[0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung eines Elementes in einem Rundsteckverbinder
mit einem Steckerkörper und darin gehaltenen Kontaktelementen, einer Kabelanschlussseite
und einer Steckseite, zur Weiterleitung des Abschirmpotenzials eines mit dem Rundsteckverbinder
verbundenen und mit einem Abschirmgeflecht umgebenen elektrischen Kabels an einen
Gegenstecker.
[0002] Eine derartige Anordnung in einem Rundsteckverbinder wird benötigt, um sicherzustellen,
dass das Abschirmpotenzial bei einer Nutzung von abgeschirmten Leitungen sicher von
einem Stecker an einen entsprechend vorbereiteten Gegenstecker weitergeleitet wird.
[0003] Aus der DE 41 37 355 C2 ist ein Rundsteckverbinder für abgeschirmte Leitungen bekannt,
bei dem das Gehäuse mit der Abschirmung des Kabels elektrisch leitend verbunden ist,
wobei ein als Hülse ausgebildetes, elektrisch leitendes Elastomerteil, das in axialer
Richtung komprimiert im Gehäuse gehalten ist, die Verbindung zwischen dem Gehäuse
und der Abschirmung sicherstellt.
[0004] Aus der DE 197 27 453 A1 ist ein Rundsteckverbinder für ein geschirmtes Kabel bekannt,
der ein Innengehäuse und ein Außengehäuse sowie eine aufschraubbare Endkappe aufweist.
Weiterhin sind Mittel zur Zugentlastung vorgesehen. Zur Schirmkontaktierung eines
abgeschirmten Kabels wird eine Kronenfeder eingesetzt.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen bereits bekannten Rundsteckverbinder
der eingangs genannten Art dahingehend auszubilden, dass das Abschirmpotenzial der
Abschirmung eines signalführenden elektrischen Kabels innerhalb eines Rundsteckverbinders
an einen entsprechend ausgerüsteten Gegenstecker weitergeleitet wird.
[0006] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass in dem Steckerkörper ein Schirmübergabeelement
angeordnet ist, das einen Schneidklemmanschluss, einen Übergabekontakt und einen Federbogen
aufweist.
[0007] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Ansprüchen 2 - 8 angegeben.
[0008] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass die erfindungsgemäß
vorgesehene Anordnung in einem Rundsteckverbinder zur Übertragung des Abschirmpotenzials
eines abgeschirmten Kabels ohne große Änderungen in ein bereits bekanntes Steckersystem
übernommen werden kann. Dabei sind zur elektrischen Kontaktierung von Einzelleitern
eines Kabels innerhalb des Rundsteckverbinders Schneidklemmanschlüsse vorgesehen.
Dabei ist von Vorteil, dass eine der regulären Schneidklemmenkontakte gegen ein spezielles
in Stanztechnik gefertigtes Schirmübergabeelement ausgetauscht wird, welches aber
ebenfalls einen Schneidklemmanschluss aufweist, zusätzlich jedoch mit einem stiftförmigen
Übergabekontakt sowie einem Federbogen versehen ist.
Der Übergabekontakt wird in einen zentral im Steckergehäuse angeordneten Buchsenkontakt
gesteckt, der wiederum mit einem Steck- oder auch Buchsenkontakt eines entsprechend
ausgerüsteten Gegensteckers kontaktiert. Der Federbogen des Schirmübergabeelementes
wird durch eine Öffnung in der Steckerhülse, vorteilhaft elastisch gegen eine über
die Steckerhülse greifende, elektrisch leitende Verschraubung des Rundsteckverbinders
gedrückt, die wiederum von dem Abschirmgeflecht des Kabels kontaktiert wird.
[0009] Dazu ist das Abschirmgeflecht in mindestens einem Schlitz eines Dichteinsatzes eingeschoben,
der mittels einer auf die Steckerhülse aufzuschraubenden Verschraubung, das in dem
Dichteinsatz gehaltene elektrische Kabel fixiert und eine Abdichtung des Rundsteckverbinders
gewährleistet.
Ein auf den Dichteinsatz aufgezogener, elektrisch leitender Gleitring übernimmt dabei
die Kontaktierung des Abschirmgeflechtes zu der Verschraubung und letztlich wieder
zu dem Schirmübergabeelement.
Somit weist der gesamte Rundsteckverbinder eine abschirmende Wirkung auf.
In einer Variante kann vorgesehen sein, das Abschirmgeflecht direkt mit dem Schneidklemmkontakt
des Schirmübergabeelementes zu kontaktieren.
In einer weiteren Variante kann vorgesehen sein, unter Zuhilfenahme eines entsprechend
ausgerüsteten Kabels, in dem ein sogenannter Beidraht innerhalb des Abschirmgeflechtes
eingebettet ist, diesen Beidraht direkt mit der Schneidklemme des Schirmübergabeelementes
zu kontaktieren.
