[0001] Die Erfindung entspringt aus dem Gebiet der elektrischen Steckverbindungen (z.B.
Stecker und/oder Buchsen), insbesondere für Anwendungen im Bereich der Leistungselektronik,
und beschreibt eine Steckverbindung gemäß dem Obergebriff des Anspruches 1.
[0002] Die Offenlegungsschrift DE 42 01 764 A1 beschreibt einen Winkelstecker, dessen Gehäuse
aus mehreren Teilen besteht, indem zwei Gehäuseabschnitte etwa in der Winkelhalbierenden
voneinander lösbar und miteinander verbindbar sind. Diese Lösung vereinfacht die Montage
des Kabels. Die Stecker werden aus Gründen der Robustheit häufig aus Metall hergestellt.
Bei Industriesteckverbindern besteht häufig zusätzlich die Anforderung, dass das Gehäuse
des Steckers mit einer nicht leitenden Umhüllung umgeben ist, welche einerseits den
Stecker vor schädlichen Umwelteinflüssen bewahrt, andererseits aber zur Gewährleistung
einer Schutztrennung bzw. Schutzerdung geeignet ist. Diese Vorteile weist der in der
zitierten Schrift offenbarte Stecker nicht auf Man könnte nun die geforderten Eigenschaften
durch einen Spritzguss aus Kunststoff gewährleisten, dies zwingt jedoch den Steckerhersteller,
die Steckerrohlinge zunächst entweder an Unterlieferanten zu liefern, oder er muss
durch die Anschaffung eigener Spritzgussmaschinen hohe Investitionen tätigen. Sofern
es erforderlich wird größere Durchbrüche in der Isolierung vorzusehen, verkompliziert
sich außerdem der Herstellungsprozess. Auch wurde in der Praxis ein Abschälen solcher
durch Spritzgussverfahren hergestellter Isolierungen beobachtet.
[0003] Es ist nun die Aufgabe der Erfindung die zuvor erwähnten Nachteile zu kompensieren,
indem eine robuste Isolierung zur Verfügung gestellt wird, die eine Steckverbindung,
bestehend aus Stecker und/oder Dose, möglichst vollständig abdeckt und zudem preiswert
realisierbar ist.
[0004] Die Erfindung vermeidet die zuvor erwähnten Nachteile, indem sie eine Gehäuseummantelung
für das Gehäuse der Komponenten der Steckverbindung als separaten Bestandteil ausbildet,
so dass diese die Mantelfläche der Gehäuse zumindest teilweise einhüllt und schalenartig
am Gehäuse anliegt, wobei die Gehäuseummantelung aus mehreren, vorzugsweise aus zwei
symmetrischen, Gehäuseschalen gebildet ist und die Gehäuseschalen an ihren Stoßfugen
so aneinandergefügt sind, dass diese fest miteinander verbunden sind.
[0005] Die Anzahl der Gehäuseschalen bei der Konstruktion der Gehäuseummantelung ist prinzipiell
beliebig wählbar, besonders handlich ist jedoch die zweiteilige Ausführung. Auch könnten
die Schalen unsymmetrisch aufgebaut sein, besonders einfach herstellbar ist jedoch
eine symmetrische Ausführung. Die Schalen sind dann leicht in großen Stückzahlen und
unabhängig von Stecker oder Buchse herstellbar, könnten also z.B. von preiswerten
Lieferanten bezogen werden, ohne dass die Stecker selbst dem Lieferanten zur Verfügung
gestellt werden müssten. Der Hersteller benötigt lediglich ein einziges Muster oder
eine Konstruktionszeichnung. Aufgrund der mehrteiligen Ausbildung können die Gehäuseschalen
leicht montiert werden, sogar dann noch, wenn bereits die Konfektion, d.h. die Montage
der Kabel, erfolgt ist. Die Erfindung ist auf nahezu alle Steckerverbindungen applizierbar.
[0006] Führt man die Komponenten der Verbindung so aus, dass diese an den Stoßfugen der
Gehäuseschalen lösbar sind, vorzugsweise mittels Clipsen oder Rastnasen, dann wird
es möglich diese jederzeit auch wieder zu entfernen, um z.B. die Steckvorrichtung
zu reinigen, oder im Falle einer Reparatur. Auch defekte Isolierungen können einfachst
ausgetauscht werden.
