[0001] Die Erfindung betrifft eine Radialpumpe mit einem Gehäuse, in welchem ein durch eine
Welle angetriebenes Laufrad drehbar gelagert ist, mit einem auf der Saugseite des
Laufrades im Gehäuse axial in Richtung der Laufradachse zwischen zwei Endlagen verschiebbar
gelagerten Deckring, wobei durch Verschieben des Deckringes aus einer durch einen
Gehäuseanschlag begrenzten ersten Endlage ein zwischen Laufrad und Gehäuse ausgebildeter
Spalt freigebbar ist, wobei der Deckring selbsttätig in Abhängigkeit der Druckdifferenz
zwischen Druck- und Saugseite des Laufrades verstellbar ist.
[0002] Insbesondere Kühlwasserpumpen von Brennkraftmaschinen sind so konzipiert, dass bereits
bei relativ niedrigen Motordrehzahlen hohe Kühlmitteldurchflüsse bereitgestellt werden
können. Bei hohen Motordrehzahlen ist der geförderte Volumenstrom, aber auch die Leistungsaufnahme
der Pumpe viel höher als erforderlich, was sich nachteilig auf den Kraftstoffverbrauch
auswirkt. Abgesehen davon, kann es im hohen Drehzahlbereich zu Kavitationserscheinungen
kommen.
[0003] Aus der DE 41 42 120 A1 ist eine Kühlwasserpumpe für eine Brennkraftmaschine bekannt.
In eine zwischen einem wasserführenden Kanal und einem Wasserpumpengehäuse angeordnete
Öffnung ist ein in axialer Richtung verschiebbarer Deckring eingesetzt. Der Deckring
ist durch ein eine Druckdose aufweisendes Stellglied in Abhängigkeit von Parametern
der Brennkraftmaschine verstellbar. Durch die Verschiebung des Deckringes ist die
Breite eines Spaltes zwischen dem Ring und dem Laufrad der Wasserpumpe variabel, so
dass der Kühlwasserdurchsatz veränderbar ist. Dies ermöglicht es, die Warmlaufphase
der Brennkraftmaschine zu verkürzen und die Menge der schädlichen Abgasbestandteile
zu verringern.
[0004] Auch die US 2,786,420 A beschreibt eine Radialpumpe, bei der mittels einer Druckdose
ein Deckring in Abhängigkeit der Druckdifferenz zwischen Druck- und Saugseite verstellt
werden kann.
[0005] Durch Druckfluktuationen kann es aber in bestimmten Drehzahlbereichen zu zylindrischen
Verstellbewegungen des Deckringes kommen, was sich nachteilig auf den stabilen Betrieb
auswirkt.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, auf möglichst einfache Weise die Durchflussmenge und
die Leistungsaufnahme bei hohen Drehzahlen zu vermindern und dabei einen stabilen
Betrieb zu gewährleisten.
[0007] Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, dass der Deckring in zumindest einer
definierten Lage, vorzugsweise zumindest in der ersten Endlage, durch ein vorzugsweise
durch eine Rasteinrichtung gebildetes Positionierelement positionierbar ist. Dadurch
können Flattererscheinungen des Deckringes in bestimmten Drehzahlbereichen, welche
ein zyklisches Öffnen und Schließen des Spaltes zwischen Gehäuse und Laufrad bewirken
würden, verhindert werden. Vorteilhafter Weise ist dabei vorgesehen sein, dass das
Positionierelement zumindest einen etwa radial bezüglich der Laufradachse federbelasteten
Druckkörper aufweist, welcher in der definierten Lage mit einem reziprok geformten
Rastelement zusammenwirkt und entlang einer Führungsfläche gleitbar angeordnet ist,
wobei das Rastelement vorzugsweise durch eine Einbuchtung in der Führungsfläche gebildet
ist.
[0008] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsvariante ist vorgesehen, dass die Führungsfläche
durch eine saugseitige Innenfläche des Gehäuses gebildet ist und der Druckkörper im
Mantelbereich des Deckringes angeordnet ist. Gemäß einer dazu reziproken Ausführungsvariante
ist vorgesehen, dass die Führungsfläche durch den Mantelbereich des Deckringes gebildet
ist und dass der Druckkörper im Bereich einer saugraumseitigen Innenfläche des Gehäuses
angeordnet ist.
