 314
wiedergegeben. Der dortige Verbindungskörper hat die Form eines Hohlwürfels mit zu
dessen Kanten parallelen, schräg nach außen ragenden Flanschen. Sowohl die Würfelseiten
als auch die Kantenflansche sind mit Bohrungen versehen, an welchen zur Bildung eines
Raumfachwerks Rohre angesetzt werden können. Deren Enden sind flachgequetscht und
ebenfalls durchbohrt, so dass sie mittels Schrauben an den Löchern der Kantenflansche
fixiert werden können. Somit sind zum Bau eines Fachwerks mit diesem System pro Stab
wenigstens zwei, ggf. sogar vier Schraubverbindungen zu betätigen. Dies führt dazu,
dass bei größeren Stabwerken eine Unmenge von Schraubverbindungen herzustellen sind,
was das vorbekannte System sehr unpraktisch erscheinen läßt.
[0003] Aus diesem Nachteil des beschriebenen Standes der Technik resultiert das die Erfindung
initiierende Problem, ein gattungsgemäßes System zur Herstellung von Stabwerken derart
weiterzubilden, dass die (rohrförmigen) Stäbe mit wenigen Handgriffen mit den Verbindungselementen
zusammengesetzt und fixiert werden können.
[0004] Die Lösung dieses Problems gelingt dadurch, dass an dem Rohrmantel im Bereich von
dessen Stirnseiten wenigstens je ein zu der Längsachse des Rohrs exzentrischer, über
die betreffende Stirnseite überstehender Fortsatz angeordnet ist, der in eine Ausnehmung
einer Seitenfläche eines Verbindungselements einsteckbar ist und der Fixierung des
Rohrs an dem betreffenden Verbindungselement dient.
[0005] Somit wird anstelle einer unpraktischen Schraubverbindung eine Steckverbindungstechnik
gewählt, die weitaus einfacher herzustellen ist. Die exzentrische Lage derartiger
Fortsätze begünstigt deren einstückige Herstellung mit dem Rohrmantel ohne ein endseitiges
Zusammenquetschen desselben. Wenngleich eine solche Vorgehensweise nicht unbedingt
erforderlich ist, so bietet sie doch eine Reihe von Vorteilen. Bspw. ergibt sich mit
der ansonsten, d.h., ggf. zwischen den daran vorgesehenen Fortsätzen, vorzugsweise
ebenen Stirnseite eines Rohrs eine sich über zwei Dimensionen erstreckende Anlagefläche
zwischen Rohr und Seitenfläche eines Verbindungselements, die zur automatischen Justierung
der Rohre und Verbindungselemente verwendet werden kann. Dies ist insofern von besonderer
Bedeutung, als bei einem Tragwerk mit vielen Stäben und Knotenpunkten bereits kleinste
Abweichungen in den unteren Bereichen zu nicht mehr überbrückbaren Unterschieden in
den oberen Bereichen des Tragwerks führen können. Weil bei dem erfindungsgemäßen System
außerdem in die Rohrenden einzusetzende Kupplungselemente überflüssig werden, können
innerhalb eines Stabelements keinerlei Verkantungen, Schrägstellungen od. dgl. auftreten,
sondern die an die benachbarten Verbindungselemente direkt angrenzenden Rohrstirnseiten
führen unmittelbar zu einer optimalen Parallelausrichtung der damit verbundenen Seitenflächen
sowie zu einer exakten Einhaltung eines vorgegebenen Abstandes zwischen diesen Verbindungselementen.
[0006] Es hat sich als günstig erwiesen, dass wenigstens eine mit einer oder mehreren Ausnehmungen
versehene Seitenfläche eines Verbindungselements zumindest in der Umgebung der Ausnehmung
als ebener Flachkörper ausgebildet ist, der von der betreffenden Ausnehmung vollständig
durchsetzt wird. Dadurch ist es möglich, dass ein Verbindungselement von Teilen eines
eingesteckten Rohrs zu dessen Fixierung hintergriffen wird. Im Idealfall kann das
gesamte Verbindungselement als Hohlkörper ausgebildet sein, so dass dessen Gewicht
minimiert ist. Darunter leidet die Stabilität nicht, da die verbleibende Oberfläche
insbesondere bei vollständigem oder überwiegendem Umschließen des Hohlraums in sich
äußerst steif ist; andererseits bewirkt die Gewichtsreduzierung gerade bei großen
Tragwerken mit einer Vielzahl von Verbindungselementen eine erhebliche Entlastung.
