[0001] Die Erfindung betrifft eine Alarmglasscheibeneinheit, einen Systemverbund aus derartigen
Alarmglasscheibeneinheiten und ein Verfahren zum Betreiben eines derartigen Systemverbundes.
[0002] Derartige Alarmglasscheibeneinheiten beruhen im Allgemeinen auf dem Funktionsprinzip,
dass auf einer der Innenseite zugewandten Seite der Scheibe, z.B. der Innenseite einer
Einscheibensicherheitsglas-Scheibe (ESG-Scheibe), eine Alarmleiterschleife z.B. durch
Siebdruck aufgebracht wird. Die Scheibe zerbröckelt bei Ausbildung eines Risses, wie
er z.B. beim stellenweisen oder versuchten Durchdringen der Scheibe immer entsteht,
explosionsartig über die gesamte Scheibe unter Ausbildung sehr kleiner Glasbruchstücke.
Durch die Zerstörung der gesamten Scheibenfläche wird die Alarmleiterschleife, auch
wenn sie von dem Punkt der Gewalteinwirkung weiter entfernt ist und relativ geringe
Ausmessungen hat, zerstört, so dass sie unterbrochen wird oder ihren Widerstand deutlich
ändert. Die Änderung des Widerstandswertes wird hierbei im Allgemeinen direkt als
Alarmsignal ausgewertet.
[0003] Die DE-PS 12 78 292 zeigt eine Isolierglaseinheit mit einer ESG-Scheibe, die auf
ihrer dem Scheibenzwischenraum zugewandten Innenseite eine Alarmleiterschleife trägt,
welche über Anschlussdrähte mit einer außerhalb der Scheibe verlaufenden, zu einem
Alarmgeber führenden Leitung verbunden ist. Beim Einbau derartiger Alarmglasscheiben
in eine Fassade ergeben sich gravierende Nachteile durch diese Verkabelung. Im Allgemeinen
wird die Verbindung zwischen einer Alarmglasscheibe und dem zu dem Alarmgeber bzw.
einer Alarmzentrale führenden Leitungssystem durch ein vierpoliges Verbindungskabel
hergestellt, das an einem Ende mit der Alarmglasscheibe, meist durch eine Verlötung
des Kabels mit der Alarmleiterschleife, verbunden ist, und an dem anderen Ende eine
Steckverbindung zu der Leitung aufweist. Zwei Phasen des Kabels sind dabei als Sicherung
vorgesehen, die eine Überbrückung der Alarmleiterschleife verhindern sollen. Bei diesen
Verkabelungen besteht die Gefahr, dass das Anschlusskabel während des Einbaues beschädigt
wird, so dass die Alarmleiterschleife unterbrochen wird. Ohne einen Ausbau der ESG-Scheibe
ist es aber nicht möglich festzustellen, ob diese Unterbrechung der Alarmleiterschleife
nun im Kabel oder in der Alarmleiterschleife selbst durch z.B. mangelhafte Verlötung,
erfolgt ist. Auch die Verbindung der Alarmglasscheiben zur Hauptleitung über eine
Steckverbindung ist häufig ein Schwachpunkt. Problematisch sind im allgemeinen auch
Lotverbindungen der Alarmleiterschleife in dem Zwischenraum zweier Scheiben.
[0004] Weiterhin treten Abdichtungsproblemen des Scheibenzwischenraums auf, da die Anschlussdrähte
der Alarmleiterschleife durch Bohrungen nach außen geführt werden, die entweder in
der der ESG-Scheibe gegenüberliegenden Glasscheibe oder in einem metallischen Abstandsrahmen
ausgebildet sind. Diese Bohrungen lassen sich nur schlecht abdichten, so dass Wasserdampf
in den ansonsten hermetisch gegen die Umgebungsatmosphäre abgedichteten Scheibenzwischenraum
der Isolierglaseinheit gelangen kann, was durch die dadurch resultierende Taupunkterhöhung
zu einem Blindwerden der Scheiben zumindest bei niedrigeren Temperaturen führt.