[0007] Alternativ ist die Steckverbindung dadurch gekennzeichnet, dass sie an den Stoßkanten
der Gehäuseschalen nicht lösbar ist, vorzugsweise mittels Verpressen, Verschweißen
oder Verkleben, denn dann wäre im Hinblick auf Umwelteinflüsse eine staubdichte oder
spritzwassergeschützte Ausführung denkbar, die noch stabiler und robuster ist als
die Vorgängerlösung.
[0008] Vorteilhafterweise ist die Steckverbindung dadurch gekennzeichnet, dass die Gehäuseschalen
lose an der Mantelfläche des Gehäuses anliegen. Dies erleichtert natürlich das nachträgliche
Entfernen der Isolierschalen im Gegensatz zu beispielsweise fest mit dem Gehäuse verklebten
Schalen.
[0009] Eine beschleunigte Montage ergibt sich durch die vorteilhafte Anbringung eines Gewindes
an einer Seite der Schalenenden, wenn die Verbindung der Gehäuseschalen mittels einer
Überwurfmutter realisiert ist, wobei die Überwurfmutter gleichzeitig zur Befestigung
einer Kabelknickschutzvorrichtung und/oder Kabeltülle und/oder Kabelzugentlastung
dienen kann. Eine Überwurfmutter ist in der Regel ohnehin vorhanden, ebenso wie beispielsweise
Kabeltüllen. Diese Lösung bietet zum einen eine einfache Möglichkeit zur Fixierung
des Kabels und ergänzt die zuvor vorgeschlagenen Methoden zur Montage der Isolationsschalen
am Stecker.
[0010] Die Isolierschalen bewirken, dass mittels der erfindungsgemäßen Steckverbindung eine
Schutzerdung und Schutztrennung realisiert ist, welche einerseits Bediener von angeschlossenen
Maschinen im Fehlerfalle vor Fehlerströmen schützen und sie ermöglichen die Verwendung
metallischer, darunter liegender Gehäuse, die als Teil der Schutzerdung fungieren.
[0011] Vorteilhafterweise kann das Material des Isolierkörpers so ausgewählt werden, dass
mittels der Gehäuseummantelung ein Schutz vor Umwelteinflüssen wie Spritzwasser, Schmutz
und Säuren realisiert ist. Das bewahrt die darunter liegende Metallstruktur vor Schäden
und schützt bei entsprechender Ausbildung der Ummantelung auch zusätzlich den elektrischen
Kontakt als solchen.
[0012] Führt man die Gehäuseschalen so aus, dass durch die Oberflächengestaltung der Gehäuseummantelung,
insbesondere durch Einkerbungen und/oder Rillen, eine hohe Griffigkeit bei der Handhabung
des Steckers gewährleistet ist, so erleichtert dies die Handhabung beim Anbringen,
aber insbesondere auch beim Abziehen des Steckers, wenn sich aufgrund beispielsweise
jahrelanger Betriebsbereitschaft die Steckverbindung schwerer lösen lässt.
[0013] Ist die Steckverbindung so ausgebildet, dass mittels der Gehäuseummantelung das Gehäuse
vollständig, d.h. inklusive der Kupplung zwischen Stecker und Dose, eingehüllt ist,
so erreicht man nicht nur einen umfassenden Schutz von Stecker und Dose, sondern der
gesamten Steckverbindung. Damit wäre auch die Nahtstelle zwischen Stecker und Dose
abgedeckt, was erhöhten Anforderungen besonders bei widrigen Umgebungsbedingungen
gerecht würde.
[0014] Während bei Rundsteckem auch noch eine zylinderförmige einteilige Uminantelung denkbar
wäre, entfaltet sich der Vorteil der Erfindung besonders dann, wenn die Form der Gehäuseummantelung
mit der Form eines Winkelsteckers korrespondiert und dementsprechend aus Gehäuseschalen
besteht, die entlang ihrer Längsachse im wesentlichen rechtwinklig ausgebildet sind.