[0007] Um einen Bereich einer solchermaßen als Flachkörper ausgebildeten Seitenfläche eines
Verbindungselements hintergreifen zu können, sollte wenigstens ein Fortsatz eine seitliche
Hinterschneidung aufweisen. Diese wird nach dem Zusammenstecken von Rohr und Verbindungselement
mit dem Rand von dessen Durchbrechung in Eingriff gebracht und führt dadurch zu einer
gegenseitigen Arretierung. Um einen derartigen, gegenseitigen Eingriff zu ermöglichen,
ist die in Längsrichtung des Rohrs gemessene Breite der Hinterschneidung so bemessen,
dass sie etwa der Stärke des Flachkörpers an der betreffenden Stelle einer Seitenfläche
eines Verbindungselements entspricht. Wenn diese Korrespondenz möglichst exakt ist,
ergibt sich näherungsweise eine Spielfreiheit und damit eine optimale Relativausrichtung
der arretierten Elemente.
[0008] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass über den Umfang einer Stirnseite eines Rohrs
verteilt wenigstens zwei, vorzugsweise drei oder vier Fortsätze, vorzugsweise jeweils
mit wenigstens einer Hinterschneidung, vorgesehen sind. Dadurch wird eine Lageveränderung
eines Rohrs gegenüber dem angrenzenden Verbindungselement weiter eingeschränkt auf
enge Grenzen, die durch abweichende Querschnitte der Fortsätze und Durchbrechung(en)
bedingt sein können. Diese konstruktive Möglichkeit kann dazu genutzt werden, den
Freiheitsgrad der Relativbewegung zwischen einem Verbindungselement und einem angesteckten
Rohr um eine weitere Dimension zu reduzieren.
[0009] Die entsprechend den obigen Ausführungen verbleibende, seitliche Bewegungsrichtung
der zusammengesteckten Tragwerkselemente läßt sich unterschiedlich vorgeben, bspw.
in einer Raumrichtung parallel zu der betreffenden Rohrstirnseite bzw. Seitenfläche
des Verbindungselements. Besser ist jedoch die Wahl einer relativen Verdrehung um
die betreffende Rohrlängsachse, weil es sich hierbei um eine von der Ausrichtung der
betreffenden Elemente im Raum weitgehend unabhängige Bewegung handelt. Da eine solche
Bewegung mit keiner Gewichtsverlagerung bei einem der betroffenen Elemente verbunden
ist, befinden sich die Elemente bei jeder (Dreh-)Stellung in einem (indifferenten)
Gleichgewicht. Weil darüber hinaus von jedem (rohrförmigen) Stab eines Stabwerks im
Idealfall nur zu dessen Längsachse parallele Zug- oder Druckkräfte übertragen werden,
allenfalls noch geringe Biegebeanspruchungen aufgrund des endlichen Rohrdurchmessers,
jedoch keine Drehmomente, so ist ein solches, nur durch Zusammenstecken gebildetes
Tragwerk selbst ohne zusätzliche, fixierende Maßnahmen in sich stabil. Dieser Vorteil
kann insbesondere im Rahmen des sog. Messebaus verwendet werden, um ein mit wenigen
Handgriffen auf- und abbaubares Tragwerk zu schaffen.
[0010] Um durch eine solche Relativverdrehung eine Arretierung bewirken zu können, sollten
die Hinterschneidungen an den Fortsätzen desselben Rohrendes in einander entsprechenden
Richtungen, bezogen auf die Längsachse des Rohrs, angeordnet sein, also entweder alle
nach radial innen gerichtet sein, oder alle nach radial außen oder alle in derselben
Drehrichtung um die Längsachse des betreffenden Rohrs.
[0011] Wenn in einer Seitenfläche eines Verbindungselements wenigstens zwei, vorzugsweise
drei oder vier, Ausnehmungen, insbesondere Durchbrechungen vorgesehen sind, welche
auf einer Kreislinie liegen, deren Durchmesser etwa dem Rohrdurchmesser entspricht,
so kann eine jede dieser Durchbrechungen mit genau einem Fortsatz an der Stirnseite
eines ansteckbaren Rohrs korrespondieren. Andererseits können jedoch einige oder alle
der je einem Fortsatz zugeordneten Ausnehmungen zusammengeformt sein, so dass die
Gesamtzahl der Durchbrechungen pro Seitenfläche des Verbindungselements auch kleiner
sein kann als die betreffende Anzahl der Fortsätze an einer Stirnseite eines Rohrs.