[0005] Die EP 0 058 348 A2 zeigt eine Alarmglasscheibe, auf deren Innenseite eine Alarmleiterschleife
mit an ihren Enden verbreiterten Anschlussflächen aufgebracht ist, die an Anschlussdrähte
angelötet sind. Die verbreiterten Anschlussflächen für die Anschlussdrähte sind in
dem außerhalb des Abstandsrahmens liegenden Randbereich der ESG-Scheibe angeordnet
und mit der Alarmleiterschleife durch Leitungsabschnitte verbunden, die durch den
metallischen Abstandsrahmen bzw. eine Schutzschicht abgedeckt nach außen geführt sind.
Die Alarmleiterschleife dient somit als Bruchsensor und als Zuleitung im kritischen
Bereich der Randabdichtung. Auch bei einer derartigen Lösung ist jedoch weiterhin
ein mechanischer Durchbruch aus dem Scheibenzwischenraum nach außen erforderlich,
so dass die Gefahr des Undichtwerdens nicht vollständig ausgeschlossen werden kann.
[0006] Die DE 43 90 350 A1 beschreibt eine Alarmgeberanordnung mit einem gekoppelten Schwingkreis
aus einem Kondensator und einer Spule. Im Alarmfall wird die Leistungsveränderung
durch eine Veränderung der Resonanzfrequenz gemessen. Die Alarmgeberanordnung weist
somit einen in einem beweglichen Element angeordneten sensorseitigen Schwingkreis
und einen stationär angeordneten senderseitigen Schwingkreis auf, wobei eine Lageänderung
des beweglichen Elementes durch Ermitteln der Energieentnahme des senderseitigen Schwingkreises
festgestellt wird. Stellglied für den Alarm ist somit die Leistungsänderung bei der
induktiven Kopplung zweier Schwingkreise. Eine derartige induktive Kopplung kann die
bei anderen Systemen durch die Kontaktierung auftretenden Probleme zum Teil beheben;
es ist jedoch z.B. eine unberechtigte Einkopplung eines anderen Signals mit nachfolgender
Zerstörung der die Alarmschleife tragenden Glasscheibe möglich. Weiterhin ist eine
separate Abfrage jedes Fensters auch eines größeren Glasfensterverbundes durch eigene
Zuleitungen erforderlich.
[0007] Ein allgemeiner Nachteil bekannter Alarmglasscheiben ist bei größeren Fassaden in
ihrer aufwendigen Verkabelung mit dem Alarmgeber bzw. der Alarmzentrale zu sehen,
da, auch wenn jeweils eine Gruppe von Alarmglasscheiben in Serie geschaltet an eine
Leitung angeschlossen wird, ein sehr dicker Kabelbaum mit einer Leitung pro Alarmglasgruppe
durch oft sehr lange Kabelschächte geführt werden muss und in späteren Bauabschnitten
oft nicht mehr zugänglich ist. Derartig viele Leitungen erhöhen zudem die Gefahr von
Kabelbrüchen.
[0008] Bei serieller Schaltung ganzer Alarmglasscheiben-Gruppen kann zudem bei einem Problem
an einer Alarmglasscheibe, z.B. bei einer ESG-Scheibe oder ihrer Verkabelung oder
Steckverbindung, keine genauere Ermittlung der einzelnen betreffenden Scheiben vorgenommen
werden.
[0009] Die DE-US 28 09 436 beschreibt eine Sicherungsanordnung für Glasscheiben mit einer
kapazitiven Kopplung, bei der eine elektrisch leitende Umrandung der Glasscheibe als
Belag einer Kapazität geschaltet ist, die bei Annährung, Berührung oder Bruch ein
Signal auslöst. Auch bei einem derartigen System ist keine spezifische Erkennung einzelner
Glasscheibeneinheiten in einem größeren Verbund möglich.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, gegenüber bestehenden Systemen Verbesserungen
zu schaffen und insbesondere eine sichere Erkennung eines Bruchs der Glasscheibe zu
ermöglichen.
[0011] Diese Aufgabe wird durch eine Alarmglasscheibeneinheit nach Anspruch 1 und ein Verfahren
nach Anspruch 16 gelöst. Die Unteransprüche beschreiben bevorzugte Weiterbildungen.
Hierbei ist insbesondere ein entsprechender Systemverbund nach Anspruch 11 vorgesehen.