[0009] Um die Rückstellbewegung des Deckringes zu unterstützen, ist es vorteilhaft, wenn
die Führungsfläche bezüglich der Laufradachse um einen Winkel kleiner als etwa 20°,
vorzugsweise kleiner als etwa 10° geneigt ist.
[0010] Eine auf den Druckkörper einwirkende Druckfeder kann in einer radialen Bohrung des
Deckringes oder des Gehäuses angeordnet sein.
[0011] Gemäß einer einfachen Ausführungsvariante der Erfindung ist vorgesehen, dass der
Druckkörper eine konvexe Oberfläche aufweist. Alternativ dazu ist es auch möglich,
den Druckkörper als Federring auszubilden, wodurch Teile eingespart werden können.
[0012] In einer besonders bevorzugten Ausführungsvariante der Erfindung ist vorgesehen,
dass im Bereich des Deckringes zumindest ein Kurzschlusskanal angeordnet ist. Der
Kurzschlusskanal kann durch zumindest eine Ausformung im Gehäuse und/oder im Deckring
gebildet sein. Der Kurzschlusskanal wird dabei durch den Deckring aufgesteuert und
ist so gestaltet, dass der Durchflussquerschnitt mit der Auslenkung des Deckringes
zunimmt. Dadurch wird erreicht, dass im oberen Drehzahlbereich relativ große Fördermengen
abgesteuert werden, wodurch die Leistungsaufnahme der Radialpumpe in diesem Betriebsbereich
wesentlich vermindert werden kann.
[0013] Durch den durch die Druckdifferenz zwischen Druck- und Saugseite verschiebbaren Deckring
wird der Spalt zwischen Laufrad und Gehäuse selbständig der aktuellen Laufraddrehzahl
angepasst, wodurch aufwendige Stellglieder entfallen können.
[0014] Gemäß der Erfindung ist weiters vorgesehen, dass auf den Deckring eine zumindest
durch ein Rückstellelement gebildete Rückstellkraft in Richtung der ersten Endlage
einwirkt. Vorzugsweise ist dabei vorgesehen, dass das Rückstellelement durch eine
elastische Vorspanneinrichtung, vorzugsweise eine Rückstellfeder, gebildet ist, welche
in Richtung der Laufradachse auf den Deckring einwirkt.
[0015] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Radialpumpe in einem Längsschnitt in einer ersten Ausführungsvariante,
- Fig. 2
- das Detail II aus Fig. 1,
- Fig. 3
- das Detail III aus Fig. 1,
- Fig. 4
- eine erfindungsgemäße Radialpumpe gemäß dem Detail aus Fig. 3 in einer zweiten Ausführungsvariante
in einer Ruhstellung des Deckringes,
- Fig. 5
- ein Detail gemäß Fig. 4 in einer Auslenkstellung des Deckringes, und
- Fig. 6
- ein Positionselement in einer Ausführungsvariante.
[0016] In den Figuren sind funktionsgleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
[0017] Die Radialpumpe 1 weist ein Gehäuse 2 auf, in welchem eine Welle 3 zum Antrieb eines
Laufrades 4 mittels eines Lagers 5 drehbar gelagert ist. Die Saugseite der Radialpumpe
1 ist mit Bezugszeichen 6, die Druckseite mit Bezugszeichen 7 bezeichnet. Um das Laufrad
4 herum bildet das Gehäuse 2 einen Spiralkanal 8 aus. Auf der Saugseite 6 des Laufrades
4 ist im Gehäuse 2 ein Deckring 9 in Richtung der Laufradachse 10 zwischen einer ersten
und einer zweiten Endlage verschiebbar angeordnet. In der in Fig. 1 dargestellten
ersten Endlage wird ein zwischen Laufrad 4 und Gehäuse 2 ausgebildeter Spalt 11 durch
den Deckring 9 verdeckt, so dass Leckageströme zwischen Druckseite 7 und Saugseite
6 unterbunden werden.