Somit stehen vorteilhafterweise zwei unterschiedliche Wege zur Verfügung, das Abschirmpotenzial
des elektrischen Kabels, direkt über die Schneidklemme oder indirekt über die elektrisch
leitende Hülse des Rundsteckverbinders an einen Gegenstecker weiterzuleiten.
[0010] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
folgenden näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- Schirmübergabeelement,
- Fig. 2
- Dichteinsatz,
- Fig. 3
- 3 perspektivische Ansicht des Schirmübergabeelementes im geschnittenen Steckerkörper,
und
- Fig. 4
- perspektivischer Teilschnitt eines Rundsteckverbinders
[0011] In der Fig. 1 ist ein einzelnes als flaches Stanzteil gefertigtes Schirmübergabeelement
30 gezeigt, mit einer Schneidklemme 31, einem Federbogen 32, einer schräggestellten
Rastlasche 34 und einem als Stift ausgebildeten Übergabekontakt 33.
Die Rastlasche 34 ist dreiseitig freigestellt aus dem Blechmaterial herausgestanzt
und schräg aus der Ebene des Elementes herausgestellt, während der Federbogen 32 als
eine nach außen weisende Schlaufe innerhalb der Ebene geformt ist. Dem Federbogen
gegenüber ist an dem Schirmübergabeelement der stiftförmig ausgeführter Übergabekontakt
33 angeformt, der an einem schmalen Arm am Schirmübergabeelement und leicht gekröpft
zur Ebene angeordnet ist.
[0012] Der in Fig. 2 dargestellte, aus nichtleitendem Material bestehender Dichteinsatz
20 wird aus einer Hülse mit einem außerhalb umlaufenden Bund 25 gebildet.
Dabei ist in der Fig. 2a eine perspektivische Darstellung gewählt, und in der Fig.
2b ein Längsschnitt durch den geschlitzten Bereich der Hülse.
In der Hülse sind mindestens zwei gegenüberliegenden Schlitze 22 vorgesehen, die bis
zu dem Bund 25 reichen, während unterhalb des Bundes ein Rastring 26 zur Verrastung
mit einem Spleißring 40 eingeformt ist. Weiterhin ist eine den Innendurchmesser der
Hülse verengende Durchführungsöffnung 24 für die Einzelleiter 6 des elektrischen Kabels
vorgesehen.
[0013] In der Fig. 3 ist in einer Schnittansicht durch den Steckerkörper 10 des Rundsteckverbinders
1 das Schirmübergabeelement 30 so dargestellt, wie es in einem ebensolchen geformten
Schlitz, wie der weiter rechts dargestellte Schlitz 14 im Steckerkörper 10 verrastet
ist.
Dazu wird das Schirmübergabeelement von der Steckseite des Rundsteckverbinders in
den Schlitz eingesteckt und verrastet dort mittels der Rastlasche 34 in einer Ausnehmung
15 im Steckerkörper 10.
Erst nach dem Einschieben der Schneidklemmelemente 17 und dem Schirmübergabelement
30 wird der Steckerkörper 10 mit dem hier nicht weiter erläuterten Spleißteil 40 verrastet
und in die Steckerhülse 11 eingeschoben. (Siehe auch Fig. 4)
[0014] Im Steckerkörper 10 ist seitlich eine Öffnung 16 vorgesehen, in die der Federbogen
32 des Schirmübergabelementes 30 eingesetzt wird, wobei die Außenfläche des Steckerkörpers
ein wenig überragt wird. Damit wird die elektrisch leitende Steckerhülse 11 kontaktiert,
die bei der Montage mit der elektrisch leitenden Verschraubung 13 kontaktiert.
[0015] In der Fig. 4 ist ein Rundsteckverbinder mit dem elektrischen Kabel 5 in einem Teilschnitt
dargestellt, so dass ein Einblick auf den inneren Teil des kompletten Rundsteckverbinders
möglich ist.
Die hier nach unten weisende Seite ist die Steckseite 3, versehen mit einem Gewinde
zur Verschraubung mit einem nicht weiter gezeigten Gegenstecker und einer Rändelung
12.
Auf der entgegengesetzten hier nach oben weisenden Seite ist die Kabelanschlussseite
2 mit dem elektrischen Kabel 5 ersichtlich.
Der etwa mittig, axial gelegte Teilschnitt durch den Rundsteckverbinder, bestehend
aus der äußeren Hülle, der Steckerhülse 11 und der Verschraubung 13, beginnt oberhalb
der Rändelung 12, so dass ansonsten eingebettet in dem isolierenden Steckerkörper
10, das Schirmübergabeelement 30 und eine Schneidklemme 17 freigestellt vor der Schnittebene
liegen.
Oberhalb des Steckerkörpers 10 ist das sogenannte Spleißteil 40 angeordnet, in dem
die vereinzelten elektrischen Leiter 6 in hier nicht gezeigten Kanälen geführt sind
und durch die im Steckerkörper 10 angeordnete Schneidklemmelemente 17, die in diese
Kanäle hineinragen, geschnitten und kontaktiert werden.