[0012] Eine Verdrehung eines Rohrs in einem Stabwerk stellt stets eine Relativverdrehung
gegenüber beiden, angrenzenden Verbindungselementen dar. Deshalb kann es nur eine
gemeinsame Drehrichtung zur Arretierung der beiden Verbindungen geben. Während dies
bei nach radial innen oder außen gerichteten Hinterschneidungen unproblematisch ist,
weil dadurch die Arretierungsdrehrichtung nicht festgelegt wird, ist letztere bei
tangential zu dem betreffenden Rohrmantel orientierten Hinterschneidungen vorgegeben.
Aus diesem Grund empfiehlt die Erfindung, dass die Orientierungsrichtung der Hinterschneidungen
an den Fortsätzen der beiden Rohrenden spiegelbildlich bezüglich einer quer zu der
Längsachse des Rohrs verlaufenden Mittelebene liegen sollte, d.h., in tangentialer
Richtung liegende Hinterschneidungen müssen in dieselbe (Rohr-)Drehrichtung weisen.
Die einzelnen Fortsätze selbst müssen dagegen nicht unbedingt spiegelbildlich zueinander
angeordnet sein; sie können bspw. auch um einen beliebigen (Umfangs-)Winkel gegeneinander
versetzt angeordnet sein, um besonderen, strukturellen Gegebenheiten eines Tragwerks
zu entsprechen.
[0013] Um die Herstellung der erfindungsgemäßen Tragwerkselemente weiter zu vereinfachen,
können die Fortsätze an den Rohrenden durch Ausschneiden aus dem Rohrmantel gebildet
sein, insbesondere durch Laserschneiden. Dieser Bearbeitungsvorgang kann mit handelsüblichen
Maschinen vollautomatisch und in großen Stückzahlen durchgeführt werden, was zu einem
höchst präzisen und gleichzeitig preiswerten Produkt führt.
[0014] Eine Hinterschneidung eines Fortsatzes, die als Einschnitt in einen etwa radial bezüglich
der Längsachse des Rohrs verlaufenden Oberflächenbereich ausgebildet ist, kann gleichzeitig
mit dem Ausschneiden des Fortsatzes erfolgen. Demzufolge ist dafür kein zusätzlicher
Arbeitsgang erforderlich ist, was sich ebenfalls kostensenkend auswirkt.
[0015] Weitere Vorteile ergeben sich dadurch, dass die Ausnehmungen, insbesondere Durchbrechungen,
jeweils eine längliche Form oder zumindest einen länglichen Abschnitt aufweisen, welche(r)
entlang der gemeinsamen Kreislinie verläuft. Eine solche Konstruktion dient der Arretierung
eines Rohrs durch Relativverdrehung um dessen Längsachse, wobei die eingesteckten
Fortsätze in Längsrichtung der Durchbrechungen bzw. entlang deren (längerer) Umfangslinie
gleiten.
[0016] Indem die Querschnittsabmessungen einer Ausnehmung, insbesondere Durchbrechung, etwa
der freien Stirnseite eines Fortsatzes entsprechen oder diese insbesondere (nur) hinsichtlich
der Längenerstreckung entlang der gemeinsamen Kreislinie übertreffen, so kann die
Relativausrichtung zwischen Rohr und Verbindungselement bereits durch das solchermaßen
geführte Zusammenstecken erreicht werden.
[0017] Die Erfindung sieht weiterhin vor, dass ein Verbindungselement aus einem einzigen
Zuschnitt, vorzugsweise aus Blech, gebogen oder aus mehreren, jeweils einer oder mehreren
Seitenfläche entsprechenden Teilen, ebenfalls vorzugsweise aus Blech, zusammengesetzt
ist. Dabei können sowohl ein ggf. gemeinsamer Zuschnitt als auch mehrere einzelne
Zuschnitte jeweils aus einem Blech ausgestanzt oder aber auch insbesondere mit Laser
ausgeschnitten sein. Insbesondere bei überwiegend oder völlig (bis auf die Arretierungsdurchbrechungen)
geschlossenen Verbindungselementen kann das mehrmalige Abkanten eines einzigen Zuschnitts
unüberwindliche, herstellungstechnische Probleme bereiten, so dass in diesem Fall
eine Herstellung aus mehreren Teilen unerläßlich ist.