Ein Winkelstecker (oder eine Winkeldose), bei dem (der) prinzipiell beliebige mechanische
Winkel zwischen den beiden Schenkeln von bis zu 360° denkbar sind (180° entspräche
dem Rundstecker), kann sich, abgesehen vom Rundstecker, die Anbringung einer einteiligen
Isolierung schwierig gestalten bzw. überhaupt nicht mit vertretbaren Aufwänden umsetzbar
sein. Daher sei die Erfindung ganz besonders für die Isolierung von Winkelsteckern
bzw. Winkeldosen empfohlen.
[0015] Im Folgenden wird die Erfindung beispielhaft anhand einer Skizze beschrieben. Für
gleiche Teile wurden gleiche Bezugszeichen verwendet.
[0016] Figur 1 zeigt einen erfindungsgemäß ausgeführten vollisolierten Winkelstecker 11
mit innenliegendem metallischen Winkelstecker 1, Kabeleinlass 7 und Isolierkörper
8, den beiden Gehäuseschalen 2 mit Gewinde 3, Rastnasen 6 und Stoßkanten 9 sowie eine
Mutter 4 mit Kabeltülle bzw. Knickschutz 5 und in den Außenmantel der Isolierung eingearbeiteten
Rillen 10.
[0017] Die erfindungsgemäße Steckverbindung wird in Figur 1, insbesondere auf einen industriellen
mechanischen Winkelstecker appliziert. Die Steckerummantelung 2 hüllt die Mantelfläche
des Steckergehäuses 1 zumindest teilweise ein und umgibt dieses schalenartig, indem
sie sich an den Gehäusemantel des Steckers 1 anschmiegt. Die Gehäuseummantelung 2
besteht hier im Beispiel aus mehreren, vorzugsweise aus zwei symmetrischen Gehäuseschalen
2, wobei die Gehäuseschalen 2 an ihren Stoßkanten 9 so aneinandergefügt sind, dass
sich diese mittels Rastnasen bzw. Clipsen 6 verbinden. Diese Rastnasen 6 rasten in
korrespondierende Nuten der jeweils gegenüberliegenden Schale 9 ein und bewirken eine
feste und sichere Arretierung. Die Verbindung ist dann aber noch als lösbar einzustufen,
da durch Krafteinwirkung die Klemmkraft der Nasen überwunden werden kann.
[0018] Durch Verpressen, Verschweißen oder Verkleben der Schalen 2 entlang der Stoßkanten
9 wäre auch eine nicht lösbare Arretierung machbar. Nach dem Zusammenpressen der Gehäuseschalen
2 legen sich diese lose mit ihrer Innenkontur an die Außenkontur des Steckergehäuses
1 an, da ihre Innenkontur in der Regel der Außenkontur des Steckers 1 entspricht.
Eine Übereinstimmung der Konturen ist jedoch nur dann zwingend erforderlich, wenn
die Gehäuseschalen 2 fest mit der Mantelfläche des Gehäuses des Steckers 1, vorzugsweise
durch ein Klebemittel, verbunden sind. Wird keine Verbindung gefordert, so könnte
es sich auch um zwei als Zylinder ausgebildete Gehäuseschalen 2 handeln, die entsprechend
der Form des zugrundeliegenden Steckers miteinander verbunden sind. Ist die Gehäuseummantelung
wasser- und staubdicht ausgeführt, so dient sie als Schutz vor Umwelteinflüssen wie
Spritzwasser und Schmutz. Durch Verwendung von säureresistenten Materialien könnte
man den Einsatzbereich des Steckers erweitern.
[0019] Die Gehäuseummantelung 2 ist mit einem Gewinde 3 versehen, welches mittels einer
Überwurfmutter 4 die Arretierung der Gehäuseschalen 2 realisieren kann, wobei die
Überwurfmutter 4 gleichzeitig zur Befestigung einer Kabelknickschutzvorrichtung 5
bzw. Kabeltülle 5 bzw. Kabelzugentlastung 5 dient.