[0012] Erfindungsgemäß ist somit eine Kopplung von drei Antennen vorgesehen, nämlich einer
außerhalb der Glasscheibe der Einheit vorgesehenen Primärantenne, einer auf der Glasscheibe
verlaufenden, bei Bruch der Glasscheibe zerstörbaren Sekundärantenne und einer mit
dem Transponder verbundenen Tertiärantenne. Bei Bruch der Glasscheibe wird somit die
Verbindung zwischen Primärantenne und Tertiärantenne unterbrochen. Als Stellglied
dient somit der Empfang des Antwortsignals des Transponders auf das Abfragesignal
hin und nicht das Ausgabesignal eines z.B. kapazitiven oder induktiven Sensors.
[0013] Durch die Verwendung von drei gekoppelten Antennen ist eine räumliche Trennung zwischen
Primär- und Tertiärantenne möglich, wobei ein konduktiver bzw. galvanischer Kontakt
zwischen dem Transponder und der äußeren Primärantenne entfällt. Somit entfallen auch
die Probleme beim Kontaktieren durch Verlöten usw. des Transponders, die zum Teil
bei herkömmlichen Systemen auftreten, in denen der Widerstand der Alarmschleife als
Stellglied dient.
[0014] Vorteilhafterweise ist für jede Alarmglasscheibeneinheit ein Transponder mit einer
eigenen, einmaligen, spezifischen Kennung vorgesehen, die nicht verändert werden kann,
so dass spezifische Abfragen und eine genaue Identifizierung der Einheit auch in einem
größeren Verbund möglich sind. Der Transponder erzeugt hierbei vorteilhafterweise
ein digitales Signal aufgrund der spezifischen Kennung, so dass eine Überbrückung
oder ein missbräuchlicher Ersatz durch ein von außen aufgelegtes, induktiv ankoppelndes
System nicht möglich ist. Vorteilhafterweise erfolgt hierbei auch eine Verschlüsselung
bzw. kryptische Chiffrierung des Transpondersignals.
[0015] Alternativ zu einem digitalen Signal ist auch ein analoges Signal möglich, wobei
z. B. der Transponder ein analoges Abfragesignal aufnimmt und ein analoges Antwortsignal
ausgibt. Das analoge Antwortsignal kann z. B. in der Primärantenne verarbeitet werden,
wobei vorzugsweise ein Widerstand der gesamten Einheit in Abhängigkeit von dem ermittelten
Ergebnis eingestellt wird, so dass die gesamte Einheit bei Ausbleiben des Transpondersignals
ihren Widerstandswert ändert.
[0016] Die erfindungsgemäße Alarmglasscheibeneinheit kann mit oder ohne Rahmen ausgebildet
sein. Sie kann z.B. eine rahmenlose Glastür und/oder eine Verbundglasscheibe mit einer
Glasscheibe und einer darauf angebrachten Kunststofffolie sein, zwischen denen der
Transponder mit Tertiärantenne angeordnet ist. Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform
ist die Alarmglasscheibeneinheit eine Isolierglasscheibeneinheit mit einer Außenscheibe,
einer Innenscheibe und einem zwischen diesen ausgebildeten Zwischenraum sein, wobei
zumindest die Außenscheibe aus dem thermisch vorgespannten Sicherheitsglas hergestellt
ist und auf ihrer dem Zwischenraum zugewandten Innenseite die Sekundärantenne angebracht
ist, und der Transponder in dem Zwischenraum angeordnet ist. Hierbei kann vorteilhafterweise
die Primärantenne außerhalb des Zwischenraums vorgesehen sein.
[0017] Die Primärantennen können Ferritantennen oder Stabantennenspulen sein. Sie können
seriell geschaltet sein und von einer gemeinsamen Hochfrequenzdatenleitung versorgt
werden. Bei einer seriellen Schaltung ist die Abfrage der verschiedenen Transponder
über deren spezifische Kennungen erforderlich, wobei die Abfrage der Kennungen dann
gepulst über einen Multiplexer erfolgt. Weiterhin können die Primärantennen auch parallel
geschaltet sein und über separate Kabel abgefragt werden.