[0018] Das Zusammenfügen getrennt hergestellter, aneinanderstoßender Teile, insbesondere
die Flachkörper wenigstens zweier Seitenflächen, wird durch abgekantete Ränder dieser
Teile erleichtert, welche durch das Zusammensetzen oder -biegen parallel zueinander
liegen und flächig miteinander verbunden sind. Wenn diese Ränder zur Außenseite des
fertigen Verbindungselements hin abgekantet sind, wird deren Verbindung nach dem Zusammensetzen
aufgrund ihrer sodann exponierten Lage gefördert.
[0019] Damit die abgekanteten Ränder der zusammengesetzten Zuschnitte bzw. benachbarten
Seitenflächen parallel zueinander liegen und damit vollflächig aneinander grenzen,
sollten die Biegewinkel α
ν zwischen der den abgekanteten Rändern und deren ursprünglicher Lage in der Ebene
der betreffenden Seitenfläche jeweils gleich oder kleiner sein als 90°, wenn die aneinanderstoßenden
Polyederflächen (ohne Ränder) entlang einer konvexen Kante (mit einem Außenwinkel
γ > 180°) zusammentreffen und die Ränder nach außen umgekantet sind,.
[0020] Die zusammengebogenen oder zusammengesetzten Seitenflächen werden sodann miteinander
verschweißt, verlötet oder verklebt, insbesondere jeweils entlang ihrer abgekanteten
und flächig aneinanderliegenden Ränder. Besonders gut eignet sich hierfür ein Elektro-
insbesondere Punktschweißverfahren; die betreffenden, aneinanderliegenden Ränder können
bequem zwischen zwei Elektroden eingeführt und von diesen während des Schweißvorgangs
zusammengedrückt und dadurch aneinander ausgerichtet werden, so dass ein vorgegebenen
Maßen exakt entsprechender Verbindungskörper entsteht.
[0021] Die Erfindung zeichnet sich weiterhin dadurch aus, dass wenigstens eine mit Ausnehmungen,
insbesondere Durchbrechungen, versehene Seitenfläche eine viereckige, vorzugsweise
rechteckige, insbesondere quadratische Grundfläche hat. Zwar sind verschiedene Polyeder
bekannt, die (auch) Seitenflächen mit drei, fünf oder sechs Ecken haben. Derartige
Verbindungskörper sind jedoch herstellungstechnisch aufwendiger, weil entweder die
Kantenlängen der Seiten vergleichsweise groß wären (dreieckige Seiten) oder pro Seitenfläche
eine größere Anzahl von Abkantungen stattfinden müßte (fünf- oder sechseckige Seiten).
Deshalb sieht die Erfindung vor, bei der Konzeption eines Verbindungskörpers von einer
viereckigen Seitenfläche auszugehen. Beispielsweise lassen sich auf diesem Weg Verbindungskörper
mit einem Gürtel aus einer nahezu beliebigen Anzahl derartiger, rechteckiger Seiten
anfertigen, die sodann mit einer ebenen Ober- und/oder Unterseite verschlossen und
dadurch stabilisiert werden können. Andere Polyeder sind denkbar.
[0022] Die Erfindung läßt sich dahingehend weiterbilden, dass die Rohre und Verbindungselemente
aus Stahl, insbesondere Edelstahl, bestehen. Stahl ist mechanisch sehr stabil und
verleiht einem derartigen Stabwerk daher eine hohe Tragkraft; Stahl läßt sich ferner
gut verarbeiten und insbesondere auch verschweißen. Darüber hinaus sind verschiedene
Stahlsorten, insbesondere Edelstahl, auch ohne Schutzüberzug korrosionsbeständig.
[0023] Schließlich entspricht es der Lehre der Erfindung, dass die zusammengesteckten Stabelemente,
insbesondere Rohre und Verbindungselemente miteinander verschweißbar, verlötbar oder
zusammenklebbar sind. Diese Maßnahme kann insbesondere im Hochbau verwendet werden,
um die Stabilität, Tragkraft und Zuverlässigkeit eines erfindungsgemäßen Stabwerks
zu maximieren.
[0024] Weitere Merkmale, Einzelheiten, Vorteile und Wirkungen auf der Basis der Erfindung
ergeben sich aus der folgenden Beschreibung einiger bevorzugter Ausführungsformen
der Erfindung sowie anhand der Zeichnung. Hierbei zeigt:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines Ausschnitts aus einem Stabwerk mit unterschiedlichen
Verbindungselementen; sowie
Fig. 2 Teile eines Stabwerks vor deren Zusammenbau, ebenfalls perspektivisch dargestellt.