[0018] Der Deckring 9 wird durch zumindest ein Rückstellelement 12 in die erste Endlage
bewegt bzw. in dieser festgehalten. Das in Fig. 2 dargestellte Rückstellelement 12
besteht aus einer durch ein Federblech gebildeten Rückstellfeder 14, welche in axialer
Richtung auf den Deckring 9 einwirkt.
[0019] Durch ein Positionierelement 13 wird der Deckring 9 in einer vordefinierten Lage,
etwa der ersten Endlage, gehalten. Dadurch wird ein Flattern des Deckringes 9 bei
kritischen Drehzahlen verhindert. Das in Fig. 3 dargestellte Positionierelement 13
ist im Mantelbereich 15 des Deckringes 9 angeordnet und weist einen durch eine Druckfeder
16 federbelasteten Druckkörper 17 auf, wobei die Druckfeder 16 in einer radialen Bohrung
18 im Mantelbereich 15 des Deckringes 9 angeordnet ist. Der Druckkörper 17 kann beispielsweise
durch eine Kugel oder Halbkugel 17a gebildet sein. Der Druckkörper 17 liegt auf einer
durch eine saugseitige Innenfläche 2a des Gehäuses 2 gebildeten Führungsfläche 19
auf und gleitet bei axialer Auslenkung des Deckringes an dieser entlang, wobei der
Druckkörper 17 in der ersten Endlage in ein durch eine Einbuchtung 20 gebildetes Formelement
einrastet und somit die Position des Deckringes 9 stabilisiert. Um die Rückstellbewegung
des Deckringes 9 in Richtung der ersten Endlage zu unterstützen, ist die Führungsfläche
19 bezüglich der Laufradachse 10 leicht geneigt ausgebildet, wobei der Winkel α zwischen
der Führungsfläche 19 und der Laufradachse 10 kleiner als etwa 10° ist. In der ersten
Endlage liegt der Deckring 9 an einem durch das Gehäuse 2 gebildeten Anschlag 21 an.
[0020] Der Deckring 9 wird in Abhängigkeit der Druckdifferenz zwischen dem Druck p
2 der Druckseite 7 und dem Druck p
1 der Saugseite 6 aus der eine Ruhelage bestimmenden ersten Endlage in die zweite Endlage
bewegt. Bis zu einer vordefinierten Drehzahl des Laufrades 4, welcher eine bestimmte
Durchflussmenge zugeordnet ist, ist der Deckring 9 in der in Fig. 1 dargestellten
ersten Endlage mit sehr geringem Spalt 11 bezüglich dem Laufrad 4 positioniert, so
dass ein optimaler Wirkungsgrad erreicht wird. Diese Position wird einerseits durch
den Anschlag 21 im Gehäuse, andererseits durch das Rückstellelement 12 und das Positionierelement
13 definiert. Je nach Auslegung können Rückstellelement 12 und Positionierelement
13 auch kombiniert angewendet werden, um eine bedarfsgerechte Regelcharakteristik
zu gewährleisten.
[0021] Die Rückstell- und Positionierelemente 12, 13 sind so ausgelegt, dass bei einer bestimmten
Druckdifferenz p
2 - p
1 eine axiale Verschiebung des Deckringes 9 vom Laufrad 4 weg stattfindet. Je nach
Auslegung der Rückstell- und Positionierelemente 12, 13 kann diese axiale Verstellung
kontinuierlich oder ab einer bestimmten Drehzahl abrupt erfolgen.
[0022] Der sich vergrößernde axiale Spalt 11 zwischen Laufrad 4 und Deckring 9 bewirkt eine
Reduzierung der Durchflussmenge und dadurch auch eine Reduzierung der Leistungsaufnahme
bei hohen Drehzahlen. Weiters wird die im hohen Drehzahlbereich auftretende Kavitation
verhindert.