[0018] Die Tertiärantenne kann sowohl eine Stab- als auch eine Spulen- oder Ferritantenne
sein. Die Sekundärantenne verläuft vorteilhafterweise derartig, dass eine gute Kopplung
sowohl mit der Primär- als auch der Tertiärantenne gegeben ist.
[0019] Erfindungsgemäß kann insbesondere neben dem Alarmmodus auch ein Normal-Betriebsmodus
zur Überprüfung der Alarmglasscheibeneinheiten z.B. tagsüber durchgeführt werden,
in denen ein geschlossener Zustand von einem geöffneten Zustand, z. B. bei gekippter,
aufgeschwenkter oder aufgeschobener Alarmglaseinheit, unterschieden werden kann.
[0020] Diese Öffnungserkennung kann auch bei Systemen durchgeführt werden, die weitere verstellbare
Bauteile ohne Glassubstrat aufweisen, z.B. Türen, Klappen oder Luken mit entsprechenden
Antennenkonstruktionen.
[0021] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der beiliegenden Zeichnungen an einigen Ausführungsformen
erläutert: Es zeigen:
- Fig. 1a
- einen Schnitt durch eine als Isolierglasscheibe ausgebildete Alarmglaseinheit gemäß
einer tieferen Temperaturen führen könnte. Zur Erhöhung der mechanischen Stabilität
des Verbundes ist auf die nach außen, d.h. in Fig. 3 nach unten, gerichtete Fläche
des Butylstranges 4 eine Sekundärdichtung 6 z. B. aus Polysulfid-Kautschuk aufgebracht.
[0022] Die Alarmglasscheibeneinheit 1 weist gemäß dieser Ausführungsform weiterhin einen
umlaufenden Rahmen 7 auf, der durch eine Glasfalzleiste 8 zum Innenraum hin geschlossen
ist. Die beiden Glasscheiben 2, 3 sind mittels eines Klebemittels 13, z. B. Silikon,
in den Rahmen 7 eingeklebt. In einem in dem Rahmen 7 gebildeten Glasfalz 9 ist eine
Klotzbrücke 10 eingelegt, auf der die Glasscheiben 2, 3 aufstehen. In den zwischen
Klotzbrücke 10 und Rahmen 7 gebildeten Zwischenraum 11 ist eine z.B. zweiadrige Hochfrequenzdatenleitung
12 eingelegt, die zu einer Alarmzentrale 14 führt.
[0023] An die Hochfrequenzdatenleitung 12 ist eine Primärantenne 22 angeschlossen, die Hochfrequenzsignale
z.B. um 125 MHz aussendet, die als Abfragesignale dienen. Die nur symbolisch eingezeichnete
Primärantenne kann grundsätzlich eine Ferritantenne oder Spulenantenne oder auch eine
Stabantenne sein. Auf der Innenseite 16 der Außenscheibe 2 ist eine als Leiterschleife
ausgebildete Sekundärantenne 18 aufgebracht, z.B. im Siebdruckverfahren aufgedruckt
oder aufgeklebt. Von der Primärantenne 22 beabstandet ist auf der Innenseite 16 der
Außenscheibe 2 ein Transponderchip 20 mit einer vorzugsweise als Leiterspule ausgebildeten
Tertiärantenne 21 aufgeklebt. Die Tertiärantenne 21 ist hierbei hinreichend von der
Primärantenne 22 entfernt, so dass sie kein Signal von dieser aufnehmen kann. Die
Signalübertragung zwischen Primär- und Tertiärantenne ist lediglich durch die dazwischen
geschaltete Sekundärantenne 18 möglich. Hierzu kann der Transponderchip 20 mit Tertiärantenne
21 an einer der Primärantenne 22 entgegengesetzten Seite der Außenscheibe 2 vorgesehen
sein, wie es in Fig. 1a angedeutet ist. Es ist jedoch auch möglich, dass der Transponderchip
20 mit Tertiärantenne 21 im Wesentlichen an der gleichen Seite wie die Primärantenne
22 angeordnet ist, eine Signalübertragung jedoch dennoch nur über die dazwischen verlaufende
Sekundärantenne 18 möglich ist. Die Sekundärantenne 18 kann sich über einen größeren
Bereich der Außenscheibe 2 erstrecken oder lediglich in einem kleinen Bereich zwischen
der Tertiärantenne 21 und der Primärantenne 22 vorgesehen sein, sie erstreckt sich
hierbei über einen hinreichend großen Bereich der Außenscheibe 2, so dass sie bei
einem Bruch der ESG- Außenscheibe 2, der zu einem im Wesentlich vollständigen Zerkrümeln
führt, zerstört wird, so dass die Signalübertragung von der Alarmzentrale 14 zu dem
Transponderchip 20 unterbrochen wird.