[0025] Das Stabwerk 1 aus Fig. 1 ist unvollständig und soll ausschließlich zur Darlegung
des erfindungsgemäßen Prinzips dienen. Man erkennt mehrere, rohrförmige Stabelemente
2 sowie zwei Verbindungselemente 3, 4 zur Realisierung je eines Stabwerksknotens.
[0026] Obwohl die beiden Verbindungselemente 3, 4 unterschiedliche Geometrien haben, ist
erkennbar, dass beide aus aneinandergefügten Seitenflächen 5, 6 mit jeweils quadratischer
Grundfläche zusammengesetzt sind. Während das Verbindungselement 3 aus insgesamt sechs
identischen Seitenflächen-Elementen 5 besteht, umfaßt das Verbindungselement 4 insgesamt
achtzehn untereinander identische Seitenflächen-Elemente 6.
[0027] Sämtliche, dargestellten Seitenflächen-Elemente 5, 6 sind aus ursprünglich ebenen
Blechzuschnitten gebildet. Diese Zuschnitte haben eine leichte Kreuzform. Diese entsteht
dadurch, dass an allen vier Seiten eines Quadrats 7 je ein rechteckiger oder leicht
trapezförmiger, schmaler Randstreifen 8 mit einer seiner Längsseiten angeformt ist.
Da die freie Längsseite 9 eines derartigen Randstreifens 8 etwa fünf bis zehn mal
so lang ist wie eine Schmalseite 10 dieses Randstreifens 8, ist die Kreuzform allerdings
kaum erkennbar.
[0028] Anschließend sind diese vier Randstreifen 8 eines ebenen Zuschnitts entlang ihres
Übergangs in das zentrale Quadrat 7 abgekantet, und zwar allesamt in die selbe Richtung,
bezogen auf die Grundebene des Quadrats 7. Bei dem Verbindungsknoten 3 sind je zwei
einander diametral gegenüberliegende Randstreifen 8 um identische Winkel α
ν abgekantet, beispielsweise je zweimal um 60° und zweimal um 90°. Dadurch ergeben
sich für die betreffenden Zwischenwinkel β
ν zwischen abgekantetem Randstreifen 8 und zentralem Quadrat 7 jeweils Werte von 120°
bzw. 90°.
[0029] Daraufhin können die Seitenflächen-Elemente 5 zu dem Verbindungselement 3 zusammengesetzt
werden, indem ein jedes von insgesamt sechs abgekanteten Seitenflächen-Elementen 5
mit jeweils einem um 90° umgebogenen Randstreifen 8 auf einer ebenen Unterlage aufgesetzt
und sodann so an die übrigen herangerückt wird, dass sich in der Draufsicht ein regelmäßiges
Sechseck ergibt, wobei alle Randstreifen 8 nach außen weisen. Nun sind jeweils zwei
aneinander grenzende Randstreifen 8 parallel zueinander und liegen flächig aneinander
an; diese werden schließlich mit einigen Schweißpunkten 11 aneinander fixiert, um
den Verbindungselements 3 fertigzustellen.
[0030] Zur Erhöhung der Festigkeit des Verbindungselements 3 - beispielsweise für Anwendungen
im Hochbau - können die bislang offenen Stirnseiten des Sechsecks mit je einer Platte
von sechseckigem Grundriß verschlossen werden, indem diese mit den um jeweils 90°
abgebogenen Randstreifen 8 der Seitenflächen-Elemente 5 verschweißt wird.
[0031] Andererseits ist es auch möglich, das Verbindungselement 3 aus Seitenflächen-Elementen
5 aufzubauen, deren Randstreifen allesamt um 60° abgekantet sind.
[0032] Solchenfalls können anstelle von ebenen, stirnseitigen Platten auch jeweils zwei
derartige Seitenflächen-Elemente 5 zwischen zwei einander diametral gegenüberliegenden
Seitenflächen 5 des Sechseck-Rings an dessen selber Stirnseite angesetzt und miteinander
verbunden werden. Es ergeben sich dadurch zwei Sechseck-Ringe, welche sich gegenseitig
durchdringen.
[0033] Im Unterschied zu dieser ersten Konstruktion eines Verbindungselements 3 auf der
Basis eines Sechsecks hat das Verbindungselement eine achteckige Grundstruktur. Diese
ergibt sich durch Abkanten der Randstreifen 8 der Seitenflächen-Elemente 6 um Winkel
α
ν von je 67,5°, so dass die Randstreifen 8 schließlich mit der außenliegenden Seite
12 eines Seitenflächen-Elements 6 je einen stumpfen Zwischenwinkel β
ν von 112,5° einschließen. Werden diese Seitenflächen-Elemente 6 so zusammengesetzt,
dass ihre nach außen weisenden Randstreifen 8 flächig aneinanderliegen, so schneiden
sich die (gedachten) Verlängerungen der Randstreifen-Ebenen in das Innere des Verbindungselements
4 in dessen Mittelpunkt.