[0023] Fig. 4 und Fig. 5 zeigen ein Ausführungsbeispiel bei dem der Druckkörper 17 durch
einen Federring 17b (Fig. 6) gebildet ist, welcher in einer umlaufenden Ringnut 22
des Deckringes 9 angeordnet ist. Im Bereich des Mantels 15 des Deckringes 9 weist
das Gehäuse 2 zumindest einen Kurzschlusskanal 23 auf, welcher bei der in Fig. 5 gezeigten
Auslenkung des Deckringes 9 die Strömungsverbindung gemäß dem Pfeil S zwischen Druckseite
7 und Saugseite 6 der Radialpumpe 1 ermöglicht. Der Kurzschlusskanal 23 wird von einer
Kante 24 des Deckringes 9 aufgesteuert und ist so gestaltet, dass der Durchflussquerschnitt
mit der Größe der Auslenkung des Deckringes 9 zunimmt. Dadurch werden bei hohen Drehzahlen
relativ große Mengen des Fördermediums abgesteuert.
1. Radialpumpe (1) mit einem Gehäuse (2), in welchem ein durch eine Welle (3) angetriebenes
Laufrad (4) drehbar gelagert ist, mit einem auf der Saugseite (6) des Laufrades (4)
im Gehäuse (2) axial in Richtung der Laufradachse (10) zwischen zwei Endlagen verschiebbar
gelagerten Deckring (9), wobei durch Verschieben des Deckringes (9) aus einer durch
einen Gehäuseanschlag (21) begrenzten ersten Endlage ein zwischen Laufrad (4) und
Gehäuse (2) ausgebildeter Spalt (11) freigebbar ist, wobei der Deckring (9) selbsttätig
in Abhängigkeit der Druckdifferenz zwischen Druck- und Saugseite (7, 6) des Laufrades
(4) verstellbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckring (9) in zumindest einer definierten Lage, vorzugsweise zumindest in der
ersten Endlage, durch ein vorzugsweise durch zumindest eine Rasteinrichtung gebildetes
Positionierelement (13) positionierbar ist.
2. Radialpumpe (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf den Deckring (9) eine zumindest durch ein Rückstellelement (12) gebildete Rückstellkraft
in Richtung der ersten Endlage einwirkt.
3. Radialpumpe (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Rückstellelement (12) durch eine elastische Vorspanneinrichtung, vorzugsweise
eine Rückstellfeder (14), gebildet ist, welche in Richtung der Laufradachse (10) auf
den Deckring (9) einwirkt.
4. Radialpumpe (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Positionierelement (13) zumindest einen etwa radial bezüglich der Laufradachse
(10) federbelasteten Druckkörper (17) aufweist, welcher in der definierten Lage mit
einem reziprok geformten Rastelement zusammenwirkt und entlang einer Führungsfläche
(19) gleitbar angeordnet ist, wobei das Rastelement vorzugsweise durch eine Einbuchtung
(20) in der Führungsfläche (19) gebildet ist.
5. Radialpumpe (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine auf den Druckkörper (17) einwirkende Druckfeder (16) in einer radialen
Bohrung (18) des Deckringes (9) oder des Gehäuses (2) angeordnet ist.
6. Radialpumpe (1) nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckkörper (17) eine konvexe Oberfläche aufweist.
7. Radialpumpe (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckkörper (17) durch einen Federring (17b) gebildet ist.
8. Radialpumpe (1) nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsfläche (19) durch eine saugseitige Innenfläche (2a) des Gehäuses (2)
gebildet ist und der Druckkörper (17) im Mantelbereich (15) des Deckringes (9) angeordnet
ist.
9. Radialpumpe (1) nach Anspruch 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsfläche (19) durch den Mantelbereich (15) des Deckringes (9) gebildet
ist und dass der Druckkörper (17) im Bereich einer saugraumseitigen Innenfläche (2a)
des Gehäuses (2) angeordnet ist.
10. Radialpumpe (1) nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsfläche (19) bezüglich der Laufradachse (10) um einen Winkel (α) kleiner
als etwa 20°, vorzugsweise kleiner als etwa 10° geneigt ist.
11. Radialpumpe (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des Deckringes (9) zumindest ein Kurzschlusskanal (23) angeordnet ist.
12. Radialpumpe (1) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Kurzschlusskanal (23) durch zumindest eine Ausformung im Gehäuse (2) und/oder
im Deckring (9) gebildet ist.
13. Radialpumpe (1) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Kurzschlusskanal (23) durch den Deckring (9) aufgesteuert wird und so gestaltet
ist, dass der Durchflussquerschnitt mit der Auslenkung des Deckringes (9) zunimmt.