[0024] Die Figuren 2a, 2b, 2c zeigen vorteilhafte Ausführungsformen, bei denen jeweils die
Tertiärantenne 21 als Spule ausgebildet ist und Transponderchip 20 und die Tertiärantenne
21 in einem kreisförmigen Bereich der Sekundärantenne 18 angeordnet sind, wobei in
Fig. 2a, b die Lage des Transponderchips 20 und der Tertiärantenne 21 nur angedeutet
ist. Für eine gute Ankopplung zu der - in diesen Ausführungsformen nicht zusätzlich
eingezeichneten - Primärantenne 22 verläuft die Sekundärantenne 18 wie in Fig. 2b,c
ganz entlang des Randes der Scheibe 2 oder wie in Fig. 2a teilweise an dem Rand der
Scheibe 2.
[0025] Der Transponderchip 20 ist ein passiver Transponder ohne eigene Energiequelle. Somit
wird die Energie lediglich von der Alarmzentrale 14 erzeugt, über die Hochfrequenzdatenleitung
12, Primärantenne 22 und die Sekundärantenne 18 als Signal an die Tertiärantenne 21
und hierdurch an den Transponderchip 20 geleitet. In dem Transponderchip 20 ist eine
spezifische Kennung gespeichert, die zur Verarbeitung des von der Alarmzentrale 14
ausgegebenen Signals herangezogen wird, so dass ein digitales Antwortsignal von dem
Transponderchip 20 ausgegeben und über die Tertiärantenne 21 und die Sekundärantenne
18 von der auch als Empfangseinrichtung dienenden Primärantenne 22 aufgenommen wird.
Dieses Signal kann auch kryptisch codiert sein. Alternativ hierzu ist auch eine Signalaufnahme
über eine zusätzlich Primär-Empfangsantenne möglich, die das aufgenommene Signal an
die Alarmzentrale 14 weitergibt.
[0026] Es sind grundsätzlich unterschiedliche Ausbildungen der Tertiärantenne 21 möglich,
z.B. als geschlossene Leiterschleife oder im Wesentlichen mäanderförmig. Der Transponderchip
20 mit der Tertiärantenne 21 können z.B. auf einer Klebefolie angebracht sein, die
auf die Innenseite 16 der Glasscheibe 2 geklebt wird.
[0027] Die Hochfrequenzdatenleitung 12 kann - wie in Fig. 4 gezeigt - insbesondere als Bus
ausgebildet sein, dessen Leitungen 12a, 12b an mehreren Alarmglasscheibeneinheiten
1 entlang geführt werden und an jeder Alarmglasscheibeneinheit 1 an eine Primärantenne
22 angeschlossen sind, die induktiv über die dort jeweils angebrachte Sekundärantenne
18 mit der Tertiärantenne 21 des jeweiligen Transponders 20 gekoppelt ist. Hierbei
sind serielle oder parallele Schaltungen der Primärantennen möglich. Die verschiedenen
Transponder 20 der Alarmglasscheibeneinheiten 1 können über die Hochfrequenzdatenleitung
12 und die Primärantennen 22 aufgrund der unterschiedlichen Kennungen der einzelnen
Transponder 20 in den Alarmglasscheibeneinheiten 1 angesprochen werden. Bei Aufnahme
eines - als Digitalcode ausgesandten - Signals überprüft somit jeder Transponder 20,
ob er angesprochen ist, und gibt - falls er angesprochen ist - ein entsprechendes
codiertes Ausgangssignal ab. Die Alarmzentrale 14 kann somit durch eine zweiadrige
Hochfrequenzdatenleitung 12 sämtliche jeweils ein oder mehrere Alarmglasscheibeneinheiten
1 aufweisende Fenster einer Glasfassade überprüfen.