[0034] Dabei schließen einander diametral gegenüberliegende Randstreifen 8 desselben Seitenflächen-Elements
6 einen Zentrumswinkel von 45° ein, so dass jeweils acht derartige Seitenflächen-Elemente
6 zu einem Achteck zusammengefügt werden können wegen 8 * 45° = 360°. Wie bei jedem
Achteck, so treffen sich je zwei benachbarte Seitenflächen 6 unter einem Außenwinkel
δ = 2 * β
ν = 225°.
[0035] Ist ein derartiges Achteck hergestellt und durch Verschweißungen 13 fixiert worden,
können an jeder Stirnseite desselben vier zueinander konvergierend geneigte Seitenflächen
6 angesetzt und schließlich durch ein Schlußelement 6 zu je einer etwa pyramidenstumpfförmigen
Struktur miteinander verbunden werden. Obwohl diese Struktur nicht vollständig geschlossen
ist - im Bereich der zueinander konvergierenden Kanten der Pyramidenstümpfe verbleibt
je ein offenes Dreieck - hat dieses Verbindungselement 4 wegen seiner dreidimensionalen
Struktur eine sehr hohe Stabilität. Bei Bedarf könnten sogar in die Lücken jeweils
dreieckige Seitenflächen-Elemente eingefügt werden.
[0036] Es ist ersichtlich, dass eine Reihe anderer Verbindungselement-Konstruktionen möglich
sind, ggf. auch unter Zuhilfenahme unterschiedlich geformter Seitenflächen-Elemente
innerhalb eines Verbindungselementes. Bei quadratischen Seitenflächen ergibt sich
bspw. bei einem Abkantungswinkel α
ν von 45° die allseits bekannte Würfelform. Weitere - regelmäßige - Polyeder wären
Pyramide, Tetraeder, Oktaeder, Pentagon-Dodekaeder, Ikosaeder, usf. Jedoch ist die
Erfindung nicht auf regelmäßige Polyeder eingeschränkt.
[0037] Zum Ansetzen eines Rohrs 2 kann jede Seitenfläche 5, 6 eines Verbindungselements
4 verwendet werden, auch wenn dieselbe nicht quadratisch ist. Jedoch muß eine dafür
verwendbare Seitenfläche 5, 6 größer sein als der Querschnitt des betreffenden Rohrs
2. Denn zu ihrer Befestigung haben die rohrförmigen Stabelemente 2 an ihren Mantelflächen
14 stirnseitige Fortsätze 15, die zum Einstecken in dafür konzipierte Durchbrechungen
16 in den Seitenflächen 5, 6 eines Verbindungselements 3, 4 ausersehen sind. Die Durchbrechungen
16 liegen demnach auf einer Kreislinie mit dem Durchmesser des rohrförmigen Stabelements
2 und benötigen aus diesem Grund eine entsprechend groß bemessene Seitenfläche 5,
6 eines Verbindungselements 3, 4.
[0038] Wie man der Fig. 2 entnehmen kann, sind die Fortsätze 15 aus dem Rohrmantel 14 ausgeschnitten,
bspw. mit einem Laser. Sie haben daher einen Querschnitt mit einer dem Rohrmantel
14 entsprechende Wölbung. Dieser gewölbte Querschnitt findet sich auch bei den mit
diesen Fortsätzen korrespondierenden Durchbrechungen 16 der Seitenflächen 5, 6. Jede
Durchbrechung 16 hat demnach einen bogenförmigen Verlauf mit einer konstanten Breite,
die etwa der Stärke des Rohrmantels 14 entspricht. Die Länge entlang des Kreisbogens
kann variabel gewählt werden, ist jedoch vorzugsweise deutlich größer als die Breite,
bspw. 2 bis 20 mal so lang, vorzugsweise 3 bis 15 mal so lang, insbesondere 4 bis
10 mal so groß.
[0039] Vorzugsweise entsprechen die Querschnitte der Fortsätze 15 und der Durchbrechungen
16 einander etwa nach Art einer Übergangspassung, so dass sich die Elemente 2, 3 ohne
zu Klemmen zusammenstecken lassen, dann aber möglichst kein Spiel aufweisen.