Das elektrische Kabel 5 mit den Einzelleitern 6 wird mittels der Verschraubung 13
im Rundsteckverbinder 1 gehalten, wobei der Dichteinsatz 20, das Kabel 5 umfassend,
mittels der Verschraubung eine radiale Kraft auf das
Kabel ausübt und eine zugfeste Abdichtung gegen Umwelteinflüsse gewährleistet.
[0016] Bei der Montage des elektrischen Kabels 5 in dem Rundsteckverbinder wird nach dem
Aufschieben der Verschraubung 13 und des Gleitringes 45 auf das elektrische Kabel
5, zunächst die Ummantelung des Kabels zur Vereinzelung der Einzelleiter 6 um eine
bestimmte Länge gekürzt, wobei gleichzeitig das unterhalb der Ummantelung, die Einzelleiter
umschließende Abschirmgeflecht 7 freigelegt wird.
Dann werden die Einzelleiter 6 in die Durchgangsöffnung 24 des Dichteinsatzes 20 eingeführt
und das Abschirmgeflecht an den gegenüberliegenden Seiten zusammenfassend verdrillt
und in mindestens einen der vorgesehenen Schlitze 22 eingeschoben.
Dann wird der elektrisch leitende Gleitring 45 aus der Fig. 2c auf die Hülse 21 des
Dichteinsatzes bis auf die auf dem Bund 25 aufliegenden und verdrillten Enden des
Abschirmgeflechtes aufgeschoben. Damit wird die anschließend auf die Steckerhülse
11 aufgeschraubte, elektrisch leitende Verschraubung 13 mit dem Gleitring 45 bzw.
mit dem Abschirmgeflecht kontaktiert.
Durch die Berührung des Abschirmgeflechtes 7 mit der elektrisch leitenden Verschraubung
13, wird das Abschirmpotenzial an den nach außen weisenden Federbogen 32 des Schirmübergabeelementes
30 weitergeleitet. Von dort wird es; wie hier vorgesehen, über den Übergabekontakt
33 an den Mittelleiter 19 des Rundsteckverbinders weitergeführt.
[0017] In einer Variante kann auch das Abschirmgeflecht 7 verdrillt durch einen Kanal im
Spleißteil 40 geführt werden, um direkt mit der Schneidklemme 31 des Schirmübergabeelementes
zu kontaktieren.
[0018] In einer weiteren Variante kann auch eine im Abschirmgeflecht 7 vorhandene, sogenannte
Beilauflitze durch einen Kanal im Spleißteil 40 geführt werden und mit der Schneidklemme
31 des Schirmübergabeelementes 30 kontaktieren:
1. Anordnung eines Elementes in einem Rundsteckverbinder (1) mit einem Steckerkörper
(10) und darin gehaltenen Kontaktelementen (17), einer Kabelanschlussseite (2) und
einer Steckseite (3), zur Weiterleitung des Abschirmpotenzials eines mit dem Rundsteckverbinder
verbundenen und mit einem Abschirmgeflecht (7) umgebenen elektrischen Kabels (5) an
einen Gegenstecker, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Steckerkörper (10) ein Schirmübergabeelement (30) angeordnet ist, das einen
Schneidklemmanschluss (31), einen Übergabekontakt (33) und einen Federbogen (32) aufweist.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass das Schirmübergabeelement (30) in einer schlitzförmigen Öffnung im Steckerkörper
(10) mittels einer Rastlasche (34) in einer Ausnehmung (15) verrastbar ist.
3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass das Schirmübergabeelement (30) mit einem stiftförmigen Übergabekontakt (33) in einen
axial angeordneten Buchsenkontakt (19) in der Steckerhülse (11) eingeschoben ist.
4. Anordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass eine im Abschirmgeflecht (7) eingebettete Beilauflitze mit der Schneidklemme (31)
des Schirmübergabeelementes (30) verbindbar ist.
5. Anordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass das Abschirmgeflecht (7) mit der Schneidklemme (31) des Schirmübergabeelementes (30)
verbindbar ist.
6. Anordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass in dem Dichteinsatz (20) mindestens ein Schlitz (22) vorgesehen ist.
7. Anordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass der Buchsenkontakt (19) an seiner Steckseite zum Gegenstecker eine buchsen- oder
stiftartige Geometrie aufweist.
8. Anordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass das Abschirmgeflecht (7) einen elektrisch leitender Gleitring (45) kontaktiert, der
an eine Verschraubung (13) stößt, die mit einer Steckerhülse (11) verbunden ist, in
der das Schirmübergabeelement (30) in dem Steckerkörper (10) angeordnet ist, wobei
die Steckerhülse (11) den Federbogen (32) des Schirmübergabeelementes (30) kontaktiert.