[0028] Die Abfragen erfolgen gepulst in kurzen Zeitabständen. Solange der Transponder 20
einer Einheit antwortet, ist die betreffende Einheit 1 in Ordnung. Wenn jedoch die
Glasscheibe 2 zerstört oder geöffnet ist, ist die Sekundärspule 18 und somit die Datenübertragung
zwischen Alarmzentrale 14 und Transponder 20 unterbrochen. Hierdurch kann sofort Alarm
ausgelöst werden; gegebenenfalls kann eine erneute, selektive Überprüfung der betreffenden
Alarmglasscheibeneinheit 1 durchgeführt werden.
[0029] Grundsätzlich ist weiterhin auch eine parallele Schaltung der Primärantennen 22 möglich,
bei der zu den einzelnen Primärantennen jeweils ein Kabel verläuft, das die Primärantenne
mit eine Lesegerät verbindet. Die Primärantennen können auch bei einer derartigen
Anordnung über ihre spezifischen Kennungen abgefragt werden.
[0030] Indem die Primärantennen 22 außerhalb der betreffenden Glaselemente verlegt wird,
kann zusätzlich zu einer Zerstörung der Glasscheibe 2 auch ein Kippen bzw. Herausnehmen
der Scheibe 2 oder der gesamten Einheit 1 aus den Scheiben 2, 3, Dichtungen 4, 9,
Glasfalz 9 und Klotzbrücke 10 ermittelt werden. Somit ist zusätzlich zu dem Alarmmodus,
bei dem eine Zerstörung der Scheibe 2 überprüft wird, auch ein Normal-Betriebsmodus
möglich, in dem der Schließzustand der Alarmglasscheibeneinheit 1 überprüft wird,
insbesondere auf ein Öffnen durch Kippen, Schwenken oder - z.B. bei Schiebetüren -
translatorisches Schieben. Im Normal-Betriebsmodus kann eine derartige Öffnung eines
Fensters zu einer Unterbrechung des Signals oder einer deutlichen Abschwächung aufgrund
des größeren Kippwinkels des Signals führen und als solches erkannt werden.
[0031] Die übertragenen Digitalsignale sind vorteilhafterweise mit der in dem Transponder
20 gespeicherten Kennung chiffriert, um eine Überbrückung bzw. einen Ersatz des Transponderchips
20 durch von außen angelegte Antennenschleifen zu verhindern.
1. Alarmglasscheibeneinheit mit mindestens:
einer Scheibe (2) aus thermisch vorgespanntem Sicherheitsglas,
einer außerhalb der Scheibe (2) angeordneten Primärantenne (22) zur Ausgabe von Abfragesignalen,
einer an einer Innenseite (16) der Scheibe (2) angeordneten Sekundärantenne (18),
die die von der Primärantenne (22) ausgegebenen Abfragesignale aufnimmt und an eine
Tertiärantenne (21) weitergibt und von der Tertiärantenne (21) ausgegebene Antwortsignale
aufnimmt und an eine Primär-Empfangsantenne (22) ausgibt, und
einem an der Scheibe (2) befestigten, an die Tertiärantenne (21) angeschlossenen passiven
Transponder (20), der über die Tertiärantenne (21) die Abfragesignale aufnimmt und
Antwortsignale ausgibt.
2. Alarmglasscheibeneinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sekundärantenne (18) eine auf der Innenseite (16) angebrachte Leiterschleife
ist, die ganz oder teilweise räumlich zwischen der Primärantenne (22) und der Tertiärantenne
(21) angeordnet ist.
3. Alarmglasscheibeneinheit nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abfragesignale und Antwortsignale Digitalsignale sind und der passive Transponder
(20) aus den Abfragesignalen in Abhängigkeit einer gespeicherten Kennung die Ausgabesignale
bildet und an die Tertiärantenne (21) ausgibt.
4. Alarmglasscheibeneinheit nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die in dem Transponder (20) gespeicherte Kennung ein Code ist und der Transponder
(20) ein eingehendes Abfragesignal verschlüsselt und als verschlüsseltes Antwortsignal
ausgibt.