[0020] Wegen der den Stecker 1 umgebenden Schalen 2 kann das Gehäuse des Steckers 1 metallisch
und damit gleichzeitig als Kupplung zwischen zwei als Schutzerde fungierende Leitungen
ausgeführt werden, die mit Hilfe der Schalen 2 gewährleistete Isolation bewirkt gleichzeitig
eine Schutztrennung.
[0021] Die vorhandene Oberflächengestaltung der Gehäuseummantelung 2, insbesondere durch
Einkerbungen und/oder Rillen 10 gekennzeichnet, kann die Griffigkeit des Steckers
erhöhen und einem Abrutschen, insbesondere bei öliger oder feuchter Umgebung vorbeugen.
Bezugszeichenliste
[0022]
- 1
- Steckergehäuse bzw. Stecker
- 2
- Gehäuseschale bzw. Gehäuseummantelung
- 3
- Gewinde
- 4
- Mutter
- 5
- Kabeltülle
- 6
- Rastnasen
- 7
- Kabeleinlass
- 8
- Kontaktseite (Isolierkörper + Kontaktstifte)
- 9
- Stoßkanten
- 10
- Einkerbungen/Rillen
- 11
- Vollisolierter Winkelstecker
1. Steckverbindung, insbesondere mit industriellen Winkelsteckern (1) oder Winkeldosen,
mit Kontakteinsatz (8) zur Herstellung einer elektrischen Verbindung, leitfähigem
Stecker- bzw. Dosengehäuse (1) und nichtleitender Stecker- bzw. Dosengehäuseummantelung
(2),
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Gehäuseummantelung (2) die Mantelfläche des Gehäuses (1) zumindest teilweise
einhüllt und schalenartig am Gehäuse (1) anliegt;
- die Gehäuseummantelung (2) aus mehreren, vorzugsweise aus zwei symmetrischen, Gehäuseschalen
(2) gebildet ist und die Gehäuseschalen (2) an ihren Stoßfugen so aneinandergefügt
sind, dass diese fest miteinander verbunden sind.
2. Steckverbindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung an den Stoßfugen der Gehäuseschalen (2) lösbar ist, vorzugsweise mittels
Clipsen (6) oder Rastnasen (6).
3. Steckverbindung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung an den Stoßfugen der Gehäuseschalen (2) nicht lösbar ist, vorzugsweise
mittels Verpressen, Verschweißen oder Verkleben.
4. Steckverbindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gehäuseschalen (2) lose an der Mantelfläche des Gehäuses (1) anliegen.
5. Steckverbindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gehäuseschalen (2) fest mit der Mantelfläche des Gehäuses (1), vorzugsweise durch
ein Klebemittel, verbunden sind.
6. Steckverbindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gehäuseummantelung (2) an wenigstens einem Stecker- oder Dosenende mit einem
Gewinde (3) versehen ist und die Verbindung der Gehäuseschalen (2) mittels einer Überwurfmutter
(4) realisiert ist, wobei die Überwurfmutter (4) gleichzeitig zur Befestigung einer
Kabelknickschutzvorrichtung (5) und/oder Kabeltülle (5) und/oder Kabelzugentlastung
(5) dient.
7. Steckverbindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mittels. der Steckverbindung eine Schutzerdung und Schutztrennung realisiert ist.
8. Steckverbindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der Gehäuseummantelung (2) ein Schutz vor Umwelteinflüssen wie Spritzwasser,
Schmutz und Säuren realisiert ist.
9. Steckverbindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Oberflächengestaltung der Gehäuseummantelung (2), insbesondere durch Einkerbungen
(10) und/oder Rillen (10), eine höhe Griffigkeit bei der Handhabung des Steckers (1)
gewährleistet ist.
10. Steckverbindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der Gehäuseummantelung (2) das Gehäuse (1) vollständig, d.h. inklusive der
Kupplung zwischen Stecker (1) und Dose, eingehüllt ist.
11. Steckverbindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Form der Gehäuseummantelung (2) mit der Form eines Winkelsteckers (1) korrespondiert
und dementsprechend aus Gehäuseschalen (2) besteht, die entlang ihrer Längsachse im
wesentlichen rechtwinklig ausgebildet sind.