[0040] Um eine auf diesem Weg hergestellte Verbindung zwischen Stab- und Verbindungselementen
2, 3 arretieren zu können, sind die Fortsätze 15 mit je einer seitlichen Hinterschneidung
17 versehen. Wie oben bereits ausgeführt, sind die Fortsätze 15 aus dem Rohrmantel
14 ausgeschnitten und haben daher eine konstante Stärke (radial bezüglich der Rohrlängsachse).
Die (tangential zum Rohrmantel gezählte) Grundfläche eines Fortsatzes 15 läßt sich
durch ein Rechteck umbeschreiben. Dessen parallel zu der Rohrlängsachse gemessene
Längserstreckung ist größer als die Stärke eines Seitenflächen-Elements 5, 6, bspw.
zwei- bis viermal so lang, insbesondere etwa dreimal so lang. In tangentialer Richtung
(bezüglich des Rohrs 2) hat ein Fortsatz 15 eine Maximalerstreckung, die vorzugsweise
größer ist als seine achsparallele Länge, bspw. 1,5- bis dreimal so groß, insbesondere
etwa doppelt so groß.
[0041] Aus diesem einen Fortsatz 15 umbeschriebenen Rechteck ist die Hinterschneidung 17
herausgebrochen. Letztere befindet sich bei allen Fortsätzen 15 der dargestellten
Ausführungsform an einer Schmalseite 18 des Fortsatzes 15, und zwar bei allen Fortsätzen
15 derselben Rohrstirnseite 19 an der im Uhrzeigersinn hinteren ("späteren") Schmalseite
18 (in der Draufsicht auf diese Stirnseite 19). Bei den - ansonsten identischen -
Fortsätzen 15 der anderen Rohrstirnseite 19 liegen die Hinterschneidungen jeweils
an den entsprechenden Schmalseiten 18, die bei Draufsicht auf die dortige Stirnseite
19 jedoch im Uhrzeigersinn vorne ("früher") liegen. Dadurch wird erreicht, dass bei
Drehung des rohrförmigen Stabelements 2 um dessen Längsachse jeweils alle Hinterschneidungen
17 entweder in Drehrichtung vorne liegen (Arretierungsdrehrichtung) oder allesamt
hinten (Lösungsdrehrichtung).
[0042] Die Hinterschneidungen 17 haben etwa die Form eines Schlitzes in der betreffenden
Schmalseite 18 eines Fortsatzes 15, dessen Breite etwa der Stärke eines Seitenflächen-Elements
5, 6 entspricht, und dessen Tiefe vorzugsweise etwa zwei- bis fünfmal so groß ist
wie seine Breite. Vorzugsweise fluchtet eine Seitenfläche der schlitzförmigen Hinterschneidung
17 mit dem angrenzenden Bereich der Rohrstirnseite 19.
[0043] Nachdem ein solches, rohrförmiges Stabelement 2 mit den Fortsätzen 15 seiner beiden
Enden 19 jeweils in die Durchbrechungen 16 der zur Längsachse des Rohrs 2 lotrechten
Seitenflächen 5, 6 der angrenzenden Verbindungselemente 3, 4 eingesteckt wurde - so
wie das vertikale Stabelement 2 in Fig. 1 - kann es um seine Längsachse rotiert werden,
so dass die jeweils peripher zu den Hinterschneidungen 17 liegenden Nasen 20 der Fortsätze
15 die betreffende Seitenfläche 5, 6 hintergreifen und sich dort festhaken.
[0044] Da keinerlei rückstellende Drehmomente vorhanden sind, bleibt das solchermaßen verhakte
Stabelement 2 aufgrund der Reibungskräfte im Bereich der Hinterschneidungen 17 in
dieser Position - eine weitere Arretierung ist nicht erforderlich. Zur Unterstützung
der Reibungskraft kann die Breite der schlitzförmigen Hinterschneidung 17 zumindest
im Bereich des Schlitzgrundes minimal kleiner sein als die Stärke eines Seitenflächen-Elements
5, 6, so dass während einer Arretierungsdrehung die Nase 20 elastisch aufgebogen wird
und deren Rückstellkraft als reibungserhöhende Normalkraft wirkt.
[0045] Für stark beanspruchte Bauwerke kann das zusammengesteckte und arretierte Stabwerk
1 zusätzlich durch Verschweißen, Verlöten oder Verkleben der rohrförmigen Stabelemente
2 mit den Verbindungselementen 3, 4 stabilisiert werden. Die höchste Stabilität gibt
dabei zwar eine die Stirnseiten 19 eines eingesteckten Rohrs 2 vollständig umlaufende
Schweißnaht - zur Vermeidung eines unerwünschten Lockerns können aber bereits einzelne
Schweißpunkte ausreichend sein.