5. Alarmglasscheibeneinheit nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Primärantenne (22) auch die Primär-Empfangsantenne ist.
6. Alarmglasscheibeneinheit nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Transponder (20) auf die Innenseite (16) der Scheibe (2) geklebt ist.
7. Alarmglasscheibeneinheit nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Transponder (20) ein Transponderchip ist, der mit einer als Tertiärantenne (21)
dienenden Leiterspule versehen ist.
8. Alarmglasscheibeneinheit nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Primärantenne (22) unterhalb eines die Scheibe (2) tragenden Glassockels (10)
angeordnet ist.
9. Alarmglasscheibeneinheit nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Primärantenne (22) an eine Hochfrequenzdatenleitung (12) angeschlossen ist.
10. Alarmglasscheibeneinheit nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
sie eine Isolierglasscheibeneinheit (1) ist,
die Scheibe (2) aus vorgespanntem Sicherheitsglas die Außenscheibe (2) ist,
eine Innenscheibe (3) aus Glas vorgesehen ist,
zwischen den Scheiben (2,3) ein Zwischenraum (5) ausgebildet ist, und
die Primärantenne (22) zur Ausgabe von Abfragesignalen außerhalb des Zwischenraums
(5) angeordnet ist.
11. Alarmglasscheibeneinheit nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Primärantenne (22) außerhalb von zwischen den Glasscheiben (2, 3) und einem externen
Rahmen (7) verlaufenden Dichtungen (4, 6, 13) verläuft.
12. Alarmglasscheibeneinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass
sie eine Verbundglasscheibe ist,
auf der Scheibe (2) aus vorgespanntem Sicherheitsglas eine Kunststofffolie aufgebracht
ist,
die Tertiärantenne und der Transponder zwischen der Scheibe (2) und der Kunststofffolie
angebracht sind.
13. Systemverbund mit mehreren Alarmglasscheibeneinheiten (1) nach einem oder mehreren
der vorherigen Ansprüche, wobei die Primärantennen (22) durch einen die Alarmglasscheibeneinheiten
(1) verbindenden Datenbus (12) angesteuert werden.
14. Systemverbund nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Primärantennen (22) seriell geschaltet sind und die Transponder (20) der Alarmglasscheibeneinheiten
(1) unterschiedliche gespeicherte Kennungen aufweisen.
15. Systemverbund nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Primärantenne (22) an eine gemeinsame Alarmzentrale (14) angeschlossen sind,
die zeitlich aufeinanderfolgend Signale für die verschiedenen Transponder (20) der
einzelnen Alarmglasscheibeneinheiten (1) ausgibt und die jeweiligen Transponder (20)
in Abhängigkeit von ihrer spezifischen Kennung über ihre jeweilige Tertiärantenne
(21), Sekundärantenne(18) und die gemeinsame Primärantenne (22) passiv antworten.
16. Systemverbund nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Primärantennen (22) parallel geschaltet sind und über separate Kabel zu einem
Lesegerät verbunden sind.
17. Systemverbund nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass er zusätzlich mindestens eine Alarmeinheit ohne Glassubstrat, z.B. eine Tür, mit
einer Sekundärantenne, einer Tertiärantenne und einem Transponder aufweist.
18. Verfahren zum Betreiben des Systemverbundes nach einem der Ansprüche 13 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Transponder (20) der einzelnen Alarmglasscheibeneinheiten (1) mittels Bustechnik
angesteuert werden.
19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass aufeinander folgend die verschiedenen Alarmglasscheibeneinheiten (1) durch ihre unterschiedlichen
Kennungen abgefragt werden.
20. Verfahren nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, dass der Systemverbund einstellbar ist
in einem Alarmmodus, bei dem bei Ausbleiben eines Antwortsignals eines Transponders
(20) einer Alarmglasscheibeneinheit (1) ein Alarmsignal ausgegeben wird, und
in einem Normal-Betriebsmodus, bei dem bei Ausbleiben oder Schwächung eines Antwortsignals
eines Tranponders (20) eine Öffnung des die betreffende Alarmglasscheibeneinheit (1)
tragenden Fensters erkannt und als Anzeigesignal ausgegeben wird.