1. System zur Herstellung eines Stabwerks (1) mit Stabelementen (2) und mit Verbindungselementen
(3, 4) zur Verbindung der Stabelemente (2) untereinander, wobei die Stabelemente (2)
als Rohre ausgebildet sind und die Verbindungselemente (3, 4) ebene Seitenflächen
(5, 6) aufweisen, welche entlang von Polyederflächen verlaufen und von denen wenigstens
eine, vorzugsweise wenigstens zwei, mit wenigstens einer Ausnehmung (16) versehen
sind, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Rohrmantel (14) im Bereich von dessen Stirnseiten (19) wenigstens je ein zu
der Längsachse des rohrförmigen Stabelements (2) exzentrischer, über die betreffende
Stirnseite (19) überstehender Fortsatz (15) angeordnet ist, der in eine Ausnehmung
(16) einer Seitenfläche (5, 6) eines Verbindungselements (3, 4) einsteckbar ist und
der Fixierung des rohrförmigen Stabelements (2) an dem betreffenden Verbindungselement
(3, 4) dient.
2. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine mit einer oder mehreren Ausnehmungen (16) versehene Seitenfläche
(5, 6) eines Verbindungselements (3, 4) zumindest in der Umgebung der Ausnehmung (16)
als ebener Flachkörper ausgebildet ist, der von der betreffenden Ausnehmung (16) vollständig
durchsetzt wird.
3. System nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Fortsatz (15) eine seitliche Hinterschneidung (17) aufweist, um einen
Bereich einer als Flachkörper ausgebildeten Seitenfläche (5, 6) eines Verbindungselements
(3, 4) hintergreifen zu können.
4. System nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die in Längsrichtung des rohrförmigen Stabelements (2) gemessene Breite der Hinterschneidung
(17) etwa der Stärke des Flachkörpers einer Seitenfläche (5, 6) eines Verbindungselements
(3, 4) entspricht.
5. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass über den Umfang einer Stirnseite (19) eines rohrförmigen Stabelements (2) verteilt
wenigstens zwei, vorzugsweise drei oder vier Fortsätze (15), vorzugsweise jeweils
mit wenigstens einer Hinterschneidung (17), vorgesehen sind.
6. System nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Hinterschneidungen (17) an den Fortsätzen (15) desselben Rohrendes (19) in einander
entsprechenden Richtungen, bezogen auf die Längsachse des rohrförmigen Stabelements
(2), angeordnet sind.
7. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fortsätze (15) an den beiden Rohrenden (19) und insbesondere auch die Orientierung
von deren Hinterschneidungen (17) spiegelbildlich bezüglich einer quer zu der Längsachse
des rohrförmigen Stabelements (2) verlaufenden Mittelebene angeordnet sind.
8. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fortsätze (15) an den Rohrenden (19) durch Ausschneiden aus dem Rohrmantel (14)
gebildet sind, insbesondere durch Laserschneiden.
9. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einer Seitenfläche (5, 6) eines Verbindungselements (3, 4) wenigstens zwei, vorzugsweise
drei oder vier, Ausnehmungen, insbesondere Durchbrechungen (16) vorgesehen sind, welche
auf einer Kreislinie liegen, deren Durchmesser etwa dem Rohrdurchmesser entspricht.
10. System nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmungen, insbesondere Durchbrechungen (16), jeweils eine längliche Form
oder zumindest einen länglichen Abschnitt aufweisen, die/der entlang der gemeinsamen
Kreislinie verläuft.
11. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Querschnittsabmessungen einer Ausnehmung, insbesondere Durchbrechung (16), etwa
der freien Stirnseite eines Fortsatzes (15) entsprechen oder diese insbesondere hinsichtlich
der Längenerstreckung entlang der gemeinsamen Kreislinie übertreffen.
12. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verbindungselement (3, 4) aus einem einzigen Zuschnitt, vorzugsweise aus Blech,
gebogen oder aus mehreren, jeweils einer Seitenfläche entsprechenden Flachkörpern
(5, 6), vorzugsweise aus Blech, zusammengesetzt ist.
13. System nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Flachkörper (5, 6) wenigstens zweier Seitenflächen abgekantete Ränder (8) aufweisen,
welche durch das Zusammensetzen oder -biegen parallel zueinander liegen und flächig
miteinander verbunden sind.